Endlich Odessa - der Reisebericht

  • Irgendwann meldet sich dann der kleine Hunger, und wir testen im Bereich der Schönen Aussicht leckeres Hähnchen Kebab vom Grill.

    Anschließend suchen wir uns am Heck auf Deck 9 im Bereich des Amera Pools eine windgeschützte Liege und genießen den Nachmittag in herrlicher Sonne. Muss auch mal sein.

    Roland schaut später noch bei „Alles Schokolade“, der legendären Tee- und Kaffeestunde im Restaurant Ozean vorbei, die mich persönlich nicht so reizt.

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    Beim Abendessen im Wintergarten entdecken wir Klaus und holen ihn an unseren Tisch. Viel Zeit haben wir allerdings nicht, denn Istanbul bei Nacht erwartet uns.

    Die Einfahrt in den Bosporus erfolgt gegen 20h und wir passieren nicht nur die Hagia Sofia, sondern auch drei unterschiedlich beleuchtete, geniale Brücken, wobei die letzte uns am meisten beeindruckt. Die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke markiert zudem die Einfahrt ins Schwarze Meer.

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    Fotos über Fotos werden geschossen und die Passage sichtlich genossen.

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    Irgendwann zieht es uns dann aber doch ins Schiffsinnere auf einen Drink in den Piano Salon. Vor dem Zubettgehen stellen wir die Uhren noch eine Stunde zurück. Herrlich – etwas länger schlafen zu können.

    LG
    Siegrid

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Herrliche Farben diese Brücken, toll liebe uschisiggi

    auch Deine Informationen zu Land und Leute, sehr interessant.

    Ich bin weiter mit dabei.

  • Danke liebe Siegrid uschisiggi für die wunderbaren Bilder der nächtlichen Bosporusdurchfahrt. Und ebenso für einen herzhaften Lacher: du beschreibst so schön den Kebab und auf dem großen Bildschirm fällt mein Blick auf die Torte! Ob ich da hätte widerstehen können?

  • uschisiggi

    Ich habe die Abfahrt verpasst - komme aber noch schnell hinterhergeschwommen! 8)

    LG,

    Takis

  • 2019-10-28 Montag Nessebar / Bulgarien - auf Reede - 08 – 18h

    Um 6.36h aufgegangen, strahlt schon am frühen Morgen die Sonne auf unseren Balkon.

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    Herrlich, so in den Tag zu starten und das bleibt auch so.

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    Heute werden wir tendern, denn Nessebar, unser heutiges Ziel verfügt über keinen Hafen. Schon vom Schiff aus gut zu erkennen, ist der benachbarte kilometerlange Sonnenstrand mit hunderten von Hotelbauten, eine beliebte Urlaubsdestination in Bulgarien.

    Wir sind früh auf den Beinen, wohlwissend, dass in Tenderhäfen zunächst die Schiffsausflügler an Land gebracht werden.

    Um 7.30h frühstücken wir ganz entspannt im Lido Restaurant. Als wir einer Durchsage entnehmen, dass sich die Freigabe der Amera und damit der Start der Tenderaktion leicht verzögert, müssen wir doch schmunzeln. Der Grund: die bulgarischen Behörden haben "verschlafen", die Amera ist allerdings seit einigen Jahren wieder das erste Schiff vor Ort.

    Eine Stunde später klappt dann die Tenderbootfahrt reibungslos, in 10 Minuten sind wir an Land. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau und die Temperaturen liegen um die 20 Grad. Kein Wind.

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    Ganz Nessebar, bzw, der Teil der kleinen Stadt (13.000 EW), der sich auf einer Halbinsel befindet, zählt zum Weltkulturerbe. Man fühlt sich zurückversetzt ins Mittelalter.

    Nessebar ist eine der ältesten Städte in Europa, auf jeden Fall die reichste an Denkmälern aus dem Mittelalter. Die Altstadt ist einen knappen Kilometer lang und etwa 350m breit. Auf dieser Fläche drängten sich einst 40 (!) Kirchen. Heute sieht man aber nur noch 11 davon, teilweise als Ruinen, wobei die Muschel- und Sonnen- Ornamente im rötlichen Backstein ganz besonders beeindrucken.

