RB Neue Mein Schiff 1 vom 3.-17. März 19 Gran Canaria – Agadir – Madeira

  • Sonntag, 3. März 2019: Anreise

    Wir wollten um 6.20 Uhr von Tegel nach Gran Canaria fliegen. Also fuhren wir morgens um 2 von daheim los, gaben das Auto auf einem Parkplatz im Umfeld ab und wurden per Shuttle zum Terminal gefahren.

    Kurz nach 4 Uhr konnten wir auch tatsächlich das Gepäck abgeben, erfuhren aber sofort, dass der Flieger wahrscheinlich zwei Stunden Verspätung haben wird, weil es technische Probleme gegeben habe und erst ein neues Flugzeug von Hannover hergeschafft werden müsse. :( Wir wappneten uns also mit Geduld – es dauerte auch noch ein Weilchen, bis die Sicherheitskontrollen besetzt wurden und als wir auch da durch waren, mussten wir uns zunächst mit Getränkeautomaten behelfen, denn die Cafés hatten alle noch geschlossen, nur die Läden im DutyFree boten schon allerlei Schnickschnack an.

    Doch etwa 8.20 Uhr ist es endlich soweit, wir heben ab, das Tuifly-Ersatzflugzeug ist sogar besonders hübsch, nicht im üblichen TUI-Blau, sondern zur Abwechslung einmal sonnengelb lackiert. :)

    Wir haben unsere Plätze dort, wo man ein wenig mehr Beinfreiheit hat, denn eine Sitzreihe ist ausgebaut, weswegen die Nummerierung auch nicht mehr ganz stimmt. Alle Leute mit TUI-Anreise-Paket bekommen unterwegs ein durchaus schmackhaftes Käsebaguette sowie je ein Heiß- und ein Kaltgetränk nach Wahl. Die Stewardess gibt aus Versehen auch eines an den Mann auf dem Gangplatz neben uns und muss das dann allen Ernstes wieder einkassieren.

    Doch sonst klappt nun alles und gegen 13 Uhr Ortszeit sind wir auf unserem Schiff, der neuen Mein Schiff 1. Der Online-Checkin geht dabei genauso fix wie derjenige ohne.

    Im Hafen sind gerade die Aida Nova und die Stella, doch wir haben fast nur Augen für unser Schmuckstück, die neue Mein Schiff 1. Vor uns liegen zwei Wochen Urlaub, unsere 4. Kreuzfahrt, eigentlich auch gleich noch die fünfte, denn zuerst hatten wir nur eine Woche gebucht und erst später verlängert. TUI-Cruises gönnt uns denn auch 2x auf dieser Reise die Mehrfachfahrer-Gutscheine für Pralinen und Champagner.

    Der Himmel ist leicht schleierig, aber die Sonne kommt später heraus und es sind trotz Wind knappe 20 Grad, sehr angenehm im Vergleich mit den niederen Temperaturen zuhause.

    Unser erster Weg führt uns ins „Anckelmanns“, wo sich gerade alte und neue Gäste die Klinke in die Hand geben, auch wir essen eine Kleinigkeit und sehen uns sodann die Außenalsterbar an. Die ist an sich nicht schlechter als auf den Vorgängerschiffen, die Unterteilung in einzelne Bereiche gefällt uns sogar recht gut - nur die Joggingstrecke verschandelt wirklich den Ausblick, auch zieht es nun zusätzlich noch von einer Seite mehr, denn die Bar ist nach backbord gerückt und bíetet dadurch steuerbord weniger Windschutz. Die neue Hohe-Luft-Bar hilft gegen all das nicht wirklich – die schöne Rundumsicht, die wir so mochten, ist dahin.

    Anders als vorausgesagt, bekommen wir keine SMS, dass unsere Kabine fertig sei. Wir gucken gegen 14 Uhr also einfach mal selbst nach. Und trara: alles perfekt, auch unsere großen Koffer sind schon da, die kleine Reisetasche aus dem Handgepäck, die wir am Bus einfach mit aufgegeben hatten, wird etwas später gebracht. Auch bringen mir unsere beiden Kabinen-Stewards noch am selben Abend einen passenden Bademantel und ein zusätzliches Kissen.

