mit Blick auf ihren Nain-Teppich
oh wie schön. Nun weißt Du auch, wie der Ort aussieht, wo er hergestellt wurde.
LG Verena
mit Blick auf ihren Nain-Teppich
oh wie schön. Nun weißt Du auch, wie der Ort aussieht, wo er hergestellt wurde.
LG Verena
Guten Morgen Verena,
aufrichtigen Dank für die Fortführung dieses einmaligen Berichts - dazu noch mit so viel Hintergrund Informationen.
Ob ich in Nain hätte standhaft bleiben können, wage ich zu bezweifeln.
Freue mich auf Isfahan.
Ob ich in Nain hätte standhaft bleiben können, wage ich zu bezweifeln.
Ganz bestimmt. In Nain direkt gab es nämlch keine Teppiche zu kaufen. Dafür in Isfahan umso mehr. Und da sind auch nicht alle standhaft geblieben.
LG und weiterhin einen schönen Urlaub
Verena
@Bremerin
ja, ich stelle auch fest, dass die MÄNNER nicht in den Iran reisen wollen - meiner ja eher auch nicht -
Traumhafte Aufnahmen und Erklärungen - vielen Dank
Danke liebe Martina @Tina28 für Deine Rückmeldung. Ich bin selbst immer wieder geflasht, wenn ich die Fotos sehe und es fühlt sich so an, als ob ich wieder oder immer noch an diesem traumhaften Ort bin.
Hallo Katja @Wuchtbrumme So langsam habe ich den Eindruck, als ob sich hier im Forum genug Frauen finden, um gemeinsam diese Reise zu machen :joke:
Im Augenblick würde ich auch mal abwarten, aber die Lage scheint sich ja zum Glück wieder zu beruhigen.
LG Verena
Das ist eine richtig gute Idee, seit ich auf der Expo 2000 in Hannover den Stand des Iran besucht habe träume ich von Isfahan, für mich der Inbegriff von Orient! Ernsthaft habe ich mich mit dem Thema ( also dorthin reisen) nie befasst, weil ich religiösen Fanatismus - eigentlich allen Fanatismus ablehne, aber vielleicht besteht ja noch eine Chance, Persien ist 3500 Jahre alt, da wird sich das Ajatollah Regime auch irgendwann erledigt haben. Es gibt den Willen dazu, das sieht man ja, aber abwarten! Zur Not würde ich mich überwinden und ein Kopftuch tragen, aber irgendwie sehe ich damit total doof aus, wie ich wieder feststellen musste, als ich meine Fotos vom Moschee Besuch im Oman begutachten durfte !
Verena, @Bremerin
Hatte ich schon geschrieben, dass ich die Aufnahmen ganz brauchbar finde. ![]()
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Gruß Micha
Verena @Bremerin
die Aufnahmen sind prima ![]()
Und dieser 400 Jahre alte Platz ist einfach nur bezaubernd.
Vielen lieben Dank für die Berichterstattung ![]()
LG, Gesa
Vielen Dank Micha @OHV_44 für Dein Lob. Für den Anfang bin ich auch ganz zufrieden. Ich hoffe, dass ich dann bald auch mal die Muße habe kräftig zu üben.
LG Verena
@Flavia Ich denke schon, dass Ihr inzwischen genug Frauen hier im Forum seid für eine eigene Reisegruppe (ab 4 Tln. für skr die Reise durch). :joke:
Was das Kopftuch anbelangt, so habe ich mir im September extra für diese Reise ein wunderschönes leichtes Tuch in Venedig gekauft, das ich die meiste Zeit über getragen habe. Und ich muss sagen, es sah richtig schick aus, obwohl ich sonst überhaupt nicht der Typ für Tücher und Hüte bin. Und ohne dass ich nun dem Kopftuch-Tragen das Wort reden will, so muss ich doch feststellen, dass es an heißen Tagen erheblich angenehmer war als die caps, die ich sonst immer trage, weil die 'Durchlüftung' viel besser war.
VG Verena
@Gabi46, @deern vonne elw, @Zwergnase
Ich sage danke für Eure liebe Rückmeldung und den Ansporn weiter zu schreiben (den ich daraus ableite).
@Zwergnase, was Du schreibst zum iran und seinen totalitären Strukturen, das hat mich auf der Reise auch beschäftigt. Natürlich hat uns unser Führer auch viel von der Geschichte Irans seit 1950 erzählt, und so kann ich manches heute besser verstehen. Das alles in einem solchen Reisebericht wiederzugeben wäre wahrscheinlich viel zu umfangreich. Aber ich werde gleich kurz darauf eingehen.
