Willst du damit sagen das du in deinem Bericht deine eigene Meinung zum Produkt kundtun wirst?
Lies mal den letzten Bericht, ich hab Tränen gelacht, ehrlicher und schonungsloser kann man nicht berichten.
Joean freu mich auf deinen neuen Bericht ![]()
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Da ich auf alle Fälle zu Deinem Fanclub gehöre, bin ich selbstredend wieder dabei. Herrlich die Einleitung und Betrachtung der Welt auf Deine unvergleichbare fantasievolle Weise.
Liebe Joean , bin gerade auf Deinen Bericht gestoßen und sehr neugierig darauf! Ich bin eigentlich nur in diesem Forum unterwegs, von dem her kenne ich die Berichte diverser Blogger, Schiffstester etc. nicht und freue mich auf Deine indiviuellen Erlebnisse!
Danke dass Du uns auf unterhaltsame Art mitreisen lässt! Das Container-Tetris in Hamburg hört sích sehr spannend an - ob ich mich an diesen Tipp noch erinnern kann, wenn wir irgendwann vielleicht mal wieder in den hohen Norden kommen?
Gespannte Grüße
Joni
Kommen wir nun aber mal langsam zu unseren Erlebnissen auf Expeditionsfahrt:
Nach der Seenotrettungsübung sticht MS Quest dann schon um 17:00 Uhr in See. Bei Willkomm Höft werden wir ausnahmsweise - obwohl seegehend - mit der Nationalhymne der Färöer Inseln verabschiedet, der Flagge unter der MS Quest unterwegs ist.
Und um 19:00 Uhr gibt's für alle erst mal Abendessen im Restaurant.
Auswählen kann man jeweils eine Suppe, zwei verschiedene Salate, drei Hauptgerichte, Dessert und Käse- oder Obstteller bzw. Eis. Das Essen insgesamt war gut, schmackhaft und abwechslungsreich. Wer zum Lunch oder Dinner allerdings "einen Hauch von irgendwas auf einem Schaum von Gedöns" erwartet, ist hier fehl am Platz. Haute Cuisine wird hier nicht geboten.
Um 20:30 Uhr treffen sich alle Mitreisenden in der Panorama-Lounge. Hier stellt sich nun das Expeditionsteam vor. Das Wattenmeer und seine Besonderheiten werden uns in den nächsten drei Tagen von Christian (Expeditionsleiter), Mandy und Martin nähergebracht.
Auf unserer Reise sind nur 17 Passagiere an Bord. Damit zählt diese Reise zu den weniger gut gebuchten dieser kurzen Saison. Uns soll es recht sein.
Auffällig ist, dass auch bei uns die Betreiberin eines Online-Reisebüros an Bord ist. Sie hat ständig ihr Handy im Anschlag, filmt alles was bei drei nicht auf den Bäumen ist und sie lacht zu laut über jeden vermeintlichen Scherz des Expeditionsleiters. Ich werde ihr im Laufe der Reise den Namen Miss WaterProof, oder kurz: Miss WP geben.
Gleich nach der Vorstellung spielen wir: "Zeigt her eure Füßchen, zeigt her eure ..." für Kreuzfahrer - Schuhgrößen werden notiert und die Gummistiefel werden verteilt.
Chris erklärt noch einmal allen den geplanten Ablauf der Reise, betont aber gleichzeitig auch, dass kurzfristige Änderungen im Ablauf durchaus vorkommen können. Fast stündlich wird von der nautischen Crew die Wettersituation neu bewertet und ggf. die Fahrtroute angepasst. Alles kann, nichts ist sicher - so könnte man das Motto hier zusammenfassen.
Umso mehr als dass unser Wetter aktuell von Tiefdruckgebiet Natascha bestimmt wird. Leider sei auch keine Besserung in den nächsten Tagen in Sicht. Tief Ottilie folge Natascha auf dem Fuße.
Vor diesem Hintergrund bekommt der danach folgende Punkt ordentlich Bedeutung. Eindringlich wird erklärt, wie bei diesem Wetter das Besteigen der Zodiacs vor sich zu gehen hat und wie man sich auf den Schlauchbooten zu verhalten hat.
