Reisebericht: MS Quest im Wattenmeer - Wo krieg ich trockne Hosen her?

  • MS Quest im Wattenmeer - Wo krieg ich trockne Hosen her?

    oder: Wenn Wege erst beim beim Gehen entstehen


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    Man kann es drehen und wenden wie man will: ob gewollt oder ungewollt verhilft mir die Corona-Situation zu einigen Erkenntnissen über mich selbst, denen ich einfach mal ins Auge zu sehen habe.


    Im März musste ja unsere Azoren-Reise mit der MS Herz 6 Tage vor Abflug abgesagt werden. Das war angesichts der Situation verständlich – klar, aber am meisten wurmte mich damals die Tatsache, dass mein durchaus genialer Opener für den anschließend zu schreibenden Reisebericht nun als Klumpen magnetisierter Eisenpartikelchen auf der Festplatte meines Computers für immer verkümmern würde. Niemals würde er den Weg hinaus in die Welt finden.

    Nun könnte ja wer kommen und sagen: “Hab dich nicht so mädchenhaft. Dann nimmste das Vorwort eben einfach für‘n anderen Reisebericht!“

    Nee, sooo einfach isses eben nich!


    Hatte ich mir doch damals ganz spezielle Gedanken um die Entstehungsgeschichte der neun Azoren-Inselchen gemacht. Die rein naturwissenschaftliche Variante einfach nur zu lesen, wurde mir schnell langweilig. Das musste doch auch anders gehen!


    Und so hatte ich in einigen schlaflosen grauen Morgenstunden die Schöpfungsgeschichte der Erde… - zu sagen ich hätte sie neu erfunden, wäre wirklich übertrieben. Aber drücken wir’s mal so aus: ich hatte sie in Teilen etwas konkretisiert.


    In kurzen Worten (ich weiß… kurz ist bei mir relativ) skizziert, sah das Ganze dann so aus:


    Eigentlich hätte der Schöpfer allen Grund gehabt, stolz auf sich zu sein.

    Gerade war er mit Amerika fertig geworden und er hatte sich echt Mühe dabei gegeben. Man macht sich ja keine Vorstellung davon, wie mühsam es ist, diese ganzen kleinen Karibikinselchen ausm Meer zu ziehen. So eine Fitzelarbeit ist selbst für schöpfende Männerhände eine ziemliche Zumutung!


    Aber gut - er hatte die Sache angefangen und letzten Endes war ja etwas ganz Ordentliches dabei herausgekommen. Hier ein wenig gedrückt und da mal ein bisschen Land rausgeschoben - okay: ab und zu war er auch mal mit‘m Finger ausgerutscht - wie sonst ließen sich die Anden erklären oder die Alaska-Halbinsel.

    Panama war tricky - mit Panama hatte er sich ziemlich lange aufgehalten. Und das alles nur, damit die Menschen später mal diesen Kanal würden graben können.


    Und nun - so fand er - hätte er sich ein Lob verdient. Nur - wer sollte ihn denn loben? War ja keiner da außer ihm! Schöpfen macht einsam - das wurde ihm nun langsam klar. Diese Erkenntnis piekste ihn ziemlich an und weil er sowieso gerade etwas fies drauf war, schöpfte er gleich noch die Mücke. Damit war schon mal klar, dass die Sache mit dem späteren "Kanalgraben" auch nicht zu einfach für die Menschen werden würde.


    Schöpfen ging damals aber auch relativ fix und ehe er sich's versah, schwirrten Millionen von Stechmücken um seinen Kopf. Während er noch wild mit seinen Händen wedelte um diese lästigen Viecher wieder zu vertreiben, kroch es langsam - wie eine gewaltige Welle - in ihm hoch. Ein Niesreiz von geradezu biblischem Ausmaß!

    Schwer legte sich seine Stirn in drei gewaltige Falten (womit wir gleich auch noch die Dreifaltigkeit auf eine völlig neue Erklärungsstufe gehoben hätten) und dann brach es förmlich aus ihm heraus. Dieser Nieser war so gewaltig, dass die ganze schöne Erde erzitterte und sich die Erdachse prompt um 23° Grad neigte.

    Völlig unbeabsichtigt entstanden so die Jahreszeiten. Aber: Nicht nur die! Als Schöpfers Augen wieder klar wurden, blickte er erstaunt so schräg nach unten. Was war das denn? Neun Inselchen lagen plötzlich mitten in dem, was einmal der Atlantik werden sollte.

