[Reisebericht] Antarktis – Große Expeditionsroute intensiv (inkl. Vorprogramm) – 17.01.-11.02.2025 – HANSEATIC nature

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Sie haben keinen Urlaub, sie sind hier auf Expedition!

    Obwohl mich das Alles - Geographie, Oceanographie, Botanik, Fauna etc. etc. - brennend interessieren würde, würde und werde ich in meinem Alter eine solche Reise nicht mehr unternehmen. Mein Mädchen brächte ich ohnehin nicht auf ein so kleines Hochseeschifferl. Ein Großteil Urlaub muss bei uns auf einer Kreuzfahrt schon dabei sein; insbesondere muss es viele Tage zum "lange Schlafen" geben. Wir stehen sehr ungern früh auf.8o

    Da ist es gut und freut mich umso mehr, dass es Foris wie Dich Sven CosmoST gibt, die über ihre Reisen berichten. Da kann ich mir solche Fahrten sparen. Du schilderst solche Reisen so eindrucksvoll und nachvollziehbar, dass man glaube, dabei zu sein. Du machst das - wie immer -

    extrem sauguad. :thumbup::thumbup::thumbup:

    Danke dafür.

    Servus und liebe Grüße aus dem Süden


    Helmut

    So a Urlaub auf See is fei scho schee !

    *MeinSchiff*

    Einmal editiert, zuletzt von ebenezer (13. März 2025 um 21:16)

  • 24.01.25: Hummock Island (Falklandinseln) – Ein Spaziergang durchs hohe Gras (Teil 1)

    Heute geht’s dann mal so richtig los mit der Expedition, die ersten Halte standen an. Pünktlich gegen 07:00 Uhr hatte unser Schiff vor Hummock Island den Anker geworfen. Die ersten Zodiacs waren unterwegs, um eine geeignete Landungsstelle zu erkunden. Die ersten Gäste der ersten Gruppe setzten dann gegen 07:30 Uhr über. Unsere Farbe war heute in der 1. Gruppe an letzter Stelle, wir hatten also noch bis ca. 08:00 Uhr Zeit.

    Gemütlich Frühstücken ist da nicht, man muss sich schon ranhalten. Es bleibt nicht viel Zeit, man muss sich ja auch noch auf den Landgang vorbereiten (Outdoor-Kleidung anlegen, Equipment verpacken usw.). Wir haben die Kameras bei Überfahrten immer im Rucksack verstaut, Wasserschutz drüber. Somit war die Gefahr, dass Wasser eindringt, gering.

    Nur leicht bewölkter Himmel – das waren schon mal nicht die schlechtesten Voraussetzungen für einen Landgang. Schließlich wurden wir aufgerufen und es konnte losgehen, unsere erste Zodiacfahrt dieser Reise begann.

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    Blick auf die Forscher-Hütte vom Schiff aus …


    Am Strand sahen wir auch schon die ersten Pinguine dieser Reise. Magellanpinguine brachen zur täglichen Nahrungssuche auf. Am späten Nachmittag würden sie wieder zurückkehren und ihren Nachwuchs versorgen.

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    Auf der Insel hatte man mehrere Möglichkeiten: einen hohen Berg erklimmen (immerhin 180m hoch), die kleine Forschungshütte besichtigen oder die Insel auf einem kleinen Rundweg erkunden. Eine Kolonie Felsenpinguine brütet ebenfalls auf Hummock Island, dorthin konnte man jedoch nicht gelangen, da der Brutplatz unzugänglich von der Landseite aus ist.

    Wir entschieden uns für die letzte Option, also den Rundweg …

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    War es zunächst noch recht eben, endete dieser leichte Pfad alsbald. Der Rundweg ist als solcher nicht unbedingt ersichtlich. Es gibt logischerweise hier keine klassischen Wanderwege. Die Insel ist normalerweise frei von Touristen und nur der Forschung vorbehalten. Das Expeditionsteam hatte den ungefähren Weg mit Flaggen ausgesteckt. Man musste sich halt irgendwie durchschlagen.

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    OK, da oben geht der Weg weiter. Da sollen wir hin? Na gut, ...

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    Durch hohe Tussock-Gräser bahnten wir unseren Weg. Man konnte hier sehr gut, den Fortschritt sehen, den die Renaturierung der Insel durch die Forscher durchlebt hat. Von der Erosion ist bei weitem nicht mehr so viel zu sehen, wie es uns gestern beim Vortrag noch auf alten Fotos gezeigt wurde. Es scheint ein voller Erfolg zu sein! Für Benno Lühti war es wahrscheinlich auch ein ergreifender Moment, wieder auf „seiner“ Insel zu stehen und den Erfolg der Maßnahmen zu sehen und zu präsentieren. Diese Dichte an Vegetation ist auf jeden Fall einzigartig und in diesem Maße kaum auf einer anderen Insel der Falklands zu sehen.