Friesennerze lägen bereit und jeder, der will, kann sich mit einem ausrüsten.
"Wir hatten auf den letzten Reisen immer viel Spaß bei den Zodiac-Fahrten. Da kann es schon mal nass werden. Und glaubt mir: Bis jetzt haben wir noch jeden nass gekriegt!"
Im Moment befinden wir uns mit einer Geschwindigkeit von 15 Knoten ja noch auf der Elbe, in der deutschen Bucht wird dann die Geschwindigkeit auf 9 Knoten verringert. Allerdings beträgt dort die Windstärke dann 6 Beaufort mit Wellenhöhen von 1,40 Meter bis 1,60 Meter. Das mag sich jetzt nicht nach viel anhören, aber unsere Jolle ist ungefähr 240 Meter kürzer als eine Mein Schiff und Stabilisatoren hat sie auch nicht.
Von daher bietet Chris den Gästen Postafen an - eine Tablette, die es in Norwegen wohl rezeptfrei gibt und die sowohl gut verträglich als auch wirkungsvoll sei.
"Aber bitte - nehmt unbedingt nur eine. Ab zwei fängt man an, zu halluzinieren."
"Iss nich wahr, oder?"
"Doch. Wir hatten hier mal einen, der war Feuerwehrmann. Ein großer stämmiger Kerl. Der hat zwei genommen. Und ist anschließend über das ganze Schiff und hat ständig überall Feuer gesehen. Der war echt anstrengend. Sowas brauch ich nicht nochmal."
Wir nehmen das zur Kenntnis und Chris wird ganze 3 Tabletten los.
Das morgige Programm für Helgoland wird durchgesprochen. Vormittags werden wir auf der Hauptinsel sein, um uns dann gegen Mittag, um den Tagestouristen zu entgehen, auf die Düne zu begeben.
Dabei werden wir 17 Hanseln noch mal in 2 Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe wird mit Damaris vom Verein Jordsand Oberland und Düne erkunden, die andere Gruppe wird mit Martin, dem Diplom-Biologen und Ornithologen und in dieser Funktion, Mitglied unseres Expeditionsteams, unterwegs sein. Damaris eilt der Ruf voraus, ziemlich zügig unterwegs zu sein. Daher entscheiden wir uns für Martins Gruppe. Meine Intension dabei: Wenn wir nicht so schnell laufen, hab ich mehr Zeit für Fotos.
So ab 21:30 Uhr gibt es dann von Martin noch einen einführenden Vortrag über die Vogelwelt Helgolands.
Martin ist ein Gewissenhafter und macht uns zu Beginn erst mal mit der Gliederung seines Vortrags bekannt.
1. Hauptinsel
1.1. Brutvögel
1.1.1. Lumenfelsen
...
An dieser Stelle mache ich für mich im Geiste eine neue Liste auf:
1. Nachtruhe
1.1. Wann werde ich wohl heute ins Bett kommen?
2. Ausflug
2.1. War die Entscheidung für Martins Gruppe wirklich so eine gute Idee?
Zu Martins Ehrenrettung muss man dann aber sagen, dass sein Vortrag wirklich sehr interessant war. z.B. werde ich nie mehr vergessen, wie die Flagge Helgolands aussieht.
Grün, rot weiß - "Grün ist das Land, Rot ist die Kante, weiß ist der Sand."
Oder auch: „Wozu sind Touristen auf Helgoland gut? Ausbooten, Ausbeuten, Einbooten.“
"Weiß einer, warum Helgoland verwaltungstechnisch zu Pinneberg gehört? Nein? Ganz einfach: Sonst wollte es keiner."
Gegen 23:00 Uhr wanken wir dann ins Bett. Das schaukelt aber ganz ordentlich. Mal sehen, wie die Nacht wird.
Toller Einstieg.
Bitte mehr davon ![]()
Uiuiuiui
, dann halte ich mich mal provilaktisch fest und bin gewappnet auf den Ausflug.