    Diese beiden sind wahre Perlen, immer freundlich und augenscheinlich gut drauf, fast jeden Tag erfreuen sie uns mit den phantasievollsten Bettdeckentieren. Wir haben eine wunderbare Balkonkabine, steuerbord auf Deck 9 , zwischen Treppenhaus B und dem Heck gelegen, im Allgemeinen sehr ruhig, nur unsere Nachbarn sind an den ersten Tagen ein wenig vernehmbar, wenn sie auf dem Balkon sind, ihre Kinder sind in der Innenkabine gegenüber, so dass da zuweilen etwas Trubel ist.

    Um 21.15 Uhr soll die Seenotrettungsübung sein. Unsere Musterstation ist diesmal die Schaubar. Wir gehen schon 20.45 Uhr dorthin, bekommen dadurch einen guten Sitzplatz und sogar noch ein Bier, so dass wir die Übung selbst besonders komfortabel absolvieren können. Wie immer wird ein Film gezeigt, der auch im Kabinen-TV permanent angesehen werden kann, Besatzungsmitglieder führen das Anlegen der Rettungsweste vor und an beiden Seiten tauchen Beauftragte auf, die Schilder mit den Rettungsboot-Nummern hochhalten. Vor allem aber wird die Vollständigkeit der Anwesenden kontrolliert (und natürlich fehlen wieder ein paar Namen oder Leute). Bei TUI hat man in den Kabinen keine Rettungswesten mehr, man möchte vermeiden, dass erst alles unnützerweise zu den Kabinen stürmt, im Notfall soll unverzüglich über die Treppenhäuser die jeweilige Musterstation aufgesucht werden. Dort und auf den Rettungsbooten selbst befinden sich genügend Westen für alle. Nachdem alles geklärt ist, beendet der Kapitän die Übung.

    Das für 22 Uhr vorgesehene Auslaufen verschiebt sich, denn noch immer sind nicht alle Passagiere da. Wir beobachten ca. 23 Uhr von unserem Balkon aus, wie noch zwei Busse eintreffen. Die letzten Gäste werden sofort von zahlreichen Besatzungsmitgliedern in Empfang genommen und es scheint, auch das Gepäck macht nicht den Umweg über die Crewtreppenhäuser, sondern wird sofort gebracht.

    Kaum sind alle herein, wird abgelegt. Da ich schon bei der Übung fast im Sitzen eingeschlafen bin, verfolge ich das Ganze nurmehr akustisch, liege im Bett und freue mich auf den ersten Seetag.:sleeping:

    Mein Mann aber stand noch lange auf dem Balkon und betrachtete die entschwindenden Lichter von Las Palmas.

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Montag, 4. März 2019: 1. Seetag

    Wir frühstückten im zunächst schwach besuchten „Esszimmer“, was 6,50 € pro Person kostet, worin allerdings der frischgepresste O-Saft zu den sonst üblichen 2,90 € schon enthalten ist, so dass es sich allenfalls um einen symbolischen Preis handeln kann, mit dem man wohl die Besucherströme ein wenig zu regulieren versucht.

    Im Diamanten, wo auch das „Esszimmer“ untergebracht ist, ist es sehr ruhig und man hat einen phantastischen Heckblick.

    Mindestens vier Kellner wuseln um uns herum, bieten Brot an, nehmen Bestellungen auf, bringen Kaffee. Nicht alles klappt schon optimal, erst kommt z.B. der Ober mit dem allgemeinen Brotangebot, etwas später dann ein anderer mit Artisan-Brot. Ich bestelle mir Egg Benedict, weil ich das noch nie gegessen habe und einige im Pooldeck24-Forum so davon schwärmen. Es schmeckt auch tatsächlich gut, doch werde ich beim nächsten Besuch dahier lieber mal das Rührei mit Trüffel probieren.

    Den Tag über laufen wir auf dem ganzen Schiff umher und erkunden alles Neue, am Nachmittag besuchen wir den ersten Lektorvortrag zu Agadir. Das Wetter beschert uns heute höchsten 18 Grad und es ist recht windig. Abends ist es uns zu kalt zum Draußensitzen.

    Wir gehen 20.15 Uhr in die Schaubühne. Dort läuft „Dick und Doof – Der Klaviertransport“. Ich habe schon sehr lange keine Filme mit den beiden mehr gesehen. Das Ganze wird am Flügel musikalisch unterlegt und vor allem sprechen mehrere Schauspieler vom Ensemble sämtliche vorkommenden Rollen. Das ist urkomisch und alle amüsieren sich königlich. Stan Laurel und Oliver Hardy sind aber ohnedies begnadete Komiker, es macht viel Spaß zuzusehen, wie Erwartungen beim Publikum aufgebaut und düpiert werden. Nach der Vorstellung gehen wir noch ein Stündchen in die Schaubar, wo eine Life-Band spielt.

