[Reisebericht] Eine Kreuzfahrt mit der MS Lady Diletta durch die Niederlande

  • Vorwort: 'Alle Freitag wieder'. Mein letzter Reisebericht hatte ich vor einer Woche veröffentlicht, nun wieder einer. Ich habe noch genug Material. Ich habe mir vorgenommen, dies ein paar Wochen lang so zu händigen. Bis ich vom Hof gejagt werde ...

    Ich wechsle zwischen Tripps in die nähere Umgebung wie hier und auch etwas weiter ab. Das es auch mal etwas weiter gehen kann siehe auch die aktuellen Facebook Seite von Plantours mit den Beiträgen über die MS Hamburg (Zinni = Gerald Z.).

    Der Stand von diesem Bericht ist von Oktober 2020. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.

    Eine Kreuzfahrt mit der MS Lady Diletta durch die Niederlande

    Reisen in (k)ein Risikogebiet

    Alle Bilder wurden mit meinem Handy oder der Nikon D750 aufgenommen

    7. Oktober 2020:

    Das Auswärtiges Amt informiert:

    'Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Niederlande wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt'

    Zwei Monate zuvor:

    In 2020 lief es bislang wie gewohnt: Die Bayern wurden Meister, es regnete zu wenig, und Zinni ging auf Reisen. Wenn auch anderes als sonst. Da Fliegen im Moment nicht in Frage für mich kommt, buchte ich die siebte Kreuzfahrt in 2020. Auf der Suche nach immer was Neuem fand ich eine Flussreise 'Unterwegs in Holland und Flandern' mit vielen unbekannten Zielen in diesen Regionen. Ich freute mich, als die Reise Mitte August bestätigt wurde.

    Das Schiff war die 'MS Diletta', die ich auf der Mosel ein paar Wochen zuvor gesehen hatte:

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    Die MS Lady Diletta auf der Mosel

    Sie wurde erst am 24. Juni 2020 getauft.

    Ende August 2020 ging es los. Ich war zum Zug gekommen, im Gegensatz zur deutschen Nationalmannschaft die kürzere Strecken lieber fliegt, Nachdem ich in Mainz im Intercity meinen Platz nach Düsseldorf eingenommen hatte, nutzte ich den Komfort Checkin. Trotzdem wollte später der Bahnmitarbeiter mein Ticket sehen. Mein Hinweis, dass ich Online eingecheckt hatte wurde mit 'Vor ein paar Minuten noch nicht' beantwortet. Da war ich aber noch nicht im Großraumwagen. Der Spruch hätte mich aus der Bahn werfen können, hatte es aber nicht.

    Wir hatten Verspätung wegen eines Zuges der vor uns fuhr. Die Bahn hat viele Vorzüge ... In Koblenz wurde es warm im Abteil. Neu zugestiegene Passagiere fragten mich ob das die ganze Zeit so war, was ich verneinte. Später entschuldigte sich ein Mitarbeiter, ein Schelm hatte im Hochsommer die Heizung auf die volle Stellung geschaltet, obwohl der Zugriff geschützt ist. Das war aber alles harmlos, ich erreichte entspannt Düsseldorf.

    Düsseldorf

    Gut, dass ich einen Brausparvertrag abgeschlossen hatte, den ich erneut bei der Brauerei Schumacher in der Düsseldorfer Innenstadt auslösen lies:

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    Altbier und Mett bei Schumacher in Düsseldorf

    Mit hatte es dort wieder gefallen, und der Kellner Stephan ist klasse. Ich bat die Brauerei-Leitung via E-Mail um eine Beförderung von ihm. Ich würde es ihm gönnen.

    Die MS Lady Diletta lag wieder in Düsseldorf-Süd wie bei allen meinen Kreuzfahrten derzeit ab dort. In der Nähe der Altstadt mag in Corona Zeiten wohl niemand an- und ablegen, warum auch immer:

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    Die MS Lady Diletta in Düsseldorf

    Ich hatte beim Einchecken natürlich nach einem Doppelpack auf den letzten beiden Reisen nicht erneut mit ein Upgrade gerechnet, aber dass ich erstmalig bei meinen fünfzig Kreuzfahrten eine richtige Einzelkabine bekommen würde hatte ich auch nicht erwartet:

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    Meine Einzel-Kabine auf der MS Lady Diletta

    Eine Person sagte zu mir: 'Die Kabine sieht ja aus wie im Knast'. Den Eindruck hatte ich nicht, mir hatte sie ausgereicht. Ich hatte alles was ich benötige. Das kein Champagner aus den Wasserhähnen geschossen kam konnte ich verschmerzen.

    Beim Blick auf die Speisekarte für das erste Abendessen an Bord sah ich, dass Tilapia angeboten wurde. Ob dieser umstrittene Billig-Fisch passend zu einem Kreuzfahrtschiff ist bezweifle ich, und hoffte auf einen Ausrutscher, zumal der Rest des Menüs Appetit darauf erweckte:

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    Das Willkommens Abendessen auf der MS Lady Diletta

    Ich sah mir das schicke Restaurant und meinen zugewiesenen Sitzplatz an:

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    Das Restaurant auf der MS Lady Diletta

    und ahnte da noch nicht, dass ich hier nicht nur schöne Stunden verbringen würde.

    Mir war nicht nur die Kreuzfahrtdirektorin von meiner Reise mit der MS Hamburg in letzten Jahr in die Karibik mit Plantours bekannt vorgekommen. Da dieses Hochsee-Schiff derzeit an der Leine liegt, waren einige von der Crew bei der MS Hamburg im Dienst. Ich freute mich, ich fühlte mich damals in guten Händen.

