[Reisebericht] Wildes Schottland und Island (inkl. Nachprogramm) – 27.05.-10.06.2023 – HANSEATIC spirit

  • 06.06.23: Djupivogur – Strandwanderung (Teil 2)

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    Ein schöner Kontrast: Der schwarze Sand, fast komplett glatt. Dann das Wasser. Und dahinter die Berge. Der schwarze Strand ist natürlich vor einiger Zeit durch Lava entstanden.

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    Durch Wind und Wasser hatten sich im Sand Furchen gebildet. Es sah schon fast aus, wie in der Nordsee bei Ebbe. Nur etwas dunkler, mit größeren Bergen dahinter.

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    Es ist übrigens nicht so, dass der komplette Strand bei Flut verschwindet. Die Tide ist hier nicht so hoch, es ist also immer etwas Strand hier.

    Durch das Wasser und die Berge gab es einige sehr schöne Spiegeleffekte zu bestaunen.

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    Wir setzen unseren Weg auf dem schwarzen Strand fort. Herrlich hier zu laufen. Und dabei die komplette Ruhe zu genießen, fernab von irgendwelchen Orten.

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    Ob man unsere Spuren an den darauffolgenden Tagen noch finden würde?

    Es ging bis zur Küstenlinie. Das Meer und im Hintergrund die Berge. Ein toller Anblick!

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    In der Ferne konnten wir eine Kegelrobbe ausmachen, die uns am Strand beobachtete.

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    Sie kam jedoch nicht näher, vielleicht würde sie ja später zum Strand schwimmen, wenn wir diesen verlassen hatten?

    Wir setzen unseren Weg fort. Am folgenden Abschnitt des Strandes befanden sich größere Steine.

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    Wir begaben uns auf eine Anhöhe. Von hier hatte man einen wunderschönen Ausblick auf das Meer und die Berge dahinter.

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    Hier waren zahlreiche runde Büschel mit kleinen rosa Blüten zu finden, das sogenannte Leimkraut.

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    Von hier aus konnte man die kleine Insel Papey sehen.

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    Auf dieser Insel lebten die ersten Mönche, die vor der Wikingerbesiedlung hier ansässig gewesen sein sollten. Das konnte jedoch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Heute wird die Insel für Vogelbeobachtungen genutzt sowie zur Wetterbeobachtung eingesetzt.


    VG Sven

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • 06.06.23: Djupivogur – Strandwanderung (Teil 3)

    Nach einer kleinen Pause ging es direkt neben dem Wasser am Strand entlang weiter.

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    Obwohl es nicht so heiß war, stieg Dampf vom schwarzen Sand auf.

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    Irgendwie erinnerte der Weg hier an Spaziergänge an der winterlichen/herbstlichen Ostsee oder Nordsee. Schön am Strand langgehen, daneben das Rauschen des Meeres. Und die schöne Meeresluft einatmen. Herrlich!

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    Über das Rollfeld des Flughafens ging es dann wieder zurück. Die Singschwäne sowie die Odinshühnchen waren ebenfalls wieder anzutreffen.

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    In der Nähe des Rollfeldes gab es noch einen Stopp, der nicht in der Ausflugsbeschreibung stand. Mitten in der Wildnis standen Tische und Bänke. Und dort darunter Körbe. Es gab Kaffee und Tee, selbst gemachten Krähenbeerensaft und Rhabarberkuchen. Einige Frauen aus dem Ort hatten gebacken und das Ganze dann zu diesem Picknickplatz gebracht. Sehr lecker und eine schöne Überraschung!!! :thumbup:

    Bei Speis und Trank ließen wir die Blicke über die schöne Landschaft schweifen. Misstrauisch beäugt von den Küstenseeschwalben, die hier brüteten. Diese Tiere sind ja dafür bekannt, ihr Nest aggressiv gegen potentielle Störenfriede zu verteidigen. Wir waren aber wohl weit genug entfernt …

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    Nach dieser Pause ging es weiter in Richtung Djupivogur. Wir erreichten den Ort auf anderen Wegen als auf dem Hinweg.

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    So konnten wir die schön gestalteten Vorgärten der Einwohner betrachten, die sich an der Straße befanden.

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    Außerdem hätte es die Möglichkeit gegeben, hier in einem Laden für Kunsthandwerk vorbeizuschauen. Wir gingen jedoch weiter zum Hafen und damit zum Ende der Tour.

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    In der Nähe des Hafens steht das Denkmal für Hans Jonatan. Dieser war ein geflüchteter Sklave, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts als einer der ersten Farbigen nach Island kam und es zu einem angesehenen Bürger brachte. Die Inschrift im Denkmal bedeutet „Freiheit“.

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    Direkt am Hafen befindet sich noch das Langabud, ein altes Langhaus. Heute befindet sich dort ein Cafe und die Touristeninformation darin.

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    Damit endete die Wanderung und somit der Ausflug. Dieser hat uns sehr gut gefallen, eine schöne Strecke in schöner Natur. :)

    Die Wanderung war ca. 7km lang, leicht und sehr gut zu laufen. Und mit einem schönen Picknick als Überraschung. Für uns ging es mit dem Tender zurück zum Schiff und zum Mittagessen …

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    VG Sven

  • 06.06.23: Djupivogur – Wanderung zum Leuchtturm

    Scheinbar reichte eine Wanderung am Tag noch nicht. Vom Schiff wurde eine weitere kleine Wanderung zum Leuchtturm von Djupivogur angeboten. Diese wurde von einer Expertin, die zeitweise in Island lebt und sich somit sehr gut auskennt, angeboten. Daher fuhren wir noch mal mit dem Tender an Land. Ich wollte die gesamte Wanderung mitmachen, Steffie nur Teile davon und dann wieder umkehren.

