Von Lissabon nach Valparaiso mit vielen Sehnsuchtszielen im November / Dezember 2014

  • Natürlich stoppen wir auch bei den „Los Dedos“ eine circa 5 Meter breite und 3 Meter hohe Steinskulptur in Form einer Hand, die an einem der Strände aus dem Sand emporragt.

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    Und der 1860 erbaute 45m hohe Leuchtturm ist genauso sehenswert

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    wie das extravagante weiße Haus CASA PUEBLO , in dem ein Museum und eine Kunstgalerie untergebracht sind.

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    Unterwegs fahren wir auch über die verrückteste Brücke, die man sich vorstellen kann. „Puente Leonel Vieira“, eine 1965 erbaute Brücke mit zwei Wellen im Profil. Erst machen wir seitliche Fotos, dann aber geht es bergauf, mit einer atemberaubenden "Talfahrt" hinunter und das Ganze noch ein Mal zurück. Eine Fahrt wie auf einer Achterbahn mit ganz viel Gejuchze im Fonds des Autos.

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    Diese Rundfahrt hat uns überraschend gut gefallen. Vor allem der Unterschied zu Brasilien ist eklatant. Wir verabschieden uns mit einem großzügigen Trinkgeld und entscheiden uns, vom Hafen aus direkt noch einmal in die Stadt zu laufen.

    An der Mole stehen viele Menschen, und wir bekommen irgendwie mit, dass sie dort Seelöwen füttern. Wollen wir auch oder nicht? „Das schauen wir uns genauer auf dem Rückweg an oder in 5 Tagen“, beschließen wir einstimmig.

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    Auf dem Rückweg sind die Tiere verschwunden, denn es gibt keine Fischer mehr, die den Fisch an die Touristen zur Fütterung verkaufen und der zweite Besuch wird nicht stattfinden, aber das wissen wir heute natürlich noch nicht.

    Was wir dann in Punta del Estes Straßen sehen, überzeugt nicht wirklich.

    Auf der bekannten CALLE 20, der südamerikanischen Rodeo Drive Avenue, sieht man viele teure Läden, die mit 50% off werben. In einen schauen wir hinein und entdecken eigentlich nur Ladenhüter. Einen Caféhausbesuch brechen wir wieder ab, als wir die Preise auf der Speisekarte sehen. Umgerechnet 10 € für ein Stück Torte, kann das sein? Wohl ja und stutzig macht uns auch, dass das zentral gelegene Café nur wenig besucht ist.

    Ein paar Straßen weiter im „Il Mondo della Pizza“ lassen wir uns trotz ohrenbetäubender Musik von einem der benachbarten Läden auf dessen Terrasse nieder und bestellen ein Burger Menü für zwei. Kostet rd. 22 US$ pro Paar und schmeckt – ganz frisch zubereitet – durchaus einmal anders als MCD. Einfach lecker!

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    Auf direktem Weg wollen wir zurück zum Schiff, entdecken dann aber noch einen kleinen Kunsthandwerkermarkt am Plaza General Artigas. Hier werden u.a. die bekannten, hier weitverbreiteten Mate-Becher mit Silberlöffel angeboten.

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    Den erlebnisreichen Tag beenden wir heute im Pologrill mit einem leckeren Filetsteak. In fünf Tagen wollen wir dann einen Friseur besuchen, den wir auf der Hauptstraße entdeckt haben und vielleicht ein Souvenir auf dem Kunsthandwerkermarkt erwerben. Unsere Freunde haben dort ja bereits ein Mate-Gefäß mit Bombilla erworben, aber ich konnte mich nicht so schnell entscheiden. Erst einmal gab es nur einen Magneten.

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    Punta del Este / Uruguay - Montevideo / Uruguay 148 Seemeilen

    LG
    Siegrid

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Liebe Siegrid uschisiggi

    Zumindest habt ihr ja schon einiges sehen können an diesem einen Tag. Anders wäre es doch sehr ärgerlich gewesen.

    Ich bin nach wie vor begeistert von deinem Bericht und den schönen Bildern :)

    Liebe Grüße

    Anette


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    Kanaren mit Agadir

    Wie schön, dass ich’s erleben durfte :)
    WMM mit Barcelona Okt. 14, MS1
    N. mit Nordkap Aug. 16, MS1
    Barbados - Mallorca April 17, MS5
    Ägäis mit Kreta Juli 18, MS2
    Adria mit Dubrovnik Juli 19, MS6 RB
    RB: Nicht perfekt...und irgendwie doch! Safari in Tansania, Okt. 19
    Blaue Reise 4 MS1, Okt. 20
    MM mit Andalusien MS3, Okt. 21
    N. mit Ålesund MS1, April 22
    Kurzreise Kopenhagen mit Göteborg, MS4, Mai 22
    Adria mit Korfu MS5, Juli 22
    Metropolen Aidasol, Okt. 22
    Winter in Schwedisch-Lappland, Dez. 23 RB
    Transatlantik MS1, April 23, Karibik - Gran Canaria
    Metropolen AidaNova, Dez.23
    ÖMM mit Zypern MS2, April 24
    Uganda Juli 24, Gorillas im Sonnenschein RB
    N. Kiel - Hamburg AidaNova, Okt. 24
    Kanaren mit Kapverden MS5, Feb. 25
    Kanaren mit Madeira AidaCosma, März 26
    Adria u. Italien MS4, Okt.26

  • Bei dem Casa Pueblo fiel mir gleich Gaudí ein: vielleicht war der Architekt ja ein Schüler oder zumindest Bewunderer von ihm?