LG Verena
Fortsetzung Reisebericht mit ein wenig Text
Es sind immer wieder Fragen und Hinweise zum politischen System und der Einschränkung der Freiheit im Iran aufgetaucht. Natürlich haben wir auf der Reise auch viel über aktuelle und vergangene Politik diskutiert. Das alles wiederzugeben würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Einige wenige Ereignisse, die zum Verständnis wichtig sind, will ich hier aufzählen.
1. Nach der Verstatatlichung der Erdölindustrie im Jahr 1952 durch den gewählten Präsidenten Mossadeq wollten die Briten im Iran einmarschieren und haben die USA um Hilfe gebeten. Truman lehnte ab. Der nächste Präsident Eisenhower war zwar auch skeptisch, ließ aber den für den Nahen Osten zuständigen CIA-Agenten Kermit Roosewelt einen Plan entwickeln, der dann letztendlich auch zum Sturz von Mossadeq führte: Roosewelt bestach einen Teil der Presse und bezahlte Schlägerbanden dafür, dass sie Unruhe im Land stiften und den Iran an den Rand eines Bürgerkrieges bringen. Als die Stimmung extrem aufgeheizt war, wurde Mossadeq abgesetzt. Auf diesem Verhalten der USA, einen legal gewählten Präsidenten durch den CIA stürzen zu lassen, basiert ein großer Teil der bis heute andauernden Feindschaft zu den USA.
2. Nach der Machtergreifung der Mullahs ist der Schah in die USA geflogen, um dort seine Krebserkrankung behandeln zu lassen. Als dies im Iran ruchbar wurde, flammte die alte Wut wieder auf, und eine größere Gruppe von Studenten besetzte die amerikanische Botschaft in Teheran, um die Auslieferung des Schahs zu erzwingen. Diese dauerte 444 Tage und wird bis heute - trotz der weltweiten Ächtung des Iran für das Brechen der diplomatischen Immunität - in den USA als große Demütigung empfunden.
3. Nach dem Umsturz und der Vertreibung des von großen Teilen der Bevölkerung verhassten Schahs hat Ajatollah Chomeini anfangs ziemlich gemäßigte Reformen versprochen, und nach einem Referendum im April 1979 wurde die islamische Republik Iran ausgerufen.Nach einem Putschversuch gab es große Säuberungsaktionen, und ein großer Teil des als schahtreu geltenden Militärs wurde entlassen. Diese Situation hat 1980 Saddam Hussein ausgenutzt, um in den Iran einzumarschieren, und es schloss sich ein 8-jähriger Krieg an, in dessen Verlauf die Macht des Revolutionsrates immer mehr gefestigt wurde und alle Parteien, die bis 1980 existierten, verschwanden.
Und als letztes kann ich vielleicht noch anmerken, dass ein demokratisch-parlamentarisches System, wie wir es in Europa haben, in Asien eher selten vorkommt. Im gesamten Nahen Osten regieren entweder Scheichs seit Jahrhunderten oder eben die Mullahs oder sonstige mächtige Männer, die davon ausgehen, dass sie selbst am besten wissen, was das Volk braucht.
So, ich mach mal Schluss, sonst wird es zu viel zu lesen.
31.10. in Isfahan
Heute starten wir um 8.45 bei strahlendem Sonnenschein zu Fuß. Vom Hotel aus geht es nach rechts zum Eingang des alten Basars. Hier ist noch nicht viel los, weil die Läden erst um 10.00 öffnen. Aber unser Ziel war auch die Jame-Moschee (Weltkulturerbe), die alte Freitagsmoschee. Wahrscheinlich wurde bereits im 8. Jahrhundert die erste Moschee an dieser Stelle gebaut, die dann in den folgenden
Jahrhunderten um prächtige Kuppeln erweitert wurde. Assasaniden haben die Moschee zu Beginn des 12. Jh. fast komplett zerstört, nur die beiden Kuppeln haben das Feuer überstanden.
Der anschließende Neubau erfolgte im Stil einer Vier-Iwan-Hofmoschee (ein Iwan ist eine hohe, einseitig offene Halle, die von einem Tonnengewölbe überdeckt wird), die sich bis heute erhalten hat.
Die Moschee ist von innen recht schlicht. Das Dach hat viele kleine Kuppeln, deren Ziegel unterschiedliche Muster aufweisen. Da die Iwane später entstanden sind, weisen sie bunte Muster auf.
Wir haben uns die Räume von innen sowie den Innenhof angesehen. Da die Iwane in verschiedenen
Epochen gebaut worden sind, kann man hier gut die Entwicklung der Baustile hin zu immer mehr Farbigkeit und Differenziertheit verfolgen.
