Reisebericht MS Albatros: Mal das Unvergleichliche vergleichen?

  • Der Titel meines Threads war unglücklich gewählt

    liebe @Emmalotta
    du könntest ja, wenn du willst, den Titel auch noch anpassen. Toller Bericht und schöne Fotos. Schade mit dem Wetter, aber dafür gibt es halt keine "Buchungsgarantie"
    LG
    Bina

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • @Emmalotta,
    ein schöner Bericht, gespickt mit Deinem feinem Humor, mit dem Du Erlebtes und Beobachtet wiedergibst.

    Nur eins ist unklar! Seid wann liegen die norwegischen Fjorde an der Adria??? ;)

    Die Ausfahrt aus Montenegro erinnert mich sehr an den Nordfjord, das Licht, die Berge und sogar ein Regenbogen. So als hättest Du nach Deiner leider etwas sehr feuchten Norwegentour Dir die Fjorde in den Süden geholt. :) Klasse!

    Diese Tour, außerhalb der Saison wird für mich ebenfalls immer interessanter!

    Bin gespannt auf Deinen Abschluss.

    Lg ücki

  • Freitag, 4.November:

    Ancona/ItalienAnkunft heute in Ancona erst um 11 Uhr – herrlich, da kann ich endlich einmal ausschlafen auf dieser Reise! Ist auch wichtig, weil ich gestern abend zum ersten und einzigen Mal am Abendprogramm teilgenommen habe. Ein deutsch-schweizerischer Comedien, der richtig gut war, und danach noch in Harry’s Bar auf ein paar Cocktails. Wobei die Livemusik dafür sorgte, dass ich nicht allzu spät ins Bett kam (Duo Romantica mit deutschen Schlagern …)

    Wenn ich also gemütlich bis halb neun in den Kissen liege, dann gemütlich dusche und Haare wasche, schaffe ich es immer noch, bis halb zehn in Ruhe zu frühstücken. Tja, so dachte ich.

    Im Tagesprogramm, das abends auf meinem Bett lag, las ich dann etwas fassungslos: Frühstück von sieben bis neun Uhr. Wieso das denn, wenn wir erst um 11 Uhr in Ancona ankommen und dort bis 20 Uhr liegen ????? Ganz einfach: weil es um zehn bereits am Lido-Buffet wieder eines dieser speziellen Events gab:


    Zitat Tagesprogramm: „Kapitän Morten Hansen und Kreuzfahrtdirektor Thomas Gleiß verabschieden sich von Ihnen. Singen und schunkeln Sie mit! Heiko sorgt für gute Stimmung! Feiern Sie bayrisch im Dirndl oder in Weiß-Blau!“

    Liebe Leute, ich gönne ja jedem Fan bayrischer Volksbräuche alle Oktoberfeste und Stadl-Frühschoppen dieser Welt – aber muss das gefühlt jeden zweiten Tag sein? Braucht es morgens um 10 Uhr schon Freibier? Und ist es nicht etwas peinlich, in einem italienischen Hafen festzumachen und dabei die Pier mit Hofbräuhaus-Musik von Deck 6 zu beschallen?

    Ich verlasse das Schiff fast fluchtartig und würde mir am liebsten ein Schild um den Hals hängen: „Ich gehör nicht dazu!“
    Na gut, dann hab ich eben viiiiel Zeit für Ancona, die Stadt, die ich noch nicht kenne. Sie kommt mir unitalienisch ruhig und gelassen vor und auf den ersten Blick auch nicht wirklich attraktiv. Das ändert sich aber, als ich tiefer eintauche in das Straßenlabyrint. Da der Markt nur bis 12 Uhr stattfindet, ist er als erstes dran:

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    Und dann tun sich alle paar Meter interessante Einblicke auf:

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    Ziemlich fußlahm lasse ich mich irgenwann zu einem Glas Wein auf der Piazza Francesco d‘Assisi nieder und studiere meinen Stadtplan, um die nächste Runde zu planen. Da setzt sich ein Paar an den Nebentisch und spricht mich an „Do you speak English?“ – „Ja, aber auch deutsch“, sag ich, „wir sind doch auf dem selben Schiff, oder?“ War ein Schuss in’s Blaue, der aber treffen musste, denn außer uns war kein anderes Kreuszfahrtschiff im Hafen …Wir haben dann sehr ausführlich und lange unsere Eindrücke auf dieser Reise ausgetauscht, mit Erfahrungen auf anderen Schiffen verglichen und waren uns dabei ziemlich einig. Wodrin, das lest Ihr im Fazit

    Fortsetzung folgt gleich.

