Nach einigen Hochsee-Kreuzfahrten ging es letzte Woche das erste Mal auf einen Fluss. Ich wollte das schon lange mal ausprobieren, dazu eine Freundin, die aufgrund Seegang sich zwar Hochsee nicht vorstellen kann, aber Fluss durchaus. Wir entschlossen uns recht schnell für die Donau (endlich mal eine kurze Anreise), geschaut habe ich zuerst bei Arosa, allerdings nicht lange aufgrund der Preise, und bin schließlich eher zufällig bei Phoenix gelandet. Unsere Vorgabe war eigentlich nur Donau und 7 Tage, einige Termine gingen jobbedingt nicht, und so wurde es die Prinzessin Isabella (170 Gäste). Relativ kurzfristig und da ich nicht vorhatte, einen Reisebericht zu schreiben, habe ich auch nicht die entsprechenden Aufzeichnungen gemacht. Aber meine Eindrücke möchte ich trotzdem schildern.
Anreise und Einschiffung:
Nach einer angenehm kurzen Zugfahrt (etwas mehr als zwei Stunden von München mit dem Regionalzug) trafen wir kurz nach halb eins in Passau ein. Die Einschiffung sollte ab halb drei beginnen, wir fanden ohne Probleme die Kofferabgabestelle (laut vorheriger Auskunft war diese ab 12 vorhanden). Unsere Koffer wurden uns sofort abgenommen und wir erhielten die Info, uns ab 14 Uhr wieder am Bahnhof einzufinden. Die Zeit überbrückten wir mit einem Spaziergang durch Passau, schauten uns dabei die Schiffe an, die in der Passauer Altstadt lagen (unser Schiff lag in Passau Lindau). Zurück am Bahnhof mussten wir noch etwas warten, bis ein Bus kam, hielt sich aber alles in Grenzen. Da an diesem Tag fünf Phoenix Schiffe ab Passau starteten, wurden alle in den Bus gepackt und die Schiffe nacheinander angefahren, in Lindau lagen die Schiffe aber ohnehin hintereinander, das zog sich also nicht allzu sehr in die Länge. Auf dem Schiff angekommen mussten wir noch etwa fünf Minuten warten, bis unser Deck für die Einschiffung aufgerufen wurde, die Einschiffung passierte angenehm schnell. Es wurde noch das Geburtsdatum und die Ausweisnummer aufgeschrieben (ein Schiffsmanifest gab es vorab für die Reise nicht), wir wurden kurz in die Lounge gebeten zwecks Tischreservierung und wurden dann auch gleich auf die Kabine gebracht, hier warteten bereits die Koffer. Wir konnten daher noch vor dem Ablegen die Koffer ausräumen und gingen dann sofort aufs Sonnendeck, sahen dem Schiff neben uns beim Ablegen zu, bevor er es dann auch bei uns los ging. Ich freute mich, als eine Auslaufmusik zu hören war, ich mag das einfach. Mein Handy war seit Ankunft auf dem Schiff ohnehin schon in Österreich, also konnten wir auch gut folgen
Nach dem Ablegen gab es noch eine Sicherheitsunterweisung, außerdem wurden wichtigsten Punkte, die wir so über das Leben an Bord wissen sollten, erklärt. Ich hatte ja befürchtet, dass regelmäßig das Sonnendeck geräumt werden würde, wenn niedrige Brücken kommen würden, das war aber nicht der Fall, man sollte nur die Augen immer nach vorne haben und sich möglichst hinsetzen. Die Matrosen würden aber auch ein Auge darauf haben. Danach gab es dann noch einen Begrüßungscocktail, bei dem sich die leitenden Offiziere und die Kreuzfahrtleiterin vorstellten.
Schiff und Kabine
Das Schiff hatte drei Passagierdecks, unten mit den kleinen Fenstern, das mittlere Deck zum Teil mit großen Panoramafenstern und zum Teil mit französischen Balkonen, und auf dem oberen Deck gab es neben französischen Balkonen auch noch einige Suiten. Darüber dann das Sonnendeck. Es gab ein Restaurant am Heck, hier wurde an festen Tischen gegessen, zum Frühstück Buffet, mittags und abends A'la Carte. Vorne im Schiff die Lounge mit Bar, hier gab es auch Kaffee und Kuchen sowie den "Mitternachssnack" (meistens so gegen 22:30). Es gab noch einen kleinen Massageraum (haben wir nicht genutzt) sowie einen kleinen Leseraum, in dem man sich auch Spiele ausleihen konnte.
Wir hatten eine Glückskabine gebucht und eine mit französischen Balkon auf dem mittleren Deck erhalten. Die Kabine war völlig in Ordnung mit genügend Stauraum, Doppelbett. Dass wir das Fenster öffnen konnten, war es natürlich sehr praktisch, wenn es in den Früh oder auch sonst draußen was interessantes zu sehen gab. Das Bad klein, aber das bin ich auf Schiffen eigentlich gewöhnt (wir haben es auch geschafft, uns zu zweit vor dem Spiegel aufzuhalten
). Kabinenservice gab es zweimal am Tag und ich habe noch nie während einer Kreuzfahrt so viele Handtuchtierchen bekommen bzw. kreative Gestaltungen unserer Bettdecken.
