Reisebericht: Schallwellen 2017 - "Komm mit mir ins Abenteuerland..."

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Donnerstag, 07. September 2017 Oslo

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    Halt!
    Bevor ich mich nun Oslo widme, muss ich doch nochmal kurz auf eine – oder eigentlich ja sogar auf zwei Begegnungen des gestrigen Abends zurückkommen.

    Während des PUR-Konzertes – und nicht etwa davor oder danach! – traf ich auf eine Spezies, von der ich dachte, dass sie seit mindestens 20 Jahren ausgestorben sei.
    Es war der: „gemeine Büchsentreter“.
    X(

    Oh, ich höre schon die anzüglichen Lacher, die jetzt durchs Land gehen!

    Nein – DAS mein ich nicht!
    Bevor man ins Theater geht, werden ja in der Nähe des Eingangs Getränkedosen angeboten. Bier und auch alkoholfreies ist zu haben.
    Besagtes Exemplar saß etwas hinter uns auf der anderen Seite des Ganges und ich hätte ihn wohl als Mann und Zuschauer nicht wahrgenommen, wenn er nicht ständig diese Geräusche gemacht hätte!
    Vor allem, wenn er sie nicht ständig ZWISCHEN den Liedern gemacht hätte!

    „Rrrmmpf.“
    Nein, es war kein Schnarchen! Dann hätte es hinten mehr „…pfffff“ gehabt.
    Es war kurz.
    Es war knackig.
    Und es war endgültig.
    Und zwar JEDESMAL wenn er eine seiner Bierdosen sorgfältig neben seinem Sessel platzierte, um sie dann auf dem Teppichboden mit dem Hacken zu zertreten.

    Nach jedem zweiten oder dritten Lied dieses „Rrrmmpf“.

    Ich wurde schon unruhig, wenn es nicht kam. Aber ich hatte auch noch andere Empfindungen, nämlich Neid und Mitleid.
    Neidisch war ich definitiv auf die Leistungsfähigkeit seiner Blase, von der ich ja meilenweit entfernt bin (also: von der Blase ja sowieso - rein geografisch -, ich mein jetzt eher die Leistung) und Mitleid hatte ich mit dem Teppich und den Leuten, die dann später die Spuren beseitigen mussten.
    Aber vielleicht ist er ja auch nur aus Liebe zu seiner Frau mit ihr in dieses Konzert gegangen und hält es anders nicht aus.
    ‚Junge, soviel kannst Du gar nicht trinken, dass sie in Dir einen Engler sieht.‘
    Und während sie dann in der Nacht wahrscheinlich von Hartmut träumt, kann er in Ruhe seinen Rausch ausschlafen…

    Die andere Begegnung, die ich noch erzählen wollte, war die mit dem Engler – und zwar die mit dem „falschen Engler“.
    Als wir nach dem Ende des Konzertes von Darius Zander noch draußen auf Deck 5 stehen (da, wo sich abends immer alle Raucher treffen), stößt mich der König an:
    „Do schau moi. Do is ea wieda.“
    Also wenn ich mal davon ausgehe, dass der Typ eben im Theater auf der Bühne der Echte war, dann ist der Unterschied doch schon deutlich zu sehen. Aber wir wollen nun doch auf Nummer sichergehen:
    „Hoast Du Hartmut?“
    „Nein. Christian.“
    „Sicha?“
    „Ganz sicher.“
    „I hob gestean a Foto vo Dia gemacht.“
    "Nicht nur Du!“
    „Wieso lossd du di mid fremdem Frauen fotografiern, wenn du ned da Engla bisd?“
    „Weil sie so nett gefragt haben. Passiert mir übrigens öfter.“
    „Hosd du Ihna gsogt, dass du ned da Engla bisd?“
    „Nö. Das werden sie ja spätestens heute selber rausgefunden haben.“

    Die Frau vom „falschen Engler“ stellt sich zu uns und winkt nur ab. Es passiere wirklich ab und zu, aber auf dieser Reise definitiv häufiger als sonst. Wen wundert’s!

