Reisebericht: Von Potsdam zur Ostsee mit der MS Saxonia vom 04. bis 14.06.2019

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Stralsund; Vitte (Hiddensee) (09.06.), sonnig mit einzelnen Wolken, 23 Grad

    Da lagen wir am Morgen also immer noch in Stralsund und waren nicht, wie im Reiseplan angegeben, auf dem Weg nach Zingst. Warum es diese Änderung gegeben hat, wurde uns nicht mitgeteilt. Uns war dies auch relativ egal, weil die vorgesehene Anlegezeit in Zingst ohnehin durch den von uns gebuchten Ausflug „Rundfahrt Zingst und Darß“ ausgefüllt worden wäre. Aber was war mit den Passagieren, die diesen Ausflug nicht mitmachen und sich individuell in Zingst umsehen wollten? Unsere Tischnachbarn gehörten u.a. dazu. Die haben sich darüber nicht mokiert, sondern sich noch einmal aufgemacht um Stralsund zu erkunden.


    Wie dem auch sei, nach dem Frühstück ging es um 08.15 Uhr los mit unserem Ausflug. Wir fuhren zunächst mit dem Bus nach Barth; dort stieg unsere Reiseleiterin zu. Weiter ging es dann nach Zingst. Dort legten wir einen Stopp an der Seebrücke ein und hatten etwas Freizeit, die Brücke aufzusuchen und einen kleinen Abstecher in die Fußgängerzone des Ostseeheilbades zu machen.







    Nach etwa einer halben Stunde fuhren wir dann weiter nach Ahrenshoop. Ahrenshoop befindet sich zwischen Ostsee- und Boddenküste und hat dadurch Wasser auf beiden Seiten. Dort verweilten wir länger; wir konnten uns den schönen Ort auf eigene Faust ansehen oder der Reiseleiterin folgen, die einen Rundgang zur Steilküste und den Ort anbot. Die meisten Mitreisenden machten davon auch Gebrauch. Unterwegs erfuhren wir allerhand Wissenswertes über die Geschichte der Halbinsel und die Entwicklung der Seebäder. Wir sahen auch einige der für die Region typischen bunt bemalten Haustüren. Ende des 19. Jahrhunderts haben sich etliche Künstler hier niedergelassen und eine Künstlerkolonie und Malschule in Ahrenshoop gegründet. Der Rundgang war sehr informativ und verging wie im Fluge.






    Weiter ging die Fahrt nach Born, einem malerischen Boddendorf. Dort fand gerade eine Zeremonie anlässlich des Tonnenabschlagens statt. Bei diesem Brauchtumsfest, das meist zu Pferde ausgetragen wird, werden einem hängenden, mit Laub und Bändern geschmückten Holzfass, beim Unterdurchreiten der Boden (die Stäben) mit einem Knüppel herausgeschlagen. Bodenkönig wird der Reiter, der das letzte Stück des Bodens aus der Tonne schlägt. Jener Reiter, dem es gelingt, das letzte Stück Stäbe von der Tonne abzuschlagen, darf den Titel Stäbenkönig tragen. Übrig ist jetzt nur noch der durch ein Holzkreuz verstärkte Deckel. Der Reiter, der das letzte Holzstück abschlägt, ist Tonnenkönig - die höchste Ehre, die einem Reiter zuteil werden kann. Zahlreiche Häuser des Ortes waren entsprechend herausgeputzt und am Versammlungsort stellten sich schon die Reiter auf. Heute fand aber kein Wettkampf statt, es galt vielmehr, die Könige des letzten Wettkampfes zu ehren.




    Nachdem wir mit Mühe und Not wieder aus dem Dorf heraus waren, machten wir uns auf den Heimweg, wobei unsere Reiseleiterin wieder in Barth ausstieg. Der Ausflug hat uns sehr gut gefallen, wobei uns Ahrenshoop und auch Born wesentlich mehr bezaubert haben als Zingst. Das mag natürlich auch daran liegen, dass wir von Zingst wegen der begrenzten Zeit relativ wenig gesehen haben.


    Zurück auf der Saxonia ging es dann auch gleich zum Mittagessen. Die MS Princess war inzwischen weiter gefahren; ihren Liegeplatz hatte die MS Sanssouci eingenommen. Um 14.00 Uhr verabschiedete sich die Saxonia von Stralsund und nahm Kurs auf die Insel Hiddensee.


