Reisebericht - Mit Mein Schiff 4 auf die Ostsee vom 12. bis zum 22. Juni 2023

  • Das Vorwort

    Nach meinen Reiseberichten von unseren Reisen in die Fjorde Norwegens 2022 und ans Nordkap 2023 folgt nun die Berichterstattung von unserer Ostseetour 2023. Eigentlich habe ich gar keine Zeit. Ich habe letzte Woche mein neues MacBook bekommen und muss es nun einrichten. Für einen fast 70-jährigen Rentner, der sich fast 40 Jahre in der Windows-Welt bewegt, ist das Apple-Universum schon herausfordernd. Aber wie heißt es so schön: "train your brain".

    So ein Systemwechsel ist auch ein guter Anlass auf die vergangenen 40 Jahre zurückzublicken. 1984, als ich als Assistent des Vertriebsdirektors bei Atari anheuerte, hieß der PC noch HC (Home Computer) und war eigentlich eine Spielkonsole. Mein Atari ST800 hatte genau wie das Konkurrenzprodukt C64 von Commodore einen Arbeitsspeicher von 64 Kilobyte. Mein MacBook verfügt im RAM über 64 Gigabyte, also eine Million mal mehr. Unglaublich.

    Auch wenn Apple meint, dass die Einrichtung intuitiv erfolgen kann, muss ich mich mit Hilfe von YouTube Videos einarbeiten. Mit meiner Intuition ist es scheinbar nicht so weit her. Also brauche immer mal wieder eine schöpferische Pause. Da ist das Schreiben unseres Reiseberichtes eine erholsame Alternative, zumal ich die Urlaubsfotos schon vor einiger Zeit sortiert und bearbeitet habe. Kann also losgehen.

    Die Anreise

    12.06.2023. Montag Morgen. Erster Urlaubstag. Das gebuchte Urlaubswetter ist auch da. Strahlender Sonnenschein. Nach einem späten Frühstück starten wir gen Kiel. Eine gute Stunde später parken wir das Auto kurz vor zwölf in der Schlossgarage. Auf dem kurzen Fußweg zum Schiff am Ostseekai melden sich per SMS unsere Bochumer Freunde. Die beiden sitzen schon in der Außenalster Bar. Wir sind auch gleich dort. Dabei hilft uns das separate Einchecken, so dass uns die Schlange nicht berührt. Die Kabine ist auch schon fertig.


    Unsere Freunde haben uns ein Schattenplätzchen freigehalten. Die Sonne sticht ganz schön. Es ist high noon. Die anderen entscheiden sich wegen der Hitze für alkoholfreie Cocktails. Ich entscheide mich für mein obligatorisches erstes Urlaubsbier. Noch bin ich völlig entspannt. Das soll sich gleich ändern. Um die Getränke zu bestellen, halte ich Ausschau nach dem Kellner. Und ich muss zweimal hinschauen. Ist er das nun oder doch nicht? Er ist es. Er hat zwar in der Urlaubspause zwischen dem vorjährigen und dem aktuellen Kontrakt ein wenig zugelegt, aber nachdem auch er uns entdeckt hat und uns anlacht, ist es klar. Es ist Mohammed. Unser Lieblingskellner unserer beiden Fahrten mit der MS4 in 2022. Reflexartig springe ich auf und umarme ihn. Unsere Freunde und auch der Rest der AAB gucken etwas irritiert. Mit Mohammed an Bord kann mit der Bierversorgung nun nichts mehr schiefgehen.

    Irgendwann heben wir die gemütliche Runde auf. Wir brauchen noch den Haken für die Seenotrettungsübung, der Inhalt unserer Reisetaschen muss in die Schränke und unser Mittagssnack wartet in die X-Lounge. Der kleine Hunger ist schon ganz ungeduldig. Hier oben von Deck 14 hat man auch einen schönen Blick nach vorn.


    Nachdem das „Pflichtprogramm“ abgearbeitet worden ist, treffen wir uns mit unseren Freunden in der AAB. Kennengelernt haben wir die beiden an der Ocean Bar auf unserer gemeinsamen Biscaya Tour im Juni 2019 auf der AIDAaura, wo wir gemeinsam viele gesellige Abende zugebracht haben. Diese einzig wahre Ocean Bar der Aura oder der Vita werden uns mit dem Ausmustern der beiden kleinen Schiffe auf immer fehlen.

