Das Schiff ist das Ziel - Reisebericht der Transreise von Kreta nach Dubai November 2018 mit der Mein Schiff 3

  • Nelly

    Eine wunderschöne Reise*sehnsucht**MeinSchiff*und komm mit vielen schönen Eindrücken, gesund, wieder!

    Viele Grüße Nicky

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    DER GRAF LIVE- endlich!

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    Meine Reiseberichte

    Nicky75
    24. September 2022 um 14:57


    Erinnerungen im Herzen…

    Nordeuropa 07/2016 MS5 Vorfreudenfahrt

    Mittelmeer mit Ibiza 08/2017 MS5

    Westeuropa mit Lissabon 08/2019 MS3

    Mittelmeer mit Andalusien II 10/2019 MS2

    BLAUE REISE 2 07/2020 MS 2

    Blaue Reise PANORAMAFAHRT 4 09/2020 MS 1

    Blaue Reise - Kanarische Inseln 1 & 2 03-04/2021 MS2

    Blaue Reise ab KIEL 06/2021 MS 6

    Blaue Reise- Schwedische Küste 3 07/2021 MS 1

    Kanaren mit Azoren II 04/2022 MS 4

    Karibik mit Mittelamerika I 12/2022-01/2023 MS 1

    Norwegen mit Schottland 09/2023 MS 3

    Taufreise MS 7 06/2024

    Höhepunkte der USA Ostküste 10/2024 MS 1

    Kanaren mit Madeira 01-02/2025 MS 5

    Stars del Mar 05/2025 MS 7

    Höhepunkte der Türkei und Griechenlands 06-07/2025 MS 5

    Kanaren & Madeira 11/2025 AIDA COSMA

    Winterliches Norwegen 02/2026 MS 3

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Gestern schon wieder Anschlag auf Touristenbus - unter solchen Umständen werden wir auf Ausflüge verzichten - wir werden kurzfristig entscheiden ob wir an Ausflüge (Pyramiden) teilnehmen - noch haben wir Zeit (Oktober 2020) - wenn die Lage sich bis dahin nicht ändert werden wir die Pyramiden nicht besuchen - wir wollen unser Urlaub genießen - und wollen nicht begleitet werden von schwerbewaffnete Soldaten um sicher an unser Ziel anzukommen - dann lieber entspannen und relaxen - wir haben eine riesige Veranda 8o

    LG,

    Takis

  • Liebe Nelly

    Klasse, daß Du trotz anstehendem Kofferpacken noch auf's Treffen gekommen bist!

    Habt viel Spaß auf der Ostsee! Das Wetter morgen (21.5.) in Stockholm: bis Mittag leicht bewölkt, 14°C, danach sonnig, bis 22°C.

    Drei weitere Schiffe im Hafen: AIDAmar, Nieuw Statendam, Serenade of the Seas.

    Verpaßt die Fahrt durch den Schärengarten nicht, mir hat es damals viel Spaß gemacht. Vielleicht seht ihr ja auch noch dieses Schätzchen

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    war auf der Einfahrt auf Steuerbord, schon fast in Stockholm.

    Paß gut auf den pinken Liebling auf.

    LG, Gesa

  • Oh ja, ich freue mich auch, wenn dein Bericht weitergeht. Jetzt aber wünsche ich euch erstmal tolle Tage auf der Ostsee. Und Vorsicht, nicht, dass die pinke Tasche Grund zur Eifersucht bekommt.....

