Reisebericht - Mit Mein Schiff 4 auf die Ostsee vom 12. bis zum 22. Juni 2023

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Unser Tag in Riga (Teil 2)

    Nachdem wir das wirklich beeindruckende Jugendstilviertel besichtigt haben, machen wir uns jetzt in Richtung Altstadt auf. Wieder durchqueren wir den Park und sehen dabei die russisch-orthodoxe Christi-Geburt-Kathedrale oder auf lettisch die „Kristus Piedzimšanas pareizticīgo katedrāle“ mit ihrer goldenen Kuppel.


    Auch hier müssen wir wieder über den Stadtkanal, einem sehr beliebten Ausflugsziel, wo man Bötchen fahren kann.


    In der Smilšu iela befinden sich zahlreiche Boutiquen und Restaurants.


    In einer Seitenstraße sehen wir das „Parunāsim kafe'teeka“, das mit dem Spruch „the most romantic cafe in old town“ für sich Werbung macht.


    Hier noch ein paar Bilder vom Rigaer Dom und der ehemaligen Börse, die jetzt ein Kunstmuseum beherbergt.




  • Gerade erst entdeckt und gleich aufgesprungen, lieber @det@norge . So tolle Bilder von der Ostsee - das weckt Erinnerungen an unsere Fahrt auf der Ostsee 2015, wo wir auch fast immer Kaiserwetter hatten.

    Ich bin gespannt was noch kommt.

    Gruß Joni

    Leider schon vorbei:

    MSC Armonia Östliches Mittelmeer 06/2011
    Costa Pacifica Metropolen der Ostsee 08/2013
    Mein Schiff 1 alt Hamburg trifft Mallorca 09/2015
    Mein Schiff 3 Südnorwegen mit Kopenhagen 08/2017

    Mein Schiff 1 Hamburg nach New York 08-09/2022

    Mein Schiff 7 Kanaren mit Madeira 12/2024 - 01/2025

    MSC Preciosa Norwegen mit Nordkap 06/2025

    Traumreise ohne Schiff:

    Mit dem Wohnmobil durch den Westen Kanadas 08/2018

  • Unser Tag in Riga (Teil 3)

    Nach einer kurzen Verschnaufpause in einem Bistro mit self service machen wir uns auf in Richtung Markthallen. Dabei kommen wir auch über den geschichtsträchtige Rathausplatz. Vor mehr als 500 Jahren wurde hier der erste Weihnachtsbaum der Stadt aufgestellt. Der Neubau des im Juni 1941 fast vollständig zerstörten Rathauses wurde 2003 fertiggestellt. Er ist eine Mischung aus Alt und Neu mit klassizistischer Fassade und modernem Dach und Rathausturm.


    Das beeindruckendste Gebäude am Rathausplatz ist zweifelsohne das Schwarzhäupterhaus. Erstmals wurde das Gebäude 1334 urkundlich erwähnt. Das im gotischen Stil errichtete Gebäude wurde mehrmals umgebaut. Im 17. Jahrhundert erhielt das Gebäude eine atemberaubend schöne Renaissancefassade und eine astronomische Uhr. Die Fassade wurde mit zahlreichen Wappen von Hansestädten verziert und allegorische Figuren dienten als Blickfang. Da auch dieses Gebäude dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer fiel, findet sich heute eine originalgetreue Rekonstruktion des Hauses am Rathausplatz.



    Der Zentralmarkt am Ufer des Stadtkanals ist auf einer Gesamtfläche von 72.300 m² in fünf Hallen beheimatet. Nach schweren Beschädigungen im Ersten Weltkrieg sollte das Gebiet wieder in Ordnung gebracht und die Hygiene verbessert werden. So hatte am 28.12.1922 der Rigaer Stadtrat den Kauf von zwei Luftschiffhallen beschlossen. Aus bautechnischen Gründen wurden hierbei für den Bau der fünf neuen Hallen nur die oberen Teile verwendet.


    Mittlerweile beträgt die gesamte Fläche des größten Marktes des Landes 5,7 ha, wovon 1,6 ha überdacht sind. Das Warenangebot ist überwältigend und wir fragen uns jedes Mal, wer das alles kaufen soll.