    Kurz nach fünf legen wir recht pünktlich ab und verlassen die Landeshauptstadt Hedwig-Holzbeins auf der nach ihr benannten Förde. Wir fahren backbordseitig u.a. am Landtag und am teuersten Wohngebiet Kiels „Düsternbrook“ vorbei, bevor wir bei der Holtenauer Schleuse einen Blick in den Nord-Ostsee-Kanal werfen können. Jährlich wird der knapp 100 km lange NOK von ca, 30.000 Schiffen befahren und ist damit die meistfrequentierte künstliche Seeschifffahrtsstrecke der Welt. Der Seeweg wird um durchschnittlich 250 sm (460 km) verkürzt.


    An Steuerbord taucht dann vor dem Ende der Kieler Förde Laboe mit seinem Yachthafen und dem 72 m hohen Marine-Ehrenmal auf.


    Weiter geht’s nordwärts. Zunächst fahren wir zwischen Langeland (Backbord) und Lolland (Steuerbord) hindurch, bevor wir den Großen Belt erreichen, der die Inseln Fünen (Backbord) und Seeland (Steuerbord) trennt. Bis 1998 fuhr auch hier eine Fähre, aber am 14. Juni wurde eine der längsten Hängebrücken der Welt eröffnet. Die Spannweite beträgt 1624 m und die Durchfahrtshöhe bemisst sich auf 65 m. Die in Finnland gebaute und 72 m hohe „Oasis of the Seas“ konnte die Brücke nur passieren, weil sie ihre Schornsteine auf 64,75 m einziehen konnte. Die 25 cm Spielraum konnten durch die maximale Geschwindigkeit beim Unterqueren noch einmal verdoppelt werden. Ganz schön knapp. Die Baukosten in Höhe von 3,8 Milliarden sollen durch die Maut, z.B. 55 Euro für PKW, innerhalb von 35 Jahren refinanziert werden.

    Heute interessiert uns aber vielmehr die Lichtstimmung, als wir gegen halb elf unter der Großen-Belt-Brücke hindurchfahren.






    3 Mal editiert, zuletzt von det@norge (23. Oktober 2023 um 02:49)

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Unser Tag in Kopenhagen (Teil 1)

    13.06.2023. Dienstag Morgen. Unsere erste Nacht an Bord ist gegen 7:30 Uhr vorbei. Die Sonne hat uns wachgeküsst. Und auch Möve Jonathan fliegt ein paar Begrüßungsrunden an unserem Balkon vorbei. So wie Jonathan sind auch wir hungrig und neugierig auf die Weite des Meeres und des Himmels. Apropos hungrig: Wir freuen uns auf unser erstes Frühstück in der X-Lounge mit Egg Benedict und Omelette.


    Anders als bei unseren vorherigen Besuchen in Kopenhagen haben wir nicht an der Langelinie, die eine große Baustelle ist, festgemacht. Heute liegen wir an Terminal 3 des Oceankais. Auf der anderen Seite des Wassers sehen wir das Heizkraftwerk „Amagerværket“ und die danebenliegende Müllverbrennungsanlage „Amager Resource Center“ mit dem schrägen Dach. Auf dem bis zu 85 m hohen Dach ist am 4.10.2019 das Trockenskigebiet „CopenHill“ mit 450 m Pisten auf grünen Kunststoffmatten und 4 Liften eröffnet worden.

    Die 171 m lange „Crown Seaways“ fährt wie ihr Schwesterschiff „Pearl Seaways“ auf der 18-stündigen Übernachtfährverbindung zwischen Kopenhagen und Oslo.


    Zunächst waren wir wegen der größeren Entfernung zum Zentrum ein wenig enttäuscht, aber dann stellt sich heraus, dass der neue Liegeplatz ein touristischer Zugewinn ist. Von der Langelinie war man zu Fuß schnell an der „kleinen Meerjungfrau“ und im „Nyhavn“. Dadurch waren wir aber auch schnell auf touristisch ausgetretenen Pfaden.

    Mein Schiff bietet einen Shuttle an. Das ist uns zu langweilig. So hatte ich bei unseren Urlaubsvorbereitung im Forum vom „Havnebus“ gelesen. Vier Schiffe der Linie 991 (südwärts) und 992 (nordwärts) fahren vom Orientkai halbstündlich bis zu 11 Stationen an und gehören zum öffentlichen Nahverkehr. Wir entscheiden uns für eine Tageskarte für 80 DDK, die wir an einem Automaten bei der Touristeninformation gegenüber von Terminal 1 per Kreditkarte erstehen. Dort helfen wir auch einer Schweizerin, die gerade auf der an Terminal 1 liegenden „Norwegian Dawn“, von der sie komplett gefrustet ist, ausgecheckt hat.

