Vorwort: "Jeden Freitag wieder, kommt das Zinni-Kind". Mit einem Reisebericht, zumindest in 2020. Heute war ich wieder auf einem Fluss unterwegs, dieses Mal die Donau. Ich bitte um Verständnis, dass Weihnachten und Corona keine Themen sind, auch wenn dadurch es weniger Leser gibt.
Mit neuen Visionen durch sieben Länder zum Donaudelta
Mit der nickoVISION zu Naturparadiesen und Donaumetropolen
Alle Bilder wurden mit meinem Handy oder einer Nikon D750 aufgenommen
Schnitt auf der Burg (Passau, Wien und Pécs)
Ich muss mich outen: Ich war noch nie im Donau-Delta. So wie auch auf dem Mond, wie peinlich. In 2019 wollte ich das ändern, als ich eine Kreuzfahrt der nickoVISION dorthin entdeckt hatte. Ein nagelneues Schiff mit einzigartigen Konzept, und viele neue Ländern und Orte für mich.
Das sollte eine interessante Seh-Reise werden für mich, und wurde gebucht. Der Nachteil, dass die Reise in Passau beginnen und enden würde mit einer langen Anreise, hatte ich in Kauf genommen.
Als ich den Zug in Mainz bestieg, gab es umgehend einen 'Verspätungsalarm wegen polizeilichen Ermittlungen'. Leider wollte mir von der Besatzung niemand verraten um was ging, Derrick & Co. sah ich nicht an Bord. Die fünf Stunden zogen sich, waren aber zu ertragen, auch durch so etwas:
Ein Prost auf die Bahn
Das Abendessen im Löwen-Brauhaus war nicht der erhoffte Knaller, und eher enttäuschend. Auch der Verkupplungs-Versuch der Bedienung scheiterte. Der Blick auf die abendliche Veste Oberhaus entschädigte das:
Die Veste Oberhaus in Passau
Wie auch der Absacker in die schicke Journey Cocktailbar, sie ist sehr zu empfehlen auf der Suche nach irdischen Genüssen:
Die Journey Cocktailbar in Passau
Prost auf die Journey Cocktailbar in Passau
Nach einer entspannten Nacht im Hotel König checkte ich aus, dort lästerte ein Tourist über Kreuzfahrer an der Rezeption. Das wäre nur etwas für langweilige Rentner über achtzig. Genau das Richtige für mich.
Zeit hatte ich genug, die Abfahrt war erst am Nachmittag. Ich lief zur Anlegestelle, um meinen Koffer abzugeben. Durch die vielbefahrene Landesstraße B130, örtlich 'Nibelungen Straße' genannt, war der dreißigminütige Spaziergang keine Idylle, sondern eher eine Automobilshow:
Die B130 von Passau nach Österreich
Gepäcklos lief ich wieder zurück in die 'Drei Flüsse Stadt', wo am Zusammenfluss von Ilz und Donau die Burg 'Veste Niederhaus' steht:
Die Veste Niederhaus in Passau
Sie existiert bereits seit dem Jahr 1250, mit einer bewegenden Geschichte. Sie war unter anderen ein Beherbergung für Pilger, wurde durch eine Pulverexplosion zerstört und wiederaufgebaut, war eine Residenz von Bischöfen und ein Gefängnis für widerspenstige Geistliche. Heute befindet sie sich in Privatbesitz, und ist nicht öffentlich zugänglich.
Entlang der Ilz lief ich Richtung 'Veste Oberhaus' (natürlich bergauf...), diese Häuser spiegelten sich dabei in dem Zufluss der Donau:
Die Ilz in Passau
Weil es 'nach oben' ging, hatte ich herrliche Ausblicke auf das 'Bayerische Venedig':
Blick auf Passau
Blick auf Passau
Leider befanden sich unter den zu sehenden Schiffen nicht die von Nicko, diese lagen weit außerhalb an der Donau.
Ich erreichte die 'Veste Oberhaus'. Die weit sichtbare Inschrift 1499 auf der Fassade zeigt nur eines der Baujahre der bis 1800 immer wieder erweiterten Burg:
Die Veste Oberhaus in Passau
Lief dort etwas herum:
Die Veste Oberhaus in Passau
was zu einem starken Durstgefühl führte. Zum Glück befindet sich in dieser Anlage das (nicht ganz originell genannte) Gasthaus 'Das Oberhaus', ein gemütliches Restaurant. Es ist anscheinend beliebt, mit Glück hatte ich an der Bar einen Platz bekommen.
Die netten Mitarbeiter verwöhnten mich mit einigen Bier-Spezialitäten. Und nach geschätzten einer Million getrunkener Biere hatte ich eine Premiere: Von einem 'Schnitt' hatte ich noch nie gehört, geschweige denn probiert. Das Glas wird unter den Zapfhahn gehalten, und einmal kurz und weit geöffnet. Das Bier schießt ins Glas, bis es halb voll ist, darüber türmt der Schaum:
Ein Schnitt Bier im Oberhaus von Passau
Schmeckt klasse, und besser als es aussieht. Aber Obacht geben, länger leben: In ein Wirtshaus gehen und einen Schnitt bestellen gehört sich nicht. Mindestens ein 'normales' Bier sollte man getrunken haben, bevor man einen Schnitt bestellt.
Gegessen hatte ich dort nichts, nach der Wirtschaftsweisheit: Sieben Bier sind auch ein Schnitzel. Ich hätte ewig dort sitzen können, das Schiff hatte dafür aber leider kein Verständnis. Ich torkelte zurück, und bezog meine geräumige Kabine:
Meine Kabine auf der nickoVISION
Das war das Gegenteil von einem Wohnungssuchenden in Berlin: Ich hatte jede Menge Raum bekommen.
Darauf trank ich erst einmal überraschend ein Bier, und bestaunte die tolle Landschaft der Wachau und seine kleinen Ortschaften, wie hier Dürnstein und sein Stift:
Das Stift von Dürnstein
und tauschte mit anderen Passagieren alberne alte Witze aus wie: 'Was liegt zwischen Krems und Stein? Und!'
Der Start war gelungen, und machte Lust auf Meer. Wir fuhren Richtung Wien, und ich ging an die Bar mit netten Personal:
Die Bar von der Nickvision