    Peter
    6. Juni 2019 um 11:56


    Bei unserem letzten Besuch konnten wir an einem Fischstand schwarzen Toast mit frischem Lachs zu einem Spottpreis kaufen. Leider finden wir diesen Stand nicht wieder, zumal eine Halle renoviert wird. Nach etwas Suchen finden wir einen Imbiss im Übergang zwischen zwei Hallen. Es gibt kleine Canapés mit dreierlei Fisch. Sehr lecker. Und eingeladen sind wir auch noch, da unsere Freundin auf ihren Geburtstag einen ausgibt. Und wie heißt es so schön: „eingeladen werden macht nicht dick“. Aber wie immer nach dem Essen lässt der Elan für weitere Erkundungen schlagartig nach. Es geht entlang der Düna zurück zum Schiff.

    Kurz vor 17:00 Uhr machen wir, bevor es in der Außenalster Bar ein Auslaufbier gibt, eine Runde übers Schiff.





    Einmal editiert, zuletzt von det@norge (7. November 2023 um 19:54)

  • Toller Bericht mit ebenso tollen Bildern, wirklich gut gelungen @det@norge

    und dann noch das Kaiserwetter :thumbup: :thumbup: :thumbup:

  • Auf dem Weg nach Helsinki oder ein verkappter Seetag & unser Tag in Helsinki (Teil 1)

    17.06.2023. Sonnabend später Nachmittag. Bei schönstem Sommerwetter haben wir den Tag an Bord verbracht. Jetzt nähern wir uns dem Schärengürtel vor Helsinki. Es sind einige Finnen mit ihrem Segelboot unterwegs. Kein Wunder bei soviel Wasser.


    Der Kreuzfahrtterminal „Hernesaari“ oder auf schwedisch „Ärtholmen“ ist schon zu sehen. Auch wenn Anteil der Finnlandschweden nur noch 5,4% beträgt, sind die zwei Sprachen in der Verfassung verbrieft. So müssen alle Schulkinder Finnisch und Schwedisch lernen. Auch die Straßenschilder symbolisieren die Zweisprachigkeit des Landes.


    Kurz vor dem Anlegen passieren wir eine der vielen stadtnahen Schären mit einer Badeidylle am Sonnabend Nachmittag.


    Unsere Anlegestelle ist noch ziemlich neu und eine von acht möglichen in Helsinki. Da die Entfernung bis in die Innenstadt rund drei bis vier Kilometer beträgt, verzichten wir, anders als unsere Freunde, auf den morgigen Shuttle und wollen uns zu Fuß auf den Weg machen.


    18.06.2023. Sonntag. Nach dem Frühstück testen wir auf dem Balkon die Außentemperatur. Es wird warm. Kurz nach 10:00 Uhr läuft die „Norwegian Dawn“ ein.


    Wir verlassen wenig später das Schiff und orientieren uns, indem wir immer der Wasserkante folgen. Das maritime Graffiti ist mir ein Foto wert.


    Dem Restaurant mit Sauna „Löyly Helsinski“ steigen wir aufs Dach und schauen zurück.


    Ein weiters kleines malerisches Idyll.


    Manche Finnen nutzen den Sonntag Morgen, um ihre Teppiche im Ostseewasser zu reinigen. Typisch Finnisch ist die Teppichwaschanlage.


    Es ist nur eine kurze Entfernung. Arbeit und Relaxen liegen eng beieinander. Ein Mini-Beachclub. Und der Champagner-Laster von „müde & schön duhn“ ist auch schon da.


  • @det@norge Deine Fotos und dein Schreibstil gefallen mir richtig gut :thumbup:

    Mir auch!

    Vor allem lernt man immer noch was. Hab nicht gewusst, dass in Finnland finnisch und schwedisch gesprochen wird.

    LG Richy

    LG Richy


    bisher 20 mal TUI-Cruises

    *MeinSchiff*

    "Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann" (Marie von Ebner-Eschenbach). Der richtige Zeitpunkt ist JETZT.