    Nachdem wir vier (wir sind gemeinsam mit unseren Bochumer Freunden unterwegs) nun mit einer Tageskarte ausgestattet sind, könnten wir mit dem Bus 164, der alle 20 Minuten von der um die Ecke liegenden Bushaltestelle abfährt, in 6 Minuten am Orientkai sein. Wir versuchen es aber zunächst zu Fuß. So weit kann es ja wohl nicht sein. Das ist ein Fehler, zumal wir geradeaus gehen und nicht abbiegen. Also enden wir in einer Sackgasse an einem Kreisverkehr vor einem Hafenbecken. Ganz schön blöd. Aber wir haben Glück. Da kommt ein Bus, der hier eigentlich gar nicht fahren soll. Wir haben noch mehr Glück. Auf mein Hilfezeichen hält er auch an und nimmt uns mit und sogar in die richtige Richtung. Meine Mitreisenden sind voller Bewunderung. Wir müssen nur noch ein paar Amis mit ihrem Überseegepäck bei der „Norwegian Dawn“ einladen. Für die war er wohl in die Sackgasse gefahren. Soll uns aber egal sein. Wir kommen glücklich am Orientkai an. Der Weg ist doch weiter als gedacht.

    Alle halbe Stunde, auf voll und auf halb, fährt eines der vier gelben Boote. Um viertel vor elf kommt unser Schiff angebraust. Als wir das Schiff entern, ist sie wieder da. Die Schweizerin. Mit Koffer. Eigentlich wollten sie und ihr Mann zum Flughafen. Aber eigentlicher (das Wort gibt es nicht, ich weiß) wollte sie noch eine Nacht in Kopenhagen bleiben. Nur hatte ihr Mann den Rückflug schon für heute gebucht. Künstlerpech. Nun machen sie noch ein wenig Sightseeing mit ihren Koffern.


    Wir werfen einen Blick zurück zum Orientkai, wo in den letzten Jahren sehr viel gebaut wurde. Neben einigen Gebäuden für die UN auch die deutsche Botschaft, die sich hinter dem kolossalen Rundbau versteckt.


    Wir passieren die Langelinie. Dort können zurzeit keine Schiffe festmachen, da hier umfangreich gebaut wird.


    Gegenüber befindet sich die museale Marinestation auf der Insel Nyholm. Hier liegt zurzeit die königliche Yacht „Dannebrog“, die nach der dänischen Flagge benannt ist. Königin Margrethe II. nutzt die 1932 in Dienst gestellte Luxusyacht (78,4 m lang und 10,4 m breit) als Residenz und für ihre Seereisen. Die „Vulkankönigin“, wie sie wegen ihres hohen Zigarettenkonsums scherzhaft genannt wurde, hat vor knapp 52 Jahren den dänischen Thron bestiegen. Seit Februar 2023 soll sie nach einer Rückenoperation nicht mehr rauchen. Der Vulkan ist erloschen, aber die freundliche und äußerst kreative Monarchin soll uns noch möglichst lange erhalten bleiben.


    Wir schauen noch einmal zurück auf die drei Terminals vom Oceankai.


    Auf Schloss Amalienborg ist Königin Margrethe II. am 16. April 1940 geboren worden.


    Vis à vis des Schlosses liegt auf der Insel Holmen eines der neueren Wahrzeichen Kopenhagens. Die königliche Oper. Hier in Dänemark ist alles „kongelig“. Der 335 Mio. Euro teure und weithin sichtbare Bau mit dem ausladenden Dach und einer der modernsten Bühnen der Welt ist ein Geschenk des dänischen Reeders und Milliardärs Arnold Peter Mærsk Mc-Kinney Møller an den dänischen Staat. Die erste Opernaufführung, Verdis Aida, fand am 26. Januar 2005 statt.


    Der Anleger „Operaen“ ist unsere dritte Station. Hier steigen wir aus. Gern werden wir beim nächsten Besuch auch die restlichen sieben Stationen abfahren. Heute schauen wir dem Havnebus mit den Schweizern und ihren Koffern an Bord hinterher. Nächster Halt Schauspielhaus.


