Internes Forum-Vorwort: Immer wieder an einem Freitag ein neuer Bericht von mir. Hatte ich angekündigt, und mache ich solange Interesse ist und ich nicht von der Mehrheit als Spam blockiert werde (wenn das hier überhaupt geht). Es gab ein Wunsch nach einem Bericht über einen meiner vierzehn Aufenthalten in Grönland, der Kunde ist der König und dieser wird hiermit erfüllt. Ist nicht der Letzte von diesem coolen Land. Eine Kreuzfahrt war es nicht (wie meist bei mir, wenn ich dort bin), eine Schiffsfahrt ist aber auch dabei. Zusatz: Eine unruhige ... Warum die Rubrik 'ohne Kreuzfahrt' unter 'Die mein Schiff Berichte' zugeordnet ist verstehe ich nicht.
In der nächsten Woche wird es einen aktuellen Bericht über meine letzten beiden Fluss-Kreuzfahrten im Oktober 2020 geben, und danach als frühzeitiges Weihnachtsgeschenk einen von den Höhepunkten meiner Kreuzfahrten, Zinni an Bord von Silversea oder Seabourn. So, genug gelabert, ich hoffe dass der Bericht gefällt. Bitte warm anziehen beim Lesen. Eine Maske ist nicht notwendig, meine Reise war im September 2018:
Was wir von Grönland lernen können
Eine verrückte arktische Achterbahnfahrt der Gefühle
Alle Bilder wurden mit meinem Handy oder der Nikon D750 aufgenommen
Gelassenheit: Die Planung, Kopenhagen und die Anreise
Vorwort: Meine Angaben sind subjektiv. Es gibt nicht 'den' Grönländer, genauso wenig wie es 'den' Deutschen gibt. Es ist meine Einschätzung aus den Erfahrungen meiner Urlaube dort, mehr nicht.
Grönland zum vierzehnten Mal besuchen. Viele finden das wahrscheinlich öde und/oder blöde, und wahrscheinlich auch zu Recht. Die Welt hat so viel zu bieten, da muss man sich nicht auf eine Gegend dermaßen versteifen. Stimmt, ich mache es trotzdem. Manchmal denke ich 'nun ist es genug', aber wenn ich zu Hause bin plane ich ein Wiedersehen. Was Neues muss dabei sein, und in 2018 ist mir dieses (zumindest planerisch) gelungen mit:
- Einer Fährfahrt von der weltweiten Eisberg-Metropole Ilulissat zur Landes-Hauptstadt Nuuk
- So spät im Jahr wie noch nie, Ende September bis Anfang Oktober
- Der Ort Paamiut im Süden des Landes
- Die Hoffnung endlich einmal Nordlichter zu sehen. Sie war da, stufte ich aber als sehr gering ein.
Die Reiseplanung war, wie immer, wenn es nach Grönland geht, in ein paar Minuten problemlos erledigt. Lufthansa kennt seine Kunden, der Buchungscode war 'TEEN53', der vordere Teil stimmt, beim Alter haben sie sich aber vertan.
Kopenhagen war wie meist nach Grönland der Transit-Flughafen, und eine benötigte Übernachtung dort ist mittlerweile schon fast Alltag bei mir (auch zu anderen Zielen). Um mal etwas Neues zu unternehmen, buchte ich das 'AC Hotel Bella Sky'. Ein vom Namen her Airport-Hotel, das trotzdem nicht ganz nah am Flughafen liegt, aber immerhin einen Bus-Shuttle von dort aus anbietet.
Ein Bekannter aus Nuuk (der Hauptstadt der Insel) sendete mir kurz vor der Reise eine Mail, dass seit ein paar Nächten sehr gut Nordlichter zu sehen waren. Dies steigerte die Vorfreude auf die Reise. Trotz vieler Möglichkeiten hatte ich dieses Naturspektakel noch nie gesehen. Irgendwann muss es doch mal klappen...
Nach einem reibungslosen Flug mit der Lufthansa von Frankfurt nach Kopenhagen, wartete ich auf das Gepäck, und checkte in der Zeit online für die Grönland Flüge am nächsten Tag ein. Air Greenland warnte auf ihrer Homepage, dass an diesem Tag an der Westküste viele Flüge wegen Sturm gestrichen wurden, genau wo ich hinwollte. Leicht egoistisch dachte ich: 'Was juckt mich heute, morgen wird es besser sein'. Vorweggenommen: War es nicht.