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  • Unser Tag in Helsinki (Teil 2)

    Wir sparzieren weiter entlang der Wasserkante durch den Kaivopuisto-Park und kehren im Café Ursula auf einen Latte Macchiato und eine heiße Schokolade ein. Auf der Insel Klippan, die in wenigen Minuten mit dem Boot zu erreichen ist, liegt die Jugendstilvilla mit einem der beeindruckendsten und traditionsreichsten Restaurants Helsinkis, dem „Saaristo“. Schaut euch auf keinen Fall im Internet die Fotos von den Speisen an. Große Speichelsturzgefahr.


    Wir folgen den Verlauf der Promenade, auf der die Friedensstatue von Essi Renvalli steht, und sehen das nächste feine Restaurant „NJK“ in einer Villa von 1900, gelegen auf der Insel Vaalkosaari. Hierhin kann man auch mit der eigenen Yacht kommen.


    Vom Olympiaterminal, wo die Silja Serenade zu ihrer Reise zu den zu Finnland gehörenden Åland -Inseln ablegt, haben wir einen schönen Blick auf die Skyline von Helsinki. Wer gern Riesenrad fährt und in die Sauna geht (Sauna ist übrigens das einzige finnische Wort, das es in den internationalen Wortschatz geschafft hat), kann es hier kombinieren. Eine der Gondeln ist mit einem Saunaofen ausgestattet und kann halbstundenweise gemietet werden.


    Die Alte Markthalle von Helsinki bedient ihre Kunden seit 1889 und ist die älteste Markthalle in Helsinki. Das Sortiment der Einzelhändler umfasst Käse, Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch, Gemüse, Obst, Gewürze, Kaffee und Tee sowie kleine Geschenkartikel und Tischdekorationszubehör.




    Der Zentralmarkt „Kauppatori“ liegt um die Ecke direkt am Hafenbecken und ist ein belebter und beliebter Platz für KKK = Kunst, Kitsch, Kaffee.


    Auf der anderen Straßenseite befindet sich das „Helsingin Kaupungintalo“, also das Rathaus, das in einem renovierten Gebäude des 19. Jahrhundert untergebracht ist.


    Auf dem Markt steht auch das älteste öffentliche Denkmal Helsinkis, der „Stein der Kaiserin“ oder finnisch „Keisarinnankivi“. Wer die Inschrift auf dem Obelisken lesen kann, weiß, dass die Kaiserin Alexandra Fjodorowna (Imperatrici Alexandrae) vom 29.05. (XXIX Majj) bis zum 10.06.1833 (X Junii MDCCCXXXIII) die finnische Hauptstadt (Metropolin Finlandiae) das erste Mal besucht hat (primum adventanti).


    Die Uspenski Kathedrale ist schon von Weitem gut sichtbar. Sie thront über der Stadt auf der Halbinsel Katajanokka. Die Uspenskin katedraali, was übersetzt so viel wie »Maria-Entschlafens-Kathedrale« bedeutet, ist das größte orthodoxe Bauwerk des westlichen Europas.

    Der Grund für dieses Bauwerk liegt in der Geschichte des Landes. Große Teile Finnlands gehörten zu Schweden. Als Ergebnis des Finnischen Krieges wurde durch den Vertrag von Fredrikshamn 1809 viel Land an Russland abgetreten. Ab 1812 war dann Helsinki Hauptstadt des russischen Großfürstenreiches Finnland. Im Zuge der Gründung einer Verwaltung kamen auch viele Russen ins Land. Zum einen brauchten die orthodoxen Gläubigen einen Ort für ihre Gottesdienste, zum anderen war die Kathedrale aber auch eine Demonstration der Macht Russlands über das neu eroberte Gebiet.

  • Unser Tag in Helsinki (Teil 3)

    Nun wird es aber Zeit, dass wir uns die Hauptsehenswürdigkeit Helsinkis näher ansehen. So gehen wir in Richtung Senatsplatz entlang der Seitenfassade des Regierungspalastes, wo sich das Büro des Premierministers oder auf finnisch „Valtioneuvoston kanslia“ befindet. Es ist das oberste Leitungsorgan der finnischen Regierung und geht auf den am 18.08.1809 per Dekret von Alexander I. von Russland gegründeten Senat, später Verwaltungsabteilung, des Großherzogtums Finnland zurück und wird heute vom Ministerpräsidenten und einem Staatssekretär geleitet.