    Ich lese Deinen Bericht weiterhin mit viel Begeisterung und freue mich immer auf die Fortsetzung.

    LG Verena

    Danke für Dein unverändertes Interesse an meinem Reisebericht liebe Verena. Und ein bisschen Ausdauer bedarf es auch noch, bis wir in Valparaiso ankommen. Jetzt nähern wir uns aber so langsam mit Buenos Aires dem Ziel des zweiten Abschnitts der Kreuzfahrt.

    Habe gerade hinsichtlich dem Casa Pueblo noch mal etwas nachgeforscht. Eine Verbindung zu Gaudi habe ich nicht gefunden.

    LG
    Siegrid

  • 29. November 2014 (Samstag)

    Montevideo / Uruquay

    Sonnenaufgang 6:26h – Sonnenuntergang 20:40h

    Wetter Sonne 29 Grad Liegezeit 8:00h bis 20:00h

    Trotz sonnigem Hochsommerwetter ist es nicht möglich, draußen zu frühstücken; es ist einfach zu windig! Später hören wir, dass kräftige Winde typisch sind, jedenfalls für Montevideo.

    Der große Schiffsfriedhof weckt nicht gerade Vertrauen.

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    Was erwartet uns wohl hier in der Hauptstadt Uruguays mit ihren rd. 1,3 Mio Einwohnern? Das Haus von Montevideo aus dem bekannten Film mit Heinz Rühmann sicherlich nicht.

    Wir sind mit 4 Amerikanern verabredet, die eine Tour mit einem englischsprachigen Guide gebucht haben. Gemeinsam verlassen wir kurz vor 9:00h die Marina und treffen wenige Meter entfernt bereits auf JAIME, der am Dock auf uns wartet. Der Mann ist ein typisches Exemplar eines Uruguayers. Er hat zum einen die Ruhe weg, sabbelt wie ein E..., schlürft Mate

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    und entschuldigt alles und nichts. Zunächst einmal warten wir auf Fahrzeug und Fahrer und warten und warten.....

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    Schließlich biegt doch noch ein Hyundai um die Ecke und mit ihm Gustavo, der vom Fahrzeug keine Ahnung hat. Wir steigen aber zunächst einmal alle ein, und Jaime teilt seinen Mate mit Gustavo.

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    Dann kann es losgehen. Wir fahren am Wasser entlang. Jaime weist stolz darauf hin, wie sauber und ordentlich hier alles ist. Da hat er wohl recht, denn Montevideo zählt nicht nur zu den zehn sichersten Städten Lateinamerikas, sondern ist zudem nach einer Studie die südamerikanische Stadt mit der höchsten Lebensqualität.

    Wir sind beeindruckt. Wirklich keine Polizei weit und breit zu sehen. „Die brauchen wir hier nicht“ doziert Jaime.

    Nach einem Kurzbesuch des Holocaust Memorials halten wir etwas weiter entfernt am Schriftzug MONTEVIDEO. Fotos davon zeigen den Namen vor der Stadt- und Strandsilhouette.

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    Danach geht es entlang der Boulevards von Denkmal zu Denkmal, kann man verkürzt sagen, wobei wir im Fahrzeug etwas entnervt sind.

    „Gustavo, bitte die Klimaanlage anstellen.“ „Ok!“ Plötzlich wird es heiß im Auto. Gustavo dreht an vielen Knöpfen, aber kühler wird es nicht. Fenster auf und Fenster zu. Durchzug. Alles sehr chaotisch.

    Roland schaut mal etwas intensiver auf das Armaturenbrett und meint, eine Klimaanlage gibt es überhaupt nicht.

    Das alles bringt unseren Jaime aber keinesfalls aus der Ruhe, vielmehr streut er ständig zwischen allen seinen Erklärungen ein: „Gustavo, you do a good job!“

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    Roland will auch mal als Uruguayer posieren

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    Bei einem Kunsthandwerkermarkt bekommen wir 10 Minuten (!!) Freizeit, die ich nutze, um im Schweinsgalopp eine Eule zu kaufen, wobei die Bezahlung in US $ die Kasse vor Probleme stellt.


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    Danach laufen wir entlang vieler Marktstände, und auch hier halte ich die Gruppe auf, denn endlich muss ein Mate Gefäß mit Löffel her.

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    Und dann?

    Ich kann mich beim besten Willen nur noch daran erinnern, dass wir auf einen großen Platz kommen, der sich schon ganz in der Nähe des Terminals befinden soll. Hier irgendwo essen gehen? Nein danke. Wir drücken dem Jaime wie vereinbart pro Person 50 US$ in die Hand und verschwinden ganz entnervt.

    Es ist heiß, es ist schwül, die Kleidung klebt am Körper - wir wollen nur eines, zurück auf die Marina und endlich wieder durchatmen.

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    Der Kopf hat wohl etwas gelitten!

