Hallo ihr lieben, es geht weiter, irgendwie hab ich es die letzten beiden Tage nicht geschafft, aber ich will euch doch unbedingt weiter auf das Schiff entführen...
4. November – Seetag – Geht die Sonne auf im Westen, musst du mal den Kompass testen (Seefahrerweisheit des Tages)
Bislang war dieser Urlaub einfach großartig. Wir konnten unser Glück immer noch nicht fassen, aber waren durchaus gewillt es anzunehmen. Morgens ging Steffi schwimmen, ich beobachtete abwechselnd das Treiben auf dem Pooldeck auf dem TV und ging auf den Balkon um den Morgen zu genießen. Herrlich, eine kleine frische Brise, wenig Seegang, angenehme Wärme. So hatte ich mir das vorgestellt.
Beim Frühstück im Atlantik Klassik hatten wir ausgesprochen nette Tischgesellschaft. Ein Ehepaar fragte ob noch Platz wäre, war natürlich, und dann hörten wir jede Menge tolle Geschichten von deren Amerikaurlauben. Es war richtig schön: Die beiden hatten sich, trotz jeder Menge Auswahl an freien Tischen, es war noch relativ früh für einen Seetag, zu uns gesetzt und wir wurden richtig neugierig auf die Vereinigten Staaten.
Später hatten wir eine großartige Lesung im Klanghaus zu „Ich bin dann mal weg“, die abwechselnd von drei Schauspielern vorgetragen wurde. Dabei ging es nicht nur um den gleichnamigen Roman von Hape Kerkeling, sondern auch um eine US-Amerikanische Schauspielerin und einen Mann, von dem mir leider nicht im Gedächtnis geblieben ist, wer genau das war. Ich glaube einer, der Lebensratgeber geschrieben hat, aber das kann auch meiner Phantasie entsprungen sein. Auf jeden Fall war die Lesung kurzweilig und unterhaltsam.
Und wie sollte es anders sein, nach der Lesung lief sie mir wieder über den Weg. Ach ja, fast hätte ich es vergessen, aber nur fast. Ein dämliches Grinsen stahl sich in mein Gesicht und irgendetwas in mir schrie „schnapp sie dir Tiger“, aber ich wollte mir auf keinen Fall etwas anmerken lassen. Weil Steffis Antennen allerdings unglaublich fein sind, vor allem was meine Person angeht, wusste sie natürlich sofort was Sache ist. „Jetzt schau sie dir halt mal genauer an“, aber ich schüttelte nur verlegen den Kopf. Immerhin hatte ich doch schon eine, mehr brauchte ich nun wirklich nicht!
Was macht man sonst an so einem Seetag? Von A nach B tigern, weiter nach C, kleines Getränk, mitten am Tag mal einen Cocktail und reden, reden, reden.
Nach einem kleinen Abendsnack im Anckelmannsplatz versackten wir in der Himmel & Meer Lounge und besprachen die nächsten Urlaube. Der Mai 2019 war schon mit einer Kreuzfahrt verplant (obwohl wir ja gar nicht wussten, ob uns das Fieber wieder packt) und für den Herbst/Winter brauchten wir ja auch noch was Schönes. Vielleicht eine Kreuzfahrt nach Asien? Mit einem vorherigen Aufenthalt in Singapur? Oder doch lieber in den Orient?
Steffi kannte inzwischen den Katalog fast auswendig und ich war selig, dass so viele Ideen in ihrem Kopf herumschwirrten.
Irgendwann hatte ich mal gedacht, ich bin die verrückte von uns beiden, aber ganz offensichtlich haben wir beide nicht mehr alle Tassen im Schrank und ich liebe es!
