Reisebericht Jersey "Hidden Paradise" September 2022 oder: "very british - trotzdem anders"

  • Sonntag, 18.09.2022

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    Kaum aufgewacht, muss ich euch nochmal mit einem Bild vom Balkon aus quälen. Aber: lange Zeit um die Aussicht zu genießen, haben wir nicht.

    Schon um 09:10 Uhr startet heute unser Bus für eine erste Inseltour. Von der St. Brelade’s Bay aus fahren wir (wie eigentlich immer in den nächsten Tagen) rein nach St. Helier um die Mitreisenden aus den beiden dortigen Hotels abzuholen.

    Auf der anschließenden kurzen Fahrt über die Insel erfahren wir von unserer Reiseleiterin schon mal den einen oder anderen interessanten Funfact.

    Jersey und auch Guernsey drucken ihr eigenes Geld, haben eine eigene Gesetzgebung und sind doch kein eigener hoheitlicher Staat. Zum Vereinigten Königreich gehören sie aber auch nicht. Sie sind Kronbesitztümer – also Eigentum von King Charles. Auch in der EU waren sie nie.

    Schon im 17. Jahrhundert war Schmuggel ein einträgliches Geschäft auf den Inseln. Mit dem „Verschieben“ von Waren hatte man also beste und langjährige Erfahrungen und die galt es irgendwann, in die Neuzeit hinüber zu retten. Beim „Verschieben“ ist’s geblieben und Geld ist letztlich nur der Gegenwert von „Ware“. Deshalb wurde beschlossen, dass ausländische Anleger mal eben keine Steuern auf ihre Einlagen bei den Banken zahlen müssen. Die Steueroasen im Ärmelkanal waren geboren.

    Erst nach der Lehmann-Pleite und dem nachfolgenden Finanzcrash im Jahr 2008 wurden die Zügel etwas angezogen und seitdem gibt es eine 5%ige Mehrwertsteuer auf Jersey. Die Einkommenssteuer liegt seit der deutschen Besatzung während des 2. Weltkrieges bei 20%. Das war es dann aber auch schon. (Zu den Ausnahmen komme ich dann an einem anderen Tag unserer Reise.)

    Begriffe wie Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, Kapitalertrags- oder Körperschaftssteuer sind Fremdwörter. Sie werden schlichtweg nicht erhoben – bis heute. 37% der Einwohner sind in der Finanzdienstleistungsbranche tätig. Der Tourismus spielt nach wie vor nur eine sehr untergeordnete Rolle auf den Inseln. Man findet hier vor allem Briten, die das Klima lieben und Franzosen, die das Essen mögen. Die Inseln haben es geschafft, sich von allem das Beste herauszupicken.

    Trotzdem ist es nicht so einfach, hier mal eben herzuziehen. Gemietet wird hier quasi gar nicht, hier wird gekauft. Aber: kaufen darf man erst, wenn man mindestens 10 Jahre hier gearbeitet hat. Auch von dieser Regel gibt es Ausnahmen, aber für die muss man schon Popstar sein oder mindestens mehrere Milliönchen schwer. Um den Ausverkauf der Inseln zu verhindern, gibt es zwei Immobilienmärkte: den Open-Market – für die Millionäre und den Local Market – für die Einheimischen.

    Wie oben schon erwähnt, gibt es auf Jersey keine Hausnummern. Dafür hat jedes Haus einen Namen. Hat man nun das Glück, ein Haus auf dieser Insel kaufen zu dürfen, darf man dem Haus einen neuen Namen geben, der dann auch im Grundbuch eingetragen wird.

    So langsam kommen wir dann auch schon zur ersten Station unserer Rundfahrt. Der Dolmen de Faldouët als prähistorischer Auftakt. Die Inseln im Ärmelkanal sind ja erst seit dem Ende der letzten Eiszeit, Inseln. Vorher waren sie Teil des Kontinents. Daher wundert es nicht, dass hier mehrere solcher Grabanlagen entdeckt wurden. Diese hier versteckt sich am Ende eines schmalen Pfades, der von einer kleinen Kreuzung abgeht. Wer das winzige Hinweisschild übersieht, wird wohl Mühe haben, den Dolmen überhaupt zu finden.

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    Fußläufig erreichen wir dann den ersten echten Höhepunkt dieses Tages: Mont Orgueil Castle

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    Vorher aber kommen wir auf dem Weg zur Burg noch an diesem kleinen Anwesen vorbei.

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    Der Besitzer ist gerade dabei, mit seinem Ford Mustang Cabrio – geschätztes Baujahr 1971 - zu einer kleinen Sonntagsausfahrt aufzubrechen. Auch wenn das Wetter nicht so schön gewesen wäre, hätte der Herr durchaus noch PS-starke Alternativen gehabt.

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    Die Garage lässt er einfach offenstehen – kommt ja nichts weg. Ist ja schließlich eine Insel. Wir sind uns einig: Das hier ist allerhöchstens mittleres Finanzmanagement, was wir hier sehen! ;(

    Nur wenige Schritte weiter beginnt dann der Aufstieg zur Burg.

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    Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Gelegenheiten zum Verschnaufen. Hier wird z.B. sehr anschaulich und überlebensgroß dargestellt, welche verschiedenen Körperteile eines Ritters denn von welchen Verletzungen betroffen sein können.

    (Ein Bild würde ich euch gern zeigen – wäre auch gar nicht blutig – aber leider zählt das sicher zu „Bilder von Kunstwerken“.)