    Dann erreichen wir den Senatsplatz mit dem alles überragenden weißen Dom von Helsinki oder auf finnisch „Helsingin tuomiokirkko“. Die von Carl Ludwig Engel entworfene evangelische Kirche gehört zum zwischen 1820 und 1850 erbauten klassizistischen Zentrum Helsinkis. Jährlich wird das Wahrzeichen der Stadt von 350.000 Menschen besucht.


    Der freistehende und von allen Seiten gut sichtbare Dom ist eine Kreuzkuppelkirche mit einem Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes. Bei seinem Entwurf ließ sich Engel von der orthodoxen Architektur der Isaakskathedrale in Sankt Petersburg inspirieren. So dominieren die zentrale Kuppel und die korinthischen Säulen den äußeren Eindruck.


    Die „Aleksanterinkatu“ oder auf schwedisch die „Alexandersgatan“ (wir erinnern uns, alle Straßennamen sind zweisprachig) ist die Einkaufsmeile Helsinkis und hat eine der schönsten Straßenbahnhaltestellen. Aber heute ist Sonntag ohne den alltäglichen Einkaufsrummel.


    Die am 6. Mai 1885 im Esplanadi Park enthüllte Bronzestatue des Dichters Johan Ludvig Runeberg war das erste öffentliche Denkmal. Auf dem Sockel der acht Meter hohen Statue steht die Jungfrau von Finnland in ein Bärenfell gehüllt. In der linken Hand hält sie eine Tafel mit Strophen der finnischen Nationalhymne auf Schwedisch (Vårt land). Die Statue ist bei den Einheimischen nach wie vor beliebt und ein praktischer Ort, um sich zu treffen.


    Um wieder zum Schiff zu kommen, müssen wir uns jetzt südlich orientieren. Dabei durchqueren wir das Stadtviertel „Ullanlinna“ und sehen das Design Museum (links) und das vier Sterne Aparthotel Bob W Koti (rechts) mit viel Jugendstil.



    Im Mini-Stadtviertel „Eira“ stehen einige schöne Jugendstilvillen. Hier eine mit der Statue von Juhani Aho (1861-1921), einem finnischen Schriftsteller und Journalisten.


    Die Sonne strahlt unbeirrt auf unseren Balkon, so dass es mir hier fast zu warm wird.


    Einmal editiert, zuletzt von det@norge (9. November 2023 um 18:08)

  • Unser Tag in Tallinn (Teil 1)

    19.06.2023. Montag Morgen. Nach einer 80 Kilometer kurzen nächtlichen Überfahrt haben wir früh morgens am Cruiseterminal in Tallinn festgemacht. So eine handelsübliche Fähre braucht dafür rund zwei Stunden. Wieviel Zeit sich unser Kapitän genommen hat, kann ich nicht sagen, da wir die Fahrt überwiegend verschlafen haben. Als wir wach werden, haben wir längst angelegt.


    Als wir auf unseren Balkon treten, fällt unser Blick auch auf unser Lieblingsschiff vergangener Tage. Viele schöne Erinnerungen verbinden uns mit der AIDAvita und der weltbesten Ocean Bar. So haben wir u.a. am 4. Mai 2018 ihren 16. Geburtstag auf der Seine gefeiert. Nun liegt sie hier, ihrer Fahrgäste beraubt und schon leicht verkommen, und wartet wohl auf ihr trostloses Ende.


    Das nächste Bild könnte auch „gestern & heute“ heißen. 2017 und 2018 waren wir jeweils zweimal mit der Vita und 2019 zweimal mit ihrer ein Jahr jüngeren Schwester, der Aura, unterwegs. Viele lustige Abende haben wir mit Gleichgesinnten an der Ocean Bar erlebt. Leider hat dann Corona, aber auch die neue strategische Ausrichtung von AIDA hin zum Massenmarkt, das Ende der beiden kleinen Schiffe besiegelt. Sie werden uns fehlen und mit ihnen auch die uns angenehme Schiffsklasse. Wahrscheinlich sind wir und diejenigen, die so empfinden wie wir, eine aussterbende Spezies und ein so kleiner Markt, dass es sich für die Reedereien nicht mehr lohnt, unsere Wünsche zu bedienen. Mit dem preissensiblen Klientel lässt sich wohl in Masse mehr Geld verdienen.