    Die MS Lady Diletta fuhr los in Richtung nach Niederlande, zuerst mit Blicken auf hässliche Industrie-Anlagen:

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    Auf den Weg nach den Niederlanden

    aber auch schöner Natur:

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    Auf den Weg nach den Niederlanden

    Ich erwähnte bei einer angebotenen Sprechstunde dem Oberkellner meine Unverträglichkeit von Knoblauch, Bärlauch und Trüffelöl. Ich hatte leider nicht den Eindruck, dass er daran groß interessiert war. Ich sollte das meinem Kellner am Tisch sagen. Das tat ich, nahm im Restaurant meinen Platz ein, und gab Bescheid. Ich hatte zusammen mit einem weiteren Alleinreisenden an einem Tisch gesessen. Was uns als erstes Abendessen serviert wurde, waren wir beide der Meinung, dass der Pfiff fehlte, und fanden es eher fade als pikant angemacht. Satt wurde ich natürlich trotzdem, dazu benötige ich nicht viel.

    Am nächsten Morgen erreichten wir Amsterdam, die Hauptstadt der Niederlande, aber nicht der Regierungssitz des Landes.

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Amsterdam

    Wie hatten dort den ganzen Tag lang Aufenthalt, aber stundenlang durch die Großstadt laufen hatte ich in Corona-Zeiten keine große Lust. Ich buchte ein Zeitfenster in der 'Heineken Experience', eine Attraktion in der ersten Heineken-Brauerei, die im Stadtzentrum liegt. Nicht unmittelbar am Schiff, ich lief erst einige Zeit durch die Straßen von Amsterdam und den vielen Grachten:

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    In den Straßen und Grachten von Amsterdam

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    In den Straßen und Grachten von Amsterdam

    Mühelos erreichte ich die ehemalige Brauerei. 1988 wurde sie geschlossen, weil sie zu klein wurde:

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    Die alte Heineken Brauerei in Amsterdam

    Kein Mensch trug eine Maske, weder die Besucher noch das Personal. Das sollte in den Niederlanden während meiner kompletten Reise so bleiben, egal in welcher Lokalität.

    Es gibt drei Teile bei der Besichtigung der Brauerei: Der erste ist der informative, der trotzdem nicht zu trocken, steif und/oder langweilig wirkte:

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    Braukessel in der Heineken Experience in Amsterdam

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    In der Heineken Experience in Amsterdam

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    In der Heineken Experience in Amsterdam

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    In der Heineken Experience in Amsterdam

    Der Bier-Vergnügungspark wurde anscheinend von Menschen entworfen, die selbst zu viel Heineken intus hatten. Einige Teile wirkten irritierend, auch weil die Zuschauer gebeten wurden, sich wie Bierflaschen zu fühlen. War trotzdem cool.

    Im Schankraum (wo Nena mich mit ihren Luftballons begrüßte) durfte das Bier probiert werden. Zum Getränkeangebot des Konzerns gehören mehr als 300 Marken. Auch in Deutschland, die Firma hält 30 Prozent der Paulaner Brauerei Gruppe. Trotzdem wird nur die Hausmarke serviert, unter dem Namen 'Heineken' gibt es nur eine Sorte. Die ist nicht gerade mein Favorit, es gibt aber Schlimmeres.

    Es war ein kurzweiliges Erlebnis, und ich war froh, dass ich das unternommen hatte.

    Für den Nachmittag buchte ich eine Busfahrt zum Freilichtmuseum Zaanse Schans und nach Edam. Beides hatte ich schon einmal gebucht, aber eine Wiederholung war mir lieber als durch Amsterdam zu laufen.

    Das Freilichtmuseum Zaanse Schans nördlich von Zaandam war mit dem Bus schnell erreicht. Es ist ein Dorf mit bewohnten Häusern, typischen Gebäuden, Museen, Shops, Cafés und natürlich Windmühlen:

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    Windmühlen im Freilichtmuseum Zaanse Schans

    Ein 'echtes' Holland findet man hier nicht. Die historischen Gebäude und Windmühlen standen ursprünglich in der ganzen Gegend verteilt. Sie sind aus dem 18. und 19. Jahrhundert, und wurden seit 1961 nach und nach zu ihrer neuen Heimat Zaanse Schans gebracht:

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    Windmühlen im Freilichtmuseum Zaanse Schans

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    Eine Windmühle im Freilichtmuseum Zaanse Schans

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    Windmühlen im Freilichtmuseum Zaanse Schans

    Alle gängigen Klischees des Landes wurden in der Disneyland ähnlichen Anlage präsentiert, wie hier diese Holzschuhe:

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    Holzschuhe im Freilichtmuseum Zaanse Schans

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    Holzschuhe im Freilichtmuseum Zaanse Schans

    und die Käserei, in der man erfährt, wie der Käse entsteht:

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    Ein Milchwagen im Freilichtmuseum Zaanse Schans

    Immerhin war dieses Schaf echt:

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    Ein Schaf im Freilichtmuseum Zaanse Schans

    Bei Schafen in den Niederlanden kann man gut wissen wie das Wetter ist: Haben sie keine Locken, hatte es einen Sturm gegeben. Sind sie weg gab es einen Orkan. Sind sie danach wieder da war es ein Tornado ...

    Gelungen war der Besuch trotzdem, ich hatte mich amüsiert. Zumal die vielen Touristen aus Asien gefehlt hatten, in der Anlage war es relativ ruhig im Gegensatz zu den letzten Jahren. Vor Corona Zeiten gab es bis zu 900.000 Besucher per annum.

