Reisebericht: Mit der Mein Schiff 3 nach Island und Schottland, 27.07.-08.08.2022

  • Ich hatte im Roll Call zur Reise ja einige Reiseeindrücke zusammengeschrieben, jetzt kann ich das auch mit ein paar Bildern hinterlegen. Wir fanden die Reise einfach wunderschön, vielleicht geben die Bilder einigen von Euch Inspiration zu dieser Reise, oder aber sie wecken Erinnerungen an eine eigene schöne Reise.

    Los ging es am 27.07. in Bremerhaven. Wir sind am Vormittag in Kiel gestartet und waren dann kurz vor 13 Uhr am Terminal. Als Parkplatz hatten wir für 100 Euro den P3 reserviert, von dort aus ging unser Gepäck direkt und wir zu Fuß auf's Schiff. Hat perfekt geklappt! Der Check-In lief etwas schleppend, wir waren offenbar zu warm angezogen und die Maske tat ihr übriges --- umso toller war danach die über uns hereinbrechende Urlaubsfreude, als wir auf dem Pooldeck saßen und mit Cocktails und Eis den Alltag abgeschüttelt haben. Was uns vom ersten Tag begeistert hat, war die Freundlichkeit der Crew, sei bei der Unverzicht-/Überschau-/Außenalsterbar oder später auf der Kabine oder im Kids-Club. Mega. Und dabei sind die Arbeitsbedingungen alles andere als leicht.

    Die Kinder sind direkt in die Whirpools (Badesachen im Handgepäck) und waren fortan nur noch begeistert vom Schiff. Kurz vor 15 Uhr war die Kabine dann schon fertig, wir sind zur Seenotrettungsübung in die Abtanzbar, danach für einen Snack zur Außenalster und dann haben wir uns auf den vollen Sonnendecks ein Plätzchen für die Abfahrt gesucht. Mit der "Großen Freiheit" auf den Ohren haben wir dann im Weserstrom gedreht (Danke Nicky75 für die tollen Fotos!) und unsere Reise ist gestartet! In den Abend hinein gab es dann noch Musik auf dem Pooldeck und später herrliche Aussichten von unserem Balkon...

    An den Seetagen auf dem Hinweg hatten wir durchwachsendes bis schönes Wetter mit nur leichtem Seegang. Wir konnten oft draußen Essen, saßen in der Außenalster-Bar und haben viel Zeit am Pool verbracht. Auf dem Hinweg war weder das Pooldeck übervoll, noch waren Handtücher oder Decken knapp. Die Stimmung war eigentlich immer sehr entspannt und unser Eis- und Cocktail-Konsum beträchlich...

    Der Kids Club hatte ein umfangreiches Programm, meist mit vier Programmeinheiten pro Tag (Freies Spiel, Spiel&Spaß, Kreativ, Sportlich), die am Vortag buchbar waren. Trotzdem wurde auch fast immer noch kurzfristig eine Beteiligung ermöglicht. An den Seetagen gab es noch spezielle Kurse oder Events wie Rallyes dazu. Hervorheben möchte ich auch das Angebot an Kids & Teens Massagen im Spa, was unseren Kindern sehr gefallen hat - war mal was anderes und eine Abwechslung zum Toben im und am Pool.

    Abends gab es wechselndes Programm, uns haben einige Vorstellungen im Klanghaus zugesagt, die wir uns gerne angesehen haben. Ich teile am Ende noch das Tagesprogramm. Insgesamt aber sind wir eher früh im Bett gewesen und haben uns richtig ausgeschlafen.

    In den nächsten Tagen mache ich weiter mit Orkney. :)

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Lese auch hier gerne mit und bin gespannt wie es weitergeht KielerJung

    VG - Simone

    Simone :)

    - Mein Schiff 7 Kanaren mit Madeira 15.12.25 - 22.12.25
    - Mein Schiff 1 Blaue Reise Panoramafahrt I Ostsee & Baltikum 4.7.21 - 11.7.21
    - Mein Schiff 4 Kurzreise Palma mit Marseille & Barcelona II 16.4.20 - 20.4.20 - Absage der KF wg. Covid-19-Pandemie
    - Mein Schiff 4 Norwegen Nordkap I mit Trondheim 31.5.18 - 11.6.18
    - Mein Schiff 5 Karibik ab/bis Dominikanische Republik 16.12.16 - 30.12.16
    - Mein Schiff 4 Norwegen Südnorwegen mit Kopenhagen II 6.8.16 - 14.8.16

  • ich schließe mich an KielerJung die Orkneys kenne ich noch nicht, aber die und Island sind nächstes Jahr dran. Ich lasse mich sehr gerne inspirieren.

