Hallo liebe Foris,
ich wollte hier mal (m) einen Gedanken teilen, der mich in letzter Zeit öfter beschäftigt hat und ja auch in aktuellen Reiseberichten immer wieder Thema ist. Vor vielen, vielen Jahren habe ich mein Abitur auch im Fach Englisch gemacht – an den Grundlagen scheitert es also keineswegs. Dennoch habe ich für mich festgestellt, dass ich mich auf englischsprachigen Schiffen seit einigen Jahren ( wir waren mit Oceania Cruises, Celebrity, Holland America, Princess und Royal Caribbean unterwegs) längst nicht mehr so wohlfühle wie auf Schiffen mit deutscher Bordsprache.
Vielleicht ist das bei mir auch eine Frage des Lebensabschnitts: Als Berufstätige noch mit Ende 50 / Anfang 60 war das Englische im Alltag noch viel präsenter und fiel mir leichter. Heute mit Mitte 70 hat Urlaub für mich aber eine ganz andere Bedeutung bekommen. Ich suche Abwechslung vom Alltag, Erholung und möchte mich nicht mehr beim Zuhören anstrengen müssen.
Es ist eben doch ein riesiger Unterschied: Ob ich mich unter meinesgleichen ganz entspannt auf Deutsch unterhalte, den gleichen Humor teile und bei einer spontanen Plauderei Menschen kennenlerne, mit denen sofort eine vertraute Wellenlänge da ist – oder ob man am Ende doch nur eine kleine Konversation auf Englisch führt, die man aufgrund der verschiedensten Dialekte und Akzente oft gar nicht richtig versteht. Wir saßen z.B. auf einer unserer letzten Reisen mit einer amerikanischen Reederei an einem Achtertisch mit je einem Paar aus Canada, USA und Australien zusammen, verstanden kein einziges Wort so richtig und kamen uns ziemlich verloren vor.
Sich mühelos in der Muttersprache auszutauschen, bedeutet für mich heute einfach eine ganz andere Leichtigkeit und Qualität bei Begegnungen.
Wie seht ihr das? Hat sich eure Vorliebe für die Bordsprache im Laufe der Jahre vielleicht auch verändert?
Und was mich da auch noch interessiert, seid ihr auf deutschsprachigen Schiffen ausländischen Gästen begegnet, die umgekehrt sich gerne international / auf Deutsch austauschen wollten?