    Wir fuhren weiter nach Edam, dass auch 'die Perle an der Zuiderzee' genannt wird, und an der IJsselmeer liegt. Das 'IJ' stimmt, es ist im Niederländischen eine Ligatur, weshalb auch das J als Majuskel geschrieben wird. Ist nicht mein Wissen, und habe ich abgeschrieben, weil es mir merkwürdig erschien.

    Die meistens denken zuerst an Käse, wenn sie den Namen der Stadt hören. Zu Recht, denn sie hat eine jahrhundertelange Tradition als Umschlagmarkt davon.

    Ein Spaziergang entlang des Kanals 'Nieuwe Haven' ist ein Muss für alle Besucher:

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    Der Kanal 'Nieuwe Haven' in Edam

    Hier ist eine kleine Brücke über die IJe (ja, das IJ stimmt auch hier):

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    Der Kanal 'Nieuwe Haven' in Edam

    und hier im Hintergrund ist die wesentliche größere Kwakelbrug zu sehen:

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    Die Kwakelbrug in Edam

    Pavillons wie der im Vordergrund werden hier 'Theekoepels' genannt. Ich vermute, dass hier nicht die armen Menschen der Stadt residieren.

    Die Kwakelbrug wird noch benutzt, ist funktionstüchtig, und soll eine der schmalsten und ältesten Brücken des Landes sein:

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    Die Kwakelbrug in Edam

    Das 'Oudste Houten Huis' ist das älteste Holzhaus der Stadt:

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    Das 'Oudste Houten Huis' in Edam

    Es wurde im 16. Jahrhundert erbaut, und sowohl seine Fassade als auch die Fensterläden sind größtenteils original. Es hat viele Stadtbrände überstanden, warum auch immer.

    Das ehemaligen Rathaus auf der linken Seite des Bildes ist heute ein Informationszentrum für Besucher:

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    Das ehemaligen Rathaus von Edam

    Ansonsten prägen Kanäle die Stadt, wo die Jugend ihren Spaß daran hat:

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    Ein Kanal in Edam

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    Ein Kanal in Edam

    Zurück in Amsterdam hatte ich beim Auslaufen die herrliche abendliche Stimmung genossen, ich lasse die Bilder für sich sprechen:

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    Abschied von Amsterdam

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    Abschied von Amsterdam

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    Abschied von Amsterdam

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    Abschied von Amsterdam

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    Abschied von Amsterdam

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    Abschied von Amsterdam

    Ich fing an mich auf der MS Lady Diletta einzugewöhnen. Die Lady wurde nach die in 2019 geborene jüngste Tochter von Inti Ligabue, Eigentümer der Ligabue Gruppe und Betreiber dieses Schiffs, benannt. Etwas älter war die Musikerin, ihre Melodien hatten mir gut gefallen. Ein spezieller Gast (ich könnte ihn greifen) hatte sich an dem Abend in Amsterdam den zu der Stadt passenden Musikwunsch 'Amsterdam (Liebe hat total versagt)' gewünscht. Sie kannte das Lied (für manche auch Leid) nicht, wird aber ab sofort es immer spielen, wenn das Schiff dort anlegt.

    3 Mal editiert, zuletzt von Zinni (6. November 2020 um 10:40)

  • Enkhuizen und Hoorn

    Am nächsten Tag sollte ursprünglich Antwerpen angefahren werden. Die die Stadt zu diesem Zeitpunkt als Corona-Risikogebiet eingestuft war, wurde die Destination gestrichen und die beiden niederländischen Kleinstädten Enkhuizen und Hoorn angelaufen. Ich kannte alle drei Städte, mir war das egal.

    Wir fuhren am nächsten Tag durch ein Windräder-Land:

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    Windräder nahe Enkhuizen

    and lagen danach in Enkhuizen, eine alte Stadt am IJsselmeer mit einer reichen Geschichte.

    In der Nähe der Anlegestelle steht das Drommedaris von 1540, das bekannteste Gebäude der Stadt. Es diente lange Zeit als Wehrtor und Gefängnis und beschützte den Eingang des Hafens:

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    Das Drommedaris in Enkhuizen

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    Das Drommedaris in Enkhuizen

    Es gibt einige Häfen in der Stadt, die meisten sind außerhalb des Stadtkerns:

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    Im Hafen von Enkhuizen

    Über die Blauwpoortsbrug ging ich zum Zentrum:

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    Die Blauwpoortsbrug in Enkhuizen

    wo auch einige Boote lagen:

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    Im Hafen von Enkhuizen

    Kanäle wie so oft in den Niederlanden prägen die Stadt:

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    Ein Kanal in Enkhuizen

    Romantik und jede Menge Freiheit verbinden die meisten Einheimischen und Besucher mit einem Leben in einem Hausboot:

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    Ein Hausboot in Enkhuizen

    Wie es in der Realität ist kann ich nicht beurteilen. Für mich wäre das nichts. Das Haus muss dicht sein und bleiben, man möchte nicht in einer Titanic wohnen. Und unwillkommener Gäste (wie Spinnen und Ratten) oder die Entsorgung von Brauchwasser machen es nicht besser.

    Danach hatte ich ein ganz anderes Problem, und es ging ausnahmsweise mal nicht um Durst. Die 'Brouwerij de Werf' war trotzdem mein Retter in der Not, obwohl sie noch offiziell geschlossen war:

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    In der 'Brouwerij de Werf' in Enkhuizen

    Schade, dass es zu früh für einen Umtrunk war. Die Jungs waren toll dort, vielen Dank von mir auf diesen Wege für die Hilfe. Das mitgenommene Bier schmeckte daheim köstlich. Ich würde meine Arbeit mit nach Hause nehmen, wenn ich dort als Bierbrauer eingestellt bin.