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    Für uns als Besucher und Wanderer auf dem Rundweg gab es dagegen die Schwierigkeit, den „Weg“ zu finden. Man will möglichst wenige Pflanzen zerstören, v.a. keine kleinen Setzlinge. Daher ist man halt recht vorsichtig unterwegs – die großen Pflanzen oder auch Moose halten aber schon einiges aus. Immer auf der Suche nach der nächsten, orangenen Fahne und irgendwie einen Weg dorthin finden.

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    Teilweise sind die Tussock-Gräser mannshoch oder noch höher, die meist blau-gekleideten Menschen sieht man teilweise gar nicht mehr.

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    VG Sven

  • 24.01.25: Hummock Island (Falklandinseln) – Ein Spaziergang durchs hohe Gras (Teil 2)

    Hinzu kam, dass es immer wärmer wurde – die Temperaturen sollten am heutigen Tag 16 Grad erreichen. Da ist ein dicker Parka doch etwas zu viel des Guten.

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    Bei gutem Wetter setzten wir unsere Wanderung durch die schöne Natur fort.

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    Von oben hat man einen guten Ausblick: auf die Insel, unser Schiff sowie die benachbarten, kleineren Inseln.

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    Der Rundweg führte von hier wieder nach unten, zurück zum Strand. Unterwegs stießen wir auf den einen oder anderen heimischen, kleinen Vogel, der sich im Gras versteckte. Einige Truthahn-Geier kreisten über der Insel.

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    Tussock-Vogel (Falkland-Uferwipper)

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    Falkland-Drossel


    Aus dem hohen Tussock-Gras wurde ein paar Meter vor uns eine Sumpfohreule aufgescheucht. Man konnte sie gut erkennen, für ein Foto war das aber zu überraschend und auch zu schnell.

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    In der Nähe des Strandes konnten wir lautes Gebrüll wahrnehmen. Also mal etwas schneller laufen und dem Ganzen auf den Grund gehen. Der Grund waren Seelöwen, die sich lautstark bemerkbar machten, wahrscheinlich wollten sie sich in der Sonne an den Strand legen und waren erzürnt, dass dieser bereits durch uns belegt war.

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    Naja, wir sind ja bald weg, dann können die Tiere an den Strand.

    Ab ins Zodiac und zurück zum Schiff. Der erste Landgang der Reise war schon mal sehr schön, wir haben die ersten Pinguine gesehen und wunderschöne Natur. Und wir haben gesehen, dass die Renaturierungsmaßnahmen auf diesen schönen Fleckchen Erde ein voller Erfolg waren. Sehr schön, dass wir an diesem exklusiven Besuch teilhaben durften :thumbup:


    VG Sven

  • 24.01.25: Fahrt von Hummock Island nach Westpoint Island und die ersten Wale

    Um 11:00 Uhr wurde der Anker wieder eingeholt und wir fuhren weiter. Westpoint Island, ebenfalls im westlichen Teil der Falklandinseln gelegen, war unser Ziel für den Nachmittag.

    Obwohl noch voller Eindrücke vom ersten Landgang, blieb nicht viel Zeit zum Relaxen auf der Kabine. Besser aufs oberste Deck gehen und die schöne Landschaft, bei schönem Wetter genießen. Vielleicht sieht man das eine oder andere. Am frühen Morgen hatten einige Gäste Wale vor dem Schiff gesehen, zu dieser Zeit lagen wir aber noch im Tiefschlaf. Aber vielleicht haben wir ja auch Glück …

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    Schwarzbrauen-Albatrosse und

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    Blauaugen-Kormorane begleiten uns


    Viele Gäste dachten wie wir und versammelten sich am oberen Deck, v.a. die bekannten Gesichter vom Vorprogramm waren mal wieder anwesend. Neben den Nachbetrachtungen über den Besuch von Hummock Island hatten wir immer ein Auge auf das Meer und die Umgebung. Was war das denn da im Hintergrund?

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    Das sieht doch sehr nach Wal-Blas aus! Und wo Blas ist, müssen auch Wale sein. Und tatsächlich!

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    Etwas später kam dann auch die Information von der Brücke, dass sich vor dem Schiff eine Gruppe von Seiwalen aufhält. Yes, wir haben die Wale bereits gesehen, mussten nicht erst auf den Aufruf warten! Ein geschultes Auge – das wir während unserer gesamten Expeditions-Fahrt noch weiter perfektionieren sollten …

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    Seiwale gehören zur Familie der Furchenwale, also zur Unterordnung der Bartenwale. Ihr Name ist vom norwegischen Begriff für den Köhlerfisch abgeleitet, da sich die Wale zum Teil von diesen Fischen ernähren und daher oft in der Nähe dieser Fische anzutreffen sind. Die Länge der Seiwale beträgt im Schnitt 12-16m, es gibt aber auch 20m Exemplare, Das Gewicht 20-30t (untern Umständen 45t). Sie gehören also zu den größeren Walen. Vergleichbar mit den Finnwalen – ein langgezogener Körper und eine kleine Fluke. Oben dunkelgrau, unten weiß und eine sichelförmige Finne.

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    Die Gruppe umfasste ca. 15 Tiere. Für uns auch eine neue Walart, die wir vorher noch nie gesehen hatten. Begleitet wurden die Wale wie üblich von allerlei Seevögeln.