    Vitte, den größten Ort der Insel Hiddensee und Sitz der Inselverwaltung erreichten wir gegen 16.00 Uhr. Das war ein Vorteil der geänderten Route, denn nach dem ursprünglichen Reiseplan wären wir erst um 18.30 Uhr angekommen. Der von uns gebuchte Ausflug „Kremserfahrt“ begann um 16.30 Uhr. Vor dem Anleger standen drei Kutschen für die Ausflugsteilnehmer bereit. Mit denen fuhren wir von Vitte über die Dünenheide nach Kloster. Unterwegs wurde ein Stopp in der Nähe eines schönen Strandes eingelegt. Dort bekamen wir einen Sanddornlikör als kleine Stärkung. In Kloster, dem kulturellen Zentrum der Insel hatten wir einen längeren Aufenthalt. Man konnte hier einen Einblick in die Bernsteinverarbeitung erhalten oder die Inselkirche und den Inselfriedhof, auf dem u.a. Gerhard Hauptmann beigesetzt wurde, besuchen. Das ehemalige Sommerhaus des Nobelpreisträgers ist heute ein Museum. Es war am heutigen Pfingstsonntag allerdings geschlossen. Schließlich brachten uns die Kutschen wieder sicher zur Saxonia. Auch dieser Ausflug war sein Geld war. Unser Kutscher, ein Pole namens Jimmy, verkürzte uns die Fahrt mit vielen Informationen über die Insel und lustigen Sprüchen. Hiddensee ist eine wirklich schöne Insel, weitgehend Autofrei, aber leider auch, zumindest von uns aus, mit langer Anreise.








    Nach dem Abendessen wurden im Salon Shanty- und Seemannslieder mit dem Shanty Duo „Hanseklause“ dargeboten. Weil das Wetter aber so traumhaft war, machten wir lieber noch einen längeren Spaziergang über den Deich Richtung Kloster und zurück.

  • Ich glaube dieses Jahr ist es aber auch schön an unserer Ostsee:)

    sehr schöne Eindrücke Deiner Reise Blu51

  • Sehr schöne Bilder und Flusskreuzfahrt interessiert uns auch

    2014 Aida Bella Ostsee 31.8- 04.9. :love:2016 Mein Schiff 2 Kanaren/ Marokko 11.12 - 18.12 :S 2017 AIDA Sol Kurzreise ab Hamburg 25.4 - 29.4 :)2017 Mein Schiff 5 Dubai mit Katar 4.12- 11.12 :thumbup: 2018 AIDA Diva Kurzreise ab Warnemünde 30.04-04.05 :saint: 2019 Mein Schiff 1 Kurzreise Oslo und Göteborg 04.05- 10.05 :thumbsup:2019 Mein Schiff 4 Norwegen mit Spitzbergen 30.6 - 14.7:S2019 Aida Nova Kanaren mit Madeira 07.13- 14.12 :)

  • Ralswiek (Rügen); Peenemünde (Usedom) (10.06.), morgens etwas Regen, später trocken mit sonnigen Abschnitten, um 20 Grad

    Die Überfahrt von Vitte nach Ralswiek dauerte etwas mehr als 2 Stunden. Um 08.30 Uhr machte die Saxonia in Ralswiek fest. Der Ort gilt als älteste Siedlung Rügens und liegt am südlichsten Punkt des Großen Jasmunder Boddens. Ralswiek ist bekannt für die jeden Sommer stattfindenden Störtebeker Festspiele. Zwischen Juni und September werden in dem Freilichttheater die Abenteuer des legendären Piraten aufgeführt.


    An dem Ausflug „Kap Arkona und Stubbenkammer“ nahmen wir nicht teil, weil wir diese schöne Ecke Rügens bereits während unserer Aufenthalte erkundet hatten. Wir unternahmen nach dem Frühstück einen kleinen Spaziergang durch Ralswiek. Dieses Mal war die Mitnahme eines Schirmes geboten, weil es immer wieder leicht regnete. Zunächst besuchten wir das ehemalige Schloss, das von der Familie Douglas im späten 19. Jahrhundert im französischen Renaissance-Stil erbaut wurde und heute als Hotel genutzt wird. Von dort hat man einen schönen Blick auf das Freilichttheater. Der am Ortsausgang gelegenen Schwedenkapelle statteten wir ebenfalls einen Besuch ab.