    Auch die nächste Destination Hoorn begrüßte uns mit einem Turm:

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    'De Hoofdtoren' in Hoorn

    Benannt nach dem Dock 'Houten Hoofd', das sich direkt hinter dem großen Wehrturm befindet.

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    Blick auf 'De Hoofdtoren' und Hoorn

    Fast direkt am Turm sind diese drei zu sehen, die 'Scheepsjongens van Bontekoe':

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    Die Scheepsjongens van Bontekoe in Hoorn

    'Kapitän Bontekoes Schiffsjungen' ist ein niederländisches Jugendbuch, das 1924 erschien. Die Jungs heuern auf der 'Nieuw-Hoorn' an, die für die Niederländische Ostindien-Kompanie nach Java fahren soll. Spoiler: Im Buch gibt es ein Happyend, im Schiffs-Journal des Kapitäns Willem Ysbrandszoon Bontekoe, von dem das Buch inspiriert ist nicht.

    Anheuern auf diesen Booten ist wahrscheinlich unmöglich:

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    Im Hafen von Hoorn

    Ich lief in die Innenstadt, entlang von idyllischen Kanäle:

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    Ein Kanal in Hoorn

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    Ein Kanal in Hoorn

    Die Blütezeit von Hoorn war im 17. Jahrhundert. Der Ort war Namensgeber für den südlichsten Punkt des amerikanischen Kontinents, Kap Hoorn. Noch heute prägt die maritime Vergangenheit das Antlitz der Hafenstadt:

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    In der Innenstadt von Hoorn

    Der Käsemarkt Hoorn war alles andere als Käse, sondern malerisch:

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    Der Käsemarkt von Hoorn

    Humor haben sie dort:

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    Oostereiland in Hoorn

    Oostereiland ist eine in 1662 entstandene künstliche Insel. Hier liegt das ehemalige Gefängnis, dass heute ein Hotel ist.

    Die abendliche Stimmung mit Blick auf den Turm und die Stadt war toll:

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    Abenddämmerung im Hafen von Hoorn

    Auch von Bord aus gesehen:

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    Abenddämmerung im Hafen von Hoorn

    So langsam wunderten wir uns beim Abendessen, dass die Abläufe nicht eingespielter wurden, und es konzeptlos wirkte. Auf allen Plätzen standen bereits die Vorspeisen beim Betreten, obwohl unser Tisch nur mit zwei Personen besetzt war. Wenn ich beim Mittagessen mitteilte, dass ich am Abend nur den Hauptgang haben wollte, standen sie trotzdem auch auf dem Tisch, oder wurden serviert. Eine sinnlose Verschwendung. Dafür fehlte irgendetwas immer, sei es Salz, Pfeffer, Essig oder Süßstoff. Manches war mir vorgekommen wie ein unverständlicher und zäher deutscher Verwaltungsakt.

    Ein angebotener Tee war ungenießbar und ätzend. Wir vermuteten, dass noch Reinigungsmittel in der Wasser-Leitung war oder sowas. Als Putin-Kritiker in der Ukraine hätte ich mir Sorgen gemacht, trotz nur einem Schluck davon.

    Ich hoffe für die Zukunft, dass die Küchen- und Serviceleistung im Restaurant auf der MS Lady Diletta sich noch verbessert. Es wäre schade für das ansonsten tolle Schiff mit seinem super Personal.

    Einmal editiert, zuletzt von Zinni (6. November 2020 um 10:08)

  • Rotterdam und Dordrecht

    Dordrecht ist eine Stadt und Gemeinde in der niederländischen Provinz Südholland. Sie erhielt die Stadtrechte 1220, und ist damit die älteste Stadt in Holland. Aber nicht in den Niederlanden.

    Der stumpfe, schiefe Turm der Grote Kerk prägt bereits seit Jahrhunderten das Stadtbild:

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    Die Grote Kerk in Dordrecht

    was ich ganz toll fand:

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    In der Innenstadt von Dordrecht

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    In der Innenstadt von Dordrecht

    Ich hatte eine enge Gasse entdeckt, die bestimmt als Sehenswürdigkeit in keinem Reiseführer steht:

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    Eine enge Gasse in Dordrecht

    Da musste ich natürlich durchlaufen, meine Neugier siegte:

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    Eine enge Gasse in Dordrecht

    und fühlte mich eng dabei.

    Danach hatte ich mein Paradies gefunden, die 'Distilleerderij Rutte':

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    Der Verkaufsraum der Distilleerderij Rutte in Dordrecht

    Seit fast 150 Jahren wird hier Genever, Gin und Likör destilliert. Es scheint die Zeit stillzustehen, denn selten wurde etwas verändert. Ein Besuch ist uneingeschränkt zu empfehlen. Und dieser Absatz entstand ohne einen Einfluss von Alkohol.

    Nicht wie hier: Der Besitzer von diesem Fahrrad besuchte wahrscheinlich den Verkostungsraum, und wusste danach nicht mehr wo es steht:

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    Ein verlassenes Fahrrad in Dordrecht

    Nach einem letzten Bild auf die Stadt und einem Turm auf der anderen Seite der Maas:

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    Ein Wasserturm von Dordrecht

    fuhren wir weiter zu der coolen Hafenstadt Rotterdam. Die Attraktionen der Stadt kannte ich, und buchte lieber einen Ausflug zu den zwei Nachbarstädten Den Haag und Delft. Zuerst ging es zum Seebad Scheveningen, der 'Strand von Den Haag'. Es ist über zweihundert Jahre her, dass Jacobus Pronk das erste Badehaus dort errichten ließ. Wir hatten vor Ort fünf Minuten Zeit um ein paar Bilder aufzunehmen:

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    Die Pier von Scheveningen