  • Fast hätte ich vergessen, zu erwähnen, dass wir allerschönstes Wetter in Ancona hatten – sonnig bei bis zu 20 Grad! Da ließ es sich wunderbar auf der Piazza sitzen und klönen … bei noch einem Glas Wein. Dazu bekam ich übrigens erst ein Schüsselchen mit wunderbaren grünen Oliven und später dann noch einen Crostino mit Anchovis und Olivenpaste, mmmhhh!!

    Leider spüre ich den Wein dann nicht nur im Kopf, sondern auch in den Beinen und entscheide mich, mittlerweile ist es drei Uhr nachmittags, gegen einen weiteren Stadtbummel, schlendere lieber zurück zum Schiff. Am Hafen gibt es dann noch in einer urigen Kneipe - aber draußen - guten italienischen Cafè und ein Baguette mit Tomate und Mozzarella. Ich hätte meinen Hunger auch bei der Kaffeestunde an Bord stillen können – aber das hatte ich gestern schon gemacht, und diese Schlacht am Tortenbuffet will ich mir lieber nicht noch mal antun.

    Zur Feier des letzten Tages an Bord gibt es das „Abendessen der Köche“. Zum ersten Mal finde ich nichts auf der Karte, was mich reizt … Und zum krönenden Abschluss dann die Eisbombe „Baked Alaska“ – ja, genau: mit Wunderkerzen drauf und Einmarsch der Kellner zu den Klängen der „Schönen blauen Donau“. Wie weiland auf dem Traumschiff so um 1960…

    Das elende Kofferpacken spukt in meinem Kopf herum … aber ich beschließe, es auf den späteren Abend zu verlegen, denn die angekündigte Abschiedsparty („Heiko und Ihr Duo Romantica singen die besten Oldies und Schlager für Sie!“) in beiden Bars ist nicht meins. Alternativ gibt es noch eine Abba-Show in der Atlantik Lounge, doch lieber sitze ich noch so lange es geht, draußen an Deck und packe dann endlich meinen Kram zusammen. Bis nachts um 2 Uhr sollen die Koffer vor der Kabine stehen – die arme Crew, jetzt auch noch eine Nachtschicht!

    Morgen dann Einlaufen in Venedig – aber ganz anders, als gedacht!

    Geht gleich weiter …

  • @Emmalotta,
    diesen Frühschoppen, den haben wir auf der AMADEA auf unserer Grönlandreise ja auch gehabt. War auch nicht ganz so mein Fall. Im Gespräch mit dem Kreuzfahrtdirektor, der ja eigentlich immer irgendwo ansprechbar war, erfuhren wir, dass dieses Event immer gerne wieder von den Phönix-Stamm-Gästen (und davon gibt es wirklich ganz ganz viele) gesehen und gewünscht wird.

    Jetzt bin ich natürlich wirklich ganz gespannt auf Dein Fazit.

    LG
    Siegrid

  • @Emmalotta, das mit dem regnerischen Wetter ist schade, aber diese irren mystischen Bilder
    wären bei "nur" Sonnenschein gar nicht zustande gekommen. Ich hab nach Elfen gesucht, aber
    sie sind wohl zu klein, oder haben sich scheu versteckt!

    Der Markt in Ancona macht Lust zum Einkaufen und Kochen! Ich hätt am liebsten den Korb geschnappt
    und wär losgezogen und dann noch ein Espresso mit einem Gläschen Rotwein ... :love:

    Vielen Dank für den tollen Bericht - jetzt bin ich gespannt auf Dein Fazit!