    Vom Hafen ging es ein Stückchen durch den Ort, dieses Mal in die andere Richtung als am Vormittag. Immer an der Uferstraße entlang.

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    Auch hier sind einige Kunstwerke in den Gärten zu finden. Der Pyramiden-Berg wurde inzwischen auch wieder von Wolken teilweise verhüllt, später sollten es noch dichtere Wolken werden. Da hatten wir am Vormittag noch Glück gehabt.

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    Wir passierten einen weiteren Laden für Kunsthandwerk, „Freevilli“.

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    Der erste Stopp befand sich an der alten Fischmehlfabrik, die bereits seit einigen Jahren geschlossen ist. Dahinter befinden sich riesige, teils angerostete Tanks. In diesen Tankurrin wurde früher Fischöl oder Tran gelagert.

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    Heute sind diese Tanks begehbar und haben kulturellen Nutzen. Jeden Sommer ist hier eine Kunstausstellung beheimatet. Außerdem finden Konzerte statt, es herrscht im Inneren nämlich eine spezielle Akustik.

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    In der Nähe befindet sich direkt am Ufer noch ein weiteres Kunstwerk, auf das ich aber später (also auf dem Rückweg) eingehen werde. Hier trennten sich unsere Wege. Die Wanderung führte über Felsen und Graslandschaft weiter in die Natur, Steffie begab sich dann langsam wieder auf den Rückweg.

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    Einen richtigen Wanderweg erkennt man hier nicht, es geht vielmehr durch kleine Fähnchen und Stöcke abgesteckt, quer über die Wiesen. Man ist aber trotzdem dazu angehalten, den Weg nicht zu verlassen. Zum einen ist das Gelände doch recht nass und man sackt ein. Zum anderen will man die Tierwelt nicht stören. Denn hier auf der Wiese, geschützt im hohen Gras, brühten die Eiderenten.

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    Einige konnten wir direkt in Nähe des Wanderweges sehen. Vorsichtig daran vorbei, man will die Tiere ja nicht unnötig verängstigen. Im Gegensatz zu den Küstenseeschwalben, die ja schnell zum Angriff übergehen, erstarren die Eiderenten und machen sich klein, in der Hoffnung, dass man sie nicht sieht und die Gefahr schnell vorüberzieht.

    Kurze Zeit später erreichten wir unser Ziel, den kleinen Leuchtturm von Djupivogur.

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    Dieser bildet mit seiner orangenen Farbe einen schönen Kontrast zur umliegenden Landschaft.

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    Man kann auch über eine Leiter auf den kleinen Leuchtturm klettern, viel Platz ist aber nicht vorhanden. Hineingehen kann man allerdings nicht.

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    Hier verbrachten wir einige Zeit, lauschten den Informationen unserer Expertin und erfreuten uns an der wunderschönen Natur.

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    Zurück ging es auf einem anderen Weg, diesmal näher am Ufer. Wir wollten die Eiderenten nicht erneut stören. Aber auch hier mussten wir ab und an alternative Wege beschreiten, weil Küstenseeschwalben und Uferschnepfen auf den ursprünglich vorgesehenen Wegen brüteten. Und das Wohl der Tiere geht nun mal vor. Gut eine Expertin dabei zu haben, die auf so etwas achtet :thumbup:

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    Auch hier befindet sich einen der Steinhaufen aus der Piratenzeit.

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    Von dort ging es dann wieder zurück zu den alten Fischöl-Tanks.

    Und damit zum Kunstwerk „Die Eier von Gledivik“. Dieses Kunstwerk besteht aus 34 Eiern, die aus Stein gehauen waren. Diese repräsentieren jeweils das Ei eines lokalen Vogels. Am Ei steht der isländische Name des jeweiligen Vogels. Natürlich befindet sich hier auch ein Ei unseres Lieblingsvogels, des Puffins. Lundi, wie er hier genannt wird.

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    Die Eier sind alle gleich groß, also nicht maßstabsgerecht. Lediglich ein Ei ist größer als die anderen. Dabei handelt es sich um den Rothalstaucher. Dieser ist hier so etwas wie das Wahrzeichen. Zwischen Rothalstaucher und Puffin befinden sich die anderen 32 Eier.

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    Etwas merkwürdig vielleicht, dass dieses Kunstwerk hier gebaut wurde. Die Umgebung mit den geschlossenen Fabriken wirkt nicht sehr einladend. Aber vielleicht soll das ja gerade den Charme darstellen?

    Von hier ging es an der Uferstraße zum Hafen und dann zurück zum Schiff.

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    Für heute waren wir genug gewandert 8)

    Steffie war bereits mit einem früheren Tenderboot hinübergefahren und hatte es sich auf dem Pooldeck bequem gemacht.


    VG Sven

  • 06.06.23: Djupivogur – Abendprogramm

    Während des Abendessens verließen wir Djupivogur, der Anker wurde gelichtet und wir machten uns auf den Weg zu den Westmänner-Inseln.

    Am Abend gab es das Farewell-Buffet im LIDO bzw. Farewell-Dinner im Hauptrestaurant. Wir entschieden uns wieder für das Buffet-Restaurant. Auch wenn man dadurch keinen Hummer-Gang bekommen konnte. Das wäre jedoch auch im Buffet-Restaurant gegangen, der nette Kellner fragte uns, ob er den Hummer-Gang für uns bestellen sollte. Haben wir aber nicht gemacht, uns reichte das Angebot am Buffet. Da gab es Köstlichkeiten wie Kaviar (stilecht mit einem Gläschen Wodka serviert), Tatar und Beef Wellington als Hauptgang, trotz Buffet in einer Super-Qualität. Da kann man nicht meckern :)

    Kulinarisch gut versorgt gingen wir zur Live-Musik ins Hanseatrium, natürlich bei einem leckeren Cocktail.

