liebe Administrator könnte bitte jemand Eurerseits die beiden untersten (abgeschnittenen) Fotos meines Beitrages löschen, ich bekomme sie nicht mehr weg, Danke.
Ostern 2023 in Paris! Während des Streiks!! Mit Kindern!!!
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Ich lese auch gerne noch mit!
@Flipper: den Eiffelturm bei Nacht würde ich raus nehmen, es sei denn, Du hast die Erlaubnis der Societe d'Exploitation de la Tour Eiffel zur Veröffentlichung.
Das ist aber nicht ganz eindeutig. Der normal beleuchtete Eiffelturm sollte im Prinzip unproblematisch sein, das Verbot bezieht sich m.W.n. nur auf die Lightshow um 21 und 22 Uhr.
Aber der Vorsicht halber werde ich hier im RB dennoch auf Nachtfotos vom Tour Eiffel verzichten, wir wollen doch Peter nicht in schwierigkeiten bringen.

Nachtrag: ich habe jetzt noch einmal genau recherchiert, und es scheint doch eher, dass auch die "normale" Nachtbeleutung urheberrechtlich geschützt ist. Übrigens ebenso die Glaspyramide im Hof des Louvre, das Centre Pompidou, die Nationalbibliothek und die Géode.
Mei, früher waren Urlaubsbilder echt einfacher...
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Früher klebten die Bilder aber auch nur in einem Fotoalbum oder wurden in der Familie/dem Freundeskreis als Dia angeschaut Faulpelz .
Auch Foodporn ist ja nicht ganz unumstritten:
https: // www . welt . de / finanzen / verbraucher / article145156808 / Das-Fotografieren-von-Essen-koennte-teuer-werden.html
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Hallo Flo,
verfolge gerne Deinen Bericht und freue mich ueber Deinen Schreibstil.
Im Moment nutze ich das schnellste Internet auf See, irgendwo auf dem Pazifik zwischen Australien
und Neuseeland.
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Okay, nach ein paar stressigen Tagen in der Praxis und einem Wochenendnotfalldienst komme ich heute endlich wieder dazu, weiter zu schreiben. Vielen Dank für Eure Geduld!
Ich war ja bei den im Voraus zu buchenden Tickets stehengeblieben. Zum Glück schaut es in dieser Hinsicht in Paris aber beileibe nicht überall so heftig aus, wie beim Eiffelturm. Für unsere «Big Bus»-Hop-on-Hop-off-Tour (HoHo) konnte ich ebenso kurzfristig online Tickets kaufen, wie für den in meinem letzten Kommentar erwähnten «Parc Asterix». Für die Fahrt zu diesem Freizeitpark gönnten wir uns sogar den Luxus, uns vom Hotel bis zum Park mit einem privaten Shuttle-Service chauffieren zu lassen.
Der Grund war einfach: mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätten wir zunächst mit dem Bus von unserem Hotel zum Gare du Nord fahren müssen, danach von dort mit der S-Bahn zum Flughafen «Charles de Gaulle» - denn nur von dort fährt wiederum der offizielle Park-Shuttlebus. Fahrzeit 2-2.5 Stunden, Kostenpunkt für uns 4 hin und zurück fast 100 Euro.
Mit einer privaten Grossraumlimousine sollte die Fahrt nur 45 Minuten dauern (am Ende waren es für den Hinweg sogar nur knapp mehr als eine halbe Stunde), Kostenpunkt 180 Euro hin und zurück.
Ehrlich gesagt: die Zeitersparnis und der Komfort waren uns den Aufpreis allemal wert.

Und noch eine Überraschung bei den Ticketbuchungen: für die Katakomben kann man die Karten online sogar nur eine Woche im voraus buchen!
Soweit schien etwas mehr als eine Woche vor Reisebeginn alles gut zu sein, als ich kurz mal auf der Homepage der SBB («Schweizer Bundesbahnen») nachschauen wollte, von welchem Gleis in Basel SBB denn nun der TGV fahren würde. Grosse Überraschung: den gab es im System gar nicht mehr!

Ich war zunächst reichlich verdattert und liess die Suchanfrage noch zweimal durchlaufen, das Ergebnis blieb dasselbe: es gab einen TGV nach Paris um 8:34 Uhr, einen um 10:34 Uhr, einen um 14:34 Uhr und einen um 16:34 Uhr. Nur unser gebuchter Zug um 12:34 Uhr war nicht mehr auffindbar.

Ich suchte schnell die eMail mit der Buchungsbestätigung von Anfang Januar raus und klickte auf den Link für die Tickets: alle noch vorhanden. Auch eine Stornierungsmail konnte ich nirgendwo ausfindig machen. Also schaute ich noch auf andere Internetseiten mit den Abfahrtszeiten ab Basel SBB: auch hier fehlte unser Zug. Und zwar nicht nur am 5.4., sondern auch am 4.4. und 6.4. An allen anderen Tagen fuhr ein TGV von Basel nach Paris um 12:34 Uhr.

Da ich hier nicht weiterkam, rief ich sofort die Hotline der SBB an und erklärte das Problem. Die Dame am anderen Ende der Leitung schaute im System nach und kam nicht umhin, mir zu bestätigen, dass der Zug unauffindbar war. Sie schaute unter meiner Buchungsnummer nach, und oh Wunder: wir waren immer noch auf einen Zug gebucht, der aus dem System verschwunden war. Das konnte sich die nette Dame von der SBB ebensowenig erklären wie den Umstand, dass wir von dem Zugausfall nicht in Kenntnis gesetzt worden waren.
Die Dame versprach dann, sich innert einer halben Stunde wieder zu melden, sie müsse das erst einmal klären. Der Rückruf kam dann schon nach 20 Minuten: ja, der Zug falls wohl an diesem Tag aus. Vielleicht könnte das ja an den Streiks in Frankreich liegen…

Egal, wir brauchten nun dringend eine Alternative. Ob wir denn eventuell zwei Stunden früher fahren könnten, wurde ich gefragt? Okay, dann wären wir halt früher in Paris und könnten mit dem Nachmittag ja noch etwas anfangen.

Und dann die angenehme Überraschung: da in der 2. Klasse keine 4 Plätze im selben Wagen mehr frei waren, wurden wir kostenfrei in die 1. Klasse hochgebucht. Zwar nicht, wie in der ursprünglichen Buchung, an einem 4er-Tisch, aber dennoch dicht beieinander: meine Frau und ich auf zwei Plätzen nebeneinander, die Jungs schräg gegenüber am Gang an einem 2er- und einem 4er-Tisch. Gekauft!

Danach lief bis zur Abreise alles glatt: ich buchte noch kurzfristig die Tickets für die Katakomen sowie für ein anderes Museum (mehr dazu später), dann konnte es losgehen.
Bald geht es weiter!
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Tag 1 – Anreise
Am Morgen des 5.4. fuhren wir also zunächst mit dem Bus zum nächsten Bahnhof und von dort mit der S-Bahn nach Basel SBB. Der «TGV Lyria» kam pünktlich an Gleis 4 an, wir gingen an Bord, und los ging es. Hier ein kleiner Eindruck aus unserem Wagen:
Und zum ersten Mal überhaupt verliessen wir den Bahnhof Basel SBB in Richtung Westen.
Für alle, die das jetzt nicht verstehen: der Bahnhof Basel SBB ist ein sogenannter «funktioneller Kopfbahnhof». Die Züge von Freiburg (z.B. der ICE) kommen vom Bahnhof «Basel Bad.» von Osten rein, zur Weiterfahrt nach Zürich wechseln sie die Fahrtrichtung und fahren wiederum nach Osten weiter. Ebenso verfahren die S-Bahn-Linien. Nach Westen fahren nur wenige Züge aus dem Bahnhof – eben in Richtung Frankreich.
Es ist jedoch geplant, um die Haltezeiten zu verkürzen und den Bahnbetrieb zu erleichtern, bis 2036 einen Eisenbahntunnel quer durch Basel zu buddeln, durch den die Züge vom Badischen Bahnhof von Westen nach Basel SBB fahren sollen, damit der aufwändige Richtungswechsel entfällt. Naja, dafür ist ja noch etwas Zeit…
Nur wenige Minuten nach der Abfahrt dann aber die erste Hiobsbotschaft: der Restaurant- und Barwagen blieb «aufgrund technischer Probleme» auf dieser Fahrt geschlossen. Meine Frau hat das echt geärgert, denn sie hatte sich schon sehr auf das in der 1. Klasse am Platz servierte 3-Gänge-Menü, welches laut Internet von einem Sternekoch etworfen worden war, gefreut. Tja, wie gewonnen, so zerronnen.

