Trinkgeld

  • Zum Nachdenken:

    Kürzlich las ich in einer Sog. Frauenzeitschrift über das "Schicksal" einer chronischen Kranken Friseuse, dass sie sich nicht auskurieren kann, weil ihr beim Krankengeld das Trinkgeld fehlt, auf das sie aber angewiesen ist.

    In Deutschland ist m.M.n. das Trinkgeld nicht mehr zeitgemäß, weil hierdurch Sozialversicherungsabgaben umgangen werden und der Arbeitgeber das Trinkgeld als Ersatzlohn anrechnet, weshalb gerade diese Arbeitnehmer im Alter sehr arm sind.

    In Amerika hingegen gibt es keine Pflichtversicherung, hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.

    Ich sehe es ansonsten eher wie die Japaner, der Lohn sollte angemessen sein und die erwartete Leistung honorieren

    Ich behandle jeden, egal ob und wo er arbeitet, mit Respekt, grüsse usw. Ich erwarte, dass an Bord jeder normale Gast gleich behandelt wird und möchte auch keine Kaffeekapseln oder Sonderbehandlung in Restaurants, ich erwarte einfach die versprochene und bezahlte Leistung, professionell ausgeführt.

    Und abgesehen davon, jeder Gast, egal wie er sich von dem Personal "behandelt fühlt", ist nach dem ausschiffen vergessen.

    Z.b.war ein Kellner sehr freundlich zu uns und musste immer ein paar persönliche Worte wechseln, weil er es gut fand, dass wir tagsüber am Pool nur alkoholfreie Cocktails getrunken haben. Wir wurden auch immer sehr zügig bedient, obwohl wir kein Trinkgeld gegeben haben, weil wir ihm positiv aufgefallen sind.

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Die Angestellten auf dem Schiff sind zwar weit weg von zuhause und das für lange Zeit. Aber nach einigen Gesprächen mit Mitarbeitern auf dem Schiff (es waren Türken) weiß ich, daß der Verdienst auf dem Schiff zwar an die Nationalität angepasst auszahlt werde, aber die üblichen Löhne zuhause um das zwei- bis dreifache übersteige. Die angestellten Türken, Philippinen etc. könnten sich so in ihren Heimatländern große Häuser bauen davon. Das ist einerseits sehr erfreulich.

    Aber hier ist Mitleid nicht unbedingt angebracht, allenfalls Mitgefühl. Allerdings: Montagearbeiter hierzulande kennen das auch, lange von der Familie getrennt zu sein. Und zu was für einem Lohn!

    Trinkgeld gebe ich trotzdem, aber nicht viel, und nicht aus Mitleid. Und nur dem Housekeeping (als Aufmerksamkeit alle 3-4 Tage und wenig) und am Schluss nochmal für die ganze Crew. Man muss es wirklich nicht übertreiben und sollte nicht jedem was zustecken, das weckt Begehrlichkeiten und "versaut die Preise" , um es mal deftig auszudrücken.

    LG Fili

  • Meine Meinung dazu:

    Zum Nachdenken:

    Kürzlich las ich in einer Sog. Frauenzeitschrift über das "Schicksal" einer chronischen Kranken Friseuse, dass sie sich nicht auskurieren kann, weil ihr beim Krankengeld das Trinkgeld fehlt, auf das sie aber angewiesen ist.

    In Deutschland ist m.M.n. das Trinkgeld nicht mehr zeitgemäß, weil hierdurch Sozialversicherungsabgaben umgangen werden und der Arbeitgeber das Trinkgeld als Ersatzlohn anrechnet, weshalb gerade diese Arbeitnehmer im Alter sehr arm sind.

    Die Frisöse hat irgendwann die Entscheidung getroffen, Frisöse zu werden. Sie wusste hoffentlich das man in diesem Job nicht gerade viel verdient. Und sie wusste hoffentlich auch, dass es bei Krankheit und Urlaub kein Trinkgeld gibt.

    Wenn Sie allerdings so naiv diesen Beruf erwählt hat und sich mit dem Berufsbild vorher nicht beschäftigt hat - sorry, selber Schuld.