    Kurz vor zehn haben wir das Schiff verlassen. Heute mal wieder zu viert. Nachdem wir uns durch eine größere Baustelle gekämpft haben, betreten wir durch die „Große Strandpforte“ in unmittelbarer Nähe zur „Dicken Margarethe“ die von einer Stadtmauer umgebene Altstadt von Tallinn. Eine Theorie zur Namensherkunft geht auf die hier stationierte große Kanone namens Margarethe zurück, eine andere meint, dass eine Köchin die Namensgeberin sei. Der mächtige Geschützturm hatte aber auch die Funktion, die von der Ostsee kommenden Feinde zu beeindrucken. Wir jedenfalls sind beeindruckt.


    Nachdem wir die Pforte durchschritten haben, sind wir auf der Pikk, die auf deutsch Langstraße heißt und auch wirklich lang ist und als eine der ältesten Straßen aus dem 14. Jahrhundert quer durch die Altstadt von Reval, wie Tallinn auch schon hieß, bis zum Domberg führt. Entlang der Langstraße wurden historische Kaufmannshäuser, wie z.B. die „Drei Schwestern“, und Gildehäuser und das Schwarzhäupterhaus errichtet.




    Die im Hafen angelandeten Waren wurden über diese Straße zu den Packhäusern und zum Markt gebracht. Der Rathausplatz oder estnisch „Raekoja plats“ ist bis heute belebtes Zentrum der sogenannten „Unterstadt“.


    Das Tallinner Rathaus oder „Tallinna raekoda“ an der heutigen Stelle und in seiner jetzigen Form entstand zwischen 1402 und 1404. Es ist das einzige erhaltene Rathaus im gotischen Stil in Nordeuropa. An der Ostseite befindet sich ein schlanker, achteckiger Turm. Auf der Turmspitze befindet sich seit 1530 die berühmteste Wetterfahne Tallinns, der „Der alte Thomas“. Im 64 m hohen Turm ist eine der ältesten Glocken des Baltikums aufgehängt, die früher als Brandalarm diente.


    Hinter dem Rathaus befindet sich im Packhaus am Alten Markt 1 seit 1997 das Restaurant die „Olde Hansa“ mit 300 Plätzen. Die Bekleidung des Personals und auch das Geschirr sind der Hanse-Zeit nachempfunden und es wird nach originalen Rezepten aus dem 14. & 15. Jahrhunderts gekocht und gebraut. Dazu später mehr, denn noch ist die Gaststätte geschlossen.


    Einmal editiert, zuletzt von det@norge (15. November 2023 um 06:13)

  • Wahrscheinlich sind wir und diejenigen, die so empfinden wie wir, eine aussterbende Spezies und ein so kleiner Markt, dass es sich für die Reedereien nicht mehr lohnt, unsere Wünsche zu bedienen. Mit dem preissensiblen Klientel lässt sich wohl in Masse mehr Geld verdienen.

    Man kann es nicht besser beschreiben, da redest Du mir aus der Seele.

    LG Richy

    LG Richy


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    "Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann" (Marie von Ebner-Eschenbach). Der richtige Zeitpunkt ist JETZT.

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  • Auch wir sind sehr gern mit der Vita gefahren @det@norge und auch recht traurig , dass so viel kleine und noch gemütliche Schiffe verschwunden sind ! Ich denke dabei z B an schöne Reisen auf MS Azur , MS Delphin oder MS Astor …. ja, die Zeiten ändern sich , leider , die Hochhäuser auf dem Wasser werde ich jedenfalls nie buchen !

    Dein Reisebericht ist jedenfalls große Klasse , informativ und witzig zugleich … Danke schon mal …

    Mein Männe hat übrigens auch vor einiger Zeit von Windows auf Apple gewechselt. Seine Verzweiflung und sein Fluchen ist inzwischen zu „Absolut glücklich“ gewechselt …

    LG Marina

    Einmal editiert, zuletzt von Tosehama (12. November 2023 um 12:46)

  • Unser Tag in Tallinn (Teil 2)

    Zunächst erklimmen wir den Domberg, wo sich die Oberstadt befindet. Bis 1877 war diese eine von der Unterstadt Tallinns getrennte Stadt, zu der es nur wenige Verbindungen gab, die „Patkulsche Treppe von 1903, den Pikk jalg (langer Domberg) und den Lühike jalg (kurzer Domberg), den wir als Aufstieg nutzen. Eine ganz schön lange Treppe. Wenn es uns nicht schon warm wäre, hier würde es uns werden. Am „Kiek in de Kök“ sind wir fast oben angekommen. Seinen Namen erhielt der 1475 erbaute Wachturm, seinerzeit der größte Europas, durch die Geschichte, dass die Soldaten aus den Fenstern in die Küchen der Bürger schauen konnten.


