Reisebericht Süd-Amerika und Antarktis Januar 2025 - Kreuzfahrt / HAL / Oosterdam 06.01. bis 28.01.2025

  • 13.01.2025 Ushuaia , Argentinien - Teil 3

    Jetzt erreichten wir die Lapataia Bay. Hier wartete das nächste Highlight auf uns. Hier endet der Pan-America-Highway Nummer 3. Natürlich wurden auch hier wieder alle wichtigen Schilder fotografiert. Und wenn man schon mal da ist, blanko- nur das Schild, einzeln und zu zweit.;)

    Hier befindet sich auch ein wunderschöner kleiner Rundweg. Wir hatten das Glück, dass wir hier mit unserer kleinen Gruppe fast alleine waren. Die Stimmung und Atmosphäre waren magisch. Ich musste ständig stehen bleiben. Ich konnte mich nicht satt sehen an diesem Naturpanorama und versuchte förmlich diese Ruhe und Kraft in mich aufzusaugen.

    Nun setzten wir die Fahrt fort. Es ging vorbei an Bächen und kleinen Flussläufen. Wir passierten Wälder und Lichtungen. Die Berge und Täler nahmen uns in ihren Bann.

    Unser nächster Stopp war der „Lago Roca“ . Dieser smaragdgrüne See gehört zu 2/3 Chile, zu 1/3 Argentinien. Der Chilenische Westteil heißt „Lake Errazuriz“. Der argentinische Ostteil trägt den Namen „Lake Roca“. Diese Namen erhielt der See

    1899 zu Ehren der jeweiligen Länder-Präsidenten. 2008 wurde er seitens der argentinischen Nationalpark-Verwaltung umbenannt. Sie führte für ihren Teil den ursprünglichen Namen „Acigami“ wieder ein. So wurde der See früher in der Yaghan Sprache genannt. Diese Namensänderung wurde 2024 unter Präsident Milei wieder rückgängig gemacht.

    Das Farbspiel des türkisen Wassers mit den Bergen und Wolken war einfach super. Allerdings waren wir hier nicht alleine. Viele Busse von HAL und andere Touranbieter waren auch hier. Ein bisschen wie „Rush Hour“ am Ende der Welt.

    Als wir weiterfuhren war ich fast schon ein bisschen „Guck-Müde“. Wir hatten bereits so viel Tolles gesehen, was sollte da noch kommen? Stimmt, es war wohl noch ein Kaffee Stopp geplant. Na mal sehen ….

    Dies und Das – Zug am Ende der Welt / Train at the end of the World

    Diese Schmalspurbahn wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut. Sie diente als Versorgungsstrecke für das in Ushuaia angesiedelte Gefangenlager. Damals war die Strecke 25 km lang und wurde speziell für den Holztransport benötigt. Im Jahre 1952 wurde die Strecke stillgelegt.

    Im Jahr 1994 wurde sie an anderer Stelle als Touristenattraktion wieder neueröffnet. Heute führt eine ca. 7 km lange Strecke durch Teile des Nationalparks. Sie ist eines der Top-Ziele. Viele Besucher wollen unbedingt einmal mit dem Zug „am Ende der Welt“ fahren.

    In der Regel werden viele Kontingente an Kreuzfahrt-Tagen von den Reedereien aufgekauft. Diese Ausflüge werden auch entsprechend hochpreisig angeboten - und wer hätte das gedacht- sie sind auch sehr schnell ausverkauft. Wir haben an dem Tag zwar auch später in der Stadt Schilder mit Angeboten für die Zugfahrt gesehen, aber ich kann nicht sagen, ob man den Zug in Eigenregie organisieren kann.

    Train-Spotting im Tierra del Fugo

    Unseren letzten Halt haben wir an einer besonderen Aussichtplattform eingelegt. Von hier aus konnte man die vorbeifahrenden Züge beobachten. Ihre Dampfwolken sehen und ihre ratternden Motoren hören.

    Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir auf unserem Ausflug den Zug überhaupt sehen werden. Dass wir nun aber an einem speziellen Platz, gleich mehrmals die Züge vorbeifahren gesehen haben, war einfach „die Kirsche auf der Torte“ für mich. :love:

    Neben dem „Train-Spotting“ hat uns unser Guide an Hand von Karten die gesamte Region von Feuerland erklärt. Sie zeigte uns, welche Stationen wir auf unserer Tour gesehen haben und erzählte uns noch viel vom Leben hier am Ende der Welt.

    Hier gab es neben Kaffee und speziellen argentinischen Keksen auch noch den für Argentinien so typischen Mate Tee zum Probieren. Okay, es war die Teebeutel Variante. Aber für uns war es eine richtig schöne Geste. :thumbup:

    Wie „echter“ Mate Tee schmeckt und wie er frisch zubereitet wird, haben wir später während unserer Reise bei einem anderen Landgang noch kennengelernt. ;)

    Nun hieß es leider Abschied nehmen vom Fuego Nationalpark und es ging zurück nach Ushuaia.

    Diese Landschaft hat uns einfach „geflashed“. Ich habe selten so etwas Beeindruckendes und gleichzeitig Erholsames gesehen und gespürt. Wenn es nicht so weit weg wäre, es ist halt am (anderen) Ende der Welt, würde ich bestimmt wieder kommen.:)


    Geht gleich weiter …

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • 13.01.2025 Ushuaia , Argentinien - Teil 4

    Durch die verlängerte Liegezeit konnten wir die Option des Tour Anbieters, uns am Tourende in der Stadt rauszulassen, gerne annehmen. Das wäre bei unserer ursprünglichen Liegezeit von 14:00 bis 20:00 nicht möglich gewesen.