    In einem der Säle liegt auch hier ein Kondolenzbuch für die verstorbene Königin. Ihre Beisetzung ist für morgen, Montag 19. September geplant und wird auch unser Tagesprogramm etwas beeinflussen.

    Vom höchsten Punkt der Burg hat einen schönen Blick auf den Ort Gorey und einen Teil der Royal Bay of Grouville ganz im Osten Jerseys.

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    Hier oben gibt es auch eine schöne Darstellung der einzelnen Gemeinden, in die Jersey aufgeteilt ist. Sie tragen jeweils den Namen des Heiligen, der Patron ihrer Kirche war. Hier sieht man auch mal die Fahne Jerseys.

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  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Teil 2 vom Montag

    Wir machen uns dann irgendwann wieder an den Abstieg – runter in den Ort Gorey.

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    Nächster wichtiger Punkt: Mittagessen. Das gibt es im Royal St. Martin Pub – natürlich gibt es am ersten Tag Fish & Chips.

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    Nach einer entspannten Mittagspause bis gegen 14:45 Uhr verlassen wir den Pub in Richtung St. Catherine’s Breakwater – einem scheinbar endlos langem Strand mit einer endlos scheinenden Pier (alles leider ohne Fotos – ich habe die grandiose Aussicht bei diesem Wetter aber sehr genossen) und fahren unserem letzten Ziel des heutigen Tages entgegen. Ein Besuch der Samarés Manor Gärten steht für heute noch auf unserem Programm.

    Bevor wir dort aber ankommen, erfahren wir noch die eine oder andere Besonderheit über Jersey’s Tierwelt. Sehr häufig z.B. schleicht sich der Bus in dieser Gegend unter Ranken hindurch, die die (ohnehin schon engen) Straßen überspannen. Dies sind nicht etwa einfach nur ausufernd wachsende Pflanzen – nein: Es sind künstlich angelegte Eichhörnchenbrücken, die die armen Tierchen vor den bösen Autos schützen sollen.

    Generell lieben die Jerseyaner alle ihre Wildtiere – so viele haben sie nämlich nicht. Es gibt hier keine Füchse, keine Rehe, keine Wildschweine. Es soll rund um Jerseys Küste rd. 100 Delphine geben und: es hat hier wohl komplett weiße Igel, allerdings haben wir keinen gesehen. Was wir gesehen haben, sind jede Menge Fasane, die frei leben, seit sie mal von irgendeinem Earl hier ausgesetzt wurden.

    Samarés Manor & Gardens befindet sich südöstlich der Hauptstadt St. Helier.

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    Es ist ein Herrenhaus umgeben von einem großen botanischen Garten. Es gibt hier ein kleines Café und es gibt jede Menge Pfade, ob verschlungen oder nicht.

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    Es wachsen hier immergrüne Magnolien und es wird mit einem Irrtum aufgeräumt. Die Jersey Lilie ist eigentlich eine Amaryllis. Sie wird aber in Anlehnung an Lilly Langtry, deren Kosename „Jersey Lily“ war, so genannt. Lilly Langtry – natürlich geboren auf Jersey – war im 19. Jhd. mal Mätresse des Prince of Wales, mal Muse für die großen Künstler ihrer Zeit.

    Hier die immergrüne Magnolie:

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    Aber auch andere Jerseyaner haben in der Geschichte ihre Spuren hinterlassen.

    Da gab es im 17. Jhd. z.B. diesen Gouverneur von Jersey, seines Namens George Carteret. Er erhielt vom englischen König Karl II. für seinen Beistand und seine Hilfe ein großes Gebiet in den amerikanischen Kolonien geschenkt.

    Mr. Carteret war ganz sicher sehr tapfer und seinem König treu ergeben, aber: sehr einfallsreich war er nicht. In Ermangelung einer besseren Idee nannte besagter Mr. Carteret sein neues Eigentum also: New Jersey.

    Und dabei ist es bis heute geblieben.

    Der Bus bringt uns dann wieder zurück in unsere St. Brelades Bay und da es bis zum Abendessen noch etwas hin ist, machen wir noch einen ausgiebigen Strandspaziergang.

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  • Spannend!

  • Gerne mehr <3

    Vor zwei Jahren hatten wir einen halben Tag in St Peter Port (strömender Regen), die Inseln Jersey ,Sark u Herm fielen leider dem Wetter zum Opfer. Nächstes Jahr laufen wir Guernsey noch einmal für einen Tag an - ich bin noch auf der Suche nach Inspirationen. Die finde ich in Deinem Bericht sicherlich in großer Menge. Leider sind die Liegezeiten immer so kurz, aber mein erster Blick auf die Kanalinseln hat mir damals schon sehr gut gefallen.

  • Montag, 19.09.2022

    Wie bereits erwähnt, gehört Jersey ja nicht zu Grossbritannien sondern befindet sich direkt im Besitz der englischen Krone. Daher versteht es sich von selbst, dass auch hier heute ein nicht geplanter Feiertag ist. Die englische Königin Queen Elizabeth II. wird heute beerdigt.

    Wir alle sitzen noch entspannt beim Frühstück als um uns herum schon eifriges Gewusel losbricht. Die Angestellten des Hotels sammeln einen Großteil der Stühle ein, um damit in der Bar und der kleinen Bibliothek des Hauses zusätzliche Plätze zu schaffen. Die Beerdigungsfeierlichkeiten werden übertragen und alles, was irgendwie englische Füße hat, sammelt sich vor den beiden aufgestellten Fernsehern. Es ist ja nicht so, als dass es nicht auch Fernseher auf den Zimmern hätte, aber in Gemeinschaft trauert es sich leichter und wird zahlreich angenommen.