    2 Mal editiert, zuletzt von det@norge (25. Oktober 2023 um 12:47)

  • Unser Tag in Kopenhagen (Teil 2)

    Da meine Mitstreiter kein Interesse zeigen, mal in die Oper zu schauen, und ich auch gar nicht weiß, ob es möglich ist, umrunden wir das spektakuläre Haus. Leider ist das Drumherum immer noch in Arbeit. So kämpfen wir uns durch die Baustelle und verlassen die vorgelagerte Insel mit der Oper.

    Wo wir uns nun genau befinden, weiß ich schon. Aber wie heißt es hier? Noch sind wir auf der Insel Holmen. Ich finde aber auch den Namen „Dokøen“. Aber was damit genau bezeichnet wird, kann ich nicht herausfinden. Jedenfalls ist es hier schön und überhaupt nicht touristisch, eher studentisch. Die alten Lagergebäude und Speicher sind Zeugnisse historischer Kasernenarchitektur und waren früher das Arsenal der königlichen Marine. Heute beherbergen sie verschiedene Institute der Universität Kopenhagen. So ist die kongelige Akademie für Architektur, Design und Konservierung in Bildern hier ansässig. Und auch eine kongelige Bibliothek. Es kongelt sich also wieder. Diverse Studiengänge stellen bei ihren Lerninhalten die globalen Ziele der UN und das Wohlergehen unseres Planeten in ihren Mittelpunkt.

    In der Dannskiold-Samsøes-Allé 41 befindet sich der „Talent Garden Copenhagen“. Viel schönes skandinavisches Design.


    Kopenhagen ist, wie man unschwer erkennt, eine Fahrradstadt.


    Ab und zu erhaschen wir auch einen Blick ins Innere. Auch wieder viel Design, aber meist noch im Entstehen.


    Im Galionsvej sind die Lagerhäuser von 1863 und älter.



    Neue Kanäle zu beiden Seiten der Oper unterstreichen ihre Bedeutung und heben sie durch die exponierte Insellage noch weiter hervor. So entsteht hier einer der interessantesten Plätze im Kopenhagener Hafen.


    Die Trangravsbro verbindet gleich drei Ufer. Hinter uns Holmen, wo wir hergekommen sind, links geht’s Richtung Freistadt Christiana, die aber auch nicht mehr das ist, was sie einmal war, und die heute um ihr Überleben kämpfen muss, da immer mehr Investoren ihr auf den Pelz rücken und rechts nach Christianshavn. Von der Brücke haben wir einen schönen Blick auf den Christianshavns Kanal. Hier kann man sehen wie Wasser affin die Dänen sind.


    Rechter Hand hat „the Bridge Street Kitchen“ oder auf dänisch die „Broens Gadekøkken“ ihren Standort. Es ist ein sehr beliebter Treffpunkt für den kleinen Hunger und entsprechend voll ist es. Ich hatte bei der Reisevorbereitung einen TV-Bericht über diese Location gesehen und würde meine Mitstreiter gern auf ein Smørrebrød einladen. Das für seine leckeren Brote bekannte Restaurant Palægade soll hier in einer der Buden eine Dependance haben. Leider ist sie unauffindbar. Der Bericht war wohl schon etwas älter. Die kulinarische Befriedigung muss also noch ein wenig warten.


    In den 70er Jahren war die Christianshavn ziemlich heruntergekommen. Dann zogen Künstler in das Arbeiterviertel. Den armen Kreativen folgten wohlhabende Familien und Geschäftsleute. Heute gilt das Areal als die teuerste Wohngegend Dänemarks. Die Wohnungen haben Wasserblick und eine hölzerne Strandpromenade direkt vor der Haustür. Die urbane Badeanstalt lädt bei dem heutigen Kaiserwetter zum Sonnenbad ein.


    Mit Hilfe der „Inderhavnsbro“, einer modernen Fußgänger- und Fahrradbrücke, wechseln wir die Hafenseite und begeben uns sehenden Auges in die Tourimassen im Nyhavn.


  • Unser Tag in Kopenhagen (Teil 3)

    Von der Inderhavnsbro haben wir eine schöne Aussicht auf das Schauspielhaus oder auf dänisch „det kongelige Teater“. Wie auch sonst. Links an der Ecke zum neuen Hafen liegt das rote Packhaus „71 Nyhavn“, ein stylisches, nicht ganz billiges Designerhotel.


