RB Was verbindet im Jahr 2005 "Der Tod auf dem Nil" mit der Rose von der Elbe ?

  • Pima, sehr schick.

    Und wie lange haben die Mokkasins Made in Egypt (oder Taiwan ?) gehalten ?

    das ist jetzt eine prima Frage, die ich ehrlich beantworte:

    Sie wurden daheim bald entsorgt, denn ich habe schnell mit rot-verfärbten Strümpfen kämpfen müssen. Und barfuß ging dann gar nicht.

    Aber der Händler war so was von glücklich, dafür hat sich der Kauf doch auf jeden Fall gelohnt.

    LG
    Siegrid

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • das ist jetzt eine prima Frage, die ich ehrlich beantworte:

    Sie wurden daheim bald entsorgt, denn ich habe schnell mit rot-verfärbten Strümpfen kämpfen müssen. Und barfuß ging dann gar nicht.

    Aber der Händler war so was von glücklich, dafür hat sich der Kauf doch auf jeden Fall gelohnt.

    Danke für die Info. Hatte ich vermutet und daher auch diese Frage gestellt.

    Fast immer ist die Qualität der ägyptischen Plagiate sehr grenzwertig, mal etwas vorsichtig formuliert. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

    "Alles Original Kopie", hat mir mal ein ägyptischer Händler augenzwinkernd und zweideutig gesagt. Ich mag diese schlitzohrigen arabischen Händler. Sie sind für mich allerbeste Verkäufer. Sie werden bereits als Händler geboren.

    2 Mal editiert, zuletzt von Wupperschiff (16. Januar 2021 um 11:10)

  • Freitag, 8. April 2005

    Um 6 Uhr morgens frühstücken wir noch ganz verschlafen. Trotzdem stehen „Meiers, kommen Sie“ pünktlich um 7 Uhr an der Rezeption. Theben West, genauer gesagt das Tal der Königinnen, soll heute früh besucht werden.

    Schon morgens ist die Hitze fast unerträglich, es weht kein Lüftchen. Im Tal der Königinnen fanden hauptsächlich Herrscher-Gemahlinnen und Prinzen ihre letzte Ruhestätte. Auch hier sind nur einige von 70 gefundenen Gräber für Besucher geöffnet, von denen wir 3 mit unserem Ticket besichtigen können.

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    Die Gräber sind zwar viel kleiner und schlichter als die Königsgräber, aber dafür auch nach tausenden von Jahren von überwältigender Schönheit und Farbe. Das Grab der Nefertari gilt als das Schönste, ist aber zurzeit für Besucher leider geschlossen.

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    Herr K. kennt fast alle Gräber und hat somit eine Vorauswahl getroffen. Wir besuchen die Gräber von Königin Titi, Amun-hir-Khopshef, Sohn von Ramses II sowie Prince Khamwese, Sohn von Ramses III.

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    Vor jedem der Gräber steht natürlich auch wieder ein Wärter. Besonders bemerkenswert ist ein Wächter, der uns freundlich ein Stück Pappe als Fächer in die Hand drückt. Bei Rückgabe hat er sich dadurch so manch ein Bakschisch verdient.

    Bevor wir wieder an Bord gehen stoppen wir nochmals beim Ramesseum, dem Totentempel des Ramses II. In der Tempelanlage wurde der Totenkult zelebriert. Die Überreste der Tempelanlage sind beträchtlich.

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    Der Tempelaufbau entspricht dem traditionellen Muster der Tempel des Neuen Reiches mit i Vorhöfen, Säulenhalle, Vorräumen, Heiligtum und Nebenräumen. Der ganze Komplex war von einer Ziegelmauer umgeben. Im Innenhof liegt die umgestürzte Kolossalstatue von Ramses II.

    Wieder ist es ganz erstaunlich, was Herr K. alles berichten kann und das ohne jegliche Lektüre dabei zu haben. Auch auf Fragen jeglicher Art antwortet er prompt und zuverlässig

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    Heute ist er leicht erkältet, hat aber trotzdem seinen sonnigen Humor nicht verloren. Für jeden Gast hat er einen Namen, so bin ich die Rose von der Elbe und Roland ist der König von Hamburg.