  • Am ersten Seetag (und auch noch auf dem Weg weiter von Orkney nach Island) haben wir das Schiff erkundet. Wir waren zuletzt 2017 an Bord der Mein Schiff Flotte und wir haben einiges Bekanntes wieder entdeckt und auch neue Erfahrungen gesammelt.

    Die Rallyes vom Kids Club starteten immer vor dem Atelier / Meerleben Bar und haben uns immer über das ganze Schiff gejagt, von daher sind wir auch immer an Orten vorbeigekommen, wo wir "früher" noch nicht waren. Die meiste Zeit waren wir aber am Tag am Pooldeck, ganz gleich, wie das Wetter war. Wir haben immer ein Plätzchen gefunden, wo entweder Wind und kühle Temperaturen (von Orkney nach Island) nicht hingekommen sind, oder wo wir uns von der Sonne (von Bremerhaven nach Orkney --- da war es herrlich warm und angenehm) verwöhnen lassen konnten. Zwischendurch waren mit einmal mit AIDA in der Adria unterwegs, auch eine schöne Reise, aber das Pooldeck dort fanden wir immer überfüllt mit viel zu wenig Wasser und Liegefläche für zu viele Leute. Das war echt angenehm auf unserer Reise (ja, selbst am Ende ging es noch) - auch wenn das vielleicht bei Kreuzfahrten im Süden anders sein mag.

    Zum Pool gehörten dann auch Cocktails. Ich glaube nach zwei Tagen haben wir die meisten Cocktails einmal ausprobiert, hängengeblieben sind wir bei Dolce Vita, Strawberry Kiss und Ipanema, bzw. ab dem mittleren Nachmittag bei Mojito und Red Wind. Der Caipi hat mir an den Poolbars nicht so gefallen. Einmal hatte ich den Schokotraum, allerdings war ich danach so gesättigt, dass ich ganz träge wurde... (aber lecker!)

    Die Kinder haben währenddessen die Eissorten getestet und sicherlich sämtliche denkbare Kombinationen der Waffeln und Toppings ausprobiert. Schön war, dass viele Kinder an Bord waren und die dann auch außerhalb des Kids Clubs untereinander Anschluss fanden.

    ***

    Das erste Highlight war dann Orkney. Wir wollten ursprünglich 2020 auf eine Kreuzfahrt mit Orkney, Shetland und Norwegen gehen. Nach zweimaliger Umbuchung sind wir dann hier gelandet. Von damals aber erinnerten wir noch, dass uns die Ausflüge nicht angesprochen haben (grundsätzlich finden wir die Ausflüge recht teuer, wir sind außerdem lieber individuell unterwegs, noch etwas vielfältiger von den Sights und auch unabhängig, gerne auch ohne die Massen nach Busankünften), wir aber gleichzeitig damals zu spät für einen Mietwagen dran waren. Damals haben wir die Taxis angesprochen und wären mit einem Taxi auf Rundreise gegangen (das geht auch heute noch, wie uns einige Begegnungen zeigten) - dieses Mal jedoch habe ich schon um Neujahr herum einen Mietwagen über Check24 bei Tullocks (Europcar) reserviert.

    Zunächst waren noch die Einreiseformalitäten zu erledigen, das war leider etwas lästig und endete beim Verlassen des Schiffes in einem Riesenstau auf Deck 3. Es ging wohl auch deshalb nur schleppend voran, weil die IT recht lange brauchte an dem Morgen. Nach vielleicht 20-25 Minuten in der Schlange war aber auch das geschafft; etwas Zeit sollte man auf jeden Fall einplanen.

