Schwarzwald-Wochenende - Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad Teil 1 - 03.07.-05.07.2026


  • Nach dem ich Anfang Juni die für November geplante Kreuzfahrt gecancelt hatte, was ich auf der Suche nach einem Ersatz für den Jahresurlaub 2026. Beim Stöbern im Internet stieß ich per Zufall auf die Werbung der Bahn für den Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad in Triberg. Hier geht es um Planung und Bau der Gebirgsbahn. Ja, das hörte sich sehr interessant an. Ich "forschte" weiter. Zunächst wollte ich wissen, ob das auch mit Höhenangst zu bewältigen ist. Laut Internet kein Problem. Es wäre ein mittelschwerer Wanderweg. In Youtube fand ich dann ein paar Videos dazu. Und die machten richtig Lust, das Ganze zu versuchen. Für das Unternehmen plante ich das erste Juli-Wochenende ein. Damit tat ich einen guten Griff. Ich erwischte das Zeitfenster nach der großen Hitzewelle.


    Freitag, 03.07.206 - Anreise nach Triberg


    Um 9:47 Uhr ging es ab Saarbrücken los. Mit dem RE 1 zunächst nach Neustadt/W. Hier war der Umstieg Richtung Karlsruhe vorgesehen. Mit 11 Minuten nicht gerade viel zum umsteigen; zudem musste ich noch das Gleis wechseln. Doch der Regional-Express war pünktlich. Kaum im Zug, ging es schon weiter. Knapp eine Stunde bis Karlsruhe. Zunächst verlief noch alles nach Plan. In Winden (Pfalz) allerdings standen wir eine Weile. Jetzt wurde es knapp. Nur 17 Minuten in Karlsruhe von Gleis 101 auf Gleis 7. So beschloss ich, eine Unterbrechung einzulegen. Um 13:09 Uhr ging es dann von Karlsruhe weiter mit dem "Schwarzwald-Express" (RE 2).



    Es war Freitag. Früher Nachmittag. Hauptverkehrsreisezeit. Der RE 2 wurde proppenvoll. Zum Glück funktionierte die Klima. 1,5 Stunden bis Triberg. Ohne große Probleme ging es Richtung Schwarzwald. Um 15:40 Uhr erreichte ich Triberg. Mit dem Bus 550 fuhr ich nun in die Stadt. Für den zweitägigen Aufenthalt hatte ich das Hotel Pfaff gebucht. Direkt am Haupteingang zu den Wasserfällen gelegen.



    Nach einer Verschnaufpause machte ich mich nun auf den Weg. Mit Lageplan marschierte ich Richtung Bahnhof. Hier sollte der Pfad beginnen. Der Bahnhof war Station 1 mit einer Ausstellung zur Schwarzwaldbahn. Der Weg ist zwar ausgeschildert, aber doch leicht zu übersehen. Das würde besser gehen. Es ist schon etwas verwirrend. Der Pfad beginnt auf Bahnsteig 1. Da ich mir jetzt nicht sicher war, lief ich an der B 33 entlang Richtung Kuckucksuhr. Für eine Besichtigung war es leider zu spät.



    War aber auch nicht geplant. Hier sollte der Einstieg zu den Kehrwegen zum Unteren Erlebnispfad sein. Nun ging die Sucherei los. Die Beschilderung lässt zu wünschen übrig. Dann fand ich den Einstieg. Na ja, was ich da sah. Mir kamen erste Zweifel. Ein Stück ging ich den Pfad hoch. Ohne die Wanderstöcke war das nicht so prickelnd. Für den Aufstieg war es ohnehin schon zu spät. Laut Internet sind für die rund 6 km zwei Stunden Fußmarsch vorgesehen. Zurück nach Triberg.




    Einmal editiert, zuletzt von seenixe (10. Juli 2026 um 20:29)

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Cree:

    Ich habe zuerst den Oberen Pfad gemacht. Den Unteren Pfad will ich am 15.08. machen. Mal sehen, ob das Wetter dann mitspielt. Und ob nix dazwischen kommt. Danach geht es direkt von Triberg weiter nach München und nach Berchtesgaden zum Königsee. So mal der Plan.