    Er erzählt uns, dass Droschkenfahrer Balladen von Bakschisch erfinden, um an selbiges zu kommen. Darüber hinaus erfahren wir z.B., dass ein Busfahrer um die 300 Pfund (40 Euro) Monatslohn erhält, ein Kellner aber nur 150 Pfund verdient.

    LG
    Siegrid

  • Wir bekommen feuchte, erfrischende Waschlappen und heißen Tee gereicht, als wir wieder an Bord der MS Hamees gehen.

    Mit etwas Verspätung gegen 12 Uhr legt das Schiff endlich ab und wir gleiten den Nil stromaufwärts mit dem Tagesziel Edfu, das wir erst gegen 21 Uhr erreichen werden. Jetzt haben wir endlich einmal Freizeit. Nach dem Mittagessen in Büfettform geht es an Deck, allerdings in den Schatten.

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    Der Nachmittag verläuft geruhsam. Einziger Höhepunkt ist die Passage der Schleusenanlage von Esna.

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    Um 19 Uhr sind wir zum Empfang geladen.

    Hier werden Häppchen und Cocktails gereicht, und die Schiffsmannschaft stellt sich vor. Anschließend wird ein Galadiner mit 5 Gängen serviert.

    Da wir auch morgen früh bereits um 6 Uhr frühstücken wollen, wird auch der heutige Abend an Deck nicht allzu spät.

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    LG
    Siegrid

  • Liebe Siegrid uschisiggi - danke für die neuerlichen schönen Impressionen. Ganz genial finde ich ja die letzten beiden Bildern von der Karim. Klasse Schiff, da fühlt man sich ja wirklich gleich wie bei Agatha Christie und sucht Hercule Poirot auf dem Außendeck. Freue mich auf mehr. Schönen Sonntag.

  • Liebe Siegrid uschisiggi - danke für die neuerlichen schönen Impressionen. Ganz genial finde ich ja die letzten beiden Bildern von der Karim. Klasse Schiff, da fühlt man sich ja wirklich gleich wie bei Agatha Christie und sucht Hercule Poirot auf dem Außendeck. Freue mich auf mehr. Schönen Sonntag.

    Da wäre ich auch sehr gerne mal an Bord gegangen. Aber schon als Fotomotiv machte sie sich toll.

    Die Fotos haben alle optisch einen Grauschleier, das lag an der schwirrenden Luft aufgrund der Hitze. Mit Regen braucht man in Ägypten ja so gut wie nicht zu rechnen.

    LG
    Siegrid

  • Mannomann, Siegrid uschisiggi , was für ein beeindruckender Bericht! Ich spüre förmlich die flirrende, staubige Hitze, trotz Schneegestöber draußen. Danke für die Mühe!!

    LG

    Jutta

  • Samstag, 9. April 2005

    Schon wieder Frühstück um sechs Uhr! Und das nur, weil wir auf Studienreise sind. Die übrigen Passagiere „dürfen“ ausschlafen, wir „müssen“ den wunderbaren Horus-Tempel von Edfu, die am besten erhaltene ptolemäische Anlage in Ägypten besuchen!!!

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    Aber Spaß beiseite, natürlich sind alle putzmunter um 7 Uhr an der Rezeption und warten auf Herrn K. Der hat bereits Kutschen für den 4 km langen Weg zum Tempel geordert, die am Ufer auf uns warten. Immer zu viert steigen wir ein und los geht’s.

    Schon nach wenigen Metern Fahrt beginnen die angekündigten Balladen des Kutschers, aber wir bleiben eisern, denn erstens ist die Fahrt bereits bezahlt und zweitens gefällt uns die Behandlung des Pferdes gar nicht. Allzu häufig kommt die Peitsche zum Einsatz.