    Die Firma Tullocks sitzt direkt im Zentrum von Kirkwall, so ungefähr 100 Meter vom Stopp der Shuttle-Busse (die positive Überraschung: a) gratis und b) mit so hoher Frequenz, dass wir die Busse weder morgens noch am späten Nachmittag voll fanden). Wir waren knapp eine halbe Stunde vor der vereinbarten Zeit dort (weil das eben mit den Bussen so schnell ging) und trotzdem haben wir einen blitzeblanken Ford bekommen, der sehr gut in Schuss war. Nach kurzer, netter Übergabe konnten wir dann starten. Zum erstem Mal Linksverkehr, um es vorwegzunehmen, es hat alles gut geklappt, war meist problemlos und als ich mich nur einmal vertan habe (nach verträumten Fotostopp) hat mich meine Tochter von der Rückbank lauthals korrigiert. Wir hatten von zuhause Sitzerhöhungen dabei.

    Wir sind zu erst einmal durch Kirkwall, dann einen Schlenker zum Schiff. Es geht entlang der Bay of Firth in Richtung Norden bis Finstown, dann dem Straßenverlauf folgend in das Inselinnere bis zu zwei großen Seen. Dort ist es denn aus uns herausgebrochen und wir mussten erstmal ordentlich Fotos machen.

    Dort zweigt dann auch die Straße ab zum Heart of Neolithic Orkney und wir erreichen die Standing Stones of Stenness und den Ring of Brodgar nach insgesamt knapp 30 Minuten (mit Fotostopps). Begleitet wurden wir von herrlichem Sonnenschein. Die Standing Stones waren für uns nur ein kurzer Stopp, um den Ring führt ein kleiner, einfacher Spazierweg, dort haben wir uns etwas mehr Zeit gelassen. Blickt man sich um, konnte man weite Teile der Orkney-Insel Mainland mit sanften Hügeln und den glitzernden Seen Loch of Stenness und Loch Harray sehen. Es ist wohl auch möglich, beide Sights in einer Wanderung zu erkunden, dazu fehlte und aber die Zeit, wir wollten weiter.

    In nördlicher Richtung geht es weiter, und etwa 10 Minuten später erreicht man dann die Steilküste bei Yesnaby. Wir fanden das vor allem wegen der Anfahrt durch die Landschaft und dann wegen der Ausblicke auf die Küste und das Meer schön. Wer die Zeit sich nehmen möchte, bereut den Abstecher sicher nicht.

    Danach ging es weiter zum ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe zählende Steinzeitdort Skara Brae, eine jungsteinzeitliche Siedlung auf Orkney. Skara Brae liegt unmittelbar an der Westküste der Hauptinsel Mainland und wurde im 19. Jahrhundert durch einen heftigen Sturm unter einer Düne freigelegt. Es ist glaube ich das älteste bekannte Dort Europas und wird auch das „Pompeji Schottlands“ genannt.

    In Skara Brae kommen auch durchschnittlich interessierte Gemüter kommen voll auf ihre Kosten, dabei darf man vieles anfassen und ausprobieren. Ein modern gestaltetes Museum zeigt die Lebensumstände der Menschen, inklusive originalgetrauen Nachbauten der Häuser. Ein Film fasst die Geschichte der Siedlung zusammen, soweit man sie nachvollziehen kann. Die Ruinen selbst erinnern in ihrem heutigen Zustand, mit Gras bewachsen und ohne Dach, an Hobbit Häuser. Außerdem grenzt Skara Brae an einen schönen Strand, an dem man Steine sammeln kann.

    Kleiner Tipp: man muss vorher online Tickets reservieren, sonst wird man schon am Parkplatz abgewiesen. Wenn es keine Tickets mehr gibt oder man keine Reservierung hat, folgt man einfach der Küstenstraße. Nach vielleicht 500 Metern folgt ein Strandparkplatz. Dort kann man parken und am schönen Strand zumindest zurück zu den Ausgrabungen laufen (man halt dann nicht das Museum, aber auch die Ausgrabung ist absolut sehenswert).

    Gleich geht es weiter nach Birsay...

