[Reisebericht] Expedition im Herzen der Nordwestpassage – 24.08.-11.09.2022 – HANSEATIC nature

  • konnten wir den Eisbogen nochmal in seiner vollen Schönheit ablichten. Was für ein Anblick!!!

    Mister Spock hätte gesagt: "Faszinierend". Dem ist nichts hinzuzufügen :love:

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • 04.09.22: Strzelecki Harbour (Prince of Wales Island) – Eine verhinderte Anlandung

    Das Ziel des heutigen Tages war auch das Ziel mit dem schwierigsten Namen bisher. Auch wenn das Harbour im Namen etwas Großes verheißt, sollte es sich doch um eine weitere Anlandung in der Tundra handeln – also ähnlich den Tagen zuvor. Und eine nasse Anlandung dazu. Denn obwohl im Ort das Hafen steht, mit Pier oder gar einem Hafen ist hier nichts!

    Strzelecki Harbour liegt an der Ostküste von Prince of Wales Island in einer Bucht. Die Insel ist die zehngrößte Insel Kanadas, die Fläche beträgt etwas über 33.000 km2. Sie liegt zwischen Somerset Island im Osten und Victoria Island im Westen. Strzelecki Harbour liegt von der geographischen Breite her gesehen etwas weiter nördlich als Fort Ross. Die Insel weist keine permanenten Siedlungen auf und ist mit der klassischen, bereits bekannten Tundra-Landschaft bedeckt.

    Entdeckt wurde Prince of Wales Island 1851 von Francis Leopold McClintock. Dieser war mit Schlittenhunden auf der Suche nach der verschollenen Franklin Expedition. Zu diesem Thema sollte es am Nachmittag des Tages noch weitere Informationen geben – auch hier im Reisebericht. Die Expedition wurde nicht gefunden, dafür u.a. diese Insel. Benannt wurde sie nach dem damaligen Prince of Wales, Albert Edward, dem ältesten Sohn von Königen Victoria. Dem späteren König Edward VII.

    Nach dem Aufstehen waren wir noch ein paar Meilen vom Landungspunkt entfernt, daher ging es erstmal zum Frühstück – danach sollten wir in eine der vorderen Zodiac-Gruppen sein.

    Und wie wir – und andere Gäste – so gemütlich beim Frühstück im Lido sitzen kommt eine Durchsage des Kapitäns: „Wir haben unser Tagesziel, Strzelecki Harbour, erreicht. Und das Empfangskomitee steht auch schon bereit. Ein Eisbär!“.

    Immer diese Scherze am Morgen dachten sich die meisten. Steffie war eh schon fertig mit dem Frühstück, also ging sie schon mal auf die Kabine. Warme Sachen anziehen und eine Kamera holen. Vielleicht ist an der Durchsage ja etwas dran. Ich hatte noch ein bisschen was auf dem Teller und eine Tasse Kaffee. Das war dann aber auch bald vertilgt – also hoch auf die Kabine, umziehen und die andere Kamera mit dem großen Tele holen. Die meisten Gäste frühstückten übrigens tatsächlich weiter, als wäre nichts gewesen, sie hielten das tatsächlich komplett für einen Scherz …

    Oben an Deck bot sich dann folgendes Bild:

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    Tatsächlich stapfte da ein größerer Eisbär am Strand von Strzelecki Harbour nahe der geplanten Anlegestelle entlang. Dazu schneite es leicht. Was kann es Schöneres geben? Der Kapitän hatte natürlich nicht gescherzt, solche Witze macht man nicht, auch bei der Weckaktion mit den Polarlichtern lag ja ein guter Grund vor. Klar war aber auch, dass es mit der Anlandung in Strzelecki Harbour heute nichts mehr wird. Denn Eisbär an Land bedeutet: Gäste an Bord!!!

    Wir verfolgten den Eisbären auf seinem Weg am Strand, machten Dutzende Fotos mit dem 500er Teleobjektiv. Man konnte ihn mit bloßem Auge sehr gut erkennen, die Entfernung betrug aber schon noch über 1km.

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    Anfangs waren noch sehr wenige Gäste an Deck – die, die beim Frühstück saßen und an Scherze glaubten oder diejenigen, die noch schliefen, fehlten. So langsam füllte sich aber das Deck. Die Experten, die ebenfalls der Szenerie beiwohnten, vermittelten zusätzlich Wissenswertes. So handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein junges Männchen und ein wohlgenährtes dazu. Letzteres konnten auch wir sehen ;)

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    Und auch ein sehr aktives Tier. Zielstrebig, meist ohne größere Pausen, bewegte er sich eine ganze Strecke an der Küstenlinie entlang.

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    Zwischendurch legte sich der Bär kurz auf den Boden und wälzte sich im Dreck.

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    Nicht mehr komplett schneeweiß ging es dann weiter.

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    Bis der Eisbär aus unserem Blickfeld verschwand. Er war natürlich noch irgendwo da draußen, daher blieb es dabei, keine Anlandung für uns. Dabei bietet auch die Landschaft in der Bucht so einiges, mal wieder bei bestem Wetter.