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    01.03.2015 - 08.03.2015, Kanaren mit Marokko, Mein Schiff 3
    07.03.2016 - 14.03.2016, Dubai mit Bahrain, Mein Schiff 2
    02.11.2016 - 21.11.2016, Mittelmeer trifft Barbados, Mein Schiff 5
    14.02.2018 - 28.02.2018, Asien ab/bis Singapur, Mein Schiff 1
    18.11.2018 - 25.11.2018, Kanaren mit Madeira, neue Mein Schiff 1
    01.06.2019 - 08.06.2019, Mediterrane Schätze ab Mallorca, AIDAnova

    27.10.2019 - 12.11.2019, Kreta bis Dubai II (Transsuez), Mein Schiff 6

    22.04.2022 - 02.05.2022, Bremerhaven bis Mallorca II, Mein Schiff 1

    25.11.2022 - 04.12.2022, Spanien mit Lissabon, AIDAstella

    25.11.2023 - 02.12.2023, Südnorwegen ab Hamburg, AIDAnova

    14.01.2024 - 28.01.2024, Kanaren & Madeira mit La Palma und Kanaren mit La Gomera, AIDAstella

    11.05.2025 - 22.05.2025, Norwegens Fjorde mit Geiranger & Trondheim, AIDAprima

    03.09.2025 – 12.09.2025, Metropolen Mittelmeer, Mein Schiff Relax

  • Ich bin wieder daaahaaaa!!!

    10. November – Der 2. Seetag von 6 Seetagen am Stück – Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss. Und eine Frau sagt ihm dann, was das ist (Seefahrerweisheit des Tages)

    Und was muss Frau tun, an so einem Seetag? Ihr habt es euch schon gedacht: ruhen… Anfangs habe ich mich noch gefragt, warum die meisten Reiseberichtschreiber in ihren Berichten mit vielen Seetagen die Seetage zusammenfassen, allmählich verstehe ich es…

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    Besuch auf der Kabine!

    Wir versuchten nach der durchtanzten Nacht ein wenig auf Deck 5 auf den Holzliegen in der Sonne zu liegen, gaben nach einer knappen Viertelstunde aber auf, viel zu heiß, naschten uns einmal durch die Eisbar und flüchteten uns irgendwann mit unseren Büchern in die Café-Lounge. Ich hatte mir im Laufe des Jahres das Kaffeetrinken abgewöhnt und befürchtete inzwischen, ich wäre demnächst wieder auf dem Trip, weil ich nämlich inzwischen fast täglich wieder dabei war, statt nur mal ab und an einen am Wochenende. Nun denn, ich würde das wohl auch ein weiteres Mal schaffen, kalter Entzug war mir kein Fremdwort mehr.

    Mein Rezensionsexemplar von dem Indianer-Roman hatte ich inzwischen auch durchgelesen und machte mir ein paar Notizen, die ich in meiner Rezension anbringen wollte.

    Ansonsten versuchte ich mich an Sonnenuntergangsbildern, die wegen der Wolken nur mittelmäßig gut wurden und fragte mich, wie es wohl den Menschen an Land ging, an denen wir ja irgendwie vorbeifuhren. Vor allem am Abend, als das Schiff verdunkelt fuhr und die Außenalsterbar gesperrt war (als Außenbereich war nur noch das Pooldeck geöffnet), wurde mir wieder klar, dass wir an Bürgerkriegsgebieten vorbeifuhren. So oft hatte ich mir das zu Hause auf unserer Weltkarte angesehen und als ich daran dachte, dass mein Vater als Berufssoldat viele Jahre in diesen Ländern verbracht hatte, wurde mir wieder einmal bewusst, wie privilegiert wir doch waren. Was war da schon eine gesperrte Bar!

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    Das war noch von der Save-Haven Übung, das wollte ich noch nachtragen.

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    Zu Abend aßen wir ganz gemütlich mit Anja und Anja im Atlantik Mediterran und verzogen uns dann mit den beiden in die Himmel & Meer Lounge, die ziemlich voll war. Die Betten waren nicht ausgezogen, die Rollos waren heruntergelassen und wir hatten einen ziemlich albernen Kellner, den wir die ganze Reise über immer wieder toll fanden. Das Wasser ohne Blubber stellte er grundsätzlich mit einem geflüsterten „leise“ auf den Tisch und später reichte es aus, einfach nur „leise“ zu sagen, er wusste was wir wollten.

    Ein rundum gelungener Tag.