  • Danach geht es zum nächsten Highlight, denn das ist das Brough of Birsay im Nordwesten der Insel. „Brough“ bedeutet „Fort“ und ist eine Abwandlung des Wortes „Broch“. „Birsay“ kommt vom nordischen „Byrgisey“, was „Insel, die nur durch ein schmales Stück Land zu erreichen ist“ bedeutet. Entsprechend ist die Insel nur bei Ebbe zu erreichen. Auf dem Weg dorthin haben wir im Örtchen Birsay angehalten, gelockt von den Ruinen des Earl's Palace. Wir haben außerdem eine Telefonzelle und einen Kiosk gefunden, in dem man die herrlichsten lokal hergestellten Leckereien kosten konnte.

    Danach sind wir zum Parkplatz für die Insel gefahren. Man muss sich vorher über die Gezeiten informieren (Brough of Birsay Tides googeln), denn die Insel ist nur bei Ebbe plus/minus zwei Stunden erreichbar. Man geht über einen Damm aus Steinen mit etlichen Muschel und schönen Steinen im klaren Wasser, dann zunächst über die Reste einer Siedlung - ebenfalls sehr schön - und dann einen steilen Weg hinaus zum alten Leuchtturm und den Steilklippen, und dann nach links oberhalb der Brutplätze (mit Glück auch Papageientaucher) und schöne Felsklüfte und Formationen langsam im großen Bogen wieder zurück. Grandiose Kulisse, für Ornitologen ein Paradies, für Naturliebhaber und Meeresenthusiasten sicher ein Muss. Wir haben insgesamt fast zwei Stunden hier verbracht, es war toll.

    Auf dem Rückweg haben wir die Strecke im Norden entlang des Eynhallow Sound mit einer kurzen Pause mit Fotostopp am Broch of Gurness (Abzweig bei Evie Community School, nicht bereits in Evie), einer landschaftlich hübsch gelegenen eisenzeitlichen Siedlung direkt am Meer, genommen. Die Siedlung selbst haben wir nicht besucht (kostet Eintritt, wir hatten nicht mehr ausreichend Zeit, weil die Rückgabe des Autos aufgrund der Öffnungszeiten bis 17:15 erfolgen musste). Auf dem Weg dorthin ist uns aber noch ein herrlicher Strand begegnet, in dem wir diesmal bis zu den Knien gebadet haben.

    Zurück in Kirkwall haben wir nach der Rückgabe noch einen Bummel zur Kathedrale gemacht und durch die Fußgängerzone. Danach hat schon ein Shuttlebus auf uns gewartet und wir waren rechtzeitig am Schiff, damit die Kinder in den Kids Club und wir auf das Sonnendeck konnten...

  • ... und an Deck erwartete uns die Überraschung, dass in Kürze (ca. zwei Stunden vor Abfahrt) das Kirkwaller Dudelsack-Orchester (ich habe den Namen vergessen...) auf dem Pooldeck einige Lieder spielen sollte.

    Also rasch in das Tag & Nacht und einen leckeren Burger vernascht und wieder zurück an den Pool, um dort mit Cocktail in der Hand und Sonne im Gesicht der Band zu lauschen. Wir fanden das echt toll und stimmungsvoll. Vor der Abfahrt wurde dann nochmal von der Pier aus gespielt.

    Die Abfahrt bei Abendsonne und nordischer Kulisse war dann echt schön, mehr geht eigentlich (für uns) nicht.

    ***

    Der nächste Seetag wurde dann bewölkter und ab Mittag auch windiger. Trotzdem konnte man noch gut geschützte Ecken am Pool finden, und wegen der herrlichen Wassertemperaturen auch baden, sogar als Wellenbad. Wir haben am Mittag die Faröer (leider im Dunst) süd-westlich passiert und sind ab dem Nachmittag mit Kurs Nordwest in Richtung der isländischen Ostküste gelaufen. Neu war die Information, dass wir in Seydisfjördur tendern sollten, und die Ankündigung des Kapitäns, dass man die Winde auf Island derzeit genau beobachte, war schon eine Vorahnung...