    Danach gab es im Hanseatrium den „Kapitäns-Farewell-Cocktail“ – mit weiteren inklusiven Cocktails oder Champagner. Und natürlich der Verlosung der Seekarte.

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    Diese hätten wir gerne mitgenommen, aber leider wurden unsere Losnummern mal wieder nicht gezogen. Schade …

    Die Gewinnerin gab die gewonnene Karte dann auch gleich zur Versteigerung frei. Dort schaukelten sich einige Gäste in immer höhere Sphären. Am Ende ging die Karte - glaube ich - für 2.500,00 EUR über den Tresen. Nicht ganz unsere Preisklasse 8|

    Das Geld (und da gehören neben den gekauften Losen auch die Versteigerung hinzu) kommt zu 70% der Crew zugute, 30% gehen an die Seehundstation Friedrichskoog, wo u.a. die Taufpatin der HANSEATIC spirit ihr Zuhause gefunden hat. Das Schiff wurde ja von der Kegelrobbe Nemi getauft.

    Im Anschluss fand noch der Shanty-Chor statt. Bekannte Seemanns-Lieder wurden von der Crew intoniert, das Publikum sang kräftig mit. Schön, dass es diese Veranstaltung wieder gibt. Im letzten Jahr war ja noch Corona und damit kein Shanty-Chor.

    Wir tranken noch gemütlich aus und gingen dann auf die Kabine. Durch die Wanderungen lag wieder mal ein anstrengender Tag hinter uns …


    Gelaufene/gewanderte Strecke an diesem Tag: ca. 11km


    Tiersichtungen an diesem Tag:

    • Singschwan
    • Rothalstaucher
    • Odinshühnchen
    • Eiderente
    • Kegelrobbe
    • Küstenseeschwalbe
    • Uferschnepfe
    • Eissturmvogel
    • div. Möwen


    VG Sven

  • es ist sooooo leise bei Puffins....Puffins machen fast keine Geräusche.

    Jetzt, wo Du es sagst. Stimmt!

    Wobei die anderen Vögel bei uns dann doch schon wieder laut waren. Aber kein Vergleich zur Akustik bei einem normalen Vogelfelsen (wie z.B. Isle of Noss).

    VG Sven

  • CosmoST Die „leichte“ Wanderung laut komoot in Seydisfjördur haben wir letzte Woche andersrum gemacht…. Alpine Grunderfahrung Voraussetzung! Ich war froh, dass wir die Steinstufen oberhalb von Tvisongür hoch und nicht runter gekraxelt sind. Auch die Bachquerungen fand ich fordernd, obwohl doch noch gut machbar. Landschaftlich aber definitiv eine lohnende Tour.

  • 07.06.23: Anfahrt auf Heimaey

    Nun hatten wir also den letzten richtigen Tag unserer Expeditions-Kreuzfahrt erreicht. Schon, möchte man sagen 8| Waren wir nicht gestern erst losgefahren? Naja, die guten Dinge vergehen leider immer ziemlich schnell …

    Unser Ziel für den heutigen Tag waren die Westmänner-Inseln. Eine Gruppe aus 15 Inseln, die sich ca. 10-15 km südlich der Küste von Islands Hauptinsel befinden. Nur eine der Inseln ist bewohnt, ca. 5000 Einwohner leben auf Heimaey. Ihren Namen bekamen die Westmänner-Inseln von den Kelten, die früher hier gelebt haben sollen. „Männer aus dem Westen“. Haupteinnahmequelle ist der Fischfang und die Fischverarbeitung. Schwierig zu meistern ist übrigens die Hafeneinfahrt von Heimaey, diese ist sehr eng und nur bei guten Bedingungen machbar. Das wurde uns in den vorherigen Precaps bereits mitgeteilt. Bei einigen Fahrten in der Vergangenheit konnte die Einfahrt in den engen Hafen auch schon mal nicht durchgeführt werden. Zumindest wettertechnisch sah es aber zunächst einmal recht gut aus.

    Nach dem Frühstück stand um 10:00 Uhr der Vortrag „Vulkanismus“ auf dem Programm. Es ging um den Vulkanismus im Allgemeinen, die verschiedenen Formen von Vulkanen (Schild-, Tafel-, Strato-, Plateauvulkan, Caldera, Schlacke-/Aschekegel usw.). Und natürlich um Vulkanismus in Island und auf den Westmänner-Inseln im Speziellen. Schließlich ist Island ein sehr aktives Gebiet. Wer erinnert sich nicht an den Ausbruch des Eyjafjallajökull 2010, welcher große Auswirkungen auf den europäischen Luftverkehr hatte? Oder an weitere Ausbrüche von isländischen Vulkanen? Auch die Westmänner-Inseln sind von Vulkanismus betroffen. In den 1960er Jahren entstand z.B. die Insel Surtsey aus einer vulkanischen Aktivität. 1973 gab es auf der Insel Heimaey einen Ausbruch, mit dem keiner gerechnet hatte und der sich auch nicht angekündigt hatte. In der Nacht brach plötzlich die Erde auf, Lavafontänen schossen in den Himmel und bewegten sich auf die Siedlung zu. Die Bevölkerung hatte dabei Glück im Unglück. Da tags zuvor ein Sturm tobte lagen viele Boote im schützenden Hafen, mit denen die Bevölkerung schnell evakuiert werden konnte. Der Ausbruch dauerte insgesamt ca. 5 Monate. Durch Pumpen und Spritzen konnte die Lava abgekühlt und die Hafeneinfahrt freigehalten werden. Trotzdem wurden ca. ein Drittel aller Wohnhäuser zerstört. Inzwischen leben aber genauso viele Menschen auf der Insel wie vor dem Unglück. Gut sichtbar ist der Vulkan Eldfell und das durch seinen Ausbruch geschaffene Lavafeld in der Nähe des Hafens.