    Uns steht heute der Vormittag zur freien Verfügung. Und weil es wieder dieses absolut fantastische Wetter hat, zieht es uns natürlich hinaus an „unseren Strand“.

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    Auf schmalen Wegen versuchen wir uns bis zum Ende der Felsen durchzuschlagen.

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    Mit einem sehr großen Bogen und etwas Gekraxel kommen wir dann wieder zurück zur St. Brelade’s Parish Church und der kleinen Fisherman’s Chapel.

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    Die Wandmalereien in der kleinen Kapelle datieren wohl aus dem 14. Jhd. Lt. der Überlieferung soll sie mal die „Kapelle der Sünder“ geheißen haben. Wenn man einen gnädigen Richter hatte, konnte man sich hier zwischen Gefängnis und Exil entscheiden. Entschied man sich fürs Exil, dann wurde der Sünder durch eine kleine Seitentür direkt runter an den Strand gebracht, wo schon das Boot wartete, um einen für alle Zeit aus diesem Paradies zu verbannen.

    Zurück zu Hotel schlendern wir oberhalb der Hauptstraße.

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    Um 13:45 Uhr holt uns unser Bus wieder am Hotel ab. Heute Nachmittag steht als einziger Programmpunkt eine Stadtführung in St. Helier. Aufgrund des Feiertags ist wenig Verkehr und man ist in einer Viertelstunde mit dem Bus im Zentrum der Inselhauptstadt. Hier treffen wir auf den „Rest“ unserer Reisegruppe, der entweder im 4*-Hotel Pomme d’Or oder im 3*-Hotel Merton wohnt.

    Los geht es dann am Liberation Monument am Hafen.

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    Es ist das Denkmal für die Befreiung von der deutschen Besatzung am 09. Mai 1945.

    Danach geht es kurz weiter zum Maritimen Museum (wir waren nicht drin, ein Besuch wird aber allgemein sehr empfohlen),

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    vorbei am „The Lamplighter“, einem der berühmtesten Pubs hier auf der Insel. Der Name des Pubs geht zurück auf das einträglichste Geschäft, dem man im 18. und 19. Jahrhundert auf den Inseln hier überhaupt nachgehen konnte - dem "Lamplighting" - logisch, oder?

    Dahinter verbirgt sich nichts anderes als Piraterie. "Lamplighting" bezeichnet das Setzen von falschen Signalfeuern an der Küste, um die Schiffe auf die Klippen zu locken. In meinen ganzen Unterlagen und Prospekten, die sich auf so einer Reise ansammeln, habe ich auch eine Karte gefunden, auf der die ganzen rund um Jersey gefundenen Schiffswracks aus dieser Zeit verzeichnet sind. Es müssen hunderte sein.

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    In diesen unauffälligen Häusern mit den polierten Namensschildern, gleich gegenüber der Town Church versteckt sich dann schon das gehobene Finanzmanagement in der Bond-Street.

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    Hier in St. Helier sind die meisten Straßenschilder auf englisch und auf französisch.

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    Auf dem Royal Square selber steht eine Statue von König George II. von Hannover. Sie soll im Jahr 1751 aufgestellt worden sein und ähnelt Julius Cäsar dem römischen Kaiser auf verblüffende Weise.

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    In die Neuzeit gehoben, liest sich die Geschichte in etwa so: Ein gewisser Herr Gosset, zu Vermögen gekommen durch Schmu… äh – Handel, wollte von den Inseloberen eine Baugenehmigung. Genehmigungen dieser Art sind – damals wie heute- heikel und so richtig viel bezahlen, wollte Mr. Gosset auch nicht.

    Aber er hätte es nicht schon zu einem gewissen Reichtum gebracht, wenn er nicht auch für dieses Problem eine Lösung parat gehabt hätte. Und zwar eine, mit der er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen konnte. Er schlug dem Rat also vor, als Gegenleistung eine Statue von King George II. zu errichten.

    Die Idee dahinter: „Diese Inseldeppen wissen sowieso nicht, wie der König aussieht und ich werde endlich dieses Monstrum los, dass mir seit Ewigkeiten die Garage zumüllt.“

    Wie Mr. Gosset in den Besitz dieser Blei-Julius-Cäsar-Figur kam, ist nicht abschließend geklärt, könnte aber mit seinem Beruf zu tun haben.

    Um nun aus dem römischen Kaiser einen englischen König zu machen, ließ er die Figur mit einem Hosenbandorden versehen, etwas aufpolieren – und voila.

    Eine richtige Big-Party wurde anberaumt, Gouverneure, Kapitäne, Offiziere drängelten sich, Soldaten mussten strammstehen, Kanonenschüsse zu Ehren seiner Majestät, Trommelwirbel ohne Ende, hätte es diesen Florian S. damals schon gegeben, hätten sie den auch noch eingeladen.

    Nach der feierlichen Enthüllung war es dann ein wenig wie im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Alle fanden es seltsam, aber niemand traute sich so richtig…

    Irgendwann kam dann wohl eine Dame nach St. Helier, die unlängst erst Rom besucht hatte und sehr erstaunt war, war ihren alten Kumpel Cäsar hier wieder zu treffen.

    Hohn und Spott waren der Insel sicher, aber ihr Stolz verbot es ihnen, die Statue einfach wieder zu entfernen. Und so steht der „King-Julius-Cäsar-George“ noch heute auf dem Royal Square.