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    Keine Anlandung also. Wie geht es weiter? Hinauf aufs Meer? Seetag? Natürlich nicht – wir sind ja auf Expedition. Also wurden die Zodiacs klar gemacht für eine Landschafts-Cruise (also analog zu Crocker Bay oder der Diskobucht). Wir fahren also mit den Zodiacs nah ans Land, schauen, was es zu sehen gibt, gehen halt nur nicht an Land. Mal sehen, vielleicht ist der Eisbär ja noch irgendwo? Zumal wir - wie oben schon gesagt - auch ziemlich weit vorne bei den Zodiac-Gruppen waren …


    VG Sven

  • 04.09.22: Strzelecki Harbour (Prince of Wales Island) – Bärenbeobachtung per Zodiac

    Unsere Zodiac-Gruppe wurde aufgerufen und wir bestiegen das Zodiac, um unsere Fahrt zu beginnen. Alsbald wurde per Funk gemeldet, dass der Eisbär gesichtet wurde. Also alle Zodiacs dorthin.

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    Der Bär hatte es sich in einer – wahrscheinlich kühlenden – Mulde am Hang bequem gemacht. Wir beobachteten ihn vom Wasser aus. Die Entfernung betrug ca. 500m. Der Bär ließ sich durch uns nicht weiter stören.

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    Ab und an schaute er in unsere Richtung.

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    Dann wieder reckt er sich oder nimmt Witterung auf.

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    Manchmal räkelt er sich. Oder ist mit seiner Schlafmulde nicht ganz zufrieden und muss nachbessern.

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    Meistens liegt er aber sehr entspannt da und schläft.

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    Da aktuell kein Eis hier vorhanden ist, wird er es die nächsten Monate schwer haben, Beute zu machen. Erst wenn das Eis in ca. 2 Monaten zurück kehrt, wird er wieder auf Jagd gehen können. Daher ist er jetzt auch darauf bedacht, Energie zu sparen und nicht zu überhitzen.

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    Alle Fotos wurden während des Ausflugs mit dem 300er Tele (Festbrennweite) gemacht. Dieses ist viel leichter als das Große 200-500mm (welches ca. 2,5kg auf die Waage bringt) und lässt sich im Zodiac besser handhaben. Denn, auch wenn kein Seegang herrscht, das Zodiac schaukelt schon ein wenig, insbesondere, wenn man steht. Da ist es fast wie beim Biathlon. Warten, bis der Bär im vor sich hin kreisenden Sucher vorbeikommt. Und dann blitzschnell abdrücken. Und hoffen, dass man keine Fahrkarte geschossen hat :D

    Aber ich denke, ein paar der Fotos sind schon was geworden …

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    Wenn man sich die Leute in den Booten so anschaut, sieht man überall lachende, zufriedene Gesichter. Die Kameras mit Hochdruck im Einsatz. Ein toller Ersatz für die ausgefallene Anlandung. Ich glaube, die wenigsten waren unglücklich darüber.

    Aber auch die schönste Zeit geht zu Ende. Und die 2. Zodiac-Gruppe soll ja auch noch die Chance bekommen, den Bären hier zu beobachten. Daher fuhren wir nach einem kleinen Schlenker durch die Bucht zurück zum Schiff.

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    Ein weiteres Highlight auf unserer an Highlights bisher nicht gerade armen Expeditionskreuzfahrt! :thumbup:

    Wir nutzten die Zeit während des Ausflugs der zweiten Gruppe zum Beobachten der Landschaft vom Oberdeck aus und außerdem zum Mittagessen.

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    Nachdem alle Gäste der späten Gruppe zurück an Bord waren, verließ die HANSEATIC nature ihren Ankerplatz und fuhr entlang von Prince of Wales Island nach Norden. Der Eisbär lag übrigens immer noch an seiner angestammten Position, so dass alle Gäste die Chance hatten, ihn aus relativer Nähe zu besichtigen. Mal sehen, was der Nachmittag noch zu bieten hatte …

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    VG Sven

  • 04.09.22: Prince of Wales Island – Viele weiße Tiere auf dunklem Grund

    Um nichts zu verpassen, blieben wir auch gleich mal oben an Deck. Kurz nach dem Ablegen fuhr unser Schiff direkt auf einen Berg zu – eigentlich nicht unbedingt der Weg, den man nimmt, um an der Insel vorbeizufahren. Aber der Kapitän wird schon seine Gründe haben …

    Und die hatte er in der Tat. Am Ufer dieses Küstenabschnittes waren gleich 5 – in Worten: fünf – Eisbären zu sehen!

    Ein großes, männliches Tier klettert behände die hohe Felswand nach oben und verschwindet kurz darauf auf dem Felsplateau.

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    Ein weiteres Männchen befindet sich ein Stückchen weiter rechts auf dem Berg und kommt langsam nach unten.

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    Und in der Mitte befindet sich direkt am Ufer ein Muttertier mit ihren beiden Jungen! Die Eisbärin sieht im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen schon recht schlank und ausgemergelt aus. Ist aber auch kein Wunder, schließlich muss sie ja auch – trotz der im Sommer herrschenden Nahrungsknappheit – ihre beiden Jungtiere säugen.

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    Laut Experten an Bord handelt es sich bei den Jungtieren um diesjährig geborene Bären (also ca. 9 Monate alt). Eisbären gebären im Winter in einer Wurfhöhle und verlassen diese dann im Frühjahr. Entsprechend verspielt sind die Kleinen. Sie lassen sich zurückfallen, um im Dreck zu spielen und sich zu suhlen. Ganz schön viel Arbeit für die Mutter, die die Kleinen ab und an rufen muss, damit diese den Anschluss nicht verlieren.