Vielen Dank für's Mitnehmen
Herrlich Joean - einfach nur herrlich ![]()
Herrlich Joean einfach nur herrlich dein Schreibstil![]()
04.09.20 Helgoland
Achtung! Aufgrund der Anzahl der Bilder besteht "Helgoland" bei mir aus vier Teilen!
Um 02:36 Uhr sind wir dann beide wach. Wir sind auf der "Nordposition" vor Helgoland angekommen. MS Quest wirft hier gerade Anker und wird den Rest der Nacht im Schutz der Insel verbringen. Trotz der geschützten Position rollt das Schiff ziemlich. Ich gebe mich diesem Rollen hin und versuche, auf die Geräusche der Kabine zu hören. Dabei habe ich allerdings Pech. Trotz der ordentlichen Schiffsbewegung knarrt nichts, schlägt nichts und alle Schranktüren bleiben (natürlich) zu. Dieses Schiff ist ganz offensichtlich für Seegang gebaut - und schlägt damit mühelos seinen 5*-Vorgänger aus dem letzten Jahr.
Morgens um 06:30 Uhr befinden wir uns noch auf der Nordposition und können die roten Klippen bei Sonnenaufgang ablichten.
Kurz danach wird der Anker gelichtet und das Schiff fährt auf eine weiter südlich gelegene Position zwischen Hauptinsel und Düne. Von hier aus ist auch der Anleger für die Zodiacs besser erreichbar.
Miss WP hat sich auch ihr Frühstück verdient, denn sie war schon fleißig am Arbeiten. Beim ersten Kaffee schnell noch mal kontrollieren, ob die nächste hippe Videobotschaft auch wirklich hochgeladen wurde.
"Hallihallohallöle, hier ist eure ... Ich wünsche euch allen einen wunderschönen tollen guten Morgen von Helgoland. Hier mit dem wunderschönen Blick. So bin ich heute Morgen aufgewacht. In meiner großartigen Kabine. Ich hab geschlafen wie ein Baby und heute Morgen hatte ich dann gleich die lange Anna.“
‚Komisch. Ich hatte heute Morgen nur zerstrubeltes Haar. Wie ist das, wenn man eine lange Anna hat? Tut das weh?
Lieber Gott, bitte gib, dass ich nicht irgendwann das Gleiche kriege wie sie!
Während wir noch beim Frühstück sitzen, werden schon mal die Zodiacs klargemacht.
Wir legen dann an einem extra für uns abgesperrten Bereich der Landungsstege an (ein besseres Bild hab ich leider nicht gefunden).
Gemütlich geht es dann wahlweise mit Fahrstuhl oder Treppe aufs Oberland. Es ist erst 09:00 Uhr. Tagestouristen findet man jetzt hier noch nicht. Hier herrscht (noch) die Ruhe vor dem (An-)Sturm.
Dann geht es weiter Richtung Vogelfelsen und Lange Anna.
Auf unserem Weg kommen wir auch an er Vogelwarte und der Vogelberingerhütte Helgolands vorbei. Martin ist hier sowas wie zu Hause und erzählt uns jede Menge Interessantes über die Beringungen der Zugvögel, die hier vor allem im Frühjahr und im Herbst stattfinden.
Darüber hinaus bereitet er uns noch darauf vor, dass in diesem Jahr durch die ausbleibenden Touristen im Frühjahr alle Brutvögel ihre Reviere etwas „ausgedehnt“ haben. Die Basstölpel, die Anfang September die einzig hier verbliebenen Brutvögel mit Nachwuchs sind, haben in diesem Jahr direkt neben den abgesperrten Wegen gebrütet. Wir sollen uns nicht erschrecken, sollte so ein Tölpel direkt neben uns landen.
Ende Teil 1
Erst mal der berühmte rote Felsen:
Martin hat (natürlich) Recht. Bis direkt bis an die Absperrungen wimmelt es hier von Vögeln. Und ich muss euch nun leider mit ganz vielen Fotos quälen:
Ende Teil 2
Basstölpel haben in Deutschland nur auf Helgoland eine Brutkolonie. Hier können sie sich einfach von den Felsen fallen lassen und dann mit den Aufwinden in die Luft steigen. Dank Martin weiß ich nun, dass diese Vögel eine Spannweite von bis zu 1,90 Meter haben und Fluggeschwindigkeiten bis zu 65 km/h erreichen können. Basstölpelpaare bleiben ihr Leben lang zusammen und legen meist nur ein einziges Ei. Das Küken wird bis zu 100 Tage lang gefüttert, wird dabei dick und rund und lässt sich schließlich einfach vom Felsen plumpsen, speckt im Wasser ab und kann erst dann wirklich fliegen.
