Hallo,
eventuell sind für einige von Euch die Tips interessant, die ich für Lissabon geben kann, da TUI die Stadt 2017 ja doch häufiger anfährt und auch noch über Nacht.
Fortbewegung:
Ich in immer sehr gut mit dem 24h Metro-Ticket gefahren. Das kann man an jeder Metro-Station kaufen (am Automaten) und es erlaubt einem, nicht nur Metro zu fahren, sondern alle Strassenbahnen, auch die alte 28E, sowie die Elevadores (auch den Santa Justa, dazu später mehr).
Wenn man am am neuen Santa Apolonia Anleger parkt (seit etwas über einen Jahr fast alle Anläufe von TUI), dann ist die nächste Metro-Haltestelle entweder 200m Richtung Zentrum Terreiro do Paco, oder etwa 150m in die andere Richtung Santa Apolonia. Je nachdem, an welchem Terminal man anlegt, ist entweder die eine oder andere Station näher. Ist aber auf jeden Fall fußläufig.
Wenn man allerdings mal am alten Terminal anlegen sollte (Alcantara/Conde De Obidos), sollte man erst mit der Strassenbahn (einfach beim Einsteigen in die Bahn ein Kurzfahrtticket ziehen) Richtung Zentrum fahren, und dann an der nächsten Metro-Station die wiederaufladbare Plastikkarte zu kaufen. Das ist immer noch deutlich günstiger als der Shuttle-Bus.
Belem:
Nach Belem kommt man am besten mit der 15E, die im Wechsel mit alten und neuen Bahnen fährt (aber der Bus bringt einen genauso schnell dahin). Wenn man schlecht zu Fuss ist, und nur den Torre de Belem sehen möchte, dann kann man bis Pedroucos fahren, alle anderen sollten in Jeronimos aussteigen, das Kloster und den Park mitnehmen. Von dort aus kann man wunderbar am Wasser entlang flanieren und das Seefahrer-Denkmal mitnehmen.
Achtung: Viele wissen nicht, dass man auch in das Denkmal rein, bzw. hoch kann. Es gibt einen Aufzug (Kosten sind nicht so hoch, ich meine pP €4 oder €5) und der Blick ist fantastisch! Man sieht dort wunderbar sowohl die Brücke, als auch das Kloster und den Torre und natürlich auch das wunderbare Mosaik auf dem Platz vor dem Denkmal.
Sowohl das Kloster als auch der Torre sind übrigens Montags geschlossen.
Falls man eine Tour mit Overnight hat, empfiehlt es sich, Belem am zweiten Tag zu machen. Es liegt in der entgegengesetzten Richtung zu Lissabons Altstadt und würde am ersten Tag vieles auseinanderreissen. Man sollte schon so 30min pro Fahrt mit der Strassenbahn einkalkulieren. Bei Liegezeit bis 14:00 kommt man bequem nach Belem, ins Kloster, das Denkmal, den Torre, hat noch Zeit, sich bei Pasteis de Belem anzustellen oder bei Nosolo Italia ein handgemachtes Eis am Stiel zu essen, bevor es wieder zurück zum Schiff geht.
Altstadt:
Wenn man am alten Anleger ist, dann kommt man am besten mit der 15E dort hin, und wer gut zu Fuss ist, steigt bereits bei Corpo Santo aus und läuft am Wasser entlang bis zur Praca do Commercio. Vom Neuen Anleger aus läuft man einfach 10min vom Schiff aus und fällt quasi direkt in die Praca do Commercio.
Was auch wieder viele nicht wissen: Man kommt in den Triumphbogen hinein bzw. hoch! Direkt im ersten Gebäude in der Rua Augusta gibt ein ein unscheinbares Schild, welches einen hoch auf das Dach des Triumpfbogens bringt (auch hier wieder nur kleines Geld) und eine sehr lohnenswerte Aussicht über Baixa, Praca do Comercio und Altstadt bringt. Meine persönliche Empfehlung!