    Zurück auf der Saxonia wollten wir das Ablegen um 11.30 Uhr verfolgen und noch ein paar Fotos von der Seeseite aus machen. Die Ausflügler würden nämlich erst bei einem Zwischenstopp an der Wittower Fähre wieder zusteigen. Die Abfahrt verzögerte sich jedoch, weil die Saxonia in Ralswiek Nachschub an Proviant bekam und der damit beladene Lkw erst kurz nach 11.00 Uhr eintraf. Da abzusehen war, dass das Loading länger dauern würde, beorderte der Kreuzfahrtleiter den Ausflugsbus statt zur Wittower Fähre nach Ralswiek. Als das Loading beendet war, fehlte vom Bus noch jede Spur. Gegen 13.00 Uhr traf er dann ein. Nachdem alle Gäste wieder an Bord waren, legte die Saxonia ab und es ging zum Mittagessen.




    Zur Kaffeezeit um 16.00 Uhr gab es heute noch einmal eine Eiscreme Party, übrigens auf ausdrücklichen Wunsch der Passagiere, weil die erste so gut angekommen war!


    Nach dem Abendessen machten wir um 19.30 Uhr in Peenemünde, der nördlichsten Gemeinde der Insel Usedom fest. Sie liegt nordwestlich des Seebades Karlshagen am Übergang des Peenestroms in die Ostsee. Bekannt wurde Peenemünde während des zweiten Weltkrieges durch die Heeresversuchsanstalt Peenemünde und die Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West. Wohl aus diesem Anlass hatte Phoenix einen Dia-Vortrag über die Geschichte Peenemündes und die HFA organisiert, der um 20.15 Uhr im Salon begann. Unser Ding war das nicht, deshalb wollten wir einen Spaziergang durch den Ort machen. Der war allerdings recht kurz, denn schon bald waren wir am Ortsausgang angekommen. Wir schlenderten dann noch am Hafen herum. Hier steht ein ehemaliges Wärmekraftwerk, das heute ein historisch-technisches Museum beherbergt, das zu dieser Stunde natürlich geschlossen war. Das im Hafen liegende konventionell betriebene U-Boot der ehemaligen baltischen Rotbannerflotte kann ebenfalls besichtigt werden; ebenso das Museumsschiff Tarantul als Teil des Marinemuseums der 1. Flottille Peenemünde. Für den Besuch der genannten Museen waren ein Pfingstmontag und die späte Ankunftszeit natürlich ungeeignet. Auf einem Freigelände neben dem ehemaligen Kraftwerk fand heute ein Rockkonzert statt; das war dann aber auch die einzige Attraktion an diesem Abend.






  • Herrlich Blu51 , schöne Erlebnisse. Die Störtebecker Festspiele unbedingt einmel besuchen, das ist ein tolles Erlbnis,

    an der Natur-See-Bühne.


    Schade, dass Ihr das U-Boot in Peenemünde nicht besichtigen konntet, ist schon spannend sich darin umzusehen.


    Die haben sichdarüber nicht mokiert, sondern sich noch einmal aufgemacht umStralsund zu erkunden.

    Wir haben auf unseren Flussreisen auch selten "Meckerer" erlebt. Es kann doch passieren, dass etwas im Plan geändert werden muss,

    defekte Schleuse, zu hoher oder zu niedriger Wasserstand und was sonst noch so alles für Unwegsamkeiten passieren können.

    Wenn das eine nicht geht, geht eben etwas anderes. Die Reiseleiter haben meist einen Plan B in der Tasche. Ändern kann man

    im Augenblick ohnehin nichts.

  • Schade, dass Ihr das U-Boot in Peenemünde nicht besichtigen konntet, ist schon spannend sich darin umzusehen.

    Das kann man wohl sagen. Vor allem war es spannend sich zu fragen " Wie komm ich durch das nächste Loch durch ohne stecken zu bleiben?=O". Für nicht mehr so ranke und wendige Oldies wie uns war es schon recht mühsam. Aber Hut ab vor den Jungs, die da drinnen Wochen und vielleicht Monate verbracht haben.