Ein großes Problem ist es auch hier, dass die Vögel jede Menge Müll für den Nestbau verwenden.
So um kurz nach 11:00 Uhr machen wir uns dann langsam wieder auf den Weg zu den Landungsstegen. Als wir dort eintreffen, hat die Crew der MS Quest dort für uns schon ein zünftiges Mittagessen vorbereitet. Leider hab ich mich erst auf das Essen gestürzt und dann die Bilder gemacht. Nur deshalb sehen die Tische etwas leer aus. Aber auch am Nachtisch wurde nicht gespart.
Rüber auf die Düne sind wir dann mit einem der „richtigen“ Börteboote (reserviert für unsere Gruppe) gefahren. Wir wandern im großen Bogen über diese Insel und kommen an den beiden Teichen (Golfteich – und wie war der Name des zweiten nochmal?) vorbei.
Die Bungalows, die man auf der Düne seit einiger Zeit mieten kann, finde ich ganz nett. Vielleicht wirklich mal etwas für ein verlängertes Wochenende?
Dann aber kommen wir langsam zu meinem persönlichen Highlight. Leider muss ich euch nun mit noch mehr Tierfotos quälen.
Ende Teil 3
Mit einem kurzen Besuch auf dem Friedhof der Namenlosen geht es dann wieder mit dem Börteboot rüber zur Hauptinsel und von dort nach insgesamt 18.437 Schritten mit den Zodiacs zurück zum Schiff.
Abends gibt es dann in der Panaroma-Lounge noch von Mandy einen Vortrag über das Weltnaturerbe „Wattenmeer“, dass wir morgen auf Sylt erwandern werden.
Vorher aber habe ich mal wieder einen ganz großen Joean-Moment. Es wird nämlich gefragt, wer für morgen „bleachies“ braucht.
'Häh? Watt soll datt?'
Dem Wattenmeer sollte es doch völlig wurscht sein, ob ich da mit strahlend weißen – also gebleachten - Zähnen durchlaufe oder nicht.
Auch einige andere Mitreisende gucken etwas irritiert. Erst als dann deutsch gesprochen wird, stellt sich heraus, dass ja eigentlich „beachies“ gemeint waren, also so eine Art Strandsocke, die bei einer Wattwanderung verhindert, dass man sich an scharfen Muscheln die Füße aufschneidet.
Da sieht man mal wieder, dass ein einziger Buchstabe die Welt vom Kopf auf die Füße stellen kann.
Ende Teil 4 (Helgoland)
Bitte quäl uns weiter. Bei den herrlichen Tierbildern
ertrage ich das gerne ![]()
LG Susanne
ach Joean , solche „Qualen“ ertragen wir doch gern.![]()
Liebe Grüsse, Marion
wunderschöne Bilder von Helgoland. Danke für das "Erinnerungen wachrufen" an einen Tagesausflug dorthin vor 3 Jahren. Helgoland ist schon etwas ganz spezielles und die Basstölpel sind beeindruckende Tiere.
Wir konnten damals aus Zeitgründen nur die Hauptinsel besuchen, wenn ich die Bilder der Robben sehe, kann ich sie fast auch riechen
.
Bin gespannt auf Eure Erlebnisse auf Sylt.
Gruß Joni
ich habe mich auch noch dazugemogelt und reise mit. Ich habe beim Lesen schon einige Male laut gelacht und bin begeistert von deinem Schreibstil und den tollen Fotos.
LG Karin
Einfach ganz toll!
Habe zwar die Abfahrt verpasst - komme jedoch auch noch schnell mit!
Die Tierfotos sind einfach ![]()
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LG,
Takis
Ich bin auch dabei... freu mich sehr