    'Ach gucke', dachte er bei sich.

    'Inseln machen ist ja doch gar nicht so schwer. Das hätt ich mal schon bei der Karibik wissen sollen!'

    Zufrieden betrachtet er also sein Werk um sich dann ausgiebig Afrika zuzuwenden...

    An dieser Stelle der Geschichte ließ ich dann den alten Mann mal alleine und überlegte mir, was uns das denn alles sagen solle.

    Bezogen auf die Azoren ergaben sich nun zwei Möglichkeiten:

    1. die Azoren sind der feuchte Auswurf Gottes - eine Vorstellung, die ich ziemlich widerlich fand

    oder aber:

    2. die Azoren sind geschaffen aus dem Besten, was er zu geben imstande war - sozusagen aus seinem Innersten heraus. Eine wesentlich tröstlichere Vorstellung…


    Also mal ganz ehrlich: Im März – zu einer Zeit als jeder nur noch zusah, dass er sich durch möglichst großen Rückzug vor „dat Virus“ schützt - sich über Qualität und Eigenschaften von Gottes Sputum Gedanken zu machen, wäre sicher einigen als ziemlich respektlos aufgestoßen. Kein guter Zeitpunkt, um so etwas ins Forum zu stellen!

    (äh… „aufgestoßen?“ ….Ups… da hab ich wohl schon wieder danebengegriffen.)


    Der März aber ging vorbei, der April ging irgendwie im VPN-Tunnel zwischen Home und Office verloren und im Mai hatte ich die Schnauze voll. Sämtliche Urlaubspläne waren inzwischen diesem kleinen fiesen Virus mit diesen seltsamen Möpseln rundrum zum Opfer gefallen.


    Zu diesem Zeitpunkt musste ich mir eingestehen, dass ein Leben ohne zumindest die Vorfreude auf eine Kreuzfahrt doch an Qualität einbüßt. Ganz offensichtlich bin ich also doch kreuzfahrtsüchtiger als ich mir das hätte vorstellen können.

    Gut – an diesem Zustand ließ sich erst mal nichts ändern, aber dann gab es Anfang Juli doch die ersten bläulichen „Nur-gucken-nicht-anfassen-Hoffnungsschimmerfahrten“ am entfernten Horizont.


    Boah, ist ja nett – aber: will ich das?

    Kann ich das überhaupt: Nur gucken, nich anfassen (dürfen)! Iss ja wie bei den Kronjuwelen von good-old-Lizzy!


    Und dann lese ich doch in der Mittagspause diese Nachricht: „Expeditionsreisen ins Wattenmeer“. Wie g*il ist das denn! Mit max. 48 Passagieren fährt dieses Schiff rund um die Nordseeinseln und landet mit seinen Zodiacs an.


    „Anlanden = anfassen!“ So viel ist mir an der Stelle schon mal klar.

    Und das alles auf einem „richtigen“! Expeditionsschiff – einem das diese Bezeichnung auch verdient! (Nach der World Explorer-Erfahrung im letzten Jahr bin ich ja da vorsichtig geworden!)


    Völlig euphorisch unterbreite ich Göga abends meinen Vorschlag. Beim Wort „Expeditionsschiff“ rümpft er leicht die Nase, aber ich bin vorbereitet und zeige ihm im Internet die Seiten des Anbieters, der normalerweise MS Quest vermarktet und die Routen, die das Schiff normalerweise fährt und - die Preise die normalerweise dafür aufgerufen werden.

    Fest steht: so preiswert werden wir nie wieder auf so ein Schiff kommen. Noch am gleichen Abend geht die Buchungsanfrage raus...


    Hier gehts weiter...

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Hallo Joean

    Hier springe ich mal mit auf. Die Route finde ich total spannend und habe selber damit geliebäugelt. Aber ich bin ehrlich zu mir selber: das Schiff, die MS Quest, hätte mir die Reise Mies gemacht. Ich kann nicht sagen ob berechtigt oder nicht, aber so wie das Schiff selber im Internet präsentiert wird finde ich es nicht ansprechend. Wohl zu verwöhnt.


    Ich bin gespannt wie eure / deine Reise verläuft :love:

  • Joean

    Wie schön, etwas Neues von dir :)ich bin dabei!

