RB Traumziele im Indischen Ozean oder 7.500 Seemeilen von Dubai nach Kapstadt unterwegs mit der Nautica

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Darf ich auch noch 'mitfahren'?

    Danke für den jetzt schon tollen Reisebericht, uschisiggi

    An sechs Orten Eurer Reise war ich auch - allerdings in verschiedenen Urlauben. ^^^^^^

    Hier darf jeder mitcruisen. Du natürlich auch liebe Anke66 Vielleicht entdeckst Du dann ja einiges wieder?

    Ihr glaubt gar nicht, wie viel Spaß es macht, so eine Reise noch einmal Revue passieren zu lassen. Auch wenn natürlich sämtliche Texte noch vorhanden sind, so muss ich doch alle Fotos noch einmal kritisch ansehen und sie den neuen Forenrichtlinien anpassen. Das dauert jetzt, denn Menschen dürfen ja nicht mehr erkennbar sein. Also Foto A betrachten, im Fotoeditor "verschönern", unter neuem Namen abspeichern und erst dann hochladen.

    Unsere nächsten Häfen sind ja in Indien, da gibt es fast kein Foto ohne Menschen, eben Leben pur. Da empfinde ich es schon schade, Euch diese nicht mehr im Original zeigen zu dürfen. Aber ok, das ist jetzt eben so.

    Bei Regen und Wind hat man / frau aber auch Zeit und Muße sich zurückzubeamen. Kommt einfach weiter mit.

    LG
    Siegrid

  • Samstag, 26. November 2011

    Erster von zwei Seetagen auf dem Weg nach Mumbai / Indien

    Wetter: sonnig 28 Grad

    Sonnenaufgang: 7.29h Sonnenuntergang: 18.05h

    Den aktuellen Infos haben wir für heute zwei Dinge entnommen: Von 18h-20h gibt es einen Kapitänsempfang in der Nautica-Lounge mit freier Getränkewahl und Kanapees. Diese stehen auch im Horizons und Martinis zur Verfügung.

    Und dann müssen wir heute Nacht die Uhren ein weiteres Mal vorstellen, dieses Mal allerdings nur um 30 Minuten!

    Seit heute hat sich das Bordprogramm auch noch erweitert. Jetzt gibt es Backgammon-Tische, Bridge-Kurse für Anfänger, ein Wein-Seminar und Bingo. Am Nachmittag kann man Walzer lernen, Karten basteln oder an einer Team-Trivial-Pursuit Veranstaltung teilnehmen.

    Und wie wäre es mit „needlepoint“? Hier sticken - nicht nur Damen- unter Anleitung von Amanda kleine Kunstwerke, die niemand wirklich braucht.

    Und natürlich gibt es auch Lichtbildervorträge aller Art, die man besuchen könnte.

    Und was machen wir? Wir schlafen erst einmal aus und begeben uns erst um 9h zum Frühstück.

    Danach suchen wir uns zwei Liegen auf dem Sonnendeck, möglichst im Schatten, denn die Sonne scheint bereits kräftig vom Firmament. Roland klagt immer noch über Schnupfen und so nutzen wir die Zeit zum Relaxen.

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    das sind keine frei verfügbaren Liegestühle, sondern zu mietende in einer abgeteilten Cabana.

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    Um kurz nach 10h gibt es eine wichtige Durchsage vom Kapitän.

    Wir befinden uns jetzt in einem Seegebiet auf dem Indischen Ozean, das bezüglich möglicher Piratenüberfälle aus Somalia gefährdet ist. Die Nautica ist allerdings bestens vorbereitet auf Überfälle dieser Art, denn es sind Wasserschläuche auf Deck 5 installiert, die es ermöglichen, Angreifer direkt von der Bordwand zu spülen, sofern diese versuchen sollten, das Schiff zu entern.

    Dennoch werden auch alle Passagiere gebeten, im Fall des Falles in Deckung zu gehen. Vereinfacht ausgedrückt soll sich jeder Gast nach Ertönen eines siebenfachen Sirenentons unter Deck begeben und sich dann dort auf den Decksgängen, keinesfalls in der Kabine aufhalten.