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    Mit einem kleinen Stadtplan bewaffnet, schlendern wir durch die Gassen. Fotomotiv an Fotomotiv reihen sich aneinander.

    Jetzt sind wir schon in der Nachsaison, da gibt es praktisch keine Touristen mehr, was wir als vorteilhaft empfinden. Verkaufsstände, Restaurants und Cafés in fast jedem Gebäude machen deutlich, was hier im Sommer los ist.

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    Warum wurde mein Foto gelöscht?

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    Und hier genießt noch jemand die herbstlichen Sonnenstrahlen

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    LG
    Siegrid

  • Zwei Kirchen besichtigen wir. Sie sind reich geschmückt - vielleicht in unseren Augen sogar überladen mit auffälligen Leuchtern und zahlreichen Ikonen.

    Als wir Klaus auf einer Terrasse vor einem Café entdecken, leisten wir ihm spontan Gesellschaft, legen auch eine Verweilpause ein und trinken einen bulgarischen Cappuccino (2,50 €). Später wandert in unseren Rucksack ein Eulentäschchen und ein schöner Leinenbeutel. Kosmetikgeschenke mit dem berühmten Rosenduft dürfen natürlich auch nicht fehlen.

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    Mit dem Tender geht es später wieder problemlos an Bord.

    Da wir leider die Essenszeit verpasst haben, testen wir heute mal den kostenlosen Zimmerservice: Rezeption anrufen und die Wünsche aufgeben. Keine 15 Minuten später erscheint der Zimmerservice mit zwei leckeren Wiener Schnitzeln, Bratkartoffeln, Gurkensalat und Preiselbeeren.

    Wir genießen das leckere Menü auf dem Balkon, und lassen es uns gutgehen.

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    Am Abend (19h – wir sind die letzten Gäste, alle anderen sind bestimmt seit 18h anwesend) geht es heute mit einem befreundeten Paar ins Pichlers, dem Spezialitätenrestaurant an Bord.

    Hier muss man reservieren, bekommt aber eigentlich immer einen Platz, denn es gibt sowohl ein Mittags- als auch ein Abendmenü.

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    nachfolgende zwei Aufnahmen stammen noch von unserer Besichtigung in BRV

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    Und, hat es geschmeckt? Ich war ganz begeistert, Roland’s Fall war es nur unbedingt. Kastaniensuppe? Ach nö, lieber nicht.

    Aber natürlich hatten wir trotzdem einen schönen Abend, nur für eine zweite Reservierung konnte ich ihn nicht begeistern, obwohl im Laufe der Reise das Menü noch einmal variiert worden ist.

    LG
    Siegrid

  • Das Menü hätte mir auch geschmeckt :)

    Der Ort gefällt mir sehr gut. Und in der Nachsaison mit dem herrlichen Sonnenschein noch mehr. Tolle Bilder.

    LG Susanne

  • Das Menü hätte mir auch geschmeckt :)

    Der Ort gefällt mir sehr gut. Und in der Nachsaison mit dem herrlichen Sonnenschein noch mehr. Tolle Bilder.

    LG Susanne

    Danke Susanne. Aber es war auch wirklich ein Traumbesuch dort, denn wir waren weit und breit nur noch die einzigen Touristen. Da war es auch kein Problem, forengerechte Fotos zu machen. Ich möchte nicht wissen, wie es im Sommer dort zugeht.

    LG
    Siegrid

  • Da sieht man die hübschen Gassen und Häuser dann wahrscheinlich vor lauter Menschen nicht mehr :(

    LG Susanne

  • uschisiggi ,

    ich finde Nessebar auch so hübsch. Wir waren mal in der Vorsaison, in den Osterferien hier und auch total begeistert.

    Es waren schon Touristen da, aber nicht so viele. In einem der Restaurants meinte der Wirt auch: In 4 Wochen würdet ihr das nicht wiedererkennen. Dann wird es bis September richtig voll.

    Das Menü wäre auch nicht so meins gewesen, aber Peter hat mir über die Schulter geschaut und gemeint, dass ich das ja gleich mal nachkochen könnte. :huh:8|

    Ich glaube ich zeige ihm lieber mal noch das Schnitzelbild.:thumbup:;)

    LG Andrea

  • Nessebar ist überraschend schön liebe Sigrid uschisiggi .