    Dann sehen wir die Alexander-Newski-Kathedrale, die zwischen 1895 und 1900 als russisch-orthodoxe Kathedrale erbaut wurde. Während der Unabhängigkeit Estlands sollte die Kathedrale als Symbol der Russiefizierung im Jahre 1924 abgerissen werden. Der Sockel des Gebäudes besteht aus finnischem Granit. Auf den fünf Zwiebeltürmen sind vergoldete Eisenkreuze zu sehen.



    Für den Bau eines Schlosses ließ Katharina die Große südliche und östliche Teile der Burg abreißen und einen Barockpalast errichten. Nach Brandschäden wurde anstatt des Konventsgebäudes des Schlosses 1922 ein neuer Bau errichtet, in dem heute das estnische Parlament sitzt.


    Beim Umrunden des Doms entdecken wir mehrere Aussichtsplattformen, wie den „Patkuli vaateplats“ und den „Kohtuotsa vaateplats“.



    Da es ziemlich warm ist, muss der Flüssigkeitshaushalt dringend reguliert werden. Vor dem Restaurant „Domberg“ finden wir ein Plätzchen. Ich bekomme ein estnisches Pils. Schön kalt und sehr lecker.


    Unser Abstieg führt uns über den „Pikk jalg“ (Langer Domberg), dem einzigen gepflasterten Weg von der Revaler Unterstadt auf den Domberg. Entlang der Straße wurde in den Jahren 1454 und 1455 eine Mauer sowie zwei Tortürme errichtet. Abends wurden die Stadttore beider Städte auch jeweils geschlossen. Die enge Straße machte ein Passieren von Fuhrwerken unmöglich und man benötigte schon im 18. Jahrhundert eine Verkehrsregelung durch die unteren und oberen Wachen.


    Unser Ziel ist die „Olde Hansa“, wo meine Mitstreiter gern ein mittelalterlich gebrautes Bier probieren möchten.

    Hier die Bierkarte:

    Tume kange Ürdiõlu Dark strong beer with Herbs 0,5l 8,50 € 1l 14,90 €

    Tume meeõlu Dark Honey beer 0,5l 7,80 € 1l 14,50 €

    Hele kaneeliõlu Light Cinnamon beer 0,5l 7,80 € 1l 14,50 €

    Hele ingveriõlu Light Ginger beer 0,5l 7,80 € 1l 14,50 €

    So ganz geheuer ist uns die Auswahl nicht. Aber letztlich entscheiden wird für ein leichtes Ingwer Bier. Ich muss feststellen, meine Skepsis ist berechtigt gewesen. Das Pils auf dem Domberg hat deutlich besser geschmeckt. Mit diesem „Bier“ geht’s mir so wie mit Kölsch. Kann ich weit nach gucken und doll nach laufen. Die Toiletten hier sind übrigens auch sehr mittelalterlich.

    Nachdem wir das doch sehr touristisch geprägte Lokal verlassen haben, werfen wir noch einen letzten Blick auf den Rathausplatz. Danach geht’s zurück in Richtung Schiff.


    4 Mal editiert, zuletzt von det@norge (13. November 2023 um 11:25)

  • So schön, wie Du schreibst, da braucht man keinen Reiseführer mehr. Einfach nur deine sehr informativen Berichte lesen.

    Da fällt mir noch was ein. Sind Euch in Tallinn, vor allem um den Marktplatz rum, die sehr ambitionierten Getränkepreise aufgefallen?

    LG Richy

    LG Richy


    bisher 20 mal TUI-Cruises

    *MeinSchiff*

    "Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann" (Marie von Ebner-Eschenbach). Der richtige Zeitpunkt ist JETZT.