    Nach diesem interessanten Vortrag gingen wir auf das obere Deck, um der Anfahrt auf die Insel Heimaey beizuwohnen. Wir fuhren bereits die ganze Zeit entlang der Küste der isländischen Hauptinsel. Bei klarem, sonnigem Wetter hatten wir einen sehr guten Blick auf die Landschaft an der Küste und die hohen Berge im Hintergrund.

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    So kann man z.B. den Katla sehen, einen der aktivsten Vulkane in Island, der sich unter dem Gletscherschild des Myrdalsjökull befindet.

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    Und auch den bekannten Eyjafjallajökull, der sich links vom Katla befindet. Hierbei handelt es sich um einen Stratovulkan (Schichtvulkan).

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    So liegen die Vulkane friedlich vor einem und man ist sich gar nicht so richtig der Gefahr bewusst, die von ihnen ausgehen können.

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    Begleitet wurde unsere Fahrt von zahlreichen Eissturmvögeln und Basstölpeln.

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    Bugseitig waren bereits die Westmänner-Inseln im Hintergrund zu sehen.

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    Wir näherten uns der Hauptinsel Heimaey. In der Ferne konnte man den Vulkan Eldfell und das Lavafeld ausmachen. Vor der Insel lag ein weiteres Kreuzfahrtschiff. Etwas größer als das unsere.

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    Wir passierten die vorgelagerten, kleineren Inseln, allesamt unbewohnt.

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    So langsam näherten wir uns der engen Einfahrt in den Hafen.

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    Wir passierten die Viking Neptune, die vor der Insel ankerte.

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    Im Gegensatz zu uns war diese zu groß für die Hafeneinfahrt und musste von draußen aus tendern. Wir jedoch waren klein genug, um die spektakuläre Einfahrt durchführen zu können …

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    VG Sven

  • 07.06.23: Einfahrt in den schmalen Hafen von Heimaey

    Ganz nah an den Felsen ging es vorbei. Es gab nur eine sehr schmale Fahrrinne.

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    Auf dem Deck wohnten viele Passagiere diesem Spektakel bei.

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    An den Felswänden brüteten zahlreiche Vögel. V.a. Eissturmvögel und Möwen waren hier zu finden.

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    Bei dieser schmalen Einfahrt muss man sein Handwerk als Kapitän oder Steuermann aber auch sehr gut beherrschen, sonst ist schnell Schluss. Wir kamen aber ohne Probleme in den Hafen ;)

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    Neben den Vögeln am Felsen waren am Ufer auch wieder zahlreiche Eiderenten zu finden.

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    Wir erreichten den eigentlichen Hafenbereich. Und waren hier natürlich das größte Schiff.

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    Auf engstem Raum wurde dann hier gedreht, so dass man für die Ausfahrt heute Nachmittag schon gleich richtig herum liegt.

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    Mit dem Anlegen an der Pier wurde dieses beeindruckende Manöver beendet. Wir hatten unser Tagesziel erreicht.

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    Es kann übrigens auch sein, dass das Schiff die komplette Passage rückwärts fährt, dann entfällt das Drehmanöver. Das hatten wir in einem Reisefilm auf dem Bord-TV gesehen.

    Wir beobachteten noch ein wenig das Treiben im Hafen, tranken die uns gereichte Bowle und gingen dann zum Mittagessen. Im Anschluss machten wir uns fertig für einen kleinen Spaziergang durch den Ort und das Lavafeld. Vorher hängten wir noch die Parkas vor der Kabine raus, das sollte bis 17:00 Uhr passieren. Die Parkas müssen schließlich für die folgende Expedition vorher noch gesäubert werden. Da es aber draußen schönes Wetter hatte, brauchten wir die Parkas für die Wanderung eh nicht mehr …


    VG Sven

  • 07.06.23: Heimaey – Eine kleine Wanderung im Lavafeld und im Ort (Teil 1)

    Vom Hafen gingen wir zunächst auf direktem Wege zum Lavafeld, welches man über Treppen von der Straße aus erreichen kann. Auch diese Treppen sind in den Regenbogen-Farben lackiert.

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    Durch das Lavafeld führen verschiedene Wanderwege, an denen sich Informations- und Gedenktafeln befinden. Letztere erinnern an die Gebäude, die 1973 beim Ausbruch des Eldfell der Lava zum Opfer fielen.

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    Man sieht hier größere und kleinere Brocken der erkalteten Lava. Dazwischen Blumen und Pflanzen. Die Natur findet überall ihren Weg zurück. Unter anderem gibt es auch hier wieder die in Island unvermeidlichen Alaska-Lupinen.

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    Außerdem hat man hier den einen oder anderen schönen Ausblick. Sei es in Richtung Hafen, über die Stadt oder hinüber zum Vulkan.

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    Zu letzterem führen die Wege ebenfalls, sie werden allerdings mit der Zeit schmaler und steiniger und man muss schon recht trittsicher sein. Da wir in den letzten Tagen schon genug gewandert sind, nahmen wir nicht an der geführten Wanderung zum Vulkan teil und gingen auch nicht auf eigene Faust dahin. Wir begnügten uns mit einem leichten Spaziergang durch das Lavafeld und später einen kurzen Stadtrundgang.

    In Richtung Hafennähe befindet sich die alte Festungsanlage Skansinn, die man vom Lavafeld aus über Treppen erreicht. Diese Festung wurde im 16. Jahrhundert auf Geheiß des Dänenkönigs erbaut und diente dem Schutz vor den Engländern.