    So ein schmuckes Städtchen hätte ich nicht erwartet. Danke fürs Zeigen :)

  • 2019-10-29 Dienstag Konstanza, Rumänien 08 – 18.30h

    Die Wetteraussichten für heute sind gar nicht mal so schlecht: meist sonnig mit Temperaturen um 16 Grad. Aber ein Blick auf dem Fenster genügt um festzustellen, noch ist es weder sonnig noch warm, vielmehr kann man die Hand vor Augen nicht sehen und die Temperatur orientiert sich eher an einstelligen Werten.

    Dabei beträgt die Entfernung von Nessebar nur 112 Seemeilen.

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    Aber es hilft nichts, wir müssen aus den Federn, denn um 8.45h ist der Start zu unserem Ausflug angesetzt. Und ohne Frühstück werden wir nicht wirklich wach.

    Apropos wach. Auch hier in Konstanza ist in den letzten Jahren kein Kreuzfahrtschiff mehr angekommen. Umso mehr freut sich die Stadt, endlich wieder Gäste begrüßen zu dürfen und hat eine Musikkapelle an der Pier aufgestellt.

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    Die junge Dirigentin weiß mit viel Elan zu begeistern, die bulgarischen aber auch international bekannten Lieder sorgen trotz feuchtem Hochnebel für gute Stimmung, die noch gesteigert wird, als wir beim Frühstück im Ozean Restaurant gleich mehrere Delphine (leider nicht fotografiert) im Hafenbecken entdecken.

    Unser Ausflug „Antikes Histria und römische Mosaike in Konstanza“ beinhaltet folgendes:

    Etwa einstündige Busfahrt von Konstanza in die antike Stadt Histria, die bereits im 7. Jh. v. Chr. von griechischen Siedlern aus Milet gegründet wurde. Hier befinden sich die Ruinen der ältesten Siedlung auf rumänischem Boden. Histria lag damals direkt am Meer und entwickelte sich rasch zu einer blühenden Handelsstadt. Waren aus Athen, Korinth und Rhodos gelangten über Histria bis in das Gebiet der Karpaten. Während eines Rundgangs durch das archäologische Ausgrabungsfeld sehen Sie u.a. Fundamente der Befestigungsmauern, römische Thermen sowie die Ruinen zweier Basiliken und Zitadellen. Rückfahrt nach Konstanza und Besichtigung der römischen Mosaike, bevor Sie zum Schiff zurückkehren.

    und startet pünktlich.

    Mit Tiberius, einem perfekt deutschsprechenden jungen Mann, haben wir eine gute Wahl als Reiseleiter getroffen. Wir erfahren viel über das Gebiet der unteren Donau und dessen römische Vergangenheit. Die Amera ist nach 5 Jahren Boykott wieder das erste Kreuzfahrtschiff in Konstanza, dem zweitgrößten Hafen Europas.

    Wir fahren gut eine Stunde zu den Ausgrabungen von Histria, dem ehemaligen Milet, gegründet im 7. Jh. v. Chr. Die Stadt erlebte im Laufe der Jahrhunderte sowohl Blütezeiten als auch Plünderungen durch verschiedene Volksstämme und wurde schließlich im 7. Jh n.Chr. aufgegeben und vergessen.

    Erst seit 1914 finden in Histria wieder Ausgrabungen statt, die bis in die frühesten griechischen Schichten, also bis in das 7. Jh. v. Chr. zurückgehen.

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    Wir besuchen als einzige Gruppe zunächst ein kleines, eher unspektakuläres Museum (wichtige Funde hat man nach Bukarest gebracht, um sie dort einer größeren Besucherzahl zugängig zu machen) und begeben uns dann in die Ausgrabungsstätte.

    Mit viel Fantasie lässt sich das eine oder andere Geschilderte vorstellen. Nur 15 % der Fundstelle ist bisher freigelegt.

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    Es fehlt - wie überall - an den nötigen Mitteln für den Fortgang der Grabungen. Immer mit von der Partie sind übrigens ein paar Hunde, die wohl auf Abwechslung im Hundealltag hoffen. Obwohl zum Teil echt niedlich, haben wir sie lieber nicht gestreichelt.