    Liebe Grüße

    Anette

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    Adriaperlen und Höhepunkte Italiens MS4

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    Kanaren mit Agadir

    Wie schön, dass ich’s erleben durfte :)
    WMM mit Barcelona, Okt. 14, MS1
    N. mit Nordkap, Aug. 16, MS1
    Barbados - Mallorca, April 17, MS5
    Ägäis mit Kreta, Juli 18, MS2
    Adria mit Dubrovnik, Juli 19, MS6 RB
    RB: Nicht perfekt...und irgendwie doch! Safari in Tansania, Okt. 19
    Blaue Reise 4, MS1, Okt. 20
    MM mit Andalusien, MS3, Okt. 21
    N. mit Ålesund, MS1, April 22
    Kurzreise, Kopenhagen mit Göteborg, MS4, Mai 22
    Adria mit Korfu, MS5, Juli 22
    Metropolen, Aidasol, Okt. 22
    Winter in Schwedisch-Lappland, Dez. 23 RB
    Transatlantik, MS1, April 23, Karibik - Gran Canaria
    Metropolen, AidaNova, Dez.23
    ÖMM mit Zypern, MS2, April 24
    Uganda Juli 24, Gorillas im Sonnenschein RB
    N. Kiel - Hamburg, AidaNova, Okt. 24
    Kanaren mit Kapverden, MS5, Feb. 25
    Kanaren mit Madeira, AidaCosma, März 26

  • Gott schöpfte die Mücke, als er mal schlecht drauf war ^^ und die Erklärung der Dreifaltigkeit :D kööööstlich!! liebe Joean :love: Freu mich sehr auf die Fortsetzung, denn ich liebe Deinen Schreibstil!

    LG

    Jutta

  • Endlich mal wieder Joean. Da lese ich doch immer gerne:thumbup::):thumbup: mit. Sogar Göga, den das Forum sonst überhaupt nicht interessiert liest Deine Beriche sehr gerne. Ich soll Dir von ihm auch einen "Like" geben. 2 Likes gehen aber leider nicht. Deshalb hier :thumbup:

    Ich freue mich auf die Fortsetzung

    Grüsse Sonnenscheins

    ------Meine schönste Reise führte mich immer wieder nachhause :P -----


  • Selbstverständlich abonniert Joean;)

  • Ach wie schön, es geht endlich mal wieder auf eine Reise mit Joean :love:

    LG Susanne

  • Joean

    Ich liebe das Wattenmeer, die Möglichkeiten, dort nasse Hosenbeine zu bekommen und vor allen deinen Schreibstil. :D:love:

    LG Petra

    2008 Westliches Mittelmeer AIDAdiva

    2012 Transbrasilien AIDAcara

    2012 Kanaren AIDAsol

    2013 Östliches Mittelmeer AIDAdiva

    2014 Nordland mit Spitzbergen AIDAcara, Ostsee AIDAmar

    2015 Panamakanal Norwegian Jewel, Premierenfahrt Norwegian Escape

    2016 Orient Indien AIDAaura, Kiel - New York AIDAluna

    2017 Mittelmeer mit Lissabon Mein Schiff 3

    2018 Hongkong Singapur Celebrity Millenium, Rund um Großbritannien AIDAaura

    2019 Kanaren Azoren AIDAcara, Spitzbergen Island Grönland MS Hamburg - Reisebericht, Mittelmeer mit Andalusien Mein Schiff 4 - Reisebericht

    2020 Rhein südwärts AMAstella

    2021 Große Freiheit Schwedische Küste MS 6, Azoren MS Amera

    2022 Wintertraum Norwegen MS Amera, Kreta - Mallorca AIDAblu

    2023 Norwegen bis Hamburg AIDAprima, New York - DomRep MS6

    2024 Vietnam & Kambodscha Lan Diep (RB), Holland + Flandern MS Alina

  • 15.09.2020

    Schon seit einer Woche sind wir nun wieder zu Hause. Und bisher hatte ich echt noch keinen Bock, mich an den Reisebericht zu setzen. Sowas ist mir noch nie passiert. Insgeheim stelle ich mir schon die Frage, ob es überhaupt noch einen Bericht geben wird. Die Welt würde davon nicht untergehen und niemand würde ihn vermissen... Wirklich niemand?

