Absolut last Minute hatte ich mich entschieden, für mich und meinen Sohn (13) eine Kreuzfahrt Triest – Valletta in einer Flex-Balkon-Kabine (zum m. E. Schnäppchenpreis von 2600 € inkl. Flug für 2 P) zu buchen. Sehr kurzfristig weil Sohn erst very last minute durchblicken ließ, dass er sich doch über eine Kreuzfahrt freuen würde … So hatte ich für Buchung und Vorbereitung gerade mal 2 Wochen Zeit.
1. Anreise
Aus Feigheit habe ich mich für das Anreisepaket entschieden, das einen Flug ab/bis Hamburg (mit zugehöriger Bahnfahrt) zu recht später Zeit inkludiert hatte.
Die Vorteile: Sicherheit und Preis (last Minute waren nicht mehr viele attraktive Economy-Flüge zu bekommen)
Der Nachteil: eine praktisch 1,5 tägige Anreisetortour.
Bereits Samstagmorgen machen wir uns also auf den Weg. Da ganz Deutschland Ferien hat, sind auch die Bahnen bereits völlig überfüllt, es gibt nur noch ganz wenige Verbindungen nach Hamburg, für die ich Plätze reservieren kann. Unsere Verbindung startet um 9 in Düsseldorf. Für rund 60 Euro hatte ich das Zug zum Flug Ticket auf ein erste Klasse Ticket umgebucht, mit dem wir auch die „Lounge“ in Düsseldorf nutzen durften. Hier trinken wir nur schnell eine Cola/einen Café und sitzen dann in dem nur 10 Minuten verspäteten ICE nach Hannover. Unterwegs fährt sich dieser weitere 15 Minuten Verspätung ein, so dass wir mit 25 Minuten Verspätung in Hannover ankommen. Zum Glück hatte ich die Verbindung pessimistisch gewählt und einen 52 Minuten Puffer eingebaut, da ja alle Plätze mehr oder minder belegt waren, hätte man nicht einfach „jeden nächsten“ Zug nehmen können. (Der Reiseplaner schlägt jeweils Umsteigezeiten von 8 Minuten vor, das wäre natürlich unmöglich gewesen).
Aber: Auch der Anschlusszug hat satte 20 Minuten Verspätung ![]()
Nun kommen wir also schon recht kaputt am frühen Nachmittag in Hamburg Hauptbahnhof an. Schnell zur S-Bahn (S1) gesprintet, die gerade dabei ist, auszufahren. Natürlich haben wir dabei den falschen Zugteil erwischt und müssen dann in Ohlsberg noch in den ersten Zugteil wechseln. (Lustigerweise teilt sich die S1 nämlich in einen Zug, der zum Flughafen und einen, der nach Ohlsberg fährt. )
Nach 30 Minuten sind wir bereits am Flughafen, eine kurze Aufzugsfahrt weiter stehen wir vor unserem Hotel: Radisson Blu (direkt gegenüber dem Terminal). Ein modernes Hotel mit freundlichen Angestellten. Es ist kurz vor 15 Uhr und wir dürfen sofort unser Zimmer beziehen.
Auch hier stelle ich wieder fest, dass ein „Hotelstatus“ einem rein gar nichts bringt: Wir sind Radisson blu „GOLD“ Members. Eigentlich wäre ein Geschenk (was auch immer das ist) und ein Zimmerupgrade für diese Mitgliedsstufe vorgesehen. Hier aber Fehlanzeige. Das macht aber nichts, denn das gebuchte Zimmer ist wirklich schön, toller Blick auf den Flughafen, direkt gegenüber dem Spa/Fitnessbereich.
Ein kurzer Trip zu McDo im Flughafen und zu Edeka um uns mit Proviant zu versorgen und schon können wir das Fitnessstudio ausprobieren. Einige Cardiogeräte und eine einzelne Seilzugmaschine reichen uns völlig aus. Der Nachmittag ist schnell vorbei, die Nacht dank der guten Betten sehr erholsam.
Frühstück ist überdurchschnittlich gut, mit allen Angeboten, die man sich vorstellen kann.
Wir wandern kurz rüber ins Terminal um bei EW anzufragen, ab wann wir das Gepäck abgeben dürfen (da unser Flug erst um 14.20 startet).
Die netten Damen erlauben uns, sofort einzuchecken. Das freut mich sehr, da ich froh bin, alles “aus den Füßen” zu haben.