    Und so kamen wir noch zu einem Stadtbummel von Ushuaia. :)

    Uns hat die Stadt ausgesprochen gut gefallen. Die Atmosphäre ist locker und leicht. Hier gibt es unzählige Geschäfte, Souvenirshops und Outdoor-Läden. Im Gegensatz zu unseren Erfahrungen in Chile ist sie super sauber, gepflegt und sehr freundlich.

    Und was darf bei einem Besuch der südlichsten Stadt der Welt nicht fehlen? Natürlich – ein passendes T-Shirt. Und dann soll es ja auch nicht irgendeins sein, oder? Hier hat mein Mann sein erstes Hard Rock Cafe T-Shirt erstanden. ;)

    Mit großer Erleichterung hatten wir inzwischen festgestellt, dass das Pink in der Windy App hier rund um Ushuaia deutlich nachgelassen hatte. Wettertechnisch schien also alles zu passen. :thumbup:

    Aber so langsam begannen wir auf die Uhr zu gucken. Es war zwar erst Nachmittag. Wir sollten ja erst um 20:00 ablegen. Aber wir wollten zurück zum Schiff. Denn diese Abfahrt wollten wir definitiv nicht verpassen.

    Wir schlenderten also nun an der Uferpromenade entlang zurück zum Schiff. Genossen noch einmal den Ausblick auf die imposante Berglandschaft.

    An der Pier betrachten wir die anderen Schiffe, die mit uns heute hier lagen. Es waren die „Le Boreal“ von Ponant und ein Schiff von Viking.

    Und natürlich haben wir „unser“ Schiff auch noch mal fototechnisch in Pose gebracht. ;)

    Leinen los!

    Um 20:00 Uhr standen wir an der Reling. Wir spürten das Vibrieren der Motoren. Ganz langsam entfernten sich die Oosterdam von der Kaimauer. Die Möwen zogen ihre Kreise über der Heckwelle. Mit einem letzten Blick auf Ushuaia verabschiedeten wir uns von Südamerika. Als dann auch noch das Schiffshorn ertönte, hatten wir richtig ein bisschen Gänsehaut und eine kleine Träne im Auge.

    Jetzt geht es los!

    7 Seetage am Stück - Kap Horn & Drake Passage & Antarktis

    Unser nächstes großes Abenteuer beginnt!

    Wir waren schon sehr gespannt. Was werden wir erleben? Was werden wir sehen? Wie wird es sein? Wird alles klappen?


    Hier geht es mit dem Bericht am Samstag weiter.

    Wir werden dann Kap Horn umrunden.


    Wir lesen uns also übermorgen wieder … ;)

    Bis dann und viele Grüße

    Anke

  • Mara88

    Obwohl ich natürlich ebenfalls endlos viele Fotos von unserer jüngsten Reise habe, ist es sehr schön, mir mit deinen Bildern auch andere Motive als meine eigenen anzuschauen. Du hast wirklich sehr schöne Bilder gemacht, vielen Dank, dass du sie uns zeigst.

    Wir waren am 03. Januar 25 u.a. auch in Ushuaia und unser Ausflug begann mit einer Busfahrt, dann fuhren wir mit dem südlichsten Zug der Welt und schließlich mit dem Boot über den Lago Roca zurück nach Ushuaia. Zu der Bahnfahrt kann ich vielleicht noch etwas beisteuern, es gibt stets kleine Abteile, heißt, rechts und links ist je eine Ein- bzw. Ausgangstüre und innen 2 gegenüberliegende, gepolsterte Bänke. Wir saßen also zu 6 Personen in einem solchen Abteil. Ja, es war ein ganz besonderes Erlebnis, mit diesem Zug zu fahren. Im Bahnhof stand noch ein deckenhoher Christbaum - es war alles so unwirklich, ich kann es kaum in Worte fassen, was wir an diesem Tag erlebt haben.

    Auf dem Boot dann sind wir noch ganz nah um eine Insel gefahren, auf der tausende Albatrosse leben. Das alleine war schon großartig, aber auf der anderen Inselseite lagen hundete Seelöwen über- und untereinander, es waren auch ein paar wenige weiße darunter. Unser Bootskapitän ist immer wieder so gefahren, dass wir das Gefühl hatten, fast können wir sie greifen - unbeschreiblich! Der ganze Tag war wie ein Traum.

    Wir hatten diesen Ausflug über die Reederei gebucht, hatten so viel Bordguthaben, das wir u.a. dafür verwendeten. Und dann ging es auch für uns 4 Tage in die Antarktis, ich will hier natürlich nichts vorweggreifen...

    VG Josi


  • 14.01.2025 Kap Hoorn & Drake Passage – Teil 1

    Einmal im Leben Kap Hoorn umrunden

    Frühmorgens erreichten wir die chilenische Inselgruppe des National Parks „Parque Nacional Cabo de Hornos“. Morgens um 05:00 (!) standen wir bereits auf dem Pooldeck und erlebten einen traumhaften Sonnenaufgang.