    Die kurze Fahrt endet direkt an der zum Tempeleingang führenden Straße in einem Bazar. Eifrige Händler sind sehr gut auf diese Flut von Touristen eingestellt und sind auch sofort mit Galabeas, Wasserpfeifen, Papyrusbildern und sonstigen "interessanten" Dingen zur Stelle. Wenn man einem solchen Überangebot an "nützlichen" Dingen ausgesetzt ist, gibt es nur noch eine Devise: Augen zu und durch.

    Wir ignorieren die vielen Sprüche wie "Winterschlussverkauf" und "Alles gratis, heute kaufen und morgen bezahlen". Am Eingang des Tempels dann das übliche Bild mit Touristenpolizei und Sicherheitskontrolle.

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    Der Horus Tempel in Edfu fällt von außen schon allein durch seine imposante Größe und die schönen Reliefs auf. Man sagt, es sei die besterhaltene Anlage Ägyptens, erbaut von 237 - 57 v. Chr. und dem falkenköpfigen Gott Horus geweiht, dem Sohn des Götterpaares Isis und Osiris.

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    Links vor dem Eingang zur Säulenhalle steht eine große Granit-Statue des Horus. Der Horus-Falke trägt die Doppelkrone als Symbol für Ober- und Unterägypten.

    Faszinieren tun mich auch die zahlreichen Hieroglyphen. Herr K. kann uns viel darüber berichten. Ich entdecke auch immer wieder mein Lieblingstier, die Eule.

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    Im Allerheiligsten findet man einen Nachbau der heiligen Sonnenbarke. Im Horustempel ist das Heiligtum noch fast unversehrt, dort wurde die jeweilige Gottheit in Form einer Statur aufbewahrt. Zu diesem Raum hatte nur der Hohepriester, im Auftrag des Pharaos, oder der Pharao selbst, Zutritt.

    Interessant ist noch der "Chemieraum". Hier sind etliche Rezepte aufgelistet, komplette Anleitungen usw., um diverse Tränke, Salben und Sonstiges herzustellen.

    Kurz vor neun sind wir wieder zurück an Bord nicht ohne zuvor fluchtartig die Droschke verlassen zu haben unten den fluchenden Schimpfworten des Fahrers, der ja nur allzu gern noch ein zusätzliches Trinkgeld gehabt hätte.

    LG
    Siegrid

  • Die MS Hamees legt auch sofort ab, denn es liegt heute noch eine lange Tagesetappe vor uns. Am späten Abend sollen wir bereits Assuan erreichen.

    Der Tag an Bord vergeht irgendwie im Flug, wird unterbrochen durch eine private Schiffsführung mit Besuch des Motorenraums, der Küche und der Brücke, ein reichhaltiges Mittagsbüfett, Karten schreiben, lesen, einkaufen (Polohemd mit Stickerei-Eule, dem ägyptischen „M“ für 10 Euro).

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    Hier ein leider (zu) dunkles Bild von der Lounge an Bord.

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    Und um 15 Uhr steht auch noch eine weitere Tempel-Besichtigung auf unserem Programm: das Doppelheiligtum von Kom Ombo, das dem Krokodilgott Sobek und dem falkenköpfigen Horus geweiht ist.

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    Wir können direkt vom Anleger zu Fuß dorthin. Und es ist inzwischen heiß, sehr heiß sogar, so dass uns Herr K. jetzt mit kühlendem Kopftuch überrascht.

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    Ein Relief in der Tempelanlage fasziniert uns besonders. Es zeigt den ägyptischen Kalender. Man erkennt, dass unser Kalender dem damaligen der Ägypter ähnelt. Die Woche hatte früher 10 Tage, ein Monat 30 Tage, das Jahr 360 Arbeitstage plus 5 Festtage die nicht mitgezählt wurden, also damals schon 365 Tage. Alle 30 Jahre wurde ein Fest gefeiert, das 7 Tage dauerte, und nicht mitgezählt wurde, um das Schaltjahr auszugleichen.