Immerhin hatten wir uns – infolge wiederholter schlechter Erfahrungen mit den Bistrowagen der Deutschen Bahn – rechtzeitig mit allerlei Reiseproviant eingedeckt. Ausserdem dauerte die Fahrt ja nur gut 3 Stunden, verhungern würden wir also nicht.
An dieser Stelle ein kurzer Vergleich TGV vs ICE:
- die Sitze im TGV erschienen uns etwas breiter und wesentlich bequemer als im ICE
- dafür sind die Gänge etwas enger – was aber in unserem Fall nicht so schlimm war, da wir auf der unteren Ebene des Doppelstockwaggons reisten; diese enden in jedem Wagen blind, so dass es keinerlei «Durchgangsverkehr» bei uns gab
- es gab auch wesentlich mehr Möglichkeiten im TGV, das Gepäck in Bodennähe zu verstauen – die Gepäckablagen in Überkopfpositionen waren auch nur gross genug für kleine Taschen oder Rucksäcke
- das Personal ist mindestens genauso freundlich und locker wie im ICE, allerdings nicht ganz so sarkastisch unterwegs (auf der Strecke Basel-Paris fahren übrigens gemischte Teams aus französischen und Schweizer Zugbegleiter*innen)
- das Bord-WLAN im TGV hat eine spürbar höhere Bandbreite als im ICE, Internetseiten laden deutlich schneller
Und vor allem: wir kamen absolut pünktlich in Paris an!

Angekommen am Gare de Lyon mussten wir nun als erstes nicht nur in die Metro herabsteigen, sondern uns auch unsere «Pass Paris Visité» besorgen. Mit diesen kann man für 1, 2, 3 oder 5 Tage in wahlweise 3 oder 5 Tarifzonen die Metro, die S-Bahn sowie alle Busse benutzen. Nur: wo bekommt man diese Mehrtagesfahrkarten? Das Durcheinander von Schaltern und Fahrkartenautomaten war kaum überschaubar. Deshalb wandte ich mich vertrauensvoll an einen Polizisten, welcher sich mitleidig mein Gestammel auf Französisch anhörte, nur um mich dann in akzentfreiem Englisch an einen Fahrkartenschalter zu verweisen, an dem ca. 30 Personen Schlange standen.

Okay, meine Frau hat sich da dann erstmal angestellt, während ich zusammen mit den Jungs schaute, ob ich die gewüschten Tickets nicht auch einem der Automaten entlocken könnte.
Um es kurz zu machen: ich konnte! Zwar hatte dieser Automat mit allen meinen Kreditkarten Probleme, aber zum Glück hatte ich noch vor Abreise einen Vorrat Euronen bei unserer Bank geholt, der nun heftigst dahinschmolz. Aber immerhin waren wir nun im Besitz von vier 5-Tages-Fahrkarten für die Tarifzonen 1-3, Kostenpunkt für 3 Erwachsene und ein Kind (als Kind gilt man bis zu einem Alter von 12 Jahren): gut 150 Euro.
Als nächstes ab in die Metro, Linie 14 bis «Porte de Clichy», von dort eine Station weiter mit Linie 13 bis «Mairie de Clichy».
Ein kurzer Exkurs zur Pariser Metro und den dortigen Umsteigewegen: stellt Euch im Zweifel beim Umsteigen auf lange Laufwege ein und geht auch nicht davon aus, dass ihr die dabei notwendigen Wechsel der Ebenen mittels Rolltreppen oder gar Fahrstühlen erledigen könnt. Ausser auf den grossen Bahnhöfen sind diese nämlich absolute Mangelware. Die einzige Metrolinie, die bislang komplett barrierefrei ist, ist besagte Linie 14, die jüngste der Pariser Untergrundbahnlinien. Auf allen anderen Linien ziehen Gehbehinderte leider den Kürzeren!

Als wir schliesslich unseren Zielbahnhof erreichten
fiel mein Blick zufällig auf ein dort hängendes Plakat, welches kundtat, dass eben diese Metrostation (zusammen mit zwei Nachbarstationen) vom 8. bis 10.4. wegen Bauarbeiten geschlossen sein würde. Es werde aber einen Schienenersatzverkehr mit Bussen geben. Ooookaaayyy…

Egal, jetzt wollten wir erst einmal ins Hotel. Raus aus der Metro, über eine Ampel in eine Nebenstrasse, einmal links abgebogen – schon waren wir da. Der Check-in ging flott und bilingual englisch/französisch, wir erfuhren noch die Zugangsdaten für das kostenlose WLAN, die Frühstückszeiten (6-10 Uhr) und dass man jederzeit nicht nur kostenlos Wasser an der Rezeption zapfen und gratis Kaffee aus dem Automaten bekommen, sondern sich auch an einer kleinen Süssigkeitenbar an der Rezeption bedienen könne.
Ausserdem konnte man dort noch günstig Knabberkram
und Limos ins 0.5-Liter-Flaschen erwerben.Unser Zimmer befand sich im 3. Stock – aber zum Glück gab es einen Fahrstuhl. Naja, zumindest eine Art Kabine für maximal zwei Personen, welche sich auf und ab bewegte. Die Stops des Aufzuges befanden sich immer zwischen zwei Etagen (zwischen 1. und 2. Stock, dem 3, und 4. sowie dem 5. und 6.), so dass wir aus dem Fahrstuhl wieder eine halbe Etage nach unten laufen mussten.
Später konnte ich auf dem Fluchtwegeplan im Zimmer den Grund erkennen: der Fahrstuhl war irgendwann mal als quasi Rucksack am Gebäude nachgerüstet worden. Machte aber nix, das passte schon für uns.
Das Zimmer war einfach möbliert, aber für unsere Zwecke völlig ausreichend und sehr sauber. Das Fenster ging zur Nebenstrasse, aber laut war es während des Aufenthaltes nie. Hier ein Eindruck:
Der Fernseher hatte zwar fast 40 Programme aber keins auf Deutsch und nur einen Nachrichtenkanal auf Englisch. Aber hey, wir waren ja nicht zum Fernsehgucken nach Paris gekommen.

Und so ruhten wir uns erstmal ein wenig aus, bevor wir die erste Aktivität in Angriff nahmen.

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Da uns wahlweise das Schicksal oder ein Computerfehler der SBB nun 2 Stunden früher als ursprünglich geplant nach Paris gespült hatten, wollten wir am späten Nachmittag auf den Montmartre hochfahren und am Place de Tertres zu Abend essen.
Wer sich nicht die Mühe machen will, den Pariser Hausberg komplett zu Fuss zu erklimmen, für den bietet sich als Alternative zunächst einmal der «Funiculaire» an, eine Standseilbahn, welche sich mit ein paare Minuten Fussmarsch von den Metrostationen «Anvers» oder «Abesses» erreichen lässt. Allerdings geht es auf dem Weg dahin auch schon ein wenig bergauf, und da ich bekanntermassen nicht immer gut im Voraus einschätzen kann, in welcher Tagesform sich gerade mein linkes Sprunggelenk befinden wird (die Leser meiner Reiseberichte kennen das Problem ja bereits bestens), hatte ich mir eine Alternative gesucht.
Mit der Buslinie 40 fährt nämlich eine Ringbuslinie mit kleinen Elektrobussen rund um und durch den Montmartre. Und diese konnten wir wiederum mit nur 2x Umsteigen von unserem Hotel aus gut erreichen. Einer der Endpunkte ist unmittelbar vor der Kirche Sacre Coeur.
Tja, gut geplant ist leider nicht immer gut ausgeführt. Denn beim zweiten Umsteigepunkt warteten wir… und warteten… und warteten…

Unser Grosser kam irgendwann auf die Idee, mal auf Google Maps nachzuschauen, wo denn die Busse blieben, die eigentlich alle 10 Minuten verkehren sollten. Ergebnis: ein Bus 1 Stunde und 15b Minuten verspätet, ein weiterer 50 Minuten, der nächste 1 Stunde und 40 Minuten, der nächste sogar 2 Stunden! Hurra!

