Wie schon angekündigt hier ein Bericht von der MS6 – Reise Anfang Juni 2024.
Ausgangssituation: Ich bewohnte zusammen mit meinem 25 Jährigen Sohn eine außen Kabine. Zum Glück in unmittelbarer Nähe zur Krankenstation…
Die ersten zwei Tage liefen perfekt, abends waren wir noch auf Deck und nahmen an der Poolparty teil.
In der Nacht bekam ich mit, dass mein Sohn immer wieder die Toilette aufsuchte, ich schob es auf die von ihm konsumierten Longdrinks!
Morgens dann war er in einem desolaten Zustand, er berichtete dass er gegen 2 Uhr mit starker Übelkeit aufgewacht sei und seitdem nicht mehr schlafen konnte. Die Versuche der Übelkeit mit „Vomex“ zu bekämpfen scheiterten, da jeder noch so kleine Schluck Wasser sofort wieder raus kam. Dadurch hatte er ein sehr starkes Durst Gefühl, zusätzlich auch noch Fieber.
Die Krankenstation öffnete um 9 Uhr und ich bin dann erst mal alleine zum Empfang gegangen. Man sagte mir das ich mit meinem Sohn vorbeikommen solle, aber nicht ins Wartezimmer (so groß wie bei einem normalen Hausarzt, da saßen schon 2 Crewmitglieder) sondern er würde direkt in ein Behandlungszimmer geschickt. Ich holte also meinen Sohn und war überrascht von der Größe der Krankenstation. Hier nur mal ein Bild vom Flur:
Er wurde direkt in ein Krankenbett gelegt und ich bekam einen Stapel Dokumente zum Ausfüllen. Kurz darauf kam der kompetente Arzt zur Untersuchung. Er stellte 39 Grad Fieber fest und Diagnostizierte einen Magen/Darm – Virus ohne das Wort „Noro“ zu benutzen. Gegen die Übelkeit und das Durstgefühl verordnete er eine Flüssigkeitsinfusion in der sich auch ein Mittel gegen Übelkeit befand. Insgesamt zwei Beutel . So sah das dann aus:
Natürlich wurde ich auch befragt wie es mir ginge (gut) und es wurde gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit groß sei das es mich auch „erwischt“. Mein Sohn wurde für zunächst 24 Stunden auf der Kabine unter Quarantäne gestellt. Uns wurde deutlich gesagt, dass er die Kabine nicht verlassen darf und dies auch kontrolliert würde. (Die Kontrolle war recht subtil: Immer wieder – alle paar Stunden- rief jemand auf der Kabine an und wollte meinen Sohn sprechen. Mal die Krankenstation (wie geht es ihnen?), Mal die Rezeption (Brauchen sie Essen / Getränke), mal der Sicherheitsdienst (Erinnerung an die Quarantäne). Dann wieder von vorne.
Die Infusion dauerte ca. 2 Stunden, in der Zeit bin ich erst mal frühstücken gegangen. Auf dem Weg raus konnte ich noch ein Foto von der Apotheke machen:
Für mich galt de Quarantäne nicht, ich sollte mich aber – sobald Symptome auftreten- direkt bei der Krankenstation melden. Außerdem bekam ich eine mittelgroße Flasche Handdesinfektionsspray mit um mir fortwährend die Hände desinfizieren zu können.
Nach dem Frühstück auf der Kabine zurück lagen da schon die „Sachen“ auf dem Sofa:
Am Ende dieses Berichts werde ich noch die ganzen „Handlungsanweisungen“ die wir bekommen haben hochladen.
Der Rest ist schnell erzählt: Meinem Sohn ging es schon abends besser, die Nacht war gut und am nächsten Morgen (erst nach 9:30 Uhr weil da die 24h um sind) wurde die Quarantäne aufgehoben. Wir sind dann beide von Bord und haben einen kleinen Rundgang gemacht. Nach weiteren 2 Tagen war dann wieder alles zu 100% OK.
Hier die Bordrechnung:
Noch eine Anekdote zur Rechnung: Beim Betreten der Krankenstation wurde ich zuerst darüber informiert, dass die Versichertenkarte nicht gilt und alles privat abgerechnet wird – das war uns klar und wir haben eine entsprechende Auslandskrankenversicherung. Als die Rechnung nach zwei Tagen auf der Kabine lag war aber oben im Kopf der richtige Name aber die falsche Adresse ( meine) eingetragen. Mein Sohn ist dann nochmal zur Krankenstation mit den Worten: „Mit der Rechnung stimmt was nicht“. Die Dame wurde sofort distanziert und reagierte mit „ wieso, wir haben doch vorher gesagt das alles „privat“ ist…“. Als Mein Sohn dann die falsche Adresse erwähnte wurde sofort auf freundlich umgeschaltet und „natürlich bekommen sie eine neue Rechnung auf die Kabine…“
Fazit: Möchte keiner erleben, aber wir waren mit dem Ablauf sehr zufrieden. Danach wussten wir auch was es mit den Plastiktüten auf sich hat die vor manchen Kabinen auf dem Boden standen!
Für mich waren die 3 Tage nach dem Auftreten der Krankheit bei meinem Sohn nicht wirklich schön – man horcht immer wieder in sich rein und wartet nur drauf das es „anfängt“ – ist aber zum Glück nicht passiert. Habe mich nicht angesteckt.
