Beiträge von Tuffi65

    Lemar

    Du hattest ja noch ein paar Fragen....

    Zum Zodiak: Stell dir vor du steigst an der Tenderluke um, nur halt nicht in einen Tender sondern in ein Zodiak. Auf der Treppe und im Zodiak bzw. auf der Wulst steht jemand, der dir hilft. Bei uns stand sogar ein Treppchen bereit. :D Hinsetzen, festhalten. Beim Aussteigen rutscht du auf der Wulst nach vorne zur Bootspitze, setzt dich seitlich, ein Bein raus und das andere hinterher. Auch hier ist die Hilfe zur Stelle. Uns wurde vom Gästen erzählt, dass in der Antarktis bei nassen Anlandungen die Damen auch einfach mal wie ein nasser Sack über die Schultergeworfen wurden und an eisfreier Stelle wieder abgesetzt wurden. :D:D


    Temperatur und Kleidung: Wir waren für alle Eventualitäten gewappnet und hatten für -10 bis +20 alles dabei. :S Die richtig warmen Sachen hatte ich nicht an. Weder dicke winddichte Regenhose noch dicke Socken noch Legging noch langärmlige T'shirts oder gar Handschuhe.

    Wanderschuhe und ein paar kuschelige Shabbies mit Fell und Turnschuhe waren im Einsatz, eine kurze Daunenjacke und ein winddichter Mantel für Seetage mit Seenebel samt dünner Mütze unter der Kapuze, Halstuch oder Schal, T'shirts Kaschmirstrickjacke oder Fleece. Das hat gereicht. Und Jeans halt. Das wichtigste aber war die Sonnenbrille!!

    Auf Spitzbergen sind wir an einem Sommertag gelandet bei 17 Grad. Im Seenebel waren es vielleicht 5 Grad, an Land bei Sonne auch gerne 15 oder mehr. Alles war möglich und hat ich zum Teil sehr schnell geändert. Kommt auch drauf an, ob Wind ist.


    Fotos vom Schiff habe ich keine gemacht, die findest du aber im Netz. Und zum Teletubbyanzug hab ich keine weiteren Infos, aber ich nehme an, der wird dehnbar sein - vor allem lebensrettend.


    Beim Essen haben wir immer einen Platz gefunden, das war schon klasse. Beim Abendessen gab es für jeden Gast einen festen Platz im Restaurant auf Deck 3, man konnte aber auch im Buffetrestaurant auf Deck 5 essen. Morgens und mittags war es ebenfalls möglich, "unten" im Restaurant zu essen, was wir aber nie getan haben.


    LG Petra

    Dienstag, 23.07.19 – Kangerlussuaq

    Heute wurde es ungemütlich, um 05:00 mussten die Kabinen geräumt werden, um 05:45 begann die Ausbootung der Gäste für unseren Flug. Aufgerufen wurde nach Decks, wir waren die letzten. An Land wurden wir von solch einem schönen Bus erwartet. Mit dem kann man bestimmt tolle Touren machen. :)




    Als wir am Flughafen ankamen, sahen wir nur, wie aus dem vorherigen Bus jemand ausstieg, um gleich wieder einzusteigen. Sofort ging ein „Es geht schon wieder los!“-Raunen durch den Bus. Und so war es auch. :D Unsere Maschine kam ein paar Stunden später aus Frankfurt. Sie war wohl falsch eingecheckt worden, nämlich für Dänemark, was im Schengenraum ist. Grönland gehört zwar hoheitlich zu Dänemark, ist aber nicht dem Schengenabkommen beigetreten. Also mussten alle eingecheckten Gäste wieder aussteigen, zurück, durch den Zoll und wieder rein in den Flieger. So wurde es uns zumindest erzählt.


    Wir durften derweil im Bus bleiben und erhielten eine Rundfahrt durch Kangerlussuaq. Wir konnten in der Ferne das Inlandeis sehen, Rentiere und Moschusochsen. Sehr schön. :love:


    Und in Frankfurt bekamen wir noch eine Hotelübernachtung am Flughafen „spendiert“ mit einem wunderbaren Frühstück. Perfekt, denn unser Kühlschrank war ja leer und wir hätten uns mitten der Nacht am Bahnhof noch etwas kaufen müssen. :D:D


    Das war unsere grandiose Reise „Spitzbergen – Island – Grönland intensiv“, bei der wir 4.389 Seemeilen zurückgelegt haben und ein paar unfassbare Erlebnisse hatten, die wir nie wieder vergessen werden. Wenn ihr meine Bilder hier gesehen habt, könnt ihr vielleicht ansatzweise verstehen, wie es zu meinem ersten, noch völlig entrückten Rückblick kam. :S


    Es war wunderbar diesen Reisebericht zu schreiben, denn dadurch habe ich einiges noch einmal erlebt, Gänsehaut und Strahlen inklusive. Er ist sehr lang geworden, aber die Reise war auch sehr lang, gefühlt waren wir Monate unterwegs. Und sie wirkt immer noch nach.