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    Hier befinden sich auch ein Museum sowie die Stabkirche, ein Geschenk Norwegens an Heimaey aus dem Jahre 2000. Die ursprüngliche Kirche wurde niedergebrannt, allerdings nicht durch den Vulkanausbruch 1973, sondern schon viel früher bei einem Überfall der Türken.

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    Von hier aus gingen wir zurück ins Lavafeld und noch ein Stück des Weges hindurch.

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    Schließlich über die Regenbogentreppe wieder in die Stadt, wo wir einen kleinen Rundgang unternahmen.

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    Entlang der Hauptstraße gingen wir bis zur Landakirkja und dem dortigen Friedhof.

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    Und von dort zum Sagnheimar, dem kleinen Museum im Ort. Auf eine Innenbesichtigung verzichteten wir jedoch – aufgrund Zeitmangels.

    Über den angrenzenden kleinen Park ging es dann mehr oder weniger zurück.

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    Durch die Stadt, vorbei an Geschäften und Restaurants, bis zum Hafen.


    VG Sven

  • 07.06.23: Heimaey – Eine kleine Wanderung im Lavafeld und im Ort (Teil 2) und Auslaufen

    Im Hafen sahen wir den dann letzten Puffin dieser Reise.

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    Auch auf den Westmänner-Inseln gibt es diverse Puffin-Kolonien, die man per Boot erreichen kann. Ob man vom Boot das Ganze aber auch so gut sehen kann, wie wir in Hafnarholmi? Wahrscheinlich eher nicht …

    Wir liefen noch ein wenig im Hafen umher und gingen dann zurück zum Schiff.

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    Schnell auf dem Pooldeck frische Waffeln mit Früchten und Eis holen, dazu einen Cappuccino. Und dann nutzten wir die Zeit, um schonmal anzufangen, unsere Koffer zu packen. Da wir noch ein Nachprogramm gebucht hatten, mussten wir noch jeweils eine kleine Tasche für die nächsten 2 Tage packen. Den Koffer würden wir dann am Abend vor die Kabinentür stellen und später im Hotel in Reykjavik wiedersehen. Neben dem Packen der Koffer und Taschen machten wir uns auch noch für den Abend ausgehfertig.

    Für uns ging es im Anschluss auf das oberste Deck, das letzte Auslaufen dieser Reise stand an.

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    Nach der engen Passage aus dem Hafen heraus fuhr die HANSEATIC spirit nicht direkt Richtung Reykjavik, sondern kreuzte noch ein wenig entlang der Westmänner-Inseln.

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    Kurz darauf stand des letzte Recap der Reise an. Gemeinsam mit den Experten blickten wir auf die Highlights, die wir auf der gesamten Tour in Schottland und Island hatten. Das Ganze teilweise als Bilderquiz, wo die Gäste erraten mussten, wo das Bild aufgenommen worden war und was es darstellte. Und ja, es waren einige Höhepunkte dabei. Allerdings konnte auch dieses Recap nicht zu einem Ende geführt werden. D.h. wir konnten nicht alles besprechen und Revue passieren lassen.

    Denn es ertönte wieder das Signal von der Brücke. „Einige Crew-Mitglieder haben Wale gesichtet. Bitte begeben Sie sich auf den Spirit Walk auf Deck 6 oder das obere Deck“. Sehr schnell lehrte sich das Hanseatrium, schnell auf die Kabine (war ja nicht weit), was Warmes anziehen und die Kamera holen. Und dann aufs obere Deck. Ein weiteres Highlight stand an …


    VG Sven

  • 07.06.23: Heimaey – Wale, Wale! Orcas!

    Dieses Mal befand sich eine Gruppe Großer Schwertwale, Orcas genannt, vor und neben dem Schiff.

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    Diese Wale gehören zur Art der Delfine. Gesehen hatte ich diese Tiere schon mal in Seaparks. Aber bisher noch nie in freier Wildbahn! Ein sehr schöner Anblick!!! :) :thumbup:

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    Ähnlich zur Sichtung der Buckelwale vor ein paar Tagen war auch hier eine größere Gruppe unterwegs, die sich in mehrere kleinere Gruppen aufteilte.

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    Eines der Tiere hatte eine abgeknickte Finne, daher konnte man dieses Tier in der Gruppe immer gut ausmachen.

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    Schwertwale werden zwischen 7-10m groß und können etwas über 6t wiegen. Sie sind Jäger und werden deshalb u.a. auch Killerwale genannt. Einen Begriff, den wir nicht so schön finden. Sie töten ja nicht aus Spaß, sondern um sich zu ernähren. Da passt Killerwal nicht so gut …

    Die Orcas hier waren mit jagen beschäftigt. Und zwar der Jagd nach Fischen. Immer wieder wurde mit der Fluke auf das Wasser geschlagen, um die Fischschwärme aufzuscheuchen.

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    In der Nähe der Wale schwammen auch zahlreiche Vögel, v.a. Basstölpel, auf dem Wasser. Wahrscheinlich wollten diese an der Jagd der Orcas partizipieren, vielleicht fällt ja der eine oder andere Fisch mit ab? Scheinbar sind die Orcas für die Vögel aber nicht gefährlich. Ein Basstölpel braucht ja so seine Zeit, um vom Wasser aus zu starten. Und ein schnelles Zuschnappen eines Orcas? Weg wäre der Vogel … Aber diese Gefahr bestand scheinbar nicht.

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    Ab und an schwamm einer der Orcas auch mal auf dem Rücken.

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    Oder drehte mit dem Körper das Wasser ein, um die Fische aufzuscheuchen.

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    Die Schwertwale ließen sich durch uns nicht stören, sondern gingen weiterhin ihrer Jagd nach.

