Es ist unsere erste Kreuzfahrt mit Phoenix-Reisen. Angefixt durch die TV Serie „Verrückt nach Meer“ lag die Erwartung hoch. Deshalb habe ich hier gerne in @Insuledda Angelas Bericht ihrer Weihnachtsreise mitgelesen und bedanke mich bei ihr für ihre Mühe ganz herzlich. Antworten konnte ich zu dem Zeitpunkt leider noch nicht, weil mein Konto nicht vollständig freigeschaltet war. Ich habe es nur zu spät mitbekommen. Lieber spät als nie und nun kann ich meinen Beitrag leisten, damit es in diesem Forum immer schön interessant bleibt.
Wer den Bericht zur vorangegangenen Reise der MS Artania von Angela mitverfolgt hat, kann wahrscheinlich verstehen, dass wir am liebsten storniert hätten, als auf den Kanaren verkündet wurde, dass kein freier Landgang mehr gestattet sei, nur noch gebuchte Phoenix-Ausflüge. Auf Nachfragen bei Phoenix-Reisen erhielt ich die Aussage, dass nur auf der jetzigen Reise der freie Landgang nicht gestattet würde. Auf der nachfolgenden, also unserer Reise sei das nicht vorgesehen. Fragezeichen hoch ³ in unseren Köpfen, aber ein Umbuchen sei nicht möglich. Umbuchen gibt es laut Aussage der sehr freundlichen Mitarbeiterin des Unternehmens nicht, nur stornieren und dann neu buchen. Schade!!! Aber die Stornokosten waren uns zu hoch und mit der schriftlichen Aussage, dass alle Häfen wie geplant angelaufen werden und freie Landgänge möglich sind, packten wir die Koffer und freuten uns auf schönes Wetter und eine blühende Landschaft.
Die Anreise mit der Bahn klappte wunderbar. Ein Taxi zum Cruises Terminal war schnell gefunden. Die Wartenden zum Einchecken waren noch wenige, sodass wir durch das sehr gut organisierte Prozedere des Eincheckens mit Corona-Schnelltest sehr schnell durch waren und nach einer halben Stunde schon auf unserer Kabine waren und das Testergebnis abwarteten. So eine gute Vorgehensweise haben wir selbst in „Nicht-Corona-Zeiten“ bisher nie angetroffen. Richtig gut!
Vor der Rettungsübung wurden per Lautsprecher alle Gäste noch einmal vom Kreuzfahrtdirektor Herrn Hofer begrüßt. Wir seien nur 450 Gäste an Bord und uns ständen 510 Crew-Mitglieder zur Verfügung. Diesen Umstand werden wir wahrscheinlich nicht noch einmal erleben. Anschließend wurde uns mitgeteilt, dass wir nicht als ersten Hafen wie geplant Vigo anlaufen, sondern Leixões/Portugal. Vigo würde auf dem Rückweg als letzten Hafen angesteuert. Unsere Gesichter zeigten Unverständnis. Denn der letzte Hafen sollte Portsmouth sein und noch zwei Tage vor Kreuzfahrtstart wurde es bestätigt und wir sollten unbedingt zuhause das Einreiseformular für Großbritannien ausfüllen und mitnehmen. Obwohl Großbritannien keine Kreuzfahrtschiffe in die Häfen ließ, behaarte man von Phoenix-Reisen darauf, dass alles wie geplant stattfinden wird. Schließlich seien es bis zum Erreichen von Portsmouth noch fast drei Wochen Zeit. Da können sich die Einreisebestimmungen ja schließlich zum Positiven ändern. Nun gerade mal zwei Tage später steht schon ein Ersatzhafen fest. Sehr unschön!!! Glauben können wir es nicht recht, dass man so schnell einen neuen Hafen einfügen kann, aber wir wissen es nicht. Wir hätten uns nur gern auf den neuen Hafen vorbereitet, denn Porto hat einiges zu bieten. So sahen wir uns leider gezwungen einen Ausflug zu buchen.
Wir waren nur leider noch nicht fertig mit den Neuigkeiten. Es gab noch eine weitere Überraschung zu verkünden. Auf unserer Reise werden wir vom ZDF-Drehteam begleitet. An Bord des Schiffes sollen Dreharbeiten für die Traumschifffolge zu Ostern gedreht werden. Es sei eine ganz besondere Ehre usw. Nun waren wir echt not amused. Für uns stand immer fest, nie eine Kreuzfahrt mit TV-Team. Hierzu kam von Phoenix-Reisen bis zum letzten Tag keine Benachrichtigung, obwohl ich ja noch zwei Tage vorher mit der Zentrale ein Telefonat führte. Und da schmückt sich das Unternehmen doch auf ihrer Internetseite:
Stets bestens informiert
- Zeitnah aktuelle Infos zu Ihrer Reise
- Beratung durch Ihr Reisebüro oder die Experten von Phoenix Reisen
- Homepage wird stetig aktualisiert
Wir halten Sie stets über aktuelle Entwicklungen zu Ihrer Reise auf dem Laufenden. Bei Änderungen informieren wir unsere Gäste bzw. die Reisebüros mit persönlichem Schreiben. So bleiben Sie immer bestens informiert.