    An der Ecke Bath- und Peter-Street kommt man an einem weiteren in Bronze gehauenem Wahrzeichen Jerseys vorbei.

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    Es darf sich vorstellen: die Jerseykuh. Sie sieht immer etwas verhungert aus, aber das täuscht. Die Jerseykuh ist eine uralte Rasse, die speziell für die Milcherzeugung gezüchtet wurde. Sie hat einen kleinen Gendefekt, daher sind Milch, Butter – und so man sie denn schlachtet, auch der Speck – leicht gelblich. Aber: Die Milch dieser Kühe hat mit rd. 6,5% einen Fettanteil, von dem unsere Schwarzbunten nur träumen können.

    Und wenn man daraus dann Eis macht – Leute, ich sag’s euch!

    Auf Jersey ist das Eis im wahrsten Sinn des Wortes erste Sahne. Und die Butter, und der Cappu, und … Hmmmmh!!!

    Jersey unterhält übrigens in der Bretagne (natürlich in Frankreich, dem Land des guten Essens - wo sonst!) ein offizielles „World Jersey Cattle Bureau“. Ein Ziel dieser Organisation ist das Bekanntmachen der Besonderheiten dieser speziellen Milchviehrasse und natürlich das Ankurbeln der Vermarktung.

    Ansonsten hat die Stadt viel „britisches“.

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    Wir kommen am geschlossenen Centralmarkt und auch am Fischmarkt vorbei. Die nehmen wir uns aber für nächsten Freitag vor, da haben wir nämlich „frei“.

    Ein Stückchen weiter auf Charing Cross steht dann die „Toad on a Column“ oder auch „Lé Bouân Crapaud“.

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    Diese Säule wurde im Jahr 2004 anläßlich der 800-jährigen Zugehörigkeit Jerseys zur englischen Krone aufgestellt. Sie soll daran erinnern, dass hier über 100 Jahre das Gefängnis von Jersey stand. Auf der Granit-Säule stehen Auszüge aus dem „Code Le Geyt“ von 1698.

    Dieses Buch verzeichnet Verbrechen und ihre Bestrafung. So kann man hier lesen, dass z.B. geringfügiger Diebstahl beim ersten Mal mit Prügelstrafe, beim zweiten Mal mit Peitschenhieben und beim dritten Mal mit Peitschenhieben, Ohrschnitt, Verbannung oder Erhängen bestraft wurde.

    Ja, und die Kröte obendrauf ist ein Hinweis, dass das Gefängnis auf Land stand, welches ursprünglich Sumpfland außerhalb der Stadtgrenzen war.

    Angeblich bezeichnen die Einwohner Guernseys die Jerseyaner gern als Crapauds (Kröten). Die Jerseyaner nehmen das sportlich und behaupten, ihre Kollegen der Nachbarinsel würden dies nur deshalb tun, weil es nämlich auf Guernsey überhaupt keine Reptilien gibt. Redet jemand auf Jersey über die Bewohner von Guernsey dann spricht er nur von den „Donkeys“ (Eseln). Eine uralte Rivalität, für die es unterschiedliche Legenden und teilw. sehr unappetitliche Herleitungen gibt.

    Nach dem Ende der Stadtführung entscheiden wir uns dafür, doch mit unserem Bus wieder ins Hotel zu fahren. Was sollen wir hier? Ist eh alles zu. Da können wir vor dem Abendessen nochmal einen schönen Strandspaziergang machen.

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    Überhaupt: das Abendessen.

    Morgens finden wir auf unseren Plätzen immer eine Speisekarte vor. Hier können wir dann ankreuzen, was wir im Rahmen unserer Halbpension abends zu essen gedenken.

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    Für die eine oder andere Speise müsste man etwas zuzahlen, so man sie denn wählte.

    Und so sah das Ganze dann aus: (ohne Dessert)

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    (Wenn ich mir meine stümperhaften Bilder so ansehe, dann will nur mal anmerken, dass es uns allen in der Woche ganz vorzüglich geschmeckt hat. Das Abendessen war jedes Mal echt ein Traum.)

  • Liebe Joean,

    ich muss mit Dir schimpfen. Du raubst mir meine Zeit, die ich eigentlich brauche, um meinen eigenen Reisebericht zu schreiben. Aber ich kann es nicht lassen. Ich muss Deine literarischen Ergüsse einatmen. Manchmal auch zweimal. Auch wenn es meine Zeit kostet, mach bitte weiter.

    Liebe Grüße aus Hamburg

    Detlev

  • urlauberin2

    Mein Tipp für St. Peter Port: am Ende der Pier (da werdet ihr ja sowieso vorbeikommen - irgendwo muss der Tender ja anlegen) steht die Freiheitssäule. Gleich dahinter ist so ein kleiner "Uhrenturm". Und in diesem Turm ist eine kleine Eisdiele. Auf gar keinen Fall daran achtlos vorbeigehen!

    Mit dem Eis dann gemütlich "The Pollet" runterbummeln, dann weiter die High Street und sich irgendwo ein Cafe suchen und zwingend einen Cappu trinken.

    Es ist ein Genuss!

    LG Joean

  • Moin Joean ,

    Ich erfreue mich auch an dem entzückend geschriebenen Reisebericht. Die Beobachtungen am BER, köstlich! Ich musste laut lachen.

    Eine schöne Reise, ich bin gespannt, wie es weiter geht.

    Das Essen sieht sehr gut aus, die Speisekarte liest sich auch gut.