    Als ich Roland bitte, an der Rezeption Waschmünzen zu besorgen, kommt er mit 20 statt mit 2 zurück und wundert sich über die Belastung des Bordkontos mit 40 US$. Auf Nachfrage erklärt er mir, dass der Rezeptionist sich auch gewundert und nachgefragt hätte. Aber er, Roland, hätte ohne Zögern geantwortet, wir hätten eben viel zu waschen. Am Abend bringe ich 15 Münzen zurück und gerate an den gleichen Herrn, der mir lächelnd versichert: Männer gibt es....

    Nach dem Abendessen geht es in die Marina Lounge zur Abschiedsshow, diese findet immer am vorletzten Abend statt, denn schon morgen müssen viele Gäste die Koffer packen. Wir aber noch nicht!

    Eine gute Nachricht vor dem Schlafengehen: Die Uhren werden wieder einmal verstellt. Eine Stunde zurück bedeutet eine Stunde mehr Schlaf, den können wir gebrauchen.

    Montevideo / Uruguay - Buenos Aires / Argentinien 140 Seemeilen

    LG
    Siegrid

  • Ich muss jetzt ergänzend noch etwas über den Mate schreiben. Es gibt in vielen südamerikanischen Ländern, aber besonders in Uruguay kaum etwas Traditionelleres als das Trinken von Mate. Er wird überall von allen Menschen zu jeder Tageszeit / Gelegenheit getrunken: auf der Straße, beim Einkaufen, bei der Arbeit und bei Sonnenuntergang am Strand sowieso.

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    Viele Matetrinker klemmen ihre Thermoskanne mit heißem Wasser unter den Arm und halten in der Hand dann ständig, also den ganzen Tag über ihr Mategefäß, häufig eine ausgehölte und getrocknete kürbisähnliche Frucht vom Matebaum. Unser Guide war da keine Ausnahme.

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    Überall in Uruguay bekommt man einen Mate angeboten. Er wird immer im Kreis getrunken. Der Matero ist derjenige, der die Thermoskanne in der Hand hält. Er gießt ein wenig heißes Wasser in den Mate, der mit Yerba, einem landestypischen Tee gefüllt ist, und reicht ihn weiter. Der Nächste trinkt oder eher schlürft den Mate durch ein strohhalmähnliches Trinkrohr, und reicht ihn wieder zurück an den Matero, welcher neues Wasser einfüllt und den Mate an die nächste Person reicht. Der Strohhalm - oft aus Silber - wird auch Bombilla genannt.

    Das geht dann immer so weiter, bis die Gruppe sich auflöst, kein heißes Wasser mehr da ist, oder der Mate keinen Geschmack mehr hat, also ausgelaucht ist.

    LG
    Siegrid

  • 30. November 2014 (Sonntag)

    Buenos Aires / Argentinien

    Sonnenaufgang 5:35h – Sonnenuntergang 19:49h

    Wetter regnerisch 16 Grad (!!!) Liegezeit 8:00h bis übermorgen 20:00h

    In Deutschland wird heute der 1. Advent gefeiert, hier an Bord der Marina spürt man von Weihnachten noch gar nichts. Unsere Freunde bringen allerdings einen klitzekleinen Adventskranz in der Dose mit zum Frühstück, der neugierig vom Service beäugt wird.

    Drei Tage Buenos Aires erwarten uns, aber leider kein Sommerwetter. Ein Temperatursturz hat für deutliche Abkühlung gesorgt und Regen mitgebracht. Es nieselt kräftig.

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    Da wir erst um 12:00h mit unserem Guide Adrian Heynen verabredet sind, gehen wir jetzt gleich von Bord um die Lage zu peilen, wie man so sagt. Mein rotes Cap ist weg! Gestern hatte ich es noch. Also beim Lost and Found Schalter nachgefragt und Erfolg verbucht. Eine zweite rote Marina-Kopfbedeckung gibt es nämlich derzeit nicht, die aktuellen Farben sind blau und beige.

    Kurz darauf müssen wir erneut an die Rezeption, denn unsere Bordkarte ist gesperrt, wie wir beim Verlassenwollen des Schiffes feststellen. „Es gäbe Probleme mit der hinterlegten Kreditkarte“ hören wir, können uns das Ganze aber nicht erklären. Mit Hinterlegung einer anderen Kreditkarte ist man allerdings zunächst zufrieden und wir dürfen hinaus.

    Das Kreuzfahrtterminal ist übersichtlich. Ein paar Shops sind geöffnet. Vor dem Terminal befinden sich lediglich ein Parkplatz und eine große Ausfallstraße. Nichts Aufregendes zu entdecken.

    „Die Feria de Mataderos ist eine Art Jahrmarkt, der jeden Sonntag im Stadtteil Mataderos von Buenos Aires stattfindet. Neben verschieden Ständen, die jegliche Art von Kunsthandwerk und Essen anbieten, gibt es auch Musik, Tanzvorführungen und einen kleinen Reiterwettbewerb“, hatten wir vorab gelesen und uns mit Adrian zu einem Besuch der Feria verabredet.