    Das typische Bild von Nyhavn mit seinen vielen Kneipen und Restaurants darf natürlich nicht fehlen. An das Ende des Hafenbecken schließt, was soll ich sagen, der „Kongens Nytorf“, also der königliche neue Platz mit seinen historischen Gebäuden an.


    Auch wir finden nach längerem Suchen dann doch noch ein Plätzchen in dem Restaurant „Nyhavn 1“, also auf den letzten Drücker. Auf das dänische Bier habe ich mich seit geraumer Zeit gefreut und auch die angebotenen Smørrebrød-Platten sind zwar etwas touristisch, aber trotzdem ganz lecker. Dass die Kreditkarte in diesem Hotspot angemessen geglüht hat, braucht eigentlich keiner besonderen Erwähnung.



    Nach dem Essen ist der Elan meiner Weggefährten auf weitere Erkundungen auf ein Minimum geschrumpft. Ich hätte gern noch den einen oder anderen Fotospot besucht, füge mich aber der Mehrheit. Wir beschließen, mit der Metro vom Rathausplatz zum Orientkaj zurückzufahren. Der kürzeste Weg zum Rathaus führt uns durch die „Strøget“, die längste Fußgängerzone Dänemarks.

    Auf dem Amagertorv steht der Storchenbrunnen oder dänisch der Storkesspringvandet, an dem einmal im Jahr die frisch examinierten Hebammen kostümiert und ausgelassen feiern.


    An diesem Platz befindet sich seit 1911 auch der Flagship Store von Royal Copenhagen, der 1775 gegründeten königlichen Porzellanmanufaktur. Das Gebäude selbst stammt aus dem Jahre 1616 und ist eines der ältesten Häuser der Stadt. So endet meine Bilderreise in Kopenhagen ganz standesgemäß königlich.


    Am Rathaus steigen wir in die 2002 in Betrieb genommene Metro in Richtung Orientkaj. Diese Metro hat uns alle fasziniert und wir nehmen uns vor, beim nächsten Kopenhagen Besuch mehr mit ihr zu fahren. Wir brauchen weder auf einen Fahrplan zu schauen, noch uns zu beeilen. Die drei Waggons der Computer gesteuerten und führerlosen U-Bahn mit Ausblick kommt ohne Verspätung alle zwei Minuten. Wir entern den Zug und nehmen vor einer Panoramascheibe ganz hinten Platz. Viel ist nicht zu sehen, da jede Richtung ihre eigene Röhre hat. Da wir aber am Rathaus auf langen Rolltreppen sehr tief runter gefahren sind, müssen wir ja irgendwie wieder an Höhe gewinnen, da die Metrostation am Orientkaj oberirdisch liegt. Dieser Höhenunterschied wird nicht kontinuierlich ausgeglichen, sondern einmalig. So geht es plötzlich und unerwartet steil bergauf. Witzig, wenn man hinten aus dem Fenster schaut. Hat schon etwas von einer Achterbahn. Mit dem Bus fahren wir dann noch das letzte Stück bis zum Schiff, aber in wenigen Jahren wird die Metro bis zum Oceankaj durchfahren.

    Einmal editiert, zuletzt von det@norge (30. Oktober 2023 um 08:17)

  • Das klingt interessant, zumal Freunde mit auf der Reise waren.

    Unser erster HC war so ein Selbstbastelset Anfang der 80er, irgendwas mit CX81 oder so…

  • Hallo lieber @det@norge,

    gerade erst gesehen, dass Du wieder einen Reisebericht am verfassen bist. Sehr schön! Die Ostsee ab Kiel haben wir auch schon dreimal gemacht, es ist immer wieder schön, Anderen in Form ihrer Reiseberichte auf dieser Route folgen zu können. Bin schon gespannt, wie es weitergeht.

    LG Richy

    LG Richy


    bisher 20 mal TUI-Cruises

    *MeinSchiff*

    "Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann" (Marie von Ebner-Eschenbach). Der richtige Zeitpunkt ist JETZT.

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  • Ich habe letzte Woche mein neues MacBook bekommen und muss es nun einrichten. Für einen fast 70-jährigen Rentner, der sich fast 40 Jahre in der Windows-Welt bewegt, ist das Apple-Universum schon herausfordernd.

    Die Herausforderung wirst Du meistern und Dich hinterher ärgern, den Umstieg nicht schon früher gemacht zu haben. Ich arbeite seit gut 20 Jahren nur noch mit Apple-Produkten. Zuhause haben ich einen iMac mit 27 Zoll Retina -Bildschirm und für unterwegs muss es das iPad tun. Alles andere wird mit iPhones erledigt.