    Ende der Geschichte  :*

    Montag, 22.07.19 - Seetag

    Nach diesem Tag konnte es keine Steigerung geben und es war gut, dass es jetzt nach Hause ging. Die innere Festplatte war einfach voll, nichts ging mehr. Es war ein nebeliger Seetag zum Kopf sortieren und Koffer packen. Man sah nichts, es war feucht und nebelig.

    Abends war noch einmal ein kurzer Kapitänscocktail angesagt mit anschließendem Gala-Abschiedsessen. Als wir uns umgezogen hatten und gerade die Kabine verlassen wollten, sahen wir aus dem Augenwinkel, dass die Sonne scheint. Gesehen haben wir es, aber nicht realisiert. Als wir auf der Treppe vom Empfangskomitee herzlich begrüßt wurden, fiel endlich der Groschen. Sonne? Fjord? Raus!!! Also haben wir auf dem  Absatz kehrt gemacht, sind in die Kabine geflitzt, Jacken übergeworfen, die Handys geschnappt – Kameras waren ja schon gut verstaut – und raus an Deck. Und sahen das.





    Nach dem Abendessen trafen sich dann wieder alle üblichen Verdächtigen draußen um diese Schönheit zu bestaunen.





    Zurück auf dem Schiff hatten wir noch ca. 1,5 Stunden bis zum geplanten Ablegen und Hunger bis über beide Ohren. Also ab ins Buffetrestaurant, natürlich nicht ohne meine Kamera. Mann holt sich Essen, Frau springt raus auf den Balkon, um diese Schönheit bei diesem tollen Licht noch einmal einzufangen.




    Kaum war ich wieder drin, um gemeinsam mit meinem Mann zu essen, merke ich, wir fahren. „Wie kann der einfach ohne was zu sagen losfahren und diesen traumhaften Ort so ohne Sang und Klang verlassen??“ Also wieder die Kamera gepackt und raus.




    Und dann wurde relativ schnell klar, warum wir schon fuhren. Es kam Seenebel auf und vor uns war ein Eisfeld. Ich bin fast erfroren, da ich ja zum Essen angezogen war, aber Reingehen war keine Option. Es war einfach ein unbeschreibliches Spektakel, plötzlich waren alle Eisberge blau.








    Nach dem Essen haben wir natürlich noch Eisriesen bestaunt, bis es immer weniger wurden.




    tigerdisco

    Das habe ich auch eben gedacht "Motorradfahrer".... :D Das kann ich ja verstehen, dass es einen da in den Fingern juckt. Aber mit dem Wohnmobil... Da krieg ich nur beim lesen schon feuchte Hände. 8| Es hat mir als Kind schon gereicht wenn mein Papa in Südtirol gefühlt jeden Feldweg mit dem Auto gefahren ist und ich immer gucken musste, ob uns einer entgegen kommt.... Lach.

    Viel Spaß weiterhin beim Pässe sammeln,

    LG Petra

    tigerdisco

    "Der Pass war wunderschön...." Ich fasse es nicht, ich wäre ausgestiegen<X:huh:. Ich bewundere deine Frau auf dem Beifahrersitz. :saint:

    Ich bin völlig begeistert von eurem Laufpensum, der pure Wahnsinn. Eure Ziele sind superschön und erst die Fotos. Herrlich :)

    Liebe Grüße Petra

    Guten Morgen liebe @Isuledda,

    jetzt bin ich wach. :huh: Das ist wirklich kein Aprilscherz?? Wir stellen uns das gerade vor - wird schwierig...

    Die Routen der Hamburg sind wirklich toll, aber der Rest, da muss dann aber heftig dran gearbeitet werden. Und du hast Recht, dort verläuft sich nichts.

    Das Schiff geht jetzt bald in die Werft und wird zumindest in den öffentlichen Bereichen aufgehübscht. In ein paar Kabinen sollen neue absenkbare Fenster eingebaut werden. Was noch gemacht werden soll war nicht rauszukriegen.


    Wenn ich mir vorstelle, ich wäre auf unserer Tour unterwegs und hätte keine Muße und Möglichkeit das alles zu geniessen, weil "immer" ein Kamerateam im Weg steht oder jemand Regieanweisungen gibt.. Och nö.... Da würde die Größe, die jetzt ein Vorteil war, dann evtl. schnell zum Nachteil. Allerdings ist das reine Spekulation...


    Liebe Grüße Petra

    Die Wanderung begann am Treffpunkt am Hafen. Los ging es mit 2 Kleinbussen zum alten Heliport, wo wir von einer jungen Grönländerin empfangen wurden, die uns einiges über den Nationalpark erzählte.

    Der Weg verläuft über einen Holzbohlenpfad durch die Tundra. Die Ausblicke lassen uns abermals den Atem stoppen.