    Einmal editiert, zuletzt von seenixe (10. Juli 2026 um 22:21)

  • Nach diesem ersten, ausführlichen Rundgang bekam ich Hunger. Ich suchte mir ein Restaurant. Zudem "brannten" die Sohlen. Bei einem kühlen Bierchen und einem leckeren Garnelen-Salat ließ ich es mir gut gehen.



    Nach diesem Abendessen war aber für mich "Schicht im Schacht".


    Samstag, 04.07.2026 - Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad - Oberer Pfad


    Nach dem Frühstück ging es nun auf die "Piste". Vom Hotel zunächst mal 1,5 km zum Bahnhof. Dort stand ich nun eine Weile und überlegte, was ich als erstes in Angriff nehme. Ich entschied mich für den Oberen Pfad. Der Aufstieg war allerdings nicht weniger heftig. Zumindest war er breit und asphaltiert. Oben an Station 9 angekommen, lief mir schon die Brühe in Strömen. Und da war es erst kurz vor 11 Uhr. Zum Glück waren für diesen Tag nur Temperaturen um die 25°C angesagt. Dort gab es erst mal eine längere Trinkpause. Zudem verdrückte ich mal zwei Bananen.

    Während ich dort "chillte", rauschten die Züge über mir vorbei. An jeder Station hängen Fahrpläne aus, wann die Züge an der entsprechenden Stelle vorbei fahren. Ich hatte sogar Glück und erwischte einen "Flirt" der SBB. Die Schweizer auf der Schwarzwaldbahn? Hatte der sich verfahren? ;)


  • Nach der Stärkung ging es weiter. Hier an Station 9 (Topografie )gibt es den Schnittpunkt zwischen den Unteren und Oberen Pfad. Ich überlegte, wie es nun weiter gehen sollte. Ich beschloss, ein Stück des Unteren Pfads zu erkunden.


    Blick auf Triberg

    Zurück zur Station 9. Nach der Unterführung befand ich mich auf dem Oberen Pfad.

    An Station 16 (Leben an der Schwarzwaldbahn) fand ich ein schönes Plätzchen, um ein wenig zu verweilen. Mit einem tollen Blick auf die Bahn. Am Fahrplan orientierte ich mich, wann der Schwarzwald-Express vorbei rauschte.

    Um 11:50 Uhr war es dann soweit. Der RE Richtung Konstanz kam. Pünktlich.

    Hier hatte ich nun die Wahl, den Weg über einen Waldweg fortzusetzen oder über die Straße. Ich nahm die Straße. Der Weg führte zur Station 11 (Panoramen und Landschaft) mit Abzweig zur Station 10 (Hofgeschichten). Ich überlegte kurz, ob ich runtergehen sollte. Inzwischen war es Mittag geworden, und die Sonne "knallte" schon mächtig vom Himmel. Ich verzichtete drauf. Vielleicht auf dem Rückweg.

    Einmal editiert, zuletzt von seenixe (11. Juli 2026 um 08:15)

  • Blick auf Station 10 (Hofleben, 741 m ü. NN)



    Station 11 (Panoramen und Landschaft, 780 m ü. NN). Toller Blick hier über den Streckenverlauf. :thumbup:Unglaublich schön. Leider wurde das Bild durch die Hitze "verbrannten" Wiesen und Feldern etwas getrübt. Alles braun und strohtrocken. :( Hier war ich zumindest mal nicht alleine; zwei Wanderinnen genossen auch die herrliche Aussicht auf den Schwarzwald. Ich kam mit ihnen ins Gespräch. Kurzer Plausch, dann ging es weiter. Am Nachmittag hatte ich das Glück, den Schwarzwald-Express hier zu verwischen. :)



    Allmählich wurde es unangenehm. Obwohl "nur" 25°C , "knallte" die Sonne richtig runter. Kaum Schatten, nur Asphalt. Aufgeben war jetzt allerdings keine Option. Ich hatte gerade meinen Lauf. Also weiter.


    Station 12: Eisenbahn als Lastenträger; 780 m ü. NN

    Damit war der höchste Punkt des Erlebnispfades erreicht.



  • Mir "brannten" inzwischen die Sohlen. Zu den Stationen 13 und 14 ging es durch den Wald. Wohltat.