  • deren ersten Teil wir ja auch im Januar gemacht haben

    wir haben den zweiten Teil gemacht und hatten das Schiff an Dorothea (hoffentlich in ordnungsgemäßem Zustand ;) ) übergeben. Also schau ich mir mal die gesamte Reise an.

  • Ich darf am Sonntag auf die 1, daher verfolge ich mit Vorfreude deinen tollen Bericht!

    Danke dafür und viele Grüße

    Dani

    Reiseberichte:
    Dubai mit der MS5

    Karibik ab La Romana mit TUI MS5

    New York und Karibik 2015 mit AIDA Luna

    Karibik mit AIDA 2014

  • Liebe Dorothea , da steige ich doch auch gleich mit auf ... Kreuzfahrten um diese Zeit stehen bei uns im Moment nicht auf dem Plan, weil wir auch begeisterte Skifahrer sind und dann lieber noch Skiurlaub machen. Wenn ich aber die Berichte lese, die hier so nach und nach einflattern, wird der Wunsch nach einer Frühlingskreuzfahrt immer größer ....

    Danke, dass Du Dir die Mühe machst, einen Bericht zu schreiben und uns alle virtuell mitnimmst ....

    Gruß

    Joni

    Leider schon vorbei:

    MSC Armonia Östliches Mittelmeer 06/2011
    Costa Pacifica Metropolen der Ostsee 08/2013
    Mein Schiff 1 alt Hamburg trifft Mallorca 09/2015
    Mein Schiff 3 Südnorwegen mit Kopenhagen 08/2017

    Mein Schiff 1 Hamburg nach New York 08-09/2022

    Mein Schiff 7 Kanaren mit Madeira 12/2024 - 01/2025

    MSC Preciosa Norwegen mit Nordkap 06/2025

    Traumreise ohne Schiff:

    Mit dem Wohnmobil durch den Westen Kanadas 08/2018

  • Dorothea Da bin ich auch direkt mit dabei und bin gespannt was ihr alles so erlebt.

    LG Denise

    Kreuzfahrten
    RB AIDAdiva von New York in die Dom. Rep. 28.10.-11.11.17 - RB New York mit Kanada 11.-21.09.18 MS6 -

    RB AIDAluna Karibik & Mittelamerika 09.-23.11.2019

    AIDAprima Orient ab Dubai Jan. 2020 - Mein Schiff 1 Kanaren mit Lanzarote Mrz. 2021 - Mein Schiff 3 Kanaren/Madeira Nov. 2021 -

    Mein Schiff 4 Kanaren mit Lanzarote & Agadir Jan. 2023 - Mein Schiff 4 Karibische Inseln II Nov. 2023 - Mein Schiff 6 Adria mit Dubrovnik

    Sep. 2024 (Anreise Auto) - Mein Schiff 7 Kanaren mit Marokko Jan. 2025 - Mein Schiff 4 Italiens Sonnenseiten ab Savona Mai 2025

    (Anreise Auto) - Mein Schiff 6 Faszination Südostasien ab/bis Singapur Feb. 2026 - Mein Schiff 4 Adria ab Triest Jun. 2026 (Anreise Auto)

    DEMNÄCHST 8)

    AIDA Diva Florida & Bahamas ab New York 23.09.-05.10.2026 mit Vorübernachtung

    Mein Schiff 5 Südafrika mit Inselparadies 07.-21.12.2027

  • Bin sehr gerne dabei Dorothea , zumal meine Mutter und Schwester ab dem 10.3. auch für eine Woche mit an Bord waren. :):S

    LG Tina

  • Hallo Dorothea ich möchte auch mit;) Agadir kenne ich ja garnicht aber egal ;)lese so gerne Berichte ;)und wenn dann die Kanaren dabei sind auf jedenfall......bis jetzt macht es richtig Spaß euch zubegleiten:thumbup: ........träum die 1 letztes Jahr hmmmm....Kanaren......8)

  • Ich komme auch noch gerne mit,da wir diese Gegend im nächsten Jahr erkunden werden. Ist alles noch komplett neu für mich. Da bin ich froh um jeden Tipp ;)

    LG Susanne

  • Dorothea da bin ich auch gerne dabei:)

    LG Petra


    01/08 Pullmantur Holiday Dream - Aruba - Curacao - Isla Magarita - Grenada - St.Vincent - Barbados - Aruba