Aber logischerweise mussten ja doch irgendwo noch Busse unterwegs sein, die schon vor einer Stunde an unserer Haltestelle hätten ankommen müssen und für uns nun genau pünktlich waren. So war es dann auch.
Puh, nochmal Glück gehabt!

So standen wir dann kurze Zeit später auf dem Aussichtspunkt vor der Kirche Sacre Coeur, konnten erste Erinnerungsfotos machen und die Aussicht über Paris geniessen:
Dann gingen wir weiter zum Place des Tertres, zu jenem legendären Ort, an dem Künstler ihre Bilder verkaufen und wo man sich bei Bedarf auch portraitieren lassen kann. Ich hatte dort auch einen Tisch in einer Brasserie zum Abendessen reserviert.
Der Place des Tertres respektive die dortigen Restaurants haben allerdings leider einen eher zweifelhaften Ruf als Touristenfallen. Ich hatte im voraus bei Google nachgeschaut und dabei jede Menge Bewertungen mit 3 Sternen und weniger gefunden – inklusive sehr deutlicher Kommentare über unfreundliches Personal und überteuertes schlechtes Essen. Aus dieser Phalanx stach aber ein Restaurant heraus: das «Chez Eugène». 4.5 Sterne bei fast 800 Bewertungen – das liess mich aufmerken. Und die Preise auf der Speisekarte im Internet waren durchaus im Pariser Niveau, für uns, die wir Schweizer Preise gewohnt sind, sogar schon fast günstig. Also hatte ich einen Tag zuvor dort reserviert. Wir wurden nicht enttäuscht.

Wir waren gut 20 Minuten zu früh dort, was aber überhaupt kein Problem war. Das Restaurant war ein wenig eng, was ich aber eher als «gemütlich» beschreiben möchte:
Die Tische waren aber alle reserviert, was daran zu erkennen war, dass auf jedem Tisch eine leere Weinflasche stand, auf der der Name des Gastes, die Ankunftszeit sowie die Personenzahl vermerkt war:
Eine wirklich schöne Idee. Unsere Bestellungen wurden zügig und vor allem sehr geduldig und freundlich aufgenommen. Was mich besonders begeisterte: im Gegensatz zu anderen Restaurants, in denen wir später essen würden, liess man uns die Zeit, auf Französisch zu bestellen, anstatt gleich ungeduldig auf Englisch zu wechseln. Da konnten unsere Jungs schon einmal ein wenig üben. Und als sie es geschafft hatten, wurden sie vom Kellner mit einem Lächeln und einem «tres bien» angestrahlt!

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Jetzt kommt natürlich der in meinen Reiseberichten unvermeidliche Foodporn. Meine Frau hatte sich als Vorspeise Schwertmuscheln bestellt:
Die waren schon einmal sehr lecker. Absolut grossartig war aber meine «Soup des ognions»:
Mal ganz ehrlich: dagegen kann die Zwiebelsuppe im «Surf&Turf» bei TC gepflegt abstinken. Ich als ausgemachter Suppenfan koche französische Zwiebelsuppe ja auch schon seit mindestens 30 Jahren, aber sooo gut habe ich sie weder jemals selber hinbekommen, noch irgendwo anders gegessen. Solltet Ihr mal ins «Chez Eugène» kommen: unbedingt bestellen! (Das haben übrigens an den Nachbartischen auch viele Gäste getan.)
Als Getränk hatten Schnarrrchsack und ich uns übrigens eine Flasche halbtrockenen Cidre aus der Normandie bestellt: auch dieser war sagenhaft gut. Und mit 18 Euro für 0.75l auch nicht allzu teuer. Wasser gab es für 6 Euro pro Literflasche (mit oder ohne Gas), lediglich die Softdrinks der Jungs waren mit €6.50 pro 5dl etwas über den gewohnten Preisen (aber das ist überall in Paris so – wegen der Zuckersteuer).
Als Hauptgang hatte sich unser Kleiner einen Burger bestellt:
Der Grosse hatte einen «Salad Cesare» bestellt - auf den Geschmack war er ja vor einem Jahr auf der MSC Virtuosa gekommen:
Das Hähnchenfleisch, welches es wahlweise natur oder paniert gab, war sehr grosszügig bemessen, die Croutons noch warm aus der Pfanne, lediglich der Parmesan war nicht so aromatisch (aber dafür auch wieder grosszügig bemessen). Sehr lecker!

Meine Frau und ich hatten uns für die Empfehlung des Tages entschieden: eine halbe grillierte Entenbrust auf Topinamburmousse an Thymian-Jus:
Was soll ich sagen? Ein Gedicht, french cuisine at its best!

Und dann noch die Desserts – der Kleine hatte sich Fendant au chocolat bestellt:
Für den Grossen, a.k.a. Schnarchpelz , gab es den ersten in einer langen Reihe von Crêpes – mit Schokolade und Vanilleeis:
Meine Frau hatte die Créme brulée gewählt:
Und ich probierte zum ersten Mal eine Crêpe-Spezialität aus der Normandie – mit Apfelkompott und gesalzenem Karamell:
Alles extrem lecker, ich habe es extra für Euch probiert. Und ich komme nicht umhin, Euch allen das «Chez Eugène» für einen Parisbesuch nur wärmstens ans Herz zu legen. Die Athmosphäre war einmalig, das Personal sehr freundlich und hilfsbereit, das Preis-Leistungsverhältnis toll.


Was übrigens auch sehr angenehm dort war: im Gegensatz zu manch anderem Restaurant am Place des Tertres wird man dort nicht ständig beim Essen von Kunstverkäufern gestört (ausser vielleicht auf den Aussenplätzen), dafür sorgt das Restaurantpersonal.
Dafür kamen sie dann in Scharen, als wir die Brasserie wieder verliessen. Aber wir gingen ruhig und bestimmt den Platz hinab, bis zu einer Treppe, von der aus unser Grosser endlich sein grosses Ziel in Paris zum ersten Mal erblicken konnte: den Eiffelturm:
Am unteren Ende der Treppe konnten dann wieder in den Bus 40 einsteigen, und nach nur zweimaligem erneuten Umsteigen waren wir gegen 21:30 Uhr wieder im Hotel.
Bleibt dran, es geht bald weiter.
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Da habt Ihr ja schon einen aufregenden 1. Urlaubstag gehabt! Das Essen sieht sehr lecker aus! Faulpelz
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Tag 2:
Für unseren ersten ganzen Tag in der französischen Hauptstadt hatte ich kein allzu grosses Programm vorgesehen: eine Stadtrundfahrt mit dem HoHo-Bus sowie eine einstündige Bootsfahrt auf der Seine. Da hierfür keine spezifischen Anfangszeiten geplant werden mussten, konnten wir auch ein wenig ausschlafen und gingen erst um kurz nach 9 Uhr zum Frühstück.
Vorweg: das Frühstücksbuffet im Hotel war nun nicht so umfangreich, wie man das aus anderen Ländern kennt. Die einzige Eierspeise waren hartgekochte Eier, an warmen Speisen gab es auch noch heisse Würstchen.
Dazu Baguettes und ein Mischbrot zum selber Schneiden und Toast zum selber toasten. Natürlich Croissants, ausserdem Minipfannkuchen und diverse Pastries. Dazu drei Sorten Aufschnitt (Putenbrust, Schinken und sehr leckere Salami), 5 Sorten Schnittkäse und zwei Sorten Camenbert/Brie, zwei Marmeladen, Nutella, gesalzene und ungesalzene Butter. Ausserdem verschiedene Cerealien, Naturjoghurt, verschiedenes Obst (Handobst (Äpfel, Birnen, Bananen, Trauben) und verarbeitetes (Ananas, Melone, Grapefruit)). Kaffée und Milch aus einem Automaten, welcher auch heisses Wasser für eine ganz nette Tee-Auswahl bereithielt:
Das Highlight war jedoch der frisch gepresste Orangensaft. Aus Karaffen gab es ausserdem Apfel-, Karotten- und Tomatensaft. Hier ein Foto des Buffets:
Also für uns hat es immer gereicht.
Es müssen ja nicht immer Eggs Benedict sein (Sorry
Helmut ebenezer !)So gestärkt fuhren wir mit der Metro nach Paris hinein, mit 1x Umsteigen zur Station «Opèra». Dort sollte sich einer der 10 Zustiegspunte für den HoHo-Bus befinden.
Unmittelbar, nachdem wir aus der Metro an die Oberfläche zurückgekehrt waren, trafen wir auch schon auf nicht weniger al 5 Mitarbeiter*innen von «Big Bus Tours», die uns eine solche verkaufen wollten. Nach kurzem Hinweis, dass wir bereits gebucht hatten, erfuhren wir, dass wir einmal um die Oper herumgehen müssten, dort befand sich die Haltestelle.
Erste Enttäuschung: die Oper war komplett eingerüstet. Also hierzu kein Foto.