    Morgen: Seetag, wer hätte es gedacht…

  • Eben erst deinen schönen Reisebericht gesehen. Sehr schön wie du das hier schreibst.

    Diese Transreise steht auch auf meiner Wunschliste. Wenn man nur mehr Urlaubstage hätte.;)

    Freue mich auf die Fortsetzung.

    LG Christine

    Übrigens, in 183 Tagen machen wir die gleiche Reise wie ihr.:)


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    05/2013 AIDA CARA Norwegen
    06/2014 AIDA BELLA Ostsee
    07/2015 AIDA STELLA östl. MM 15
    10/2015 AIDA STELLA östl. MM 17
    07/2016 AIDA SOL Norwegens Fjorde
    11/2016 AIDA SOL Kanaren und Madeira
    06/2017 AIDA STELLA Mediterrane Highlights 2
    11/2017 MEIN SCHIFF 5 Orient mit Katar
    11/2018 MEIN SCHIFF 1 Kanaren mit Lanzarote und Madeira
    11/2019 MEIN SCHIFF 6 Asien mit Singapur
    12/2022 AIDA PRIMA Metropolen
    06/2023 AIDA PRIMA Metropolen
    09/2023 MEIN SCHIFF 6 von Hamburg nach New York ( Auslaufparade bei den Cruise Days
    01/2025 AIDA NOVA Norwegen und Dänemark

    06/2026 AIDA BELLA Norwegen mit Lofoten und Nordkap

  • Ich liebe Deinen Schreibstil :love:. Bitte nicht die Seetage zusammenfassen ;)!

    Leider schon vorbei:

    April/Mai 2018: Mittelmeer mit Barcelona mit der Mein Schiff 5

    März 2019: Kanaren mit Lanzarote mit der Mein Schiff 1

  • Schön - freue mich auf die Fortsetzung :)

    LG

    Takis

  • Vielen lieben Dank für eure warmen Worte, ich freue mich wirklich sehr!

    Und weil es so viel Spaß macht... Weiter geht's!

    11. November – Seetag – Der 3. Seetag von 6 Seetagen am Stück - alf laila wa-laila

    Könnte uns mal jemand erzählen, warum wir so lange schlafen? Wir sind normalerweise Lerchen, die um viertel vor fünf aus den Federn hüpfen. Okay, Steffi ist eine Lerche. Ich bin eine Eule im Lerchenkostüm. Die Frage bleibt: Was genau klebt an uns, dass wir so lange in der Koje liegen?

    Inzwischen suchten wir im Tagesprogramm nur noch nach der Uhrzeit, in der Lektorin Nadja einen Vortrag hielt, dieser Frau hätten wir stundenlang zuhören können. Heute gab es einen Vortrag zu den Märchen aus 1001 Nacht, oder auch auch „alf laila wa-laila“, was übersetzt so viel wie „1000 Nacht und Nacht“ bedeutet. So, so, das sollen übrigens hocherotische Geschichten sein. Ich gebe zu, das wusste ich noch nicht und ein bisschen neugierig wurde ich auch.

    Wusstet ihr übrigens, dass die Ägypter einige für uns komische Bräuche haben? Kleine Jungs wurden oft wie Mädchen angezogen und mit Mädchennamen angesprochen, damit die Nachbarn nicht neidisch auf den männlichen Nachwuchs wurden. Oder ganz kleine Babys, nur eine Woche alt, wurden in eine große Schale gelegt, zwei hielten die Schale links und rechts fest, und dann sprang man mit Baby und Schale über eine Feuer, mit großem Krach natürlich. Wenn es das überstand, war es gewappnet für alles andere im Leben. Na, ich weiß ja nicht.

    Im Vortrag „Endlich gut schlafen“ (nicht von Nadja) erkannten wir uns gut wieder (okay, außerhalb dieses Urlaubs) und überlegten, ob wir den Wecker nicht vielleicht doch außerhalb unserer Sichtweite stellen sollten. Nachts darauf zu gucken, ist eher kontraproduktiv. Ich gebe zu: Wir haben es nicht getan, vielleicht irgendwann einmal.