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    Die ganze Gruppe wird auch merklich schneller, als das zweite Männchen so langsam den Hang hinunterkommt und damit in die Nähe der Mutter mir ihren Kindern. Da wird seitens der Eisbärin schon deutlich das Tempo angezogen und die Kinder zur Eile gemahnt. Schließlich wäre ein Zusammentreffen mit dem Männchen nicht optimal, da dieses sehr gefährlich für den Nachwuchs werden kann.

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    Aber das Männchen war keine Gefahr, nachdem es unten angekommen war, stieg es ins Wasser, schwamm ein Stück und ging dann wieder an Land, um den Weg in entgegengesetzter Richtung fortzusetzen.

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    Was für eine tolle Eisbären-Sichtung! :) :thumbup:

    Und es sollte noch weiter gehen. Kaum hatten wir unseren Beobachtungsplatz verlassen und wieder Fahrt aufgenommen, wurden schon die nächsten Bären im Hang gesichtet. Unter anderem ein weiteres recht, großes Männchen, welches in der Felswand kletterte.

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    Und weitere Bären. Wurde zuvor noch jedes Tier durchgesagt, kam dann plötzlich die Durchsage: „Wir werden jetzt nicht mehr jeden Eisbären ansagen. Schauen Sie einfach auf die dunklen Flächen links und rechts. Die gut sichtbaren, weißen Punkte sind dann die Bären!“.

    Was für eine Fahrt! Was für ein Tag! Wir hatten die Tour unter anderem wegen der Eisbären gebucht und hatten gehofft, auch welche zu sehen. Das hatte sich nun in Croker Bay und heute mehr als erfüllt. Mit so vielen Bären hatten wir ehrlich gesagt nicht gerechnet!!! :)

    Die Fotos hier wurden dann wieder mit dem 500er Tele aufgenommen. Man hat es wieder mit größeren Entfernungen zu tun, das große Schiff kann ja nicht so nah wie ein Zodiac an die Küste fahren. Zur besseren Sichtbarkeit der Tiere sind die Bilder dann auch noch freigestellt (ausgeschnitten) worden – aber ansonsten out-of-camera.


    VG Sven

  • 04.09.22: Prince of Wales Island – Weiße Tiere, nun auch im Wasser …

    Weiter ging die Fahrt entlang der kahlen und steilen Felsküsten. Diese sind kaum bewachsen, nur Flechten und Moose wachsen hier.

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    Dann die nächste Tiersichtung. Ein weiterer Eisbär ist zu sehen. Doch dieses Mal ist er mit etwas Ungewöhnlichem beschäftigt. Er steigt auf einen größeren Stein am Strand und beobachtet das Wasser. Dann stürzt er sich kopfüber ins Wasser. Klettert kurz danach wieder hinaus, schüttelt das Wasser aus dem Pelz, steigt wieder auf den Stein, wartet und springt …

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    Die Lösung: Meister Petz versucht, Belugas zu jagen. Diese schwimmen in der Nähe der Küste vorbei und sollen als Jagdbeute herhalten.

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    Die Chancen auf Beute sind hier nahezu bei 0%. Lediglich in kleinen Eislöchern hat ein Eisbär eine Chance, einen Beluga oder anderen Kleinwal zu erlegen, wenn dieser zum Luftschnappen nach oben kommt. So haben wir es zumindest mal in Tierdokumentationen gesehen und auch dort, braucht es durchaus viele Anläufe. Hier im freien Wasser, vorbei schwimmende Wale zu erlegen, in dem man drauf springt? Keine Chance! Trotzdem hat es der Bär so ca. 5-6 Mal versucht. Und wahrscheinlich noch öfter, als wir ihn nicht mehr sahen. Ein seltenes Schauspiel …

    Und wo wir schon bei Belugas sind. Die gab es hier in großer Zahl zu bestaunen. Ganze Herden dieser weißen Wale schwammen im Meer, v.a. in Ufernähe.

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    Neben den hellen Alttieren wurden auch vereinzelt kleine, dunkelgraue Kälber gesehen. Erst mit zunehmendem Alter wird die Haut heller und heller und erst mit mehr als 10 Jahren erhalten die Wale ihre rein weiße Farbe. Manchmal reiten die Jungtiere auch auf dem Rücken der Mutter. Das haben wir aber nicht gesehen, das wäre dann des Guten vielleicht auch zu viel. Aber die eine oder andere Herde schon.

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    Die Belugas haben sich offenbar in großer Zahl hier an der Küste versammelt, um im flachen Wasser ihre alte Haut abzurubbeln. Dieses Ritual wird im Spätsommer/Herbst durchgeführt. Und das Vorhandensein der Belugas ist vielleicht auch der Grund für die große Zahl an Eisbären. Auch wenn die Jagd der Bären auf die Wale sehr, sehr schwierig ist.

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    So fuhren wir an sehr schöner Landschaft vorbei.

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    Und an Unmengen an Belugas.

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    Manche Tiere konnte man nur mit dem Fernglas beobachten. Vereinzelt wurden auch wieder die scheuen Narwale gesichtet, aber nicht in so großer Zahl wie die Belugas und auch nicht so nah.

    Immer wieder tobten ganze Trupps von Sattelrobben um das Schiff herum. Fast Hundertschaften von Tieren, die ähnlich den Delfinen ihre Körper aus dem Wasser hechten oder gar auf dem Rücken schwimmen.