    Und pünktlich um 12:00h steht auch Adrian, einer freundlicher junger Mann, am Ausgang des Terminals. Auf dem Parkplatz wartet ein geräumiger Kleinbus, in dem wir uns mit Tagesrucksack und Schirmen ausbreiten können. Adrian ist skeptisch was die Feria angeht. Ob die überhaupt stattfindet bei dem Wetter? Er habe versucht, im Internet etwas herauszufinden. Leider vergeblich. Nach Abstimmung beschließen wir dann aber doch, dorthin zu fahren, auch oder gerade weil das Gebiet etwas außerhalb des Stadtkerns liegt.

    Adrian berichtet derweil von sich (in zweiter Generation Argentinier mit noch deutschen Vorfahren) und natürlich von der Metropolregion Buenos Aires, die rd. 13 Mio Einwohner umfasst.

    Mataderos, was auf Spanisch so viel wie Schlachthof /Schlachtvieh bedeutet, war früher ein Stadtteil, in dem es eben diese Schlachthöfe gab, heute sind die Betriebe aufgegeben bzw. verlagert - das Stadtteil macht einen abgewirtschafteten Eindruck auf uns.

    Wir fahren ins Zentrum über die Avenida Eva Perón und entdecken außer einem bronzenen Stier: Nichts! Leider.

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    Immerhin sind die Straßen fast leer aufgrund des Sonntags und so kommen wir zügig zurück in die Stadt, um Plan „B“ auszuführen:

    wir wollen den ebenfalls nur sonntags stattfindenden Flohmarkt in San Telmo besuchen.

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    Und hier gibt es sie noch, „historische“, allerdings vom Verfall bedrohte Häuser, die ein gewisses Altstadtflair vermitteln.

    Wir laufen zunächst die Defensa, die Hauptstraße des Viertels, mit vielen Antiquitätenläden und Straßencafés, entlang. Leider fängt es immer wieder an zu tröpfeln, mit Sonne wäre es eben viel schöner. Links und rechts am Straßenrand sind unzählig viele private Stände und Buden aufgebaut. Wir entdecken kuriose Angebote, z.B. Handtaschen, für deren Seitenwände Langspielplatten verarbeitet worden sind.

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    An einem anderen Unterstand werden Mategefäße angeboten. Da der Verkäufer dazu eine individuelle Gravur anbietet, erwerben unsere Freunde ein silbernes Gefäß.

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    Hier müssen wir natürlich in Landeswährung zahlen, also in argentinischen Pesos. Und die haben wir noch nicht. Aber Adrian nimmt gerne Euros und wechselt „privat“ zu einem guten Kurs. 1.400 Pesos für 100 €. Der offizielle Wechselkurs beträgt lediglich 1.000 Pesos.

    50 Pesos zahle ich für eine kleine Holzeule ein paar Stände weiter, dann erreichen wir auch schon die Plaza Dorrego, einen kleinen Platz im Zentrum. Das Angebot hier ist eher antiquarisch. „Die Preise sind hoch und richten sich an Touristen und reiche Argentinier“ weiß Adrian zu berichten. Für einen Anbieter soll es äußerst schwierig sein, einen der begehrten Stände mieten zu können.

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    Auch hier oben im Bild: Händler mit Thermoskanne und Mate

    Wir wollen nichts kaufen, drehen um und laufen durch mehrere alte Fabrikhallen, in denen ebenfalls in kleinen abgeteilten Parzellen Flohmarktartikel aber auch echte Antiquitäten zum Kauf angeboten werden.

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    Auf der Suche nach Mate (bislang besitzen wir ja lediglich Gefäß mit Löffel) laufen wir auch an Weinkaraffen aus Keramik in weiß und braun in Form eines Pinguins vorbei.

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    Adrian erklärt uns, dass man in Restaurants durchaus einen großen oder kleinen Pinguin bestellt. Witzig! Ich hätte gerne einen kleinen Halbliterpinguin erworben, aber wie bekommt man den nach Hause? Also muss ein Foto reichen.

    Skurril ist ein paar Meter weiter ein altes Musikinstrument, eine Ukulele. Der Klangkörper besteht nicht aus Holz, sondern aus dem Panzer eines Gürteltiers. Das Tier kann man dabei noch gut erkennen, da es komplett mit Kopf „verarbeitet“ wurde.

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    Adrian erzählt, dass es sich hier wirklich um eine Rarität handelt, denn diese Verarbeitung ist schon seit vielen Jahren verboten.

    Eine kleine Bäckerei taucht auf. Es gibt dort auch Mate, leider nur in großen Packungen. Uns würden 250gr reichen. Aber, es werden leckere Gebäckstücke angeboten. Nur 20 Pesos! Die müssen wir testen, eine Art Blätterteig, knusprig, krosch und sehr süß. Danach klebt nicht nur der Mund und Durst bekommen wir auch.

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    Also suchen und finden wir ein gemütliches Restaurant: das Barba Roya. Die freundlichen Damen der Bedienung tragen ein Piraten-Outfit: Man verhilft uns gleich zu einem schönen Tisch, obwohl wir gar nichts verzehren, sondern nur etwas trinken wollen. Das moderne Restaurant in einer alten Fabrikhalle gefällt uns.