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    Zurück am Museumsgebäude suchen wir noch schnell die Örtlichkeiten auf (kein Licht, kein Türverschluss) und sind dann bald wieder auf dem Rückweg. Einen Museums(Souvenir)laden sucht man hier übrigens vergeblich.

    Zurück in Konstanza legen wir planmäßig noch einen Stopp bei den "römischen Mosaiken" ein, um etwas mehr über die Ruinen der antiken Stadt Tomis zu erfahren.

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    Es gibt ein Modell der Anlage.

    Dort erfahren wir, dass wir hier vor den Überresten mehrerer großzügiger Gebäude einer römischen Markhalle stehen, die seit dem 2. und 3. Jh. n.Chr. von einer riesigen Terrasse überspannt waren, auf der sich ein Mosaik im Ausmaß von 100m x 20m befand. Nur noch etwa 700 qm des Mosaikfußbodens sind erhalten und zu besichtigen.

    Zu Zeiten der rumänischen Planwirtschaft mehr oder weniger zufällig in den 1960er Jahren bei Baumaßnahmen entdeckt, konnten sich die Verantwortlichen nicht zwischen Erfüllung der Planwirtschaft und Meldung des historischen Fundes entscheiden und zerstörten so in Erfüllung ihrer Planvorgaben einen Teil der wertvollen Entdeckung, eines der größten erhaltenen Mosaike weltweit.

    Wir machen ein paar Fotos (da Museum kann ich sie hier nicht zeigen) , dann wartet schon wieder der Bus, um uns zurück zur Amera zu bringen. Wir verabschieden uns von Tiberius, der einen wirklich guten Job gemacht hat und uns sogar zum Schluss noch echte rumänische Handarbeiten anbietet: Ringbücher mit gefrästen Holzdeckeln. Als ich ein Eulenmotiv entdecke, schlage ich zu. Ein echt nettes Souvenir.

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    Vom Schiff und wieder aufs Schiff geht es übrigens nur durch eine umständliche Passkontrolle.

    Es gibt noch Mittagessen im Lido Restaurant und der Grill im Bereich der Schönen Aussichten bietet mehrere Sorten frisch gebackene Pizzas an. Das muss probiert unbedingt werden. Lecker!

    Nach einer kleinen Ruhepause nutze ich die freie Zeit, um den bordeigenen Gäste-Waschsalon zu besuchen. Eine Maschinenladung kann man für 3 € waschen und trocknen.

    Am Abend erwartet uns heute ein wirklich köstliches Kapitäns-Gala-Abendessen, dass wir mit Claudia und Horst genießen. Klaus hat sich - angeschlagen - abgemeldet:

    · Räucherlachs Törtchen mit Keta Kaviar, geeister Wodka, Kohlrabi Tatar

    · Safran-Limonensuppe mit Salami-Knusperkeks

    · Riesengarnele mit Graupenrisotto und Thai Curry

    · Erdbeere mit Champagner

    · Filet vom Maredo Rind Steinpilzsauce, Sauce Hollandaise, weißer Spargel, Polenta Muffin

    · „Blue Mountain“ Kaffee-Schokomousse Passionsfrucht-Gelee und Cantuccini-Sabayone und Coppeneur Pralinen

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    Auf das vorherige mögliche Händeschütteln, ein Glas Sekt und ein Foto mit Kapitän Thorn haben wir verzichtet, später aber noch die Show „Let us entertain you“ des Amera Show-Ensembles angesehen, in der ebenfalls noch großzügig Sekt zum Ausschank kam.

    Nach einem Schlummertrunk im Piano Salon geht es schließlich zurück auf die Kabine, wo uns nicht nur das morgige Tagesprogramm erwartet, sondern als Geschenk auch das Artania Kreuzfahrt Kochbuch.

    Das Wetter hat sich übrigens heute nicht an seine Vorhersage gehalten. Es hat zwar nicht geregnet, aber die Sonne hat sich auch nicht blicken lassen.

    LG
    Siegrid

    Einmal editiert, zuletzt von uschisiggi (24. November 2019 um 19:00)

  • 2019-10-30 Mittwoch Odessa Ukraine 07.30 – 18h

    Endlich Odessa, denke ich am frühen Morgen. Und dabei weiß ich gar nicht so genau, was uns erwartet. Gebucht haben wir einen typischen Stadtrundgang, der um 9h starten soll. Dann sehen wir weiter.