    LG Anke

  • 5. November: Venedig

    In den Reiseunterlagen hieß es: Ankunft Venedig um 10 Uhr. Heißt also für mich, um 7 Uhr aufstehen, Handgepäck deponieren (Kabine muss bis 8:30 geräumt sein) und um acht am Lido-Buffet frühstücken, damit ich in aller Ruhe das Panorama beim Einlaufen in die Lagune genießen kann. Danach dann so bald wie möglich vom Schiff ins Hotel, dort Koffer abstellen und einen wunderbaren Tag in meiner geliebten Lagunenstadt verbringen …

    Tja, wie recht doch Bert Brecht hat mit seiner „Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Planens“:

    Ja, mach nur einen Plan!
    Sei nur ein großes Licht!
    Und mach dann noch ’nen zweiten Plan
    Geh‘n tun sie beide nicht.

    Wir legen schon um 8 Uhr an, also muss ich spätestens um 7 an Deck sein, wenn ich das tolle Panorama sehen will. Also Frühstück spätestens um halb sieben, aufstehen und Reste ins Handgepäck packen um 6 Uhr - puh, was für eine Hetzerei! Es wird auch nix mit dem schönen Anblick der Lagune und dem Frühstück am Lido-Buffet, denn es gießt in Strömen, schüttet wie aus Kannen und alles ist grau in grau, wie man auf den nun folgenden leider Bildern sieht:

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    Geht gleich weiter …

  • Morgen dann Einlaufen in Venedig – aber ganz anders, als gedacht!

    da bin ich aber mal so was von gespannt :) ups da hattest du ja schon geschrieben..... das mit dem Wetter war ja wirklich sooooo schade, gerade in das von dir so geliebte Venedig hätte ich dir von Herzen ein ganz tolles Sonnen-Wolken-Spiel beim Einlaufen gewünscht...

    Bina

  • @Emmalotta,

    ich hätte nie gedacht, dass Ancona so schöne Fleckchen hat.

    Dass du vom Schiff geflüchtet bist, kann ich gut verstehen, da hätte ich mich auch nicht wohl gefühlt. Mir ist es auch ein Rätsel, warum man vor Italien liegt und einen bayrischen Frühschoppen mitmachen muss. :thumbdown: Aber es gibt ja sogar Schiffe, die haben ein Brauhaus, damit man in exotischen Ländern Schweinehaxe und Sauerkraut essen kann. ;) Das Duo Romantica hört sich dann ja auch noch sehr romantisch an. <X
    Gab es denn keine andere Musik in den Bars?

    Die Einfahrt in Venedig hätte ich dir entspannter und bei Sonnenschein gewünscht, aber dann hättest du ja die Müllsäcke umsonst mitgenommen. So hat halt alles 2 Seiten.

    Ich bin sehr auf dein Fazit gespannt.

    LG Andrea

  • Obwohl es hieß, man werde zum Ausschiffen aufgerufen, stehen sofort nach Ankunft schon Menschenmassen auf Deck 5 vor dem Ausgang, mit Bergen von Koffern verstopfen sie alles. Ich verziehe mich auf eine überdachte Bar nach draußen und lese relativ gelassen.

    Schon um 9 Uhr kommt die Durchsage, dass auch das Gepäck der privat Abreisenden im Terminal bereit stehe. Man muss es – auch die Tefra-Koffer – persönlich durch den Zoll bringen. Direkt danach nimmt mir ein freundlicher Phoenix-Mitarbeiter das Trumm ab und ich kann los in die Stadt.

    Es gießt, prasselt, schüttet, und ich habe keinen Schirm. Im gesamten Terminal-Gelände ist nichts überdacht. Zum Glück hat mein Wintermantel eine Kapuze und ist relativ regenfest. Als ich am People Mover ankomme, der mich zur Piazzale Roma bringen soll, sind auf jeden Fall meine Hosenbeine schon mal klitschnass, der Mantel auch, zum Glück nur von außen. Ich muss aussehen, als hätte man mich gerade aus einem Kanal gezogen …

    Zum Glück kenne ich Venedig von vielen Besuchen so gut, dass ich mühelos die richtige Vaporetto-Station und dann auch mein – sehr schönes!! – Hotel finde. Gegen zehn komme ich dort an, mein Zimmer ist erst ab 14 Uhr bezugsfertig. Aber mein Bordcase kann ich deponieren, und so mache ich mich – was bleibt mir auch anderes übrig – auf zum Stadtbummel. Es ist nass in Venedig, seeeehr nass:


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    Während ich noch überlege, ob ich mir auch so hübsche Überzieherchen kaufen soll, sind meine Schuhe schon durchweicht - die Müllsäcke hatte ich nämlich im Vertrauen auf die Wettervorhersage zuhause gelassen <X

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    Ich kaufe bei einem Straßenhändler einen Schirm, wohl wissend, dass es sich dabei um völlig überteuerten Schrott handelt, aber was soll ich machen? Und richtig, er will 15 Euro für die Krücke, aber ich handel ihn sehr bestimmt auf 7 Euro runter. Wenigstens ein Erfolgserlebnis.