    Auch wenn Apple meint, dass die Einrichtung intuitiv erfolgen kann, muss ich mich mit Hilfe von YouTube Videos einarbeiten. Mit meiner Intuition ist es scheinbar nicht so weit her.

    Die Behauptung von Apple stimmt schon. Du denkst halt aufgrund der vielen Jahrzehnte mit Windows immer noch zuviel um die Ecke herum. Aber das legt sich mit der Zeit und Du bist irgendwann nur noch glücklich mit Deinem Gerät. Warum hast Du Dir für zuhause eigentlich nicht gleich einen Mac zugelegt. Du machst doch sehr viele Fotos und die kann man mit einem Mac so was von wunderbar bearbeiten. Weiterhin viel Spass beim Eingewöhnen!

    LG Richy

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  • Vielen Dank für den wunderbaren Tag in Kopenhagen! Ich habe bis Ende 2016 12 Jahre in dieser gemütlichen Stadt gearbeitet und gelebt. Arbeitsplatz am Kongens Nytorv und Wohnung in Chriatianshavn. Ich muss dringend nochmal hin :)

  • Unser Tag in Kopenhagen (Teil 4): Letzter Blick & Abend im Öresund

    Zurück auf dem Schiff stillen wir zunächst unseren stechenden Durst mit Gin Tonic und bekämpfen den nagenden Hunger mit Tapas. Danach ist Siesta angesagt. Zum Glück haben wir genug Schritte auf der Uhr, so dass wir uns das leisten können. Bevor wir uns viertel vor fünf aufmachen, uns an Deck aufs Auslaufen vorzubereiten, machen ich noch zwei Fotos vom Balkon.

    Die „Norwegian Dawn“ läuft zu ihrer neuen Ostseereise aus. Wir werden sie wiedersehen.


    In der Ferne ist die Öresund-Brücke zu sehen. Seit der Jahrtausendwende überspannt die 8 km lange Brück die Meerenge zwischen Kopenhagen und Malmö. Um sie einmal zu streichen, braucht das Malereiunternehmen 13 Jahre und kann gleich wieder von vorn anfangen.


    Kurz vor 21:00 Uhr passieren wir die 4 km breite und damit engste Stelle des Öresunds zwischen Helsingør (DK) und Helsingborg (S).

    Auf Backbord sehen wir das Helgingør vorgelagerte Schloss Kronborg. Bekannt ist die Festungsanlage auch als das Hamlet-Schloss, da William Shakespeare für das Geschehen der Tragödie diesen Ort (englisch Elsinore) wählte. Zum 200. Todestag von William Shakespeare 1816 wurde Hamlet erstmals in den Mauern der Kronborg gespielt. In den Kasematten unter dem Schloss befindet sich das nationale Symbol „Holger Danske“. Nach der Legende kehrte dieser unbesiegbare Krieger vom Heimweh geplagt von einem Feldzug nach Dänemark zurück und fiel dort in einen tiefen Schlaf. Sollte das Königreich von einem Feind ernsthaft bedroht werden, wird er wieder erwachen und in den Kampf ziehen.


    Auf Steuerbord sehen wir Helsingborg, die mit rund 100.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der südschwedischen Provinz Skåne ist. Der Rest Schwedens hält die Schonen für etwas behäbig und tumb und die Witze über sie ähneln unseren Ostfriesenwitzen.


    Vor der Inbetriebnahme der Öresund-Brücke war die Fährverbindung zwischen Helsingør und Helsingborg mit sehr vielen Fähren hochfrequentiert und eine der wichtigsten zwischen Dänemark und Schweden.


    Gegen 22:00 Uhr ist die Sonne untergegangen.


    Bevor die Überschaubar um Mitternacht ihre Pforten schließt, kehren wir hier noch auf ein Gute-Nacht-Bier ein.


    Einmal editiert, zuletzt von det@norge (1. November 2023 um 10:30)

  • Euer Rundweg in Kopenhagen gefällt mir schon mal ganz gut. Sie Tipps muss ich mir unbedingt merken, da es vielleicht im nächsten Jahr auf eine ähnliche Tour geht.