  • Darf ich auch noch mit aufspringen Blu51 ?

    Eine ähnliche Tour haben meine Eltern 2018 mit der "Katharina von Bora" gemacht.

  • Wollin (Polen); Schwedt (11.06.) sonnig, abends in der Ferne Gewitter, 25 Grad

    Die Saxonia hatte Peenemünde um 02.00 Uhr verlassen. Als wir zum Frühstück gingen, befanden wir uns schon wieder auf dem Stettiner Haff auf der Fahrt nach Wollin. Diese polnische Ostseeinsel ist die Schwester-Insel von Usedom; beide bilden das Mündungsdelta der Oder. Wollin ist die mit Abstand größte Insel Polens. In der gleichnamigen Hafenstadt machten wir um kurz nach 10.00 Uhr fest. Der von uns gebuchte Ausflug „Insel Wollin und Misdroy“ startete unmittelbar danach.


    Zunächst fuhren wir mit dem Bus entlang der Divenow, einem Mündungsfluss der Oder durch kleine Ortschaften und schöne Landschaften. Der größte Teil der Insel wurde 1960 zum Wolliner Nationalpark erklärt. Hier sollen sich auch Elche angesiedelt haben. Unser einheimischer Reiseleiter hat sogar schon einmal einen gesehen. Als besondere Attraktion hat der Nationalpark auch Wisente vorzuweisen.


    Bald hatten wir unser Ziel Misdroy erreicht. An einem schönen Sandstrand und mit Buchenwald bewachsenem Kliff gelegen, wird Misdroy seit Anfang des 19. Jahrhunderts als Kurort geschätzt und gehört zu den ältesten Seebädern an der Pommerschen Küste. Die erste Seebrücke wurde bereits 1884 errichtet. Bis heute erhaltene hölzerne Kurgebäude aus dem 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verleihen der Stadt ihren Glanz. In Misdroy finden regelmäßig polnische Filmfestivals statt. In der Nähe der Strandpromenade befindet sich der polnische „Walk of Fame“, auf dem sich polnische Schauspieler mit einem Handabdruck in Bronze verewigt haben.





    Warum wurde mein Foto gelöscht?


    Nach einer kurzen Führung entlang der Strandpromenade und einigen Erläuterungen durch den Reiseleiter hatten wir dann Freizeit zur eigenen Erkundung. Wir gingen zunächst auf die Seebrücke, an deren Eingang etliche Geschäfte auf Kundschaft warteten, u.a. auch Cafes mit einer einladend aussehenden Tortenauswahl. Ein Bummel über die Strandpromenade und ein Blick auf den Strand schlossen sich. Und dann war schon wieder Zeit, sich am Treffpunkt einzufinden. Es ging zurück zum Schiff.





    Mit dem Ablegen um 13.00 Uhr gab es das Mittagessen. Anschließend ließen wir uns auf dem Sonnendeck nieder. Am späteren Nachmittag fuhren wir an Stettin vorbei. An der Potjuchin Brücke mussten wir etwas warten. Die Klappbrücke über die Westoder ist ein europaweit einzigartiges Baudenkmal. Es ist die einzige Bahnbrücke dieser Art in Polen und die einzige mit mechanischem Antrieb in ganz Europa. Deshalb ist sie auch in die Denkmalliste eingetragen worden. Einige Züge fuhren noch über die Brücke, bevor sie für uns geöffnet wurde.



    Vor dem Abendessen informierte der Kreuzfahrtleiter über eine weitere Änderung im Programm. Weil die zeitweise Sperrung des Abschnittes, in dem eine weitere Bombe gefunden worden war, noch immer bestand, würden wir Schwedt nicht wie vorgesehen, um 13.30 Uhr sondern bereits am Morgen verlassen, um den Abschnitt vor der Sperrung passieren zu können. Damit müsse der „Rundgang durch Schwedt mit Theaterbesichtigung“, den auch wir gebucht hatten, leider ausfallen. Der zweite Ausflug „Kloster Chorin“ werde stattfinden, die Ausflugsgäste würden dann in Hohensaaten wieder an Bord kommen. Schade für uns, aber nicht zu ändern.