    Station 13: Der Bahnwärter - Signaltechnik; 760 m ü. NN

    Hier musste ich erstmals die Bahngleise überqueren. Das ist aber auch die einzige Stelle auf dem Pfad, wo das passiert. Vorsichtig "pirschte" ich mich an den Übergang ran. Oh, Blocksignal stand auf Grün. Also war was im "Anmarsch". Schnell huschte ich rüber. Kurz darauf schlossen sich die Halbschranken.

    Da kam er auch schon der RE 2 aus St. Georgen Richtung Triberg.


    Die Schranken gingen wieder hoch. Aber nur für ein paar Minuten. Jetzt kam der Gegenzug aus Triberg.



    Station 14: Technik und Spiel; 760 m ü. NN

    Diese Stelle fand ich richtig gelungen. Spiel- und Grillplatz verbunden mit Wissen. Das Grillgerät ließ Heimatgefühle aufkommen. :P




    Das war die Station auf dem oberen Erlebnispfad. Nun hatte man die Wahl: nach St. Georgen durchzulaufen oder den gleichen Weg zurück. Für mich hieß es: Marsch zurück. Kurz nach Station 12 gab es nun den Abzweig zur Station 15: der Abstieg zum ehemaligen Bahnhof Nußbach.

  • Station 15: Nußbacher Bahnhof (Strukturwandel); 745 m ü. NN

    1981 stillgelegt. 1984 wurde das Bahnhofsgebäude abgerissen. Schade eigentlich, das hätte man jetzt prima als Gasthaus nutzen können. Doch damals hatte man wahrscheinlich noch nicht an den Erlebnispfad gedacht. Chance vertan. Der Abstieg zum Bahnhof war allerdings schon eine kleine Herausforderung und ging ordentlich in die Knochen. Mein Knie meldete sich. Zum Glück gab es dort eine Bank, so dass ich eine längere Pause einlegen konnte. Die letzte Banane wurde "verdrückt". Mein Wasservorrat ging nun auch langsam zu Neige. Was für mich bedeutete, sich in Richtung Triberg aufzumachen.



    Nach Talabwärts ging es wieder durch die pralle Sonne Berg hoch zum Ausgangspunkt Station 11. Rechtzeitig, um den Schwarzwald-Express zu erwischen, bevor er in den Tunnel einfuhr (Fahrrichtung St. Georgen).

    Zurück an Station 10 vorbei. Dort durfte ich dann wenig später einen ganz seltenen Gast auf der Schwarzwaldbahn begrüßen: den ICE (Fahrtrichtung Konstanz). Leider hatte ich da gerade nicht mein Handy zur Hand. :(

    Wieder an Punkt 9 angekommen, ging es nun abwärts Richtung Triberg. Das Gefälle hatte es in sich. Meine Knochen haben sich "bedankt". Ein paar mutige Radfahrer (mit und ohne Akku) kamen mir entgegen. Bei der Hitze den Berg hoch: Respekt!

  • In Triberg zurück, erst mal ins Geschäft, mir was kaltes zum Trinken kaufen. Kurze Rast, bevor es weiter Richtung Bahnhof ging. Mein linkes Knie schmerzte ganz schön. Auf dem Rückweg ging es dann am Robert-Gerwig-Denkmal vorbei (Station 8). Diesem genialen Menschen, dem wir eine der schönsten Bahnstrecken Deutschlands zu verdanken haben; der mit den wenigen Hilfsmitteln seiner Zeit innerhalb von nur 10 Jahren (!!) eine Strecke mit 39 Tunnels hochgezogen hat, eine Meisterleistung, die ihresgleichen sucht (mit Ausnahme der Gotthard-Bergstrecke in der Schweiz. Hier war Gerwig auch ab 1875 mit am Werk).



  • Zurück am Bahnhof ging es jetzt mit dem Bus 550 nach Triberg. Ich war "platt". Im Hotel angekommen, ging es erst einmal unter die Dusche. Das Abendessen genoss ich im Hotel eigenen Restaurant auf der Terrasse. Ein hausgemachter Holunder-Quitten Spritz und orginial Schwarzwälder Maultaschen genoss ich zur Stärkung.