Nach etwa 3 Minuten erreichten wir dann auch die Haltestelle (Stop Nummer 10 der Route), wo unsere Reservierungsbestätigungen gleich von einer Mitarbeiterin gescannt wurden. Von ihr erhielten wir dann unser eigentliches Busticket sowie die Fahrkarten für die Seine-Bootsfahrt, welche ab der Station Eiffelturm starten sollte. Kurz darauf konnten wir dann den Bus besteigen.
Wir verblieben erst einmal in der unteren Etage, da es ein wenig regnete – die obere Cabrio-Etage schreckte uns ein wenig ab. Und so ging es erstmal los in Richtung Louvre. Kopfhörer und einen Plan der Route konnten wir uns selber nehmen. Wir lauschten angeregt den Kommentaren und kamen schnell zu Stop 1, etwas nördlich des Louvre, auf den wir dann weiter zufuhren.
Und spätestens hier bemerkten wir zum ersten Mal die Folgen des andauernden Streiks, denn entgegen der geplanten Route konnten wir nicht durch den Innenhof des Louvre mit der Glaspyramide fahren, sondern nahmen einen anderen Weg. Dies wurde uns auch prompt über Kopfhörer mitgeteilt: «Aus Gründen ausserhalb unserer Verantwortung befinden wir uns im Moment auf eine Umleitung.» Immerhin konnten wir besagte Glaspyramide aber für knapp eine Sekunde durch ein Tor erspähen. Yeah!

Vorbei an Stop 2 kamen wir dann zum «Pont Neuf», der wohl berühmtesten und ältesten noch existierenden Brücke von Paris. Über diese fuhren wir dann auf die Ile de la Cité, auf der sich auch die Kathedrale Notre-Dame befindet, welche aber leider seit jenem verhängnisvollen Feuer im April 2019 immer noch für Restaurierungsarbeiten für Besucher geschlossen ist (die Wiedereröffnung soll voraussichtlich im Laufe 2024 erfolgen).
Eigentlich hatten wir geplant, an diesem 3. Stop des Busses zum ersten Mal auszusteigen; ich hatte auch schon in der Nähe eine bekannte Crêperie im Viertel Sorbonne ausgemacht, wo wir einen kleinen Mittagssnack einnehmen wollten. Aber meine Familie hatte bislang kaum Hunger, ausserdem fühlten sich meine Frau und der Grosse ein wenig müde, so dass wir den Plan kurzerhand änderten (was sich noch übel rächen sollte): wir würden bis zum 7. Stop am Eiffelturm weiterfahren und von dort aus erst einmal die Bootstour machen.
Hier immerhin ein Foto der Kathedrale im Vorbeifahren:
Es hatte zu diesem Zeitpunkt auch immer noch etwas geregnet, so dass ich mit der neuen Lösung auch nicht allzu unglücklich war. Wir fuhren nun entlang der Seine am Südufer gen Westen. Von hier aus konnten wir auch nochmal den Louvre erblicken:
Die grünen Kästen am Seine-Ufer haben ihren Ursprung übrigens in Bücherflohmärkten aus den 1950er-Jahren. Dafür werden viele auch noch heute an den Wochenenden genutzt, viele dienen aber auch dem Souvenirverkauf.
Über den Place de la Concorde kamen wir schliesslich wieder aufs Nordufer und danach auf den Prachtboulevard Champs-Elysees:
Von dort an bemerkten wir dann immer öfter Leute in den klassischen farbigen Gewerkschaftswesten mit ihren Fahnen. Immer nur kleine Gruppen, es war für uns (noch) nicht erkennbar, ob diese von einer Demo kamen oder dorthin unterwegs waren. Aber egal, schon bald kamen wir zum 5. Stop am Arc de Triomphe:
Zurück ging es den Boulevard hinunter zum Grand Palais. Und allmählich wurden die Gruppen der Demonstrierenden grösser:

Mir schwante inzwischen Übles, zumal wir auf dem Weg zum Trocadero erneut zweimal umgeleitet wurden.

Aber von dort hatten wir nochmal einen wirklich tollen Blick auf den Eiffelturm:
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Mit einer weiteren Umleitung näherten wir uns nun dem Tour Eiffel, wo wir eigentlich aussteigen und das Boot für die einstündige Seine-Tour hätten besteigen wollen. Aber schon wurde mir wieder einmal bewusst, was es heisst, mit 3 AD(H)Slern unterwegs zu sein: unser Kleiner beklagte auf einmal Kopf- und Bauchschmerzen und bat darum, noch ein wenig im Bus sitzenbleiben zu können. Ein sicheres Zeichen, dass die Wirkung des Ritalins, welches er nach dem Frühstück eingenommen hatte, nachliess.

Meine Frau machte daraufhin den Vorschlag, die Rundfahrtsschleife zuende und nochmal bis zum 3. Stop an der Notre-Dame zu fahren, um dort dann, wie ursprünglich geplant, ein paar Crêpes zu essen.
Okay, dann halt noch eine Planänderung. Immerhin kamen wir an Stop 7 dem Eiffelturm erstmals so richtig nahe. Leider folgte aber prompt die nächste Umleitung, so dass wir nicht am Invalidendom vorbeifahren konnten. Via Place de la Concorde, an dem sich zunehmend Protestierende gesammelt hatten, ging es also zurück zur Oper und von dort aus auf Runde 2 der HoHo-Schleife.

Auch diesmal fuhren wir am Louvre vorbei, anstatt durch den Innenhof. Aber diesmal harzte der Verkehr deutlich mehr als beim ersten Durchgang. An Stop 2 fuhren wir glatt vorbei, weil es unser Fahrer schlichtweg nicht schaffte, auf die rechte Fahrspur zu gelangen – als Ergebnis liefen ein paar verzweifelte HoHo-Bucherinnen über 4 Fahrspuren zwischen den sich stauenden Autos durch und klopften verzweifelt an die Bustür. Der Fahrer erbarmte sich schliesslich und liess die drei zusteigen.

Aber dann ging gar nichts mehr. Die Pont Neuf war inzwischen gesperrt. Die nächste Brücke ebenso. Und auch die übernächste – wir waren inzwischen an Notre-Dame vorbeigefahren. Schliesslich bog unser Fahrer unerwartet nach links anstatt nach rechts ab, und es ging zurück Richtung Louvre.

Bei meiner Familie machte sich derweil Panik breit, weil alle ganz dringend auf Toliette mussten. Dazu kam auch immer mehr Hunger. Und so fragte ich den Fahrer spontan, ob er uns nicht an der nächsten Ampel rauslassen konnte. Konnte er.
Direkt an der Ecke befand sich ein Café, in das wir umgehend gingen. Wir bekamen einen Tisch, mussten dann aber erfahren, dass die Toiletten ausser Betrieb seien. Also wieder raus – nicht ohne uns von Kellner und Gästen etwas anhören zu müssen, was ich mal frei als «Geht`s noch?!?» interpretierte.

Egal, eine Toilette musste her. Also mal eben links abgebogen und beim nächsten Restaurant auf die Karte geschaut. Böses Foul, denn wir befanden uns in unmittelbarer Nähe des Louvre, also dem wohl teuersten Restaurant-Pflaster der Stadt. Nochmal links abgebogen in eine Seitenstrasse, leider drei Restaurants geschlossen. Dann wieder eines, was offen hatte, aber mit einer langen Schlange von Wartenden auf dem Trottoir. Meine Frau ging dennoch mit den Jungs hinein, in der Hoffnung, dass man dort für eine Mutter mit Kindern, denen die Blasen zu platzen drohten, Verständnis haben würde. Hatte man aber leider nicht.