    Wieder auf der Straße tröpfelt es leider immer noch. An einem Stand entdecke ich geschnitzte Miniaturen in Größe eines Streichholzkopfes, darunter auch eine klitzekleine Eule. Die muss unbedingt mit und kommt – gut verpackt in ihrer Glashülle - später auch heil zu Hause an.

    Ach ja, und überall stolpern wir hier über Mafalda, eine Mädchenfigur aus der bürgerlichen

    Mittelschicht Argentiniens, die 1964 von einem argentinischen Zeichner als Comic erfunden wurde.

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    Mafalda ist altklug, sie tritt für den Weltfrieden, Gerechtigkeit, Demokratie und die Frauenbewegung ein und ist weltanschaulich immer ein Stück schlauer als ihre Eltern. Zwar gibt es die Comicserie nicht mehr, aber alle Argentinier lieben Mafalda, weil sie für das Gute und Positive steht. Und so gibt es Mafalda überall zu sehen und zu kaufen: als Figur, auf T-Shirts und u.a. auch als Magnet.

    Eine Sitzbank mit Mafalda in Lebensgröße fällt uns deshalb auf, weil es eine lange, geordnete Schlange davor gibt. Jeder möchte gerne zusammen mit Mafalda fotografiert werden.


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    Für ein eigenes Foto mit Mafalda reicht die Zeit heute in Anbetracht der Schlange nicht, dafür können wir aber noch ein paar Autos aufnehmen. Unglaublich, was für alte Fahrzeuge hier noch auf den Straßen anzutreffen sind.

    xxx Admin (Erkennbares Nummernschild, Bild wurde gelöscht. LG Chrisi) xxx

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    Nur der Rost hält sie noch zusammen, lästern wir, hören dann aber von Adrian, dass auch er einen Ford fährt, der über 30 Jahre alt ist. „Man muss eben gute Mechaniker kennen, dann gibt es kaum ein Problem, das sich nicht irgendwie lösen lässt!“ Eine Einrichtung wie der TÜV ist hier noch unbekannt.

    In einem Supermarkt finden wir Mate in kleinerer Abpackung. Auf dem Rückweg hat Adrian noch gute Nachrichten. Schon morgen soll das Wettertief abgezogen sein, und es wird Sonnenschein mit wieder deutlich höheren Temperaturen erwartet.

    Nach dem Abendessen im GDR schauen wir uns einen spanischen Gitarristen an.

    LG
    Siegrid

    2 Mal editiert, zuletzt von uschisiggi (29. April 2019 um 18:36)

  • Prima, da fahr ich doch gleich mit und die Vorfreude auf unsere Tour im kommenden Februar steigt.

    Lg. Monika


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  • 01. Dezember 2014 (Montag)

    Buenos Aires / Argentinien

    Sonnenaufgang 5:34h – Sonnenuntergang 19:50h

    Wetter sonnig bis bewölkt um 22 Grad Liegezeit noch bis Morgen 20:00h

    2. Tag Buenos Aires. Heute geht es auf zur großen Stadterkundung.

    Pünktlich um 9:00h steht Adrian mit Minibus und Fahrer am Terminalausgang. Das Wetter ist prima, noch ist der Himmel bedeckt, aber mit jetzt ca. 20 Grad gerade richtig für die Tour.

    Unser erstes Ziel ist Recoleta, mit rd. 200.000 Einwohnern eines der elegantesten und teuersten Wohn- und Geschäftsviertel von Buenos Aires. Hier halten wir kurz an, um uns eine besondere Blüte anzusehen, die Floralis Genérica.

    Nicht zu übersehen mit ihrer Größe von 23 Metern befindet sie sich im Zentrum des Platzes der Vereinigten Nationen. „18 Tonnen schwer, komplett aus Aluminium und 2002 von einem argentinischen Architekten entworfen“, hören wir und wollen natürlich ein Erinnerungsfoto vor der Blume.

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    Das Besondere: die silberne Metall-Blüte öffnet sich mit den ersten Sonnenstrahlen und schließt sich automatisch bei Sonnenuntergang wieder. Schade, dass wir das nicht mit eigenen Augen beobachten können. Das Kunstwerk soll mehr als eine halbe Million US$ gekostet haben, dementsprechend „günstig“ ist sicherlich auch die anstehende Reparatur eines aktuell nicht funktionierenden Blütenblattes.


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    Als um 1870 Cholera und Gelbfiber in Buenos Aires wüteten, flüchtete sich die Oberschicht der Bevölkerung nach Recoleta, errichtete hier große Villen im französischen Stil und ließ es sich gutgehen. Damals zählte Argentinien zu den reichsten Ländern der Welt.

    Wir fahren mit dem Minibus jetzt durch einige dieser sehr sehenswerten alten Straßen, an denen man noch schöne alte Villen bewundern kann. Hier findet man heute auch Botschaften vieler Länder.

    Und Hundeausführer, sogenannte Paseaperros!

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    „Das ist einer von mehreren Jobs, mit denen sich minderbemittelte Argentinier über Wasser halten“, erklärt Adrian. Wir sehen hier, aber auch in den vielen Parks der Stadt, wuselige Hundemeuten mit nur einem einzigen Ausführer. „Zehn oder sogar zwanzig auf einmal, alle an der Leine, das sei kein Problem und durchaus üblich hier“, erzählt Adrian, denn „ist sei zwar chic, sich einen Hund zu halten, je größer desto besser, aber mit ihm dauernd Gassi zu gehen, meist weniger.

