Fazit
Route
Die Donau hatten wir bisher in drei Etappen erkundet, angefangen mit einer Weihnachtsmarkttour bis Wien, einer sommerlichen Reise bis Budapest und einer weiteren Sommerreise bis zum Eisernen Tor. Nun also als Abschluss die Fahrt bis zum Donaudelta. Landschaftlich sehr reizvoll und abwechslungsreich. Die Kataraktenstrecke ist natürlich das absolute Highlight. Da sollte man unbedingt auf dem Sonnendeck sein, wenn das Wetter es zulässt.
Die von uns besuchten Städte haben uns ebenfalls fasziniert. Dabei hätten wir von Bukarest gerne mehr gesehen. Es waren bei weitem noch nicht so viele Flusskreuzer wie vor der Pandemie unterwegs. Ab dem Eisernen Tor Richtung Delta waren wir fast allein.
Die Reise können wir uneingeschränkt empfehlen.
Schiff
Die Prinzessin Isabella ist Baujahr 2001; die letzte umfangreiche Renovierung fand 2018 statt. Sie ist insgesamt, bis auf ein paar kleine Macken, gut in Schuss. Ihre Länge beträgt 125,5 m, die Breite 11,4 m, der Tiefgang liegt bei 1,5 m.
Auf dem untersten Deck, dem Neptundeck befinden sich einige Passagierkabinen mit kleinen, nicht zu öffnenden Fenstern. Darüber ist das Saturndeck. Es verfügt im Bugbereich über Kabinen mit Panoramafenstern (ebenfalls nicht zu öffnen). Eine halbe Treppe höher Richtung Heck haben die Kabinen französische Balkone. Hier ist auch die Rezeption.
Auf dem Oriondeck haben alle Kabinen französische Balkone. Auf dem Sonnendeck stehen den Gästen Liegestühle, Sitzgruppen und Schattenplätze zur Verfügung. Zwei Fitnessgeräte finden sich ebenfalls auf dem Sonnendeck. Ein Treppenlift verbindet das Orion- mit dem Sonnendeck.
Der Salon befindet sich im Bug; das Restaurant im Heck auf dem Oriondeck.
Das Schiff kann 170 Passagiere aufnehmen um die sich 42 Crew-Mitglieder kümmern. Die Auslastung bei unserer Reise lag wegen Corona bei 138.
Kabinen
Die Größe der Kabinen wird im Prospekt mit 14 qm angegeben. Auf dem Oriondeck gibt es einige Suiten, die 21 qm groß sein sollen.
Wir hatten zwei Kabinen auf dem Saturndeck mit französischem Balkon. Sie verfügten über ein Doppelbett, einen Schrank, einen Hocker und eine Art Kommode. Ein TV-Gerät und ein Safe waren ebenfalls vorhanden. Die Klimaanlage schaltete sich bei geöffneter Balkontür aus.
Sicherlich sind 14 qm nicht allzu viel Fläche. Andererseits verbringt man ja meist nur die Nächte in der Kabine. Unsere sieben Sachen konnten wir jedenfalls in Schrank und Kommode unterbringen.
Das Bad war sehr klein, aber auch hier konnten wir alles Notwendige verstauen. Die Dusche verfügte über eine Schiebetür.
Verpflegung
Das Frühstücksbuffet umfasste alles, was man auch in einem guten Hotel bekommt. Brötchen, verschiedene Brotsorten (allerdings nicht geschnitten), Croissants, Kuchen, Müsli, Obst, Marmeladen, Wurst, Käse, Rührei, Lachs, Speck, Würstchen, Säfte usw. Spiegeleier oder Omeletts bestellte man bei einem Mitarbeiter eine halbe Treppe tiefer; das Gewünschte wurde dann an den Tisch gebracht. Wie schon erwähnt, waren Einmalhandschuhe Fehlanzeige; auch über das Gedrängel bei großem Andrang habe ich schon berichtet. Dazu kam eine unglückliche Positionierung der Teller. Sie befanden sich nicht etwa dort, wo man mit seinem Rundgang begann sondern mehr zur Mitte hin. Das hatte zur Folge, dass man immer erst an der Schlange vorbei und fragen musste, ob man mal eben einen Teller nehmen dürfe.
Beim Frühstück wurden die Bestellungen für das Mittag- und Abendessen aufgenommen. Es gab jeweils zwei Vorspeisen zur Auswahl, eine Suppe, drei Hauptgerichte (eines davon vegetarisch) und zwei Desserts. Ein Käseteller konnte alternativ geordert werden.