    ... und so war es dann auch, am nächsten Morgen fuhr das Schiff gegen 6:30 Uhr noch immer, nur nicht im Fjord, sondern mit südlichem Kurs auf dem Atlantik. Der Kapitän hat eine Durchsage gemacht, dass die Winde im engen Fjord zu stark waren und eine sicher Passage aufgrund der großen Angriffsfläche für den Wind nicht möglich gewesen wäre. Also habe man im Fjord gedreht und Kurs auf den Reydarfjördur genommen, wo wir eine kurze Panoramafahrt unternehmen wollten. Bis zum Mittag sind wir in diesem Fjord und vor der Küste gekreuzt, bis wir wieder auf Höhe Seydisfjördur waren und Kurs auf Akureyri genommen haben. Das Wetter bis zum frühen Nachmittag war recht ruhig, sonnig und wolkig mit angenehmen 12 Grad - perfektes Badewetter, dazu die großen Panoramafenster, die herrliche Blicke auf die isländische Naturkulisse erlaubt haben.

    Leider wurde es danach immer diesiger, ruppiger und auch regnerischer. Es gab wunderbar schmeckende heiße Schokolade an der Überschaubar, diese aber leider nicht zum Auslaufen und aufgrund des Wetters dann auch eher als ein schnelles Intermezzo. Immerhin, die Grundzutat "heiße Schokolade" sollten wir in den nächsten Tagen noch häufiger zu uns nehmen, in verschiedenen Kombinationen. Nördlich von Seydisfjördur verschwand die Landschaft und wir haben uns durch die Wellen um die Halbinseln Langanes und Melrakkaslétta gekämpft, bis wir in den sehr frühen Morgenstunden Akureyri erreicht haben.

    Dazu dann ein anderes Mal mehr...

    Einmal editiert, zuletzt von KielerJung (10. August 2022 um 15:01)

  • Sehr schön geschrieben und bebildert, vielen Dank KielerJung ! Bin gern weiter dabei.

  • Vielen Dank für die schönen Rückmeldungen! ^^

    Also - wir hatten unverhofft einen weiteren Seetag gewonnen. Wir fanden das so semi - es war schön an Bord, aber wir hatten uns auf Landgang gefreut. Außerdem haben die DFB Mädels verloren und Holstein ist aus dem DFB Pokal geflogen. In Akureyri musste es also wieder besser werden - und es wurde. Vielleicht nur leicht, was das Wetter anging, aber Akureyri war und ist unser absoluter Traumhafen auf der Reise gewesen. Eigentlich hätten wir hier drei Tage bleiben müssen, mindestens. Oder wir umrunden Island doch noch einmal mit dem Auto (und Zelt?)...

    Akureyri ist nach der Städteregion um Reykjavík die zweitgrößte Stadt Islands, mit nicht einmal 20.000 Einwohnern. Akureyri wird oft 'Capital of North Iceland' genannt. Akureyri befindet sich am Eyjafjord, einem 60km langen und relativ schmalen Fjord, umgeben von hohen Bergen und malerischen Fischerdörfern.

    Zu Akureyri gibt es hier wunderbare Tipps im Forum, sowohl zur Stadt selbst (bspw. Botanischer Garten), zur neuen Forest Lagoon, zu Whale Watching Touren oder auch zu Touren mit dem Mietwagen. Wir haben uns früh auf einen Mietwagen festgelegt und diesen bei Holdur gebucht. Man kann direkt bei Holdur buchen, dann gibt es die Möglichkeit, das Auto direkt am Schiff in Empfang zu nehmen und abzugeben. Es gibt auch die Möglichkeit, dort ein Premium Protection Package hinzu zu buchen. Man kann auch bei Check24 buchen (auch bei Holdur/Europcar), etwas günstiger war es bei uns, aber ohne den Pick Up / Drop beim Schiff. Bei uns war das wegen Feiertag sowieso nicht möglich (nur Abgabe und Schlüsselbox). Also ging es morgens zu Fuß ins Hauptbüro, knapp 15 Minuten. Dort supernette MitarbeiterInnen getroffen, die meisten sprachen sogar sehr gut deutsch. Nach kurzer Einweisung in die isländischen Besonderheiten auf den Straßen haben wir einen gepflegten Toyota entgegengenommen. Und los ging es!

    Zunächst eine kleine Rundfahrt: die kleine Stadt wirkt mit ihren zahlreichen alten Villen und vielen Bäumen recht beschaulich. Die auffällige Akureyrarkirkja ein Wahrzeichen Akureyris und thront förmlich über dem Fjord und dem Stadtzentrum. Wir fanden aber die Ampelherzen besonders erinnerungswürdig. Zudem gab es auf allen Seiten des Fjords tolle Aussichten auf unser schönes Schiff...