    Finde es immer witzig wenn bestimmte Angehörige von bestimmten Berufsgruppen - und von Verdi angeführt - bemängeln, dass sie zu wenig verdienen. Den Verdienstrahmen kennt man vorher.

    Die die ständig jammern, sollten zunächst mal etwas Selbstkritik üben und nicht immer das gleiche Jammerlied anstimmen. Nämlich das immer die Anderen schuld sind.

  • wasserpaule:

    Und die Crew von der Mein Schiff weiß, dass in den Reisepreisen Trinkgeld bereits enthalten ist.

    Eine Gewerkschaft ist keine übergeordnete Organisation, sondern eine der wenigen tatsächlich demokratischen Verbände, die nur so stark sein können, wie ihre Miglieder kampfbereit sind. Über niedrige Löhne und Gehälter meckern meist aber Nichtmitglieder, für die Tarifverträge gar nicht gelten.

    Als ich anfing zu arbeiten, war Ich gerade 15 und hatte von Verdienstmöglichkeiten und normalen Löhnen und Gehältern keine Ahnung.

    Ich gebe nur in absoluten Ausnahmefällen Trinkgeld und dazu stehe ich auch, und wenn, dann am Ende, weil ich nicht nur wegen Trinkgeld "besser" behandelt werden möchte.

  • Ein Trinkgeld (blödes Wort übrigens) kommt bei uns immer von Herzen, ohne Erwartungen daran zu knüpfen, an sehr liebenswerte Menschen von der Crew, die wir auf unseren bisherigen Kreuzfahrten kennenlernen durften. Vor deren Leistung haben wir grossen Respekt, viele Arbeitsstunden, die lange Trennung von der Familie und nicht zu vergessen die teilweise unverschämte Behandlung, die sie durch einige Passagiere (eigene Beobachtungen) ertragen müssen.


    01/08 Pullmantur Holiday Dream - Aruba - Curacao - Isla Magarita - Grenada - St.Vincent - Barbados - Aruba

    01/10 Pullmantur Pacific Dream - Santo Domingo - St. Lucia - Martinique - Guadalupe - St. Marteen - Tortola - Santo Domingo

    01/11 Quail Cruises Gemini - Havanna - Cozumel - Gran Caimán - Isla Paraiso - Havanna

    11/16 Pullmantur Sovereign - Kurzreise Palma de Mallorca - Lissabon

    12/17 Mein Schiff 2 - Palma de Mallorca - Cádiz - Fuerteventura - Lanzarote - Agadir - Gibraltar - Barcelona - Palma de Mallorca

    12/18 Mein Schiff 2 - Palma de Mallorca - Cádiz - Lissabon - Gibraltar - Malaga - Valencia - Barcelona - Palma de Mallorca Reisebericht hier

    12/19 Mein Schiff <3 - Teneriffa - Terceira - Saó Miguel - Madeira - Gran Canaria - La Gomera - La Palma - Lanzarote - Fuerteventura - Teneriffa

  • Aber hier ist Mitleid nicht unbedingt angebracht, allenfalls Mitgefühl. Allerdings: Montagearbeiter hierzulande kennen das auch, lange von der Familie getrennt zu sein. Und zu was für einem Lohn!

    uwepetra hat die Antwort schon gegeben.

    Wir hatten auf der "3" letztens einen Zimmerservice, der sehr zu wünschen übrig ließ.

    Gut, ich hätte ja Mitleid haben und mit dem Frust der Trennung von der Familie begründen können.

    Dafür gab es aber keinen Obolus.

    Liebe Fili, ich habe auch Montagearbeiter in der Familie, die aber recht gut verdienen und nix anderes machen wollen:).

    LG

    Gabi

  • Wir geben auch kaum Trinkgeld. Manchmal weil wir es vergessen. Aber meistens Frage ich mich wieso. Warum soll ich wenn ich eine Nacht im Hotel bin der Reinigungskraft für das Zimmer etwas geben? Kommt das wirklich oft vor das es da was gibt? Warum gibt man dann der Reinigungskraft nichts die jeden Tag das Büro sauber macht? Als ich Reinigungskraft war habe ich sauber gemacht und meinen Lohn bekommen, der war gut und reichte.