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    Trotzdem verließen wir auch hier nach ein paar Minuten die Gegend und ließen die Tiere komplett in Ruhe. Und nahmen wieder Fahrt auf …

    Ein sehr schönes Erlebnis: Erst Buckelwale, jetzt Schwertwale :) Ein toller Abschluss!!! :thumbup:

    Wir gingen dann zurück auf die Kabine und wollten zum Abendessen. Leider hatten wir ein Problem mit unserer Kabinentür. Diese ging nämlich nicht mehr zu! Das war jetzt natürlich suboptimal. Also zur Rezeption gegangen und das Malheur geschildert. Es kam auch sofort ein Handwerker. Leider war das Problem langwieriger als gedacht zu reparieren. Daher mussten wir noch ein wenig warten. Es gab wieder eine Durchsage von der Brücke. Wieder Wale? Nein, wir passierten gerade die jüngste der Westmänner-Inseln. Die Vulkaninsel Surtsey ist erst 1963 nach vulkanischer Aktivität entstanden.

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    Da der Handwerker jetzt alles beisammen hatte und nicht mehr Werkzeug oder Materialien holen musste, konnten wir auch zum Essen gehen. Die Kabine wäre jetzt nicht mehr unbeaufsichtigt.

    Ein letztes Abendessen im Lido. Wir verabschiedeten uns von unseren Stamm-Kellnern. Danach gingen wir zurück auf die Kabine. Die Tür schloss jetzt wieder, wie es sein sollte. Wir mussten noch die Koffer zu Ende packen. Außerdem hatten wir – wie im letzten Jahr auch – den Begrüßungs-Champagner noch nicht angerührt. Das holten wir jetzt nach!

    Die Koffer wurden vor die Kabine gestellt. Die Taschen für das Nachprogramm waren auch so weit fertig. Wir schauten uns noch im TV Reisefilme an. Um Unterschied zur Arktis-Fahrt wurden dieses Mal keine Natur-Dokumentationen des Fahrgebietes angeboten, sondern es gab Reisefilme von jüngst vergangenen Reisen der HANSEATIC spirit. Neben dem Antarktis-Film, den wir vorher schon als Inspiration für unsern Urlaub 2025 gesehen hatten und der Polarlichter-Tour in Norwegen gab es noch die Amazonas-Fahrt, die wir uns ansahen. Dazu ein Gläschen Champagner. So kann man den Tag und die Kreuzfahrt auch ausklingen lassen …


    Gelaufene/gewanderte Strecke an diesem Tag: ca. 5km


    Tiersichtungen an diesem Tag:

    • Orca (Großer Schwertwal)
    • Eissturmvogel
    • Basstölpel
    • Eiderente
    • Div. Möwen


    VG Sven

  • 08.06.23: Reykjavik – Ausschiffung

    Am frühen Morgen hatten wir bereits Reykjavik erreicht und an der Pier in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums fest gemacht.

    Auch an diesem letzten Tag hieß es früh aufstehen, fertig machen und dann zum Frühstück gehen. Theoretisch hätten wir die Kabine bis 09:00 Uhr nutzen können, unser Nachprogramm startete jedoch bereits gegen 08:30 Uhr. Daher sollte man nicht trödeln.

    Für ein paar schnelle Fotos reichte es trotzdem noch. Leider war das Wetter alles andere als gut. Es regnete sprichwörtlich Bindfäden.

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    Pünktlich wurden wir aufgerufen und gingen von Bord. Eine sehr schöne Kreuzfahrt in schönen Gegenden und mit vielen Tiersichtungen lag hinter uns. Aber wir würden ja wiederkommen – wenn es 2025 in die Antarktis geht. 2011 Seemeilen betrug die Gesamtstrecke. Laut Aussagen der Crew eine kurze Reise – bezogen auf die Strecke, nicht auf die Tage. Denn 12 Tage sind ja auch ordentlich.

    Herunter vom Schiff mussten wir zur Passkontrolle und danach unsere Koffer identifizieren. Diese wurden dann für den Transport zum Hotel verladen. Dann Handgepäck an unserem Bus abgegeben und in den Bus hinein. Unser Nachprogramm konnte starten. Hoffentlich würde das Wetter noch etwas besser werden …


    VG Sven

  • Vielen, vielen Dank für den wundervollen Bericht!

    Ich habe euch gerne auf eurer tollen Reise begleitet.

    Wir liebäugeln auch für 2025, allerdings mit der Arktis..hey, wir wollen die Eisbären sehen!

    Bis dahin schaue ich mir noch einfach die tollen Reisebilder an!

    Danke für deine Mühe!

    Super Reisebericht!

    :love:

  • Ferkelbraut

    Vielen Dank!

    Ganz fertig bin ich mit dem Bericht noch nicht, da kommt die Tage noch das Nachprogramm.

    Die Arktis war auf jeden Fall sehr schön, und wenn man dann Eisbären sieht, ist das sehr beeindruckend. Wir hatten ja im letzten Jahr das Glück (siehe mein "alter" Reisebericht). Es lohnt sich auf jeden Fall, auch dort hinzufahren. Also plant mal schön ;)

    VG Sven

  • 08.06.23: Nachprogramm – Fahrt aus Reykjavik, Besuch von Hraunfossar und Barnafoss

    Im Bus stellten sich unsere Reiseleiter vor, die uns die nächsten Tage begleiten sollten. Unser Guide war eine Einheimische, die sehr gut Deutsch sprach. Und zusätzlich hatten wir noch Verstärkung durch eine Mitarbeiterin von HL, die für dieses Nachprogramm aus Deutschland zusätzlich als Betreuung angereist war. Insgesamt waren wir etwas mehr als 20 Gäste, die dieses Nachprogramm gebucht hatten. Wir machten es uns auf der hinteren Sitzbank bequem, viel Platz für uns und auch die Technik ;)