    Wir haben uns danach für die Route über das Fjell (und nicht durch den Tunnel) entschieden, dafür haben wir schöne Panoramen über die Stadt und den Fjord und später über das Fjell gewonnen. Und wir haben Ziegen getroffen, die waren aber zu schnell für das Foto... Unser Ziel war der Myvatn (wir haben knapp 90 Minuten mit Fotostopps dorthin gebraucht) und auf dem Weg dorthin haben wir wieder die wundervolle Natur Islands wahrgenommen --- die Straßen sind gut zu befahren, es ist nicht zu viel Verkehr im Norden Islands, und so war es wunderbar, einfach die Eindrücke aufzusaugen!!!

  • Wir haben immer gelesen, dass der Myvatn zu den Highlights von ganz Island gehört. Tatsächlich ist der See mit seinen unzähligen Inseln und Seen sehr schön und in der Umgebung des Sees befinden sich zahlreiche geschützte Naturwunder, es gibt wundervolle Seeblicke, heiße Quellen, dampfende Geothermalfelder, Höhlen, Felsformationen und Krater vulkanischen Ursprungs.

    Die erste Sehenswürdigkeit, die wir besucht haben, waren die Pseudokrater Skútustaðagígar, die ein fantastisches Panorama bilden zusammen mit dem See. Die Krater entstanden, als Lava aus dem Krafla-Vulkansystem über die Gegend strömte und aufgrund des hohen Wassergehalts des sumpfigen Bodens Dampfexplosionen ausgelöst wurden. [Disclaimer: so hab ich es zumindest verstanden...]

    Unser kurzer Spaziergang durch dieses fantastische Gebiet dauerte knapp 20 Minuten. Die Warnung vor den kleinen Mücken haben wir hier ignoriert, bei kühlen Temperaturen von etwa 7 Grad und kühlem Wind waren wir aber schon einmal mit Mütze unterwegs. Ging gut so.

    Wir haben von Akureyri aus kommend links auf dem Parkplatz geparkt, wo auch der Spazierweg startet. Dort haben wir Werbung für ein Eiscafe auf der anderen Straßenseite (also rechts) gesehen, das wir dann auch aufgesucht haben. Das war ganz klein und heimelig und hat selbstgemachtes Eis verkauft, große Kugeln und äußerst wohlschmeckend!!! War bei den Außentemperaturen allerdings ein Angang, aber wir wollten die Freude der Wirtin über Gäste auch nicht direkt wieder enttäuschen... Kaffee und Kuchen hätte es auch gegeben.

    Weiter ging die Fahrt rund um den See und wir haben dann quasi die nächsten beiden offiziellen Parkplätze für Fotostopps genutzt. Vom zweiten Parkplatz, Höfdi Nord, führt ein kurzer Fußweg durch den Wald zu einem Aussichtspunkt und weiter zu interessanten Lavaformationen im See, die fanden wir sehr schön. Was hier allerdings wirklich krass war, waren die kleinen Mücken. Es hat zwar keiner von uns wirklich Mückenstiche gehabt, aber die Viecher sind überall gewesen: im Auto, in den Ohren, in der Nase und wenn man nicht aufgepasst hat, auch im Mund. Von daher haben wir versucht, möglichst immer in Bewegung zu sein, was aber auch nicht verkehrt war, bei den Temperaturen...


    Wir haben unseren geplanten Picknick-Stopp dann verschoben auf unseren nächsten Stopp... machte aber nix, wir waren ja durch Eis noch gut gesättigt.

  • Insgesamt sind wir vom Eis bis zu diesem Stopp beim Lavafeld Dimmoborgir knapp 30 Minuten unterwegs gewesen. Der Parkplatz war gut gefüllt, auch einige Busse waren dort. Allerdings haben sich die Besucher auf der Anlage gut verlaufen, nur die Shops waren immer sehr voll, wenn gerade ein Bus angekommen ist. Schön sind auch die beiden Aussichtspunkte auf der Anlage (in Richtung Hverfall Vulkankegel und in Richtung Myvatn). Es gibt dort auch Picknick-Bänke beim Parkplatz, die etwas windgeschützt sind. Bevor wir aber dort waren, sind wir erstmal auf Erkundung gewesen...