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    Irgendwann waren die Tiere vorbeigezogen, wir erreichten den schmalen „Wooly Gut“, eine Meerenge mit starkem Gezeitenstrom. Mitunter konnte man die Verwirbelungen und Strömungen im Wasser gut erkennen. Die Sichtung eines Commerson-Delfin sowie einiger Eselspinguine wurde durchgegeben – wir sahen jedoch leider keines der Tiere.

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    Nach dieser Engstelle bogen wir in eine geschützte Bucht ein. In der Bucht befand sich das kleine Segelboot „Wanderer III“. Die Besitzer – Kicki und Thies – haben mit diesem kleinen Boot die Welt bereist, waren u.a. in Südgeorgien damit unterwegs. Irgendwann verliebten sie sich in Westpoint Island und pachteten diese. Seitdem führen sie hier ein beschauliches Leben im Einklang mit der Natur. Ein paar Schafe und Rinder werden ebenfalls gezüchtet. Ab und an kommen Expeditionsschiffe vorbei. Kicki, die aus Schweden stammt, backt dann häufig jede Menge Kuchen und Plätzchen für die Gäste.

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    Westpoint Island befindet sich wie Hummock Island in der King George Bay. Sie ist ca. 20km2 groß. Auf Westpoint Island sind zahlreiche Vogelarten anzutreffen, Kolonien von Magellanpinguinen, Felsenpinguinen und Schwarzbrauen-Albatrossen brüten hier. Da sich die Insel in Privatbesitz befindet, kommt man hier auch etwas näher an die Brutkolonien heran als die sonst vorgeschriebenen 5m. Die Vögel stört man dabei allerdings nicht, wie später noch zu berichten sein wird.

    Wir nahmen noch ein kleines Mittagessen auf dem Schiff ein und bereiteten uns auf den Landgang vor. Gegen 15:00 Uhr sollten wir dann in die Zodiacs steigen. Für die nachmittäglichen Ausbootungen wird dieselbe Reihenfolge der Zodiacgruppen wie am Vormittag genommen. Eine Reihenfolge gilt also immer für einen ganzen Tag und nicht etwa nur für einen Landgang. Da es – wie schon beschrieben – verhältnismäßig warm war, verzichteten wir dieses Mal auf den Parka. Aber auch die dünnere Jacke – für die Zodiacüberfahrt nötig – verschwand alsbald im Rucksack. Ein (dünner) Pullover reichte vollkommen aus bei diesem wunderbaren Wetter. Den Sonnenschutz sollte man ebenfalls nicht vergessen. Außerdem handelte es sich um eine trockene Anlandung, wer wollte, konnte also die Stiefel auf dem Schiff lassen …


    VG Sven

  • 24.01.25: Westpoint Island (Falklandinseln) – Ein längerer Spaziergang über die Insel

    Auf der Insel angekommen,

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    führte der erste Weg zur nahen Kolonie von Magellanpinguinen.

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    Sie gehören zur Familie der Brillenpinguine und kommen im Süden Südamerikas vor (Falklandinseln, Feuerland, Süden von Patagonien). Sie sind ca. 60-70cm lang, wiegen 4kg und weisen eine typische „Brillen“-Zeichnung um die Augenpartie auf. Der Magellanpinguin brütet in Bruthöhlen, die in den Erdboden gegraben werden. Nach Schlupf der Jungtiere wechseln sich die Partner täglich beim Hudern ab, ein Elternteil geht morgens auf Jagd und kommt spät nachmittags wieder, das andere Elternteil wärmt solange das Jungtier. Die älteren Jungtiere bilden im Gegensatz zu anderen Pinguin-Arten keine Gruppen, sondern halten sich alleine in oder in der Nähe ihrer jeweiligen Bruthöhle auf. Fisch, Tintenfische und Krill gehören zur Hauptnahrung.

    Einige wenige Pinguine befanden sich bei den Bruthöhlen, die meisten waren noch auf Nahrungssuche und würden erst später am Tag zurückkommen.

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    Junger Magellanpinguin in der Höhle, Alttier davor


    Am nahegelegenen Ufer waren die flugunfähigen Falkland-Dampfschiffenten, Felsen-Kormorane sowie Ruß-Austernfischer auszumachen.

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    Flugunfähige Falkland-Dampfschiffenten im Wasser

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    Flugunfähige Falkland-Dampfschiffenten auf einem Felsen

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    Ruß-Austernfischer


    Von der Kolonie ging es zunächst zur Anlandestelle zurück und von dort über Hügel und Graslandschaften zu unserem Hauptziel dieser Anlandung auf Westpoint Island. Unterwegs trafen wir auf eine Vielzahl unterschiedlicher Vögel, die hier heimisch sind.

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    Kelpgans

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    Magellan- und Rothalsgänse


    Verschiedene Gänsearten (Rothalsgang, Magellangans, Kelpgans) begleiteten uns einen Großteil des Weges, sie waren in der Graslandschaft emsig am Futtersuchen.

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    Wir entdeckten den einen oder anderen Singvogel.