    Der Tempel von Kom Ombo muss insbesondere auch der Medizin gedient haben. An der Nordwand des Tempels ist ein ganzer Schrank mit chirurgischen Instrumenten abgebildet. Wenige Meter weiter wird in aller Deutlichkeit die Geburt eines Kindes gezeigt. Als weitere Besonderheit können in einem Vorbau des Tempels Mumien von heiligen Krokodilen bewundert werden.

    Vor dem Tempel werden wir von einem Fotografen zum Gruppenfoto gebeten. Natürlich kommt auch Herr K. mit weißem Turban als „Prophet von Kairo“ mit aufs Bild.

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    Da ein Abzug nur 2 Euro kosten soll, willigen alle Familien ein und bestellen einen solchen. Die Fotos werden morgen an Bord der MS Hamees geliefert.

    Zur Tea-time sind wir wieder an Bord. Neben Tee oder Kaffee werden auch immer Kekse und Salzgebäck gereicht. Um 20 Uhr gibt es ein abwechslungsreiches Büfett. Und morgen früh werden wir wieder um 5.30h geweckt.

    LG
    Siegrid

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    Ganz links im Bild, der deutsche Vorzeige-Tourist.

    Modische braune Sandalen, schicke graue Socken und dazu passend die Original-Feldmarschall-Rommel-Hose, Modell El Alamein 1942.

    Ganz anders dagegen und tatsächlich schick, das Paar ganz rechts im Bild. Modische, zeitlose Leinenhosen, gefällige modische Bluse und Hemd, obwohl schon 15 Jahre her.

    ps

    Damals wie heute gilt in Ägypten außerhalb einer touristischen Hotelanlage eine kurze Hose als Unterhose und gilt bei den Ägyptern als respektlos.

    2 Mal editiert, zuletzt von Wupperschiff (17. Januar 2021 um 12:46)

  • Liebe uschisiggi , einen interessanten Eindruck vermittelst Du uns von Eurer Reise, in ein Land, das ich wohl nie besuchen werde. Mich zieht es dort nicht hin, ich bin aber tief beeindruckt von den Bildern und Deinen Beschreibungen. Die kulturellen Stätten sind sicher einen Besuch wert, für mich hier wenigstens virtuell aber auch auf diesem Weg gilt wenigstens ein bisschen : " Reisen bildet ".

    Danke für Deine Mühe, uns mit auf diese virtuelle Reise zu nehmen.

    Gruß Joni

    Leider schon vorbei:

    MSC Armonia Östliches Mittelmeer 06/2011
    Costa Pacifica Metropolen der Ostsee 08/2013
    Mein Schiff 1 alt Hamburg trifft Mallorca 09/2015
    Mein Schiff 3 Südnorwegen mit Kopenhagen 08/2017

    Mein Schiff 1 Hamburg nach New York 08-09/2022

    Mein Schiff 7 Kanaren mit Madeira 12/2024 - 01/2025

    MSC Preciosa Norwegen mit Nordkap 06/2025

    Traumreise ohne Schiff:

    Mit dem Wohnmobil durch den Westen Kanadas 08/2018

  • Liebe uschisiggi , einen interessanten Eindruck vermittelst Du uns von Eurer Reise, in ein Land, das ich wohl nie besuchen werde. Mich zieht es dort nicht hin, ich bin aber tief beeindruckt von den Bildern und Deinen Beschreibungen. Die kulturellen Stätten sind sicher einen Besuch wert, für mich hier wenigstens virtuell aber auch auf diesem Weg gilt wenigstens ein bisschen : " Reisen bildet ".

    Danke für Deine Mühe, uns mit auf diese virtuelle Reise zu nehmen.

    Gruß Joni

    Was spricht gegen eine Visite in Ägypten ?

    * Vorurteile oder belastbare Fakten die gegen Ägypten sprechen ?

  • Sonntag, 10. April 2005

    Nicht nur wir wollen uns im Steinbruch von Assuan den unvollendeten Obelisken ansehen. Also heißt es natürlich mal wieder früh aufstehen. Um 5.30 Uhr klingelt der Wecker und um 7 Uhr starten wir unser Tagesprogramm.