    Nun kommen wir aber mal zu Oslo. Die Liegezeit ist von 11:00 bis 20:00 Uhr.
    Damit stünde einer wunderschönen Fahrt durch den Oslofjord ja eigentlich nichts im Wege – wenn das Wetter denn mitspielen würde. Tut es aber leider nicht. Es ist stark bewölkt.

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    Dementsprechend lassen wir uns mal wieder ausgiebig Zeit zum Frühstücken. Eigentlich wollten wir heute mal in die Mathallen auf dem alten Vulkan-Fabrikgelände. Heimlich spekuliere ich ja noch mal auf so eine Rentiersalami mit Rotwein wie die, die wir uns im März mitgebracht hatten.

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    Als wir dann aber vor dem Schiff stehen, sehen wir uns beide an.
    „Hast Du Lust?“
    „Nee. Du?“
    „Nich wirklich.“

    Schön, wenn man sich einig ist. Zu unserer Ehrenrettung muss man sagen, dass wir schon mehrmals in Oslo waren – auch schon mal ohne Kreuzfahrt, dafür dann mehrere Tage am Stück – wir haben also schon manches dort gesehen.

    Es ist zwar trocken, aber windig und irgendwie stecken uns die langen Nächte in den Knochen – man ist eben keine dreißig mehr. Also: Planänderung. Vielleicht können wir uns ja mal das Osloer Rathaus mit dem Saal der Verleihung des Friedensnobelpreises ansehen. Kostenlose Führungen finden nur von Juni bis August statt – von daher sind wir sowieso zu spät dran. Leider ist in Oslo heute Wahl. Ich meine später irgendwo zu lesen, dass heute das Fylkesting, so eine Art Gemeindevertretung oder Gemeindeparlament, gewählt wird. Daher gibt’s Zutritt ins Rathaus nur für Einwohner mit – ich nenn’s mal „Wahlbenachrichtigung“. Schade. Also auch hier wieder nur Stadtbummel.

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    Und wenn man dann die Karl-Johans-gate bis runter zum Bahnhof gelaufen ist, hat man’s auch bis zur Oper nicht mehr weit.

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    Dem Haus kann man aufs Dach laufen, was wir aber bisher noch nie gemacht haben. Zeit, dass zu ändern! Von oben genießen wir den Ausblick auf die Stadt.

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    Leider wird im Umfeld der Oper wie verrückt gebaut, so dass dieses Haus schon jetzt ziemlich eingezwängt zwischen den Baustellen steht. Runter ist es fast noch steiler, als hoch.

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    Anschließend langsam über die Festung wieder zurück.

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    So um halb zwei sind wir dann schon wieder an Bord. Als wir dann im Tag und Nacht Bistro an der runden Balustrade sitzen, können wir ganz entspannt den Dreharbeiten für eine Folge von „Mein Schiff TV“ zusehen.

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    Unsere täglich Eisschokolade gib uns heute – leider finden wir erst nach 15:00 Uhr den Weg in die Café Lounge. Dort ist heute französische Kaffeestunde mit Livemusik vom Piano. Nach einer Weile sehen wir uns beide an und es braucht keine Worte. Ich bin mir sicher: Würden wir es aussprechen, wäre selbst unsere Wortwahl exakt die Gleiche: ‚Morgen gehen wir früher!‘

    Aber etwas Gutes hat es doch, dass wir hier sind. Sonst hätt ich nämlich nie etwas von den „Fahrstuhlkonzerten“ erfahren. Soweit ich das mitkriege, gab’s die gestern und auch heute Vormittag. Ungeplant, nicht organisiert, Bing der Fahrstuhl geht auf, Björn Paulsen mit seiner Gitarre steht drin, dann hat man die Wahl: Entweder man wartet auf den nächsten Fahrstuhl oder man steigt ein und bekommt: ein „Fahrstuhlkonzert“. So einfach geht das. Eine Dame erzählt, dass sie dreimal komplett das Schiff hoch- und runtergefahren ist und am Schluss schon vergessen hatte, wo sie eigentlich hinwollte. Superidee!