    Vielen Dank und viele Grüße

    Claudia

  • Dienstag, 20.09.2022

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    Schon wieder früh aufstehen, denn es gilt heute den Westen der Insel zu entdecken.

    Auf dem Weg halten wir an der St. Matthew’s Church, auch als Glaskirche bekannt. Die Witwe des Gründers der Drogeriekette Boots (wem das was sagt) überzeugte den französischen Künstler Renè Lalique die Kirche mit seinen Arbeiten auszustatten. Altar, Kreuz, innere Trennwände – ein Art Deco-Traum aus weißem Glas. Würde ich euch gern zeigen – geht leider nicht.

    Auf dem Weg Richtung Westküste müssen wir dann auch das kleine Städtchen St. Aubin an der Südwestküste durchfahren. Am Donnerstag werden wir hier auch einen Stopp einlegen, dann gibt es mehr Bilder. Einen kleinen Funfact habe ich aber jetzt schon für euch.

    Karl Marx und Friedrich Engels beschrieben den Weg des armen, geknechteten Proletariats ihrer Zeit in eine bessere Zukunft und hatten überhaupt kein Problem damit, diesen Weg schon mal ausgiebig „probezulaufen“. Zwischen 1857 und 1885 statteten beide der Insel mehrere längere Besuche ab, um dem britischen Regenwetter zu entgehen und das milde Klima hier zu genießen. Abgestiegen sind sie dabei meist in St. Aubin in einem kleinen Hotel, dem „The Trafalgar“.

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    Überliefert ist, dass sie sich nach kurzer Zeit schon ziemlich über das Essen aufregten, denn es gäbe hier „nur Lamm in allen Variationen“. Auch von den Jerseyanern hielten an sich sie nicht viel. Die Worte „dumm“ und „Bauern“ sollen in diesem Zusammenhang gefallen sein.

    Als vor Jahren darüber diskutiert wurde, ob man an dem bevorzugten Hotel „The Trafalgar“ eine Gedenktafel für die beiden prominenten Besucher anbringen solle, sprachen sich nur 26% der Einwohner St. Aubins dafür aus. Also: keine Tafel.

    Mit solchen Geschichten vergeht die Zeit bis zum nächsten Highlight wie im Flug. Der erste Beton-Leuchtturm der Welt nahm im Jahr 1874 hier seinen Betrieb auf: Eine kleine Gezeiteninsel aus Granit, die nur bei Ebbe erreicht werden kann, bietet hier ein fantastisches Fotomotiv.

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    Unser nächster Halt war dann schon weiter im Norden der Insel: das La Mare Wine Estate.

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    Das milde Golfstromklima macht es möglich, dass hier seit 1972 Wein angebaut wird. Wir erhalten eine Führung und dürfen uns durch die Weine und auch durch die Liköre der Destillerie probieren.

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    Mild berauscht bis leicht angeschickert erreichen wir dann den Pub in St. Mary, um uns mit einem kräftigen Mittag zu stärken.

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    Nach dem Mittagessen geht’s dann weiter quer über die Insel, würde ich gern sagen, aber was ist schon weit, bei maximal 14 Kilometer Ausdehnung!

    Überhaupt! Dabei fällt mir ein, dass ich bisher ja noch gar nicht erwähnt habe, wie nah hier alles bei einander liegt. Jersey misst rund 8 x 14 Kilometer. Man könnte meinen, dass man das alles nach spätestens 3 Tagen durchhat, aber weit gefehlt!

    Seit gestern haben wir übrigen einen anderen Reiseleiter. Aus Christina ist nun Christian geworden. Ihm möchte ich ganz herzlich danken, denn aus ihm sprudelten die Infos über diese Insel so umfangreich, dass ich manchmal gar nicht hinterherkam oder mir nur noch kurze Stichpunkte machen konnte, die ich dann zu Hause erst mal sortieren und teilw. nachlesen musste.

    Thema Stromversorgung: Jersey deckt seinen Strombedarf zu rd. 90% aus Atomstrom, der durch 3 unterseeische Kabel aus Frankreich bezogen wird. Der Preis dafür ist relativ niedrig und bewegt sich bei ca. 1/3 der Kosten, die wir in Deutschland vor dem aktuellen Preisanstieg zu zahlen hatten. Es gibt keine Windräder auf der Insel und nur ganz wenige Häuser haben Solarzellen auf dem Dach. Dies allerdings liegt oftmals am Denkmalschutz. Fernwärme wird in der neuen Müllverbrennungsanlage erzeugt, die wohl zu einer der Modernsten in Europa gehören soll.

    Jersey: warum heißt der Stoff eigentlich so wie die Insel? Im späten Mittelalter war das Stricken auf der Insel so beliebt, verbreitet und einträglich, dass die Bevölkerung sämtliche anderen Tätigkeiten (Fischfang, Ackerbau) derart vernachlässigte, dass ein Gesetz erlassen werden musste: Wer älter als 14 Jahre war, dem war das Stricken verboten. Er sollte sich lieber um „die wirklich wichtigen Dinge“ kümmern. Befolgte man dieses Gesetz nicht, drohte sogar das Gefängnis. Stricken ist inzwischen wieder erlaubt, aber Webereien gibt es keine mehr auf Jersey.