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    Die Robben schienen ihren Spaß zu haben. Ihr Feind, der Eisbär war ja weit weg und hier auf dem offenen Meer, droht weniger Gefahr. Da kann man schon mal spielen.

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    So langsam wurde es etwas dunkler, der Nachmittag neigte sich seinem Ende. Wir hatten am heutigen Tag sehr, sehr viele Tiere gesehen: inflationär viele Eisbären, Massen an Belugas & Sattelrobben, Narwale. Das ist es, was eine Expedition ausmacht – verbunden mit schöner Natur. Da war es auch nicht so schlimm, dass die Anlandung am Vormittag nicht geklappt hat.

    Aber auch der späte Nachmittag und der Abend sollten noch interessant werden …


    VG Sven

  • Einfach nur grandios!!

  • 04.09.22: Prince of Wales Island – Abendprogramm

    Das Abendprogramm begann mit dem Vortrag „Die Nordwestpassage und Franklin“. Ein historisches Kapitel der Seefahrt, das vom grandiosen Scheitern handelt. 1845 startete Sir John Franklin mit 129 Mann Besatzung auf zwei Schiffen, der HMS Terror und der HMS Erebus. Ziel war es, die Nordwestpassage erstmals zu meistern und den Schifffahrtsweg für England zu erobern. Große Teile der Passage waren bereits erforscht und durchfahren worden, es fehlte quasi nur das letzte Stück. Entsprechend siegesgewiss gab man sich, Paradeuniformen und andere Sachen wurden eingepackt. Und vielleicht auch etwas lax ging man an die Sache heran.

    Wie wir wissen – die erste erfolgreiche Fahrt durch Amundsen war ja erst in den Jahren 1903-1906 – scheiterte man grandios. Nachdem man in der Nähe von King William Island vom Eis eingeschlossen war, verließ die überlebende Besatzung 1848 die Schiffe. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits einige Besatzungsmitglieder nicht mehr am Leben, u.a. wohl auch Sir John Franklin. Man vermutete, dass sich einige an den Ummantelungen der Dosen, die mitgenommen worden waren, vergiftet hatten.

    Aber auch die bisher Überlebenden hatten kein Glück. Unter der Mannschaft brachen Krankheiten aus, die Menschen hungerten. Es gab wohl Kannibalismus. Keiner der Besatzung kehrte jemals wieder zurück. Alle Teilnehmer der Expedition sowie die Schiffe waren verschollen.

    In der Folgezeit wurden etliche Suchexpeditionen (u.a. die am Morgen angesprochene Schlittenhund-Expedition von McClintock) ausgesandt, um mehr über das Schicksal der verschollenen Franklin-Expedition oder gar Überlebende zu finden. Diese Suchexpeditionen führten insgesamt zu noch mehr Todesopfern als die Franklin-Expedition selbst. Aber immerhin wurden durch sie weitere Teile der kanadischen Arktis erforscht und kartiert. Die Schiffe der Franklin-Expedition blieben bis 2016 verschollen …

    Neben dem geschichtlichen Aspekt war der Vortrag auch für uns dahingehend interessant, da wir uns in den letzten Tagen ja auch in den Fahrgebieten der damaligen Franklin-Expedition bewegt hatten.

    Im Anschluss an den Vortrag stand ein weiteres Recap/Precap auf dem Programm. Dieses Mal mit der Nachbesprechung der vielen Tiersichtungen des heutigen Tages sowie der Vorschau auf den kommenden Tag.

    Während des Precaps wurden weitere Tiere gesichtet. Am Hammock Point auf Somerset Island wurde eigentlich auf weitere Belugas spekuliert. Dieselbe Idee hatten scheinbar auch ein paar Eisbären. Auch wenn es letztendlich keine Belugas zu sehen gab. Vier weitere Tiere (inkl. Mutter mit kleinem Jungtier) wurden gesehen – aber nicht fotografiert. Es war schon etwas dunkel und auch gerade keine Kamera zur Hand.

    Danach zum Abendessen, heute wieder ins Hamptons, schließlich war Sonntag ;)

    Die Karte hatte gewechselt, so dass es dieses Mal andere Vorspeisen, vorwiegend aus dem Ostküsten-Raum Nordamerikas gab. Als Hauptspeise wieder Steak, dieses Mal eine andere Sorte. Aber wieder perfekt gegart :thumbup:

    Ein kurzer Gang auf das obere Deck, es gab so etwas wie einen Sonnenuntergang zu bestaunen. Nicht ganz so farbenfroh, wie wir es auf der Tour schon hatten.

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    Aber dafür hatten wir heute mehr Tiere als an jedem anderen Tag gesehen. Auch die Experten waren sich einig, dass diese Schwemme von Eisbären, Belugas und Robben nicht gewöhnlich für die Gegend ist und schon was Besonderes!!!

    Abgeschlossen wurde der Tag von einem weiteren Vortrag: „They found us – The hunt for Franklin’s lost ships“. Wie man am Titel erkennen kann, ausnahmsweise ein Vortrag in englischer Sprache. Und thematisch der Anschluss zum Vortrag am späten Nachmittag, wo es um die Franklin Expedition selbst ging. Die Begleitung der Inuit bei uns an Bord erzählte hier aus erster Hand von der Suche nach den beiden Schiffen der Franklin-Expedition, der HMS Terror und der HMS Erebus. Sie war nämlich an der Suche und der Bergung aktiv dabei gewesen. Eines der Schiffe, die an der Suche beteiligt waren, hatten wir in Cambridge Bay gesehen, die Martin Bergmann.