    Am Abend fand lt. Tagesprogramm ein Musikquiz im Salon statt. Viele Gäste saßen zu dieser Zeit aber noch auf dem Sonnendeck und genossen den lauen Sommerabend. Um 21.45 Uhr machten wir in Schwedt fest.



    Flusstag (12.06.), heiß, über 30 Grad

    Nachdem die Gäste für den Ausflug zum Kloster Chorin von Bord waren, machte sich die Saxonia auf den Weg nach Hohensaaten. Wir ließen uns nach dem Frühstück auf dem Sonnendeck nieder, wo man es jetzt noch gut aushalten konnte.


    Um 12.15 Uhr machte die Saxonia in Hohensaaten fest. Weil die Ausflügler sich wohl etwas verspäten würden, war ein kurzer Landgang möglich. Hohensaaten ist heute ein Stadtteil von Bad Freienwalde im Landkreis Märkisch-Oderland. Wir schauten uns die im Ortszentrum gelegene evangelische Kirche an, die von 1858 bis 1860 im neugotischen Stil errichtet und von 1993 bis 2001 restauriert wurde. Das schräg gegenüber liegende Restaurant war dauerhaft geschlossen.



    Um etwa 13.15 Uhr traf der Ausflugsbus ein und wir legten wieder ab. Das Mittagessen wurde ebenfalls serviert.

    Gegen 14.30 Uhr näherten wir uns dem Schiffshebewerk Niederfinow. Jetzt konnten wir diese technische Meisterleistung ´bei Tageslicht bewundern. Es wurde 1934 fertiggestellt und befördert die Schiffe 36 m in die Höhe bzw. Tiefe. Für die Ein- und Ausfahrtmanöver benötigen die Kapitäne etwa 20 Minuten. Die Liftfahrt über 36 m dauert sogar nur 5 Minuten. Weil aber die Transportmengen im Laufe der Zeit immer mehr zugenommen haben und zudem immer mehr Schiffe unterwegs sind, die mit 110 m Länge zu groß für den historischen Fahrtstuhl sind, wurde im Jahre 1997 der Neubau eines größeren Hebewerkes beschlossen. Dieses Schiffshebewerk Niederfinow-Nord sieht von außen schon so aus, als sei es fast fertig. Bis es tatsächlich genutzt werden kann, wird aber wohl noch einige Zeit vergehen. Der Kostenrahmen von 300 Mio. € soll eingehalten werden.




    Heute Abend stand der Kapitäns-Abschieds-Cocktail mit anschließendem Gala-Dinner an. Wegen der großen Hitze und Schwüle verkündete der Kreuzfahrtleiter, dass die Herren auf Sakko und Krawatte verzichten können. Hätte ich sowieso getan, da beides zu Hause geblieben war. Um 18.30 Uhr verabschiedeten sich Kapitän, Hotelmanager und Kreuzfahrtleiter mit einem Glas Sekt von den Gästen und stellten die komplette Crew vor, die mit viel Beifall bedacht wurde. Den Abschluss des Gala-Dinners bildete natürlich die übliche Eisparade.


    Später fuhren wir noch durch die Lehnitz Schleuse und machten hinter ihr für die Nacht fest. Ein Landgang war nicht möglich. Die MS Mona Lisa kam aus der Gegenrichtung und blieb bis zum Morgen vor der Schleuse.

  • Flusstag (13.06.), sonnig, 25 Grad

    Dass sich unsere Reise dem Ende näherte, konnten wir dem Bordprogramm für diesen Tag entnehmen; um 10.00 Uhr erwartete uns der Kreuzfahrtleiter im Salon zu einer Informationsveranstaltung über die Rückreise.


    Nach dem Frühstück ging es also dorthin und wir erfuhren Näheres zum Ablauf der Ausschiffung. Eine Stunde später während eines Frühschoppens, bei dem es bayrische Spezialitäten, wie Weißwürste, Brezeln usw. gab, verlangsamte die Saxonia ihre Fahrt und kam schließlich zum Stehen. Grund war eine Schleuse, vor der sich der Verkehr staute. Mindestens 4 – 5 Schiffe, darunter ein Schubverband, warteten vor uns auf eine Schleusung. Der Kreuzfahrtleiter verkündete kurz darauf, dass wir bei diesem Andrang mindestens 3 Stunden warten müssten. Allerdings sei der Kapitän noch am Verhandeln, ob man uns eventuell vorlassen würde. Er hatte wohl auch teilweise Erfolg, denn wir konnten später vom Sonnendeck aus beobachten, wie zwei Flaschen Sekt den Besitzer wechselten und wir am Schubverband vorbei zur Schleuse zogen.