So können wir um kurz vor 12 gepäckfrei und gut gelaunt die sehr effizient organisierte Sicherheitskontrolle passieren.
Da wir nun noch gut 2 Stunden Zeit bis zum Boarding haben, gönne ich uns den Besuch in der “Hamburg Airport Lounge”. Hier finden wir ein reichhaltiges Angebot: Würstchen, Kartoffel- und Nudelsalat, Brötchen, Teilchen, Kuchen, Tees, Kaffees, Cola etc., (auch Alkohol), vor allem aber saubere Toiletten und bequeme Sitzgelegenheiten. Hier hätte man sich auch einen Ruheraum oder eine Dusche mieten können. (Gute Alternative zum Tageshotel). Der Eintrittspreis liegt bei 30 € pro Erwachsem und 15 € pro Kind (bis 14). Über unsere Kreditkarte ist ich für mich der Eintritt inkludiert (über den „Priority Pass“) so dass ich nur für das Kind bezahlen muss.
20 Minuten vor boarding schlappen wir zum äußersten Gate des Terminals, wo sich bereits eine Riesenschlange gebildet hat. Da es praktisch keine Sitzmöglichkeiten und keine freie Toiletten hier gibt, stellen wir uns auch gleich in die Schlange an.
Boarding startet pünktlich, genau wie der Abflug. Zwar gibt es buchstäblich keine kostenfreie Serviceleistung an Board aber dennoch hat Eurowings mich positiv überrascht.
Auch die Landung erfolgt pünktlich. Interessant ist, dass trotz des relativ kleinen Fluhafens (VCE) die Auslieferung des Gepäcks doch sehr lange Zeit in Anspruch nimmt.
Mit unseren Koffern bewaffnet marschieren wir gut 30 Minuten später zum Ausgang und können in dem Gewusel erst sehr spät eine TUI-Repräsentantin ausmachen. Diese weist uns einem Wartepunkt zu, von dem aus wir 10 Minuten später zu den Bussen geführt werden.
Der Bus wirkt alt und schmuddelig und hat so gar nichts von den angepriesenen “komfortablen Reisebussen”. Wir warten gut 40 Minuten im Bus ohne, dass uns jemand erklärt warum...
Das passt mir überhaupt nicht, da ich weiß, dass wir eine lange Fahrt vor uns haben.
Diese dauert auch tatsächlich gut 2 Stunden.
Angekommen im wunderschönen Triest erwarten uns weitere Schlangen: Hafeneingang, Security, Checkin. Dieser ist sehr straff organisiert, dennoch brauchen wir gute weitere 40 Minuten, bis wir endlich unsere Boardkarten in der Hand halten.
Erleichtert marschieren wir zu unserer Balkonkabine auf Deck 8.
Vor der Kreuzfahrt hatten wir uns mutig für die Buchung des „Ganz Große Freiheit“ Pakets entschieden. Inkludiert sein sollten angeblich alle Getränke auf der Kabine und vom Diamantservice (außer Flaschen, sprich kein Champagner und keine Flaschenweine) und alle direkt verzehrfähigen gastronomischen Angebote (außer der Pralinen).
Daher erwartet uns auch diese Flasche Pommery:
Per email hatte ich im Vorfeld nachgefragt, ob die Minibar auch inkludiert sei, dies wurde mir bestätigt.
Ich vergewissere mich sicherheitshalber aber auch noch einmal bei der Rezeption, die mir dies ebenfalls noch einmal bestätigt. (Mehr dazu später).
Daher gönne ich mir einen kleine Piccolo aus der Minibar und mein kleiner nimmt sich eine Cola und wir stoßen auf die erfolgreiche Anreise an. Wir entscheiden allerdings: dies wird definitiv die letzte Pauschalreise sein. Es ist bereits 20:30 und für die erkaufte Sicherheit haben wir einen vollen Tag auf dem Schiff „verloren“.
Die unvermeidliche Sicherheitseinweisung findet im Konferenzraum statt und zieht sich erstaunlich in die Länge. Geleitet wird sie von einem Mitglied des Entertainment Teams (dem Sänger), der die entstehenden Pausen aber leider nicht durch Gesangseinlagen verkürzen möchte.
Viel ist mit uns heute nicht mehr los und so fallen wir sehr erschöpft in die Betten.