    Wenn wir jetzt 1 Woche im Zimmer sind, oder mal etwas passiert ist. Wie zum Beispiel Konfetti auf dem Boden, dann geben wir auch etwas, aber nicht drei mal einen Scheine, sondern einmal. Und bei Konfetti auf dem Boden haben wir auch der Reinigungskraft im Büro was gegeben. Weil das echt eine doofe Sache ist zum sauber machen.
    An den Bars bei der Mein Schiff haben wir noch nie was gegeben, im Atlantik auch nicht. Im Atlantik ist es aber uns schon oft aufgefallen wie Leute bedient werden die etwas geben. Das ist dann zwar unschön, aber gut wenn es jeden Tag einen Scheinextra gibt für eine gefaltete Serviete würde ich da warscheinlich dann auch etwas "mehr" machen, das Geld muss ja fließen.
    Bei Massagen haben wir meist etwas in das Trinkgeldfeld eintragen. Und am Ende dann einen kleinen Schein in den Umschlag getan.

    Meistens frage ich mich aber welche Höhe ist angemessen und in welcher Währung?

  • Bisher nur mitgelesen gebe ich jetzt auch mal meine Meinung ab...

    Wir nehmen auf jede MS Kreuzfahrt ein kleines Bündel 5 Euro Scheine mit. Wenn wir an irgendeiner Stelle herausragend freundlich bedient werden, sei es im Restaurant oder an einer Bar geben wir gerne einen Schein. Wir gehen davon aus das JEDER der eine derartige Reise macht sein Geld leichter verdient als alle "normalen" Angestellten auf dem Schiff! Ein kleines Dankeschön für besondere Freundlichkeit finden wir mehr als angemessen!

  • Ach, Reisendernerd, ob und in welcher Höhe liegt im Ermessen eine Jeden.

    Wenn ich z.B. mein Bett 14 Tage lang nicht machen brauche und im laufe des Tages Infos im Zimmer liegen und abends die Bettdecke zurückgeschlagen ist, freut mich das.

    Wenn der Zimmerservice mit der Rose vor dem Zimmer steht und mich mit strahlenden Augen Willkommen heißt und signalisiert:

    "Freust du dich auch", freut mich das.

    Auf der "1" hatte man das Gefühl wie Familie, so umsichtig und liebenswert waren die Jungs, die ihr Trinkgeld erst nach der 1. Woche

    auf dem Kopfkissen fanden. Der Service wurde dadurch nicht noch besser :(;).

    Wenn ich eine Nacht irgendwo übernachte gibt es kein Trinkgeld und die Putzfrau im Büro haben wir auch nie zu Gesicht bekommen um ihr überhaupt danke sagen zu können. Es ist schon anders, wenn man den Rundumservice mehrmals täglich genießen kann, das ist uns ein Trinkgeld wert.

    In welcher Währung? Meistens Dollar aber auch Euro als Banknote.

    LG

    Gabi

  • Bisher nur mitgelesen gebe ich jetzt auch mal meine Meinung ab...

    Wir nehmen auf jede MS Kreuzfahrt ein kleines Bündel 5 Euro Scheine mit. Wenn wir an irgendeiner Stelle herausragend freundlich bedient werden, sei es im Restaurant oder an einer Bar geben wir gerne einen Schein. Wir gehen davon aus das JEDER der eine derartige Reise macht sein Geld leichter verdient als alle "normalen" Angestellten auf dem Schiff! Ein kleines Dankeschön für besondere Freundlichkeit finden wir mehr als angemessen!

    Genauso machen wir das auch!

  • Hier noch ein Hinweis an novak
    Die Kaffeekapseln gibt es im "Vielfahrer-Programm" von TUI.

    Nach X Reisen Pralinen- und Champagner-Gutschein, nach Y Reisen Wellness-Gutschein, ... Wäschesack, Besuch auf der Brücke ....

    Gruß Wasserschnegge

  • wasserpaule:

    Und die Crew von der Mein Schiff weiß, dass in den Reisepreisen Trinkgeld bereits enthalten ist.