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  • Sind Euch in Tallinn, vor allem um den Marktplatz rum, die sehr ambitionierten Getränkepreise aufgefallen?

    Ja, aber das ist überall auf der Welt so. Wo die Touris sich ballen, ist es im Vergleich zu den Seitenstraßen oft doppelt so teuer.

  • Unser Tag in Tallinn (Teil 3)

    Für unseren Rückweg wählen wir Vene, eine Straße mit Kopfsteinpflaster und die parallel zur Pikk verläuft. In einem Gebäude aus dem Jahr 1878 befindet sich das luxuriöse 5 Sterne Hotel „Telegraaf“ mit einer schönen Fassade.


    Schräg gegenüber versteckt sich hinter einem Torbogen die katholische Kirche St. Peter und Paul. Das dazu gehörige Dominikanisches Kloster ist im Zuge der Reformation aufgelöst worden.




    Wieder auf der Vene sehen wir in ihrer Verlängerung die Nikolai Kirche.


    Rechts zweigt die Pühavaimu ab.


    Das Haus Nummer 16 hat einen imposanten Hauseingang.


    Kurz bevor wir die Altstadt durch die „Kleine Strandpforte“ verlassen, sehen wir noch ein Stück von der Stadtmauer.


    Den Abend verbringen wir gemeinsam in der Außenalster Bar. Je weiter wir nach Norden kommen, desto länger werden kurz vor Mittsommer die Tage. Die beiden Bilder sind kurz vor und nach halb zwölf entstanden.



    Einmal editiert, zuletzt von det@norge (13. November 2023 um 18:48)

  • Mein Morgen in den Stockholmer Schären oder eine sehr kurze Nacht (Teil 1)

    20.06.2023. Dienstag sehr früher Morgen. Da der gestrige Abend bis heute gedauert hat, sind wir erst nach Mitternacht ins Bett gekommen. Jetzt ist es kurz nach 4:00 Uhr und ich „muss“ mein warmes Bett schon wieder verlassen. Alles andere wäre der reine Frevel, zumal Petrus heute mein bester Kumpel ist und mich mit schönem Wetter zunächst auf unseren Balkon lockt. Die morgendliche Frische erfordert noch wärmende Kleidung, zumal die Sonne auch erst gerade über den äußeren Stockholmer Schären aufgegangen ist.



    Furusund ist eine Insel im nördlichen Schärengarten. Die gleichnamige Siedlung erlangte größeren Bekanntheitsgrad, da die schwedischen Schriftsteller Astrid Lindgren und August Strindberg hier ihren Sommerurlaub verbrachten. Strindberg verarbeitete viele Motive von Furusund in seinen Erzählungen. Heute ist die Insel durch zahlreiche Sommerhäuschen gekennzeichnet.



    Da es windstill ist, gibt es tolle Spiegelungen auf dem glatten Wasser.


    Einmal editiert, zuletzt von det@norge (15. November 2023 um 06:12)

  • Mein Morgen in den Stockholmer Schären oder eine sehr kurze Nacht (Teil 2)

    Während meine Frau noch an ihrer Matratze horcht, genieße ich auf dem Balkon die morgendliche Stimmung. Es ist immer noch verdammt früh: zwanzig nach fünf.


    Eine Stunde später treibt mich dann meine Neugierde an Deck. Hier treffe ich auf jede Menge Gleichgesinnter und die Reling ist mal wieder stark umkämpft. Da ich keine Lust habe, mich an diesen Kämpfen zu beteiligen, hole ich mir erst einmal an der Überschau Bar eine heiße Schokolade und drehe eine gemütliche Runde um den Schornstein und lasse die nordische Stimmung auf mich wirken. Das ist wirklich beeindruckend und so hole ich mir einen zweiten Kakao und drehe eine zweite Runde.

    Mittlerweile nähern wir uns der engsten Stelle unserer Schärenfahrt. Zum Schutz von Stockholm wurde im Jahr 1735 die Festung Fredriksborg fertiggestellt und war zu ihrer Zeit eine der stärksten Europas.


    Je mehr wir uns Stockholm nähern desto größer wird die Anzahl der Ferienhäuser. Gegen halb acht ist die schwedische Hauptstadt in der Ferne zu sehen. Für mich wird es jetzt Zeit, unter die Dusche zu kommen.