    Zunächst fuhren wir durch Reykjavik und bekamen einen ersten Überblick über die nördlichste Hauptstadt Europas. Circa 140.000 Menschen leben in der Stadt Reykjavik, in der Metropolregion etwas mehr als 200.000 Menschen. Damit wohnt in der Stadt Reykjavik mehr als ein Drittel der gesamten Bevölkerung Islands! Erstaunlicherweise hat unsere Heimatstadt, Braunschweig, aber trotzdem mehr Einwohner als die gesamte Region! Bei der Rundfahrt kam einem Reykjavik aber größer vor. Und man muss auch sagen, die Stadt macht einen modernen Eindruck. Viele Gebäude sind in letzter Zeit entstanden, man kann fast sagen, eine junge Stadt. Leider vermieste das Wetter etwas den Ausblick. Ein Halt in Reykjavik war heute auf dem Ausflug nicht vorgesehen, morgen würden wir ja wieder hierhin zurückkehren …

    Wir verließen die Stadt über die Schnellstraße in nördlicher Richtung. Passierten zahlreiche Vororte von Reykjavik. Dann wurde es etwas ländlicher, zunächst am Meer entlang. Durch das regnerische und diesige Wetter konnte man von der Landschaft leider nicht allzu viel visuell aufnehmen. Unterwegs konnten wir immer wieder einzelne Thermalquellen ausmachen, diese dienen hier zur Versorgung mit warmen Wassre und zur Energiegewinnung. Kurz vor dem Ort Borganes verließen wir die Küste. Hier befindet sich ein Verkehrsknotenpunkt. Nach Süden (wo wir herkamen) geht es nach Reykjavik, nach Norden geht es nach Akureyri, nach Westen gelangt man in die Westfjorde. Wir bogen nach Osten ab, ins Landesinnere. Unser Ziel war Husafell und der Gletscher Langjökull.

    Über von nun an kleinere Straßen ging es weiter ostwärts. Ein wenig später erreichten wir den Hraunfossar Wasserfall mit dem daneben liegenden Barnafoss. Leider kam das Wasser weiterhin auch von oben aus den Wolken und nicht nur vom Wasserfall. Aber wir stiegen natürlich trotzdem aus, um die Wasserfälle zu besichtigen.

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    Die gesamte Gegend hier besteht aus Vulkangestein. Durch dieses Gestein fließt ein Fluss, Hvita genannt. Dieser Fluss ist ca. 117km lang. Und mündet in der Nähe von Borganes in den Fjord. Im Osten befindet sich an diesem Fluss auch Husafell, unser Ziel am Abend. Die Quelle befindet sich in der Nähe des Langjökull-Gletschers, wo er mit Nebenflüssen zum Sammelfluss wird. Und hier an dieser Stelle wird der Fluss Hvita zusätzlich über die Wasserfälle gespeist.

    Der Hraunfossar-Wasserfall besteht eigentlich aus vielen kleinen Wasserfällen, die auf einer Breite von insgesamt ca. 700m den Fluss Hvita speisen. Das Wasser kommt aus dem schwarzen Gestein des Lavafeldes Hallmundarhraun. Durch dieses poröse Lavagestein fließt das Wasser zunächst unterirdisch und kommt hier an den Wasserfällen ans Tageslicht.

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    Dagegen ist der benachbarte Barnafoss eher schmal. Durch eine schmale Passage im Gestein ergießt sich das Wasser in den Fluss. Durch die hohe Geschwindigkeit des Wassers und die Enge bilden sich zahlreiche Stromschnellen.

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    Um den Barnafoss rankt sich eine Saga. Die Eltern eines naheliegenden Hofes begaben sich zu einer Messe und ließen die beiden Kinder zurück. Diese hatten nichts Besseres zu tun, als zum Wasserfall zu gehen, wo es einen natürlichen Steinbogen gab. Von diesem Steinbogen sollen sie dann abgestürzt und im Fluss Hvita ertrunken sein. Daraufhin ließ die Familie den Steinbogen zerstören, damit sich eine solche Tragödie nicht noch einmal ereignen kann. Heute befindet sich eine abgesicherte Brücke an Stelle des natürlichen Steinbogens.

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    Von hier kann man sowohl den Barnafoss als auch den Hraunfossar überblicken. Sicherlich bei schönem Wetter ein wunderschönes Panorama.

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    Die Wasserfälle sind ein bisschen anders als die Touristenmagneten. Und es sind auch nicht so viele Besucher vor Ort – vielleicht hat es aber auch am Wetter gelegen?

    Wir fuhren ein kleines Stückchen weiter bis zum Hotel Husafell, mitten in schöner Landschaft. Hier würden wir am Abend einchecken und die Nacht verbringen. Jetzt waren wir aber hier, um ein inkludiertes Mittagessen zu uns zu nehmen. Dieses war auch nicht schlecht, es gab Fisch als Hauptgang. Und wir reservierten gleich mal für heute Abend einen Tisch – schließlich waren wir ja im Hotel und wollten auch etwas zu Abend essen.


    VG Sven

  • 08.06.23: Nachprogramm – Gletscherabenteuer am und im Langjökull

    Nach der Mittagspause ging es mit dem Bus weiter. Über kleine Pass-Straßen fuhren wir zum Langjökull-Gletscher. Diese Pass-Straßen sind schon sehr abenteuerlich. Bei Schnee im Winter teilweise unpassierbar, sehr schmal und mehr oder weniger Schotter-Pisten, die durch eine Art von Mondlandschaft führen. Da wird man im Bus ordentlich durchgeschüttelt, insbesondere auf den hinteren Bänken X(

    Der Langjökull ist der zweitgrößte Gletscher Islands – nach dem Vatnajökull. Die Eisdecke misst ungefähr 950km2, die Eisschicht ist bis zu 580m dick. Die max. Höhe des Berges beträgt 1450m. Unter seiner Kappe befinden sich zwei aktive Vulkansysteme, deren Calderen man auf Luftaufnahmen erkennen kann.