    Nach einem leckeren Abendessen im Gosch gingen wir zum Konzert zu Noah Fischer. Ich hatte mich die letzten Tage immer schon gefreut, diesen optisch herausstechenden Menschen zu sehen, konnte ihn aber nicht einordnen. Jetzt konnte ich es. Ohne zu wissen, was uns erwartete gingen wir an die Sache heran und wurden sprichwörtlich von unseren Sitzen gefegt. Der Mann hat es echt drauf! Es war so wunderschön ihm und seinem Saxophon zu lauschen, dass es uns die Tränen in die Augen trieb. Einfach nur Gänsehaut! Das war auf jeden Fall das Horizonterweiterungspaket des Abends wert. Vor lauter Emotionen reicht es für uns nur noch für einen Ladykiller auf dem Balkon und ein wundervolles Gespräch mit der weltbesten Ehefrau über diesen aufregenden Tag, der uns so viel gegeben hat.

  • Nelly,

    wenn ich gute Laune tanken will, lese ich deinen RB, einfach nur klasse.:):love:

    Das lange Schlafen lag aber nicht am Ladykiller?:D:/ Oder war es zu leise?:/

    LG Andrea

  • Dat :sleeping::sleeping: iss die Seeluft, liebe Vanessa Nelly Ich erinnere mich an meine Reise auf dem Containerschiff, wo ich fast ausschließlich draußen an Deck war. Da hab ich so oft, so viel und so tief geschlafen, dass ich schon dachte, sie tun ihren Paxen irgendwas ins Essen, damit die schön ruhig sind und nicht stören ... :P

    Dein RB ist wieder mal göttlich, Danke dafür und ich bin feste Abonnentin:thumbup::thumbup:

    LG,

    Emma

  • Nelly,

    wenn ich gute Laune tanken will, lese ich deinen RB, einfach nur klasse.:):love:

    Das lange Schlafen lag aber nicht am Ladykiller?:D:/ Oder war es zu leise?:/

    LG Andrea

    Ach du hast ja gar keine Ahnung, wie glücklich mich das macht mit der guten Laune!

    Nö, lag wohl nicht am Cocktail, sondern wohl mehr an der Gesamtsituation... Aber schöööööön!

    Dat :sleeping::sleeping: iss die Seeluft, liebe Vanessa Nelly Ich erinnere mich an meine Reise auf dem Containerschiff, wo ich fast ausschließlich draußen an Deck war. Da hab ich so oft, so viel und so tief geschlafen, dass ich schon dachte, sie tun ihren Paxen irgendwas ins Essen, damit die schön ruhig sind und nicht stören ... :P

    Dein RB ist wieder mal göttlich, Danke dafür und ich bin feste Abonnentin:thumbup::thumbup:

    LG,

    Emma

    Hehe, die Seeluft war Schuld! Das ist gut!

    Danke für das tolle Kompliment, das geht doch runter wie eiskalter Cocktail ;-)

  • 12. November – Der 4. Seetag von 6 Seetagen am Stück

    Wird so ein Seetag eigentlich langweilig? Erstaunlicherweise irgendwie nicht. Wir schafften es zur Abwechslung mal etwas früher aus den Federn und konnten so nach dem Frühstück tatsächlich in der noch nicht geöffneten Außenalsterbar mal eine halbe Stunde in der Sonne sitzen. Und das will was heißen!

    Der Vortrag des Tages ging um das Leben in Riffen, die irgendwie mit Städten vergleichbar sind. Ziemlich spannend, vor allem das Thema Umweltschutz in diesem Zusammenhang. Wir erfuhren, dass Tui bis 2020 die Strohhalme abschaffen wollte und was für eine horrend hohe Zahl damit jährlich gespart werden konnte. (Zu dem Zeitpunkt gab es noch welche aus Plastik.) Dann auch andere Maßnahmen, wie dass die Badeschlappen nicht mehr in Plastik, sondern in den Taschen der Bademäntel stecken sollten. Ja, Kleinvieh konnte eine Menge Mist machen.