    Ich glaube, ich brauchte erst mal etwas Abstand. Was lag also näher, als das Meer zu wechseln und nun bei traumhaftem Spätsommerwetter auf Usedom in meinem Strandkorb zu sitzen. Und noch während mein Blick nun zu einem anderen Horizont schweifen kann, finde ich dann auch die ersten Worte für diesen neuen Reisebericht.

    Der Grund dafür, dass ich mich dieses Mal so schwer damit tue, liegt einfach darin, dass ich die Situation unterschätzt habe. In völliger Naivität hab ich geglaubt, dieser Bericht wird in der Masse untergehen - er würde einer sein von vielen.

    Genaugenommen ist er das auch - einer von vielen. Das, was sich in den letzten Wochen (d.h. auf den ersten Reisen der MS Quest) dort abspielte, kann man eigentlich nur als ein gigantisches Vlogger-Blogger-Klassentreffen bezeichnen.

    Alle sind sie hier gewesen - alle:

    Der, der immer die Schiffe testet hat quasi dem, der immer auf Kreuzfahrt Urlaub macht, die Schwimmweste in die Hand gegeben. Nach diesem kreuzfahrttechnisch so gut wie brachliegenden Sommer stürzt sich jeder, der noch in ein Smartphone quatschen kann um darüber zu berichten, auf diese Neuigkeit im Kreuzfahrtsegment.

    Und genau diese Entwicklung habe ich definitiv unterschätzt!

    Deshalb sitze ich nun hier an einem anderen Ufer eines anderen Meeres und versuche meine eigenen Erlebnisse in Worte zu fassen. Das ist gar nicht so einfach, wenn mein mobiles Endgerät meine Surfgewohnheiten besser kennt als ich selber und mich ständig mit Links und Hinweisen auf die neuesten Artikel im Kreuzfahrtmarkt versorgt. Und wovon handeln die wohl? Richtig: MS Quest im Wattenmeer...

    Standhaft habe ich mich in den letzten Tagen geweigert, irgendeinen dieser Berichte anzusehen oder zu lesen. Das, was ich hier abliefern möchte, soll unbeeinflusst sein.

    Ich möchte hier einen Bericht schreiben, der niemanden nach dem Mund reden wird, einen Bericht, der nicht zwangsläufig mit einem über alle Maßen positiven Fazit daherkommen muss.

    Was bin ich froh, mich niemals in eine solche (mediale) Abhängigkeit begeben zu haben!

    Anreise nach Hamburg am 03.09.2020

    Da ich mal wieder viel zu zeitig die Fahrkarten gebucht hatte und wir erst ab 16:30 Uhr aufs Schiff können galt es, die zeitliche Lücke mit etwas Sinnvollem zu füllen.

    Kurzfristig hatte ich deshalb noch zwei Tickets für das "Discovery Dock" in der Hafencity bestellt. Nach Aussage des Betreibers sollte man hier den Hamburger Hafen aus einer bisher noch nicht dagewesenen Perspektive erleben können. Ein hochgestecktes Ziel, dass aber locker erfüllt wird. Insbesondere in Corona-Zeiten!

    Keine Ahnung, wie viele Besucher sonst dort gleichzeitig reingelassen werden... Punkt 14:00 Uhr waren wir genau 4 Leute. Sozusagen fast eine Privatführung.

    An zwei Stationen kommen VR-Brillen (virtual reality) zum Einsatz, die einen dann z.B. in das Innere des Trockendocks Elbe 17 versetzen. An einer anderen VR-Station ist man als Kranführer einer dieser Containerentladebrücken unterwegs. Mein absolutes Highlight! Drei Minuten hat man Zeit um einen Container zu entladen , also zu löschen - wie es ja eigentlich heißt.

    Mein erster Versuch endet mit einem Totalverlust des Containers, sämtlicher umliegender Ladung, des gesamten Frachters und last but noch least der kompletten Kaianlage.

    Das muss man so erst mal hinkriegen! Bruce Willis wäre stolz auf mich!

    Aber das Gute an Corona-Zeiten und den damit verbundenen geringen Besucherzahlen ist ja, dass wir gerade so eine spannende Station mehrmals nutzen konnten. Und bei diesem Containertetris macht Übung eindeutig den Meister!

