Hallo liebe Foris,
es gibt mich noch!
Lange habe ich nichts von mir hören lassen, aber irgendwann hat es mich dann doch wieder in den Fingern gejuckt...
Ein wichtiger Hinweis: Ihr befindet euch hier im Cartoon-Thread. Also: bitte nicht alles so ernst nehmen.
Ich wünsche Euch viel Spaß bei:
"Rotkäppchen und der Kreuzfahrtwolf" - ein Reisebericht der völlig anderen Art
Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit.
Da machten sich zwei auf in Richtung der großen Stadt Hamburg. Mit der AIDAprima wollten sie eine Woche unterwegs sein – der Resturlaub musste genommen werden und sie wollten (zumindest einmal) einem von diesen großen Pötten eine Chance geben.
Das Fazit dieser Woche ist mehr als mies – aus verschiedenen Gründen für die AIDA meist gar nichts kann.
Zu einen ging‘s schon mal damit los, dass wir Le Havre nicht anlaufen konnten, da die Franzosen ja noch für den gleitenden Übergang von der Midlife-Krisis ins Rentenalter generalstreikten.
In den zwei Tagen, die wir daraufhin im verregneten Southampton verbringen durften, fing ich mir einen Noro ein, der sich echt gewaschen hatte. Der Hafen Zeebrügge wurde aus anderen Gründen auf einen halben Tag zusammengestrichen – und an dem regnete es dann auch noch weiter aus Kübeln. Da ich eh noch etwas wacklig auf den Beinen war und erst mal wieder lernen musste meiner Peristaltik zu vertrauen, blieben wir auch da an Bord. Rotterdam war dann das Highlight dieser Reise. Das Wetter war schön, mir ging es besser und wir verbrachten einen sonnigen Tag am windigen Strand von Hoek van Holland.
Das schöne Wetter hielt auch am letzten Seetag an und offenbarte gnadenlos die Schwächen des Kahns: Platz. Genauer gesagt, teilt sich die zur Verfügung stehende Liegestuhlstellfläche mühsam bis gar nicht durch die Anzahl der sonnenhungrigen Passagiere.
Insgesamt also eine Woche über die ich im Leben keinen Reisebericht geschrieben hätte. Aber wie das bei mir so ist, es gärte… lange, in mir.
Und irgendwie bekam ich Lust, das eine und das andere so ein wenig – sagen wir mal: zu verquicken. Das eine war die Kreuzfahrt – und das andere?
Das andere ist – aus meiner Sicht – eine Berliner Institution in der Winterzeit: die Märchenhütten am Ufer der Spree gegenüber des Bode-Museums. Seit ungefähr 20 Jahren stehen sie da nun schon – die beiden Märchenhütten "Jakob Grimm" und „Wilhelm Grimm".
Und seit genau so langer Zeit gibt es immer wieder Ärger mit dem Bezirksamt Mitte. Mal ist es der Brandschutz, mal ein angeblich fehlender Notausgang, mal ein auslaufender Mietvertrag – irgendwas ist immer. Der Spruch „Totgesagte leben länger“ könnte von den Betreibern der Märchenhütten erfunden worden sein, ist er aber nicht.
Nachmittags werden hier also in der Winterzeit Märchen für Kinder gespielt – und abends für Erwachsene. In der Erwachsenenvariante wird sich nur noch grob ans Original gehalten. Vor einigen Jahren sahen wir z.B. eine Version in der der böse Wolf das Rotkäppchen auf gar keinen Fall fressen wollte – nein, er wollte es lieber vernaschen.
Im letzten Winter gab's dann eine völlig andere Variante. Aus dem kleinen Rotkäppchen war eine ca. 60jährige gestandene Rotkappe geworden, die dem schmächtigen Wolf ordentlich sagte, wo’s langging. Sehr sehr sehr lustig!
Und nun werdet ihr das Vergnügen haben, eine Geschichte zu lesen, die zwei Welten in sich vereint.
Welten, die sich im wahren Leben niemals begegnen werden und eine Geschichte, die sich so auch nie zugetragen hat...
Joean
