Das Abendprogramm auf der MS Albatros
Bisher habe ich die abendliche Unterhaltung nicht erwähnt, aber nicht weil wir nicht besucht hatten. Im Gegenteil, zumindest ich habe viel besucht.
An Bord waren drei Gastkünstler aus dem Kleinkunstumfeld. Den ersten Auftritt hatte der Zauberer und Bauchredner mit deinem Hund Oskar. Marcelini hat während der Kreuzfahrt auch samtlich Shows anmoderiert. Beim Publikum ist er sehr gut angekommen. Seine Zaubernummern waren auch sehr gut. Als Bauchredner war er auch gut, aber sein Hund Oskar war frech, aber mir persönlich noch zu lieb. Besser gefallen hat mir seine Puppe Edna van der Flitterglitter, ein Transrapid, äh Transvestit, aus Holland. So ein wenig unter der Gürtellinie war mehr nach meinem Geschmack.
Zweiter Künstler war Henning Schmidtke. Er ist ein bisschen böse und begleitet seine Lieder selbst am Klavier. Der eine oder andere Spruch über deutsche Bundesländer hat wohl dafür gesorgt, dass sie zweite Show deutlich weniger gut besucht war. Für mich waren beide Shows bei den Highlights dabei.
Der dritte im Bunde war Harry Bo(rgner), der Mann mit den tausend Stimmen. In der ersten Show erzählte er von seinem Lebensweg und präsentierte Auszüge aus seinen ersten Auftritten, die sich alle um das Lied "sag mir wo die Blumen sind". Wir würden Peter Maffay, Udo Lindenberg und viele weitere bekannte deutsche Stars diesen Titel interpretieren. Mit der Version um den alten Holzmichel hat er sich dann am Ende auch nicht nur Freunde gemacht und auch seine zweite Show war nicht ganz gefüllt. Dort sag er einige melancholische Lieder von Reinhard Mey. Der tritt ja kaum mehr auf und so vertritt ihn Harry Bo. Und er macht es großartig. Über den Wolken und gute Nacht Freunde hat er GsD auch gespielt, sonst hätte ich keines der großartigen Lieder gekannt. Auch ein echtes Highlight.
Auf den Azoren ist Stefanie Hertel samt Familie un Co. dazugestiegen und gabe ebenfalls ein Konzert.
Von der Dame hatte ich aus VnM den Einsruck, dass sie keine Starallüren hat. Und so ist es auch. An Bord hat sie sich unters Volk gemischt, gab immer eine Antwort, badete im Pool, wer wollte bekam ein Foto mit ihr, die Proben waren öffentlich etc. Sie sah sich die Shows an unten war immer voll des Lobes für die anderen Künstler. Obwohl kein Fan, habe ich mir die Show angesehen. Sie hatte auch ihren Vater Eberhard und Ehemann Lanny dabei. Beide hattten Soloauftritte und mindestens ein Duett mit Stefanie. Mir hat gerade das gut gefallen, manche fanden das blöd. Die Show war gut gemacht, das Publikum wurde sehr gut eingebunden und sie bekam reichlich Applaus.
Um mitreden zu können, wollten wir uns auch eine Show des Albatros Showensembles ansehen. Bei VnM wirkt das für meinen Geschmack immer ein bisschen zu sehr bemüht. Die Show "ich packe meinen Koffer" wurde das letzte Mal aufgeführt, da haben wir ja noch mal Glück gehabt. Und die vier Damen samt Band haben ihre Sache sehr gut gemacht.
Ein paar Tage später waren wir wieder dabei, als Abba gegeben wurde. Eine sehr beeindruckende Leistung.
Bei der Show Spiegelpalast im Stiel der 20er gab es dann ein Wiedersehen mit allen Künstlern dieser Reise mit Ausnahme von Frau Hertel.
Eine Crewshow gab es natürlich aus. Einzelne Künstler wurden nicht mit Namen vorgestellt, sondern das Publikum durfte anhand der beschriebenen Eigenschaften, Herkunftsländer und Einsatzorte raten, wer denn da gleich kommt. Und das Publikum kannte sie alle! Ein tolles Beispiel für die teilweise engen Beziehungen zwischen Personal und Reisenden. Es gab den wohl üblichen Restaurantchor, diverse singende Kellner mit tollen Stimmen, diverse Sketche der Reiseleiter incl. Kreuzfahrtdirektor, eine sehr eigene Tanzeinlage der Küchencrew incl. Chefkoch, eine Tanznummer etc. Mein persönliches Highlight war die Nummer die Band um den Videografen Urs, Sie performte TNT von AC/DC als wäre Bon Scott wieder auferstanden. Zwei Stunden Performance vom Feinsten. Das war für mich die Beste Crewshow, die ich je gesehen habe. Anschließend ging die Party in der Casablancabar weiter, aber ohne uns.
Dann gab es noch eine Gästeshow. Das hörte sich im ersten Moment nach Fremdschämen an, aber es war zum Teil wirklich sahens- und hörenwert. Der Chor war wirklich gut, die Sketche ein wenig bemüht, die Fabel vom Hasen im Rausch sehr gut vorgetragen. Respekt für alle, ich hätte mich das nicht getraut.