Wer in die Bairro Alto möchte, kann natürlich am Elevador de Santa Justa Schlange stehen (vor allem, wenn ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt), oder er nimmt einfach die Rolltreppe der U-Bahnstation Baixa-Chiado (den Ausgang Richtung Chiado nehmen), die ist spektakulär lang und kommt ganz oben raus. Die Rolltreppe kommt an der Praca Luis de Camoes.
Der Elevador Santa Justa ist übrigens auch von oben nach unten befahrbar, das kostet mit dem Metro-Tagesticket keinen Cent und man hat keine Schlange. Vor dem betreten des Aufzugs sollte man aber natürlich die Aussichtsplatform mitnehmen (kostet wieder Geld), das ist wohl einer der top Fotospots in Lissabon. Wenn man allerdings in der Bairro Alto ist, sollte man natürlich die Ruinen des Carmo Kloster mitnehmen.
Spazieren:
Am schönsten gefällt uns persönlich das Lissabon entlang der Avenida Libertade, von der Praca do Restauradores bis zum Park am Marques de Pombal. Man kann natürlich auch die Metro zum Park nehmen und von dort aus zurück in die Stadt. Wenn man schon mal in der Avenida ist, den Ascensor do Lavra nicht verpassen. Auch der kostet mit der Tageskarte nix. Die Champanheria direkt vor der Haltestelle unten kann ich übrigens sehr empfehlen.
Essen:
Entlang der Rua das Portas Santo Antao bildet zusammen mit der Praca do Restauradors und R. do Jardim do Regedor das Touristische "Fress-Dreieck". Auch wenn die Läden sehr touristisch sind, man wird nicht überall abgezockt und kann zu halbwegs vernünftigen Preisen essen. So kann ich zumindest das Sol Dourado und das Destino ohne Vorbehalte für ein Mittagessen empfehlen. Den Absacker nach dem Essen gönnt man sich natürlich in der A Ginjinha am Rossio. Wer den Ginjinha allerdings mit nach Hause nehmen will, sollte zum Ginjinha Sem Rival ein paar Meter weiter in der Portas Santo Antao gehen.
Als Nachtisch gibt es überall die Pasteis de Nata (siehe Belem, das Original), aber ein schönes Pao de Dios sollte man auch einmal probieren.
Gucken:
Das Kastell Sao Jorge ist absolut sehenswert. Man kann bequem hinspazieren, man kann aber auch ab der Praca da Figueira oder dem Platz Martim Moniz (auch eine tolle Sehenswürdigkeit) die Linie 12E bis zur Haltestelle Sao Tome nehmen, dann erspart man sich den tollen, aber nicht für jeden geeigneten Aufstieg zu einem großen Teil. Auch die Buslinie 737 es im 10min Takt an.
Der Platz Martim Moniz ist übrigens auch ideal, um die Fahrt mit der Linie 28E zu beginnen, denn hier ist Endhaltestelle und es steigen bei weitem nicht so viele Kreuzfahrer ein wie an der Praca do Comercio. Bei weitem nicht so viele kann aber immer noch ganz schön viel sein! Antizyklisch ist das Zauberwort, vor allem, wenn mehrere Schiffe im Hafen sind.
Es empfiehlt sich bei dieser Fahrt, in der Alfama zwischendurch auch auszusteigen und die alte Altstadt zu geniessen. Ein guter Punkt zum Einstieg wäre sicherlich Portas do Sol, mit den verschiedenen Aussichtspunkten, Bars, Terassen und der Santa Lucia Kirche.
Alles in allem ist Lissabon eine Fussgängerstadt. Wer gut zu Fuss ist, wird hier absolut glücklich. An jeder Kreuzung kann man in eine Seitenstrasse abbiegen und wird von wunderschönen Fassaden belohnt oder kleinen Bars und Restaurants. In der Nacht ist das Bairro Alto absolutes Muss, ausgehend von der Praca Luis de Camoes (28E) geht es Richtung Norden zwischen den Ruas do Norte und da Rosa und allen Questrsrassen dazwischen absolut ab. Richtung Süden kommt man über die Rua do Alecrim zum Cais do Sodre, das wäre dann der zweite Ausgehschwerpunkt.