In seiner Verzweiflung nahm unser Grosser wieder sein Handy zur Hand und versuchte, über Google Maps eine öffentliche Toilette zu finden. Er fand tatsächlich eine, in ca. 300 Metern Entfernung. Wir liefen also weiter, erneut an dem Cafe mit dem kaputten WC vorbei. Diesmal rechts abgebogen, irgendwo dort musste das stille Örtchen zu finden sein.

Und dann kamen wir an einem kleinen unscheinbaren Restaurant vorbei, in dem noch Tische leer waren und welches aussen Crèpes, Baguettes uns Pizzen offerierte. Spontan schob ich meine Familie in die Richtung und hinein. Die Bedienung bot uns auch schnell einen Tisch an, wurde jedoch mässig panisch, als wir ganz schnell und unverholen nach der Toilette fragten. Ich konnte sie dann aber gleich beruhigen, erklärte die Situation in einer Mischung von Englisch und Französisch, und dass wir selbstverständlich auch dort essen wollten, jetzt aber anderes wichtiger war. Die Kellnerin entspannte sich, ich setzte mich an den zugewiesenen Tisch, und meine Familie konnte sich erstmal erleichtern.

Dass wir wieder einmal einfach nur Glück gehabt und durch Zufall auf ein richtig gutes und trotz der Nähe zum Louvre sogar preiswertes Restaurant gestossen waren, wurde uns erst später klar…
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Während meine Lieben noch wichtige Dinge erledigten, studierte ich schon einmal die Speisekarte sowie die Google-Bewertungen des Restaurants «Café de Musée», welche mit 3.7 Sternen recht guter Durchschnitt waren. An der Tür hatte jedoch gestanden «Café Micheline», welches sich aber auf der anderen Seite des Blocks befand, jedoch mit einer Wertung von 4.2 Sternen aufwarten konnte. Die Lösung: anscheinend waren da zwei Cafés zu einem verschmolzen. Dies sollte sich später auch auf der Rechnung bestätigen - dort standen einfach beide Namen.

Ist ja auch egal, das Essen war auch hier sehr lecker. Der kleine hatte Lammkoteletts:
Hey, so eine Portion für 20 Euro? Und richtig lecker!

Unser Grosser hatte sich einen wirklich grossen Hot Dog bestellt:
Für meine bessere Hälfte gab es ein Panini mit Hähnchenbrust und Tomaten:
Laut meiner Frau war das Hähnchen an einem Ende etwas trocken, das Panini im Ganzen aber recht gut.
Ich selber gönnte mir zunächst erneut eine Zwiebelsuppe:
Die war aber anders zubereitet als die am Abend zuvor auf dem Montmartre, etwas mit Mehl angebunden und säuerlicher. Dennoch sehr gut, auch wenn das Brot ein wenig dick geschnitten und deshalb mit dem Löffel schwer zu teilen war. Danach hatte ich eine Galette mit Thunfisch, Ei und Ziegenkäse:
Galettes sind die herzhafte Variante der Crêpes, der Teig wird auf Buchweizenbasis hergestellt.
Zum Nachtisch hatten wir dann alle Crêpes, der Grosse mit Nutella…
...der Kleine mit Nutella und Bananen…
...meine Frau mit dunkler Schokolade…
...und ich nochmal mit Salzkaramell, aber diesmal ohne Äpfel:
Okay, an das «Chez Eugène» vom Vorabend kam dieses Restaurant nicht heran, aber dennoch war das Essen sehr schmackig und wie gesagt auch nicht allzu teuer. Wir können es Euch also guten Gewissens empfehlen.

Nachdem wir nun unsere Primärbedürfnisse zur Zufriedenheit befriedigt hatten, ging es um die Frage, wie es mit dem Tag weitergehen sollte. Die Lust an einer Fahrt auf der Seine war meiner Familie inzwischen vergangen, zumal wir inzwischen auch nicht mehr sicher sein konnten, dass diese überhaupt noch stattfinden würde. Und irgendwie drängte alles auch eher ins Hotel als auf den Fluss. Also beschlossen wir, an der nahegelegenen Station «Louvre Rivoli» in die Metrolinie 1 einzusteigen, an der Station «Champs Elysees Clemenceau» in die Linie 13 zu wechseln und mit dieser zum Hotel zurückzufahren.
Gesagt getan, nur erfuhren wir im Metro-Zug, dass unsere geplante Umsteigestation nun gesperrt sei.
Also nochmal Planwechsel: wir stiegen schon eine
Station früher («Concorde») um in die Linie 12, fuhren damit bis
«Saint Lazare», von wo wir wiederum die Linie 13 nach Clichy
nahmen.Ehrlich gesagt: wir waren echt froh, am frühen Abend wieder im Hotel anzukommen. Allerdings blieb noch eine Frage offen – wo würden wir zu Abend essen?

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Nun, die Auswahl rund um unser Hotel war nicht schlecht. Zwei Brasserien, dazu eine Sushibar, ein Italiener und zur Not sogar ein Mäckes. Wir entschieden uns für eine Brasserie namens «Le Sancerre», welche schräg gegenüber vom Hotel liegt.
Die Kost dort ist ein wenig rustikaler, mehr so französische Landküche, dem entsprach auch das Ambiente des Restaurants:
Eine Speisekarte in Papierform gab es dort nicht, stattdessen wurde uns eine grosse, mit Kreide handgeschriebene Tafel an den Tisch gestellt, aus der wir auswählen sollten. (Ich habe es leider versäumt, die Karte zu fotografieren, aber wenn Ihr das Restaurant bei Google sucht, findet Ihr dort Fotos, die recht aktuell sind.
)Der Grosse hatte nicht wirklich Hunger und begnügte sich mit drei Kugeln Vanilleeis. Der Kleine bestellte sich ein Entrecote, welches wirklich riesig daherkam:

Er hat im Moment mal wieder einen Wachstumsschub...

Meine Frau nahm wieder mal Entenbrust, diesmal in Würfeln gebraten und begleitet von Kartoffeln, die im Entenfett gebraten waren:
Sensationell gut!

Ich selber begann mit Escargots, die wirklich gut waren:
Ich habe schon oft Schnecken gegessen (echte wie falsche), die aber leider fast immer von der zum Gratinieren verwendeten Kräuterbutter erschlagen wurden. Nicht in diesem Fall: die Kräuterbutter ergänzte sich sehr fein mit dem leicht erdigen Geschmack der Schnecken, Ich komme nicht umhin zu konstatieren, dass dies mit Abstand die besten Escargots waren, die ich je gegessen habe!

Als Hauptgang hatte ich mich für eine «Andouillette» entschieden:
Viele von Euch wissen ja bereits, dass ich sehr gerne auch Innereien esse und immer wieder gerne probiere. Deshalb liebe ich u.a. auch die österreichische Küche. Ich finde es urschade, dass so viel Gutes von den Tieren, die wir verzehren, verschmäht wird, obgleich sich daraus wirklich tolle Dinge zaubern lassen.

Die Andouillette stand schon lange auf meiner kulinarischen Bucket-List. Dabei handelt es sich um eine Wurst, welche mit Schweine- und teilweise auch Kälbermagen gefüllt wird. Sie gilt als Spezialität der französischen Region Troyes und wird im Gegensatz zu ihrer bekannteren Schwester «Andouille» eher zurückhaltend gewürzt, so dass der Innereiengeschmack (und -geruch) stärker hervortritt.
Die höchste Qualitätsstufe einer Andouillette ist «AAAAA» - und genau diese wurde in dieser Brasserie offeriert. Klar, dass ich da zugeschlagen habe.

Meine Frau hat sich dann in einem schwachen Moment dazu herabgelassen, mal an der aufgeschnittenen Wurst zu schnuppern – und sich dann voller Ekel abgewandt.
Kann ich überhaupt nicht verstehen, ich fand sie genial.
Aber wie sagt man in Frankreich so schön? Chaqun a son gout. 
Zum Nachtisch hatten meine Frau und ich eine extrem leckere Mousse au chocolat:
Der Kleine bestellte sich eine Tarte tartin au pommes, die er aber nicht so mochte – ich fand sie aber sehr gut:
Auch für dieses Restaurant gehen von uns aus die Daumen hoch; wer im «Ibis Styles» auf der anderen Strassenseite nächtigt, sollte dieser Brasserie definitiv eine Chance geben.