    Darüber hinaus werden in den beiden nächsten Nächten alle nicht notwendigen Beleuchtungsquellen gelöscht und die Passagiere werden gebeten, in den Kabinen nachts ihre Vorhänge zuzuziehen. Alles sind aber reine Vorsichtsmaßnahmen. Passiert ist rein gar nichts.

    Inwieweit bewaffnetes Personal an Bord ist, vermögen wir nicht zu beurteilen. Allerdings sieht man seit ein paar Tagen kräftig gebaute Herren, die ihre Muskeln zusätzlich im Fitnesscenter stählen. Nach Mumbai sind sie dann von Bord verschwunden.

    Der Nachmittag wird durch ein leichtes Mittagsessen unterbrochen und später durch den Besuch des Fitness-Studios, wo wir die Laufbänder mit Blick aufs Meer ausprobieren. Seegang weiterhin Fehlanzeige!

    Um 18h nutzen wir die kostenfreien Angebote des Kapitänempfangs im Horizons, weil dort wesentlich mehr Platz ist. Unser Abendessen ist heute erst um 20.30h im Pologrill reserviert, da heißt es durchhalten bis dahin. Letztendlich fühlt sich Roland aber bereits jetzt geschafft und entscheidet sich, lieber noch einen Tee auf der Kabine zu trinken.

    Das funktioniert ganz prima über den kostenlosen Zimmerservice: 02 anrufen, kurz warten, Hörer auflegen, kurzfristigen Rückruf des Personals über Pager abwarten, Stateroom-Nummer mit Bestellung aufgeben und keine 10 Minuten später klopft es an der Tür. Ein Kellner serviert uns prompt den „tea for two“.

    Später tafeln wir nur noch zu viert im Polo.

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    LG
    Siegrid

  • Liebe uschisiggi

    Ich komme auch noch gerne mit :)

    Vielen Dank für deine Mühe und liebe Grüße

    Anette

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    Adriaperlen und Höhepunkte Italiens MS4

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    Kanaren mit Agadir

    Wie schön, dass ich’s erleben durfte :)
    WMM mit Barcelona, Okt. 14, MS1
    N. mit Nordkap, Aug. 16, MS1
    Barbados - Mallorca, April 17, MS5
    Ägäis mit Kreta, Juli 18, MS2
    Adria mit Dubrovnik, Juli 19, MS6 RB
    RB: Nicht perfekt...und irgendwie doch! Safari in Tansania, Okt. 19
    Blaue Reise 4, MS1, Okt. 20
    MM mit Andalusien, MS3, Okt. 21
    N. mit Ålesund, MS1, April 22
    Kurzreise, Kopenhagen mit Göteborg, MS4, Mai 22
    Adria mit Korfu, MS5, Juli 22
    Metropolen, Aidasol, Okt. 22
    Winter in Schwedisch-Lappland, Dez. 23 RB
    Transatlantik, MS1, April 23, Karibik - Gran Canaria
    Metropolen, AidaNova, Dez.23
    ÖMM mit Zypern, MS2, April 24
    Uganda Juli 24, Gorillas im Sonnenschein RB
    N. Kiel - Hamburg, AidaNova, Okt. 24
    Kanaren mit Kapverden, MS5, Feb. 25
    Kanaren mit Madeira, AidaCosma, März 26

  • Es macht Spaß hier mitzulesen; ich freue mich auf Mehr :)

  • Sonntag, 27. November 2011

    Zweiter von zwei Seetagen auf dem Weg nach Mumbai / Indien

    Wetter: sonnig 30 Grad

    Sonnenaufgang: 7.21h Sonnenuntergang: 18.15h

    Wir nutzen den Morgen, um unseren einzigen Oceania-Ausflug zu buchen.Der Aufenthalt in Mangalore / Indien ist zeitlich begrenzt, und wir haben Sorge, bei einem privaten Ausflug ggfls. aufgrund des chaotischen indischen Straßenverkehrs die Abfahrt der Nautica zu verpassen. Wir schauen uns die Ausflugstickets genau an und staunen nicht schlecht, dass man diese bis 24 Stunden vor Abfahrt sogar wieder kostenfrei stornieren kann. Auch ein amerikanisches Phänomen.

