RB im Detail: Meerbusen? Und dann noch bottnisch? Kennen wir nicht, da wollen wir hin... Ostsee-Revivalcruise 2019

  • Do 04.07.19 St. Petersburg / Russland Tag 2 Abfahrt 18:30

    Pünktlich um 10h holen Olga und Andrej uns wieder ab. Dieses Mal geht die Passkontrolle noch schneller, nur ein kurzer knapper Blick in den Reisepass und wir dürfen passieren. Das Wetter weiß noch nicht genau, wozu es sich entscheiden soll. Noch ist es aber zumindest trocken. Heute steht eine große Stadtrundfahrt mit vielen Fotostopps auf dem Programm.

    Wir halten zunächst auf der Wassili-Insel im Newa-Delta an den berühmten, im 19. Jahrhundert errichteten Rostra-Säulen, die leuchtend rostbraun angestrichen sind. Aus den Säulen ragen Schiffsbuge hervor. Die Sankt Petersburger nannten diese auch Schiffsschnäbel, russisch „rostra“. Die Steinfiguren im Sockel symbolisieren die vier wichtigsten Flüsse in Russland, Wolga, Newa, Volchow und Dnjepr. Das Gaslicht der Säulen diente früher als Orientierungshilfe für Schiffe auf der Newa.

    Heute kommen die Leuchten nur noch zu festlichen Anlässen zum Einsatz. Leider werden die Säulen auch gerade restauriert, so dass keine wirklich schönen Aufnahmen möglich sind.

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    Vorbei an der Peter und Paul Festung, die wir vier schon gut kennen, zieht es uns jetzt zur Blutskirche. Während wir uns langsam fotografierender Weise dem Eingang nähern, besorgt Olga ganz fix Eintrittskarten.

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    Von Peter dem Großen, dem Erbauer der Stadt, sogar noch verboten (er wollte keine allrussische Kirche) legte Alexander III in 1883 dennoch den Grundstein für den Bau einer Kirche nach dem Vorbild der Moskauer Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz vor dem Kreml, und zwar genau an der Stelle, an der sein Vater, Zar Alexander II, zwei Jahre zuvor einem Attentat zum Opfer fiel. Daher kommt auch der Name „Blutskirche“, in der übrigens nie Gottesdienste abgehalten wurden, sondern höchstens Konzerte stattfanden.

    In der sowjetischen Zeit diente sie als Lagerhaus für Kartoffeln und entging nur knapp einem Abriss, war aber jahrzehntelang geschlossen. Nach der Wende dauerte die Restauration bald 30 Jahre mit Wiedereröffnung als Museum in 1997. Auch aktuell finden noch weitere Restaurierungsarbeiten an den Zwiebeltürmen statt.

    Die Blutskirche, heute mit vergoldeten Türmen ein Wahrzeichen von St. Petersburg, bedeckt eine Fläche von etwa 7.000 qm und besticht im Inneren mit einer flächendeckenden Ausgestaltung im Ikonenstil. Mosaike wohin man schaut, kein weißes freies Fleckchen auszumachen weder an den Wänden noch an der Decke.

    Viele Gesteinsarten, darunter Marmor, sind verbaut worden. Die äußere Verzierung besteht vor allem aus Mosaiken. Man ist schon tief beeindruckt von der durchgehenden Farbenpracht, kann sich aber nur einen ersten Überblick verschaffen, denn allein ist man im Kirchengebäude leider so gar nicht. Es wird alles fotografiert, wobei die Asiaten natürlich wieder einmal Selfies bevorzugen.

    Auch wenn es nicht gerade heiß ist, der Himmel ist blau, die Wolkenformationen grandios, die Sonne scheint.

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    Jetzt ist der gigantische Palastplatz vor der Eremitage, dem ehemaligen Winterpalast der Zaren, mit der Alexandersäule unser Ziel. Die rote Granitsäule ist fast 50 Meter hoch und wiegt 700 Tonnen.

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    Olga erzählt anschaulich, wie man es im Jahr 1834 technisch geschafft hat, die Säule in die Senkrechte zu hieven, nämlich mit 2.000 Männern, Pferden und Flaschenzügen. Den Namen hat die Säule nach dem Zaren, der den Sieg über Napoleon errungen hat, erhalten.

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    Beeindruckend auch der doppelte Triumphbogen gegenüber der Eremitage. Eigentlich ist ja auch der Besuch der Eremitage Pflicht, aber für eines der größten Kunstmuseen der Welt sollte man sich schon einen ganzen Tag reservieren (den wir nicht mehr haben), um wenigstens einen Bruchteil der Kunstsammlung in den 350 (!!!) Ausstellungssälen anzusehen.