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    Langschwanz-Soldatenstärling


    Der Weg führte ständig auf und ab und war insgesamt auch recht lang, dazu die Temperaturen. Für uns beide aus dem Flachland schon eine Wanderung, bei der man ein wenig ins Schwitzen kommt. Aber in sehr schöner, unberührter Natur.

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    Schließlich erreichten wir die Kolonie von Albatrossen und Felsenpinguinen, unser großes Ziel der Wanderung. Bevor wir zur Kolonie durften, gab es noch eine kleine Einweisung und etwas Wartezeit. Man kommt den Tieren recht nahe und soll diese möglichst nicht stören. Also nicht laut unterhalten, möglichst gar keine Geräusche machen, auf den Wegen bleiben und langsam weitergehen. Andere Gäste sollen auch die Chance haben, sich die Tiere anzuschauen. Somit wird die Zahl der Gäste, die gleichzeitig zur Kolonie gelassen wurden, eingeschränkt. Klar, wenn dort 100 Gäste stehen, ist es schlecht für die Tiere. Damit man keine Samen oder andere Dinge einschleppt, mussten auch noch die Schuhe in einer speziellen Lösung desinfiziert und gereinigt werden. Dann konnte es für uns losgehen …

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    VG Sven

  • 24.01.25: Westpoint Island (Falklandinseln) – Von Rockhoppern und Albatrossen (Teil 1)

    Der Weg zur Kolonie führte durch hohes Tussock-Gras. Dieses diente dann auch als Sichtschutz für die Tiere. Uns bot sich ein atemberaubender Anblick:

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    Insgesamt schien es, als ob die Vögel uns hinter dem Gras gar nicht wahrnehmen würden. Und dabei waren wir nur ca. 1m entfernt!

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    In der Kolonie sind sowohl Schwarzbrauen-Albatrosse als auch Felsenpinguine anzutreffen.

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    Flauschige Albatros-Küken sitzen mit teilweise offenem Schnabel auf ihren Nestern. Sie versuchen so, Wärme abzugeben. So ein Daunengefieder isoliert doch zu gut, insbesondere bei den warmen Temperaturen.

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    Zahlreiche Elterntiere sitzen ebenfalls auf ihren Nestern oder stehen davor. Füttern ihre Jungtiere, tauschen Zärtlichkeiten aus. Fliegen los, um auf Nahrungssuche zu gehen oder landen. Start und Landung natürlich Albatros-like. Im Flug wahre Luftkünstler, sie sind dort sehr ästhetisch unterwegs, sieht das bei Start und Landung manchmal doch tollpatschig aus.

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    Schwarzbrauen-Albatrosse haben ihren Namen aufgrund der dunkel gefärbten Brauen über den Augen. Diese geben dieser Art ihre charakteristische Zeichnung und unterscheiden sie vom sonst ähnlich aussehenden Wander-Albatros. Der Schwarzbrauen-Albatros gilt als einer die kleinsten Albatros-Arten, und das bei einer Flügelspannweite von 250cm! Sie verbringen ihr Leben fast ausschließlich über dem Südpolarmeer – einige wenige, verirrte Exemplare haben es auch mal nach Europa, z.B. nach Helgoland, geschafft. Die Brutpaare kommen normalerweise jedes Jahr zusammen, sie sind sich ein Leben lang treu. In der Regel wird pro Paar ein Ei ausgebrütet. Die Nahrung ist ähnlich den Pinguinen: Fische, Tintenfische, Krill. Leider stehen die Schwarzbrauen-Albatrosse (wie alle anderen Albatrosse auch) auf der roten Liste der gefährdeten Arten. V.a. der kommerzielle Fischfang ist ihr „Hauptgegner“ – sie verfangen sich oft in den Haken der Langleinen.


    VG Sven

  • 24.01.25: Westpoint Island (Falklandinseln) – Von Rockhoppern und Albatrossen (Teil 2)

    Neben den Schwarzbrauen-Albatrossen leben in der Kolonie die Südlichen Felsenpinguine (Rockhopper).

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    Wir sahen Felsenpinguin-Kinder, die sich in Kindergärten zusammengeschlossen haben und dort spielen oder auf die Rückkehr der Eltern, hoffentlich mit genug Nahrung, warten. Im Gegensatz zu den Albatros-Küken, die stoisch auf ihren Nestern sitzen, sind die jungen Felsenpinguine mobil unterwegs und wuseln umher.

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    Wir sahen weiterhin Felsenpinguin-Eltern, die ihre Jungen füttern, sich putzen oder in der Sonne ausruhen.

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    So richtig wusste man gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Ein beeindruckendes Erlebnis!

    Die Rockhopper gehören zu den Schopfpinguinen, hinter den Augen befinden sich gelbe, verlängerte Federn, der Schopf. Sie gehören zu den kleineren Pinguinen (Körpergröße 45-58cm, Gewicht 2,3-4,5kg), in unserem Fahrtgebiet sind sie die absolut kleinsten Pinguine. Die Tiere gelten als ausgesprochen wehrhaft, andere Pinguine oder auch Albatrosse, die dem Nest oder dem Tier zu nahekommen, werden schon mal angegriffen. Anzutreffen sind die Felsenpinguine im Süden Südamerikas sowie in Neuseeland. Bei ihrer Nahrungssuche erreichen die Tiere Meerestiefen von bis zu 170m, erstaunlich für solche kleinen Tiere.