    Während Roland danach dann dem Arzt an Bord einen Besuch abstattet (die vermeintliche Erkältung wird irgendwie nicht besser) fülle ich weitere Formulare aus für die verschiedenen indischen Landgänge. Morgen früh werden wir bereits um 6.15h zur „mandatory face to face inspection“ mit den indischen Behörden in der Nautica Lounge erwartet.

    Erst nach zwei Stunden ist Roland zurück und berichtet, dass er umfangreich untersucht worden ist und sogar am Tropf gehangen hat. Darüber hinaus bringt er eine Batterie Tabletten mit, die zu den unterschiedlichsten Zeiten einzunehmen sind. Er fühlt sich aber zunehmend besser. Na dann…………

    Zu diesem Zeitpunkt ahnen wir GsD noch nicht, wie hoch die Rechnung ausfallen wird, sonst wäre sie bestimmt schnell hin gewesen, die sich abzeichnende Genesung. Wenn Ihr wollt, dürft Ihr gerne schon mal die Höhe erraten! Die Auflösung kommt später.

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    Wir nutzen die Tea-time und später die Einladung der Cruise Group ins Horizons zu einem „Germans come together“. Hier treffen wir auf die meisten der 19 deutschen Gäste an Bord. Im GDR klappt es danach wieder mit einem runden Tisch für sieben Personen, denn weitere Deutsche sind mit dabei.

    Spät wird es heute nicht, morgen steht MUMBAI auf unserem Besuchsprogramm.

    LG
    Siegrid

  • Montag, 28. November 2011

    Mumbai / Indien

    Wetter: Dunst 33 Grad

    Sonnenaufgang: 6.53h Sonnenuntergang: 17.59h

    Wir haben es gar nicht mitbekommen, aber die Nautica hat bereits kurz nach Mitternacht Mumbai erreicht und liegt seit 1h am Pier Nr. 18, Indira Dock Hafeneingang / Green Gate. Unser Wecker klingelt schon sehr früh, und ich stelle erleichtert fest, dass es Roland endlich besser geht.

    Wir wollen Mumbai mit Herrn Bapat (den wir vor 10 Jahren auf einer Indienreise als sehr sympathischen deutschsprachigen Professor in Mumbai kennengelernt und zu dem wir im Vorfeld wieder Kontakt aufgenommen haben) doch zusammen erleben!

    Aber zunächst müssen wir uns noch vor dem Frühstück der Gesichtskontrolle der Behörden stellen. Dazu geht es auf Deck 5 zur Nautica Lounge. Auf der rechten Seite werden die Pässe zusammen mit den vorausgefüllten Landing Cards ausgeteilt, dann geht man zu den Tischen vor der Bühne, an denen etwa 10 Beamte sitzen und eine wichtige Miene aufgesetzt haben.

    Sagen braucht man nichts, eine Gesichtskontrolle findet irgendwie auch nicht statt. Dafür wird ein sehr flüchtiger Blick in den jeweiligen Pass geworfen und anschließend die Yellow Landing Card mehrfach gestempelt. Zusammen mit dem Pass verlässt man schleunigst die Kontrolle, gibt den Pass aber gleich wieder beim Nautica-Personal ab, nimmt die Yellow Landing Card und ist entlassen.

    Alle Passagiere und alle Crewmitglieder müssen sich diesem Procedere anschließen. Nach dem Frühstück versammeln wir uns an der Gangway, ein weiteres deutsches Ehepaar im Schlepptau. Wir hoffen, wir können die beiden irgendwie mitnehmen. Das wäre doch prima. Leider besteht unsere kleine Reisegruppe nämlich bereits aus 7 Personen.

    Per Shuttle-Bus geht es dann erst einmal zum Green Gate, wo wir gegen 9h mit Herrn Bapat verabredet sind.

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    Noch sehen wir ihn nicht, dafür umlagern uns aber jede Menge Taxifahrer und noch mehr Bettler, vorwiegend Frauen und Mädchen mit schlafenden Säuglingen im Arm.Es dauert ein paar Minuten, aber dann erkennen wir in einem ankommenden Fahrzeug unseren Herrn Bapat. Leider gibt es in seinem angemieteten Kleinbus nur 7 weitere Sitzplätze, sodass für weitere Personen kein Platz ist.

    Wir diskutieren die verschiedenen Möglichkeiten und entscheiden uns dann dafür, ein weiteres Taxi anzumieten, das dem Kleinbus einfach folgen soll.