    Wir verbrachten diesen Tag überwiegend auf dem Balkon und beglückwünschten uns zu der Entscheidung, auf der Backbordseite, und damit der Schattenseite des Schiffes gebucht zu haben. Auf dem Pooldeck war die Hölle los und es ging einfach nicht in unsere Köpfe, wie sich einige wirklich so viel sonnen konnten! Inzwischen sagte der Kreuzfahrtdirektor schon mehrmals täglich durch, dass man auf sich und seine Haut aufpassen sollte und wir noch genügend Zeit zum Sonnen hätten. Wie gut, dass Steffi und ich uns an dieser Stelle einig waren. Erholung hatte nichts mit dem Braun-Faktor am Ende der Reise zu tun, jedenfalls für uns nicht.

    Schließlich gab es noch einen Lektorenvortrag über Muscat, wir freuten uns unheimlich auf den Oman. Das Land schien für den Orient sehr liberal und offen zu sein, mit Europa natürlich nicht zu vergleichen was einige Dinge angeht, aber anders, als zum Beispiel Dubai. Der Sultan legte zum Beispiel Wert darauf, dass Volkslieder erhalten bleiben, liebt die Kunst und die Oper, ließ sich das teuerste Parfum der Welt kreieren und scheint sehr nahe am Volk zu sein. Nur das mit den Nachkommen hat er nicht geschafft. Warum? Das erfahrt ihr im nächsten Teil…

  • 13. November – Der 5. Seetag von 6 Seetagen am Stück Futtern-Klönen-Café-Lounge

    Dieser Tag stand ganz im Zeichen des guten Geschmackes, oder so ähnlich. Wir lieben die Café-Lounge auch mal zum Frühstück und für eben dieses verzogen wir uns an diesem Morgen dort hin. Herrlich, diese Ruhe, der Ausblick und die Speisen sind natürlich auch eine Wucht! So konnte der Tag doch starten.

    Im Lektorenvortrag hörten wir weiteres über den Oman, zum Beispiel, warum der Sultan keine Nachkommen hat, obwohl er mal verheiratet war. Nun, die mehr oder wenige inoffizielle Aussage: „Denken Sie doch mal nach, er liebt die Oper, die Kunst, lässt sich das teuerste Parfum der Welt kreieren…“ Jaaaa, Klischee, aber alle haben verstanden und gelacht. Die offizielle Version ist übrigens: „Er hat keine Zeit für eine Familie, weil er sich so sehr um das Volk kümmert.“

    Klingt irgendwie netter, aber mir wäre in der Tat Version inoffiziell ein bisschen lieber, ihr wisst schon, aus innerer Verbundenheit und so.

    Wir waren auf jeden Fall gespannt wie kleine Flitzebögen kurz vor der Prüfung und ließen uns von Anja und Anja in der Café-Lounge bei Eiskaffee und Pralinchen einiges darüber erzählen, was man da so alles Schönes machen kann. Tücher kaufen, zum Beispiel. Eine Moschee besichtigen, wenn man sich entsprechend kleidet (vielleicht mit den neu erworbenen Tüchern verschleiert) oder sich ein bisschen durch die Gegend kutschieren lassen. Nun ja, wir wollten es alles auf uns zukommen lassen.

    Übrigens wurden wir von unserem Lieblingsnachmittagsplatz immer enttäuschter, was den Service anging: In der Café-Lounge war im Verhältnis zu anderen Bars sehr viel Personal für sehr wenige Gäste zuständig und trotzdem schafften sie es nicht ein einziges Mal ohne Aufforderung, den Tisch abzuräumen, während wir noch saßen. Sie fragten zwar „möchten Sie noch etwas“, nahmen dann aber beim „nein danke“ die leeren Gläser nicht mit. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich mag mir nichts bestellen, wenn sehr kleine Tische noch sehr voll mit dreckigem Geschirr sind, mein Appetit ist dann gestillt. Sehr schade, obwohl wir dieses Problem anmerkten und sogar an den Restaurantleiter weitergaben, passierte bis zum Ende der Reise nichts.