  • Unser Tag in Aarhus (Teil 1): Anlauf mit Hindernissen oder heute bleibt die Küche kalt

    Heute Nacht sind wir nördlich Dänemarks größter Insel Seeland entlang gefahren und nähern wir uns Jütland. Als ich halb acht vom Balkon schaue, kann ich den Leuchtturm „Sletterhage Fyr“ ablichten, der als südlichster Punkt der Halbinsel, auf der auch die „Mols Bjerge“ mit Dänemarks höchsten Erhebungen (Berge zu schreiben, wäre übertrieben) befinden, die Aarhus Bucht begrenzt.


    Obwohl wir heute erst um 10:00 Uhr in Aarhus anlegen sollen, begeben wir uns um 8:00 Uhr recht früh zum Frühstück in die X-Lounge. Zum Glück, wie sich in ungefähr einer Stunde später herausstellen wird. Aber zunächst lief alles normal. Egg Benedict für meine Frau, Omelette für mich, zweimal Tee, zweimal frisch gepresster O-Saft. Alles gut. Zum Abschluss bekommt meine Frau einen Latte Macchiato. Auch noch gut. Sie bestellt danach noch einen, um ihn dann auf der Kabine zu trinken. Der kommt jedoch nicht mehr. Es kommen überhaupt keine Heißgetränke mehr.

    Was ist passiert? Wir haben auf dem gesamten Schiff keinen Strom mehr. Alle Lichter sind erloschen. Zum Glück ist es draußen hell genug. Und frisch geduscht sind wir auch. Denn mit dem Stromausfall gibt es weder Wasser, noch funktioniert die Vakuumspülung. Aber die innenliegenden Bäder sind eh stockdunkel.

    Dann meldet sich der Kapitän. Die Brücke hat mit Hilfe des Notstromgenerators ausreichend Strom. Aus Sicherheitsgründen, da auch die Bugstrahlruder ausgefallen sind, wird der Anlauf von Aarhus abgebrochen und wir ankern erst einmal auf Reede, bis die Ingenieure den Fehler gefunden haben. Wir sind komplett entspannt. Wir sind mit unserem Frühstück fertig und stehen auch nicht eingeseift unter der Dusche.

    Viertel nach neun mache von unserer Position auf Reede ein Bild von der Hafeneinfahrt mit den futuristischen weißen Häuser, die „Eisberg“ genannt werden.


    Die Ingenieure sind bei ihrer Fehlersuche erfolgreich. Die gesamte Schalttafel war ausgefallen. Doch so Stück für Stück kommt der Strom zurück auf die Decks. Mit dreistündiger Verspätung werden wir mit Hilfe zweier Assistenzschlepper nun den Hafen anlaufen.


    Kurz vor 14:00 Uhr verlassen wir das Schiff, um Aarhus zu Fuß zu erkunden. Dabei stellen wir fest, dass es hier einen Mix aus historischen und hypermodernen Gebäuden gibt.

    Die Kathedralskole mit dem Dom im Hintergrund.


    DOKK1, ein modernes Wahrzeichen für ein bürgernahes Konzept, das Rathaus, das Bürgerzentrum und die Bibliothek in sich beherbergt. Für jede Geburt können die Eltern hier einen Knopf drücken und eine Glocke wird geschlagen.


    "Domen" ist ein grüner Freiraum, wo man Musik hören sowie Kultur und Kunst erleben kann. Die tolle Kuppel aus Holz und Glas repräsentiert eine alternative, avantgardistische, visionäre, innovative Kultureinrichtung, wo die Umwelt und die Nachhaltigkeit im Zentrum stehen. Durch seine einzigartige Architektur hebt sich das kuppelförmige Kulturhaus von den industriell geprägten Hafenanlagen ab und bietet Besuchern ein unvergessliches Erlebnis.


    5 Mal editiert, zuletzt von det@norge (1. November 2023 um 14:00)

  • Unser Tag in Aarhus (Teil 2): Stadtsparziergang

    Der Name „Aarhus“ kommt aus dem dem Altdänischen und lässt sich mit „Flussmündung“ übersetzen. Wer jetzt denkt, dass sich der Ortsname richtig mit Å schreibt, dem sei gesagt, dass am 27. Oktober 2010 der Aarhuser Stadtrat beschloss, Århus in Aarhus zurück zu benennen. Die Stadt mit rund 270.000 Einwohnern ist nach Kopenhagen Dänemarks zweitgrößte und war 2017 Kulturhauptstadt Europas.

