Reisetagebuch Norfolkinsel/Australien 26.02.2018:
Wir werden vom Sirren der Tenderboote wach, die heruntergelassen werden. Es ist früh, kurz nach 6 Uhr. Wir sind noch müde, aber lange halten wir es nicht im Bett aus.
Erst einmal müssen wir überprüfen, wo wir überhaupt sind. Wir waren bei der Reiseplanung von der Pier bei Kingston im Süden der Insel ausgegangen, doch Kapitän und Kreuzfahrtdirektorin hatten gestern davon gesprochen, evtl. an der Cascade Jetty im Nordosten der Insel zu ankern, wenn Wind und Wellen das zulassen. Wir sind erfreut, dass es nun doch Kingston geworden ist. Hier gibt es mehr zu sehen, und einige Caches haben wir hier auch vorbereitet.
Mit einem der ersten Tenderboote kommen wir an Land. Das ist immer wieder eine schaukelige Angelegenheit, und ich bin froh, dass ich es heil raus und auch wieder rein schaffe. Umso mehr wundere ich mich über die Selbsteinschätzung einiger Leute... Es wird extra darauf hingewiesen, dass Rollator und Gehstützen beim Tendern nicht angebracht sind. Aber trotzdem gibt es Menschen, die das überhaupt nicht interessiert. Sie gehen ein erhebliches Risiko ein und muten der Crew sehr viel zu.
Um 9 Uhr betreten wir festen Boden. Es ist bereits warm und sonnig und um die 25 Grad. Wunderbar! ![]()
Die Insel ist herrlich grün und ruhig. Es fallen gleich die riesigen Pinien auf, die überall wachsen und die das Symbol dieser Insel sind.
Die ca 1.700 Insel- Einwohner sprechen einen ganz speziellen Dialekt, das sogenannte Norf’k, bei dem Englisch mit tahitischen Wörtern kreolisiert ist.
Wir haben keinen Ausflug gebucht, sondern wir wollen etwas laufen und cachen. Zunächst geht es an verlockenden Stränden vorbei zum Point Hunter am Ende einer Bucht und dann weiter durch die Dünen. Die Aussicht auf das türkisfarbene Meer und die Artania ist sehr schön!
Als nächstes steht der Queen Elizabeth Lookout auf unserem privaten Programm. Es geht bergauf.
Die Ausflugsbusse rauschen an uns vorbei, aber wir gehen tapfer weiter und erreichen schließlich den Lookout, wo wir nicht nur die schöne Aussicht genießen sondern auch den Cache finden.
Auf dem Parkplatz stehen ein kleiner Transporter und ein PKW, deren einheimische Fahrer sich unterhalten. Cle gesellt sich dazu und plaudert mit. Er erfährt, dass pro Jahr nur etwa drei bis fünf Kreuzfahrtschiffe Norfolk Island besuchen, und dass wir großes Glück haben, denn oft verhindern Wind und Wellen das Tendern. Aus der Plauderei entsteht das Angebot, uns in den Hauptort Burnt Pine mitzunehmen. Wir zögern nicht lange und greifen zu. Unser junger Fahrer „Bumpy“ ist sehr nett.
(Sehr speziell ist das Telefonbuch der Insel. Dort sind die Teilnehmer in einem Extraverzeichnis mit ihren Spitznamen aufgelistet. „Fast find a person by their nickname“ Und so würden wir unseren Fahrer halt unter B wie Bumpy finden…)
Er ist auf der Insel geboren, und seine Familie stammt von den Evans ab, d.h. er ist ein echter Nachfahre der Bounty Meuterer. Für den Transfer will er nichts haben. Er setzt uns am shopping center ab und verabschiedet sich freundlich.
Burnt Pine ist ein etwas größeres Dorf mit einer Handvoll Läden und ein paar Cafes. Eines davon suchen wir erst einmal auf und stärken uns.
Und in einem kleinen Laden entdecke ich dies und muss an @uschisiggi denken
(schöne Reise!):
Die Atmosphäre auf der Insel ist schön, freundlich, ländlich, ruhig. Überall Wiesen mit perfekt gemähtem Rasen und den großen Pinien. Es gefällt uns hier! Es sieht zwar nicht nach Südsee aus sondern eher nach Schwarzwald, aber es ist sehr angenehm. Die drei Kilometer zurück zur Pier laufen wir an der Straße entlang, zum Glück geht es immer bergab!
Dann verschnaufen wir uns ein wenig...
… und gegen 15 Uhr sind wir zurück an Bord.
Als wir um 18 Uhr ablegen, liegt Norfolk Island in der Abendsonne. Diese Insel gehörte für mich zu den großen Überraschungen dieser Reise! Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt! ![]()