    Eine Gewerkschaft ist keine übergeordnete Organisation, sondern eine der wenigen tatsächlich demokratischen Verbände, die nur so stark sein können, wie ihre Miglieder kampfbereit sind. Über niedrige Löhne und Gehälter meckern meist aber Nichtmitglieder, für die Tarifverträge gar nicht gelten.

    Als ich anfing zu arbeiten, war Ich gerade 15 und hatte von Verdienstmöglichkeiten und normalen Löhnen und Gehältern keine Ahnung.

    Ich gebe nur in absoluten Ausnahmefällen Trinkgeld und dazu stehe ich auch, und wenn, dann am Ende, weil ich nicht nur wegen Trinkgeld "besser" behandelt werden möchte.

    Siehst das unterscheidet uns. Ich gebe immer dann ein ordentliches Trinkgeld, wenn der Dienstleister eine ordentliche Leistung erbringt. Aber nicht weil es "so üblich" ist. Du dagegen honorierst eine ordentliche Dienstleistung nicht, denn Du gibst ja nur Trinkgeld - so wie Du es schreibst - in Ausnahmefällen.

  • Ich habe hier wieder etwas gelernt.

    Wenn ich in einem Hotelzimmer kein Konfetti streue, tja dann gibt es für das Zimmermädel auch kein Trinkgeld.

    Streue ich aber Konfetti, bekommt das Zimmermädel natürlich ein Trinkgeld.

    Was lernen Zimmermädels daraus ? Wer den Gast geschickt und diplomatisch dazu aufordert Konfetti im Hotelzimmer oder in der Kabine eines Kreuzfahrt-Schiffes zu streuen, hat gute Chancen auf ein gutes Trinkgeld.

    :);)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo,

    hier einmal ein kleiner Tipp für Gäste, die dem Housekeeping Trinkgeld geben möchten: lasst es nicht am Abreisetag in der Kabine liegen. Gelegentlich kommt es vor, dass Reedereien in den Wechselhäfen zusätzlich externes Personal zur Kabinenreinigung beschäftigen.

    Dann gelangt das Geld irgendwie in die falschen Hände....

    lg

    Peter

  • Eigentlich ist es seltsam, wie das mit dem Trinkgeld gehandhabt wird.

    Die Kellner-/innen, Housekeeping, Bedienung im Restaurant, Friseuse und ähnliche Dienstleister erhalten eine mehr oder weniger große Aufmerksamkeit, aber die Mädels an der Supermarktkasse, die Arzthelferin, der Postbote, der Autoverkäufer, der für uns was Passendes gefunden hat, der Bankberater, der unser Geld vermehrt und viele viele andere gehen leer aus.

    Dabei mache sie alle nur eins: Ihren Job, für den sie bereits bezahlt werden.

    Trennt man gedanklich, dass die eine Gruppe relativ wenig verdient und deshalb einen Bonus erhält, während es der anderen Gruppe relativ gut zu gehen scheint und nichts erhält?

    Wobei wir in unserem Lande zwischenzeitlich verdammt viele Menschen haben, die recht mau verdienen sowie viele, die überdurchschnittlich bezahlt werden.

    Wenn hier ein User meint, der Vergleich mit den USA wäre Äpfel/Birnenvergleich wegen fehlender Sozialsicherheit, dann ist das hier doch vielfach dennoch nicht anders, nur dass in D eben Arbeitslosen- und Krankengeld gezahlt wird. Leben können davon auch nicht alle.

    Ein berufstätiger Single mit eigener Wohnung, vielleicht noch Auto, weil Schichtdienst und auf dem Lande lebend, wird je nach Job ständig am Existenzminimum leben. Ein Kleinkind nicht mal eingerechnet.

    Und die Rente? Wird eventuell selbst für Gutverdiener in nicht allzu ferner Zukunft nicht mehr als ein Almosen sein, falls es sie überhaupt noch gibt.

    Hier sagt jemand, man hätte sich vor der Berufswahl ja kundig machen können, was man wo verdient und sich dann entscheiden sollen. Ist einfach gesagt, aber nicht Jeder verfügt über die erforderliche Qualifikation für gehobene Jobs und nicht Jeder wird in einer gehobenen Position unterkommen können, weil es dort nicht Jobs für alle gibt.