    Rund 1.000 (!) registrierte Paseaperros gibt es inzwischen, wobei viele sich gar nicht erst bei den Behörden anmelden, denn dann dürften sie nur mit bis zu acht Hunden gleichzeitig Gassi gehen. Die meisten sind aber mit viel mehr Tieren unterwegs, weil sie dann ja auch mehr Geld verdienen.“

    Eine Hundeausführerin treffen wir beim Spaziergang und dürfen ihre Schützlinge fotografieren.

    Weiter geht es zum Stadtpark, dem Parque de 3 Febrero im Stadtteil Palermo, der durch blühende Rosengärten, viele kleine Seen und vor allen Dingen durch Sportaktivitäten in Erinnerung bleibt.

    Unglaublich, wie sportlich Buenos Aires sich hier zeigt. Man glaubt fast, die Menschen haben ihr Fitness-Studio nach draußen verlegt. Kaum eine Bank, die nicht als Stepper genutzt wird. Viele Sportler spurten mit Fitness-Hanteln in den Händen die gepflegten Wege entlang. Wir sehen auffällige Plakate, auf denen sich persönliche Trainer als Coach empfehlen.

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    LG
    Siegrid

    2 Mal editiert, zuletzt von uschisiggi (29. April 2019 um 18:33)

  • Nach einem Kurzstopp bei einem bekannten Denkmal von Evita Peron

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    geht es zu Fuß weiter durch die Räumlichkeiten eines ehemaligen Klosters. Hier ist ein modernes Einkaufszentrum entstanden. Dann sind wir wieder in Recoleta und wollen im bekannten Café LA BIELA, das sich gegenüber dem gleichnamigen Friedhof und der Kirche Nuestra Señora de Pilar befindet, eine Pause einlegen.

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    Zu den Herren kann man sich immer zwangslos setzen.


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    Auf der Terrasse unter den Bäumen lässt es sich prima verweilen. Anschließend bewundern wir den Gomero de la Ricoleta, einen uralten Ficus oder Gummibaum, dessen schwere Äste von Bronzefiguren aus der Mythologie gestützt werden.

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    Der weißen Kirche statten wir nur einen Kurzbesuch ab,

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    denn wichtiger ist der Gang über den benachbarten, vielbesuchten Friedhof.

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    Hier reiht sich oberirdisch Mausoleum an Mausoleum, alle in unterschiedlichen Baustilen, die doch eines gemeinsam haben: Sie sollen lange vom irdischen Ruhm und Reichtum der Verstorbenen künden. Die Wege sind großzügig angelegt und mit Bäumen bepflanzt.

    Nicht alle der Mausoleen haben die Zeiten gut überstanden, sie sind nicht mehr vor dem Verfall zu retten.

    Wir schlendern durch die Reihen auf der Suche nach dem nicht ausgeschilderten Grab der berühmten Evita Peron und werden natürlich auch fündig. Man sollte allerdings wissen, dass man nach der Grabstätte der Familie Duarte suchen muss. Dort am Mausoleum gibt es eine entsprechende Grabplatte.

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    Nach so viel Kultur geht es mit dem Minibus weiter. Wir fahren die breiteste Straße der Welt, die Avenida 9 de Julio, eine der Hauptverkehrsadern von Buenos Aires entlang. Sie erinnert an den Tag der Unabhängigkeit Argentiniens am 9. Juli 1816. Wir versuchen die Spuren zu zählen und kommen auf zehn pro Richtung. Bereits 1888 geplant, begann der Bau erst 1935 und die Fertigstellung erfolgte 1960.

    Neben zahlreichen Ministerien findet man entlang der Avenida auch sehenswerte Botschaftsgebäude, bekannte Theater, den Obelisken von Buenos Aires und die Plaza Constitucion. Zeit zum Aussteigen haben wir nicht. Adrian macht hier noch auf Hochhäuser aufmerksam, an deren Hauswand man Lichtbilder von Evita Peron in Übergröße erkennen kann.

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    LG
    Siegrid

  • Wir fahren weiter ins Stadtteil La Boca und dort ins Restaurant El Obrero.

    Adrian hat hier bereits vor ein paar Tagen einen Tisch für uns bestellt. „Ist das notwendig“, denken wir noch, als wir durch ein ziemlich heruntergekommenes „Hafenambiente“ fahren.

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    Von außen sieht das Lokal wie eine Spelunke aus, aber dann von innen...

    Eine Überraschung erwartet uns, ein großartiges Restaurant mit Flair und Charme.

    An den mehr als Zimmer hohen Wänden hängen Fußballmemorabilien aus der ganzen Welt. Einen HSV Schal entdecken wir sofort. Fotos und Autogramme von berühmten Tangotänzern und anderen Prominenten passen zu der tollen Atmosphäre.

    Wir werden alle herzlich mit Handschlag begrüßt und an einen schönen Tisch geleitet.