    Das klingt jetzt erst einmal einfacher als gedacht, führt aber dazu, dass Herr Bapat einige weitere graue Haare bekommt, denn - obwohl versprochen - ist das Taxi samt dem Ehepaar schon nach einigen hundert Metern spurlos im Verkehr verschwunden.

    Immerhin haben Herr Bapat und der Taxifahrer ihre Handynummern ausgetauscht und Herr Bapat hat sogar noch kontrolliert, ob die Nummern wirklich die korrekten sind.

    Und so kann ich hier an dieser Stelle schon mal berichten, dass letztendlich doch alles irgendwie geklappt hat.

    Herr Bapat schlägt vor, dass wir zunächst seine Familie besuchen, die sich auf eine Einladung zum Tee eingestellt hat, dann zu den Kanheri Caves fahren und abschließend einen modernen Hindutempel ansehen.

    LG
    Siegrid

  • Hallo Siegrid uschisiggi ,

    toll das du uns nochmal auf diese Reise mit nimmst!

    Es ist natürlich total schade, das deinen Mann eine Erkältung erwischt hat. Das will man im Urlaub natürlich gar nicht :( . Die Rechnung vom Doc wird wohl 4-stellig gewesen sein!?!

    Ich bin jetzt schon ganz gespannt wie es in Mumbai weitergeht :)

    Viele Grüße
    Janine

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    Die Fahrt durch die Stadt gestaltet sich spannend. Da ist zum einen die Sorge, dass wir das Taxi mit dem Ehepaar nicht verlieren (was natürlich der Fall ist), aber auch der wahnwitzige Verkehr, die Hitze, die Eindrücke von Land und Leuten.

    Herr Bapat telefoniert, versucht ständig, seine Familie zu erreichen, aber eben auch den „ungehorsamen“ Taxifahrer. Dieser hat sich nur ganz kurz an seine Anweisungen gehalten, ist dann aber schnell auf eine Tankstelle abgebogen, um seinen leeren Tank zu füllen. Von seinen deutschen Fahrgästen wollte er dazu - als Vorschuss sozusagen - Spritgeld haben. Abenteuer pur!

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    Nach gut 90 Minuten Fahrt erreichen wir mit unserem Kleinbus die Straßenecke, an der Herr Bapat wohnt. Wir steigen schon mal aus und beschließen, auf das Taxi hier zu warten.

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    Irgendwann müssen sie doch auftauchen! Herr Bapat hat Kontakt mit dem Taxifahrer und beruhigt sich etwas. Trotzdem warten wir wohl an die zwanzig Minuten, bis das Taxi eintrifft. Das führt dazu, dass uns zum einen Frau Bapat schon mal zu Fuß entgegenkommt, aber wir haben natürlich auch die Gelegenheit, uns Land und Leute bzw. den Straßenverkehr anzusehen.

    Wir entdecken auf der anderen Straßenseite einen Geldautomaten, aus dem wir uns mit indischen Rupien versorgen wollen. Die Idee findet bei allen Wartenden Anklang, nur Herrn Bapat treten Schweißperlen auf die Stirn. Ob wir es wohl schaffen, die Straße bei Lebensgefahr zu überqueren?

    Hat er Angst um sein Honorar? Wir sind einfach mutig und laufen gemeinsam als großer Pulk los. Die Fahrzeuge bremsen ab. Geht doch! Der Automat spuckt jedenfalls als Höchstsumme 10.000 Rupien / 140 € pro Vorgang aus und akzeptiert auch unsere Sparcard direkt.

    Gemeinsam und wohlbehalten geht es dann die Straße entlang wenige Meter zu Fuß zu Herrn Bapat, der uns stolz sein Wohnhaus präsentiert.

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    Vor dem Hintergrund, dass Millionen von Indern kein Zuhause haben oder aber in einem Slum wohnen, ist das hier Luxus. Aber schon im Treppenhaus sieht alles grau und grau aus und der Putz bröckelt von den Wänden. Familie Bapat wohnt im ersten Stock. Es gibt sogar einen uralten, wenig vertrauenswürdigen Aufzug, sodass wir lieber die Treppe nehmen.