    Alles in allem ein paar Jahre nachdem die Suche startete (1848/49 wurden die ersten Expeditionen losgeschickt), wurden letztendlich die Schiffe gefunden. 2014 fand man die HMS Erebus auf dem Meeresgrund in der Wilmot and Crampton Bay. Das lag ca. 100km südlich der vermutenden Untergangsstelle. Demnach waren also doch nicht alle Matrosen von Bord gegangen, sondern einige hatten das Schiff zu dieser Position entlang King William Island weiterbewegt und dann auf die Kameraden gewartet – die aber nie kamen. Letztendlich gaben sie das Schiff auf und starben ebenfalls. Es gab entsprechende Inuit-Überlieferungen, die vom Schiff an dieser Position berichteten. Die Inuit gingen an Bord, als das Schiff verlassen war, und deckten mit benötigten Gegenständen ein. Das Schiff sank später. Die Inuit hatten für die Bucht auch einen Namen in ihrer Sprache: „Platz, an dem das große Schiff gesunken ist“. Diese Informationen der Inuit standen eigentlich auch den Forschern in der Vergangenheit zur Verfügung – aber man wollte den „primitiven“ Menschen keinen rechten Glauben schenken. Hätte man das mal gemacht …

    2014 jedenfalls sammelte man alle benötigten Informationen von Inuit und Forschern. Außerdem hatte man modernste Technik zur Verfügung. Und so fand man schließlich die HMS Erebus.

    Zwei Jahre später – also 2016 – wurde dann auch das Wrack des zweiten Schiffes gefunden. Passenderweise wurde die HMS Terror in der Terror Bay gefunden. Eine Bucht im Queen Maud Golf vor King William Island, die zu Ehren des Schiffes so benannt wurde. Übrigens bereits kurz nach der Franklin-Expedition und nicht erst nach Auffinden des Wracks. Hätte man mal etwas eher in dieser Bucht danach gesucht!

    Damit ging dieser ereignisreiche Tag zu Ende …


    Tiersichtungen an diesem Tag:

    • Eisbären: 13 Stück!!!
    • Belugas (hunderte!!!)
    • Sattelrobben (hunderte!!!)
    • Narwale

    VG Sven

  • CosmoST wahnsinnig schön. Was für ein beeindruckender Tag, ich bin soooo begeistert!!!

    Liebe Grüße,

    Anette

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    Adriaperlen und Höhepunkte Italiens MS4

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    Kanaren mit Agadir

    Wie schön, dass ich’s erleben durfte :)
    WMM mit Barcelona, Okt. 14, MS1
    N. mit Nordkap, Aug. 16, MS1
    Barbados - Mallorca, April 17, MS5
    Ägäis mit Kreta, Juli 18, MS2
    Adria mit Dubrovnik, Juli 19, MS6 RB
    RB: Nicht perfekt...und irgendwie doch! Safari in Tansania, Okt. 19
    Blaue Reise 4, MS1, Okt. 20
    MM mit Andalusien, MS3, Okt. 21
    N. mit Ålesund, MS1, April 22
    Kurzreise, Kopenhagen mit Göteborg, MS4, Mai 22
    Adria mit Korfu, MS5, Juli 22
    Metropolen, Aidasol, Okt. 22
    Winter in Schwedisch-Lappland, Dez. 23 RB
    Transatlantik, MS1, April 23, Karibik - Gran Canaria
    Metropolen, AidaNova, Dez.23
    ÖMM mit Zypern, MS2, April 24
    Uganda Juli 24, Gorillas im Sonnenschein RB
    N. Kiel - Hamburg, AidaNova, Okt. 24
    Kanaren mit Kapverden, MS5, Feb. 25
    Kanaren mit Madeira, AidaCosma, März 26

  • 05.09.22: Beechey Island – Landgang auf historischem Terrain (Teil 1)

    Die Nacht war mal wieder sehr kurz gewesen. Erstens wurde die Uhr um eine Stunde vorgestellt – das, was wir auf dem Hinweg gewonnen hatten, verloren wir jetzt wieder. Und zweitens war der Landgang auf Beechey Island für den Vormittag angesetzt – immerhin waren wir heute in der zweiten Hauptgruppe, es ging also nicht ganz so früh hinaus.

    Am frühen Morgen hatte die HANSEATIC nature bereits Beechey Island erreicht.

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    Geankert wurde in der Bucht, in der auch die HMS Terror und die HMS Erebus während der Franklin Expedition 1845/46 den Winter verbracht hatten. Beechey Island, an der Südwest-Spitze von Devon Island gelegen, ist eigentlich nur bei Hochwasser eine richtige Insel – bei Niedrigwasser bildet eine Sandbank eine natürliche Verbindung mit Devon Island. Die Bucht trägt den passenden Namen „Terror & Erebus Bay“.

    Beechey Island steht komplett unter Natur- und Denkmalschutz und weist einige historische Stätten auf. Zum einen befinden sich hier die Gräber von drei Seeleuten der Franklin Expedition. Diese waren während der Überwinterung 1845/46 gestorben. Spätere Untersuchungen ergaben, dass die Todesursache wohl eine Bleivergiftung gewesen sei. Diese ist wohl auf die Konservendosen zurückzuführen, die in der damaligen Zeit einen Bleiverschluss aufwiesen. Einer der möglichen Gründe für das Scheitern der Expedition, aber sicher nicht der einzige. Ich hatte im Bericht zum gestrigen Tag bereits ausführlich darüber erzählt.