    Langsam bahnte sich die Oosterdam ihren Weg durch diese Inselformationen. Unser Kreuzfahrtdirektor Ed kommentierte die Fahrt und gab uns immer wieder interessante Informationen. Schließlich waren wir ja auf dem Weg zum tatsächlichen „Ende der Welt“, wie Kap Hoorn auch gerne bezeichnet wird. Hier treffen der Atlantik und der Pazifik aufeinander. Mit Spannung warteten wir Frühaufsteher auf die Hauptattraktion. Wann würden wir es sehen und das bekannte Albatros Denkmal zu Gesicht bekommen?

    Die Lichtverhältnisse waren an diesem Morgen magisch. Die Sonne war unterhalb der Wolkendecke aufgegangen. Je höher die Sonne stieg, desto näher kam sie dem Grau des Himmels. Doch die Sonnenstrahlen fanden immer wieder ein neues Loch in der Wolkendecke. Fast minütlich veränderte sich dadurch die Beleuchtung der Szenerie. Was für ein Naturschauspiel!

    Kap Hoorn selber liegt auf der Insel Isla Hornos. Auch heute wusste unser Kapitän - mal wieder - , wie man die Spannung steigert. ;)

    Wir hatten in der Nacht den Beagle Kanal verlassen und steuerten somit von der Atlantikseite aus auf die Inselgruppe zu. Wir passierten die Insel Hornos zunächst auf der nördlichen Seite und fuhren weiter Richtung Pazifik. Langsam glitten wir an der Insel entlang. Unsere Blicke suchten immer wieder nach dem bekannten Denkmal. Aber von hier aus kann man es noch lange nicht sehen.

    Zwischenzeitlich zog sich der Himmel immer mehr zu. Die Wolken wurden dichter. Wir zogen die Mützen tiefer ins Gesicht. Zum Glück hatten wir unsere langen Unterhosen und dicken Winterjacken angezogen.


    Gleich geht es weiter ….

  • 14.01.2025 Kap Hoorn & Drake Passage – Teil 2

    Jetzt hatten wir die westliche Seite der Insel fast komplett passiert. In der Ferne konnte man die ersten Konturen der Inselspitze erkennen. So langsam waren meine Hände richtig kalt. Aber mit dem Handy fotografieren und Handschuhe vertragen sich einfach nicht. ;) Daher legte ich eine kleine „Hände in die Handschuhe Aufwärm-Pause“ ein. Ich wusste ja, dass mein Mann weiter fotografiert.

    Wir kamen der Südspitze immer näher. Konnte man schon etwas sehen? Ich zog schon mal vorsorglich meine Handschuhe wieder aus. Das Handy und ich waren wieder bereit.

    Aber es half alles nichts. Man muss diese Südspitze wirklich erst umrunden und hinter dieser – wenn man von Westen kommt – dann kann man sie sehen! :)

    Das bekannte Albatros Denkmal und den Leuchtturm mit der roten Kirche „Capella Stella Maris“

    Mein Mann strahlte über das ganze Gesicht. Seine Augen leuchteten. Er war am Kap Horn. :love: Für ihn gehört dieser Moment zu seinen ganz persönlichen Top-Highlights dieser Reise.

    Was hatten wir für ein Glück gehabt.:thumbup: Das Wetter und der Seegang haben mitgespielt. Nicht jedes Kreuzfahrtschiff kann die geplante Passage um Kap Hoorn auch durchführen. Nicht alle Kreuzfahrer können ihr „Albatros Denkmal Foto“ auch wirklich machen, denn oft ist hier nur grau, diesig und nebelig.

    Dies und Das – Umrundung von Kap Hoorn

    Die Umrundung von Kap Hoorn gilt nach wie vor als eine der gefürchtetsten Schiffspassagen der Welt. Mehr als 800 Schiffe sind hier gesunken, über 10.000 Menschen haben hier ihr Leben verloren. Zum Gedenken an diese, wurde 1992 das Albatros Denkmal errichtet. Auf der Tafel findet man die Inschrift von der chilenischen Dichterin Sara Vial:

    „Ich bin der Albatros, der am Ende der Welt auf dich wartet.

    Ich bin die vergessene Seele der toten Seeleute,

    die zum Kap Hoorn segelten, von allen Meeren der Erde.

    Aber sie sind nicht gestorben im Toben der Wellen,

    denn jetzt fliegen sie auf meinen Schwingen für alle Zeit in die Ewigkeit,

    wo am tiefsten Abgrund der antarktische Sturm heult.“

    Seeleute, die das Kap Hoorn auf einem Frachtsegler- also ohne Motor - umrundet haben, dürfen sich als sogenannte „Kaphoorniers“ bezeichnen. Da wir als Kreuzfahrer diesem Segel-Mythos natürlich nicht entsprechen, wurde „unsere Leistung“ aber trotzdem von unserem Kapitän gewürdigt.;)

    Uns wurde das Zertifikat „Order oft he Moss Back“ verliehen. Damit dürfen wir jetzt einen goldenen Ohrring im rechten Ohr tragen (unsere Anreise war vom Atlantik), uns ein spezielles Kap Horn Tattoo stechen lassen, gegen den Wind spucken und beim Abendessen einen Fuß auf den Tisch legen. ;) Aber keine Sorge, am Abend waren wir Gäste alle ganz „brav“, beide Beine blieben unter der Tischkannte.