    Wir vier hatten trotzdem unseren Spaß, alberten im Sonnenuntergang auf Deck 14 herum, schossen blöde Fotos und alle drei hörten sich mehr als einmal an, dass ich mich auf Deck 5 verliebt hatte und redeten mir gut zu. Später nahmen Steffi und ich unser Abendessen in der Außenalsterbar ein. Ein paar kleine Snacks mussten reichen. Wir lernten ein sehr nettes Paar kennen, mit dem wir bis um halb elf abends schnackten. Das war schon was: So lange Draußen im T-Shirt sitzen, so könnte das ewig weitergehen! Und das Beste: Wir hatten immer noch ein paar tolle Tage vor uns!

  • 14. November – Der 6. und letzte Seetag von 6 Seetagen am Stück

    § 1 Der Kapitän hat immer Recht

    § 2 Hat jemand anderes Recht, tritt automatisch § 1 in Kraft.

    (Seefahrerweisheit des Tages)

    Moooooment mal. Wo waren eigentlich die vielen Seetage geblieben? Wir sind doch nicht wirklich schon den sechsten Tag am Stück auf See und haben durch unser Interesse am Schiff nicht wirklich schon den … ja den wie vielen „Seetag“ eigentlich? Es schien, als hätte die Sonne mir buchstäblich das Hirn ein wenig angebrutzelt, selbst wenn ich mich überwiegend im Schatten aufhielt. Nun ja, ich trug es mit Fassung und bin jetzt in diesem Moment tatsächlich ein wenig überrascht, dass ich wirklich jeden Tag einzeln aufgeschrieben habe.

    Wir waren beide mehr als nur angetan davon, wie gut uns das pure „sein“ gefallen hatte und wollten diesen Tag entsprechend noch genießen. Die nächsten Tage waren schließlich wieder Action angesagt.

    Im Theater gab es den letzten landeskundlichen Vortrag von Lektorin Nadja, dieses Mal über Dubai. Den durften wir auf keinen Fall verpassen, denn trotz guter Vorbereitung wollte uns Dubai einfach nicht abholen. Nicht einmal die Vorstellung von Dubai packte mich. Dabei hatten wir alles getan: Im Reisebüro gab es jede Menge Tipps, wir kannten einige privat, die uns alles Mögliche erzählten und auch hier im Forum verschlang ich alles über Dubai. Vielleicht konnte Nadja uns überzeugen.

    Fazit des Vortrages: Je mehr ich über Dubai erfuhr, desto weniger interessierte es mich. Sogar bei der sonst so begeisterten Lektorin meinten wir eine ordentliche Portion Skepsis rauszuhören.

    Sie erzählte uns davon, dass dort Inder, Pakistanis und andere Nationalitäten für 500 Dollar im Monat arbeiteten und aber über 300 Dollar für ein Zimmer ausgaben, das sie sich noch mit diversen anderen Arbeitern teilen mussten. Wir bekamen Bilder von einem Slum zu sehen, (der normalerweise verriegelt war, Nadja konnte das Bild nur durch Zufall machen) in welchem diejenigen lebten, die die größten Häuser und Türme der Welt bauten. Höher, schneller, weiter. Dubai verkörperte schon im Vorwege alles, was ich persönlich verabscheute. Macht, Protz, fragwürdiges Verhalten gegenüber Menschen, die keine Emiratis waren. Der Funke wollte und wollte nicht überspringen und die Aussage, dass es dort laut und hektisch war, machte es auf keinen Fall besser.

    Wir blieben bei unserem Plan, alles auf uns zukommen zu lassen.

    Später hörten wir uns einen tollen Vortrag über das Thema „Zuversicht“ an, wieder nicht von Nadja, klönten mit Bea, die wir am Flughafen kennengelernt hatten und endlich, endlich, kaufte ich mir die schöne pinke Lederhandtasche.