    Aarhus ist eine der ältesten Städte Dänemarks. Ausgrabungen zufolge wurde sie im 8. Jahrhundert von den Wikingern gegründet. 948 wurde sie erstmals als Bischofssitz erwähnt und entwickelte sich im Mittelalter zu einem wichtigen Ort für den Handel in Mitteljütland. Seit dem 15. Jahrhundert besitzt Aarhus das Stadtrecht. Im Freilichtmuseum „Den Gamle By“ kann man schauen, wie Aarhus zu der Zeit ausgesehen hat. Aber auch außerhalb des Museums sehen wir einige alte Gemäuer.





    Das Wahrzeichen von Aarhus ist der Dom aus dem 12. Jahrhundert. Bei einem Blitzeinschlag im Jahr 1642 wurde dessen Kirchturm schwer beschädigt und erst 400 Jahre später repariert.



    Nachdem wir etwas durch die recht überschaubare Altstadt sparziert sind, orientieren wir uns an dem kleinen Fluss „Å“, der in der Nähe unseres Liegeplatzes in das Hafenbecken mündet.



    In der Glasfassade eines Hafengebäudes spiegelt sich zum würdigen Abschluss unseres Rundganges unser „Mein Schiff 4“.


  • Erster Seetag & unser Tag in Riga (Teil 1)

    15.06.2023. Donnerstag. Nachdem wir gestern und vorgestern bei super Wetter das dänische „Ersatzprogramm“ für Sankt Petersburg genossen haben, begeben wir uns heute auf die Spuren unserer Originalroute und verlassen die Inselwelt Dänemarks. Vorbei an Fehmarn, Rügen, Bornholm und Gotland geht es quer über die Ostsee in Richtung Baltikum und einige Längengrade gen Osten. So hatte der Kapitän uns letzte Nacht schon die eine Stunde geklaut. Aber er lagert sie nur ein und rückt sie auf der Rückfahrt wieder raus.

    Den Seetag verbringen wir entsprechend unserer Routine völlig relaxt. Abends haben Kapitän Tobias Pietsch und Kreuzfahrtdirektor Sönke Sieg zum Suiten-Empfang geladen. Nach der Begrüßung durch den Kapitän und einem Foto mit ihm, stellt der KD die zahlreich erschienenen Streifenhörnchen vor. Wir entscheiden uns für den Stehtisch mit der Entertainmentmanagerin oder frei nach meiner Frau, der Ententrainerin. Da sind wir als permanente Draußensitzer und Ignoranten aller Indoor-Veranstaltungen eigentlich völlig fehl am Platz. Und so unterhalten wir uns mit der Kärntnerin über viel Persönliches und haben eine lustige halbe Stunde. Gereicht werden zu Champus kleine Köstlichkeiten aus den drei Spezialitätenrestaurants. Die Wasabigarnelen aus dem Hanami sind so gut, dass sogar unsere neue Bekanntschaft ihre Zurückhaltung aufgibt.

    16.06.2023. Freitag Morgen. Zu unserer Frühstückszeit gegen 8:00 Uhr erreichen wir den Anleger von Riga. Die Hauptstadt Lettlands liegt an der Mündung der Düna in die Ostsee und ist mit mehr als 600.000 Einwohnern die größte Stadt des Baltikums und das Reiseziel von mehr als 2 Millionen Touristen.


    Kurz nach 9:00 Uhr verlassen die ersten Ausflügler das Schiff.


    Eine halbe Stunde später machen auch wir uns gemeinsam mit unseren Freunden auf, Riga zu erkunden. Da wir sehr stadtnah festgemacht haben, können wir alles zu Fuß machen, zumal es auch viele autofreie Zonen gibt.


    Die 312 m lange Vanšu-Brücke verbindet die Neustadt mit der Altstadt.


    Unser erstes Ziel ist das wunderschöne Jugendstilviertel mit rund 800 Bauten und damit der höchsten Jugendstildichte Europas.. Dazu durchqueren wir den Kronvalda-Park. Die Hafenbehörde „Rīgas brīvostas pārvalde“ bewohnt ein schönes Gebäude im Park und gönnt sich ihren eigenen Leuchtturm.


    Wir verlassen den Park und laufen durch die Strēlnieku iela und sehen vor der „Stockholm School of Economics“ die Büste von Georges Armitsteds, der von 1901 bis 1912 vierter Bürgermeister Rigas war.

    Dann biegen wir in die Alberta ilea ein. Gleich vorne an befindet sich die österreichische Botschaft.


    Sie ist eine prächtige Straße mit kunstvollen Jugendstilhäusern.