    Kleine Information am Rande. Auf einer Art Kurzreise kann man das Kap Hoorn auch von Ushuaia oder Punta Arenas besuchen. Als wir an der Südspitze waren, hatte gerade eines dieser Schiffe die Gäste mittels Zodiacs an Land gelassen. Man kann dann zum Kap Hoorn hinauf steigen und das Denkmal und den Leuchtturm aus der Nähe betrachten.

    Habt Ihr Euch auch schon gefragt, ob man nun „Kap Hoorn“ oder „Kap Horn“ schreibt? Ich weiß es nicht genau. Es gelten wohl beide Schreibweisen. Die Variante mit nur einem „O“ lehnt sich an die englische und spanische Schreibweise an. Die mit zwei „O“ entspricht der deutschen Schreibweise.

    Nach unserer beindruckenden Umrundung von Kap Hoorn fuhr unser Kapitän erstmal wieder ein bisschen nordwärts – zurück Richtung Südamerika. Schließlich mussten unsere chilenischen Lotsen, die wir speziell für die Umrundung von Kap Hoorn an Bord genommen hatten, wieder zurück. Am frühen Mittag wurden sie von ihrem Lotsenschiff abgeholt. Für sie ging es zurück nach Port Williams in den Beagle Kanal.


    Geht gleich weiter ….

  • 14.01.2025 Kap Hoorn & Drake Passage – Teil 3

    Für uns ging unsere große Reise Richtung Süden weiter. Wir machten uns auf, die bekannte Drake Passage zu durchqueren.

    Dies und Das - Die Drake Passage

    Die Drake Passage ist die Meerenge zwischen dem Südamerikanischen Kontinent, genauer ab Kap Hoorn, bis hin zu den südlichen Shetland Inseln. Sie ist nach Sir Francise Drake, dem bekannten englischen Entdecker und Piraten, benannt.

    Es sind ungefähr 800 km von Kap Hoorn bis zur Antarktis und Kreuzfahrtschiffe brauchen ungefähr 1,5 bis 2 Tage, um diese Seestraße zu durchqueren.

    Hier spielt der antarktische Zirkumpolarstrom (spezielle Art der Meeresströmung) eine besondere Rolle. Zugleich treffen hier die warmen und kalten Luftmassen direkt aufeinander.

    In dieser Region treten sehr häufig starke Winde auf. Um es einfach zu sagen, eine Überfahrt durch die Drake Passage kann heftig sein. Oder ganz entspannt. Um es mit den Worten unseres Kapitäns zu sagte „Drake is lake or Drake is shake“.

    Wir haben beides erlebt. Die Hinfahrt war tiefenentspannt, also lake. Die Rückfahrt war stürmisch mit ordentlichem Seegang, also shaky.

    Je mehr wir uns an dem Tag vom südamerikanischen Kontinent entfernten, desto mehr Vögel konnte man beobachten. Ich habe an beiden Tagen oft an der Reling gestanden und sie bei ihren tollkühnen Flugmanövern beobachtet. Ich bin kein Ornithologe und kenne mich nicht besonders gut mit Vögeln aus. Vor allem kann ich sie auch nicht wirklich zuordnen. Aber ich vermute, dass ich neben verschieden Arten von Sturmvögeln auch den einen oder anderen Albatros gesehen habe.

    Wir haben diese zwei Tage sehr genossen. - Eigentlich waren es ja nur 1, 5 Tage, denn am ersten Tag haben wir ja morgens noch Kap Hoorn umrundet. - Es waren „klassische“ Seetage, wie man sie auch z.B. von einer Transatlantik Passage kennt. Man hat einfach Zeit. Man kann sich ein bisschen erholen, endlich mal ein bisschen lesen, ein bisschen über das Schiff schlendern und die besondere Atmosphäre genießen, die an solchen Tagen auf Kreuzfahrtschiffen herrscht.

    Obwohl – so ganz stimmt das nicht.:/ Denn jetzt begannen die ersten inhaltlichen Vorbereitungen zur Antarktis. Dazu aber morgen mehr …. .

    Nicht nur am Tag hat sich der Blick auf das Meer gelohnt. Auch am Abend haben wir wieder einen tollen Sonnenuntergang erlebt. Diesmal mitten in der Drake Passage. Diese Bilder haben wir gegen 22:00 Uhr aufgenommen. Je südlicher wir kamen, umso länger wurden die Tage und die Nächte umso kürzer. Denn hier ist jetzt Hochsommer. Und die Lichtverhältnisse sind hier vergleichbar zur Mitternachtssonne im Norden Europas.

    Am 2. Tag haben wir gegen Mittag den 60. Breitengrad südlich passiert und somit das südliche Polarmeer erreicht. Jetzt näherten wir uns immer mehr dem 7. Kontinent.

    Morgen geht es weiter hier im Reisebericht.

    Ich zeige Euch, wie wir von HAL auf die Antarktis und das besondere Erlebnis vorbereitet wurden. Es gab besondere Vorträge, Briefings und Unterlagen mit Kartenmaterial. Und natürlich stelle ich Euch unser Antarktis Expeditions Team vor, das uns auf dieser Reise begleitet hat. ;)

    Morgen gibt es also ein bisschen Dies und Das - zur Antarktis und zu HAL

    Bis Morgen!

    Vielen Dank und viele Grüße!

  • Ein absolut fesselnder Reisebericht, ich freue mich jeden Tag auf ihn.