Die Speisen waren ansprechend angerichtet und schmackhaft. Hier gab es nichts zu meckern. Der indonesische Chefkoch verstand sein Handwerk.
Kaffee und Kuchen wurden im Salon serviert. Dazu kann ich nichts sagen, weil wir dort nur ein-, zweimal waren und der Kuchen mir nicht im Gedächtnis geblieben ist.
Gegen 22.00 Uhr, manchmal auch 22.30 Uhr gab es im Salon noch einen Gute-Nacht-Imbiss, z.B. Suppe, Frühlingsrollen, Tintenfischringe, Hühnerbeine etc. Weil der Salon zu dieser Zeit schon recht leer war, fanden die Snacks nicht viele Abnehmer. Wenn der Koch mit seinem Angebot wieder verschwand, nahm er regelmäßig größere Mengen mit zurück. Hoffentlich wurde das nicht alles weggeworfen. Vielleicht sollte mal darüber nachgedacht werden, ob dieser Snack nicht abgeschafft wird.
Corona
Bei der Einschiffung wurde vor dem Betreten des Schiffs die Temperatur gemessen, im weiteren Verlauf der Reise aber nicht mehr.
Desinfektionsspender standen sowohl vor dem Restaurant als auch dem Salon sowie im Bereich der Rezeption.
Eine Maskenpflicht bestand, wenn man sich auf dem Schiff bewegte. Dies wurde beileibe nicht immer beachtet. Insbesondere später am Abend liefen im Salon viele Passagiere ohne Maske herum. Das Personal machte auf dieses Versäumnis so gut wie nie aufmerksam. Als wir einmal einen Gast darauf ansprachen, entgegnete er, er trage sie doch; ja tatsächlich, allerdings in der Hand.
Im Salon waren einige Tische entfernt worden; die dazu gehörenden Sessel hatte man als Trennung zwischen zwei Sitzgruppen geschoben. Beim Begrüßungscocktail und einigen anderen Anlässen war es allerdings so voll, dass an Abstandsregeln nicht zu denken war.
Im Restaurant verteilten sich die Passagiere insgesamt gut; einige Vierertische waren nur mit zwei Personen besetzt. Trotzdem erschien uns der Abstand zwischen einzelnen Tischen sehr gering.
In den Ausflugsbussen galten offensichtlich die örtlichen Regeln; so war eine Maskenpflicht nur in Bulgarien gegeben. In allen anderen Ländern konnten wir auf die Masken verzichten; in Ungarn sogar in den Innenräumen der von uns besichtigten Gebäude.
Die öffentlichen Toiletten an Bord waren geschlossen.
Sonstiges
Alle Ausflüge wurden von kompetenten, sehr gut deutsch sprechenden Reiseleitern begleitet. Das Preis-, Leistungsverhältnis war in Ordnung.
An Bord galt das All inklusive Konzept; Hausweine, Bier vom Fass, alkoholfreies Bier, Softdrinks wie Cola, Limonade, Mineralwasser waren inklusive. Die Preise für die übrigen Getränke bewegten sich im Rahmen; außerdem gab es einen Tagescocktail zum Preis von 4,95 € sowie ein Tagesangebot von z.B. Himbeergeist für 2,90 €. Während einer Happy Hour vor dem Abendessen konnte man zwei Cocktails zum Preis von einem bekommen.
Noch ein Wort zum Thema Alleinunterhalter. Am ersten Abend hat er uns sehr angenehm überrascht. In seinem Repertoire fanden sich viele Stücke, die uns gefallen haben. Wer rechnet auf einem Flusskreuzer schon mit AC/DC? Zwar gab es zwischendurch auch „Ausrutscher“, aber trotzdem war er einer der besten Alleinunterhalter, die wir bisher auf den Flüssen hatten. Die Lautstärke hätte er aber etwas drosseln können; eine Unterhaltung war während seiner Vorträge schwierig. Getanzt wurde übrigens auch.
Zusammenfassen können wir die Prinzessin Isabella mit Einschränkungen empfehlen. Damit meinen wir hauptsächlich die nicht konsequent umgesetzten Corona-Regeln und die teilweise fehlende Informationspolitik seitens der Kreuzfahrtleitung.
So, ich habe fertig. Ich danke allen, die uns auf dieser Reise begleitet haben; danke auch für die Likes. Falls noch Fragen sind, ich werde versuchen, sie zu beantworten.
Jetzt muss ich mich aber dringend mit den Unterlagen unserer Reise mit der Amera zu den Azoren beschäftigen, die heute eingetroffen sind.
Viele Grüße
Peter