    Trotzdem hatten wir reichlich Zeit gelassen, so dass die avisierte Ankunftszeit in Potsdam von 14.00 Uhr sich bestimmt um mehr als 2 Stunden nach hinten verschieben würde. Das hatte die Folge, dass der für Potsdam geplante Ausflug „Stadtbesichtigung Potsdam“ ausfallen musste. Dies war insbesondere für die Gäste ärgerlich, die erst zur Einschiffung angereist waren und Potsdam noch nicht kannten. Wir hatten diesen Ausflug nicht gebucht.



    Nach dem Mittagessen ließen wir uns wieder auf dem Sonnendeck nieder. Als wir uns den ersten Ausläufern von Potsdam näherten, gingen wir in die Kabine und packten den großen Koffer schon einmal vor.





    Es wurde dann etwa 16.30 Uhr, als wir in Potsdam festmachten. Dort lag heute auch die Elbe Princesse II. Nach dem Abendessen gingen wir noch einmal in die Innenstadt und gönnten uns auf dem Rückweg einen Gerstensaft auf der Terrasse des Hotels Mercure.



    Rückreise (14.06.), sonnig, 26 Grad

    Die Koffer mussten bis 08.00 Uhr vor die Kabine gestellt werden; sie wurden von der Besatzung an Land gebracht und dort nach Decks geordnet aufgestellt. Die Tefra-Koffer standen abseits und waren mit eigenen Banderolen versehen.


    Nach dem Frühstück blieben wir noch eine halbe Stunde auf dem Sonnendeck; um kurz vor 09.00 Uhr machten wir uns gemeinsam mit unseren Tischnachbarn auf den Weg zum Bahnhof. Von dort fuhren wir mit einer Regionalbahn nach Berlin. Am Berliner Hauptbahnhof verabschiedeten wir uns herzlich von unseren Tischnachbarn, die etwas später als wir Richtung Nürnberg fuhren.


    Die Zeit bis zur Abfahrt unseres ICE verbrachten wir mit einem Spaziergang durch das Regierungsviertel zum Brandenburger Tor und an der Spree zurück zum Bahnhof. Unser ICE verließ Berlin pünktlich, bis Hannover blieb es auch dabei. In Hannover erfolgte ein Wechsel des Lokführers; der Neue saß jedoch in einem verspäteten Zug, so dass wir einen Zwangsaufenthalt von etwa 20 Minuten erwirtschafteten. Bei der Bahn muss man eben mit allem rechnen. Trotzdem erreichten wir unser Ziel durch geschicktes Umsteigen (Dortmund statt Bochum) noch pünktlich und waren um 16.30 Uhr wieder zu Hause. Der große Koffer folgte uns am Montag nach.



    Das war unsere Reise mit der MS Saxonia. Morgen folgt dann noch ein Fazit mit Schiffsbeschreibung. Ich möchte mich an dieser Stelle schon einmal bei allen bedanken, die uns bei dieser Reise begleitet haben. Danke auch für die netten Kommentare.

    Allen ein schönes Wochenende. Es soll ja jeden Tag heißer werden


    LG

    Peter

  • Ich danke dir für den spannenden Bericht.:thumbup::thumbup::thumbup:

  • Hallo Peter Blu51 ,


    Vielen Dank für Deinen Reisebericht.


    Eine Fluss Kreuzfahrt steht auch noch auf meiner ToDo Liste.

    Daher bin ich über jede Info froh.