    Auf dem Pooldeck beginnt derweil der Aufbau für das Konzert von Glasperlenspiel heute Abend um 21:30 Uhr (sollte lt. Plan zwar erst um 22:30 Uhr anfangen, wurde dann aber aufgrund der Witterung vorverlegt).

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    Na, hoffentlich sehen die bei dem Kabelgewirr noch durch. Leider ist das Wetter jetzt auch nicht so einladend.

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    Ich bummle weiter übers Schiff, schaue mal beim Kochduell in der Arena vorbei (egal, was dort Leckeres gekocht wurde: bis es beim Juror war, war es ganz bestimmt schon wieder kalt), werfe schon mal einen Blick auf das Käsebuffet im Atlantik (und nehme auch gleich eine Nase voll), um dann ein wenig beim Soundcheck von Norman Keil zuzuhören, der heute Abend ab 20:00 Uhr in der Schaubar spielen soll.

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    Das Abendessen halt ich heute etwas kürzer, denn um 20:45 Uhr soll es ein Meet&Greet mit Glasperlenspiel im Klanghaus geben. Als ich dann so gegen 20:15 Uhr dort mal vorbeischlendere, steht natürlich schon eine beachtliche Schlange an. Ich ringe kurz mit mir und bleibe dann auch stehen. Pünktlich rückt die Schlange dann auch weiter – der Anfang ist gemacht.

    Da kommt dann so ein junger, gegeelter Schnöseltyp und sagt: „Sie brauchen gar nicht mehr stehenbleiben, wir haben nur 8 Minuten.“
    ‚Wie bitte????‘
    „Mehr Zeit ist nicht. Dann müssen sich die Beiden vorbereiten.“
    ‚Text lernen – oder was?!‘

    Das ist hier kein Meet&Greet, das ist ein Renn-vorbei-und-wink-mal-kurz. X(
    Für die, die weiter hinten stehen, ist es nur ein Renn-vorbei.

    Mir ist das zu dämlich, dann muss Glasperlenspiel eben darauf verzichten, meine Bekanntschaft zu machen. Ich verlasse die Schlange, vielleicht hab ich ja damit jemand anderem „meinen Platz“ zur Verfügung gestellt.

    Parallel zum Konzert dieser Beiden findet ja heute das zweite PUR-Konzert statt. Bei dem Wetter sind die, die im Theater sitzen dürfen, heute echt besser dran. Bei diesem Konzert ist dann auch Max Giesinger zu Gast bei PUR. Wer also Lust auf „Abenteuerland“ mit Hartmut und Max hat, einfach mal bei youtu.. suchen.

    Aufgrund der Temperaturen hält sich wahrscheinlich der Besucherandrang am Pool in Grenzen. Es ist echt schwe…kalt.

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    Warum wurde mein Foto gelöscht?


    Gerade auf das Konzert von Glasperlenspiel hatte ich mich eigentlich gefreut, aber irgendwie lässt es mich seltsam kalt – und DAS liegt ganz bestimmt nicht am Wetter.
    Als wir danach wieder in die Schaubar kommen. ist die Show von Tine Wittler leider gerade vorbei (was insbesondere @GöttlicheDS waaaahnsinnig leidtut
    :saint: ).

    Also wird gequatscht und erzählt bis dann irgendwann der Paulsen wieder dran ist. Und dieser Paulsen ist ja einfach nur ….. Was soll ich sagen? Der ist megarelaxt , obercool und macht dabei Musik, von der man unbedingt mehr will.