    Weiterhin befindet sich auf der Insel das „Northumberland House“ bzw. die Ruine davon. Diese Holzhütte wurde im Rahmen der großen Suchexpedition von 1852-54 unter Sir Edward Belcher aus Teilen von Schiffswracks errichtet. Sie diente als Basis und war später als Vorratsdepot gedacht, falls es die Mitglieder der Franklin Expedition bis hierhin zurückschaffen würden. Wie wir wissen, blieb das reines Wunschdenken …

    Unweit von dieser Ruine befindet sich der Mast des Schiffes „Mary“, welches im Rahmen einer weiteren Suchexpedition zurückgelassen wurde. Neben den teilweise verfallenen Relikten aus der Vergangenheit stehen verschiedene Gedenksäulen oder -Steine herum, die an verschiedene Expeditionen in dieser Gegend erinnern.

    Der Landgang auf Beechey Island sah vor, dass man beim „Northumberland House“ per Zodiac an Land gehen würde. Nach Besichtigung der Ruine und der Denkmäler dort schloss sich eine Wanderung an, die zu den Gräbern führt (Länge ca. 1,8km). Von dort würden wir per Zodiac dann wieder abgeholt und zum Schiff gebracht werden. Wer mangels Mobilität sich die Wanderung nicht zutraute, konnte auch direkt von der Ruine zu den Gräbern per Zodiac-Taxi fahren.

    Nach dem Frühstück hatten wir noch etwas Zeit, der ersten Gruppe bei ihrem Landgang zuzuschauen. Hier sieht man mal wieder die Weite der Landschaft, wie klein die Menschen doch wirken. Fast wie Ameisen, die in der Landschaft umher wuseln. Man muss auf dem zweiten Foto schon sehr genau schauen, um die Menschen zu erkennen.

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    Dann war es auch für uns so weit. Per Zodiac ging es an Land. Wir betraten historischen Boden …

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    Gleich am Strand befindet sich das „Northumberland House“. Heute wie gesagt nur noch eine Ruine. Das Holz ist größtenteils verrottet. Von den vielen Vorratsfässern sind nur noch die Metallringe vorhanden. Aufgrund dessen, dass die Insel unter Denkmalschutz steht, darf hier auch nicht aufgeräumt werden.

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    Aus Dosen und anderen metallenen Vorratsbehältern wurde hinter dem Haus ein Kreuz errichtet.

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    Neben der Ruine des Hauses ist der Mast der „Mary“ zu sehen.

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    Einige Gedenksteine und Denkmäler befinden sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe.

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    Die Logbücher der Franklin Expedition – soweit bereits geschrieben – wurden ebenfalls auf Beechey Island hinterlegt. Das war dann mehr oder weniger auch das letzte gesicherte Dokument dieser Reise. Später verschwanden die Schiffe und die Seeleute auf mysteriöse Art und Weise – und somit auch das Wissen über die Umstände des Scheiterns der Expedition.

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    Außerdem befindet sich das folgende, an eine Pyramide erinnernde, Objekt hier am Strand von Beechey Island.

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    Ursprünglich als Gedenken an die Franklin Expedition errichtet, werden hier alle Schiffe nebst vollständiger Besatzungsliste, die die Nordwestpassage meistern, in den Zylindern verewigt. U.a. gab es auch einen Zylinder der MS Bremen, die vor einigen Jahren die komplette Passage gefahren hat. Für uns wurde kein Zylinder hinterlegt. Wir kamen zwar an Beechey Island vorbei, aber haben die Nordwestpassage ja nicht vollständig durchfahren. Die Reise heißt ja nur „Im Herzen der Nordwestpassage“.

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    Unser Kapitän ließ es sich nicht nehmen und erklärte an dieser Station ausführlich, was für eine Bewandtnis hinter diesem Denkmal steckt. Übrigens: Im nächsten Jahr fährt die HANSEATIC nature die komplette Nordwestpassage von Alaska nach Grönland, dann kommt wohl auch ein weiterer Zylinder hinzu …

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    VG Sven

  • 05.09.22: Beechey Island – Landgang auf historischem Terrain (Teil 2)

    Unweit des „Northumberland Houses“ startete unsere Wanderung. In Gruppen mit jeweils einem Experten als Führung begaben wir uns zu den Gräbern. Die begehbaren Wege wurden mittels Fähnchen vorher abgesteckt. Das diente neben der Sicherheit der Gäste auch dem Naturschutz. Somit wurden keine unnötigen Zerstörungen an der Natur vorgenommen, man blieb auf den markierten Wegen.

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    Die Wege führten v.a. über Kalkschotter. Ab und an waren Versteinerungen sichtbar, die sich im Schotter befinden. Im Gegensatz zu den bisherigen Tundra-Landschaften gibt es hier auf Beechey Island kaum Vegetation. Auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht befindet sich Devon Island.

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    Auf den Berggipfeln lagen Wolken.

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    Nach unserer kleinen Wanderung über den Schotter, mit ständigen auf und ab, erreichten wir die Stelle mit den Gräbern. Rechts im Bild ist übrigens die Verbindung zu Devon Island zu sehen.