    Assuan liegt ungefähr 750 km südlich von Kairo. Im gesamten Ballungsraum gibt es ca. 400.000 Einwohner, vor allem Nubier mit einer dunkleren Hautfarbe als die arabischen Ägypter.

    Assuan ist ein Bilderbuch-Ort. Feluken mit geblähten Segeln auf dem Nil begeistern uns. Angesichts von Temperaturen, die im Sommer auf 50°C und mehr steigen können, hat das Leben hier seinen eigenen, sehr langsamen Rhythmus.

    Der Aga Khan ließ sich hier 1957 beisetzen, weil er Assuan schon zu Lebzeiten als schönsten Fleck der Erde empfand. Und Agatha Christie schrieb hier im Old Cataract Hotel ihren Krimi „Tod auf dem Nil“. Aber dazu später mehr.

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    Mit einem Minibus fahren wir zu den Steinbrüchen, die einige Kilometer nördlich von Assuan liegen. Vor dem Eingang befinden sich riesige Trauben von Touristen. Aber Herr K. wäre nicht Herr K., wenn er nicht sofort das Kommando „Meiers, kommen Sie“ ausrufend sich an der Seite der Menge vorbeidrängeln würde. Kaum zu glauben, aber „Meiers kommen Sie“ befindet sich wenig später bereits auf dem Steinbruchgelände.

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    Von hier stammt der berühmte Assuan Rosengranit. Über viele Jahrhunderte hinweg wurden hier Obelisken, Statuen und Säulen hergestellt mit Hunderten von Handwerkern, die viel Jahre benötig haben, um einen großen Obelisken aus dem Granit zu schlagen und zu bearbeiten.

    Die Attraktion des Steinbruchs verdanken wir dem Pech eines antiken Steinmetzes: ein nur halb aus dem Fels geschlagener 41,45 m hoher Osiris-Obelisk, der knapp 1.200 t (!) schwer ist.

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    Er ist auch unter dem Namen Unvollendeter Obelisk bekannt. Vermutlich haben mehrere Risse, die während der Bearbeitung auftraten, zu einem Abbruch der Arbeiten geführt. Der unvollendete Obelisk wäre der größte, jemals erstellte gewesen.

    Um einen guten Überblick zu haben, müssen wir den Steinbruch – auf befestigtem Weg – erklimmen. Vom Fuß des Obelisken aus hat man schließlich tolle Fotomotive.

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    Unser nächstes Ziel ist der Isis-Tempel von Philae, südlich von Assuan auf der Insel Agilkia gelegen. Nur mit einem Motorboot erreichen wir die kleine Insel.

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    Bis 1898 lag die heilige Insel mit dem Tempel Philae das ganze Jahr oberhalb der Wasserfläche. Mit dem Bau des Alten Staudamms wurde sie dann allerdings monatelang vom Wasser des künstlichen Sees umspült und war nur in der Trockenzeit zu besichtigen. Deshalb wurde die Tempelanlage von 1972 an in 8 Jahren Bauzeit abgebaut und auf der nur 500 m entfernten Insel Agilkia an einem höheren Standort wiederaufgebaut.

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    Philae ist rund 1800 Jahre alt und der Göttin Isis, Göttin von Erde, Wasser, Mond, Unterwelt gewidmet. Wir sehen wieder zahlreiche Abbildungen an den Wänden. Die Götter werden immer mit unterschiedlichen Kopfbedeckungen gezeigt. Die Göttin Isis erkennt man an einem Stuhl auf dem Kopfschmuck.

    Mit uns besichtigen hunderte von Touristen die Tempelanlage, besonders auffällig sind dabei die Amerikaner. Sie fallen dadurch auf, dass sie orangefarbene Sicherheitsschwimmwesten tragen.