    Liebe Mara88 vielen Dank dafür :!:

    LG Andrea :love:

    2006 AIDAvita - Karibik

    2007 AIDAcara - Orient

    2009 AIDAbella - Kanaren

    2009 AIDAdiva - östl. MM

    2009 Semiramis 1 - Nil

    2010 MS1 - Kanaren

    2011 AIDAsol - Ostsee mit Petersburg

    2011 AIDAdiva - Südostasien

    2012 MS1 - westl./östl. MM

    2013 AIDAmar - Rotes Meer

    2014 MS1 - Transkanaren-MM

    2014 MS1 - östl.MM

    2015 MS3 - Transatlantik/Karibik

    2017 MS1 - westl. MM

    2018 AIDAblu - Adria

    2019 AIDAblu - Trans-Mauritius-Kreta

    2019 MS5 - Dubai m. Katar & Oman

    2022 MS3 - Island m. Schottland

    2022 MS3 - Norwegen m. Spitzbergen

    2024 MS3 - Norwegen m. Nordkap (Winterreise) RB

    2025 MS1 - Sonnenseiten Westeuropas

    2025 MS Alena - Höhepunkte in Holland

    2025 MS1 - NY mit Kanada/Neuengland und

    2025 MS1 - NY mit Florida/Bahamas

    2026 AIDAluna - Island & Grönland mit Sonnenfinsternis

    gebucht:

    2026 MS Amina - Donauerwachen

    2027 MS 2 Großbritanniens Schätze

    2027 MS3 - Fjordland Norwegen

  • Herzlichen Glückwunsch zur Kap Hoorn-Umrundung Mara88! Und herzlichen Dank für die vielen tollen Bilder und Deine Informationen dazu. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung:)

    *MeinSchiff*Glück auf!

    Lebe! Jetzt! Das Leben ist zu kurz für irgendwann!

    RB Norwegens Fjorde mit Aida Perla 05.05. - 15.05.2023
    RB MSC Euribia vom 16.05. bis 23.05.2026 Nordland ab Kiel

  • 15.01.2025 Seetag – Auf dem Weg zur Antarktischen Halbinsel - Teil 1

    Liebe Foris,

    heute gibt es „leider“ sehr viel zu lesen und ganz wenige Bilder. Aber ich hoffe, dass ich einigen von Euch, die sich näher mit dem Thema Antarktis beschäftigen möchten, die ein oder andere interessante Information geben kann.

    Heute geht es um die Antarktis im Allgemeinen. Und zugleich möchte ich Euch zeigen, wie wir seitens HAL auf das besondere Erlebnis vorbereitet wurden.

    Bereits beim Kapitäns Empfang war uns klar geworden, dass nicht nur für uns Gäste eine Reise um Südamerika und in die Antarktis etwas ganz Besonderes ist, sondern auch für HAL, für den Kapitän und seine Crew. Oft werden ja am ersten Tag diese bekannten Sätze gesagt, aber schlussendlich wird die Reise am Ende doch recht standardmäßig abgewickelt. Auf dieser Oosterdam Reise spürte man aber diesen besonderen Geist, dass sie wirklich ihren Gästen eine „Once in a Life time“ Reise „schenken“ möchten.

    Holland America Line hat eine extrem lange Kreuzfahrt Historie bei Fahrten in die Antarktis. Seit mindestens 15 Jahre – aber ich denke noch sehr viel länger – bieten sie jedes Jahr 3 Fahrten in dieses Gebiet an. Man kann sie aus meiner Sicht als absolute Experten bezeichnen, was das Befahren und Bereisen dieser Region mit Kreuzfahrtschiffen betrifft. Sie wissen, was sie tun. :thumbup:

    Bevor wir nun in den nächsten Tagen die Antarktis näher kennenlernen, dann auch wieder mit ganz vielen Fotos ;) , möchte ich Euch ein paar sogenannte „Facts & Figures“ liefern.

    Dies und Das – Antarktis - ein paar allgemeine Informationen (… und sicher nicht vollständig)

    Die Antarktis ist der 7. Kontinent.

    Sie ist ca. 14 Mio Quadratkilometer groß. Als eigenständiges Land wäre die Antarktis das zweitgrößte Land der Welt, nach Russland.

    Hier sind über 50 Forschungsstationen zu finden. Geforscht wird hier u.a. in den Bereichen Geophysik, Geologie, Biologie, Meteorologie und Klimaveränderung

    Doch wo beginnt die Antarktis?

    Politisch gesehen, in Anlehnung an den Antarktisvertrag, beginnt sie beim 60. Südlichen Breitengrad. Die physikalische-geografische Grenze ziehen Wissenschaftler an der Stelle, wo die kalten arktischen Wassermassen auf die warmen atlantischen oder pazifischen Wassermassen treffen. Dies wird auch als Antarktische Konvergenz bezeichnet und ist sozusagen eine marine Grenze, welche in der Höhe 50 bis 55 südlicher Breitengrad beginnt.

    Antarktische Halbinsel, Westantarktis, Ostantarktis

    Die Antarktis unterteilt man in drei Teile:

    Antarktische Halbinsel,

    Westantarktis

    und Ostantarktis.

    Die Ostantarktis ist der mit Abstand größte Bereich der Antarktis.