    Wir sind im wesentlichen die lila und die gelbe Strecke gelaufen, noch ein wenig auf der roten Strecke und etwas auf der weißen Strecke Richtung Hverfall.

    In der isländischen Mythologie wird Dimmuborgir als Unterkunftsort von Elfen und Trollen gesehen. Tatsächlich sind diese Felsformationen, die sich aus geschmolzener Lava gebildet haben, völlig einzigartig und erinnern an verfallene Ruinen von Burgen und Türmen, noch viel stärker, als andere Lavafelder, die wir auf Island kennen (bspw. auf Reykjanes im Südwesten). Für uns war es vor allem der Eindruck vor Ort, den wir sehr überwältigend und irgendwie "mächtig" empfanden, kein Eindruck, den man unbedingt auf ein Foto eines bestimmten Felsens bannen kann. Trotzdem habe ich unzählige Bilder gemacht, jedes Bild hat quasi eine besondere Szenerie, alles in allem unwirklich und mystisch (erst Recht dann, wenn in der Perspektive der Hverfall im Hintergrund groß und dunkel erscheint) und das machte auch den Reiz für uns aus.

    Wir hatten tatsächlich überlegt, ob wir diesen Stopp auslassen. Unsere Meinung jetzt: nicht verpassen!

    Die Wege sind sehr schön angelegt und wir hätten dort bestimmt alle Wege laufen und Stunden dort zubringen können. Aber wir wollten weiter, und aufgrund der frühen Abfahrtzeit mussten wir auch die Zeit im Auge halten... und deshalb haben wir uns dagegen entschieden, den Hverfall noch zu besteigen (wäre vielleicht auch sehr kühl gewesen), und wir haben uns auch dagegen entschieden, der Lagune am Myvatn einen Besuch abzustatten.

    Wir sind dann weiter in Richtung des geothermischen Gebiets Namaskard gefahren...

  • Vielen Dank für die detaillierte Beschreibung der Mietwagenrouten. Das hilft bei der Planung für 2023….

  • Wir haben die Straße 848 um den See verlassen und sind auf die Schotterpiste 860 abgebogen. Der Blick ist dann auf die pastellfarbenen Hänge (Tuffberge) östlich gerichtet, dann tauchen auch erste Rauchsäulen auf und dann ist da plötzlich links der Straße ein großer Parkplatz, ohne Busse. Wir waren an der Grjótagjá angekommen, einer unterirdische Höhle direkt an der Kontinentalspalte zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Kontinent, in der sich ein kleiner, thermal aufgeheizter See befindet. Durch ein unscheinbares Loch krabbelt man in die Höhle herein und sieht dann einen herrlich blauen, unterirdischen und heißen See. Baden darf man da nicht, und man muss beim Krabbeln auf Kopf und Rücken aufpassen. Weiß ich aus eigener Erfahrung...

    Sehenswert (oder sogar fast noch beeindruckender) ist auch die Kontinentalspalte, die bei der Höhle an der Oberfläche gut sichtbar ist. Man sieht dort auch den heißen Dampf aus der Höhle aufsteigen.

    Von dort sind wir weiter über den Pass nach Namaskard gefahren. Dort findet man vor allem heiße Quellen, es gibt unzählige Schlammtöpfe und überall stiebt Dampf nach oben. Man sieht schwarze Flüsse, die sich durch roten Lehm schlängeln, sowie gelbe, grüne, graue und blaue Schlammtöpfe; man hört die Geräusche zischender und blubbernder Löcher, man sieht bunte dampfende Fumarolen (so heißen die kleinen Berge, wurde mir vor Ort gesagt) und man riecht die stechende Schwefelluft. Die Farben stammen wohl von unterschiedlichen Mineralien. So bietet das gesamte Gebiet einen spannenden Anblick, um wer möchte kann das Gebiet auch auf zahlreichen Wegen (Achtung: auf den Wegen bleiben!) erkunden. Wir haben darauf verzichten, aus Zeitgründen und weil wir auf der Halbinsel Reykjanes im Südwesten das Gebiet Krysuvik schon einmal ausgiebig erkundet haben, und das war auch echt toll!!!