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    Herr K. hat dafür nur einen Kommentar übrig: „von wegen Sicherheit! Wenn Terroristen ein neues Attentat planen und amerikanische Touristen ins Visier nehmen wollen, so brauchen sie nicht lange recherchieren. Die Amerikaner kennzeichnen sich selbst!“

    Bevor wir wieder zurück auf die MS Hamees fahren legen wir noch einen Stopp bei einem Hersteller von reinen Duftessenzen ein. Uns wird ein kleiner Vortrag gehalten, anschließend dürfen wir verschiedene Düfte testen. Roland lässt sich von einem Mitarbeiter seinen schmerzenden Daumen massieren, auch Frau T. testet eine Aromahandmassage. Schließlich erwerben wir eine japanische Minimenge von Lavendelöl und einen schönen Perfumflakon (alles für einen Geburtstag gedacht).

    LG
    Siegrid

    Einmal editiert, zuletzt von uschisiggi (18. Januar 2021 um 15:34)

  • Und das ganze ohne moderne Hilfsmittel errichtet, oft unter Zuhilfenahme von Gestirnen. Ich bin immer wieder nachhaltig begeistert. Dankeschön uschisiggi

  • Nach dem Mittagessen haben wir offiziell Freizeit bis 16.30h. Das Nachmittagsprogramm sieht den Besuch eines nubischen Hauses (entpuppt sich als normales Restaurant - allerdings mit idyllischer Lage -) und den Bummel über den Basar von Assuan vor.

    Wir nutzen die Freizeit für einen individuellen Basarbummel aus. Von 13.30h bis 16.00h erleben wir ägyptisches Leben pur bei voller Mittagshitze. Außer uns beiden sind praktisch keine Touristen hier unterwegs. Die kommen laut Programm (siehe auch unseres) immer erst am frühen Abend und ob man es glaubt oder nicht, dann ist der gleiche Basar nicht wieder zu erkennen. Das gesamte Warenangebot ist dann ein anderes, auf die Touristen zugeschnittenes.

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    Der Basar verläuft vom Bahnhof Assuan aus (bequem zu Fuß vom Schiff aus zu erreichen) parallel zum Nil kilometerlang durch schmale, staubige Gassen. Es werden hauptsächlich Gemüse, Obst und Gewürze angeboten, aber auch Brot und frisches Fleisch sowie getrocknete Fische. Lebende Hühner und Tauben (gelten als Spezialität) werden zum Verkauf angeboten, vereinzelt auch Tücher, T-Shirts und andere Souvenirs.

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    Wir kaufen eine Postkarte mit ägyptischen Zahlen, dann ein Papyrus-Blatt für 25 Pfund (erster Preis 100 Pfund). Am Straßenrand schauen wir einem uralten Ägypter zu, der Schuhe repariert. Für ein Bakschisch lässt er sich fotografieren.

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    Eigentlich wollen wir dann schon umdrehen, auch weil die Hitze fast unerträglich wird. Aber in ein Geschäft möchte ich doch noch gerne und entscheide mich spontan für das einer jungen Frau (in/vor den anderen Läden stehen/sitzen fast nur junge Männer). Das Angebot ist umfangreich, in hinteren Teil des Ladens findet man einige Raritäten. Ich frage nach einer Eule, dem ägyptischen „M“, aber zunächst werde ich nicht verstanden.

    Es werden uns zahlreiche Horus-Falken präsentiert. Aber dann macht es doch „klick“, ein junger Mann flitzt in die Nachbarschaft und kommt wenig später mit einer schönen Eule zurück. Derweil haben wir uns in eine kleine göttliche Barke aus Stein verguckt. Die Preisverhandlungen für beide Stücke sind langwierig. Schließlich einigen wir uns auf 13 US$ und bekommen sogar noch zwei türkisfarbene Scarabäus-Käfer geschenkt.

    An der Kasse hängt ein ägyptischer Kalender. Hier darf ich mir sogar noch das heutige Kalenderblatt abreißen.

    LG
    Siegrid

  • Zurück auf dem Schiff springen wir unter die Dusche, trinken einen Tee und schon geht das Nachmittagsprogramm los.