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    Am Strand von Scheveningen

    Danach hatten wir noch einen kurzen Foto-Stopp am Friedenspalast. Er wurde 1913 fertiggestellt inmitten einer Parklandschaft. Das Gebäude ist Sitz des Internationalen Gerichtshofs, des Ständigen Schiedshofes, der Haager Akademie für Völkerrecht und einer bedeutenden Völkerrechtsbibliothek:

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    Der Friedenspalast in Den Haag

    Nur leider gab es nicht die versprochenen öffentlichen Toiletten, gut organisiert war dies nicht. Es steigerte sich aber noch. Ich musste an meine erste und letzte Busfahrt nach Paris denken in meinen jugendlichen Jahren, die sich ewig mit zwölf Stunden gezogen hatte. Ganz so lange war es hier nicht, es tat sich aber genauso wenig für eine lange Zeit. 'Die Staus von Den Haag' als Ausflugsziel sind nur eingeschränkt zu empfehlen. Zumal der Weg in die Innenstadt auf einmal angeblich gesperrt sei, und die Besichtigung der Stadt abgebrochen wurde. Es gab einen großen Unterschied zwischen Erwarten und Erleben.

    Eine Fahrt nach der Formel: 'Keine Toiletten + keine Regierungsgebäude = Viel Frust' und zum Vergessen. Mein persönlicher Rheinfall in 2020.

    Ohne einen weiteren Stopp wurde immerhin der Weg nach Delft gefunden. Die Stadt verdankt ihren Namen dem künstlichen Wasserlauf Delft, an dem sie entstanden ist.

    Wir liefen Richtung Zentrum natürlich an Kanälen vorbei, wir waren ja in den Niederlanden:

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    Ein Kanal in Delft

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    Spiegelungen in Delft

    mit bizarren grünen Algen:

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    Ein Kanal in Delft

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    Ein Kanal in Delft

    in die Richtung 'Nieuwe Kerk':

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    Auf dem Weg zur 'Nieuwe Kerk' in Delft

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    Auf dem Weg zur 'Nieuwe Kerk' in Delft

    und erreichten den historischen Marktplatz, mit dem alten Rathaus ('Stadhuis'):

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    Das Stadhuis von Delft

    und natürlich der 'Nieuwe Kerk'. Sie ist eine der größten Kirchen der Niederlande und ein Werk der Backsteingotik:

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    Die 'Nieuwe Kerk' in Delft

    Hier gibt es auch Souvenir-Geschäfte, die niemand braucht. Wer so etwas kauft, hat wohl die Kontrolle über sein Leben verloren:

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    Kitsch in Delft

    Ich wollte sehen, ob ich nach ein paar Bier meine Kontrolle verliere, und ging zum 'Delfts Brouwhuis': Dort hatte es mir auf Anhieb gefallen:

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    Delfts Brouwhuis

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    Delfts Brouwhuis

    Das Bier schmeckte klasse, ich musste natürlich so viel wie möglich probieren:

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    Bierprobe im Delfts Brouwhuis

    Delft war interessant, aber Den Haag Murks, und verschenktes Geld. Mein Tischnachbar und ich meldeten den 'Ausflug zu den sehenswertesten Staus der Niederlanden' der Kreuzfahrtdirektorin. Sie war überrascht, weil der lokale Reiseleiter der Meinung war das alles gelungen sei. Sie konnte natürlich nichts dafür, und vertraute zuerst den Aussagen des lokalen Guides. Gehört hatten wir nichts mehr danach von der kompetenten Mitarbeiterin. Ich hoffe, dass dies an die örtliche Agentur weitergeleitet wurde, um nachfolgenden Passagieren so etwas zu ersparen.

    Der Tag und der Abend waren aber noch lange nicht vorbei. Die abendliche Stimmung mit den Lichtern auf die modernen Gebäude war top:

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    Rotterdam am Abend

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    Rotterdam am Abend

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    Rotterdam am Abend

    Und anstatt trotz Getränkepaket im Salon vom Schiff zu sein, trank ich ein paar Cocktails inmitten von außer mir jugendlichen Publikum in einer coolen Lokation, der 'Palmboompjes pop-up Bar':

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    Die 'Palmboompjes pop-up Bar' in Rotterdam

    Ob ich an der Schiffs-Bar vermisst wurde ist mir nicht bekannt. Denn ich blieb lange, es hatte mir gut gefallen dort. Weit zum Schiff hatte ich es nicht zurück:

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    Blick von der 'Palmboompjes pop-up Bar' auf die MS Diletta in Rotterdam

    2 Mal editiert, zuletzt von Zinni (6. November 2020 um 10:12)

  • Veere und Bruinisse

    Veere ist meine 'kurz besuchte Stadt in den Niederlande'. Morgens angekommen, wurden wir umgehend in Ausflugsbusse zum Deltapark Neeltje Jans verteilt, und das Schiff fuhr mit den restlichen Passagieren weiter nach Bruinisse, wo wir danach wieder das Schiff erreichten.

    Mehr als die Hälfte der Niederlande liegt tiefer als der Meeresspiegel, muss also durch Deiche, Wehre und andere Bauwerke vor Überschwemmungen geschützt werden. Nach fast zehnjähriger Bauzeit wurde auf der unbewohnten Insel Neeltje Jans ein bewegliches Sturmflutwehr gebaut. Begonnen hatte unsere Tour mit 'Die Delta Experience'. Das war eine beeindruckende und dramatische 4D Animation, ich konnte die zerstörende Kraft spüren.