    Wir wollten dann ja noch zum Godafoss...

  • Wir waren insgesamt etwa 30 Minuten in Namaskard. Danach war uns auch zu kühl und leider hatte es angefangen zu nieseln. Wieder zurück auf der Ringstraße hat unser Navi uns 90 Minuten bis Akureyri prognostiziert. Da ich bis dahin jede Zeit durch Fotostopps mehr als ausgereizt habe und wir auf jeden Fall noch viel Zeit für den Godafoss haben wollten, haben wir uns entschieden, nun direkt zurück zu fahren. Das ist auf der einen Seite zwar schade, weil Island aus unserer Sicht soviele Ecken und Eindrücke auch abseits der Ringstraße bietet, aber auf der anderen Seite hatten wir schon echt viel gesehen und Eindrücke gesammelt, von denen unsere Erinnerungen zehren können. Wir sind dann also losgefahren... und haben trotzdem noch so einige Fotostopps gemacht... und sind dann irgendwann am Godafoss angekommen.

    Was soll ich sagen? Der Godafoss, Wasserfall der Götter, ist nicht umsonst einer der bekanntesten Wasserfälle aus Island. Google-Wissen: der Canyon wurde vom Fluss Skjalfandafjot gebildet, der von der Eiskappe des Vatnajökulll durch das Lavafeld fließt und an dieser Stelle über eine Breite von 158 Meter etwa 11 Meter in einem weiten Bogen in die Tiefe stürzt. Am Fuße des Wasserfalls (so nahe man hinkommt, da gibt es im Süden mit dem Seljalandsfoss und dem Skogafoss noch zwei spektakulärere Wasserfälle unserer Meinung nach) spürt man die ganze Naturgewalt und das Farbenspiel ist aus dieser Perspektive außergewöhnlich. Ich persönlich finde ja jeden Wasserfall, den man donnern hört und bei dem man das Wasser in der Luft förmlich atmen kann, absolut begeisternd! Die besten Blicke hat man wohl von der Ostseite, wo auch ein kleiner Shop / Café auf einen Besuch einlädt (Achtung, Quengelware).


  • Und dann die letzte Etappe, knapp 45 Minuten die Ringstraße entlang und dann über das Fjell zurück. Das Wetter hatte sich etwas gebessert, es gab wieder neue, wunderschöne Perspektiven und Ausblicke, die man einfach einmal im Leben selbst gesehen haben muss!!! Wunderschön.

    Hier nochmal einige Ausblicke auf den Eyjafjord:

    Im Hafen war dann eine Aktion der Port Authority, die für jede Kreuzfahrtsaison neue Wälder aufforsten will, um CO2 auszugleichen. Passagiere wurden gebeten, sich dort zu beteiligen. Fanden wir sehr gut und haben wir gemacht. Als Dank gab es dann bis zur Abfahrt gratis WLAN...

    An Bord haben wir uns erstmal kurz in den Whirpool geworfen und wieder die gesunde Kerntemperatur zu erreichen. Danach sind die Kinder in den Kids Club und wir in die Außenalster Bar. Es gab unglaublich leckeren schottischen Whisky mit heißer Schokolade, ich habe mindestens vier Becher getrunken, auf meiner Bordrechnung tauchte gerade mal die Hälfte auf. Dazu hat dann der Graf seine "Große Freiheit" geschmettert, unsere MS3 hat sich majestätisch gedreht und wir sind langsam ausgelaufen, der Blick auf Akureyri verblasste, es tauchten kurz die steilen Berghänge und Einspitzen auf, bis diese dann auch verblassten, weil es begann wieder zu regnen und auch empfindlich zu winden. Während des Essens tauchten dann noch zwei Walbeobachter Backbord auf, die urplötzlich die Fahrt verringert und beigedreht haben, und für einen Moment ist dort ein paar Mal doch recht deutlich ein kleiner Wal zu sehen gewesen.

    Mit dieser Erinnerung haben wir den Rest des Tages im Innenraum verbracht, denn es war draußen noch einmal richtiges Schietwetter. Zum letzten Mal für diese Reise... und so schaukelten wir dem nächsten Hafen, Reykjavik, entgegen. Fortsetzung folgt...