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    Der Service ist überaus freundlich, das Essen - wir bestellen diverse Grillspezialitäten à la carte – ausgezeichnet, die Portionen sind groß und die Preise nicht überzogen.(Leider keine Fotos gemacht)

    Besonders lecker zum argentinischen Steak schmeckt die berühmte Chimichurri Sauce. Wir dürfen eine mildere und eine schärfere Variante probieren, wobei Letztere deutlich mehr Paprika und Pfeffer enthält.

    Wenige Minuten nach unserem Kommen füllt sich das Lokal schlagartig. Hier hätte man also ohne Vorreservierung keinen Platz bekommen. Eigentlich wollen wir gar nicht weiter, aber wir müssen.

    Jetzt steht die Besichtigung La Bocas auf dem Programm, ein Viertel, das Ende des 19. Jahrhunderts durch italienische Einwanderer - meist Industriearbeiter - entstand. Wegen seiner originellen Häuser ist La Boca heute Anziehungspunkt für viele Touristen. Die Unterkünfte wurden aus dem Blech abgewrackter Schiffe gebaut und mit Schiffslack bunt bemalt. Von den Balkonen einiger Häuser winken lebensgroße Figuren. Die muss man einfach fotografieren.


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    Wir wechseln auf Empfehlung an der Kasse eines Optikers weitere Euros. Ganz normaler Vorgang hier. Der Kurs ist mit 1.300 Pesos für 100 € etwas ungünstiger als der gestrige von Adrian, aber immer noch gut.

    Dann laufen wir den kleinen Weg entlang, den El caminito, bekannt für seine Hausfassaden und Verkaufsstände vieler Maler.

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    LG
    Siegrid

  • Natürlich gibt es in La Boca auch viele – italienische – Restaurants, überhaupt ist im alltäglichen Leben der italienische Einfluss bis heute spürbar.

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    Aber auch Tangobars haben sich hier etabliert. Auf der Straße wird Tango getanzt, allerdings nicht sehr authentisch, sondern eher für Touristen gedacht.


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    Weiter geht es nach Puerto Madero, dem jüngsten Stadtviertel von Buenos Aires am Rio de la Plata. In 1887 von Ingenieur Madero gebaut, um größeren Schiffen den Zugang zum Hafen zu ermöglichen, war der Hafen bereits zehn Jahre später schon wieder veraltet, weil zu klein.

    Mit der Inbetriebnahme eines neuen Hafens um 1926, dem Puerto Nuevo, überflüssig, verfiel das Gebiet Madero allmählich und wurde erst in den letzten 25 Jahren mit Hilfe von in- und ausländischen Investoren, die die alten Warenhäuser in Lofts, Büros, private Hochschulen, Hotels und Restaurants umwandelten, zu neuem Leben erweckt.

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    Seitdem hat sich Puerto Madero zu einem der trendigsten Viertel in Buenos Aires entwickelt und erinnert auch ein wenig an die Hafencity in Hamburg. Fußgängerzonen wurden angelegt, Straßen sind neu entstanden. Alle sind nach Frauen benannt.

    Die neueste Verbindung zwischen Puerto Madero und der Innenstadt ist die Puente de la Mujer (Frauenbrücke).

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    Die gesamte Hafensilhouette hat ein neues Gesicht bekommen. Das El Faro-Gebäude zum Beispiel hat über 50 Stockwerke und ist damit zurzeit das höchste Gebäude in Buenos Aires. Weitere Wohn- und Bürohochhäuser, auch Hotelgebäude, sind in Planung. Die Immobilienpreise haben kräftig angezogen.

    Wir stehen an zwei großen gelben Kränen, deutsche Wertarbeit von VEB Kranbau Eberswalde und bewundern das Hafen-Ambiente.

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    LG
    Siegrid

  • Noch ist der Tag nicht zu Ende, und so geht es weiter zur Plaza de Mayo, dem Herz der argentinischen Hauptstadt an historischer Stätte erbaut.

    Die Kathedrale von Buenos Aires (hier war Kardinal Bergoglio zu Hause bis zu seiner Ernennung zum Papst Franziskus in 2013) die Banco de la Nacion, das Rathaus, der Cabildo – einst Königssitz und heute Museum - sowie andere Regierungsgebäude umrahmen die Plaza de Mayo.

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    Gegenüber dem noch aus Kolonialzeiten stammenden Rathaus steht der Präsidentenpalast mit einer rosafarbenen Fassade. Und auf der Mitte des Platzes erinnert die sogenannte Pyramide de Mayo an die Unabhängigkeit von Spanien seit dem 25. Mai 1810.

    Während der Militärdiktatur ( 1976 - 82) wurde die Plaza de Mayo international bekannt durch die Madres de Plaza de Mayo.

    Diese protestierten dort wöchentlich mit einem Schweigemarsch gegen das gewaltsame spurlose Verschwinden ihrer Söhne und Töchter, für das die Regierung verantwortlich gemacht wurde. Noch heute sieht man weiße Zeichen auf dem Boden rund um die Pyramide, die die Kopftücher der Frauen symbolisieren.

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    Nach so viel Stadt geht nichts mehr in unsere Köpfe, und wir kehren mit Guide und Fahrer zurück zur Marina, wo wir noch rechtzeitig zum Abendessen eintreffen.