    01/10 Pullmantur Pacific Dream - Santo Domingo - St. Lucia - Martinique - Guadalupe - St. Marteen - Tortola - Santo Domingo

    01/11 Quail Cruises Gemini - Havanna - Cozumel - Gran Caimán - Isla Paraiso - Havanna

    11/16 Pullmantur Sovereign - Kurzreise Palma de Mallorca - Lissabon

    12/17 Mein Schiff 2 - Palma de Mallorca - Cádiz - Fuerteventura - Lanzarote - Agadir - Gibraltar - Barcelona - Palma de Mallorca

    12/18 Mein Schiff 2 - Palma de Mallorca - Cádiz - Lissabon - Gibraltar - Malaga - Valencia - Barcelona - Palma de Mallorca Reisebericht hier

    12/19 Mein Schiff <3 - Teneriffa - Terceira - Saó Miguel - Madeira - Gran Canaria - La Gomera - La Palma - Lanzarote - Fuerteventura - Teneriffa

  • Ich bin auch dabei und freue mich auf ein Revival unserer Reise von Januar, nur das wir mit der Route nach Madeira gestartet sind und erst in der 2. Woche Agadir besucht haben.

    Es ist interessant, was Andere auf der gleichen Reise erlebt haben und welche Eindrücke sie mitgenommen haben.

    Danke fürs Berichten :*

  • Dienstag, 5. März 2019: Agadir

    Der Tag beginnt sehr diesig, wie es in Agadir häufiger der Fall sein soll. Das Schiff hat im Industriehafen festgemacht, welcher etwas außerhalb der Stadt liegt und wenig ansprechend wirkt. Man sieht auf Kräne und Container und LKWs, die diese abholen. Geruchsbelästigung durch die Fischfabrik konnten wir nicht feststellen, doch ein Tanker gegenüber, der wohl gerade be- oder entladen wurde, verbreitete etwas Dieselgeruch. Man sieht außerdem, dass die dortigen Anlegemöglichkeiten für Kreuzfahrer erweitert werden sollen, ein Kai wird gerade verlängert.

    Auch in diesem Jahr überlegten wir, ob wir nicht doch Marrakesch ins Programm nehmen sollten. Im Jahr zuvor hatten wir das von TUI als dessen „Kleine Schwester“ beworbene Taroudant besucht und es hatte uns gefallen, nicht zuletzt, weil wir einen sehr guten Führer dabei hatten (In meinem RB von dunnemals auf der alten MS2 berichtete ich es auch ausführlich)

    Auch nach Taroudant waren es schon ungefähr anderthalb Stunden Busfahrt, nach Marrakesch hätte eine Tour mindestens dreieinhalb Stunden gedauert. Auf 7h Bus hatte ich einfach keine Lust und überredete meinen Mann, uns doch lieber erstmal Agadir selber anzusehen, von dem wir im Vorjahr nur wenig zu Gesicht bekommen hatten.

    Gesagt getan, für 8.45 Uhr buchten wir eine Panoramafahrt durch die Stadt. Die war genauso, wie man so etwas erwartet, nicht besser, nicht schlechter. Zuerst ging es zur Kasbah hoch über der Stadt. Das ist eine Festungsruine, die von der Altstadt nach dem großen Erdbeben 1961 übrig geblieben ist, alles andere wurde damals zerstört. Das wieder aufgebaute Agadir ist dadurch eine moderne Stadt geworden, wie es sie auch in Europa geben könnte.

    Von der Kasbah hat man, wenn es klar ist, einen Traumblick auf die Unterstadt und das Meer. Leider war es diesig. Von der Festung selbst bzw. deren Resten ist mir nicht viel in Erinnerung geblieben. Geschäftstüchtige Einheimische standen davor mit kleinen Souvenirständen, man konnte sich zudem gegen einen Obolus mit Kamelen fotografieren lassen oder diese reiten, auch Ponys waren vorhanden.

    Die nächste Station war eine Art neuer Altstadt, die Neue Medina, gebaut von einem italienischen Architekten, architektonisch durchaus nicht ohne Reiz, aber auch sehr künstlich. Innen befanden sich einige Geschäfte und kleine Werkstätten, dazu ein Restaurant und alles ist noch im Wachsen. Wir fanden hier einen jungen Mann, der kleine Skulpturen aus einem weißen Stein fertigte. Wir kauften ihm zwei ab als Souvenirs für die Kinder und uns.