Wer Lissabon in 1 1/2 Tagen mit einem guten Überblick erleben möchte, könnte sich also an folgendem Plan orientieren:
1 Tag: Mit der Strassenbahn in die Stadt, Metro-Ticket für 2x24h ziehen (ca. €15) und dann die Praca Comercio mit dem Triumphbogen (also hoch auf die Plattform) als erstem Überblick erleben. Von dort weiter zu Rossio und Praca Figueira, die Baixa erleben und dann weiter hoch zum Kastell. Von dort aus die Alfama erleben und auf dem Rückweg die Metro zu Marques de Pombal. Zu Fuss zurück zum Rossio, Mittagessen, Ginjinha, weiter hoch zur Bairro Alto und von dort aus mit dem Elevador wieder runter in die Baixa. Danach kann man die Fahrt mit der Linie 28E machen und der Tag ist vorbei. Abends noch einmal mit Strassenbahn und Bus hoch in die Bairro Alto und Lissabon bei Nacht erleben. Wer auf das Abendessen im Atlantik verzichten kann (meine Empfehlung), sollte sich ein Abendessen in der Baitto Alto in einem der vielen Lokale mit ein paar Tischen draussen gönnen, und danach noch in einer Bar einen guten Portwein trinken. Ja, das kostet Geld, und man verspasst, was auf dem Schiff all-inclusive wäre, aber es lohnt sich! Oder aber, mann geht in eine Fado-Bar in der Alfama, auch das wird ein unvergessliches Erlebnis.
2 Tag: Mit der 15E nach Belem, Kloster, Denkmal (auch hoch) und Torre erleben. Bei Pasteis de Belem etwas Süsses für die Kabine mitnehmen und auf dem Rückweg je nach Zeit noch einmal bis zum Cais do Sodre weiterfahren, um an der Strandpromenade zu flanieren.
Viel mehr würde ich nicht versuchen zu erreichen. Wenn man Belem machen möchte, dann empfieht es sich, die Tickets vorher online zu bestellen, dann darf man in einer kürzeren Schlange anstehen.
Wer mich nach persönlichen Prioritäten fragen würde, ich würde den Ascensor do Lavra dem Elevador de Santa Justa vorziehen. Santa Justa würde ich immer nur von oben nach unten fahren, zum Schlange stehen wäre mir die Zeit zu schade. Bevor ich die Alfama besuche, würde ich immer erst das Castelo vorziehen. Bevor ich die 28E fahre, würde ich lieber die Avenida Libertade oder die Strandpromenade zu Fuss machen.
Was man in Lissabon auf keinen Fall machen sollte:
- Den Tui Shuttle buchen
- Eine Bustour machen
- Einen Ausflug aus der Stadt raus buchen
Was wir selbst noch nie gemacht haben, aber auf jeden Fall einer Bustour vorzuziehen ist, sind die tollen Tuk Tuks (hier im Thread weiter unten kommt das noch mal zur Sprache). Wer die Alfama nicht zu Fuss erleben kann oder will, ist hier bestens aufgehoben. Die kleinen Dreiräder sind wundervoll geschmückt, kommen im wuseligen Verkehr wunderbar voran und die Fahrer zeigen einem Dinge, die man nicht selbst finden würde. Preise sind Verhandlungssache, also nicht den ersten Fahrer und ersten Preis akzeptieren.
Ich hoffe, dass diese Tips dem einen oder anderen bei der Ausflugsplanung helfen können. Ich bin mir sicher, dass in den Reiseberichten vieles von dem, was ich geschrieben habe, auch vorkommt, aber ich dachte mir, zentral an einem Platz ist es angenehmer, als sich durch 30 Bereichte zu kämpfen bis man ein gutes Bild hat.
Grüßle,
Nick