    Unserem Tagesprogramm hatten wir schon entnommen, dass im Rahmen eines Besuches des Nordatlantikrates verschiedene Delegationen in der Stadt sein werden, u.a. auch der norwegische Nato-General Jens Stoltenberg. Entsprechende Sicherheitsvorkehrungen werden wir ggfls. also vorfinden.

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    Bei kühlen 8 Grad (immerhin Plus und vor allen Dingen trocken) machen wir pünktlich um 7.30h an der Pier von Odessa fest und können schon vom Schiff aus einen direkten ersten Blick auf die bekannte potemkinsche Treppe werfen.

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    Odessa (ca. 1 Mio Einwohner) freut sich, erstmals seit 5 Jahren wieder ein Kreuzfahrtschiff begrüßen zu dürfen. Und so werden wir an der Pier auch von einer kleinen Band mit Blasmusik in Empfang genommen.

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    Um 9h starten wir dann - warm eingepackt - auf unsere Stadtführung. Anton, unser Deutsch sprachiger Reiseleiter, verkündet, dass wir echt Glück haben, so ein gutes Wetter erwischt zu haben. Die Temperaturen liegen um diese Jahreszeit eigentlich bereits um die Null Grad. Außerdem gab es die letzten Tage Regen.

    Wir sind seitens Phoenix übrigens aufgefordert worden, unsere Pässe mit an Land zu nehmen, um so erstaunter sind wir dann, dass es überhaupt keine Kontrollen gibt, und wir einfach so von Bord gehen können.

    Hier unser Programm:

    Vom Schiff aus beginnt Ihr Rundgang entlang des Primorsky Boulevards, der populären Promenade der Stadt, zur 30 m hohen Potjomkin-Freitreppe. Nachdem Sie die Stufen erklommen haben, spazieren Sie zum Anwesen von Michail Woronzow, das im 19. Jh. vom Stadtarchitekten Odessas mit schönem Säulengang erbaut wurde. Anschließend sehen Sie den Palast von Mohammed Ali Schah, der sich nach der Persischen Revolution 1909 ins Exil nach Odessa zurückzog. Das Gebäude wurde bereits 1852 im Stil einer mittelalterlichen englischen Burg erbaut und später vom Schah angemietet. Über die Gogol Straße werden Sie zur Deribassovskaia Straße geführt, wo sich eines der architektonischen Meisterwerke Odessas befindet: die "Passage". Als Handelskomplex und Hotel 1899 vom Architekten Wlodek geplant, sind zahlreiche Geschäfte und Boutiquen in diesem Gebäude untergebracht. Erfrischungspause mit Tee oder Kaffee, bevor Sie zum Schiff zurückspazieren.

    Zunächst sammeln wir uns noch im Hafenbereich vor der überdimensionalen Skulptur des „goldenen Kindes“, die zum 200 jährigen Bestehen Odessas im Jahr 1994 aufgestellt wurde.

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    Da es heißt, dass derjenige, der es berührt, eine sichere Reise habe, müssen wir es natürlich auch kurz tun.

    LG
    Siegrid

  • Anton berichtet, dass es die Zarin Katharina die Große war, die 1794 hier einen militärischen Stützpunkt errichten wollte und daher einem bekannten französischen Stadtplaner den Auftrag zur Stadtgründung gab.

    Erst 1887 wurde das Wahrzeichen Odessas, die Oper, im Stil italienischen Barocks errichtet, nachdem das ursprüngliche Opernhaus aus 1809 im Jahr 1873 durch einen Brand vollständig zerstört worden war.

    Jetzt geht es natürlich erst einmal zur „Potemkinschen Treppe“.

    Zu deren Füßen erfahren wir, dass diese einmalige, 30 m hohe Freitreppe zwischen 1837 und 1841 entstanden ist und mit ihren 192 Stufen eine Verbindung zwischen Stadt und Hafen schaffen sollte. Während die unteren Stufen alle noch 21m breit sind, sind die oberen „nur noch“ 13m breit, so dass das Bauwerk - von unten gesehen - gewaltiger und höher wirkt.

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    Neben der Treppe überwindet eine Art Zahnradbahn die Höhendifferenz, wir aber erklimmen natürlich die Stufen – ist doch Ehrensache.