    Nach dem Abendessen ging ich zu den Wasserfällen. Eigentlich wollte ich es nicht, da ich ja erst vor kurzem bei einem Tagesausflug (5. Juni) da war. Aufgrund der Gästekarte des Hotels hatte ich den Eintritt frei (sonst 9 €). Bis ganz hoch schaffte ich es nicht mehr. Die Oberschenkel "brannten". Inzwischen war auch die Sonne weg, und es war jetzt angenehm. Und es war fast menschenleer.






    Nach diesem letzten Spaziergang ging es ins Hotel. Ich konnte nun wirklich nicht mehr. Kaum im Bett, schlief ich auch schon ein.

  • Sonntag, 05.07.26 - Heimreise ins Saarland

    Und schwupps, war das Wochenende auch schon wieder vorbei. Leider. Ich hätte gerne noch 1-2 Tage weiter gemacht. Es war einfach zu gut und zu schön. Aber so bleibt ja noch eine Option offen. Die werde ich dann im August ziehen, vorausgesetzt, wir haben keine Hitzewelle. Nach wird der untere Pfad in Angriff genommen - als Vorprogramm zu meinen Kurztrip ins Berchtesgadener Land.

    Nach dem Frühstück verließ ich das Hotel. 1,5 km bis zum Bahnhof. Geplant war die Heimfahrt für 10:15 Uhr. Aufgrund diverser Baustellen musste ich meine Pläne umstellen. Zwischen Neustadt/Weinstr und Hochspeyer war an diesem Sonntag SEV (Schienenersatzverkehr). Darauf hatte ich keine Lust. So beschloss ich, die Heimfahrt über Frankfurt anzutreten. Hat mich zwar 3 Stunden gekostet, dafür verlief alles planmäßig.

    Der RE 2 kam planmäßig. Und war auch schon gut besetzt. Richtig voll wurde der Zug ab Hornberg. Da standen die Leute wie die "Ölsardinen" in den Gängen. Teilweise waren die Türen blockiert. Der Triebfahrzeugführer musste mehrmals drauf hinweisen, sich besser zu verteilen. Fahrräder kamen zum Teil nicht mit. Freitag und Sonntags kann man einfach keine Bahn fahren. Ich war froh, als wir Karlsruhe erreichten. Von dort ging es nun mit der S9 nach Mannheim, von dort mit dem ICE nach Frankfurt und von dort mit dem RE 3 nach Saarbrücken. In Frankfurt das gleiche Spiel: Zug bis zum Anschlag voll. Auch hier kam es zu Verzögerungen. Mit einer geringfügigen Verspätung von 5 Minuten erreichten wir Saarbrücken. Kurz vor 20 Uhr war ich wieder zu Hause.

    Einmal editiert, zuletzt von seenixe (11. Juli 2026 um 11:55)

  • seenixe vielen Dank, dass du uns mitgenommen hast. Da wurden bei mir Erinnerungen aufgefrischt an etliche Urlaube im Schwarzwald.

    Liebe Grüße Bärle :)

    wohlfuehltreffenanbord Bärle

    Seit 2007: 6 x Aida, 16 x Tui, 3 x Hapag Loyd, 5 x Phönix Fluß- und Küstenreisen, 2 x Arosa Flusskreuzfahrten

  • Hallo Heidi seenixe

    Vielen lieben Dank für den Kurztripp in den Schwarzwald. 😍

    Unser Radurlaub in der Region ist schon ein paar Jahre her.

    Uns gefällt der Schwarzwald richtig gut was auch den Temperaturen geschuldet ist. Immerhin ist es die wärmste Ecke Deutschlands. 😉

    Abwechslungsreich was Ausflüge angeht, Berge wie Seen, bzw. Flüsse oder Kanäle.
    Danke fürs mitnehmen, gerne wieder.
    LG Kaline

  • Respekt liebe Heidi seenixe die Bahn lässt dich auch auf deinen schönen Wanderwegen nicht aus. Den hast du gut ausgesucht.
    Heb dir für dein Berchdesgadener Vorprogramm noch etwas Muskelkraft auf ;) und ich drücke dir die Daumen für das passende Wetter.

    LG Gudrun