Liebe Foristi!
Auf unserer letzten Reise mit der MS5 im Juli dieses Jahres waren meine Frau und ich an einem Abend beim Kabarett-Dinner «Koketterie» zu Gast. Da es hier im Forum noch keinen Bericht dazu gibt, habe ich mir gedacht, dass ich diese Lücke mal füllen könnte:
Interessanterweise
tauchte dieses Event erst in der Woche vor unserer Abreise im «Meine
Reise»-Bereich auf. Da ich schon seit vielen Jahren ein grosser Fan
der «Roaring Twenties» bin, habe ich es spontan für uns beide
gebucht. Es ist erst «frei ab 16» (warum auch immer), was unsere
Söhne leider ausschloss, aber letztlich wäre es auch nichts für
die beiden gewesen. Der Preis für die Veranstaltung betrug 89 Euro
pro Person – und das, was wir erlebt haben und serviert bekamen war
definitiv jeden Cent wert! ![]()
Das Event fand im
«Studio» statt, also der zweiten, kleineren Bühne an Bord. Der
frei bestuhlbare Bereich der Location war als erweiterte Bühne
freigeräumt worden, dafür standen rundherum mehrere 4er-Tische, von
denen aber zwei komplett nicht besucht waren. Insgesamt waren von 32
verfügbaren Plätzen nur 23 besetzt. Schade eigentlich, die
Veranstaltung hätte definitiv ein volles Haus verdient gehabt. ![]()
Beim Einlass bekam jede*r Besucher*in zunächst ein Glas Champagner gereicht, damit ging es zu den sehr schön eingedeckten Tischen:
Meine Frau studierte, wie auf dem obigen Bild ersichtlich, erst einmal die Speisekarte:
Gleich vorweg: das
Essen war echt super! Leider ist aber das Servicepersonal mit der
Weinbegleitung ein wenig durcheinandergekommen: den Weisswein gab es
sowohl zum Amuse-Gueule, als auch zur Suppe – bei dieser hätte
aber bereits der Rotwein wesentlich besser gepasst. Den Rotwein gab
es dann zum Hauptgang, dort wäre aber der Rosé wesentlich stimmiger
gewesen (diesen haben wir während des gesamten Abends leider
überhaupt nicht serviert bekommen). Aber das sind nur kleine
Details, die das Erlebnis nicht wirklich beeinträchtigt haben. ![]()
Die Darsteller waren auch zu dieser Phase schon präsent, der Conferencièr ging an den Tischen herum und unterhielt sich mit dem Publikum, ebenso einige Darsteller*innen:
Als Conferencièr fungierte an diesem Abend übrigens der bekannte Berliner Sänger und Schauspieler Marcus Mundus, einige von Euch kennen ihn vielleicht aus der ARD-Kultserie «Babylon Berlin».
Nach dem Amuse Gueule
begann dann die Show, stilecht untermalt vom Song «Willkommen, Bienvenue, Welcome» aus dem Musical «Cabaret»:
Apropos Musik: die
Auswahl der Musikbegleitung war wirklich klasse. Es wurden beileibe
nicht nur Songs aus den 1920ern dargeboten, beispielsweise folgte
gleich als Nächstes der Song «All that Jazz» aus dem Musical
«Chicago» von 1975, welches aber von der Handlung her im Amerika
der 1930er angesiedelt ist, was dann wieder sehr gut passte. Im
Verlauf kamen dann auch eine Tanzeinlage zu modernem Elektro-Swing,
eine Darbietung einer Jazz-Bearbeitung des Hits «Crazy» von «Gnarls
Barkley» von 2006 oder auch der Gassenhauer «Bei mir biste scheen»
zur Aufführung. Alles sehr stimmig und schön die allgemeine
Atmosphäre tragend. ![]()
In dieser Anfangsphase der Show wurden auch die drei wesentlichen Storylines des Abends eingeführt: ein schwuler Sänger, der sich endlich traut, dem Conferencièr, welcher verzweifelt um die Zukunft seines Etablissements kämpft, seine Liebe zu gestehen (was später in einer hinreissenden Kussszene gipfelte), eine verarmte Tänzerin, die ihre kranke Mutter versorgen muss, aber sich leider mit einem Mafioso eingelassen hat (der kurz darauf durch akrobatische Fähigkeiten zu glänzen wusste (s.u.)) und ihm regelmässig ihre Trinkgelder abliefern muss, und die Oberkellnerin, die im Verlauf des Abends dahinterkommt, dass die russischen Kellner (ganz tolle Tänzer!) liebend gerne die übriggebliebenen Getränke wegsüppelten (aber dazu später mehr):