    Hierist auch der Südpol zu finden. Allerdings gibt es verschiedene Definitionen für den Südpol. Zum einen gibt es den geografischen Südpol, der bei 0 Grad Ost, 90 Grad Süd, liegt. Der magnetische Südpol, die Stelle wo die Kompassnadel senkrecht nach unten zeigt, hat keine feste Stelle. Er verschiebt sich jedes Jahr um 10 bis 15 Kilometer. Aktuell befindet er sich vor der Küste der Ostantarktis. Der dritte Südpol ist der geomagnetische Südpol, der von Geografen und Seeleuten genutzt wird. Dieser ist ein fester Punkt, tief im Inneren der Ostantarktis und liegt bei 107,0 Grad Ost, 80,5 Grad Süd.

    Antarktische Halbinsel

    Die Antarktische Halbinsel ist der „touristische Hot Spot“. In diesen Teil führen die meisten Kreuzfahrten und Expeditionsreisen. Aktuell zieht es zurzeit ca. 40.000 Besucher jährlich dorthin. Da die Eisdichte hier in den Sommermonaten relativ gering ist, ist das Navigieren für Kreuzfahrtschiffe möglich und relativ sicher.

    Das Kerngebiet befindet sich zwischen der Gerlach Straße und dem Grandidier Kanal. In diesem Areal gibt es eine vielfältige Tierwelt, z.B. mit großen Pinguin Kolonien und Walen. Zugleich kann man die „eiskalte-schneebedeckte“ einzigartige Landschaft besonders gut auf Passagen entlang sogenannter Kanäle erkunden, wie z.B. den bekannten Neumeyer oder Lemaire Kanal . Hier gleitet man an riesigen Bergmassiven, Gletschern- und Eisberg Formationen vorbei.

    Im Bereich der Antarktischen Halbinsel sind auch viele internationale Forschungsstationen angesiedelt.

    Geht gleich weiter …

  • 15.01.2025 Seetag – Auf dem Weg zur Antarktischen Halbinsel - Teil 2

    Dies & Das – Das Eis der Antarktis

    Ostantarktis und Westantarktis

    Die Westantarktis und Ostantarktis sind von großflächigen Eisschilden überzogen. Eisschilde sind im Prinzip Gletscher. Ab einer Größe von über 50.000 Quadratkilometern spricht man nicht mehr von Gletscher, sondern von Eisschild. Die Eisschilde der Ostantarktis stellen den größten Teil dar. Hier sind auch die höchsten und dicksten Schilde zu finden. Das höchste Eisplateau hat eine Höhe von ca. 4000 Metern. Die Abgrenzung zur Westantarktis ist das Trans-Antarktische Gebirge.

    Von der Westantarktis aus ragt die felsige Antarktische Halbinsel etwa 1000 km Richtung Norden. Geologisch stellt die Antarktische Halbinsel die Weiterführung der südamerikanischen Anden dar.

    Das Eis der Antarktis Eisschild, Eisschelf und Meereis

    Die Antarktis ist zum Großteil von Eisschelf umgeben. Die wesentliche Unterscheidung der Eismassen besteht zwischen den Begriffen Eisschild und Eisschelf. Das Eisschild ist Inlandseis, welches eine Vergletscherung von kontinentalem Ausmaß darstellt. Die größten Eisschilde sind das grönländische und das antarktische Inlandseis.

    Als Eisschelf bezeichnet man schwimmende Eisplatten, welche durch das Auslaufen von Gletschern in den Ozean entstehen. Beide Arten bestehen aus Niederschlagsflüßigkeit.

    Meereis ist eine Eisschicht, die durch gefrorenes Meerwasser entsteht. Das Meereis rund um den arktischen Kontinent führt durch die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede zur größten naturräumlichen Veränderung auf der Erde. Im arktischen Winter verdoppelt sich die Gesamtfläche der Antarktis. Im antarktischen Sommer reduziert sich dieser Teil wieder. Eine Reise wie unsere ist daher nur im arktischen Sommer möglich.

    Dies und Das – HAL „Antartica Experten Team“

    Einige Tage bevor wir die Antarktis erreichten, gab es bereits eine separate Veranstaltung, in der das „Antartica Expeditions-Team“ dieser Reise vorgestellt wurde. Beim „Coffee with Ed“, unserem Kreuzfahrtdirektor, lernten wir sie kennen und konnten auch schon erste Fragen stellen.

    Ähnlich wie bei der Mein Schiff gibt es bei HAL kleine „Plauderstunden“ mit dem Kreuzfahrtdirektor. Morgens hießen diese um 09:00 „Coffee with Ed“ oder am Nachmittag um 16:30 „Cocktails with Ed“.;) Hier werden verschiedene Themen, die das Schiffsleben betreffen oder Künstler, die an Bord sind, vorgestellt.

    Unser Experten Team wurde von Graeme Ayres von der ARC Services New Zealand geleitet. Er hat selber an Expeditionen in die Antarktis teilgenommen, diese auch teilweise geleitet und war Officer in der neuseeländischen Forschungsstation Scott Base, die auf der Ross Insel steht.

    Unterstützt wurde sein Team durch die Meeres-Biologin Natasha Mcintosh und den Geologen Dr. Adrian Corvino. Er hat auch in mehreren Forschungsprojekten über Monate hinweg in der Antarktis gearbeitet.