Danach verzogen wir uns zügig in unsere Betten, es war inzwischen auch fast 22 Uhr geworden. Und am nächsten Tag stand ein umfangreiches Programm an.
Ich tue jetzt dasselbe, ist ebenfalls spät geworden, gute Nacht allerseits!

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Die Widrigkeiten von Paris kann ich voellig entspannt in Neuseeland, am anderen Ende der Welt, verfolgen.
Die BBC und das australische Fernsehen sendeten die brennenden Objekte in Paris.
Bin gespannt wie Dein Bericht weiter geht.
Die franzoesische Kueche entschaedigt dafuer fuer einiges.
Gruss in die Schweiz
Biggi
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Toller Bericht, danke!
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Tag 3:
Der Karfreitag begrüsste uns mit strahlendem Sonnenschein bei nur wenigen Wolken.
Nach dem Frühstück
fuhren wir mit der Metro und dem Bus zur «Grande Galerie de
l`Evolution». Diese ist Teil des Naturhistorischen Museums, welches
aus verschiedenen Gebäuden besteht, die sich um den «Jardin des
Plantes» gruppieren:Im Untergeschoss der «Grande Galerie de l`Evolution» findet noch bis 7.1.2024 eine Sonderausstellung «Félins» statt, die sich der Entstehung und Verbreitung der Katzen der Welt, ihrem Leben, ihrer Physiologie und kulturellen Bedeutung widmet. Für uns Katzenfreaks also ein absolutes Muss!

Die Exponate waren aus ganz Europa zusammengetragen worden, hier ein paar Beispiele:
ThemaWarum wurde mein Foto gelöscht?
Warum wurde mein Foto gelöscht?
Vielleicht ärgerst Du dich darüber, dass Dein Bild im Forum gelöscht wurde. Dies können wir gut nachvollziehen und die Situation ist auch für uns unangenehm.
Die Gründe dafür liegen überwiegend darin, dass wir als Betreiber einer gewerblichen Internetseite im Zweifel auch für Inhalte haften, die von Nutzern des Forums und gar nicht von uns selbst eingestellt wurden.
Bei der Haftungsfrage haben wir die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und insbesondere das…Peter6. Juni 2019 um 11:56 Sehr beeindruckend. Und toll didaktisch aufgebaut. Es gab jede Menge Möglichkeiten für die Jungs, zu experimentieren – z.B. die Hörschwelle von Katzen zu erfahren oder auch durch die Augen einer Katze zu sehen. Schön gemacht und auch schon für Kinder im Primarschulalter geeignet.


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Aber auch die Dauerausstellung wusste zu überzeugen:
ThemaWarum wurde mein Foto gelöscht?
Warum wurde mein Foto gelöscht?
Vielleicht ärgerst Du dich darüber, dass Dein Bild im Forum gelöscht wurde. Dies können wir gut nachvollziehen und die Situation ist auch für uns unangenehm.
Die Gründe dafür liegen überwiegend darin, dass wir als Betreiber einer gewerblichen Internetseite im Zweifel auch für Inhalte haften, die von Nutzern des Forums und gar nicht von uns selbst eingestellt wurden.
Bei der Haftungsfrage haben wir die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und insbesondere das…Peter6. Juni 2019 um 11:56 (Bei diesem Exponat kam mir spontan der «Narwhal-Song» von «Weebl» in den Sinn – wer ihn nicht kennt: mal bei YT suchen (inklusive der französischen Jazz-Version).)
Aber nach gut zweieinhalb Stunden war dann irgendwann die Aufmerksamkeitsspanne der Jungs fürs Erste erschöpft, so dass wir uns nach einem Lokal fürs Mittagessen umsahen. Die Grande Galerie liegt übrigens direkt gegenüber der grossen Moschee von Paris. Deren Restaurant war trotz Ramadan und Freitag sogar geöffnet, allerdings hatte ich Zweifel, ob die Jungs aus dem Menü-Angebot etwas für sich finden würden.
So gingen wir ein wenig durch die anliegenden Strassen und fanden schliesslich ein marrokanisch-tunesischen Restauran namens «Al Mosaic». Mit 4.6 Sternen bei Google schien es uns einen Versuch wert.

Leider mussten wir recht schnell erfahren, dass die auf der Speisekarte verzeichneten Pizzen und Burger an diesem Tag nicht erhältlich waren
, aber die
Auswahl war immer noch interessant.Die Jungs bestellten sich die Tagesempfehlung, einen gekochten Hühnerschenkel mit diversen Beilagen:
Das Huhn war auch sehr lecker und wurde schnell vertilgt, mit den Beilagen haderten die beiden jedoch ein wenig. Vor allem die Pommes waren komplett ungesalzen.
Ich habe dann noch die im Gewürzsud gekochten Kartoffeln
probiert – waren sehr gut.Meine Frau hatte eine Tajine mit Huhn und Chorizo – nicht nur sehr kreativ, sondern auch extrem schmackhaft:
Definitiv das beste Gericht an diesem Mittagessen.
Ich hatte als Vorspeise eine
«Orientalische Gewürzsuppe» bestellt, allerdings teilte mir der
Kellner kurz darauf mit, dass diese ebenfalls nicht verfügbar sei.
Er bot mir als Alternative eine Suppe mit Gemüse sowie Rind- und Hammelfleisch an. Klar,
immer her damit! 
Was soll ich sagen? Völlig anders als erwartet – leicht scharf, mit Aromen von Cumin, Zimt und Piment, dazu ein Scheibchen Zitrone zum Nachsäuern – aber einfach nur geil!

Als Hauptgang hatte ich mich für Couscous mit Kefte, also gewürzten Hackfleischbällchen, entschieden. Bekommen habe ich dann dieses:
Der Couscous war gut, der Sud (oben rechts im Bild) schön scharf – aber statt Kefte bekam ich völlig totgebratene Burger-Patties (oben links).
Definitiv
selbstgemacht, aber komplett ungewürzt und furztrocken. Keine
Ahnung, warum man mir diese serviert hatte – und mir drängte sich
die Frage auf, warum Burger an diesem Tag nicht zu bekommen waren –
waren etwas die Brötchen ausgegangen? 
Egal, ohne das Fleisch war es trotzdem gut. Und der absolute Hammer war die hausgemachte Zitronenlimonade. Also ebenfalls ein empfehlenswertes Restaurant, wenn auch mit kleinen Abstrichen.

Auf dem Weg zur nächstgelegenen Metrostation kamen wir noch an einem Bubble-Tea-Laden vorbei, in den mich die Jungs dann überredeten.
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Weiter ging es zu den Katakomben. Wir hatte bis zu unserer Einlasszeit noch ein wenig Zeit, also setzten wir uns in einen kleinen Park auf der anderen Strassenseite, wo wir dann recht intensive Bekanntschaft mit der lokalen Alkoholiker- und Drogenszene machten, die dort fröhlich zechten. Wir haben uns davon aber nicht irritieren lassen, obgleich ein junger Mann, der zu diesem Zeitpunkt wirklich jenseits von Gut und Böse war, versuchte, unseren Jungs Angst einzujagen.

Egal, wir konnten schliesslich zum Eingang gehen und kamen auch schon nach 10 Minuten Anstehen hinein.
Vorweg: von den Katakomben werde ich keine Fotos einstellen, insbesondere von jenem Teil, in dem im 19. Jahrhundert Millionen von Gebeinen Verstorbener eingelagert worden waren. Ich fände das respektlos.
Zunächst einmal mussten wir jedoch eine lange, schmale Wendeltreppe hinabsteigen. Die Jungs hatten Audioguides, die sie auch fleissig nutzten, und so machten wir uns schliesslich auf den Weg durch die Gänge.
In der ersten Hälfte des Rundgangs sieht man vor allem viele Gänge und alte Steinbrüche. Die Wege sind wirklich nicht kurz (die Gesamtlänge des Rundgangs beträgt fast 2km), dazu uneben, und die Decken waren bisweilen ein wenig niedrig. Aber überraschenderweise machte mein linkes Sprungelenk sehr gut mit – dafür begannen nach einer Weile meine Bandscheiben, sich zu beklagen, weshalb ich mehrfach kurz absitzen musste. Glücklicherweise gab es dazu ausreichend Möglichkeiten.

Irgendwann kamen wir dann in einen grösseren Raum, an dessen Ende ein schmaler Durchgang lag, über dem geschrieben war, dass wir nun das Reich der Toten betreten würden.