  • Fazit


    Route

    Abseits der bekannten Routen auf Rhein und Donau war diese Tour schon etwas besonderes. Über weitaus weniger befahrene Kanäle und die Oder ging es bis zur Ostsee und zurück. Uns hat die Reise sehr gut gefallen, insbesondere Usedom, Hiddensee und die Halbinsel Fischland/Darß/Zingst waren absolute Highlights; Rügen gehört natürlich auch dazu, aber da waren wir ja schon mehrfach. Vielleicht haben wir sogar zu viel gesehen; immerhin waren wir an manchen Tagen gleich in zwei Häfen. Man konnte gar nicht alle Eindrücke so schnell verarbeiten. Weniger wäre eventuell mehr gewesen. Was die Routenänderungen betrifft, damit muss man auf Flüssen immer rechnen. Das haben wir schon im Vorjahr sowohl auf dem Rhein als auch auf der Donau erlebt; Stichwort: Niedrigwasser. Die Saxonia bietet auch Fahrten auf der Elbe sowohl Richtung Hamburg als auch Richtung Prag an. Ob sie im nächsten Jahr aber noch für Phoenix unterwegs ist, steht wohl noch nicht fest. Wie auf dem Schiff zu hören war, hat der Schweizer Eigner die Bedingung gestellt, dass 50 % der Gäste Schweizer Staatsbürger sein müssen. Darauf will sich Phoenix aber nicht einlassen.


    Schiff





    Die Saxonia ist Baujahr 2001, aber noch gut in Schuss. Mit ihrer Länge von 82 m und einer Breite von 9,50 m sowie einem Tiefgang von 1,05 m ist sie für dieses Fahrtgebiet bestens geeignet. Auf den 2 Decks finden 88 Passagiere Platz, die von 22 – 25 Crewmitgliedern umsorgt werden.

    Auf dem Hauptdeck befindet sich im vorderen Bereich das Restaurant, in dem an festen Tischen gespeist wird. Der Abstand zwischen den Tischen (meist Vierertische) ist etwas großzügiger als bei anderen Schiffen, wo die Kellner manchmal Mühe mit dem Servieren hatten. Direkt darüber auf dem Hauptdeck liegt die Lounge mit Bar. Die Möblierung beider Räumlichkeiten empfanden wir als zeitgemäß.



    Liegen sowie Tische und Stühle stehen auf dem Sonnendeck bereit. Schattenplätze sind unter einer fest verankerten Dachkonstruktion, die bei Bedarf abgesenkt werden kann, vorhanden, allerdings in der Anzahl etwas beschränkt.



    Für Gäste mit eingeschränkter Beweglichkeit ist die Saxonia nur bedingt geeignet. Ein Lift ist nicht vorhanden. Das Restaurant erreichen die Gäste, die ihre Kabinen auf dem gleichen Deck haben, trotzdem nur, indem sie erst einige Stufen hoch und dann wieder einige herunter gehen.


    Kabine

    Wir hatten eine Kabine auf dem Oberdeck. Diese verfügen über Fenster, die sich im oberen Teil aufschieben lassen. Die Fenster der Kabinen auf dem Hauptdeck bieten diese Möglichkeit nicht. Mit einer Größe von 11-12 qm war die Kabine eine der kleinsten, wenn nicht die kleinste, die wir auf unseren Kreuzfahrten je hatten. Die Betten wurden morgens hochgeklappt; dann hatte man schon genügend Platz. Ein kleines Sofa und ein Stuhl dienten tagsüber als Sitzgelegenheiten. Ablagemöglichkeiten waren ausreichend vorhanden; im Schrank, in dem sich auch der Fön (festinstalliert) und der Safe befanden, war der Platz zum Aufhängen von Hosen und dergleichen ein wenig beschränkt. Während des Abendessens wurden die Betten herunter geklappt und danach wurde es eng um die Hüfte. Während der Nacht störte das nicht, aber man wollte sich am Morgen ja auch wieder landfein machen. Die Ablagen waren dann nur mit Verrenkungen zu erreichen.



    Das Bad war zwar auch klein, aber sehr zweckmäßig gestaltet. Eine Anzahl von Pflegeprodukten war vorhanden.