    Der Jerseystoff hat mit der Insel quasi nichts mehr zu tun. Es soll ja einen „richtigen“ Jerseypullover geben – früher gedacht als Arbeitskleidung für die Fischer. Meist blau, mit Achseleinsätzen und Anker auf der Brust. Wer denkt, er bekommt sowas auf Jersey zu kaufen, der irrt gewaltig. Ich löchere Christian diesbzgl. und er fragt dann auch noch extra bei einem einheimischen Kumpel nach: Am besten solle ich sowas im Internet bestellen, richtet er mir dann am nächsten Tag aus. Einen speziellen Laden auf Jersey der diese „Jerseypullover“ verkauft, gäbe es hier nämlich nicht.

    Dafür kann man hier alles an Markenklamotten erwerben, was auf dem Festland fast unerschwinglich ist. Die niedrige Mehrwertsteuer macht‘s möglich und im Zentrum von St. Helier reiht sich dann auch Shop an Shop.

    Überhaupt macht die Insel für die Reichen und - Achtung! – für die Wichtigen Ausnahmen: der Normalo zahlt – wie schon gesagt – 20% Lohnsteuer. Wen aber der Gouverneur als wichtig einstuft, das sind dann gern auch Popstars oder Bestsellerautoren, der muss nur 2% seines Einkommens versteuern.

    Überhaupt entlohnt die Insel ihre Angestellten hier sehr fürstlich. Ein Oberwachtmeister bei der Polizei z.B. verdient seine 70.000 £ im Jahr. In London verdient man wohl in gleicher Position rd. 40.000 £ im Jahr. Allgemein gilt: wer hier für den Staat arbeitet, hat ausgesorgt. Wundert es uns da noch, dass es rund 700 Polizisten auf Jersey gibt? Und das bei einer Kriminalitätsrate, die sich im unteren einstelligen Bereich bewegen soll.

    Ein Lehrer verdient ca. 47.000 £ im Jahr, ein Schulleiter > 100.000 £ und ein Busfahrer immerhin noch 30.000 £.

    Will man mieten, wird es teuer. Für eine 80m³ Wohnung zahlt man schon mal locker 2.300 £ kalt.

    Aber auch andere schöne Vorschriften finden sich auf dieser Insel. Es gibt hier zwei gesetzlich vorgeschriebene Termine, an denen jeder Grundstücksbesitzer seine Hecken geschnitten zu haben hat. Nämlich, der 15.07. und der 15.09. eines jeden Jahres. Hält man sich nicht daran, gibt es pro Parish (Gemeinde) eine Kommission, die das kontrolliert. Und kommt dann der Säumige der Aufforderung dieser Kommission nicht nach, dann kriegt er seine Hecke geschnitten – von der Kommission und gegen Strafzahlung.

    Kaum haben wir diese ganzen Fakten verdaut, sind wir auch schon der Rozel Bay angekommen, einem niedlichen kleinen Fischerörtchen.

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    Hier findet sich der - auch bereits in Reiseführern erwähnte – berühmteste Kiosk Jerseys: The Hungry Man. Leider hat er zu. Neben sehr guten Burgern soll man hier sogar eine original englische Teatime genießen können.

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    Also schauen wir uns etwas in der Bucht mit den markanten roten Fischerhütten um:

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    Unsere letzte Station für heute ist La Hougue Bie – ein ungefähr 5000 Jahre altes Ganggrab. Durch einen kleinen Eingang scheint 2 x im Jahr die Sonne bis in die hinterste Kammer. Auf dem Hügel über diesem Ganggrab wurden im Laufe der Zeit immer wieder Kirchen errichtet. Leider ist das Museum aktuell nicht geöffnet, so dass man den erst im Jahr 2012 in diesem Ganggrab gefundenen Münzfund – übrigens mit 750kg der größte Europas – nicht besichtigen kann.

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    Zurück nach St. Helier ist es nur ein Katzensprung. Der Reisebus würde uns natürlich auch wieder zurück in „unsere“ Bucht bringen, aber wir entscheiden uns dagegen und bleiben noch ein wenig in der Hauptstadt der Insel.

    In der Blue Note Bar genießen wir zusammen mit Ines und Kai noch ein, zwei einheimische Biere.

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    „Nach Hause“ geht es dann mit dem öffentlichen Bus. St. Helier ist der Knotenpunkt für alle Buslinien. Und davon gibt es jede Menge. Diese kleine Insel hat ein Busnetz, von dem andere Gegenden nur träumen können. Eine Fahrt kostet 2,10 £ und berechtigt auch zum Umsteigen, wenn man beim Kauf das Zauberwort „Transferticket“ erwähnt. Ein Tagesticket für die ganze Insel kostet 8 £.

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    Im Hotel wartet dann schon wieder ein Festmal auf uns. Ich weiß gar nicht, wo ich die ganzen Essensbilder gelassen habe. Ich hätte euch so gern noch mehr gezeigt.

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  • Ja ja, unser Herr Engels, Lamm hat er zuhause definitiv nicht jeden Tag bekommen :D

    Die Leuchtturmbilder sind :love::love:

    2008 Westliches Mittelmeer AIDAdiva

    2012 Transbrasilien AIDAcara

    2012 Kanaren AIDAsol

    2013 Östliches Mittelmeer AIDAdiva

    2014 Nordland mit Spitzbergen AIDAcara, Ostsee AIDAmar

    2015 Panamakanal Norwegian Jewel, Premierenfahrt Norwegian Escape

    2016 Orient Indien AIDAaura, Kiel - New York AIDAluna

    2017 Mittelmeer mit Lissabon Mein Schiff 3

    2018 Hongkong Singapur Celebrity Millenium, Rund um Großbritannien AIDAaura

    2019 Kanaren Azoren AIDAcara, Spitzbergen Island Grönland MS Hamburg - Reisebericht, Mittelmeer mit Andalusien Mein Schiff 4 - Reisebericht