    Kommentar des Verkäufers: „Oh ha, damit fallen Sie sicherlich auf.“

    Ich: „Ja, ist sie nicht wunderschön?“

    Verkäufer: *ließ das lächelnd einfach mal so stehen.*

    Später lösten wir unsere Champagnergutscheine ein, fachsimpelten mal wieder über die nächste (eigentlich die übernächste, noch nicht gebuchte) Reise und trafen uns mit Bea und Wolfgang auf ein, zwei Getränke in der Schaubar.

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    Die Crew-Show sah ich mir vom Bett aus im TV an, Steffi lernte weiter auf dem Balkon den Reisekatalog auswendig und ich schloss mein Reisetagebuch für diesen Tag mit den Worten „diese Reise ist ein echtes Highlight, ich bin froh, dass wir gebucht haben“ ab.

  • 15. November – Muscat / Oman – Eine wunderschöne Stadt, Gänsehautmomente und „nein heißt nein“

    Land in Sicht! Festen Boden unter den Füßen! Und, oh Wunder, Familie Steffi und Vanessa geht an Land!

    Mit dem Hafenshuttle ließen wir uns aus dem Hafen bringen und sahen uns erst einmal die Fischhalle an, in welcher der Fang des Tages nicht nur weiterverkauft, sondern auch in mehr oder wenige handliche Stücke gehackt wurde. Brr, ich esse Fisch ja ganz gerne, aber irgendwie taten die Tiere mir dann doch leid, wie sie so zur Schau gestellt wurden. Also nichts für uns, raus aus der angenehmen Kühle in die heiße Stadt Richtung Souk. Wow, Muscat ist wirklich schön, sauber, die Gehwege nahezu malerisch und überall war für den Nationalfeiertag schon alles schön geschmückt.

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    Im Souk selbst roch es wunderbar nach Weihrauch, die Menschen waren freundlich, aber unaufdringlich und gucken machte wirklich Spaß. Gekauft haben wir nichts, ist ja nicht so unsere große Leidenschaft, es sei denn, etwas haut uns von den Socken.

    Wieder Draußen tigerten wir zu einem Fort, der Eintritt ist frei und die Aussicht einfach wunderschön! Ein toller Rundumblick bei bestem und heißem Wetter! Das erwartete Schaukeln an Land blieb aus und wir strahlten einfach um die Wette, ein toller Urlaubstag, an welchem man sich einfach treiben lassen konnte.

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    Unter einem Pavillon machten wir eine längere Getränkepause und ich schielte immer in Richtung eines anderen Forts, auf das ich unbedingt noch klettern wollte. Es sah nach einem Fußweg von einer guten Viertelstunde aus und die hätte ich gerne noch auf mich genommen. Außerdem konnte man von dort aus bestimmt auch die Mein Schiff 3 und die 4 sehen. Im Bordprogramm stand noch, man könnte das Schwesternschiff besuchen, aber das wurde dann aus „hygienischen Gründen“ doch wieder abgesagt. Wir kannten die 4 inzwischen recht gut, wir hätten sie eh nicht angesehen, aber einige andere Gäste ärgerten sich ziemlich darüber. Tja, wenn ich mir einmal ins Gedächtnis rief, wie viele sich eben nicht die Hände desinfizierten, die Zangen nicht benutzten und ähnliches, war das nur die logischen und gerechte Konsequenz. Wir wussten natürlich nicht, ob irgendein Fall von Magen-Darm oder so ausgebrochen war, aber unter Umständen hatten wir ja selbst schuld.

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    Da will ich hin!