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    Dabei bleiben wir alle 40 Stufen auf einem Treppenabsatz stehen, genießen den Blick auf unsere AMERA und erfahren viel Wissenswertes rund um den Treppenbau. So wurde die Treppe – auch zur Absicherung des Hanges - auf rd. 400 Baumpfählen gegründet.

    Oben angekommen, stehen wir auf dem Primorskij Boulevard direkt vor dem Denkmal des Grafen von Richelieu.

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    Wir schlendern entlang der Baumallee bis zum städtischen Rathaus und können uns durchaus vorstellen, dass hier bei wärmeren Temperaturen das Leben tobt. Anton schildert den Boulevard als „großartige Flaniermeile mit viel romantischem Flair und bei allen Ukrainern sehr beliebt“.

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    Uns zieht es weiter am Rathaus vorbei Richtung Opernhaus. Auf einem internationalen Wegweiser entdecken wir Regensburg und hören, dass das 1.400 Kilometer Luftlinie entfernte Regensburg die einzige Partnerstadt in Deutschland ist.

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    Odessa wird nach wie vor als „Perle des Schwarzen Meeres“ bezeichnet. Nach den riesigen Zerstörungen im zweiten Weltkrieg wurde die Stadt wiederaufgebaut, und zwar wie zuvor.

    Daher sehen wir zahlreiche Gebäude mit wunderschönen, perfekt renovierten Fassaden, die Odessa eben das gewisse Etwas verleihen. Und natürlich gehört auch das Opernhaus dazu. Hier hätte man auch eine Führung buchen können, wir aber begnügen uns mit der Außenbesichtigung.

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    Gegenüber der Oper befindet sich in einem historischen Gebäude ein Mozart-Hotel mit Hotelrestaurant und dort erwartet man uns auf einen Kaffee oder Tee. Da Gebäck zusätzlich zu zahlen gewesen wäre, verzichten wir darauf und freuen uns eher darüber, dass die Führung bald weiter geht.

    LG
    Siegrid

  • Entlang einer Haupteinkaufsstraße (Originalton Anton: hier kaufen nur Touristen oder aber reiche Leute, die Odessit – also die Einwohner von Odessa – kaufen nur second hand) soll es nun über einen städtischen Park in eine berühmte Handels-Passage an der Flaniermeile Deribasovskaya gehen.

    Wir schauen uns beide an, überlegen kurz und seilen uns dann zusammen mit Horst und Claudia ab. Es gibt so viele kleine und große Fotomotive, da ist uns die Führung dann doch zu fix unterwegs.

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    Der bereits im Jahr 1803 angelegte Deribasovskaya Park ist der älteste der Stadt.
    Hier lädt das Bronzedenkmal des berühmten Schauspielers Leonid Utjosow, eine auf einer Parkbank sitzende Skulptur geradezu dazu ein, sich zu ihm zu setzen.

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    Und einige hundert Meter weiter erweckt ein Stuhl unsere Aufmerksamkeit. Das Bronzedenkmal „Der zwölfte Stuhl“, ist dem bekannten Werk von Ilja Ilf und Jewgeni Petrow „12 Stühle“ gewidmet. Im Roman erfährt ein verarmter Adliger erst am Sterbebett seiner Schwiegermutter, dass diese alle wertvollen Kronjuwelen bei Enteignung durch die Bolschewiki in einem ihrer zwölf Stühle versteckt hat. Der Adlige sucht und findet schließlich alle Stühle und damit auch den wertvollen Schmuck.

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    Roland findet leider gar nichts, macht aber eine gute Figur auf dem Stuhl.

    Wir laufen weiter und wollen jetzt erst einmal Geld umtauschen, denn in Odessa kann man nur mit Hryvna (sprich Grüfna) zahlen, es sei denn, die Kreditkarte wird akzeptiert. Claudia und Horst sind vor ein paar Jahren schon einmal in Odessa gewesen und erinnern sich daran, dass das Bargeldtauschen eigentlich überall möglich ist, aber nur eigentlich.

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    Alle paar Hundert Meter in den Hauptstraßen sieht man ATM’s und fast überall daneben ein Kabäuschen mit einem klitzekleinen Fenster.

