Sonntag, 3. März 2019: Anreise
Wir wollten um 6.20 Uhr von Tegel nach Gran Canaria fliegen. Also fuhren wir morgens um 2 von daheim los, gaben das Auto auf einem Parkplatz im Umfeld ab und wurden per Shuttle zum Terminal gefahren.
Kurz nach 4 Uhr konnten wir auch tatsächlich das Gepäck abgeben, erfuhren aber sofort, dass der Flieger wahrscheinlich zwei Stunden Verspätung haben wird, weil es technische Probleme gegeben habe und erst ein neues Flugzeug von Hannover hergeschafft werden müsse.
Wir wappneten uns also mit Geduld – es dauerte auch noch ein Weilchen, bis die Sicherheitskontrollen besetzt wurden und als wir auch da durch waren, mussten wir uns zunächst mit Getränkeautomaten behelfen, denn die Cafés hatten alle noch geschlossen, nur die Läden im DutyFree boten schon allerlei Schnickschnack an.
Doch etwa 8.20 Uhr ist es endlich soweit, wir heben ab, das Tuifly-Ersatzflugzeug ist sogar besonders hübsch, nicht im üblichen TUI-Blau, sondern zur Abwechslung einmal sonnengelb lackiert.
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Wir haben unsere Plätze dort, wo man ein wenig mehr Beinfreiheit hat, denn eine Sitzreihe ist ausgebaut, weswegen die Nummerierung auch nicht mehr ganz stimmt. Alle Leute mit TUI-Anreise-Paket bekommen unterwegs ein durchaus schmackhaftes Käsebaguette sowie je ein Heiß- und ein Kaltgetränk nach Wahl. Die Stewardess gibt aus Versehen auch eines an den Mann auf dem Gangplatz neben uns und muss das dann allen Ernstes wieder einkassieren.
Doch sonst klappt nun alles und gegen 13 Uhr Ortszeit sind wir auf unserem Schiff, der neuen Mein Schiff 1. Der Online-Checkin geht dabei genauso fix wie derjenige ohne.
Im Hafen sind gerade die Aida Nova und die Stella, doch wir haben fast nur Augen für unser Schmuckstück, die neue Mein Schiff 1. Vor uns liegen zwei Wochen Urlaub, unsere 4. Kreuzfahrt, eigentlich auch gleich noch die fünfte, denn zuerst hatten wir nur eine Woche gebucht und erst später verlängert. TUI-Cruises gönnt uns denn auch 2x auf dieser Reise die Mehrfachfahrer-Gutscheine für Pralinen und Champagner.
Der Himmel ist leicht schleierig, aber die Sonne kommt später heraus und es sind trotz Wind knappe 20 Grad, sehr angenehm im Vergleich mit den niederen Temperaturen zuhause.
Unser erster Weg führt uns ins „Anckelmanns“, wo sich gerade alte und neue Gäste die Klinke in die Hand geben, auch wir essen eine Kleinigkeit und sehen uns sodann die Außenalsterbar an. Die ist an sich nicht schlechter als auf den Vorgängerschiffen, die Unterteilung in einzelne Bereiche gefällt uns sogar recht gut - nur die Joggingstrecke verschandelt wirklich den Ausblick, auch zieht es nun zusätzlich noch von einer Seite mehr, denn die Bar ist nach backbord gerückt und bíetet dadurch steuerbord weniger Windschutz. Die neue Hohe-Luft-Bar hilft gegen all das nicht wirklich – die schöne Rundumsicht, die wir so mochten, ist dahin.
Anders als vorausgesagt, bekommen wir keine SMS, dass unsere Kabine fertig sei. Wir gucken gegen 14 Uhr also einfach mal selbst nach. Und trara: alles perfekt, auch unsere großen Koffer sind schon da, die kleine Reisetasche aus dem Handgepäck, die wir am Bus einfach mit aufgegeben hatten, wird etwas später gebracht. Auch bringen mir unsere beiden Kabinen-Stewards noch am selben Abend einen passenden Bademantel und ein zusätzliches Kissen.
Diese beiden sind wahre Perlen, immer freundlich und augenscheinlich gut drauf, fast jeden Tag erfreuen sie uns mit den phantasievollsten Bettdeckentieren. Wir haben eine wunderbare Balkonkabine, steuerbord auf Deck 9 , zwischen Treppenhaus B und dem Heck gelegen, im Allgemeinen sehr ruhig, nur unsere Nachbarn sind an den ersten Tagen ein wenig vernehmbar, wenn sie auf dem Balkon sind, ihre Kinder sind in der Innenkabine gegenüber, so dass da zuweilen etwas Trubel ist.
Um 21.15 Uhr soll die Seenotrettungsübung sein. Unsere Musterstation ist diesmal die Schaubar. Wir gehen schon 20.45 Uhr dorthin, bekommen dadurch einen guten Sitzplatz und sogar noch ein Bier, so dass wir die Übung selbst besonders komfortabel absolvieren können. Wie immer wird ein Film gezeigt, der auch im Kabinen-TV permanent angesehen werden kann, Besatzungsmitglieder führen das Anlegen der Rettungsweste vor und an beiden Seiten tauchen Beauftragte auf, die Schilder mit den Rettungsboot-Nummern hochhalten. Vor allem aber wird die Vollständigkeit der Anwesenden kontrolliert (und natürlich fehlen wieder ein paar Namen oder Leute). Bei TUI hat man in den Kabinen keine Rettungswesten mehr, man möchte vermeiden, dass erst alles unnützerweise zu den Kabinen stürmt, im Notfall soll unverzüglich über die Treppenhäuser die jeweilige Musterstation aufgesucht werden. Dort und auf den Rettungsbooten selbst befinden sich genügend Westen für alle. Nachdem alles geklärt ist, beendet der Kapitän die Übung.
Das für 22 Uhr vorgesehene Auslaufen verschiebt sich, denn noch immer sind nicht alle Passagiere da. Wir beobachten ca. 23 Uhr von unserem Balkon aus, wie noch zwei Busse eintreffen. Die letzten Gäste werden sofort von zahlreichen Besatzungsmitgliedern in Empfang genommen und es scheint, auch das Gepäck macht nicht den Umweg über die Crewtreppenhäuser, sondern wird sofort gebracht.
Kaum sind alle herein, wird abgelegt. Da ich schon bei der Übung fast im Sitzen eingeschlafen bin, verfolge ich das Ganze nurmehr akustisch, liege im Bett und freue mich auf den ersten Seetag.![]()
Mein Mann aber stand noch lange auf dem Balkon und betrachtete die entschwindenden Lichter von Las Palmas.