    Nun beschirmt mache ich mich auf nach Dorsoduro, zu meiner Lieblingsbar, um dort was zu essen:

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    Ganze 7,50 Euro hat mich dieses köstliche Mahl gekostet – diese Bar hat ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältznis!!

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    Danach gehe ich noch in die Galerie Accademia, wo sie u.a. eine Dokumentation der Restaurierung von Hieronimus-Bosch-Bildern zeigen.

    Tolle Kunstwerke gibt es da zu bestaunen, aber allmählich werde ich müde. Also ins Hotel, Zimmer beziehen, aufwärmen und lesen. Noch eine kleine Runde durchs Viertel, eine Pizza essen und dann ab ins Bett vor die Glotze. Es gibt immerhin einen deutschen öffentlich-rechtlichen Sender, aber ich hab nichts davon, denn um kurz nach acht fallen mir die Augen zu.

    Am nächsten Tag regnet es nur bis gegen Mittag, dann klart es auf und die Sonne scheint. So kann ich, bevor ich um 14 Uhr wieder mit Alilaguna zum Flughafen muss, noch ein paar Eindrücke „meines“ Venedigs auf Zelluloid, äh, den Chip bannen:

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    „Das macht Ihr nur für die“, sagen viele Venezianer, wenn es um das gigantische Sperrwerk MOSE in der Lagune geht. Und mit dem Hai ist die Mafia gemeint.

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    Auch solche Botschaften sind immer wieder zu sehen, und sie betreffen uns: „Keine großen Schiffe!“

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    Sorry, picr will mich ärgern und ich weiß nicht, wie ichs korrigieren kann ...

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    Dann war die Zeit zum Abschiednehmen gekommen. Die Fahrt zum Flughafen ging mit Alilaguna diesmal im Höllentempo vonstatten, der Abflug war superpünktlich, und um halb acht Uhr abends war ich wieder zuhause.

    Und nun folgt endlich das Fazit!

  • Ganze 7,50 Euro hat mich dieses köstliche Mahl gekostet – diese Bar hat ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältznis!!

    @Emmalotta

    :thumbsup: wie Recht Du doch hast. Ich habe eben in Gedanken nochmals ein Häppchen von Deinem Teller geklaut. Sorry. ;) Oh.......bei Dir war ja das Wetter noch schlechter als bei uns damals. :( Aber Du hast das Beste daraus gemacht.
    Nochmals vielen Dank für Deinen schönen Bericht mit den Bildern. Ich bin auch auf Dein Fazit gespannt.

    L.G. Sonnenscheins

    ------Meine schönste Reise führte mich immer wieder nachhause :P -----


  • Hallo @Emmalotta,

    nochmals vielen Dank für die schönen Fotos. Schade, dass es in Venedig
    so geregnet hat. Venedig mit einem Kreuzfahrtschiff steht auch noch ganz oben
    auf meiner Wunschliste, aber wenigstens durfte ich schon einmal mit dir fahren.

    Also Frühschoppen mit bayrischer Musik und das in Italien - das geht für meine
    Verständnisse gar nicht und wäre schon fast ein Argument, doch nicht mit Phönix
    zu reisen, denn dann sind wir definitiv die falsche Zielgruppe.

    Liebe Grüße
    Ute

  • Fazit meiner Reise mit der MS Albatros:

    Ja, es ist ein altes Schiff, aber sehr gepflegt – ständig ist die Crew am Werkeln und sorgt auch dafür, dass keine Ratten an Bord klettern :P :

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    Ja, die Kabine ist klein und hat nur Einzelbetten (bis auf wenige Ausnahmen in den höherpreisigen Kategorien):


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    Aber solche Bullaugen haben ja was, oder? Das Bett war super und einen gefühlten Meter breit, mit kuscheligem Bettzeug. Ich bin allerdings Frischluftfanatikerin und bisher nur in Balkonkabinen gereist, die auch schöne Rückzugsmöglichkeiten bieten. Das hat mir gefehlt.