    Danach gab es eine geführte Tour zur Sturmflutwehr:

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    Im Deltapark Neeltje Jans

    Das Bauwerk hat eine Betongarantie von 200 Jahren und ist mit 45 Meter breiten Stahltoren ausgestattet:

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    Im Deltapark Neeltje Jans

    Die Wahrscheinlichkeit für eine Überschwemmung war damals einmal alle 80 Jahre. Nun ist die Wahrscheinlichkeit weniger als einmal alle 4000 Jahre:

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    Im Deltapark Neeltje Jans

    Auch die Innenräume konnten wir besichtigen:

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    Im Deltapark Neeltje Jans

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    Im Deltapark Neeltje Jans

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    Im Deltapark Neeltje Jans

    Unser Führer Niko hatte einen tollen Job gemacht, und uns ausführlich informiert. Ein großes Danke auf diesem Wege. Mir hatte es gut gefallen dort, und das war mal ganz etwas anderes. Die Kritiken in diesem Jahr bei Tripadvisor sprechen eine andere Sprache. Es kann gut sein, dass wir Privilegien hatten durch unsere Gruppe, die individuelle Reisende nicht hatten. Die derzeit wegen Corona geschlossenen Aktivitäten hatten mich nicht interessiert, aber vielleicht gut zu wissen bei einem geplanten Aufenthalt dort.

    In Bruinisse angekommen, hatten wir noch jede Menge Zeit. Das Schiff lag etwas außerhalb, ich lief durch eine liebliche Landschaft zum Ort:

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    In der Nähe von Bruinisse

    Bruinisse ist überschaubar, viel zu sehen gab es nicht:

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    Blick auf Bruinisse

    Als Alkoholbeauftragter fand ich schnell einen Weg mir die Zeit zu vertreiben. Das Cafe 't Veerhuis war gemütlich, und das Bier schmeckte:

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    Das Café 't Veerhuis in Bruinisse

    Zurück auf dem Schiff hatte am Abend der sympathische Kapitän Raul Kraaier, der aus 'Verrückt nach Fluss' bekannt ist, seine Familie zu Besuch. Sein Sohn sah aus wie er, dass er der Vater ist mag niemand anzweifeln.

    2 Mal editiert, zuletzt von Zinni (6. November 2020 um 10:15)

  • Nijmegen

    In Nijmegen war ich in 2020 schon einmal, trotzdem fand ich jede Menge Neues zum Anschauen. Der Grote Markt ist der größte Platz der Stadt, und wohl auch der schönste:

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    Der Grote Markt in Nijmegen

    Eingekauft wird mehr in der Marikenstraat. Sie nutzt den Vorteil der Höhenunterschiede der hügeligen Stadt aus:

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    Die Marikenstraat in Nijmegen

    Geld kann hier auf zwei Ebenen ausgegeben werden!

    Die Stevenskerk ist die historische Hauptpfarrkirche der Stadt:

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    Die Stevenskerk in Nijmegen

    Ich ging hinein, und war irritiert. Nicht nur Bildern von halbnackten Männern waren zu sehen,

    sondern auch von noch freizügigeren Frauen. Sowas hatte ich noch nie in solchen Orten erlebt. Auch die Musik aus der Orgel war gewöhnungsbedürftig, ich vermute sie wurde eingestimmt.

    Ich lief danach ziellos durch die Stadt und fand diese Statue. Was immer das auch bedeuten soll, ich fand es kreativ:

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    Kunst in Nijmegen

    und dieses Schild:

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    Das Wohnhaus von Henriette Presburg in Nijmegen

    Hier wohnte Henriette Presburg, die Mutter von Karl Marx. Sie war keine Böse, das Wort 'Moeder' ist Mutter auf Niederländisch.

    Die Eisenbahnbrücke (niederländisch Spoorbrug) überspannt die Waal, den südlichen Arm des Rheins im Rhein-Maas-Delta:

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    Die Eisenbahnbrücke von Nijmegen

    Ohne einen Plan zu wissen was auf dem anderen Ufer zu sehen war, überquerte ich sie:

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    Auf der Eisenbahnbrücke von Nijmegen

    und hatte einen guten Blick auf die Stadt und den am Ufer liegenden Kreuzfahrtschiffen:

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    Blick auf Nijmegen

    Um Überschwemmungen der Waal bei Hochwasser zu mindern, wurde das Flussgebiet erweitert. Dazu hat man das nördliche Ufer so zurückgelegt, dass ein zweiter Stromarm, die Spiegelwaal, entstanden.

    Um diesen zu erreichen / zu überqueren wurde die Brücke 'De Lentloper' gebaut:

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    'De Lentloper' in Nijmegen

    Auf der neuen Halbinsel 'Veur-Lent' gibt es Strände:

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    Die Halbinsel 'Veur-Lent' in Nijmegen

    und zurück gelassene Fahrräder:

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    Die Halbinsel 'Veur-Lent' in Nijmegen

    Die Stadt hatte dort im April 2020 eine neue Landmarke bekommen: Diese römische Reitermaske ist nun das 'Das Gesicht von Nijmegen':

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    Das Gesicht von Nijmegen

    Der Künstler Andreas Hetfeld will 'Ein Kunstwerk für die Ewigkeit' geschaffen haben:

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    Das Gesicht von Nijmegen

    Aktuell passt es derzeit nicht: Die Römer haben eine Maske genutzt, um sich gegen einen sichtbaren Feind zu wehren. Heute werden Masken gegen einen unsichtbaren Feind, der vermutlich viel gefährlicher ist benötigt.

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    Das Gesicht von Nijmegen

    Bewacht wird das Gesicht von der Kanone der Fort Knodsenburg:

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    Die Kanone vom Fort Knodsenburg in Nijmegen

    Vom Fort selbst ist nicht mehr viel zu sehen außer ein paar Mauern:

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    Das Fort Knodsenburg in Nijmegen

    Der kurze Ausflug zu der Geschichte der Stadt hatte sich gelohnt.