    LG
    Siegrid

  • Vor der Tür ziehen wir die Schuhe aus, werden in der Wohnung von Frau Bapat und deren Tochter Karin (!!) herzlich begrüßt und ins Wohnzimmer gebeten. Nachdem wir unsere Gastgeschenke abgegeben haben (Kugelschreiber, Marzipan, Schokolade sowie Bulgari Toilettenartikel von der Nautica) wird uns frischer Tee serviert und dazu warme, frisch gebackene Maisfladen. Es schmeckt sehr gut, sodass wir alle nachfassen.

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    Herr Bapat möchte uns seine Wohnung zeigen. Diese umfasst auf 80 qm drei Zimmer, Küche und 2 Bäder. In der Küche treffen wir auf zwei Bedienstete (Vater und fünfzehnjährige Tochter), in einem der Schlafzimmer auf seine 82jährige Schwiegermutter.

    Alles ist extrem aufgeräumt und sauber, aber auch sehr schlicht. Einziger Luxus ist das TV-Gerät, an dem noch alle möglichen Aufkleber vorhanden sind. Wir erfahren, dass sich die Eheleute Bapat mit ihrer 23jährigen Tochter Karin ein Schlafzimmer teilen, das zweite bewohnt die Schwiegermutter allein und Diener mit Tochter schlafen auf dem Fußboden im Wohnbereich.


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    Für uns unvorstellbare Verhältnisse! Genauso wie das Badezimmer. Dies verfügt zwar über ein uraltes Spül-WC, auf das man wohl sehr stolz ist, aber darüber hinaus nur noch über einen Gartenschlauch als Duschersatz und ein winziges Handwaschbecken, das bei uns nicht einmal mehr in einem Gäste-WC zu finden gewesen wäre. Zwei kleine Glasborde vervollständigen die Ausstattung.


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    Das war’s schon. Und Klopapier gibt es auch keines. Dafür wird in ganz Indien die linke Hand benutzt.

    Herr Bapat berichtet von sich und seiner Familie: Die zwei Töchter heißen Nikita und Karin, weil er Deutschland liebt. Verheiratet ist er seit über 20 Jahren: Brahmane heiratet Brahmanin. Das war nicht wie heute, das war keine Liebe, das war zweimal Tee bei den Schwiegereltern, dann fand man, das passt und schlug ein. Die Liebe, berichtet er, kommt später, man muss sich entscheiden für Liebe davor oder Liebe danach, man kann alles lernen.

    Dann flüstert er noch: WAS IST FLÜSSIGER ALS WASSER? Wir sind, das weiß er wohl, natürlich völlig ratlos. Aber weil er ein guter Fremdenführer ist, lässt er uns zunächst raten, erst dann antwortet er noch leiser auf Deutsch, das niemand außer uns versteht: DIE SCHWIEGERMUTTER, die Schwiegermutter, denn diese ist vollkommen ÜBERFLÜSSIG!

    Alle leben hier unter einem Dach, seine Schwiegermutter ist hier nach dem Tod ihres Mannes Familienoberhaupt, er ist nur Gast. Früher war seine Frau Rechtsanwältin, jetzt tut nichts, denn die Schwiegermutter hat ihnen zwei Diener beschert, die machen den Rest. Der eine kocht, der andere trägt auf und geht ruhelos in seiner Wohnung umher. Er selber hätte sie gerne längst entlassen, doch die Schwiegermutter lässt das nicht zu.

    Sie kann keinesfalls ohne die Diener leben, sie ist mit den Dienern groß geworden, die Diener sind mit ihr alt geworden, die Diener hat es schon immer gegeben, die Diener sind ewig. Nachts liegt er schlaflos in seinem Bett und lauscht dem Schlaf der nutzlosen Diener, die nichts als sein Geld aus der Tasche ziehen und eigentlich gar keine Diener sind, sondern schon längst Herren im Haus, von denen ihn nur ein Vorhang trennt. Der eine schläft im Wohnzimmer auf dem Sofa, der andere neben der Tür im Flur, nebenan schläft er und wenn er sich morgens waschen will, muss er schneller sein als beide zusammen!!