    Man hört abends im Bett die Maschinen brummen, aber man nimmt es sehr schnell gar nicht mehr wahr (ganz hinten am Heck soll es allerdings deutlich lauter sein als ich es erlebt habe). Bei Seegang oder starkem Wind spürt man das Schaukeln des Schiffs und auch ein Vibrieren, wenn die Motoren sich durch Wellen kämpfen. Ich fand das sehr schön, echtes Schiffsfeeling, das mir auf den großen Pötten eher fehlt.

    Phantastisch ist der viele Raum außen an Deck, auch wenn alle Mann an Bord sind, findet man immer einen Platz – nee, sogar viele Plätze:

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    Toll ist auch, dass man all die Bereiche des Schiffs einsehen kann, die auf den großen Pötten verborgen sind - ich habe in Ancona eine gute Stunde zugeguckt, wie auf dem Mooring Deck das Vertäuen stattfindet, echt faszinierend!


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    Ganz hervorragend ist der Service in den Restaurants! Das Personal ist schnell, aber nicht zu schnell, immer freundlich und zuvorkommend, außerordentlich aufmerksam. Nur ein Beispiel: ich war an einem Abend mal als erste am gemeinsamen Tisch, bekam die Karte, gab die Bestellung auf. Dann stießen nach und nach die anderen dazu – unser Tischkellner sah das und wartete mit dem Servieren meiner Bestellung, bis alle anderen auch so weit waren. Es kamen immer alle Gänge bei allen am Tisch gleichzeitig an. Wenn ich da an meine Erlebnisse im Altantik der TUI-Schiffe denke (um doch mal das Unvergleichliche zu vergleichen) …

    Was mir aber nicht so gut gefallen hat, sind die Tischzeiten und das Essen selbst. Frühstück nur bis halb zehn finde ich stressig, auch mittags hat man nur ein enges Zeitfenster. Das Problem dabei: wenn man zu spät dran ist, gibt es nirgendwo mehr etwas zu essen, auch nicht gegen Bezahlung. Das erinnert mich ein bisschen - sorry – an Altenheim oder Krankenhaus. So ein bisschen wie „betreutes Cruisen“ :whistling:

    Die Qualität der Speisen auf den Phoenix-Schiffen wird ja immer hoch gelobt, aber ich war damit nicht sehr zufrieden. Zum einen stört mich die deutsche Hausmannskost in fernen Häfen – alternativ konnte man zwar Fisch essen, aber jeden Tag mag ich das auch nicht. Zum anderen fand ich die Gerichte relativ schlicht. Was auf den Teller kam, war schmackhaft, aber mehr auch nicht. Wer wie ich Essen im Urlaub so richtig genießen will, kommt hier eher nicht auf seine Kosten.

    Allerdings wurde diese Reise ja zu einem enorm günstigen Preis angeboten. Vielleicht hat man da an der (aus meiner Sicht falschen) Stelle gespart? Es waren ja viele Ersttäter auf dem Schiff, die Phoenix mal testen wollten. Und da ginge ein solcher Schuss dann nach hinten los...

    Das Unterhaltungsprogramm kann ich eigentlich nicht beurteilen, denn ich habe es nur ein einziges Mal wahrgenommen, und da war es gut. Es ist für mich auch nicht wichtig.

    In den Bars und auch an Deck wurde mir zu viel „deutsches Liedgut“ gespielt, aber das ist ja Geschmackssache – ich steh nun mal so gar nicht drauf. Das Gleiche gilt für Frühschoppen, Stadl-Events und Oktoberfeste.

    Wirklich bemerkenswert ist die geradezu familiäre Atmosphäre an Bord: die Crew ist entspannt und gelassen, viele singen gern bei der Arbeit, alle Offiziere sind „zum Anfassen“ (was man aber nicht wörtlich nehmen sollte), die Passagiere werden behandelt, als wären sie Teil des Ganzen und nicht nur vorrübergehende, zahlende Gäste. Das überträgt sich auf alle an Bord: noch nie habe ich es erlebt, dass man so ungezwungen jederzeit ins Gespräch mit anderen kam und schon nach ganz kurzer Zeit das Gefühl hatte, alle schon ewig zu kennen.