    Ich könnte mich jetzt herausreden, dass es mit Kultur weiter ging, denn die 'Brouwerij de Hemel' hat auch ein Museum. Da ich dort vor ein paar Wochen bereits war, ging ich Banause nonstop nur in den Schankraum:

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    In der Brouwerij de Hemel in Nijmegen

    und ließ es mir bei einem Biertest gut gehen.

    Das war toll, nur später wurde es an Bord grausam. Für die einen war es das Abendessen, für mich war es die schlimmste Zeit während dieser Kreuzfahrt. Obwohl ich mehrfach erwähnt hatte, dass ich Knoblauch nicht vertrage, ging es mir nach einem Biss in den Rosenkohl wie mit dem ganzen Jahr 2020: Ich wollte einfach nur, dass es aufhört. Mein Abend und die Nacht waren im Eimer. Auch weil ich meinen 'Ratgeber: Trotz Knoblauch-Geschmack gut schlafen' nicht dabei hatte. Die Reaktion des Verantwortlichen war wie ein Schüler, der unbedingt eine Antwort geben will, aber die Bedeutung nicht verstanden hatte. Aber: 'Dont Look back in Anger'. Das war mir schwergefallen, hatte es aber geschafft.

    Der Blick auf die schöne abendliche Stimmung machte es etwas besser:

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    Auf Wiedersehen Rhein!

    Die Bedienung beim Frühstück am nächsten Tag spielte immer noch auf beleidigt, und ich sollte mich in Corona-Zeiten an einen Tisch setzen, der noch mit den Resten der Vorgänger gespickt war. Das lehnte ich ab, was ihn zu einer noch schlimmeren Gemütslage führte. Das tolle an schlechter Laune ist, dass sie länger als gute hält.

    Ich verabschiedete mich von der restlichen Crew, und fuhr mit dem Taxi zum Bahnhof, von wo aus es zurück in die Heimat ging:

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    Im leeren Zug zurück von Düsseldorf nach Mainz

    Der Aufenthalt in den Niederlanden war mir trotz Corona vorgekommen wie: 'Es wurde gefeiert, ohne Abstandsregeln'. Dafür zahlt das Land jetzt den Preis. Es ist inzwischen stark betroffen (Stand: Anfang Oktober 2020). Alle Landesteile außer Zeeland sind mittlerweile als Risikogebiet eingestuft.

    Die guten Zeiten sind vorbei, egal wo. Vielleicht kommen irgendwann noch bessere, und bei der nächsten Zeitumstellung wird wieder auf 'Die Unbeschwerte' zurückgestellt. Oder auch nicht. Es muss nicht jeder Tag ein Sonntag sein, aber auch nicht: 'No Country for Old Men'.

    Das war meine Kreuzfahrt Nummer Sieben in 2020, über alle wurde ein Bericht erstellt. Ich schreibe sowas seitdem ich Buchstaben kenne, also noch nicht so lange. Ich weiß, dass ich nicht der schlauste, originellste, witzigste oder sonst was bin, aber mit Sicherheit kommt alles von meinem Herzen und gebe mein Bestes. Ich habe noch keinen Pulitzer-Preis dafür bekommen, aber hoffentlich einige zufriedene Leser. Das ist es mir wert.

    In der Vergangenheit war ich nach Bangladesch geflogen, weil es hieß, dass das Besprechungszimmer am Ende des Ganges sei. Das wird es wohl in naher Zukunft nicht mehr bei mir geben. In 2020 kommen noch drei (hoffentlich knoblauchfreie) Kreuzfahrten innerhalb von Deutschland dazu, wenn die Quoten es zulassen. Ich werde berichten, wenn von Interesse. Bis dahin alles Gute, und in diesem Sinne: Ein Prost von Gerald!

    3 Mal editiert, zuletzt von Zinni (6. November 2020 um 11:01)

  • Danke, jetzt habe ich schon zwei :)

    2 Hände = 2 Bier :thumbup:

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    Demnächst stelle ich nur noch Bierbilder ein, ist weniger Arbeit ...

  • @Zinni vielen Dank für deinen schönen Bericht. Jetzt sehe ich wenigstens mal wie ein Teil unserer Tour ausgesehen hätte ;), die Alternativen haben uns aber auch gut gefallen (bis auf Worms).

    Prost Gerald :)

    Danke, gerne geschehen :):thumbup:

    Ich schreibe gerade ein Bericht über meine Kreuzfahrt danach. Da wurde auch einiges geändert:

    - Speyer: Neu für mich, fand ich gut

    - Laar anstatt Straßburg: Gut für mich, war was neues (hatte eine Fahrt nach Gengenbach, ein toller Ort)

    - Breisach statt Basel: Schade, in Basel war ich noch nie. Die Tour nach Freiburg war kein Ersatz, und hatte mich etwas enttäuscht (Erstbesuch, hatte mehr erwartet). Breisnach war recht nett, aber die Gastronomie Null.

    - Worms: War ich vor 50 Jahren das letzte mal. In der Tat: Außer dem Dom hässlich. Nur wer auf Billigläden steht kommt auf seine Kosten. Das Brauhaus Zwölf Apostel rettete meinen Besuch.