    Diese 3 haben zu ihren jeweiligen Fachgebieten verschiedenste Vorträge gehalten, welche die ganze Reise über statt fanden. Alle Drei waren super, sehr fachkundig und eine absolute Bereicherung für unser Antarktis Erlebnis. Daher gibt es 3 mal: :thumbup::thumbup::thumbup:

    Es gab also diverse Informationen rund um die Tier- und Artenvielfalt der Antarktis, klimatische Besonderheiten und geologische Information z.B. über die Vielfältige Vulkanlandschaft oberhalb und unterhalb der Antarktis, die besonderen Eisarten in der Antarktis. Zusätzlich wurde auch die geschichtliche Entwicklung bzw. besondere Ereignisse beleuchtet, wie z.B. historische Forschungsreisen und Expeditionen.

    Jeder dieser Vorträge wurde zweimal, jeweils an verschiedenen Tagen, präsentiert. Daher hatten wirklich alle Gäste, die interessiert waren, die Möglichkeit diese zu besuchen. Kleiner Tipp: Die erste Veranstaltung war immer brechend voll, bei der Wiederholungs-Präsentation bekam man immer gut einen Platz. Es waren aber insgesamt so viele verschiedene Vorträge, dass wir gar nicht alle besuchen konnten. ;)

    Zusätzlich wurden wir an den vier Tagen in der Antarktis, immer von einem Mitglied aus dem Experten Team über Lautsprecher während unserer Fahrten begleitet und informiert.

    Geht gleich weiter …

  • 15.01.2025 Seetag – Auf dem Weg zur Antarktischen Halbinsel - Teil 3

    Das Kapitäns Briefing

    Heute am 15. Januar hat das erste von zwei Kapitäns Briefings während unsere Antarktika Reise stattgefunden. Unser Kapitän fuhr diesmal bereits die 3. Antarktische Saison auf der Oosterdam. Unterstützt wurde er durch einen speziell ausgebildeten und sehr erfahrenen „Ice Piloten“. In unserem Fall war das ein HAL Kapitän, der über sehr lange Jahre die Kreuzfahrten in dieser Region selber gefahren ist und eine besondere Expertise im antarktischen Meer besitzt.

    In den Kapitäns-Briefings wurde uns jeweils der Routenverlauf für die kommenden 2 Tage vorgestellt. Die endgültige Route wird immer erst sehr zeitnah und wetterbedingt festgelegt. Bei unserer Reise spielte weiterhin die angespannte Wind / Sturm Lage eine besondere Rolle. Hier musste das Team immer wieder Anpassungen vornehmen und Ausschau nach windgeschützten Passagen halten. Die Farben Pink und Rot waren weiterhin unsere Begleiter. Wir konnten die Tiefausläufer einfach nicht abschütteln.

    Mit detaillierten Karten zeigte uns der Kapitän, welche Orte wir anfahren werden und gab immer genaue Zeitfenster an, wann wir wo sein werden und was an der jeweiligen Stelle besonderes Zusehen ist. (Tiere, Gletscher, Eisberge…).

    Allerdings machte er auch immer wieder deutlich, dass dies ein Plan ist, der sich zu jeder Zeit wieder ändern kann. Sollte sich das Wetter verändern oder besondere Tiererlebnisse auftreten, würde man diesen anpassen. Und genau so war es. Dank dieser Flexibilität und dem wirklich tollen Fingerspitzengefühl vom gesamten HAL Antarctic Team haben wir eine ganz besondere Reise erlebt.

    Am späten Nachmittag dieses letzten Seetages vor unserer Ankunft in der Antarktis, hatten wir die aktuelle Routenplanung als Karte zusätzlich auf die Kabine bekommen. So konnten wir uns einen sehr guten Überblick verschaffen, was wir in den nächsten Tagen erleben werden. Auch das war wieder eine der vielen tollen Service Leistungen seitens HAL, die mir sehr gut gefallen haben. :thumbup:

    Dies und Das - Crow’s Nest / Oosterdam

    Im Crow‘s Nest war ein eigener Bereich mit Karten und Informationsmaterial über die Antarktis eingerichtet. Zu bestimmten Uhrzeiten konnte man auch hier noch mit Spezialisten und Offizieren sprechen und seine Fragen plazieren. :thumbup:

    Das Crow’s Nest befindet sich auf Deck 10 ganz vorne im Schiff. Es ist sozusagen der „verglaste“ Bug-Ausguck mit „Wohnzimmer Charakter“. Hier gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Sitzmöglichkeiten. Eine Bar mit Getränke Service und Kaffee Spezialitäten. Eine Ecke, wo man sich Spiele ausleihen kann. Tische, wo man gemeinsam puzzelt. In diesem Bereich werden auch immer wieder kleinere Veranstaltungen durchgeführt. Es ist – und das ist auf allen HAL Schiffen so – ein beliebter Treffpunkt. Ganz besonders begehrt ist die Sitzreihe direkt an den bodentiefen Fenstern. An Tagen mit „Scienic Viewing“ sind sie sehr begehrt und ständig belegt.

    Geht gleich weiter …

  • 15.01.2025 Seetag – Auf dem Weg zur Antarktischen Halbinsel - Teil 4

    Dies und Das - Kreuzfahrten in der Antarktis

    Bei Reisen in die Antarktis werden grob 2 Varianten unterschieden. Bei Expeditionsreisen erfolgt in der Regel während der Schiffsreise auch eine Anlandung mittels Zodiacs, d.h. man betritt selber den 7.Kontinent und kann hautnah bestimmte Tiererlebnisse erleben oder besondere historische Orte erkunden.