    Ich gebe Trinkgeld, für mich gar keine Frage, vielleicht sogar etwas mehr als andere, weil ich durch zahlreiche USA-/Canadaurlaube mich ein wenig angepasst habe, obwohl ich von deren Gaben weit entfernt bin, aber dass soll Jeder so halten, wie er will. Mir muss niemand begründen, warum er gibt oder nicht.

  • Um offensichtlich falsche Interpretationen zum Thema Kaffeekapseln ein für alle Mal richtigzustellen. Ich brauch die Kaffeekapsel gar nicht (hab eine Filtermaschine) , habe diese - wie ich es sehe - am letzten Tag als Dankeschön für meine extra versüßte Anerkennung bekommen und ja , ich habe mich darüber gefreut. Nicht weil ich Kaffeekapseln bekommen habe, sondern über ein Zeichen, dass ich jemanden mit den "Goodys" offensichtlich ein Freude machen konnte. Es war allerdings , wie ich jetzt im Nachhinein feststellen musste , ein Fehler von mir, darüber hier zu schreiben.

    2. Geständnis: Ja, ich habe schon am ersten Tag Trinkgeld gegeben. Aber nicht, um mir irgendwelche Vorteile zu "erschleichen", sondern weil ich extra Kissen erbeten habe und außerdem das Doppelbett zu zwei Einzelbetten umbauen ließ. Dies ich in meinen Augen am Anreisetag, wo es ohnehin Stress genug für Kabinenpersonal gibt, schon eine Anerkennung wert. Thema hiermit für mich erledigt und nix für ungut. ;) Danke trotzdem für alle Ratschläge - habe dazugelernt.:huh:

    lg Christine

    Einmal editiert, zuletzt von novak (11. Oktober 2018 um 10:50)

  • Thema Trinkgeld:

    Wenn ein Gast zugibt das er bereits vor Erbringung der Leistung Trinkgeld gibt - also dem Zimmermädel im Hotel oder dem Cabin-Cleaner auf dem Kreuzfahrt-Schiff bereits vorher Trinkgeld zukommen lässt - wird ihm gerne Bestechung und Vorteilsgewährung vorgeworfen oder auch das er sich eine bessere Leistung erkauft/erschleicht.

    Und ja, natürlich erkauft er sich vielfach damit eine bessere Leistung. Die Erfahrung zeigt das gut geschmierte Kellner, Zimmermädchen, Receptionisten etc. bei gutem Trinkgeld gerne noch etwas mehr zulegen und engagierter arbeiten, um es mal etwas vorsichtig auszudrücken.

    Ist das verwerflich ? Ja könnte man sagen. Aber es ist eben eine gewachsene Struktur, Gewohnheit oder Tradition. Entweder passe ich mich diesen Gewohnheiten an und lebe damit, oder ich lasse es. Wenn ich es lasse muss ich allerdings fallweise mit Nachteilen rechnen.

    Nein die Welt ist nicht gerecht. Aber ich bin nicht auf dieser Welt um Gerechtigkeit durchzusetzen, sondern um das Leben so gut es geht zu genießen. Und ja, dann stehe ich auch dazu, dass ich mir mit Trinkgeld häufig auch eine bessere Leistung erkaufe.

    Der Kellner in meinem "Stamm-Restaurant" weiß genau, dass ich seine gute Leistung auch mit einem guten Trinkgeld honoriere. Also erbringt er bei mir eine besonders gute Leistung. Im Ergebnis partizipieren wir beide davon. Eben eine ganz simple Win-Win-Situation.

    Und mal ehrlich, so mancher Touri schmiert in seinem Türkei, Tunesien, DomRep und Ägypten Urlaub das Zimmermädel oder den Roomboy, weil er erwartet das dann sein Zimmer besonders sauber ist. Für die Kreuzfahrten gilt das gleiche. Nur geben das gewisse Touris öffentlich nicht gerne zu, nämlich das sie sich natürlich diese bessere Zimmer-Reinigung erkaufen.