    Einmal editiert, zuletzt von Zinni (7. November 2020 um 07:49)

  • Sehr interessant ... hatten wir eigentlich auch vor wurde dann aber leider wegen Corona umgelegt auf den Rhein/Mosel und letztlich ganz gestrichen.:(

    carpe diem


    schon vorbei:

    2024 Seychellen Überfahrt nach GranCanaria mit Celestyal Journey, Spitzbergen und Island mit MS7

    2023 Kapverden und Azoren MS Herz, Grönland mit MS Amadea

    2022 Langzeit Cruise Karibik MS1, Ostsee mit Gotland und Helsinki MS 6

    2021 Blaue Reise Kanaren MS1, Spanische Küste MS2, Griechische Inseln MS5,

    2020 Südafrika mit Namibia mit der Mira, Blaue Reise Ostsee MS2, 2 x Blaue Reise Kanaren MS2

    2019 Vietnam mit HongKong mit der MS3, Westeuropa mit Lissabon MS3, Kapverden mit MS Herz

    2018 Winter im hohen Norden mit der Cara, ÖMM mit Zypern MS3, Silvesterreise Orient MS4

    2017 Ostsee mit Helsinki auf der MS3, Mittelamerika mit der MS4,

    2016 WMM mit Valencia mit der MS5, Adria ab Venedig mit der Bella, Asien mit Vietnam mit der alten MS1

    2015 nördliche Karibik mit der Vita, ÖMM mit Bodrum mit der MS3

    2014 Karibik mit der alten MS2

    2012 Kanaren und Madeira mit der Sol, Nordamerika mit der Aura

    2011 Nordkap mit Island mit der Blu

  • Sehr interessant ... hatten wir eigentlich auch vor wurde dann aber leider wegen Corona umgelegt auf den Rhein/Mosel und letztlich ganz gestrichen.:(

    Danke für den Kommentar :)Und schade für die Streichung :(

  • Lieber Gerald, @Zinni

    Tolle Städtchen hast du uns gezeigt - leider fiel ja meine Buchung aufgrund der Umroutung auf der AMA Christina ins Wasser. Gerne werde ich das aber irgendwann nachholen - deine Bilder fordern förmlich dazu auf. Das Schiff? Na ja - was soll ich sagen. Vielleicht spielt es sich ja noch ein?

    Freue mich auf mehr. Immer freitags - oder?

  • Lieber Gerald @Zinni

    Prima, dass Du auch auf dieser Flussfahrt auf Deine Kosten gekommen bist, viel gesehen hast und nicht verdurstet bist. Deinen Brauerei Tipp für Amsterdam habe ich schon mal für 2021 vorgemerkt.

    LG
    Siegrid

  • @all

    Danke für die schönen Kommentare:):thumbup:

    @Zinni

    Auch dieser Bericht und die Klassefotos gefielen mir sehr gut lieber Gerald. Super, dass Du das Brauhaus "Zwölf Apostel" in Worms gefunden hast. Wir (mein Mann Peter und ich) suchen uns eigentlich immer nach Besichtigungen an irgendeinem Ort urige Brauereigaststätten oder Gasthäuser, da wir auch gerne mal ein (könnten auch zwei/drei sein) Bierchen probieren. Für ein Schmankerl am Ort verzichten wir gerne mal auf das Essen an Bord.

    Nicht nur ihr, wenn wir mal auf einem gleichen Schiff sind würden wir uns bestimmt an Land in einer Gaststätte öfter zufällig sehen ;) Auch wenn es Essen an Bord gibt oder ich ein Getränkepaket habe. Mein Motto ist: In jedem Hafen ein Bier. Das Problem: Dabei bleibt es nie 8)

    Lieber Gerald @Zinni ,

    ich bin Dir gerne gefolgt auf Deiner Tour durch wirklich hübsche Orte in den Niederlanden und natürlich die netten Brauereien. Da waren einige Anregungen für unsere nächste Fahrradtour in den Niederlanden, vielleicht schon nächstes Jahr.

    Gerne folge ich Dir auf weiteren Touren und sage bis dahin: Prost

    VG Verena

    Gerne geschehen Verena. Ich finde die Niederlande und Belgien cool. Und für Fahrradfahrer optimal, wenig Berge. Ist trotzdem nichts für mich, hatte schon jahrzehnte nicht mehr auf so was gesessen ...

    Lieber Gerald @Zinni

    Prima, dass Du auch auf dieser Flussfahrt auf Deine Kosten gekommen bist, viel gesehen hast und nicht verdurstet bist. Deinen Brauerei Tipp für Amsterdam habe ich schon mal für 2021 vorgemerkt.

    Ich fand die Brauerei Tour cool. Hatte weniger erwartet. Hatte aber auch durch Corona Zeiten das Glück das nichts los war. Wie es ist wenn es voll ist weiß ich nicht. Damit meine ich nicht mich :saint:

    Lieber Gerald, @Zinni

    Tolle Städtchen hast du uns gezeigt - leider fiel ja meine Buchung aufgrund der Umroutung auf der AMA Christina ins Wasser. Gerne werde ich das aber irgendwann nachholen - deine Bilder fordern förmlich dazu auf. Das Schiff? Na ja - was soll ich sagen. Vielleicht spielt es sich ja noch ein?

    Freue mich auf mehr. Immer freitags - oder?

    Im Moment habe ich noch vor jeden Freitag etwas einzustellen. Beiträge habe ich bei 51 Kreuzfahrten genug, und es gibt ja noch eine Rubrik 'Reiseberichte - einmal ohne Kreuzfahrt - ... Warum die unter 'Die Mein Schiff ...' angesiedelt ist erschließt sich mir allerdings nicht.

    Ich finde die Städtchen in den Niederlanden interessanter als die Ziele auf deutschen Flußkreuzfahrten. Dafür ist die Landschaft an der Mosel viel schöner ;)

    Reiseberichte - einmal ohne Kreuzfahr

    3 Mal editiert, zuletzt von Zinni (8. November 2020 um 08:23)