    Der Pfad endet an einem ca. 50 m hohen Felsplateau, von dem aus man einen traumhaften Blick auf den Eisfjord hat. Hier stauen sich die Eisberge, die vom ca. 65 km entfernten Kangia-Gletscher kommen, dem aktivsten Gletscher der nördlichen Halbkugel. Am Ende des Fjordes ist eine Untiefe, an der die Kolosse hängen bleiben und den anderen den Weg versperren, bis sie – teilweise nach Monaten oder Jahren – in die Diskobucht gelangen. Soweit die Theorie. Das ist der Anblick.





    Zurück an Bord konnten wir genüsslich in der Sonne zu Mittag essen und mit anderen Reisenden über die tollen Erlebnisse dieses Tages sprechen. Unsere Wanderung war die letzte, die angeboten wurde, ca. 16:00 Uhr. Treffpunkt war drüben an Land am Tenderhafen. Wir hatten geplant, ca. 1 Std. früher rüber zu fahren und uns im Ort umzuschauen. Bis dahin war noch genügend Zeit, in Ruhe die Aussicht zu genießen.








    Wir mussten uns echt losreissen von diesem Schauspiel. Kaum waren wir mit dem Tenderboot losgefahren, ging ein Riesengejuchze los im Boot, denn die Kerlchen tobten jetzt an unserem Boot vorbei. Foto nur auf der inneren Festplatte. :)


    Dieses Postkartenmotiv gab es dann noch im Ort.



    Für heute haben wir zwei Ausflüge gebucht. „Bootsfahrt zum Eisfjord“ und „Wanderung zum Eisfjord“.  Morgens steht erst einmal die Bootsfahrt an. Die kleinen Boote legen direkt an der Hamburg an, man steigt sozusagen um und los geht’s. Auf unser Boot „Smilla“ passen ca. 14 Personen, die alle gleich durch aufs Außendeck gehen, ein paar klettern sofort nach oben auf den Ausguck.




    Ich fand es schon super spannend, genau dorthin zu fahren, wo eben noch die Waale waren….




    Zuerst ging es zu dieser Bucht. Leider waren ein paar andere Bootsführer so „pfiffig“, sich genau vor uns zu legen, so dass wir nichts mehr sehen konnten. Fand ich jetzt nicht so toll. Aber es gab genug Wal für alle. :):love:






    Zum Frühstück hatten wir alles an Technik wieder in die Kabine gebracht, ist ja am Tisch nur im Wege....

    Nach dem Frühstück zog es mich wieder auf den Balkon, wo ich ganz alleine diese unfassbar schöne Natur geniessen konnte. Es war so genial dort vorne. Ganz alleine, es war ganz still, es war einfach zur zum heulen schön. Und dann hörte ich ein Schnaufen, wo kommt das her? Hier ist doch niemand außer mir? Und wieder…. Da war er, ein Wal der zwischen den Eisbröckchen spielte. Ich war fasziniert. Dieses Geräusch… Das einzige außer ein wenig Wasser plätschern, sonst nichts. Nur Blas und Schnauben….. Ich weiß nicht, wie lange ich dort stand, ganz alleine mit der Natur.


    Irgendwann kamen ein paar Mitreisende dazu. „Ist da ein Wal?“ – „JA! Aber sei leise, man kann ihn HÖREN!“ Irgendwann war klar, dass es nicht nur ein Wal war, sondern mindestens zwei.


    Irgendwann musste ich dann doch einmal in die Kabine und wurde von dieser Aussicht empfangen:







    Irgendwann „mussten“ wir dann nach vorne in die Spitze auf den Balkon gehen, um ihn weiter beobachten zu können. Dort standen schon einige Mitreisende und es wurden immer mehr. Seht selbst was uns geboten wurde:








    Ein letzter Gruß und wir konnten nun auch seelig frühstücken gehen.



    Von solch einem Anblick hatten wir bisher geträumt, jetzt war es Realität. Unfassbar.

    Sonntag, 21.07.19 – Illulissat


    Voller Spannung auf diesen Tag hatten wir den Wecker auf 06:00 gestellt. Noch vor dem Wecker wurde ich wach und linste aus dem Fenster. So schnell war ich wahrscheinlich noch nie fertig mit Duschen und dann hieß es nur noch RAUS. Mein Mann konnte gar nicht so schnell gucken wie ich „Ich bin hinten auf Deck 5!“ rief und rausrauschte. Normalerweise verlassen wir morgens die Kabine zusammen….


    Diesen Anblick musste ich erst einmal sacken lassen.






    Als er kurze Zeit später an Deck kam, wurde es sogar noch besser, denn da war das hier zu sehen:







    Der Tag fängt ja gut an. :love:

    Eine lange Zeit haben wir ganz alleine an Deck gestanden und den Wal beobachtet.