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    Und erstaunlich ist auch, welche Wege die Felsenpinguine von und zu ihrer Kolonie zurücklegen. Der Albatros kann ja fliegen, für ihn ist es egal. Der Pinguin jedoch nicht, er muss zum einen den Brutfelsen hinauf und wieder hinunter (die Felsen sind ganz schön hoch) und dann auch noch zum Meer und wieder zurück. Und das alles mit seinen Patsche-Füßchen! Respekt!

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    Durch die gemeinsame Kolonie mit den großen Albatrossen wird die Gefahr durch Raubvögel verringert, mehr Tiere bedeutet geringeres Risiko. Im Wasser, bei der Jagd, sind Robben, Orcas und Haie die natürlichen Feinde. Über die Jahre ist der Bestand der Felsenpinguine drastisch zurückgegangen, insbesondere hier auf den Falklandinseln. Die Art gilt deshalb als gefährdet. Hauptgrund dafür ist die Überfischung der Meere, den Tieren wird die Nahrungsgrundlage entzogen. Also ist auch hier leider der Mensch die größte Gefahr.

    Wir genossenen den Trubel, das Geschnatter und Gefiepe in der Kolonie. Die ganze Zeit über mit ein bisschen Feuchtigkeit in den Augen. Das Ganze ist einfach grandios und vorher in keinster Weise so erwartet worden.

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    Schweren Herzens mussten wir uns verabschieden – schließlich sollten auch noch die anderen Gäste ihre Chance haben. Auf demselben Weg, wie wir die Kolonie erreicht hatten, ging es wieder zurück.

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    Theoretisch wollten wir bei Kiki und Thies noch auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen vorbeischauen. Aber leider hatten wir das komplett verbaselt. Zum einen waren wir spät dran, zum anderen verpassten wir den Weg, der zu ihrem Haus führte und waren dann irgendwann schon an der Anlagestelle. Somit waren wir zu weit gelaufen, zurück wollten wir nicht, also mit dem Zodiac zum Schiff. Konnten andere Gäste für uns ein Stückchen mehr mitessen ;-) (außerdem waren wir noch vom Mittagessen statt).

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    Zurück an Bord blieb nicht mehr viel zu tun. Um 19:00 Uhr verließen wir Westpoint Island und machten uns in Richtung der Ost-Falklands auf. Abendessen gab es für uns heute im Spezialitäten-Restaurant Hamptons. Obwohl es dort diverse Steaks in sehr guter Qualität gab, entschieden wir uns im Hauptgang für eine Lobster-Roll. Lecker, genauso wie die Vorspeisen (u.a. Tatar und Suppe) sowie der Nachtisch. Und nicht ganz so schwer. Irgendwie konnten wir noch immer nicht wieder an Steak ran.

    Nach einem langen, aber entspannten Essen ging es dann ohne weiteres Programm auf die Kabine uns ins Bett. Der anstrengende Tag (wegen den beiden Wanderungen) und die vielen Eindrücke forderten einfach ihren Tribut …


    Fazit des Tages: Was soll man da sagen außer: Was für ein Tag!!! :):thumbup:Grandiose Naturerlebnisse v.a. in der Brutkolonie der Albatrosse und Felsenpinguine. Wer da keine feuchten Augen bekommt, ist komplett abgehärtet! Wunderschöne Anlandungen auf Hummock Island und Westpoint Island. Und dabei waren es „nur“ die Falklandinseln! Von der Antarktis waren wir noch weit entfernt …

    Unsere Tiersichtungen an diesem Tag:
    • Magellanpinguin
    • Felsenpinguin (Rockhopper)
    • Südamerikanischer Seelöwe (Mähnenrobbe)
    • Seiwal
    • Schwarzbrauen-Albatros
    • Truthahn-Geier
    • Tussock-Vogel (Falkland-Uferwipper)
    • Falkland-Drossel
    • Sumpfohreule
    • Blauaugen-Kormoran
    • Felsen-Kormoran
    • Flugunfähige Falkland Dampfschiffente
    • Magellangans
    • Kelpgans
    • Rothalsgans
    • Ruß-Austernfischer
    • Langschwanz-Soldatenstärling

    VG Sven

  • CosmoST

    Lieben Dank für Deinen tollen Bericht und die Ausführungen zu den Tieren. Woher kennst Du immer die Tiergattungen? Unglaublich:thumbup:

    In jedem Fall kann man hier viel lernen. Die "Rockhopper" mit ihrem "Punkhaarschnitt" haben es mir besonders angetan.:love:

    Beste Grüße

    Katja

    Motto: Nach der Reise ist vor der Reise.....
    gebucht:

    15.09.-22.09.2026 MS 2 Metropoien von/bis Hamburg

    18.10.-01.12.2027 MS 6 Palma bis Singapur / 44 Nächte

    schon vorbei, aber schöne Erinnerungen bleiben:

    23.03.-01.05.2026 MS 4 Dubai- Palma abgesagt von TC

    2025 Phoenix MS Amera Grönland - Reisebericht / 2025 MS7 Kanaren mit Madeira und Kanaren mit Agadir

    2024 Phoenix Flußreise mit der Anesha ab Köln bis Basel / MS Amadea Phoenix rund um Südamerika (Lima bis Buenos Aires)

    2022 MS1 HH-NewYork und Neuengland/Kanada

    2021 AMA Lucia Stella Donau Flusskreuzfahrt (nach 3 abgesagten Hochsee Touren)

    2019 - MS2 neu Mittelmeer mit Salerno // 03.2019 - MS3 Vietnam mit Hong Kong // 06/07.2018 - MS3 Nordland mit Spitzbergen und Island

    2017 - MS3 Mittelmeer mit Lissabon // 07.2014 MS2 Ostsee Baltikum // 07.2011 Aida blu Norwegen // 05.2008 Aida vita östl. Mittelmeer // 09.2006 Aida vita west.Mittelmeer

  • CosmoST


    Traumhaft schön ! Danke !

    LG,

    Takis

  • CosmoST ,

    ich weiß garnicht, wie ich meine Begeisterung in Worte fassen soll. Einfach nur toll :love::love::love::love::love::love::love:.

    Und dann auch noch die Namen der einzelnen Tiere. Wahrscheinlich werde ich in ein paar Tagen nur mehr behalten haben, dass Ihr Kormorane, Wale und Pinguine gesehen habt, aber beim Lesen macht es so richtig Spaß, ein wenig mehr mit Informationen gefüttert zu werden. Und wer weiß: vielleicht bleibt doch mehr hängen: immerhin habe ich mir die Fotos gerade zum dritten (und bestimmt nicht zum letzten) Mal angeschaut.

    Meine Sehnsucht, das alles einmal live zu erleben, wächst von Mal zu Mal. Ich frage mich (und Dich) allerdings: gibt es diese Anlandungen auch, wenn das Wetter schlecht ist? Oder fahren sie dann weiter ohne Anlandung auf den Falklandinseln? Ich habe schon so oft gehört, dass zumindest normale Kreuzfahrtschiffe die Falklandinseln wegen zu starken Windes nicht anlaufen konnten.

    Viele Grüße

    Verena

  • Kati22

    Einige der Tiere werden ja von den Biologen vorgestellt. Andere haben wir in der Tat an Bord mit einem Abgleich Foto zu Tierlexikon und Recherche im Internet herausgefunden. Wir saßen also hinten im Schiff in der Ocean Academy und haben geforscht. Nachfragen bei der Biologin später zeigten dann, dass wir richtig lagen. Macht eigentlich Spaß, das zu ermitteln ...

    VG Sven

  • Bremerin

    Wenn das Wetter so schlecht ist, das man nicht anlanden kann (z.B. zu hohe Wellen), wird zunächst mal versucht, eine alternative Anlandestelle zu finden (Plan B), und wenn das nicht klappt, eine weitere (Plan C). Plan C kann dann eine andere Insel, Bucht oder was auch immer sein. Es kann aber auch sein, dass das Ganze dann an diesem Tag ausfällt, wenn gar nichts geht (z.B. bei Sturm). Ein bisschen was dazu kommt dann auch noch in meinem Bericht - es gab ja wahrscheinlich nicht jeden Tag Sonne und blauen Himmel in diesem Fahrtgebiet (ich will jetzt nicht komplett spoilern).

    Man bemüht sich halt immer was möglich zu machen - wenn es dann im Zodiac schaukelt, ist das noch vertretbar - hatten wir z.B. in der Arktis 2022, da war einmal schon ein bisschen Seegang im Schlauchboot. Aber erst, wenn es gefährlich wird, fährt man nicht raus. Wir hatten hier auch mal 1,5m hohe Wellen und das Zodiac fuhr trotzdem.

    Aber ja, mit etwas Pech fallen dann die Falkland-Inseln aus. Gut war, dass wir mehrere Tage Falkland (2 Tage) und Südgeorgien (3 Tage) hatten, da wird es ja den einen oder anderen geben, wo es klappt.

    Übrigens: Die größeren Schiffe fahren ja nur Stanley an - haben nur einen Versuch. Wir hatten ja mehrere.

    Was man aber sagen kann: Wir hatten am ersten Tag hier auf den Falklands schonmal sehr gutes Wetter. Es ist wahrscheinlich öfter schlechter als besser ...


    VG Sven

  • Soooo schöne Bilder :love: und tolle Infos…. danke dafür CosmoST

    Wir waren damals nur für einen Tag in Stanley und von dort aus dann zur Pinguin-Kolonie… und selbst dort waren unsere Eindrücke schon einfach nur beeindruckend. Die flauschigen Halbstarken-Pinguine kümmerten sich kein Stück um unsere „5 -Meter Absperrzone“ und wir mussten ständig zurückweichen um den Abstand zu wahren… so niedlich :)

    Es ist schon sehr bezeichnend für die Schönheit dieser besonderen Landschaft dort , dass selbst erfahrene Weltreisende wie Kiki und Thies sich ausgerechnet in dieser kargen Gegend niederlassen… Natur pur :love:

    LG und Danke für deine viele Mühe

    Marina

  • 25.01.25: Stanley (Falklandinseln) – Karibikflair in der Gypsy Cove (Teil 1)

    Unser zweiter Tag auf den Falklands führte uns zur Hauptstadt Stanley. Hier lebt der größte Teil der Bevölkerung der Falklandinseln, nämlich ca. 2.000 von insgesamt 3.500 Menschen.