    Claudia beabsichtigt, zunächst einmal 20 € umzutauschen, was kommunikativ nicht klappt, denn die Dame im Kabäuschen fordert von ihr ganz beharrlich 4 Hryvna.

    Den Hinweis, dass wir die nicht haben, überhört sie schlankweg. Warum? Das erschließt sich uns nicht.

    Gut, dass wir aber unserer Gruppe noch einmal über den Weg laufen und so den Guide fragen können. Die Antwort ganz einleuchtend: „Die Dame hat wahrscheinlich nicht genügend kleines passendes Wechselgeld.“ Wobei 4 Hryvna etwa 15 Eurocent entsprechen und man den Gegenwert von 20 € ja auch hätte etwas reduzieren können.

    Beim nächsten Wechsler klappt es dann aber doch auf Anhieb. Bei Claudia zumindest. Als Roland seinen 10€ Schein wechseln will, macht sie spontan die Klappe zu. Kein Kommentar!

    Also noch einmal um die Ecke und wieder bei der ersten Dame angekommen. 10€ wechselt sie jetzt ohne Murren in 273 Hryvna.

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    LG
    Siegrid

  • Und damit geht es jetzt erst einmal in ein nostalgisches Café.

    Im Erdgeschoss werden unglaublich leckere, handgemachte Pralinen, Trüffel und andere Köstlichkeiten verkauft, im ersten Stock befindet sich ein wirklich schönes Wohnzimmer - Café.

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    Auf den Tischen liegen Häkeldecken, die Wände sind mit typisch ukrainischen Motiven bemalt. Es gibt ein umfangreiches Sortiment an Kaffeespezialitäten, aber auch Tees und heiße Schokolade Variationen. Horst testet eine Schokotorte, Claudia bestellt eine Auswahl Nuss-Varianten mit Schoko ummantelt. Roland und ich entscheiden uns für heiße dunkle Schokolade mit Schlagsahne. Hmmmh, oberlecker.

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    Im Café beobachten wir einige verliebte junge Leute. Vielleicht haben sie sonst wenig Möglichkeiten für unbeobachtete Treffen? Free wifi im Café rundet unseren Besuch noch ab. Wir zahlen schließlich 120 Hryvna (4,50 €), und investieren unsere restlichen Moneten in einen Trüffeleinkauf für daheim.

    Gleich um die Ecke, dicht am Bahnhof, liegt an der Deribasovskaya die Passage, eine um 1899 von Wiener Architekten erbaute prächtige überdachte Einkaufspassage. Man fühlt sich ins Barock zurückversetzt.

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    Hier finden sich kleine Geschäfte und Cafés, aber auch ein einst sehr vornehmes Hotel. Der Innenraum der Passage ist bis zur Decke mit üppigen Steinskulpturen verziert. Das muss man mal gesehen haben.

    Unsere Begleiter sind begeisterte Geocacher und so kommt bald der Vorschlag, auch hier in Odessa nach solchen Ausschau zu halten auf dem Weg zurück zum Hafen. Das Unternehmen ist dann nur bedingt erfolgreich - eine Beschreibung stimmt so gar nicht.

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    Vor dem Archäologischen Museum stoppen wir an einer Laokoon-Gruppe ohne dort den Cach zu finden, auch auf der Potemkinschen Treppe suchen wir vergeblich.

    Immerhin können wir dank restlicher Hryvna (danke Claudia) noch Magnete kaufen. Da muss es natürlich mit viel Gold und Glitzer die Potemkinsche Treppe sein. Auf vielen Magneten ist auch der 12. Stuhl abgebildet.

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    Hier sieht man die kleine Standseilbahn

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    Wir gehen dann die Stufen der Treppe wieder hinab zum Terminal, nutzen dort noch kurz das freie WLAN und entern schließlich wieder unkontrolliert unsere Amera. Erst mal wieder aufwärmen! Es war doch ungewohnt kalt unterwegs.

    Pünktlich um 18h – die Sonne ist bereits um 16.45h untergegangen - verlassen wir Odessa. Hier hat es nicht nur uns gut gefallen.


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    Einer Info des KD entnehmen wir: Es gab hier in Odessa Besuch von Angehörigen für einige Crewmitglieder an Bord.Toll, die haben sich richtig gefreut alle.

    LG
    Siegrid