    Schon im zweiten Durchlauf hab ich den Container in 1 Minute und 50 Sekunden unfallfrei! von Bord gehabt. Wenn man sich da erst mal eingefuchst hat, macht es einen riesigen Spaß. Ich hätte kein Problem damit gehabt, den restlichen Nachmittag Container zu entladen - völlig unabhängig davon, ob die überhaupt hätten entladen werden sollen. Wenn ich erst mal dabei bin, bin ich dabei. Leider ist die Besuchszeit aber auf 50 Minuten begrenzt.

    Wer also in der nächsten Zeit nach Hamburg kommt oder will, dem sei ein Besuch dort wärmstens ans Herz gelegt - insbesondere solange es die großen Besucherströme noch nicht wieder gibt.

    Nachdem wir dann - noch völlig euphorisiert - wieder auf der Straße stehen, wird es auch langsam Zeit, die Koffer am Hauptbahnhof aus dem Schließfach zu befreien und uns auf den Weg nach Steinwerder zu machen.

    Anfangs hatte ich ja noch gehofft, dass MS Quest - ähnlich wie die Roald Amundsen von Hurtigruten auch von Baakenhöft starten würde. Klein genug für Baakenhöft wär das Schiff ja und besser erreichbar wäre es auch. Leider ist es dann doch Steinwerder geworden, aber wer jetzt an das Cruise-Terminal denkt, liegt ca. 100 Meter daneben oder besser: davor.

    Völlig unscheinbar liegt - nachdem man durch die Einfahrtschranke Steinwerder durch ist - auf der rechten Seite in Höhe des "Stromspeichers" ein Ponton. Und dort liegt die MS Quest. Einchecken, Abgabe Gesundheitsfragebogen und erste Temperaturmessung erledigen wir an einem klapprigen Campingtisch, der wegen des einsetzenden Regens Schutz unter dem großen Dach des Taxihaltepunktes gesucht hat. Die Koffer werden erst mal im eigentlichen Cruise-Terminal durchleuchtet und uns später auf die Kabine geliefert. Also dann: Kapuze und Schultern hochgezogen, die Brücke runter auf den Ponton und dann die Gangway rauf aufs Schiff.

    Trotz der übersichtlichen Schiffsgröße werden wir von einem Crewmitglied zur Kabine begleitet. Wir hatten eine Komfort-Kabine für 1.600,- € pro Person gebucht. Klingt komfortabel, beschränkt sich aber hier auf das allernotwendigste - was ich auf keinen Fall abwertend verstanden wissen will.

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    MS Quest wurde 1992 als SAQQIT ITTUK gebaut und war damals als Fähre für den Einsatz an Grönlands Küste konzipiert. Daher verfügt das Schiff über die zweithöchste Eisklasse und kann - nach dem Umbau zum Expeditionsschiff und der Modernisierung im Jahr 2018 - max. 54 Passagiere befördern. Und hier erklärt sich auch der vermeintliche hohe Preis für 4 Nächte Schiffsreise.

    Machen wir doch mal eine "Milchmädchenrechnung" auf:

    Da MS Quest ziemlich genau nur 50 Meter lang ist, muss also (rein rechnerisch) jeder Gast ca. "1 Meter Schiff" mit allen seinen Kosten (Betrieb, Gebühren, Crew, Treibstoff und was weiß ich noch alles) finanzieren. Bei den TUI-Schiffen kommt - bei Belegung vor Corona - für die MS 3 folgende Kostenteilung zum Tragen: 293,30 m : 2.506 Passagiere = rd. 12 cm "Schiff pro Passagier". Man mag mich für diesen Vergleich gern steinigen. Trotzdem glaube ich, dass diese Herangehensweise sehr anschaulich die Höhe des Passagepreises verdeutlicht bzw. erklärt. Darüber hinaus erklärt es auch noch, warum in den letzten 10 Jahren die Schiffe immer größer wurden und vor allem – immer mehr Passagiere beherbergten.

    Normalerweise ist MS Quest nur in der Arktis bzw. der Antarktis mit vorwiegend amerikanischen und schwedischen Gästen unterwegs. Aufgrund der Corona-Situation brach auch hier die Kundschaft weg. Dieser Umstand nun rief den Inhaber der Adler-Schiffe, Reeder Sven Paulsen, auf den Plan. Dieser charterte das nun arbeitslose Expeditionsschiff und entwarf kurzfristig Reisen in (vorwiegend) deutschen Hoheitsgewässern, ohne Risikogebiete, ohne Einreisebestimmungen, ohne zu viel Kontakt mit den Touristenströmen. Insgesamt 16 Reisen hat MS Quest auf diese Weise absolviert.