    2020 Rhein südwärts AMAstella

    2021 Große Freiheit Schwedische Küste MS 6, Azoren MS Amera

    2022 Wintertraum Norwegen MS Amera, Kreta - Mallorca AIDAblu

    2023 Norwegen bis Hamburg AIDAprima, New York - DomRep MS6

    2024 Vietnam & Kambodscha Lan Diep (RB), Holland + Flandern MS Alina

  • Vielen Dank für den Tipp mit der Eisdiele - wird umgesetzt

    Letztes Jahr sind wir von St.Peter Port aus die Küste entlang gewandert (Richtung Aquarium) , war schön aber sehr nass. Konsumiert hatten wir gar nichts da die Kinder unbedingt auf die E2 zurück wollten.

    Diesen Fehler werde ich nächstes Jahr korrigieren - Cappu u Eis stehen nun auf der "to do Liste".

  • Mich würde es auch interessieren - hört sich nämlich super an!

    Liebe Grüße
    Tanja


    Kommt noch: ^^

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    Islands Naturwunder


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    Mit der Amina auf der Donau


    Leider vorbei: :(

    2014 Kanaren – MS1
    2016 Großbritannien / Irland – MS1
    2017 Karibik / Mittelamerika – NCL Pearl
    Forenausflug nach Papenburg
    Schallwellen - Festival auf See - MS3

    Hurtigruten - die schönste Seereise der Welt! - MS Kong Harald

    2018 Kanaren mit Madeira - AIDA Sol

    2019 Queen Mary - Hamburg - Southampton

    2020 AIDAmar - von Mallorca nach Hamburg

    2021 Artania - Durch die Fjörde Norwegens

    Weihnachtsmärkte am Rhein mit MS Alena

    2022 Amera - Fjördnorwegens feinste Adressen

    Von Hamburg nach Mallorca mit der MS3

    Christmas Shopping in den Niederlande mit MS Asara

    2023 Rund um Irland mit der Norwegian Star

    Norwegen mit Schottland mit der MS3

    2024 Grönland extrem - MS Hamburg

    Kleine Auszeit im Advent mit der MS Artania

    2025 Alaska mit der Queen Elisabeth von Cunard

    2026 Großbritannien und Norwegen mit AIDA Sol

  • @Joean

    ich bin ja noch nicht so lange hier im Forum.

    Deine Reiseberichte habe ich alle gelesen und bin auch von diesem wieder schwer begeistert.

    Werde dich gern weiter begleiten. :thumbup:

    cara 3 x, aura 6 x, luna 2 x, diva 6 x, mar 1 x, bella 3 x, stella 2 x, sol 3 x, blu 2x

    MS1 1 x, Neue MS1 2 x, MS<3 1x, MS6 3 X,

    arosa silva 1 x (Donau),

    Silver Spirit 1 x (Südafrika),

    MS Artania 1 X

    MS 4 - storno, Mar - storno, Luna - storno, Luna - storno

    coming soon:

  • Mittwoch, 21.09.2022

    Unser Programm verhindert heute jegliches ausschlafen. Und leider auch das Frühstücken.

    Ab 06:20 Uhr können wir uns an der Rezeption unsere „Frühstücksboxen“ abholen. Der Inhalt dieser Box lässt mich gruseln: 2 gummiartige belegte Sandwiches, bei denen sich der liebe Lord Sandwich wahrscheinlich heute noch im Grab umdrehen würde, ein giftig grüner Apfel, ein Schokokeks und 1 Tüte Kartoffelchips. Das einzig, um diese Zeit genießbare, war der Keks. Dieses Ding Frühstücksbox zu nennen, ist eine mehr als ambitionierte Wortwahl.

    Egal. Wir können es nicht ändern und die Chance, heute doch noch etwas Besseres zwischen die Kiemen zu kriegen, besteht ja immerhin.

    Um 07:20 Uhr steht dann pünktlich unser Bus vor dem Hotel um uns zum „Elizabeth Fährterminal“ zu bringen. Heute machen wir einen Tagesausflug zu den „Donkeys“ – wir fahren auf die Nachbarinsel Guernsey.

    Dafür muss sich der Bus in den Berufsverkehr – hinein nach St. Helier stellen.

    Die Straße führt direkt an der Bucht der St. Aubin’s Bay entlang. Auch zu dieser frühen Stunde ist am Strand schon manches los. Ein Reiter hat mit seinen drei Hunden aber viel Platz, um mit seinem Pferd gemächlich im Gegenlicht der aufgehenden Sonne an der Wasserkante zu entlangzureiten. Die Hunde spielen und toben – eine Szene wie aus einem Pilcher-Film.

    „Der ist bestimmt auf dem Weg ins Büro.“ Da sind wir uns einig.

    Hach ja, im mittleren Finanzmanagement müsste man arbeiten! ^^

    Einige Minuten später – wir stehen immer noch im Stau vor St. Helier - hat der Reiter umgedreht und jagt nun im gestreckten Galopp zurück Richtung St. Aubin, so schnell, dass die Hunde kaum nachkommen.

    „Oh, guckt mal…!“, mache ich die anderen im Bus auf diese Szenerie aufmerksam.

    „Frühstücksbox vergessen.“, ist Kai’s trockener Kommentar dazu.

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    Die Fahrt mit Condorferry dauert ungefähr eine Stunde und da die Insel Guernsey von uns aus nordwestlich liegt, kriege ich den Leuchtturm La Corbiere auch noch von der Wasserseite aus vor die Kamera.