    Zurück zum Fort: Steffi wollte lieber im Schatten bleiben, ich fühlte mich sicher im Oman und tigerte los. Meine Rechnung ging auf und ich erreichte es in einigen Gehminuten. Dann die für meinen Geschmack bei der Hitze viel zu vielen Stufen rauf und was sah ich: Außer mir nur ein Omani im oberen Rund, das nur eine „Tür“ und viele „Fenster“ hatte. Nun bin ich grundsätzlich kein ängstlicher Mensch und auch nicht von Vorurteilen zerfressen, aber mein Bauchgefühl sagte „du hattest schon bessere Ideen.“ Ach Bauch, halt doch die Klappe, wir sind hier im liberalen Oman und nicht im Irak.

    Der Herr begrüßte mich auch sehr freundlich auf Englisch, ich könnte natürlich hereinkommen, er genieße nur die Aussicht. Alles klar, dann habe ich mich wohl getäuscht. Tatsächlich sah ich die beiden schönen Schwestern und machte eifrig Bilder. Wegen meiner Höhenangst mit etwas Abstand zu den Fenstern, die eigentlich nur sehr große Löcher im Mauerwerk waren. Für Kanonen vielleicht?

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    Ausblick zum Weihrauchkessel

    Der Herr setzte sich in eines dieser Fenster und meinte, hier sei die Aussicht doch am schönsten, ich solle mich zu ihm setzen. „Nein danke, ich stehe sehr gut.“ Er lachte und winkte mich zu sich. „Na los, von hier ist die Aussicht doch viel schöner.“

    Gut, er hatte Recht, auf das offene Meer, das hatte was. Weil mein Kopf mir mitteilte, dass so ein Foto toll wäre und ich dann im Reisebericht von der netten Begegnung schreiben könnte, trat ich näher. Nicht zu nahe, Stichwort Höhenangst.

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    Das war schon ein schöner Ausblick!

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    Leider, leider, und das gehört hier jetzt genau so rein wie alles Wunderschöne: Der Herr griff nach meinem Unterarm, und das nicht unbedingt zärtlich und zog mich mit einer Wucht näher an sich heran, dass ich erst einmal nicht mehr wusste wohin mit mir.

    „Lassen Sie mich los“, bat ich, höflich, aber bestimmt. Plötzlich verstand er kein Wort mehr und verstärkte seinen Griff auch noch, zog mich immer näher und drückte mich an das Fenster. „Fassen Sie mich nicht an“, sagte ich jetzt, schon deutlich lauter. Er lachte nur und packte mit der anderen Hand auch noch zu.

    Ja großartig. Mein Herz raste und ich dachte nur, was für eine dämliche Idee alleine auf diesen bescheidenen Turm zu klettern. Jetzt fing ich an zu schreien, er sollte mich gefälligst loslassen, mein Mann wartet unten auf mich und ich will jetzt sofort hier weg. Tatsächlich ließ er mich in Ruhe und ich sah zu, dass ich Land gewann.

    Unten waren zwei Touristen mit einem Guide, aber in einiger Entfernung zum Turm, gehört hatte mich bestimmt niemand. Boah, das brauchte ich kein zweites Mal!

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    Und falls sich jetzt jemand fragt wie ich an diesem Tag aussah: Lange Hose, Bluse ohne Ausschnitt und Ärmel bis zu den Ellenbogen, flache Schuhe, Pferdeschwanz. Wie eine Touristin, die sich zwar nicht verhüllt, aber sich wenigstens einigermaßen züchtig anzieht.

    Mit klopfendem Herzen ging ich zurück zu Steffi und klagte ihr mein Leid. Wir verständigten uns darauf, dass es überall auf der Welt Idioten gab und ließen das erstmal so stehen, auch wenn ich daran ziemlich zu knabbern hatte.

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    Das Auslaufen an diesem Abend war schon ziemlich besonders: Wir verabschiedeten uns mit dem Typhon, die Mein Schiff 4 antwortete, dann dröhnten wir wieder. Viele Passagiere (auch wir) standen an der Reling und winkten uns mit den eingeschalteten Taschenlampen der Smartphones zu. Ein echter Gänsehautmoment!

    Weil wir mit Beate und Wolfgang essen gingen hatten wir einen unglaublich langen und schönen Abend… Ein toller Tag in einer spannenden Stadt!