    Bei Fahrten mit klassischen Kreuzfahrtschiffen der größeren Reedereien wie z:B. Holland America Line, Princess Crusies, Celebrity, Oceania Cruises oder Azamara, fährt man durch diese faszinierende Gegend. Es erfolgt keine Anlandung.

    Für welche Variante man sich entscheidet, ist sicherlich auf der einen Seite eine Frage des Portemonnaies. Aber für mich ist die viel entscheidendere Frage, was will ich bei einem Besuch von Südamerika insgesamt gesehen und erlebt haben.

    Ganz entscheidend ist, aus meiner Sicht, aber die Anzahl der Tage, die man tatsächlich hier im Areal der Antarktischen Halbinsel verbringt. NCL hatte vor ein paar Jahren z.B. eine Südamerika Reise von / bis Buenos Aires mit einem zweitägigen Aufenthalt in der Antarktis im Programm. Das finde ich aufgrund der langen Anreise über die Drake Passage und dem bekannten Wetter-Risiko (Nebel, Wind, Sturm … ) als zu kurz. Hier sehe ich eine große Gefahr, dass man, weil man keinen zeitlichen Puffer hat, am Ende gar kein echtes Antarktis Erlebnis hat.

    Dies und Das - Routengestaltung in der Antarktis

    Die detailierte Route, welche Highlights tatsächlich angefahren werden, wird immer erst zeitnah festgelegt. Aufgrund der aktuellen Wetterlage, kann man das auch nicht vorher genau sagen. Ich vermute, dass jede Reederei schon ihre ungefähren Anlauf-Punkte kennt, aber sie immer individuell angepasst werden. Daher ist bei vielen Kreuzfahrtangeboten oft nur als allgemeines Ziel „Antartic Experience – Antarktische Halbinsel / Antartic Peninsula“ angegeben.

    Das ist gerade während der Entscheidungsphase, mit welcher Reederei man in die Antarktis fährt, ein „bisschen blöd“. Man kann im Vorfeld schwer vergleichen, was die einzelnen Reedereien machen oder nicht machen. Ich sage mal flapsig „Man kauft so ein bisschen die Katze im Sack“ oder man muss der Reederei vertrauen, dass sie es gut machen wird.

    Allerdings kann man auch seine eigene Recherche machen, wenn man will und viel Zeit hat. ;)

    Durch Zufall haben wir im Dezember 2024 bei der Web Seite von cruise mapper eine tolle Funktion entdeckt. Normalerweise benutze ich diese Seite nur um nachzusehen, wann welche Schiffe in einem bestimmten Hafen liegen werden.

    Wenn man hier auf ein bestimmtes Schiff klickt, kann man unter anderem auch die aktuelle Route, die das Schiff fährt, sehen. Und zusätzlich kann man sich diese auch noch als Karte anzeigen lassen. Das finde ich einfach super. Und so haben wir die Oosterdam auf ihrer Reise vor uns, genau verfolgen können. Wir konnten ihre Route, die sie in der Antarktis gefahren ist, genau sehen. Hammer ! Parallel dazu sieht man auch genau welche anderen Schiffe sich zeitgleich in dieser Region befinden. Allerdings sind diese Routendaten nur solange verfügbar, wie die jeweilige Reise geht. Historische Verläufe werden nicht angezeigt.

    Persönliche Anmerkung: Ich war erstaunt, wie viele der bekannten Expeditionsschiffe sich im Umfeld der Oosterdam befunden haben oder andersherum ich hatte nicht erwartet, dass die Oosterdam so „tief“ in die Antarktische Halbinsel rein fährt. Aber das ist wirklich nur meine ganz subjektive Einschätzung.

    Zum Abschluss des heutigen Berichtes möchte ich Euch noch ein besonderes Buch vorstellen.

    Dies und Das - Buchtipp „Antarktis Atlas , Peter Fretwell

    Dieses Buch „Antarktis - Atlas eines unbekannten Kontinents“ können wir absolut empfehlen.

    Mein Mann, weil er es zur Vorbereitung auf unsere Reise gelesen hat. Dabei hat er nicht nur unheimlich viele Informationen rund um die Antarktis bekommen, sondern auch sehr viele interessante Dinge erfahren.

    Ich kann es empfehlen, weil ich durch die Erzählungen meines Mannes so unfassbar viel gelernt habe. Er war auf dieser Reise mein persönlicher Antarktis Spezialist. Vielen Dank dafür. :love:

    Aufgebaut ist dieser Atlas in verschiedene Themenblöcke. Geografie, Eis, Land, Atmosphäre, Meer, Tiere, Menschen und Erforschung. Diese werden mittels verschiedenster Karten und begleitenden Texten beleuchtet. Wer eine Affinität zu Karten hat, dem ist dieser Atlas besonders zu empfehlen. Aber auch für Anti-Karten-Fans, wie ich es bin, ist es eine wirklich informatives und kurzweiliges Nachschlagwerk.

    Das waren nun ein paar „Facts & Figures“ zur Antarktis und einige Informationen zu HAL. Ich hoffe, dass es doch für den ein oder anderen, an einigen Stellen hilfreiche Informationen gab.

    Und so ganz ohne ein Bild mit Meer geht es ja nicht, oder?

    Ansonsten gilt, morgen geht es weiter.

    Freut Euch auf die Antarktis, dann mit vielen Bildern.

    Morgen gibt es auf jeden Fall schon mal Eisberge zu sehen …;)

    Vielen Dank und Viele Grüße!

    Anke