Man ahnte wohl, würden diese Änderungen rechtzeitig bekannt werden, hätte der eine oder andere storniert. Wir im Übrigen auch. Nun gut, wir sind an Bord, sind mit unserer Kabine mit Sichtbehinderung ganz zufrieden und freuen uns auf das Ablegen.
Die ersten drei Seetage waren sehr schön. Wir kamen in den Genuss herrlichen Wetters mit viel Sonne und so gar keinen Sturm, der ja durchaus hier möglich gewesen wäre. Das Schiff hat uns sehr gut gefallen. Wir waren beeindruckt, in welch gutem Zustand es sich befindet, wenn man einmal das Alter der MS Artania bedenkt.
Am Abend bevor wir Leixões erreichten, gab es vom Kreuzfahrtdirektor und anschließend vom Kapitän eindringliche Warnungen und Verhaltensregeln in Bezug auf die hohe Inzidenz vor Ort. Man solle auf jeden Fall ständig seine Maske tragen, im Bus war es sowieso Pflicht. Große Menschenansammlungen sollten gemieden werden. Gastronomie innen sollte nicht betreten werden. Wir wurden gebeten, am besten draußen keinerlei Gastronomie zu nutzen und lieber auf dem Schiff genießen. Dieses wurde so eindringlich von beiden Herren angeraten, dass es schon fast keinen Spaß mehr machte, überhaupt einen Landgang/Ausflug zu unternehmen. So wurde eine gute Portion Angst gestreut.
Und wie sah es in Porto in der Freizeit während des Ausfluges aus; die ersten, die sich in die Außengastronomie setzten und es sich dort gutgehen ließen, waren die Reiseleiter. Ist nachvollziehbar, dass dann auch viele Mitreisende die Warnungen nicht mehr groß beachteten.
Die Durchsagen des Kreuzfahrtdirektors waren nun vor jedem Hafen zu hören. Aber wir durften tatsächlich in jedem Hafen auch allein an Land. Wir mutmaßten natürlich, warum auf der vorherigen Kreuzfahrt Landgänge auf eigene Faust mittendrin verboten wurden. Uns tat sich der Verdacht auf, dass es mit den Dreharbeiten zum Traumschiff zusammenhängen könnte. Wenn ich mich richtig erinnere, waren ja zuerst Dreharbeiten auf der Amadea vorgesehen. Die Fahrt musste wegen Corona aber abgesagt werden. Dann sollte auf der Amera gedreht werden. Nur wurde die vorherige Fahrt wegen Corona-Fälle vorzeitig abgebrochen und die Folgefahrt auf der die Dreharbeiten bekannt gegeben wurden, abgesagt. Laut des Kreuzfahrtdirektors war die Amadea so gut bebucht, dass keine Kapazitäten für die ZDF-Mannschaft plus Schauspieler vorhanden waren. Da blieb ja nur noch die Artania und deshalb die verschärften Maßnahmen, damit man ohne Corona-Fall nach Hamburg zurückkehren und unsere Fahrt dann auch stattfinden konnte. Für uns war es Glück, aber für die vorherige Fahrt auf der Hälfte dann nicht mehr allein von Bord zu dürfen, hätte für uns schon einen gravierenden Einschnitt bedeutet.
Wir würden keine Kreuzfahrt mit Dreharbeiten mehr machen. Es gab viele, die es sehr aufregend fanden und sich als Komparsen meldeten. Unsere Welt ist es nicht. Täglich wurden Bereiche des Schiffes gesperrt, oft einige Stunden lang. Mittags wurde im Buffet-Restaurant auf einer Seite ein Bereich nur für das Drehteam plus Schauspieler abgesperrt und abends im Vierjahreszeiten ebenfalls. Sollte dieses auch bei höherer Auslastung des Schiffes so gehandhabt werden, würde uns das stören. Von Phoenix-Reisen haben wir mehr Transparenz erwartet.
Teil 2 kommt gleich hinterher, weil ich beim Schreiben zu fleißig war und der gesamte Bericht mehr als 10 000 Zeichen umfasst.