    Hier gehts weiter...

  • In völliger Naivität hab ich geglaubt, dieser Bericht wird in der Masse untergehen - er würde einer sein von vielen.

    Deine Berichte sind für mich n i e einer von vielen.

    Ich möchte hier einen Bericht schreiben, der niemanden nach dem Mund reden wird, einen Bericht, der nicht zwangsläufig mit einem über alle Maßen positiven Fazit daherkommen muss.

    Was bin ich froh, mich niemals in eine solche (mediale) Abhängigkeit begeben zu haben!

    :thumbup::):thumbup:Bin echt gespannt wie es weiter geht. :/:)

    ------Meine schönste Reise führte mich immer wieder nachhause :P -----


  • Joean

    Ich bin sehr auf den Fortgang Deines Berichts gespannt !


    VG. Simone

    Simone :)

    - Mein Schiff 7 Kanaren mit Madeira 15.12.25 - 22.12.25
    - Mein Schiff 1 Blaue Reise Panoramafahrt I Ostsee & Baltikum 4.7.21 - 11.7.21
    - Mein Schiff 4 Kurzreise Palma mit Marseille & Barcelona II 16.4.20 - 20.4.20 - Absage der KF wg. Covid-19-Pandemie
    - Mein Schiff 4 Norwegen Nordkap I mit Trondheim 31.5.18 - 11.6.18
    - Mein Schiff 5 Karibik ab/bis Dominikanische Republik 16.12.16 - 30.12.16
    - Mein Schiff 4 Norwegen Südnorwegen mit Kopenhagen II 6.8.16 - 14.8.16

  • Standhaft habe ich mich in den letzten Tagen geweigert, irgendeinen dieser Berichte anzusehen oder zu lesen. Das, was ich hier abliefern möchte, soll unbeeinflusst sein.

    Ich möchte hier einen Bericht schreiben, der niemanden nach dem Mund reden wird, einen Bericht, der nicht zwangsläufig mit einem über alle Maßen positiven Fazit daherkommen muss.

    Was bin ich froh, mich niemals in eine solche (mediale) Abhängigkeit begeben zu haben!

    Ich muss gestehen ich verstehe nicht was du damit sagen willst. Willst du damit sagen das du in deinem Bericht deine eigene Meinung zum Produkt kundtun wirst? Gut, das hätte ich hier eigentlich für alle Reiseberichte erwartet, generell von allen. Oder willst du was anderes damit sagen?!

  • Joean

    Da lese ich doch sehr gerne mit und zieh mir besser mal die Matschhose an^^.

    Viele Grüße Nicky

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    DER GRAF LIVE- endlich!

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    Meine Reiseberichte

    Nicky75
    24. September 2022 um 14:57


    Erinnerungen im Herzen…

    Nordeuropa 07/2016 MS5 Vorfreudenfahrt

    Mittelmeer mit Ibiza 08/2017 MS5

    Westeuropa mit Lissabon 08/2019 MS3

    Mittelmeer mit Andalusien II 10/2019 MS2

    BLAUE REISE 2 07/2020 MS 2

    Blaue Reise PANORAMAFAHRT 4 09/2020 MS 1

    Blaue Reise - Kanarische Inseln 1 & 2 03-04/2021 MS2

    Blaue Reise ab KIEL 06/2021 MS 6

    Blaue Reise- Schwedische Küste 3 07/2021 MS 1

    Kanaren mit Azoren II 04/2022 MS 4

    Karibik mit Mittelamerika I 12/2022-01/2023 MS 1

    Norwegen mit Schottland 09/2023 MS 3

    Taufreise MS 7 06/2024

    Höhepunkte der USA Ostküste 10/2024 MS 1

    Kanaren mit Madeira 01-02/2025 MS 5

    Stars del Mar 05/2025 MS 7

    Höhepunkte der Türkei und Griechenlands 06-07/2025 MS 5

    Kanaren & Madeira 11/2025 AIDA COSMA

    Winterliches Norwegen 02/2026 MS 3