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    Übrigens benötigt man auch für diese kurze Fahrt seinen Reisepass. Gepäck und Leute werden durchleuchtet, immerhin fährt man von einem Drittstaat in einen anderen. Bloß einen Stempel in den Pass – den gibt’s wieder nicht.

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    Unser Reiseleiter Christian ist auch heute an unserer Seite und unterhält uns auf der kurzen Fahrt über die Insel schon mal wieder mit viel Interessantem.

    Auf die Nummernschilder hier auf Guernsey sollten wir mal achten, rät er uns. Die Kosten eines Nummernschildes richteten sich nämlich nach der Anzahl der Zahlen. Richtig teuer sei ein Nummernschild, dass nur 2 Ziffern trage. Das koste den Besitzer dann schon mal durchaus rd. 160.000 £. Ein dreistelliges Schild sei schon etwas preiswerter und koste nur rd. 100.000 £. Fünfstellige Nummernschilder kosten den normalen Verwaltungspreis. Dafür sind sie aber allesamt übertragbar und der Besitzer kann sich ein Leben lang dran erfreuen. Na ja, wer’s braucht.

    Übrigens gibt’s auf Guernsey keinen TÜV. Deshalb kann die Karre noch so rostig und abgewrackt sein, sie dürfte trotzdem durch Europa gondeln.

    Da Guernsey flächenmäßig noch etwas kleiner als Jersey ist, kommen wir sehr schnell an unserem ersten Ziel an: der Little Chapel in der Inselmitte beim Ort Les Vauxbelets.

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    Ja, sie sieht klein aus. Trotzdem kann man durchlaufen. Sie soll mit nur 5 Metern Länge das kleinste Gotteshaus der Welt sein. Erbaut ab 1914 und verziert mit Porzellan- und Glasscherben wurde die erste Version der Kirche vom Erbauer wieder abgerissen. Es stellte sich nämlich heraus, dass der eingeladene Bischoff, der die Kirche weihen sollte, nicht durch deren Türe passte.

    Gut, dass wir schon in der Wochenmitte hier vorbeischauen, denn bei dem guten Essen, das uns hier jeden Tag serviert wird (mal von der Frühstücksbox heute Morgen abgesehen), weiß ich nicht, ob wir nicht auch am Ende der Woche in der Türe steckenbleiben würden.

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    Nee, passt noch!

    Nach dem Besuch der Little Chapel machen wir eine kleine Inselrundfahrt – z.B. vorbei an der Europazentrale von Mr. Spex-Brillen. Die sind hier auch der größte Arbeitgeber auf der Insel. Auch hier auf Guernsey herrschen steuertechnisch ähnlich paradiesische Zustände wie auf der Nachbarinsel. Max. 20% Steuern sind zu zahlen, auf ausländische Einkommen sind überhaupt keine Steuern zu zahlen und für 6,6% seines Lohnes erhält ein normaler Arbeitnehmer Krankenversicherung und Rente.

    Weitergeht es über die Insel, wo noch ab und zu einige Gewächshäuser zu sehen sind. Die „Guernsey Toms“ – die Tomaten der Insel waren ehemals ein absoluter Exportschlager.

    Leider kann ich aus dem Bus nur schwer vernünftige Fotos machen, aber schicke Häuser haben sie hier auf jeden Fall. Früher gab es auf der Insel 268 Steinbrüche, in denen feinster Granit abgebaut wurde. Die rosa Stufen der Westminster Abbey bestehen z.B. aus Granit von Guernsey. Und ganz viel dieses rosa Granits ist auch hier verbaut. Teilweise sollen die Mauern der Häuser einen Meter dick sein.

    Heute wird in den alten Steinbrüchen das Regenwasser gesammelt, um es für die Einwohner der Insel zu verwenden.

    Den Abschluss unseres Tages auf Guernsey bildet nun noch eine kurze Stadtführung.

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    Wir erinnern uns: Die Guernseyer sind die Donkeys.


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    Die Stadtführung endet dann wieder in der Nähe des Hafens, von wo aus unsere Fähre dann um 15:00 Uhr schon wieder zurück nach St. Helier fährt. Leider muss man auch hier schon wieder mindestens eine Stunde vorher da sein (aufwendige Passkontrollen).

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    Unnötig zu erwähnen, ich tu’s aber trotzdem:

    Auch Guernsey ist auf jeden Fall eine eigene Reise wert.

    Zurück im Hotel wäre es viel zu schade, jetzt irgendwie auf dem Zimmer sitzen zu bleiben. Uns zieht es wieder mal an „unseren“ Strand und danach in Bar um einen sehr fruchtigen Cocktail vor dem Abendessen zu genießen.

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    Apropos: Da man ja früh auf der Karte ankreuzen soll, was man abends im Rahmen unserer Halbpension auf dem Teller zu sehen wünscht – ich mir aber schon einige Male bis abends nicht merken konnte, was ich mir da früh ausgesucht hatte und dann immer fragend die Schultern hochziehen musste, bin ich dazu übergegangen, morgens die Karte mit meinen Kreuzchen zu fotografieren.

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    Auch an diesem Abend wird es wieder ziemlich spät im „Golden Sands“ an der St. Brelade’s Bay. Nachdem die Kellner unsere Truppe dann mehr oder weniger wieder aus dem Restaurant hinauskomplementieren mussten, sitzen wir noch eine ganze Weile mit den beiden älteren befreundeten Damen in der Hotelbar.