    Wir hatten uns persönlich ein straffes Programm vorgenommen. Wir wollten sowohl die Stadt als auch die Natur in der Umgebung besichtigen. Daher wollten wir eines der frühen Tenderboote erwischen. Richtig gelesen, hier hat man mal keine nasse Anlandung, es gibt eine Pier in der Stadt. Stanley ist neben Ushuaia auch der einzige Hafen/Halt auf der Reise, der nicht nur Expeditionsschiffen vorbehalten ist und den man auch mit einem großen Schiff besuchen kann.

    Also: Zeitiges Klingeln des Weckers, Morgentoilette, anziehen und ein frühes Frühstück. Und dann auf den Aufruf warten.

    Und es klappte tatsächlich, wir saßen um ca. 08:30 Uhr im ersten Tenderboot hinüber nach Stanley. An der Pier waren wir nicht allein, ein großer Südamerikanischer Seelöwenbulle hatte es sich auf der Pier gemütlich gemacht und beobachtete das Treiben, ließ sich aber weiter nicht stören.

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    Durch den frühen Transfer erreichten wir auch den ersten Shuttlebus. Dieser brachte uns vom Hafen zur Gypsy Cove, die sich etwa 6km von Stanley entfernt, befindet. Die kostenlosen Shuttlebusse fuhren alle halbe Stunde hin und zurück. Während der Busfahrt begann es zu regnen. Im Laufe des Vormittags hatten wir einen stetigen Wechsel von sonnigen Abschnitten und kurzen Regenschauern, das Wetter änderte sich aber alle paar Minuten. Während der Regenschauer mussten wir die Kameras dann ab und an unter der Jacke verstauen, nicht, dass die Technik allzu nass wird.

    Angekommen in der Gypsy Cove nimmt man zunächst mal den wunderschönen Strand wahr:

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    Türkises Wasser, weißer Strand, dahinter die grüne Vegetation. Dazwischen ein paar dunkle Felsen. Sieht eigentlich aus wie in der Karibik! Nur nicht so warm – wir hatten aber immerhin etwa 15 Grad am heutigen Tag. Eine großartige Landschaft hier in der Bucht.

    Was man allerdings in der Karibik am Strand nicht hat, sind Pinguine. Hier in der Bucht befindet sich eine größere Kolonie von Magellanpinguinen. Drei dieser Tiere standen oder lagen am Strand. Leser mit guten Augen erkennen die vielleicht in der Ferne auf dem vorherigen Foto. Für alle anderen hier die Vergrößerung :D

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    Vom Besucherparkplatz aus führt ein Rundweg an der Steilküste entlang. Er bietet Naturliebhabern und Fotografen vielfältige Möglichkeiten, die Naturschönheit der Falklandinseln einzufangen.

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    Schon nach den ersten Metern des Weges erblickten wir ein etwa 6 Wochen altes Magellanpinguin-Jungtier. Dieses befand sich vor seiner Bruthöhle und genoss die Sonne. Das Jungtier trägt bereits das adulte Federkleid, die charakteristische Brillen-Zeichnung ist jedoch noch nicht ausgeprägt. Versorgt wird es aber noch durch die Eltern und wartet daher hier auf deren Rückkehr von der Futtersuche und erkundet bis dahin die nahe Gegend um die Bruthöhle.

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    Ein paar Meter weiter konnten wir auch einige erwachsene Magellanpinguine sehen, die sich entweder im hohen Tussock-Gras versteckten, auf dem Weg zum Strand waren oder sich nicht ganz klar waren, wo es dann hingehen soll. Die meisten Pinguine sind aber bereits im Meer unterwegs.

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    Weiter entlang der Klippen brüteten Nachtreiher und Felsenkormorane sowie Möwen. Ein großer Truthahn-Geier ruhte sich aus oder wartete auf Nahrung.

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    Nachtreiher

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    Felsenkormorance bei der Aufzucht ihrer Jungtiere

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    Truthahn-Geier


    VG Sven

  • 25.01.25: Stanley (Falklandinseln) – Karibikflair in der Gypsy Cove (Teil 2)

    Aber auch Pflanzenfreunde kommen nicht zu kurz: hohe Tussock-Gräser, Strandhafer, Ginster, Moose und Krähenbeeren säumen den Weg. Fast ein bisschen wir in der Heide …

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    Auch ein bisschen Geschichte kann hier betrachtet werden, Kanonen aus der II. Weltkrieg haben die Zeit überstanden.