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    Daneben gibt es noch einen Gedenkstein für den Forscher Bellot – Namenspate der Bellot-Strait, die wir vor ein paar Tagen durchfahren hatten.

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    Und hier sind die Gräber der drei Seeleute der Franklin Expedition.

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    Und ja, ich kann zählen ^^ , es sind vier und nicht drei Gräber. Das eine Grab kam später hinzu für einen Seemann, der auf einer der folgenden Suchexpeditionen verstarb.

    Per Walking-Sticks hatte das Team die Gräber „abgesperrt“. Keiner sollte hinter die Linie gehen oder gar auf die Idee kommen, am Grab Selfies zu machen. Touristen kommen ja schon mal auf absurde Gedanken. Selfies hat wohl keiner gemacht, aber da ja keiner vor dem Grab steht, kann man dann schon mal auf 10cm an den Grabstein ran gehen und in Ruhe Fotos machen. Und ja der Stick war weiter weg, und ja die Leute wurden zurückgerufen. Und ja, die Leute wurden vorher extra noch instruiert. Manche Menschen haben aber scheinbar ein extrem dickes Fell …

    Neben den Grabsteinen waren zahlreiche versteinerte Fossilien aufgetürmt – irgendjemand muss irgendwann in der Vergangenheit damit angefangen haben. Jährlich kommen weitere hinzu. Teilweise sind diese viele Millionen Jahre alt!

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    Wir liefen noch etwas am Wasser entlang.

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    Und dann ging es per Zodiac zurück zum Schiff. Pünktlich zum Mittagessen …

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    VG Sven

  • 05.09.22: Abfahrt von Beechey Island und Fahrt durch die Radstock Bay

    Kurz darauf verließen wir unseren Ankerplatz und fuhren aus der Bucht vor Beechey Island hinaus. Inzwischen hatte sich es sich merklich aufgeklart. War der Vormittag noch neblig und teilweise mit dichten Wolken, gab es nun plötzlich blauen Himmel und Sonne! Das geht hier in der Arktis ziemlich schnell, wie wir es in den letzten Tagen schon des Öfteren erlebt hatten. Bei solch einem Wetter sieht die Landschaft hier nochmal komplett anders aus!

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    Vorbei am markanten Felsen von Beechey Island. Bei solchem Licht kann man viel besser die Strukturen erkennen. Sieht fast schon wie ein Vogelfelsen aus.

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    Wir verließen die Bucht.

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    Schnell zum Mittagessen ins Lido-Restaurant, bevor dieses schließt. Nicht, dass wir verhungern müssen. Danach wieder aufs Sonnendeck, bei schönstem Sonnenschein genossen wir die Fahrt auf den Sonnenliegen – hinter dem Windschutz ließ es sich sehr gut aushalten.

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    Wir befanden uns hier in der benachbarten Radstock Bay. Bei bestem Wetter können wir die waagerechten Sedimentschichten der Tafelberge begutachten. Diese ruhen hier seit ca. 400 Millionen Jahren fast unverändert.

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    In der Ferne ist bereits ein besonders geformter Felsen sichtbar, der Caswell Tower.

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    Dieser ist das Ziel unserer Fahrt. Auf seinem Gipfel befindet sich eine Hütte. Von dieser aus hatte in den 1970er Jahren der kanadische Zoologe Ian Stirling Verhaltensforschungen an Eisbären vorgenommen.

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    In der Ferne kann man die Nachbarbucht sehen, inklusive Beechey Island, welches sich dort befindet.

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    Auch einige Eissturmvögel und kleinere Gruppen von Sattelrobben wurden in der Bucht gesichtet.

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    So schnell das schöne Wetter gekommen war, so schnell verzog es sich auch wieder. Die Bewölkung nahm zu und es wurde windiger und auch merklich kälter. Aber natürlich immer noch weit weg von schlechtem Wetter! Wir verließen den Caswell Tower und die Radstock Bay.

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    Und setzen unseren Weg entlang der Küste von Devon Island fort …

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    VG Sven

  • 05.09.22: Devon Island – Nachmittags- und Abendprogramm

    Im Anschluss wurde wieder ein Vortrag angeboten, den wir uns im Hanseatrium anschauten. Das Thema war „Permafrost im Klimawandel – die Arktis wird auch unser europäisches Klima verändern“. Es drehte sich um die Permafrostböden, auf denen wir die letzten Tage herumgelaufen sind. Entstanden durch die Kälte in der letzten Eiszeit werden unterschiedliche Formen ausgebildet: Frostmusterböden, Eiskeil-Polygone, Pingos (durch Permafrost entstandene Erdhügel). Beim Auftauen durch die Klimaerwärmung setzen sie weitere Mengen zusätzliches CO2 und Methan frei, der Klimawandel wird weiter befeuert. Die Arktis ist das Gebiet der Erde, was vom Klimawandel am meisten betroffen ist.