    Während dieser Schallwellenreise gründet sich dann auch eine Björn-Paulsen-Fangruppe (einfach mal bei FB suchen).
    Und wieder ist es sehr, sehr spät als wir endlich unsere müden Häupter betten, aber:

    xxxAdmin(Zitat)xxx

    Recht hat er.

  • Hallo @Joean,

    ja schade das wir uns nicht getroffen haben - aber wir hatten ja im Vorfeld nichts ausgemacht.

    Jetzt sehe ich was ich in Oslo auf dem Schiff verpasst habe - ich war mit der E-Bike Tour von 12 Uhr bis 18 Uhr unterwegs in Oslo.
    Ich bin der Meinung es gibt nichts was wir nicht gesehen haben ;)
    44 km mit insgesamt 705 Höhenmeter - ich war platttttttt und der Akku leer!

    Liebe Grüße
    Tanja


    Kommt noch: ^^

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    Islands Naturwunder


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    Mit der Amina auf der Donau


    Leider vorbei: :(

    2014 Kanaren – MS1
    2016 Großbritannien / Irland – MS1
    2017 Karibik / Mittelamerika – NCL Pearl
    Forenausflug nach Papenburg
    Schallwellen - Festival auf See - MS3

    Hurtigruten - die schönste Seereise der Welt! - MS Kong Harald

    2018 Kanaren mit Madeira - AIDA Sol

    2019 Queen Mary - Hamburg - Southampton

    2020 AIDAmar - von Mallorca nach Hamburg

    2021 Artania - Durch die Fjörde Norwegens

    Weihnachtsmärkte am Rhein mit MS Alena

    2022 Amera - Fjördnorwegens feinste Adressen

    Von Hamburg nach Mallorca mit der MS3

    Christmas Shopping in den Niederlande mit MS Asara

    2023 Rund um Irland mit der Norwegian Star

    Norwegen mit Schottland mit der MS3

    2024 Grönland extrem - MS Hamburg

    Kleine Auszeit im Advent mit der MS Artania

    2025 Alaska mit der Queen Elisabeth von Cunard

    2026 Großbritannien und Norwegen mit AIDA Sol

  • Liebe @Joean,

    jetzt hab hab ich erstmal gelesen, was du schon geschrieben hast, ich kann nur sagen, sehr gut und bin gespannt wie du in Worte packst was wir überwiegend gemeinsam erlebt haben auf dieser Reise. :thumbsup:

    Grüße an deinen Göga und bis zum Wochenende- freuen uns 8o

  • @Tanfrei

    E-Bike in Oslo stell ich mir einigermaßen einspruchsvoll vor. Sicher seid ihr dann auch mal Richtung Holmenkollen. Dort oben haben wir uns vor 4 Jahren mal fast den ganzen Tag aufgehalten. Man kommt ja super mit der U-Bahn hin und wir haben dann versucht, zumindest einen kleinen Teil der Biathlon-Strecke abzulaufen, was gar nicht so einfach war. Im Sommer sieht irgendwie alles so anders aus. ?(
    Und bei schönem Wetter hat man vom Turm der Schanze einen sehr schönen Blick über den Oslofjord. Aber auch das Fram-Museum ist z.B. sehr interessant.

    @uschisiggi
    @Bodenseesonne

    Ich freue mich, dass ihr auch den Weg hierher gefunden habt. Viel Spaß beim Lesen.

    @Königin
    Wir freuen uns auch schon sehr. GöGa checkt schon täglich das Wetter für nächstes Wochenende. 8o

    LG Joean

  • Freitag, 08. September 2017 Seetag

    Wenigstens einmal richtig ausschlafen!
    Das Wetter an diesem Tag ist wirklich obermies. Schlimma jeht imma.
    Dementsprechend sind alle Konzerte auf dem Pooldeck verschoben, entweder in die Schaubar oder ins Theater. Für mich gibt’s an diesem Tag nochmal Kerstin Ott, die FÜENF und nach einem ausgiebigen Abschiedsabendessen dann noch Max Giesinger.