    Wow, was für ein Tag! Irgendwie hatten wir so gar keine Vorstellung von Buenos Aires. Jetzt freuen wir uns auf morgen, denn es steht ein Ausflug ins Umland zum Tigre Delta auf dem Programm.

    Und morgen geht es offiziell auch auf den letzten Abschnitt unserer Kreuzfahrt mit einem neuen Kapitän: Vitaly Silvachynsky aus Odessa / Ukraine.

    Teil III Southernmost Wonders = 4.103 Seemeilen oder 7.599 km

    02.12.14 Di Buenos Aires (Argentinien) 20:00h

    03.12.14 Mi Punta del Este (Uruguay) 08:00h - 18:00h

    04.12.14 Do Erholung auf See

    05.12.14 Fr Puerto Madryn (Argentinien) 09:00h - 19:00h

    06.12.14 Sa Erholung auf See

    07.12.14 So Port Stanley (Falkland Inseln) 08:00h - 18:00h

    08.12.14 Mo Erholung auf See

    09.12.14 Di Ushuaia (Argentinien) 08:00h - 17:00h

    10.12.14 Mi Punta Arenas (Chile) 09:00h - 22:00h

    11.12.14 Do Erholung auf See Chilenische Fjorde

    12.12.14 Fr Erholung auf See Chilenische Fjorde

    13.12.14 Sa Laguna San Rafael (Chile) 08:00h - 18:00h

    14.12.14 So Puerto Chacabuco (Chile) 08:00h - 17:00h

    15.12.14 Mo Puerto Montt (Chile) 09:00h - 18:00h

    16.12.14 Di Erholung auf See

    17.12.14 Mi Valparaíso (Chile) 06:00h

    LG
    Siegrid

  • Scheint eine wirklich interessante, vielseitige Stadt zu sein.

    Der abgestützte Baum ist der Hammer!

    LG Susanne

  • Zwischendrin einfach mal Danke liebe Siegrid uschisiggi fürs Auffrischen von Erinnerungen bzw Zeigen von Neuland. Bin so gerne weiter dabei.

  • Wow, was für ein Tag! Irgendwie hatten wir so gar keine Vorstellung von Buenos Aires.

    Genau das dachte ich mir auch gerade Siegrid. Das war ja ein Hammer Tag und sicher auch ziemlich anstrengend

    LG

    Bina

  • 02. Dezember 2014 (Dienstag)

    Buenos Aires / Argentinien

    Sonnenaufgang 5:34h – Sonnenuntergang 19:53h

    Wetter sonnig um 25 Grad Liegezeit bis 20:00h

    Um 8.30h starten wir heute. Es soll auf eine Bootstour durch einen Teil des Tigre Deltas gehen.

    Wir fahren entlang unattraktiver Baugebiete (auch das ist Buenos Aires!!)

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    durch die Wohngegenden von Olivos, Martinéz und San Isidro mit einigen Stopps

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    rd. 30 km auswärts bis nach Tigre, dem Tor des Deltas.

    Was uns erwartet? Auf jeden Fall viel (Massen)-Tourismus, denn – so hören und sehen wir - das Delta ist ein beliebtes Ausflugsziel der Porteños, wie sich die Einwohner von Buenos Aires selbst nennen.


    Adrian kauft Fahrkarten und los geht es auf ein Boot der Firma Sturla, die hier konkurrenzlos alle Touren anbietet. Alleine sind wir nicht und um es bereits vorweg zu nehmen: Wir machen eine knapp zweistündige „Spreewaldtour“, nur mit Motorengeknatter.

    Wir schauen uns ein Prospekt an:


    Über die Lautsprecher des Bootes ertönt es in Spanisch, Portugiesisch und Englisch:

    Das Tigre-Delta, ein Flussdelta, das mit über 21.000 km2 und rd. 5.000 Wasserwegen seinesgleichen sucht. Es erstreckt sich zwischen den Flüssen Rio Paraná und Rio Lujan von der Stadt Diamante bis zur Mündung des Rio de la Plata vor den Toren von Buenos Aires. Zwischen diesen Wasserstraßen liegen unzählige Inseln, die nur von ca. 3.000 Menschen bewohnt werden. Diese produzieren Früchte, Süßspeisen, Konfitüren und Liköre. Es gibt darüber hinaus auch viele holzverarbeitende Betriebe.

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    Wir tuckern vorbei an Wochenendhäusern, Sport-Clubs und Restaurants. Die typischen Häuser sind auf Holzpfeilern erbaut, die tief in den weichen Grund des Deltas gedrückt wurden. Jedes Jahr, wenn der Paraná Hochwasser führt, wird der Grund für diese Bauweise ersichtlich: Das Wasser reicht dann oft bis an die oberste Treppenstufe der Aufgangstreppen.

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    Es gibt nördlich von Tigre keinerlei Straßen ins Delta, alles muss auf dem Wasser transportiert werden und so verwundert es nicht, dass wir neben Privatyachten und Taxi-Booten auch schwimmende Einzelhandelsläden entdecken können.

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    Nach knapp zwei Stunden kehren wir zum Ausgangspunkt zurück.

    Ok, man hat es mal gesehen, das war es dann aber auch schon. Ich persönlich habe mir den Ausflug idyllischer vorgestellt.


    LG
    Siegrid