Bereits auf der Fahrt wirkte der Hotel-Komplex cool:
AC Hotel Bella Sky, Kopenhagen
Obwohl es das Hotel seit einigen Jahren gibt (mit unterschiedlicher Leitung, nun unter Marriott), kannte ich es nicht. Ich war zwei Stunden vor der Eincheckzeit da, und hörte wie so oft den Satz: 'Mein Zimmer wird noch gereinigt, aber für ein Upgrade für gerade nur paar Euro/Pfund/Kronen/Kopeken kann ich es jetzt eines bekommen, sogar in den oberen Etagen'. Hatte ich abgelehnt, und ein paar Minuten gewartet. Dann einen anderen Agenten ausgesucht, und schon wurde mir ein Zimmer zugewiesen. Ganz oben, ohne Aufpreis.
Die Umgebung um das Hotel herum ist grün, und ein netter Park war zu Fuß schnell zu erreichen. War jetzt nichts, warum man nach Kopenhagen fliegen muss. Aber nett und angenehm, und für meine Belange mehr als genügend:
Amager Park, Kopenhagen
Amager Park, Kopenhagen
Amager Park, Kopenhagen
Ich hatte Lust diese Beeren zu probieren, hatte nur mutlos Bedenken ob sie essbar waren. Einige Früchte in Dänemark sind giftig:
Beeren im Amager Park, Kopenhagen
Nach dem Spaziergang war Zeit für ein Mittagessen, und das wurde der Knaller. In der obersten Etage des Hotels befindet sich das Restaurant 'Sukaiba'. Ein Monat vorher erst eröffnet, wirbt es mit 'lebendiger internationaler Atmosphäre trifft gehobene japanische Esskultur auf edle nordische Traditionen'. Wow, auf diesen Satz muss man erst einmal kommen. Das Lokal ist schick eingerichtet, hat nettes (meist europäisches) Personal und eine außergewöhnliche asiatische Küche. Dazu Biersorten abseits der fürchterlichen dänischen Tuborg / Carlsberg Welt, und natürlich Sake:
Restaurant 'Sukaiba', AC Hotel Bella Sky, Kopenhagen
Zinni-Tipp:
Bei der Sake-Auswahl im Restaurant Sukaiba sich von den Mitarbeitern beraten lassen.
Die Unterschiede sind enorm, sowohl von den Arten, als auch der servierten Temperatur. Mir wurde ein Mini-Testing angeboten, was meine Wahl sehr erleichtert hatte.
Nach einer ausgiebigen Mittagsruhe wiederholte ich den Besuch mit anderen Speisen. Zum Glück gab es kleine Portionen, so dass ich einiges testen konnte. Ich beendete den angenehmen Tag an der Hotelbar, und war mir sicher, dass ich das Hotel wieder buchen würde, wenn ich vor Ort bin, und nichts in der Stadt zu erledigen habe. So schön das war, diese SMS von der Air Greenland brachte mich wieder zurück in die Realität:
'Message from Air Greenland: Your booking has been changed to 28SEP GL580 Kangerlussuaq - Ilulissat at 16:30-17:15'.
Willkommen in der Arktis. 11:55 war der geplante Start des Anschlussfluges, knapp fünf Stunden vorher. Das Funk-System bei der Destination war ausgefallen, und es durfte immer nur ein Flug im Anflug oder Abflug sein. Das hieß alle halbe Stunde nur ein Flug, und das auf dem Verteilerflughafen der Air Greenland. Dementsprechend war meine Vorfreude gesunken, wer den Flughafen kennt weiß das man da nicht viel unternehmen kann.
Am nächsten Morgen waren wie bei mir üblich im Airport von Kopenhagen lange Schlangen an der Sicherheitskontrolle nach dem schnellen Einchecken, ich kenne ihn nicht anders. Mag sein, dass es an der morgendlichen Abflugzeit liegt, und die Lage ab mittags entspannter ist. Das plante ich ein, und war pünktlich am Gate. Die Frau am Steuer bereitete mir keine Sorgen:
Air Greenland, Kopenhagen