    Unser Ziel war das Langjökull Glacier Klaki Basecamp. Hier sollte unser eigentliches Gletscherabenteuer starten. Es ging auf den Gletscher und in den Gletscher hinein. Es stehen 4-achsige Geländetrucks bereit, die einen über den Gletscher zum Eingang der Eishöhle in den Gletscher bringen. Vorab kann man hier noch Extra-Kleidung (spezielle Stiefel und Umhänge) bekommen, laut den Ausrichtern des Abenteuers waren wir aber meist schon passend eingekleidet.

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    Also ging es in den Truck hinein und mit diesen auf den Gletscher. Unterwegs sieht man nicht viel, die Landschaft ist mehr oder weniger komplett in Weiß gehalten, zusätzlich kam bei uns das immer noch regnerische und diesige Wetter hinzu. Viel mehr sieht der Fahrer auch nicht, daher erfolgt die ganze Navigation hier mehr oder weniger per GPS. Bergauf bewegen sich die Trucks recht langsam, ab und an, wenn es zu rutschig ist, muss auch mal neu angesetzt werden.

    Nach ca. 30 Minuten erreichten wir den Eingang der Eishöhle, da hat die Navigation also gut funktioniert. Ehrlich gesagt hätte ich mir den Eingang zur Höhle aber anders vorgestellt =O

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    Das war mehr oder weniger ein kleines Loch im Eis, was sich im Nirgendwo befindet. Das muss man auch erstmal finden! Drinnen war es aber geräumiger, man musste nicht auf allen Vieren durch die Höhle kriechen …

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    Zunächst bekam jeder einen Spike-Untersatz, den man sich unter die Schuhe schnallen sollte. Denn abgesehen vom Eingangsbereich, wo Teppiche liegen, läuft man später über pures Eis.

    Die Führung im Eistunnel dauerte ca. 1 Stunde.

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    Der Weg führte durch von Menschenhand geschaffene Tunnel.

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    Man sieht überall, dass das Eis arbeitet bzw. schmilzt. D.h. das Wasser, was sich bildet, muss permanent nach draußen gepumpt werden. Und die Tunnel müssen auch hin und wieder nachgefräst werden.

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    Natürlich sind diese Eistunnel nicht nur für Touristen gedacht, es gibt hier durchaus auch wissenschaftliche Arbeiten.

    Unterwegs stößt man auf verschiedene größere Bereiche, u.a. natürliche Gletscherspalten.

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    Sogar eine kleine Eiskapelle gibt es hier, in der auch schon geheiratet wurde. Ist natürlich mit entsprechender, festlicher Kleidung nicht so einfach, bis hierhin zu gelangen.

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    Auf den Wegen in den Tunneln muss man immer vorsichtig sein, zum einen natürlich wegen dem glatten Boden, zum anderen bei großen Wasserpfützen oder größeren Rinnsalen, die von der Decke kommen.

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    Natürlich wird auch im Gletscher auf die Problematik der Erderwärmung eingegangen. Dass das Eis schmilzt, ist ja durchaus noch normal. Aber die Eisdecke auf dem Gletscher ist über die Jahre schon merklich zurückgegangen. Ein Problem, was es in Island und auf der ganzen Welt leider gibt.

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    Am Ende des Rundganges gaben wir die Spikes wieder ab und gingen uns aus der Höhle. Draußen sah man jetzt noch weniger, es gab dichtes Schneetreiben oben auf dem Berg. Also schnell in den Truck. Die Rückfahrt nach unten ging naturgemäß schneller als die Fahrt hinauf. Im Basecamp stiegen wir in unseren Bus um und fuhren über die Schotterpisten zurück zu unserem Hotel Husafell.

    Es war ganz interessant, durch die Eistunnel im Gletscher zu gehen. Aber eigentlich nicht ganz so, wie es ich mir vorher vorgestellt hatte.

    Im Hotel einchecken, dann auf die schönen Zimmer gehen. Leider regnete es weiterhin, so dass wir von einem Spaziergang in der recht schönen Umgebung hier zunächst absahen. Also ging es nach einer kleinen Pause direkt zum Abendessen im Hotel-Restaurant. Und das war richtig gut, eigentlich schon Fine-Dining. Die einzelnen Gänge (wir hatten 3) wunderschön hergerichtet und geschmacklich sehr gut! Dazu isländisches Bier. Ich muss sagen, solch ein Essen hätte ich in der Wildnis (Husafell liegt ja schon etwas abgelegen von großen Siedlungen) nicht unbedingt erwartet. Top! :thumbup:

    Das Essen ist allerdings in Island auch nicht ganz billig …

    Vom Restaurant hatte man einen schönen Blick auf die umliegende Landschaft, im Hintergrund waren weitere Wasserfälle zu sehen. Leider konnte man auch sehen, dass es immer stärker regnete. Daher verzichteten wir auch am Abend – hell genug wäre es ja gewesen – auf einen Spaziergang und gingen direkt zurück aufs Zimmer. Morgen stand dann der Golden Circle auf dem Programm und im Anschluss die Rückfahrt nach Reykjavik. Hoffentlich würde das Wetter besser werden …


    Gelaufene/gewanderte Strecke an diesem Tag: ca. 1,5km (ein Großteil davon auf Eis)


    VG Sven

  • Was für ein ganz besonderes Erlebnis, CosmoST , unter Eis zu laufen… schon der winzige Eingang in einem weissen Nichts 8|

    Da fehlen mir glatt die Worte …

    Toller Reisebericht mit vielen Infos und noch mehr großartigen Fotos

    Danke Marina

  • Ein absolut grandioser Bericht von einer phantastischen Reise - danke, Sven CosmoST !