    Mit viel Glück bekomme ich noch einen Platz im Rang, fast direkt an der Treppe. Mit noch viel mehr Glück bekommt auch Max Giesinger noch einen Platz im Rang – fast direkt neben mir auf der Treppe :thumbsup: von wo er sein Konzert dann eröffnet.

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    Auch wenn mich mancher jetzt vielleicht steinigen möchte, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich eher noch mal bei den FÜENF vorbeischaue als bei Max. Der Rest ist same procedure wie jeden Abend. Paulsen rockt wieder die Nacht und in der Abtanzbar ist die Hölle los.

    Und wir sind schon wieder fast zu Hause.

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    Ein kurzes Fazit:
    Wir waren auch diesmal sehr gern an Bord der MS 3. Die Schallwellen hatten, so glaube ich, für jeden von uns einige Aha-Effekte. Insgesamt hatte ich den Eindruck als wenn die Stimmung der Gäste an Bord irgendwie „relaxter“ war. Dies lag aber, denke ich, zum großen Teil auch an dem völlig ungezwungenen Umgang der Künstler (zumindest eines Teils) mit ihrem Publikum.

    Mein völlig subjektiver Eindruck der Schallwellen 2015 war ja damals, als wenn dort das Verlassen der X-Lounge für die Künstler (mal abgesehen von Meet&Greet bzw. Konzerte) „unter Strafe gestellt worden war“.

    Hinsichtlich des Zeitplans und Ablaufs möchte ich allerdings noch etwas anmerken.
    Dieses Mal war ja der Seetag auf den letzten Tag der Reise gelegt worden. Das finde ich persönlich immer angenehmer, entspannter. Durch diese Planung allerdings wurde Oslo nun nachmittags/abends angelaufen. Da zu „Landzeiten“ keine Konzerte stattfinden (zumindest keine offiziell geplanten) klaut man sich bei TUI sozusagen selber diese Zeit.

    Zum Vergleich: Vor zwei Jahren war das Routing genau andersrum, Oslo wurde vormittags angelaufen, ergo: man hatte diesen Nachmittag noch für Konzerte und Meet&Greet zur Verfügung. Mein erster Eindruck des ziemlich straffen Zeitplans und des zwangsläufig „irgendwas verpassens“ bestätigte sich für mich.

    Vielleicht sollte man bei TUI darüber nachdenken, auf so einer Eventreise (gleiche Länge vorausgesetzt) nur noch einen Hafen anzulaufen. Idealerweise vielleicht auch mal einen anderen Hafen als Kopenhagen oder Oslo. Mein persönliches Highlight wäre ja z.B. Stockholm mit abendlichem Auslaufen durch die Schären und Konzert(e) am Pool.

    Wenn ich mal von mir ausgehen darf, dann bin ich bei einer solchen Eventreise zuerst wegen der Künstler und dann auch wegen der „Seefahrt“ an sich an Bord. Die angelaufenen Häfen sind da nachrangig. Und wenn’s dann eben nur noch einer ist, damit man sich mal zwischendurch die Füße vertreten kann, dann ist das auch okay. Ein angenehmer Nebeneffekt davon wäre, dass man mit den Zeiten der Konzerte flexibler auf schlechtes Wetter reagieren könnte.

    Samstag, 09. September Hamburg Cruise Days und Blue Port

    Nicht nur für uns ist heute Abreise – auch für die ganze Technik.

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    Wir zögern das von-Bord-gehen so lange wie möglich raus, denn unser Weg führt ja direkt ins Hotel, wo wir bis zum Mittwoch noch bleiben werden. Leider nieselt es heute und wir nehmen in der Nähe der U-Bahn die Haltestelle des 111er Busses. Was wir nicht wissen ist, dass der Bus aufgrund der Cruise Days und der dafür gesperrten Straßen eine geänderte Linienführung hat. Wir kriegen das erst mit als links neben uns der Michel auftaucht. Was für ein Glück, von hier sind’s nur 3 Minuten bis zum Hotel.