    Soweit seine Aussagen, die noch heute Gültigkeit haben. Diener haben wir gesehen, die Schwiegermutter auch. Das mit dem Heiraten hat sich ein wenig geändert. Auf dem Weg zu den Kanheri Caves berichtet Herr Bapat auf Nachfrage, dass seine ältere Tochter Nicola inzwischen verheiratet ist und mit ihrem Mann in seiner ersten Wohnung wohnt. Wer hat den ausgesucht? Nach einigem Zögern berichtet Herr Bapat, dass Nicola ihn sich selbst ausgesucht hat, er aber zunächst keine Zustimmung innerhalb der Familie genossen hätte, da er nicht der Kaste der Brahmanen angehört. Und dann? Dann hat Nikita eines Tages ihrer Mutter und ihrer Schwester nicht aber ihm, dem Vater, eine SMS geschickt, in der sie ihre amtliche Eheschließung bekanntgegeben habe und nun die Familie zur Hochzeitsfeier einladen wolle. Mutter und Schwester hätten tagelang geweint, wären dann aber zur Feier gegangen, er, der Vater, hätte sich verweigert. Inzwischen sind die Wogen geglättet und der Kontakt wieder hergestellt.

    Jetzt hofft die Familie Bapat inständig, dass Tochter Karin „standesgemäß“ heiraten wird. Zur Zeit sieht es leider ebenfalls nicht danach aus, aber Karin befindet sich auch noch mitten im Studium und kann noch nicht an eine Eheschließung denken.

    Ich fand das total interessant, soviel indisches Lokalkolerit / Familienleben hautnah mitzukommen.

    Fortsetzung folgt

    LG
    Siegrid

    Einmal editiert, zuletzt von uschisiggi (19. Februar 2023 um 10:08)

  • Danke für Dein Lob, Ginchen .

    Da lohnt es sich ja noch einmal mehr, weiterzuschreiben. Aber keine Angst, ich wollte auch nicht abbrechen.

    Warum ich überhaupt noch einmal gestartet bin, ist kurz erklärt. Die liebe Sophie Administrator hatte mich angeschrieben und gefragt, ob ich den Reisebericht noch einmal forumskonform überarbeiten wolle. Spontan sagte ich ja, stellte dann aber fest, dass dies technisch gar nicht so mal eben geht. Also erschien mir ein Neuanfang viel besser.

    Jetzt kann ich Schritt für Schritt vorgehen, den alten Text noch einmal überprüfen und auch neuen interessierten Forenmitgliedern vielleicht eine Freude bereiten.

    LG
    Siegrid

  • Danke für Dein Lob, Ginchen .

    Da lohnt es sich ja noch einmal mehr, weiterzuschreiben. Aber keine Angst, ich wollte auch nicht abbrechen.

    Warum ich überhaupt noch einmal gestartet bin, ist kurz erklärt. Die liebe Sophie Administrator hatte mich angeschrieben und gefragt, ob ich den Reisebericht noch einmal forumskonform überarbeiten wolle. Spontan sagte ich ja, stellte dann aber fest, dass dies technisch gar nicht so mal eben geht. Also erschien mir ein Neuanfang viel besser.

    Jetzt kann ich Schritt für Schritt vorgehen, den alten Text noch einmal überprüfen und auch neuen interessierten Forenmitgliedern vielleicht eine Freude bereiten.

    Das heißt doch, auch Sophie Administrator hat dein damaliger Bericht so gut gefallen, dass er nicht in der Versenkung verschwinden sollte!

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    Die Kanheri Caves, das sind 109 buddhistische Höhlen aus dem 2. - 9. Jh. n. Chr. an einer Felsenschlucht im Nationalpark, ca. 42 km nordwestlich von Mumbai.

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    Auf dem Weg dorthin fahren wir an endlosen Behausungen – auch mehrstöckigen Slums mehr ähnelnd als Wohnblocks – vorbei. Das Elend ist kaum vorstellbar. Nur TV-Schüsseln sieht man auch bei den Ärmsten der Armen.

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    Und dann erreichen wir die

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    Von den Höhlen selbst ist nicht mehr viel übrig geblieben

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    Zu besichtigen sind nur drei größere Räume. Und hier gehört auch noch eine Menge Vorstellungskraft dazu, sich einen Eindruck von früher zu verschaffen. Die Umgebung ist allerdings sehr grün, und es weht sogar ein leichtes Lüftchen.

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    Siegrid