    Alle Ausflüge waren – wie ich erlebte und von anderen hörte – perfekt organisiert, die Preise sind deutlich niedriger als auf den großen Schiffen, die Angebote aber nicht weniger attraktiv. Apropos Preise: die Getränke bekommt man an Land nicht zu diesem Tarif!

    So, nun Butter bei die Fische, wie man in Norddeutschland sagt: Würde ich wieder mit der Albatros oder einem anderen Phoenix-Schiff reisen?

    Jein.

    Ja, wenn eine besonders interessante Route angeboten wird, die große Schiffe nicht befahren oder die für mich bei den Großen viel zu teuer wäre. Dafür würde ich mich sogar wieder mit einer Bullaugen-Kabine arrangieren (und mit Verpflegung statt genussvollem Essen).

    Nein, wenn es Routen sind, die auch die Großen zu einem bezahlbaren Preis anbieten. Denn ich habe eine Balkonkabine und die Kulinarik wie auf der MS wirklich vermisst – vor allem aber die Möglichkeit, auch außerhalb der festen Restaurantzeiten etwas zu mir nehmen zu können, einen Döner oder eine Pizza, eine Currywurst oder ein paar Tapas etc.pp. Diese Freiheit, mich nicht nach festgetackerten Essenszeiten richten zu müssen, ist mir im Urlaub viel wert.

    Und zum Schluss noch ein Wort zu unvergleichlichen Vergleichen:

    Wenn ich künftig noch mal auf der Albatros sein sollte, werde ich das schöne Essen und die Balkonkabine der MS vermissen.

    Und wenn ich wieder auf der MS bin, werde ich den vielen, vielen schönen Plätzen auf den Außendecks der Albatros nachtrauern.

    Deshalb sag ich zum Schluss: Tschüß, alte weiße Lady – es war alles in allem doch eine sehr schöne Reise!

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    Danke für Eure Aufmerksamkeit und die vielen netten Kommentare - ich habe nun fertig!

    LG,
    Emma

  • Liebe Jutta,
    ganz *herz* lichen Dank für Deinen wunderbaren Reisebericht, den ich nur allzu gerne verschlungen habe und der mich auch heute immer wieder von notwenigen Arbeiten im Haushalt abgehalten hat. :thumbsup:

    Ich finde, liebe @Emmalotta , da hast Du es genau auf den Punkt gebracht. Ich stimme dem voll zu (aus Sicht der AMADEA-Erfahrung) und kann vielleicht dazu noch ergänzen, dass die von Dir beschriebene Hausmannskost aber vielen Gästen, die nichts mit moderner Küche am Hut haben, auch sehr gut gefällt.
    Dein Wunsch nach Snackmöglichkeiten zwischendurch lässt sich vermutlich auf kleineren Schiffen schlecht oder gar nicht verwirklichen.

    LG
    Siegrid

  • Hallo,
    wir sind ja nun schon beide Schiffe der Phönix-Flotte gefahren, auch Aida und MS2,
    ich kann einiges von @Emmalotta unterstreichen. Die Bufetts sind bei Aida einfach um Längen besser, die Aussendecks und das Weite ohne Enge zu empfinden bei den Phönix-Schiffen, wobei mein perönlicher Favorit die Artania ist. Die Kabinen sind sicherlich auf neuen Schiffen viel besser, liegt aber auch in der Natur der Sache, wir waren mit der Balkonsuite auf der Artania voll zufrieden. Auf der Albatros hatten wir auch so eine ähnliche Bullaugen-Kabine wie Emmalotta. Bei der MS2 haben uns sehr die Restaurants sowie Gosch und Nudel&Co. und Pizza gefallen(ich weiss nicht mehr wie das Restaurant hiess!).
    Es muss die Route passen, dann das Schiff und so gibt man jeder Reederei mal eine Chance.
    Allerdings haben wir auch durch die unterschiedlichen Schiffstypen festgestellt, dass weniger Menschen noch schöner ist.
    Viele Grüße