    Verpflegung

    Das Frühstück wird in Buffetform angeboten. Es war alles vorhanden, was man von einem guten Frühstücksbuffet erwartet: Brot, Brötchen, Marmelade, Honig, Wurst, Käse, Müsli, Obst, Rührei usw. Um 11.00 Uhr wurde im Salon eine Bouillon gereicht, die wir aber nie probiert haben. Zum Mittagessen bediente man sich an einem Salatbuffet, Suppe, Hauptgericht (drei zur Auswahl) und Dessert wurden am Tisch serviert. Kaffee und Kuchen (zweimal Eis) gab es am Nachmittag. Kuchen haben wir auch nie probiert, alles geht eben nicht. Das Abendessen bestand aus Vorspeise, Suppe, Hauptgericht (drei, manchmal auch fünf zur Auswahl, eins wie auch mittags vegetarisch) sowie Dessert. Die Wahl des Hauptgerichts für mittags und abends notierte der Kellner während des Frühstücks. Gegen 22.00 Uhr schloss ein Mitternachtssnack den Tag ab; meist Fingerfood.

    Das Essen war insgesamt ansprechend angerichtet und schmackhaft. Der ungarische Koch verstand sein Handwerk. Auf ein, zwei anderen Schiffen war das Essen vielleicht noch einen Tick besser, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Die zum Essen angebotenen Hausweine waren unserer Meinung nach (keine Wein-, eher Bierkenner) in Ordnung.



    Sonstiges

    Der Altersdurchschnitt auf dieser Reise lag lt. Kreuzfahrtleiter bei 73 Jahren. Älteste Passagierin war eine Dame im stolzen Alter von 91 Jahren, der jüngste Gast war 45.

    Die Nebenkosten an Bord waren aus unserer Sicht für ein Phoenix-Schiff ungewöhnlich hoch. So kostete ein 0,4 l Bier 4,10 €, ein Cocktail 8,50 €, ein viertel Liter Wein im Restaurant 4,90 €. Ich weiß nicht, ob Phoenix überhaupt Einfluss auf die Preisgestaltung nehmen kann; jedenfalls war es auf anderen Phoenix-Schiffen preiswerter.

    Die von uns gebuchten Ausflüge waren gut organisiert; Preis und Leistung passten.

    Zum Schluss noch ein dickes Lob an die gesamte Crew. Wir wurden immer freundlich und zuvorkommen behandelt. Trotz der bestimmt nicht leichten Arbeitsbedingungen sah man nie ein missmutiges Gesicht. Stellvertretend für alle sei hier der ägyptische Leiter des Restaurants und der Bar genannt, der seinen Laden wirklich im Griff hatte und sofort sah, wo etwas fehlte.



    So liebe Foris, das war es nun endgültig mit meinem Reisebericht. Nochmals danke an alle, die uns begleitet haben und für die netten Kommentare. Jetzt gehen wir aber erst einmal wieder auf ein großes Schiff und freuen uns auf unsere Ostseetour mit der Artania, die am 09.07. startet. Bis dann.


    LG

    Peter

  • Danke, lieber Peter, Blu51 für Deinen ausführlichen und sehr informativen Bericht über eine Reise, mit der auch ich schon geliebäugelt habe.


    Schön, das ich hier Dank Dir schon mal ein wenig reinschnuppern konnte. Danke auch noch einmal für die schönen Bilder.


    Viel Spaß und tolle Erlebnisse auf Eurer neuen Reise im Juli!


    LG Heike

    (Eigentlich voller Freude auf:)

    2020: 03: NickoVision Wien-Melk / 04: MS4 Marseille & Barcelona / 11: A-Rosa Riva/Wien-Linz

    Bisher:
    2019: 12: A-Rosa Donna/Wien-Melk / 11: A-Rosa Donna/Wien-Linz / 08: MS5 Westeuropa mit Knut :love: 05: NMS1 Rockliner 6 Helsinki-Stockholm / 05: NMS1 Oslo-Kopenh. / 03: A-Rosa Bella/Wien-Linz

    2018: 11: A-Rosa Bella/Wien-Linz / 05: NMS1 Oslo-Göteborg-Kopenh. / 03: A-Rosa Riva/Wien-Linz

    2017: 05: MS6 Danzig-Bornholm / 03: A-Rosa Mia/Wien-Linz

    2016: 11: A-Rosa Mia/Wien-Linz / 07: MS5 Danzig-Bornholm / 05: AMS1 Westeuropa

    2015: 06: MS4 Oslo-Kopenh. / 03: A-Rosa Donna/Wien-Linz

    2014: 05: MS2 Rockliner 3 / 03: A-Rosa Bella/Wien-Linz

    2008: 08:MS Heinrich Heine Wien-Bratislava-Melk