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    Hier erwischte uns ein etwas heftigerer Regenschauer und wir mussten eine kleine Möglichkeit zum Unterstellen suchen. Zum Glück gab es eine kleine überdachte Nische und alsbald kam die Sonne auch wieder heraus und wir konnten den Rundweg an den Klippen fortsetzen und beenden. Neben dem Weg sind ab und an Info-Tafeln aufgestellt, welche die Natur beschreiben.

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    Zurück am Besucherparkplatz gingen wir in die andere Richtung, wenn wir schonmal so schönen Strand haben, muss man dort auch mal hin!

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    Hinter dem Zaun befinden sich viele Bruthöhlen der Magellanpinguine, das Gebiet ist gesperrt für Besucher

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    Durch die Dünen mit tiefem Sand gelangte man an den breiten, weißen Sandstrand. Die helle Farbe stammt vom Quarz, aus dem der Strand besteht.

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    Ein kleines Stückchen liefen wir auf dem Strand unten am Wasser entlang.

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    Am Strand und im Wasser tummelte sich eine größere Gruppe von Flugunfähigen Falkland-Dampfschiffenten.

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    Die Flügel sind recht klein und sie können somit nicht fliegen. Einsatz finden die Flügel aber trotzdem: Wenn sie beim Schwimmen im Wasser mal richtig Geschwindigkeit aufnehmen wollen, werden die Flügel schnell bewegt. Das sieht dann in etwa so aus, wie rotierende Schaufelräder an den klassischen Louisiana-Dampfschiffen. Daher auch der Name. In unserem Fall sahen die Enten aber keinen Grund, in einen Geschwindigkeitsrausch zu verfallen – sie dümpelten mehr oder weniger dahin.

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    Theoretisch kann man die Bucht noch weiterlaufen und gelangt dann in die weitläufige York Bay. Dort noch ein gutes Stück/ein paar Kilometer und man kann Eselspinguine und vereinzelt sogar Königspinguine sehen. Wir verzichteten aber darauf, zum einen ist der Weg doch recht weit. Und zum anderen würden wir in den nächsten Tagen hoffentlich noch genügend Gelegenheiten haben, diese Tiere auf Südgeorgien oder in der Antarktis zu sehen. Also konzentrierten wir uns eher darauf, das zu sehen, was im späteren Verlauf unserer Reise garantiert nicht mehr vorkommt.

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    Also gingen wir wieder zurück am Strand und dann zum Besucherparkplatz.

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    Dort fuhren wir mit dem nächsten Bus zurück zum Hafen und somit nach Stanley …


    VG Sven

  • 25.01.25: Stanley (Falklandinseln) – Very british und historisch (Teil 1)

    Zurück in Stanley starteten wir im Hafen einen kleinen Stadtrundgang.

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    Die Hauptstadt der Falklandinseln ist das Zentrum für Tourismus, Wirtschaft und Verwaltung. Hauptwirtschaftszweige sind Schafzucht und Fischfang. Eine Haupteinnahmequelle besteht in der Lizensierung von Tintenfisch-Fangflotten. Den ausländischen Fangflotten wird hier die Lizenz/Erlaubnis erteilt, um in den Gewässern vor den Falklandinseln Tintenfische industriell zu fangen.

    Die Falklandinseln sind – obwohl in der Nähe zu Argentinien gelegen – ein britisches Überseeterritorium. Zu diesem Territorium gehören ebenfalls Südgeorgien sowie die Süd-Sandwich-Inseln. In der Vergangenheit gab es ob dieser Situation seitens Argentiniens den Versuch, das Gebiet zu erobern. Doch dazu später mehr.

    Wir interessierten uns aber mehr für die touristischen Belange. Im Wesentlichen liefen wir die Ross Road entlang, die direkt am Wasser entlangführt und die Hauptstraße in Stanley markiert.

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    Die Häuser und ihre Umgebung kommen sehr klassisch herüber – „very british“ eben. Da gibt es die roten Telefonzellen, die Art der Häuser, die klassischen Cafés und Restaurants sowie Pubs. Und natürlich den Linksverkehr.

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    Ein Wahrzeichen in Stanley ist die Christ Church Cathedral. 1892 gebaut stellt die die südlichste anglikanische Kirche der Welt dar.

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    Berühmt durch das Portal aus Blauwalknochen im Vorgarten, in dem viele bunte Blumen, v.a. Lupinen, blühen.

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    Innen ist die Kirche etwas anders als man es von anderen Kirchen kennt. Zum einen gibt es eine Kinderspiel-Ecke – zumindest hatte ich bisher in keiner Kirche so etwas gesehen. Zum anderen gibt es besondere Mosaike in den Kirchenfenstern. Diese stellen z.B. eine Krankenschwester mit ihrem Fahrrad dar, die die Leute in der Gegend versorgt hatte.

    Weiter führt der Weg an einigen Geschäften vorbei und man gelangt zum Stanley Post Office. Da die Post im Tierre del Fuego-Nationalpark geschlossen hatte, kann man auch von hier Postkarten in die weite Welt verschicken oder spezielle Briefmarken kaufen. Aber auch nur theoretisch. Heute war nämlich Sonntag und somit die Post geschlossen.

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    VG Sven