Ich war zwar schon zweimal in den Katakomben gewesen, aber auch diesmal hat mich die schiere Masse der Gebeine links und rechts des Weges erneut umgehauen. Die Kids übrigens auch. Was sehr schade ist: viele der Ornamente aus Knochen und Schädeln, z.B. in der Form von Kreuzen, waren im Laufe der Zeit zerstört oder zumindest stark beschädigt worden – vor allem von Touristen, die sich ein Souvenir mitgenommen hatten. Schlimm!
Und immer wieder kamen wir auch an Schädeln vorbei, auf denen Besucher mit Filzstiften ihre Namen hinterlassen hatten. Das brachte vor allem den Grossen auf die Palme, der sich kaum einkriegen konnte, ob solcher Respektlosigkeit. Insbesondere ein Besucher, der seine Initialen mit Edding oder so quer über die Stirn eines Schädels geschrieben hatte, machte ihn wütend.
(Und ich gebe hier mal seine Worte in dieser Situation wieder: "F*** D***, JD! Du hast gar nix kapiert. Ich wünsche Dir einen Langstreckenflug mit massivem Dünnschiss, auf dem alle Bordtoiletten kaputt sind!" - Nun, fluchen kann der Junge also. Und anscheinend auch mit Erfolg: gestern musste ein Flugzeug der "Austrian Airways" von Wien nach NY nach 3 Stunden umkehren, nachdem 5 von 8 Toiletten ausgefallen waren...
Warst Du da an Bord, JD?)

Aber dennoch hat der Rundgang die beiden sehr beeindruckt. Und auch ein wenig nachdenklich gemacht. Direkter kann man ja auch kaum mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert werden. Aber sie fanden unseren Besuch trotzdem toll – und ich konnte die Gelegenheit nutzen, ein wenig Anatomieunterricht einzustreuen.
Das dicke Ende kam aber noch: in Form einer erneuten schmalen Wendeltreppe, auf der wir 111 Stufen lang wieder an die Oberfläche kletterten. Nach dem langen Rundgang eine echte Herausforderung. Ich war echt froh, dass am Ausgang eine grössere Bank zum Ausruhen bereitstand. Nebenan war ein Souvenirshop, in dem sich die Jungs von ihrem Taschengeld kleine Andenken kauften: der Grosse einen kleinen Glasblock mit lasergraviertem Schädel, der Kleine eine Schädel-Tasse. Naja, was die Jugend halt so cool findet…

Der grosse Nachteil am Ausgang aus den Katakomben ist, dass man erstmal eine ganze Strecke laufen muss, um zu einer Metrostation oder Bushaltestelle zu gelangen. Wir gingen diese Herausforderung langsam an, schliesslich hatten wir bis zum nächsten Tagesordnungspunkt reichlich Zeit.
Weiter ging es mit Metro und Bus zum Champs de Mars, wo der Eiffelturm steht. Da wir immer noch Zeit, aber jetzt vor allem auch Durst hatten, gingen wir in eines der Strassencafés, wohl wissend, dass wir da so richtig abgezockt werden würden. Und richtig geraten: die beiden Wasser für meine Frau und mich (3dl) kosteten je 6 Euro, die beiden Eistees (5dl) für die Jungs jeweils 10 Euro(!). Da meine Frau inzwischen etwas müde geworden war, bestellte sie sich noch einen Spezialitätencafé mit Schuss – für nur 9 Euro geradezu ein Schnäppchen!

Ausserdem wurde noch eine Servicegebühr für den unfreundlichen, hektischen und völlig überforderten Service von 3,20 Euro fällig (über die, das bekam ich mit, von anderen Gästen an den Nebentischen mit dem Personal heftig diskutiert wurde und offenkundig wiederholt damit endete, dass es kein Trinkgeld gab). Also zusammen € 44,20.

Ich weiss nicht, was mich da geritten hat, aber als der Kellner unsere Rechnung brachte, reichte ich ihm spontan einen Fünfziger und meinte nonchalant: «Le compte est bon.» (Das entspricht dem deutschen «Stimmt so!») Der Kellner stutze und schaute mich völlig verwirrt an. Mit 13,1% Trinkgeld hatte er anscheinend überhaupt nicht gerechnet. Er beugte sich zu mir vor und fragte fast flüsternd: «Vous êtes sûr?» (Sind Sie sicher?) Ich grinste ihn an, und meinte nur: «Oui, cèst juste.» (Ja, das ist richtig.)

Der Kellner war völlig verdattert und schien überhaupt nicht zu wissen, was er davon halten sollte. Er schaute sich um – sowas schien er wohl noch nicht oft erlebt zu haben (was mich auch nicht verwundert hätte). Und plötzlich strahlte er mich an, machte sogar einen kleinen Diener, und sagte: «Merci beaucoup, Monsieur, merci mille fois!» (Vielen Dank, mein Herr, tausend Dank!) Und im Weggehen blickte er nochmal kurz zu uns zurück und winkte mit einem breiten Lächeln.

Tja, die Psychologie dahinter ist denkbar einfach: Servicepersonal wird inzwischen überall auf der Welt schlecht bezahlt
und ist auf Trinkgelder angewiesen. Wenn
sie dieses oft nicht bekommen, weil der Arbeitgeber die Kundschaft
aufgrund der besonderen Lage des Lokals mit überhöhten Preisen zur
Kasse bittet, sind Unfreundlichkeit und Verbitterung – auch
getriggert durch den Stress – absolut nachvollziehbar.Natürlich kann es sein, dass sich der gute Mann einfach nur gedacht hat: «Was für dumme Touristen.» Aber das glaube ich gar nicht. Die Reaktion und vor allem seine Mimik und Körpersprache waren sehr echt und authentisch. (Selbst wenn es anders wäre, hätte ich auch kein Problem damit.) Und vielleicht, nur vielleicht, habe ich einem frustrierten Arbeitnehmer den Abend verschönt und dazu gebracht, seine Meinung über die touristische Kundschaft für einen Moment zu überdenken.

Egal, ich hatte jedenfalls «Spass für `ne Mark» (bzw. € 5,80).

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Wir gingen dann auf die andere Strassenseite, wo sich das Büro der Agentur befand, wo ich die Tickets für den Eiffelturm bestellt hatte. Vor der Tür standen schon gut 50 Personen, die Dienste der Agentur waren also gut gebucht. Ich löste unsere Vouchers gegen die Eintrittskarten ein und bekam ausserdem farbige Klebepunkte, die wir auf unseren Jacken anbringen mussten. Schliesslich war der Eintritt zum Tour Eiffel nur als geführte Gruppe möglich.
Während wir da so warteten, kam plötzlich eine Mitarbeiterin der Agentur vor die Tür und verkündete, dass man noch ein paar Restkarten für die Fahrt auf die Spitze des Turms hätte (unsere Tickets galten ja nur für Ebene 2, also nicht einmal die Mitte des Turms), welche nun auf «First come, first served»-Basis gekauft werden könnten.

Ich zögerte keine Sekunde und eilte zurück zum Tresen, wo ich dann tatsächlich für 60 Euro für uns vier das begehrte Upgrade erstehen konnte. Yeah!

Okay, damit war der Preis für unsere Turmfahrt mal eben auf 320 Euronen gestiegen, aber wann kommen wir schon das nächste Mal nach Paris?
Kurz darauf kamen unsere Guides und gaben uns ein paar Instruktionen und Informationen. U.a. wurde herumgefragt, ob wir irgendwelche Gegenstände dabei hätten, die als Waffen gebraucht werden könnten (und da war ich wirklich froh, mein Sackmesser an diesem Tag im Hotel gelassen zu haben). Dazu würden auch alle Objekte aus Glas zählen. Man könne diese aber auch in einem Souvernirshop auf der anderen Strassenseite kostenlos zur Aufbewahrung geben.
Sicherheitshalber brachte also meine Frau die Katakomben-Souvenirs der Jungs dorthin.
Dann ging es los. Und für mich wurde es ein absolut harter Marsch. Denn neben meinem Rücken meldete sich nun auch völlig unvermittelt mein linkes Sprunggelenk und forderte Ruhezeiten ein. Klar, wir hatten zu diesem Zeitpunkt bereits längst die 10`000-Schritte-Marke für den Tag geknackt, die ich im Alltag zuhause praktisch nie erreiche (an einem durchschnittlichen Arbeitstag in der Praxis komme ich gerade mal auf knapp 4`000 Schritte, auf Ausflügen mit der Familie am Wochenende vielleicht auf 6`000 - 7`000). Mein Körper ist solche Laufwege einfach nicht mehr gewohnt.