    Das nubische Haus liegt oberhalb von Assuan und hat eine schöne Terrasse mit phantastischer Aussicht auf den Nil. Unter „Besuch eines nubischen Hauses“ haben wir uns zwar etwas anderes vorgestellt, aber sei’s drum.

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    Herr K. wird mit Handschlag begrüßt und uns wird ein schöner Tisch angeboten. Zunächst probieren wir kalten Malventee (den berühmten Karkadee), dann Pfefferminztee mit frischer Minze. Dazu gibt es Gebäck und Salziges. Hier wollen wir in netter Gesprächsrunde einen romantischen Sonnenuntergang beobachten.

    Allerdings sind wir nicht allein. Innerhalb der nächsten Minuten treffen zahlreiche Touristenbusse ein.

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    Die Sonne geht kurz nach 6 Uhr unter, es werden Fotos geschossen

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    und gleich darauf springt Herr K. – wieder einmal als erster – auf: Meiers, kommen Sie. Darauf folgt der trockene Kommentar von Frau S., die sich ansonsten sehr zurückhält: Sonne unten, Meiers weg.

    Der Bus bringt uns jetzt zum Basar. Wie erwartet, handelt es sich um die gleiche Straße, die wir heute Nachmittag bereits besucht haben. Aber welch ein Unterschied zu nachmittags.

    Jetzt strömen Touristenmassen von den Schiffen durch die Basargassen. Alles typisch Ägyptische ist verschwunden, man sieht kaum noch Frauen auf der Straße, dafür umso mehr T-Shirts, Wasserpfeifen, Zigarettenstangen, Tücher und Geschenkpackungen von Gewürzen. Das blaue „Gewürz“ entpuppt sich dabei als Farbstoff Indigo. Der wird wegen der schönen Farbe einfach mitten in die Gewürzpalette drapiert.

    Aus jedem Laden kommt ein junger Ägypter gestürzt und versucht mittels vieler Worte, die Nationalität der Touristen zu erkunden, um dann in entsprechender Sprache seine „einzigartigen“ und besonders günstigen Waren anzupreisen.

    Eigentlich haben wir ja schon alles gesehen. Aber während die anderen Paare ein paar Geschäfte stürmen, entdecke ich etwas abseits ein kleines nubisches Geschäft mit Holzarbeiten. Eine aus Ebenholz handgeschnitzte „nubische Frau mit Kind“ fällt mir sofort in Auge. Die oder keine.

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    Aber die Verkaufsverhandlungen gestalten sich schwierig. Der junge Mann möchte 70 Euro, wir bieten lediglich 10 Euro an. Obwohl wir schließlich unser Angebot auf 15 Euro und 3 US$ erhöhen und auch in bar zahlen wollen, kommen wir nicht zum Abschluss. Seine Schmerzgrenze scheint bei 20 Euro zu liegen, und so lässt er uns unvermutet laufen. Eigentlich warten wir nur darauf, dass er uns hinterherläuft, aber er hat schon wieder neue Kunden. Da Roland die kleine Statue aber auch gefällt, kehren wir nach wenigen Metern mit 20 Euro in der Hand zurück und machen den Deal perfekt.

    Vor dem Abendessen ist Kofferpacken angesagt, denn morgen wechseln wir das Schiff. Die abschließende Getränkerechnung beläuft sich übrigens für 4 Tage auf 39 Euro für Wasser und Bier.

    LG
    Siegrid

  • Du weckst gerade wieder viele schöne Erinnerungen. Auf den Dünen hinter dem Grabmal von Aga Khan sind wir auf Kamelen in den Sonnenuntergang geritten :love:

    LG Susanne

  • Also ich finde auch, Ägypten hat was, nämlich das Gewisse Etwas. Man darf das Land nicht mit dem eigenen vergleichen, sondern man muss sich auf Land und Leute einlassen, dann verspürt man ihn, den Zauber der vergangenen Jahrtausende.

    Vielleicht war das vor 16 Jahren noch etwas anders, aber eine Kleingruppen-Reise würde ich auch heute noch immer wieder empfehlen.

    LG
    Siegrid