    So kurz vor halb zwölf werden wir dann also an der Rezeption vorstellig.
    Was ich richtig gut finden würde, wäre, wenn unser Zimmer schon fertig wär – aber damit rechne ich nicht.
    Die Dame tippt auf ihren Computer ein und sagt:
    „Ich habe eine gute Nachricht für Sie.“
    ‚Ja sag es .....sag es.....sag, dass unser Zimmer fertig ist.’
    „Sie hatten ein Upgrade.“
    ‚Wie....hatten?’
    „Leider mussten wir das wieder rausnehmen. Es sind Cruise Days und wir sind restlos ausgebucht. Aber Ihr Zimmer ist schon fertig.“
    ‚Ich frag besser gar nicht, worin das Upgrade bestanden hätte.’
    „Äh.... nicht das es irgendwie relevant wäre, aber worin hätte denn dieses Upgrade bestanden?“

    Es stellt sich heraus, dass wir statt eines Studios dann ein 2-Raum-Appartment bekommen hätten. Gut, das hätt ich jetzt sowieso nicht unbedingt gebraucht. Für meinen Geschmack sind auch die Studios im Adina schon äußerst geräumig. Und die Balkons der Studios gehen alle auf den Innenhof. Das finden wir als Raucher sowieso angenehmer. Und da sie uns im 7. Stock einquartiert haben, haben wir auch freien Blick vom Bett direkt auf die tanzenden Türme. Ich brauch kein Upgrade.

    Für unseren diesjährigen Besuch in Hamburg haben wir uns einiges vorgenommen. Heute Abend haben wir Karten für die Begleitfahrt zur Cruise-Days-Auslaufparade mit Feuerwerk auf dem Dampfeisbrecher Stettin. Sonntagabend will ich unbedingt noch Blue-Port-Fotos machen. Wir wollen zu Hagenbeck, am Montagabend unbedingt zu Planten und Bloomen, am Dienstag haben wir Karten für eine Führung in der Elphi und abends geht’s mal wieder ins Schmidt Theater.

    Da es ja ein Reisebericht zur Schallwellentour ist/war, werde ich nun nur noch einige Fotos einstellen. Los geht’s mal mit den Bildern von Samstagabend, der Auslaufparade der Kreuzfahrtschiffe.
    Abfahrt mit dem Dampfeisbrecher war in Oevelgönne, wo man ja auch super mit dem Bus oder der Hafenfähre hinkommt.

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    Am Sonntag dann Hagenbeck, weil das Wetter heute wirklich schön ist. Leider haben wir das erst zu Beginn der Woche geborene Elefantenbaby nicht zu Gesicht bekommen.

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    Abends mache ich mich dann auf, um noch ein paar mehr Bilder vom Blue Port zu machen. Das ich heute zu wenig gelaufen wäre, kann mir wirklich keiner vorwerfen. In der Speicherstadt treffe ich auf einen Profifotografen, der dort Aufnahmen mit der Violinistin macht. Ich frage artig, ob ich auch mal ein Foto machen darf. Er hat nichts dagegen. Na gut, ich hab mehrere gemacht. Also: verpfeift mich nicht!

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    Jede Menge Nachtbilder hier... Aber wir waren auch tagsüber unterwegs, am Montag mal wieder in Blankenese.

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    Montagabend finden wir uns kurz vor 21:00 Uhr am Parksee bei Planten und Bloomen ein. Im Sommer finden hier jeden Abend nach Einbruch der Dunkelheit illuminierte Wasserspiele mit Livemusik statt. Ein grandioses kostenloses Vergnügen zu dem sich selbst am einem Montag! schätzungsweise 300 Menschen zusammenfinden.