Und dann hiess es noch anzustehen bei der Sicherheitskontrolle. Der Eiffelturm ist nämlich inzwischen von einem hohen Zaun umgeben, in dessen Inneres man nur kommt, wenn man eine Kontrolle wie am Flughafen passiert hat. Und wenn für mich (bzw. meinen Rücken) etwas noch schlimmer ist, als lange Gehstrecken, ist es längeres Anstehen.

Immerhin half es, dass wir als geführte Gruppe einen eigenen Durchgang benutzen konnten, das ging schneller als an den anderen Linien. Aber schon dräute das nächste Unheil: die Jungs mussten mal wieder aufs Klo. Und zwar dringend!

Zwar gab es am Fusse des Eiffelturms Toiletten, aber wir durften ja den Anschluss zur Gruppe nicht verlieren. Der Grund war schnell erkenntlich: mit Einzeltickets hätten wir uns nochmal in eine Schlange von geschätzt 200 Personen an den Aufzügen einreihen müssen, für die geführte Gruppen gab es erneut einen eigenen Schnellzugang (und damit relativiert sich der hohe Preis der Agentur auch wieder ein wenig gegenüber dem offiztiellen Vorverkauf).
Zwischenzeitlich habe ich noch vom Fusse des Turms ein Foto geschossen:
Wir kamen also recht schnell voran, mussten aber direkt vor den Aufzügen nochmal durch eine Sicherheitskontrolle (warum, hat sich mir nicht wirklich erschlossen). Und die Jungs jammerten.

Dann warteten wir vor dem Aufzug. Unsere Kids hatten kein Auge und Ohr für die beeindruckende Hydraulik, welche seit mehr als einem Jahrhundert immer noch mit Wasser aus der nahegelegenen Seine betrieben wird, und ihre riesigen Kolben – die beiden wollten zur Keramik, so schnell wie möglich. Immerhin war unsere Führerin so verständig, dies zu erkennen, so dass sie uns wortreich direkt an die Spitze der Schlange manövriert hat, so dass wir auch wirklich mit dem nächsten ankommenden Aufzug fahren konnten.

Die Fahrt mit diesem ist sehr beeindruckend, für mich eines der Highlights von Paris, denn die dahintersteckende Ingenieurskunst mit sich kontinuierlich änderndem Aufstiegswinkel ist einfach grossartig (vor allem, wenn man bedenkt, dass Gustave Eiffel sie noch selber erdacht hat). Aber die knapp 3 Minuten bis zur Ebene 2 (inkl. Zwischenstop auf Ebene 1) geriet für die Jungs zur echten Herausforderung. Einen Blick für den Aufstieg über das Marsfeld hatten sie leider nicht.

Naja, immerhin konnten sie dann schnell ihr Notdurft verrichten, so dass im Kopf wieder Platz war für die Schönheit des Ausblicks:
Unsere Guides gaben dort auch noch eine kleine Führung, aber wir entfernten uns recht bald von der Gruppe, um nach dem Aufzug zur Spitze zu suchen. Dieser ist leider nicht wirklich gut ausgeschildert: man muss erstmal eine Treppe hinaufgehen, dann halb um den Turm herum. Wir brauchten ein wenig, um den Zugang zu finden.
Hineingestopft in eine kleine Kabine fuhren wir dann nach oben. Und diesmal konnten wir alle das Erlebnis auch wirklich würdigen. Am oberen Ende des Ausflugs befindet sich zunächst eine Ebene, die rundum verglast ist. Über den Fenstern sind die jeweiligen Entfernungen zu Grosstädten und vor allem hohen Türmen weltweit angegeben. Unsere Jungs machten sich gleich auf die Suche nach dem Burj Khalifa, welchen wir gut ein Jahr zuvor besucht hatten. Aber dort waren wir gar nicht mal so hoch gekommen, wie an diesem Tag.
Eine Treppe höher befindet sich dann die oberste Plattform, unverglast und nur mit grobem Gitter geschützt. (Dort befindet sich auch das Büro von Gustave Eiffel, welches aber leider schon geschlossen war.) Und von dort konnten wir dann den Sonnenuntergang beobachten und zuschauen, wie die Lichter der Stadt nach und nach angingen:
Auf dieser Plattform gibt es übrigens auch einen kleinen Verkaufsstand, welcher Champagner in kleinen (wohl kompostierbaren) 1dl-Flutes für rund 20 Euro anbietet. Man kann auch ein Set mit 2x Schampus und etwas Kaviar für 67 Euro bekommen. Nur so als Tip für alle diejenigen unter Euch, die gerne mal auf der Spitze des Eiffelturms zünftig anstossen wollen.

Auf dieser 3. Ebene war es auch erstaunlich windstill, viel weniger Luftbewegung als auf Ebene 2.
Naja, recht bald fuhren wir schliesslich wieder nach unten. Und während wir noch am Aufzug von Ebene 2 zum Boden anstanden, begann die stündliche Lightshow (es war gerade 21 Uhr geworden). Die Jungs waren untröstlich, hatten diese doch vom Boden aus anschauen wollen. Aber auch aus dem Inneren des Turms heraus war es ganz nett.
(Kleiner Einschub zur 1. Ebene des Turms: dort befinden sich zwei Restaurants, in denen man ein kleines Menü einnehmen kann. Die zwei offerierten 3-Gang-Menü-Optionen kosten ca. 100 bzw. rund 150 Euro, das Kindermenü gut 80 Euro.)


Unten angekommen suchten wir nach einem Ausgang, der uns möglichst nahe an den Souvenirshop bringen würde, wo wir ja noch etwas abzuholen hatten. Leider mussten wir aber nach Verlassen des Turmgeländes fast halb um den Turm herumgehen. Und eben dort hatten sich in der Zwischenzeit wahre Horden von Souvenir-Händlern eingefunden, welche glitzernde und blinkende Mini-Türme feilboten. Schon ab 1 Euro! Wollten wir denn kein Souvenir?
Nö.

Ich hatte ja viel mehr Interesse an den diversen mobilen Imbissständen, an denen wohlduftende Speisen auf die Hand angeboten wurden, aber meine Familie war inzwischen zu müde, um noch hungrig zu sein. Sie wollten einfach nur noch zurück ins Hotel.

Also schnell zum Souvenirshop, unsere Andenken eingesammelt. Glücklicherweise fuhr genau dort ein Bus, welcher bis zum Bahnhof Saint Lazare, dem zweitgrössten Bahnhof von Paris, fahren sollte. Von dort konnten wir dann direkt mit der Metrolinie 13 wieder zum Hotel fahren.
Am Beginn der Busfahrt war es inzwischen 22 Uhr geworden, die nächste Lichtershow des Turms stand an. Und tatsächlich konnten wir für gut 20 Sekunden durch eine Nebenstrasse das Spektakel beobachten. Also doch noch irgendwie alles gut gegangen.
(Vom illuminierten Turm aus den
bekannten Gründen keine Bilder.)Im Hotel kamen wir dann kurz vor 23 Uhr an. Ich hatte ja eigentlich noch die zweite Brasserie in der unmittelbaren Umgebung des Hotels antesten wollen, aber der Rest der Familie trat spontan in den Streik (da muss der Vortag ein wenig abgefärbt haben), so dass unser Abendsnack («Essen» mag ich das nun wirklich nicht nennen) aus ein paar Chips und Schokoriegeln von der Hotelrezeption sowie einer Packung Kekse, die meine Frau noch von der Anreise im Rucksack hatte, bestand.

Okay, am nächsten Tag würden wir ja schon um 9 Uhr zur Fahrt in den «Parc Asterix» abgeholt werden, also fügte ich mich der Mehrheitsentscheidung.
Ach ja, falls es Euch interessiert: am Ende des Tages waren wir bei genau 14`671 Schritten angekommen. Meine Frau war voller Bewunderung, wie ich diesen Tag durchgestanden hatte, so völlig aus dem Training. Allerdings mache ich mir inzwischen ein wenig Sorgen ob der Fitness der Jungs...
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