    Der Bus brachte uns schließlich an den Strand, wo wir eine knappe Stunde Freizeit hatten. Hier ist uns etwas Putziges passiert, worüber wir heute noch lachen müssen. Wir schlenderten da so entlang, mein Mann hob einen Stein auf und auch ich interessierte mich für einen hellblauen Kieselstein. Nun wussten wir allerdings nicht, ob man als Tourist so etwas überhaupt mitnehmen darf, man hat da Geschichten gehört und ob die nun von Thailand oder von Marokko handelten… ;)

    Plötzlich jedenfalls war ein fliegender Händler da, der uns Steine, Mineralien offerierte und sie gleich aus einem Sack vor uns hinlegte: von außen unscheinbar, immer in zwei Hälften aufgebrochen und innen eine Art farbiges Kristall. Ich wusste nicht, was das ist, ob es so etwas überhaupt gibt oder ob es in Taiwan gefertigt wird. Ich wusste nur, dass ich das nicht wirklich wollte und nicht brauchte. Der Händler konnte nun kaum Englisch, wir kein Französisch oder Arabisch, und er holte immer neue Farbvarianten aus dem Sack hervor und nannte dann auch einen (unverschämten) Preis in Euro.

    Da fängt doch mein Mann an zu handeln, bietet einen etwas geringeren Preis (aber immer noch doppelt so viel, wie ich überhaupt gezahlt hätte!). Ich schließe daraus, er - wolle – solche – Steine – wohl haben. Der Händler zeigt noch mehr Varianten und ich betrachte insbesondere einen in Kobaltblau und in Smaragdgrün. Das verwundert nun wieder meinen Mann, der daraus schließt, ich –wolle – undzwar sogar zwei davon(!) und kurz und knapp mit dem Händler zum Abschluss kommt.

    Als der weg ist, stehen wir beide da mit den in Zeitungspapier eingewickelten großen Steinen und ich frage meinen Mann, wofür er die eigentlich haben wollte. Da guckt er mich erstaunt an und sagt, er hätte gedacht, ich wollte die haben und gleich zwei davon.

    Jetzt mussten wir lachen über unsere Dummheit und schmunzelten auch nicht wenig über den Händler, der heute wohl ein Supergeschäft gemacht hatte. Na, jetzt zieren die beiden Gesteinsgebilde mein Bücherregal im Arbeitszimmer. :)

    Gegen 13 Uhr sind wir zurück auf dem Schiff und nun endlich ist die Sonne da und bescheint etwas später sogar unseren Balkon.

    Wir haben für den frühen Abend noch etwas gebucht, eine Fantasiafahrt zu den Berbern mit Programm und Abendessen, von der ich irgendwo schon mal eine positive Beschreibung gelesen hatte.

    Um 16.45 Uhr geht es los. Die als Schauplatz angepriesene „Berberfestung“ ist zwar nur ein zugeschüttetes Freibad, aber wir werden empfangen von Trommeln und Musikern, bekommen im Verlauf ein wenig Akrobatik zu sehen und eine Feuershow (für die es leider noch zu hell ist, genau diese Art Feuerakrobatik hat unser Sohn vor Jahren auch mal praktiziert), Pferde reiten Scheinattacken, Büchsen knallen, kurz: da wird sich echt bemüht, uns Touris zu unterhalten. Anschließend geht es in ein großes Zelt, wo runde Tische für je 8 Leute eingedeckt sind, sogar Wein wird angeboten. Hier erhalten wir ein mehrgängiges marokkanisches Menü, das meinen Mann und mich ehrlich entzückt (der Führer vom Vormittag hatte behauptet die marokkanische Küche sei die viertbeste der Welt).

    Zuerst gibt es verschiedene Gemüse, teils als Salat, teils gegart, beides für europäische Gaumen ungewöhnlich gewürzt. Den nächsten Gang bilden eine Art Frühlingsrollen bzw. Teigtaschen: gefüllt mit Gemüse und Hühnchenfleisch (süß u.a. mit Zimt abgeschmeckt) und mit Kartoffelmasse (salzig im Kontrast dazu). Der Hauptgang ist ein Eintopf in einem großen Behältnis für alle serviert, bestehend aus Huhn, Kartoffeln, Blumenkohl, Möhren, Oliven u.v.m., wirklich sehr lecker. Zuletzt kommt noch Obst und schließlich Gebäck. Zwei Männer an unserem Tisch aßen fast nichts, der eine hatte eine Magenverstimmung (oder schob eine solche vor) – warum sie überhaupt mitgefahren waren, erschloss sich uns nicht. Zwischen den Gängen gab es zudem Musikeinlagen und auch eine Bauchtänzerin erschien.