Die alten Gebäude müssen ständig instand gehalten werden. So waren auch immer wieder Teile eingerüstet, und man sah Arbeiter bei ihrer mühevollen Kleinarbeit
Die Ausmaße der Moschee lassen sich vielleicht anhand dieses Modells erahnen:
Hallo @Bremerin , vielen Dank für Deinen wunderbaren Reisebericht mit den tollen Fotos!!! Ich freue mich immer schon auf die Fortsetzung!
Anschließend schlenderten wir - wie fast jeden Tag - durch den Basar, wo die Gewürzstände mal wieder ein Fest für die Sinne waren.
Die Kopftücher hingegen entsprachen nicht so ganz meinem Geschmack. Interessant ist, wie viel Haar hier zu sehen ist
Da es in Isfahan ähnlich wie in Shiraz große Bemühungen gibt, die alte Bausubstanz aufzuwerten und diese Orte attraktiver zu gestalten, hat man die früher vorhandenen Autostraßen unter die Erde verlegt
und oben einen großen Platz gestaltet und Arkaden neu gebaut. Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen, aber man kann schon die Bemühungen erkennen.
Da wir mit dem Bus weiterfahren wollten, sind wir ins Untergeschoss runtergestiegen, wo uns tosender Autolärm und ein ziemlicher Abgasgestank entgegenschlugen.
Wir sind dann ins armenische Viertel gefahren, wo wir die armenisch-orthodoxe Vank-Kathedrale besichtigt haben, die über und über mit Bildern vom Leben Jesus Christus, dem jüngsten Gericht und weiterer biblischer Geschichte geschmückt war.
Auf dem Gelände befindet sich auch ein Museum, in dem die Geschichte des Genozids an den Armeniern in der Türkei dargestellt wurde sowie religiöse Gegenstände aus früheren Jahrhunderten ausgestellt waren. Die Armenier sind seit Beginn des 17. Jh. in Isfahan, und sie dürfen ihre Religion bis
heute -allerdings mit Einschränkungen - ausüben.
Anschließend sind wir zum Mittagessen in ein Café gegangen, wo es leckeren Cappuccino und ein genauso gutes Stück Käsekuchen gab.
Morgen geht's weiter mit der Besichtigung von Isfahan.
träum... schwärm... so beindruckend... ![]()
Und preislich hält die Route sich ja sogar noch in einem vertretbaren Rahmen, ich habe nämlich auf den Seiten von SKR gestöbert.
Also ich könnte ja, werde aber leider ausgebremst.
Waren eigentlich viele männliche Gäste auf Eurer Reise dabei liebe Verena @Bremerin ?
Waren eigentlich viele männliche Gäste auf Eurer Reise dabei
Liebe Siegrid, wir waren 12 Teilnehmer: 7 Frauen und 5 Männer. Ich weiß nicht, wieviel Überzeugungsarbeit die Frauen im Vorfeld leisten mussten; bei dem Mann meiner Freundin aus Bremen weiß ich, dass er sehr interessiert ist an alten Kulturen und deshalb gleich begeistert war. Am Ende der Reise haben sich alle uneingeschränkt positiv geäußert.
LG Verena
Weiter gehts mit Isfahan am 31.10.
Nach dem Mittagessen sind wir dann erstmal zum legendären Abbasi-Hotel gefahren und haben einen ersten Blick von außen auf das erstmal gar nicht so prächtig wirkende Hotel geworfen.
Auch dieses Hotel ist eine ehemalige Karawanserei, und sie wurde von Kaiserin Farah Diba in den 60-er Jahren geschmackvoll saniert. Fotos vom Innenhof, der wirklich traumhaft schön ist, folgen dann bei der Beschreibung des 1.11.
Genau gegenüber gab es diese Skulpturen zu bewundern:
Im 1. Stock des im Hintergrund erkennbaren Gebäudes war das Geschäft eines großen Teppichhändlers, wo wir dann (Thema: 'schwach werden') doch ein wenig mehr Zeit als gedacht verbracht haben. Auch wenn ich mir keinen Teppich gekauft habe, so war die Erklärung und Präsentation der verschiedenen Teppiche sehr interessant.
Danach ging es weiter zum Imam-Platz, der von den Einheimischen auch häufig 'Abbild der Welt' genannt wird. Er ist nach dem Tiananmen-Platz in Beijing der zweitgrößte Platz der Welt mit einer Länge von 510 m und einer Breite von 160 m. Für viele gilt er als der schönste Platz der Welt.
Er wird vollständig umschlossen von zweigeschossigen Gebäuden, die im unteren Geschoss Bogengänge haben. Hier sind heute Souvenirläden untergebracht. Zwei Moscheen, die Imam-Moschee und die Lotfulla-Moschee liegen an dem Platz
sowie der Ali-Qapu-Palast, dem der nun folgende Besuch galt.