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    Als wir dann auf dem Nachhauseweg einige Minuten am Bus warten müssen, finde ich die reich verzierten Häuser in Hamburg einfach nur wieder wunderschön.

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    Der Dienstag hat dann schon die Vorboten des Sturmes, der für den Rest der Woche Norddeutschland fest im Griff haben wird. Also vormittags Besuch im Zollmuseum. Gut finden wir dort die „interaktiven“ Sachen z.B. das „Röntgengerät“ in dem man selber feststellen kann, wo im Koffer sich die geschmuggelten Gegenstände befinden. Oder auch die beiden Konservendosen, bei denen man nur durch Schütteln herausfinden soll, in welcher die Erbsen und welcher der geschmuggelte Alkohol drin ist.
    Am frühen Nachmittag dann Führung in der Elphi. Auch einen Blick in den Konzertsaal können wir werfen.

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    Von der Plaza aus hat man wirklich einen phantastischen Blick über den Hamburger Hafen.

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    Die Anordnung der Scheiben sorgt für nette Dopplungen. Oder haben sich die Hamburger jetzt auch schon einen zweiten Michel gebaut?

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    Abends ging’s dann für uns als Abschluss ins Schmidt Theater. Diesmal sollte es „Cindy Reller“ sein. Wir hatten das Glück, dass Corny Littmann die Rolle des Edelbert von Grootfru sen. an diesem Abend selbst spielte. Die Nummer als er, verkleidet als orientalische Prinzessin, mit nacktem Hintern durch’s Parkett tobte, hatte schon was.

    Der Rest ist schnell erzählt.
    Mittwoch früh entspannte, unauffällige Heimreise.

    Als ich am Montag morgen dann ins Büro komme, ist erst mal alles wie immer.
    Aufschließen, Computer hochfahren – wie war denn bloß dieses blöde Passwort????

    Nach dem dritten Fehlversuch,bin ich dann gesperrt.
    Nachhausegehen oder EDV anrufen?
    Das Pflichtbewusstsein siegt und unser EDV-Mensch lacht bei meinem Anruf nur und sagt:
    „Na, dann muss es ja ein wirklich guter Urlaub gewesen sein.“

    Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

    Vielen Dank an alle, die sich die Zeit genommen haben, uns zu begleiten.

    LG Joean

  • wie gewohnt von dir @Joean

    SENSATIONELL !!!

    LG Kaline

  • Phantastisch liebe @Joean !
    Ich habe mich mal wieder köstlich amüsiert...
    Trotz der super geschilderten Erlebnisse ein wundervoller und informatuver Reisebericht.

    Danke sehr!

    LG Conny

  • Danke @Joean für diesen wirklich gelungenen und lustigen gehaltenen Reisebericht. :thumbsup:

  • Vielen Dank @Joean für Deinen Reisebericht. :thumbup:
    auch ich habe mich köstlich amüsiert. :)
    Freue mich schon auf den nächsten Reisebericht... ;)

  • @Joean hach war das schön, ich habe manches Tränchen weggewischt ,aber vor Lachen.
    Ich habe es wirklich genossen, dein Schreibstil ist einmalig, Fotos und Erklärungen wunderbar.
    Werde mir noch andere Reiseberichte durchlesen.

    Lieben Gruß Heidi :love:
     Sparstrumpf aufhängen. :!::!:

  • @Joean
    ..es war mal wieder ein Genuß deinen Bericht zu lesen!! :thumbsup:
    Danke für die vielen Lacher die ich gerade erleben durfte!!

    Deine Bilder von den Cruise Days haben mich echt beeindruckt... 8o und die "Gespächsfetzen" eurer Mitreisenden waren ziemlich kurzweilig..

    LG Kaddy

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    Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag!

  • Hallo @joaen
    Herzlichen Dank für deinen wieder einmal tollen, humorvollen Reisebericht... ich freue mich immer sehr, dabei zu sein.
    Und deine Fotos... echt klasse.
    LG Regina

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