    Danach das schon eingespielte Duo von Recap und Precap. Hier wurde nochmal auf die Belugas am gestrigen Tag eingegangen sowie auf Polarlichter. Und die Wahrscheinlichkeit, erneut welche zu sehen. Kleiner Spoiler: Es sollte keine weiteren Polarlichter während unserer Reise geben …

    Zum Abendessen gab es heute im Lido ein besonderes Schmankerl: „Asiatisches Abendbuffet mit Sushi und Sashimi“ 8)

    Der einzige Abend, wo das Essen im Bedienrestaurant und Buffetrestaurant weit auseinander gingen (im Bedienrestaurant gab es kein asiatisches Essen und auch kein Sushi). Für uns ein Traum, wir lieben Sushi und die asiatische Küche. Für andere Gäste scheinbar ein Albtraum. „Ich weiß gar nicht, was ich heute essen soll. Gibt ja nur rohen Fisch! … Und Schweinebauch süß-sauer ist auch nichts für mich! … Skandal! Katastrophe!“.

    An keinem anderen Abend gingen die Meinungen so weit auseinander. Auf der einen Seite, Leute wie wir, die das Essen lieben. Auf der anderen, die Leute die damit überhaupt nichts anfangen können.

    Ich frage mich allerdings, warum die Gäste dann nicht ins Bedienrestaurant gegangen sind. Dort hätte es „normales“ Essen gegeben. Nur, weil man immer im Lido ist, kann man doch das Restaurant wechseln, wenn es überhaupt nichts gibt, was einem zusagt! Man informiert sich doch vorher bzw. sieht das dann vor Ort und kann noch wechseln :rolleyes:

    Es ging sogar so weit, dass Gäste mit Tellern zum Restaurant-Chef bzw. Hotel-Direktor gegangen sind und sich beschwert haben, weil die Nudeln zu doll gegart waren! Meine Güte, dann esse sich das eine Gericht eben nicht, wenn es nicht schmeckt – wir sind schließlich am Buffet. Aber ich beschwere mich doch nicht gleich bei der Chefetage :/

    Uns hat jedenfalls alles geschmeckt, so einen Abend könnte es ruhig öfter geben. Aber dann geht wahrscheinlich ein Großteil der Gäste auf die Barrikaden. Am Ende ging dann der Hotel-Chef nochmal durchs Restaurant and fragte die Leute, wie sie denn den Abend und das Essen fanden! Von uns und anderen gab es dann auch ein großes Lob!!! :) :thumbup:

    Kopfschüttelnd wegen des Erlebten und zufrieden ob des sehr guten Essens verließen wir das Restaurant. Oben an Deck wartete noch eine abendliche Stimmung mit einem kleinen, aber feinen Sonnenuntergang.

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    Somit ging auch dieser Tag zu Ende …


    Tiersichtungen an diesem Tag:

    • Sattelrobben
    • Eissturmvögel und diverse Möwen


    VG Sven

  • keseburg , ich setze noch einen drauf :love:

    MS1 02/12 Kanaren m.Agadir
    MS1 11/12 Transatlantik West + südl. Karibik "Deck 12er-Tour" :thumbsup:
    MS1 04/13 Rund um Westeuropa
    MS1 11/13 Kanaren m.Agadir
    MS3 06/14 JFF
    MS3 06/15 östl. Mittelmeer mit Bodrum
    MS <3 04/16 Mittelmeer mit Türkei Kreta
    MS3 08/16 Mittelmeer mit Ibiza
    MS3 01/17 Dubai mit Bahrain
    MS6 09/17 NY mit Kanada
    MS6 10/17 NY mit Bahamas

    MS3 08/18 Großbritanien + Irland
    MS6 05/19 Mallorca bis Malta

    MS1 09/19 Neuengland mit Kanada I

    MS4 01/20 Mittelmeer mit Kanaren

    MS3 02/22 Kanaren mit Azoren + Madeira
    MS4 11/22 Kanaren mit Lanzarote + Madeira

    MS2 04/23 Dom Rep. - Gran Canaria
    MS6 10/23 NY - Dom. Rep.

    MS3 12/24 Festtage auf den Kanaren ab Bremerhaven

    MS Relax 03/25

    ----------------------------------------------------------------



    Reiseberichte:
    Mittelmeer mit Kreta
    Nordamerika NY-Kanada + NY-Bahamas

    Wegbeschreibung von Bayonne nach Manhattan per Path + Fähre

  • Einfach unbeschreiblich!!!!

    Ürigens - ich suche einen Sponsor für die Durchquerung Nordwest Passage nächstes Jahr! ;)

    Liebe Grüße
    Tanja


    Kommt noch: ^^

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    Islands Naturwunder


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    Mit der Amina auf der Donau


    Leider vorbei: :(

    2014 Kanaren – MS1
    2016 Großbritannien / Irland – MS1
    2017 Karibik / Mittelamerika – NCL Pearl
    Forenausflug nach Papenburg
    Schallwellen - Festival auf See - MS3

    Hurtigruten - die schönste Seereise der Welt! - MS Kong Harald

    2018 Kanaren mit Madeira - AIDA Sol

    2019 Queen Mary - Hamburg - Southampton

    2020 AIDAmar - von Mallorca nach Hamburg

    2021 Artania - Durch die Fjörde Norwegens

    Weihnachtsmärkte am Rhein mit MS Alena

    2022 Amera - Fjördnorwegens feinste Adressen

    Von Hamburg nach Mallorca mit der MS3

    Christmas Shopping in den Niederlande mit MS Asara

    2023 Rund um Irland mit der Norwegian Star

    Norwegen mit Schottland mit der MS3

    2024 Grönland extrem - MS Hamburg

    Kleine Auszeit im Advent mit der MS Artania

    2025 Alaska mit der Queen Elisabeth von Cunard

    2026 Großbritannien und Norwegen mit AIDA Sol