Von der Terrasse aus hat man einen schönen Blick über den gesamten Platz
und auch die Decke ist sehenswert
Er wurde zu Beginn des 17. Jh. gebaut und diente dem König und seinen Gästen, um von der Terrasse aus dem Polospiel zuzuschauen. Während die unteren Stockwerke dem Personal vorbehalten waren, residierte oben der König mit seiner Familie. Besonders sehenswert ist der große Saal im 5. Stockwerk. Im Tong-Borie-Stil dekoriert kann man hier jede Menge Flaschen und Vasen erkennen. Diese Muster wurden aus Gips hergestellt und haben dem Raum eine sehr gute Akkustik verliehen, weshalb er auch Musikzimmer genannt wird.
So, jetzt geht's weiter mit den versprochenen Fotos vom Musikzimmer im Ali-Qapu-Palast:
Anschließend sind wir über den Imam-Platz geschlendert, an dessen Seiten sich der Basar befindet. Vorbei an einem Café im Freien
sind wir zu einem Laden gegangen, wo wir zuschauen konnten, wie Tischdecken und Läufer mit Modeln bedruckt wurden und schöne Motive entstanden.
Zum Abschluss sind wir noch ein ein ganz besonderes und ziemlich beliebtes Teehaus gegangen, wo von Teekannen bis hin zu Öllampen alles gesammelt wurde:
1.11. in Isfahan
Isfahan bietet so viele schöne und besuchenswerte Sehenswürdigkeiten. Um alles anzuschauen bräuchte man sicherlich eine ganze Woche. Wir haben uns heute auf drei weitere Sehenswürdigkeiten konzentriert, die wir alle zu Fuß erreichen konnten.
Gleich nachdem wir das Hotel verlassen haben, sahen wir, wie vor einer Moschee die Blumendekoration für eine Trauerfeier angebracht wurde.
Dann ging es weiter zum Chehel-Sotun-Palast mit seiner imposanten Gartenanlage aus der safawidischen Zeit (17. Jh.). Wenn man hereinkommt, führt ein 110 m langes Wasserbecken auf den Palast zu, vor dem eine Terrasse mit 20 Zedernholzsäulen steht. Da diese sich im Wasser spiegeln, wird er auch 40-Säulen-Palast genannt.
Auch hier wieder eine schön dekorierte Decke
Der Eingangsiwan ist mit Spiegelmosaiken dekoriert
In der Haupthalle dann große Fresken, die Empfänge von Würdenträgern und Schlachten darstellen,
während im nächsten Raum eher 'volkstümliche' Bilder sind
Hier noch ein Deckenausschnitt und eine geschnitzte Tür
sowie eine Seitenansicht
und ein Café
Der nächste Besichtigungsort ist ein weiteres Highlight: die Imam Moschee. (Ein Foto von der ganzen Moschee ist weiter oben in # 53. Sie gilt als eines der Meisterwerke islamischer Baukunst.
Um die Gebetsrichtung der Moschee in Richtung Mekka einzuhalten, geht man vom Eingangsportal nicht geradeaus hinein, sondern um eine Ecke herum. Ehe wir ins Innere gehen, noch zwei Fotos vom Innenhof
Besonders schön ist die riesige Kuppel auch von innen.
Und der Raum bietet eine Besonderheit: wenn man an einer bestimmten Stelle in der Mitte der Moschee in die Hände klatscht, wird dieses Klatschen als deutlich lauteres Echo wiedergegeben. Wenn er von hier predigte, erreichte der Immam alle Gläubigen in der Moschee.
Die Wände der Moschee sind über und über dekoriert von Fliesen und Intarsienarbeiten
In einem der Innenhöfe gab es ein paar Bäume und einen kleinen Teich
Da es nach diesen beiden Besichtigungen 12.00 war und die nächste Moschee geschlossen war, sind wir erst mal zu einem traditionellen Restaurant im Basar zum Mittagessen gegangen. Und wie die Iraner haben wir auf einem Podest gesessen mit einer Plastikfolie in der Mitte, wo dann die Speisen serviert wurden. Die waren wie immer ziemlich lecker wie auch der anschließende Tee.
Danach ging es dann zur Lotfullah-Moschee, die prächtige Privatmoschee, die ebenfalls am Imam Platz ist (Foto von außen s. #53). Ihre Kuppel ist gigantisch und entgegen der sonstigen Regel, dass in Moscheen keine Menschen und Tiere abgebildet werden dürfen, sieht man dort zwei Pfauen.
Alle Wände waren unten mit Kacheln und weiter oben mit Intarsienarbeiten dekoriert.
Anschließend gehen wir zurück zum Hotel, vorbei an Gewürzständen, wo die 10-Gewürze-Mischung wieder etwas anders angeordnet war.