Gewöhnungsbedürftig war eigentlich nur, dass es nur einen Schlüssel für die Kabine gab (dieser wurde bei Landgängen gegen Landgangskarten getauscht), aber so groß war das Schiff nun auch wieder nicht, dass man sich ohne Absprache nicht gefunden hätte.
Service
Der Service war aus unserer Sicht einfach nur perfekt, alle waren sehr aufmerksam und stets freundlich unterwegs. Im Restaurant kannte der Kellner recht schnell meine Getränkevorlieben (ich bin da recht berechenbar), die Rezeption unsere Kabinennummer etc, die Atmosphäre war recht familiär insgesamt.
Publikum
Wir (beide Ende 30) waren eigentlich darauf eingestellt, die jüngsten zu sein
, aber es waren auch drei Kinder bzw. Jugendliche an Bord, der Plan ging also nicht auf. Ansonsten waren noch einige wenige Paare in unserem Alter aufwärts. Nach oben hin war eigentlich alles vertreten, allerdings wussten wir das vorher und das Alter spielt für uns bei Unterhaltungen keine Rolle.
Ausflüge
Wir hatten vier Ausflüge gebucht und waren sehr zufrieden damit. Alle gut organisiert mit guten bis sehr guten Reiseleitern. Individuell von Bord gehen (haben wir beispielsweise in Wien gemacht) war kein Problem, da wir immer zentral lagen (in Budapest konnten wir direkt von der Kabine das nächtliche Parlament bewundern).
Essen und Getränke
Das Essen war spitze, sehr abwechslungsreich. Man konnte in der Regel aus zwei Vorspeisen wählen, es gab ein bis zwei Suppen, drei bis Hauptgerichte und meistens zwei Desserts (oder alternativ Käseauswahl am Buffet). Die Portionen waren teilweise etwas klein, wie wir beim ersten Essen feststellen. Mag aber sein, dass das der Hauptzielgruppe geschuldet ist, dem älteren Ehepaar am Tisch hats völlig gereicht. In der Karte steht aber bereits, dass man jederzeit größere oder kleinere Portionen bestellen konnte. Wir haben dann einfach größere bestellt (die waren teilweise sehr groß), schon bald wurden wir bei der Bestellung schon gefragt: "groß?"
Unsere Kreuzfahrt war mit All Inklusive, inkludiert waren von 8 bis 24 Uhr Hauswein, Bier, Softgetränke, Säfte etc.. Cocktails und höherwertigen Alkohol, Schnäpse etc. hätte man bezahlen müssen, die Preise waren aber moderat. Da ich kaum Alkohol trinke, waren die inkludierten Getränke in der Regel völlig ausreichend.
Und eine Premiere durfte ich noch erleben, denn das erste Mal für mich gab es die Eisbomben mit Wunderkerzen am letzten Abend.
Unterhaltung
Es gab eine Crewshow, die sehr unterhaltsam aufgezogen war. An den anderen Abenden war ein Alleinunterhalter am Werk, da waren wir eindeutig nicht die Zielgruppe, aber wir können uns ganz gut selbst beschäftigen. Und bis auf einen Abend war die Musik auch nicht so laut, als dass wir uns nicht hätten unterhalten können.
Ausschiffung
Da jeder Urlaub leider zu Ende geht, gab es einen Tag vor der Abreise eine ausführliche Information zur Ausschiffung. Wir erhielten je nachdem Kärtchen für den Kofferanhänger für die Bahn, den Parkservice oder individuell Abreisende. Bei der Bahn gab man den Zug an, mit dem man abreisen würde (das waren die gängigen, die die meisten auswählen) und erhielt einen Kofferanhänger mit der entsprechenden Zeit. Am nächsten Tag sollte man bis sieben Uhr morgens den Koffer vor die Türe stellen (es wurden aber auch noch die eingesammelt, die es erst später nach draußen schafften), am Bahnhof wurden die Koffer dann 20 Minuten vor Abfahrt des Zuges direkt zum Gleis gebracht. Sehr praktisch, so konnte man sich die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges ohne Gepäck in der Stadt vertreiben. Wir legten überpünktlich wieder in Passau-Lindau an, es wurde gebeten, die Kabinen bis spätestens neun zu räumen, da natürlich das Housekeeping möglichst bald ran wollte. Unser Bus zum Bahnhof kam um etwa 8:45, dieses Mal ein Bus nur für unser Schiff. Die Koffer wurden übrigens auch auf die Minute pünktlich zum Gleis gebracht, der Zug nach München stand um die Zeit auch schon bereit, also alles bestens.
Fazit
Mir gefällt diese Art des Reisens sehr gut, ich habe mich sehr gut entspannt, obwohl wir auch wirklich viel angeschaut haben bei den Stopps. Daneben konnte man auch einfach gut auf dem Sonnendeck liegen und die Landschaft betrachten (ich habe nur ein Kapitel in meinem Buch geschafft
) Daher Fluß, auf alle Fälle wieder, Phoenix, jederzeit gerne wieder.
Ich hoffe, ich hab jetzt auch wirklich alles aufgeschrieben, was ich so schreiben wollte.