    Wohl gesättigt und aufs Beste unterhalten sitzen wir nun da, da wird diskret ein kleines Körbchen für eventuelle Trinkgelder herbeigebracht. Wir legen 5 € hinein, denn es hat uns gefallen, doch niemand an unserem Tisch tut es uns nach, sie hatten alle angeblich oder tatsächlich gar kein Geld dabei. Auf mich wirkt das peinlich. Da mühen sich 20 Leute mehrere Stunden, nun ja – man hat den Ausflug bezahlt, aber selbst in Deutschland ist man nicht so knickerig.:rolleyes: (Ähnliches fiel mir auch bei allen Busausflügen auf, wo nur einige dem Busfahrer und dem oder der Reise-Führer(in) ein Geldstück zusteckten).

    Gegen 21 Uhr sind wir zurück auf dem Schiff und gehen noch bis Mitternacht in die Schaubar, denn morgen ist wieder Seetag.

  • Mittwoch, 6. März 2019, 2. Seetag

    Der zweite Seetag empfing uns mit vielversprechendem Wetter, die Sonne lugte hervor, mindestens 18 Grad sind angekündigt und im windgeschützten Bereich könnte es angenehm werden. Frühstücken wollten wir eigentlich unten im Atlantik, doch dort war es laut und kam uns wuseliger vor als das „Anckelmanns“ - ich glaube, es war das Lachsfrühstück, bin mir aber nicht mehr sicher. Wir fuhren dahin zurück und fanden hier tatsächlich wieder einen schönen Fensterplatz.

    Am Vormittag besuchten wir dann noch eine Vorstellung der Nordamerika-Routen von TUI-Cruises. Bei der Gelegenheit erfuhren wir, was schon hier im Forum umgegangen war, nämlich dass Südafrika im Winter 2020/21 wirklich kommt und dass man auch Südamerika schon auf dem Schirm habe, allerdings dies wohl erst, wenn die 7 und die 8 kämen, realisieren könne, also nicht vor 2022.

    Weil das Wetter später doch nicht so sehr nach draußen lockt, beteiligen wir uns am frühen Nachmittag zusammen mit ganz wenigen anderen Paxen an einem Kunstrundgang, zu dem die LUMAS-Galerie eingeladen hat. Später sind wir dankbar für diese Idee, denn wir werden aufmerksam gemacht auf die über 600 Kunstwerke, die es an Bord gibt. Plastiken sind darunter, aber vor allem ist es Fotokunst, oft verfremdet, am PC bearbeitet, teils sehr beeindruckend, teils auch zu kaufen. – LUMAS fertigt Kleinserien zwischen 75 und 150 signierten Exemplaren von solchen Kunstwerken, wodurch sie erheblich günstiger sind, als wenn man Originale in anderen Galerien kaufte.

    Wir verstehen nicht allzu viel von bildender Kunst, aber wir sind neugierig. Und wir überlegen, uns ein Diptychon zuzulegen, das uns besonders anspricht – da hätten wir die Nummer 139 (und bekämen es natürlich nach Hause geliefert, müssten es keinesfalls im Flieger selber mitnehmen).

    Als Folge des Kunstrundganges nehmen wir uns vor, den vielen Bildern auf den langen Fluren mehr Aufmerksamkeit zu widmen, sie sind z.B. keineswegs beliebig geordnet. Tatsächlich schaffen wir hierbei später allerdings nur unser eigenes Deck 9 und Teile von Deck 10. Aber wir sind ja im Juli wieder auf dem Schiff, da könnten wir weitermachen… ;)

    Punkt 17 Uhr beginnt ein Vortrag zum Vulkanismus von Lanzarote. Auch den besuchen wir, denn der Lektor spricht gut und wir haben die Vulkane alle schon in natura gesehen, was uns die Sache besonders interessant macht.

    Den Abend verbringen wir wieder in der Schaubühne, wo diesmal eine richtige Klamotte auf dem Spielplan steht „Money, money“ betitelt. Ich will nicht sagen, es sei nicht unterhaltsam gewesen, aber die Komik ist eine Holzhammer- und Schenkelklatschkomik und die schauspielerischen Leistungen mindestens einiger Darsteller (nicht aller!) passen dazu. :S