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    LG
    Siegrid

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Zurück am Auto – Andrej findet eigentlich immer eine günstige Parklücke - hat Olga noch einen prima Tipp parat, als wir sie um ein paar Rubel für einen mobilen WC-Wagen bitten.

    „Mobil WC kostet und ist schmutzig – Kempinski Hotel ist sauber und kostenlos“.

    Die Aufklärung: wenn ein Tourist das Kempinski betritt, dürfen die Angestellten den vermeintlichen Gast nicht ansprechen, können ihn also auch nicht so einfach des Hauses verweisen. Wir testen das gleich mal und können Olgas Aussage bestätigen.

    Um jetzt zu Mittag zu essen, müssen wir über den Newski Prospekt, die 4,5 km lange historische Prachtstraße von Petersburg etwas aus dem Stadtzentrum fahren,

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    denn russische Küche findet man eigentlich nur noch etwas außerhalb. Die Russen selbst bevorzugen – wenn sie denn überhaupt ausgehen – eher Exotisches.

    Apropos Prachtstraße. Vor zehn Jahren sind wir hier ebenfalls durchgefahren, haben die Residenzen, Cafés, Jugendstilbauten aber auch die St. Petersburger Damenwelt bewundert. Ob Teenager oder Seniorin, ohne Highheels verließ noch 2009 kaum ein weibliches Wesen sein Zu Hause.

    Und heute? Wir schauen auf die Füße und entdecken Sneakers, Turnschuhe oder flache Sandalen. Highheels Fehlanzeige. Auch Olga trägt Turnschuhe und bestätigt damit den sich durchsetzenden westlichen Trend.

    Was uns noch überrascht, auf Fragen, die sie nicht sofort beantworten kann, googelt Olga und nennt die Suchmaschine auf mit ihrem Namen. Das haben wir irgendwie nicht erwartet.

    Das kleine Restaurant, das wir dann betreten, ähnelt eher einer Bäckerei. Olga hat aber einen Tisch für uns sechs (Andrej isst mit) reserviert und auch schon Gerichte vorbestellt, so dass lange Wartezeiten entfallen.

    Neben Borschtsch wird auch eine leckere Sauerampfer Suppe serviert, danach gibt es typisch russische Pelmenis, größere Teigtaschen mit Fleischfüllung in Schmand mit Schnittlauch. Wir mögen das russische Nationalgericht, das seinen Ursprung in den Regionen des Urals, der Wolga und Sibiriens hat. Roland verdrückt sogar noch ein Hefegebäck mit Blaubeerfüllung.

    Wie bereits schon gestern, zahlt Olga zunächst für alle und rechnet später mit uns in Euro (Bargeld) ab.

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    LG
    Siegrid

  • Was fehlt uns noch zu unserem Glück?

    Eine Fahrt mit der berühmten U-Bahn, die zum Teil 50m unterhalb des Straßenniveaus verläuft.

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    Imposant: schon die Station von draußen

    Die Rolltreppen hier in Sankt Petersburg sind schnell, die in Budapest aber noch schneller. Mit einer Münze im Gegenwert von 0.60 € kann man kreuz und quer das U-Bahn Netz befahren solange man möchte, also auch noch zeitlich unbegrenzt.


    Die erste Linie wurde übrigens erst im November 1955 eröffnet.

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    Über 2 Millionen Sankt Petersburger nutzen das 120 km lange Streckennetz mit seinen 69 Stationen täglich. Wir schauen uns drei unterschiedliche Haltestellen an, die alle einem bestimmten Thema gewidmet sind.

    Die Stationen Awtowo und Narvskaja zählen zu den schönsten Metrostationen der Welt.


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    Vor allem die Kronleuchter bestechen in ihrer Eleganz. Die Glas – und Marmorsäulen sind wunderbar ziseliert. Man entdeckt viele Skulpturen, die von den Soldaten und Menschen der vergangenen Kriege erzählen. Auch Lenin ist mit dabei. Die einfahrenden Züge sind sowohl sehr modern als auch noch ein wenig historisch. Auffällig ist die extreme Sauberkeit überall.

    LG
    Siegrid

  • Andrej holt uns an einer vorher verabredeten Station wieder ab

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    Kleiner privater Markt in den Straßen

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    und weiter geht es jetzt zur Isaaks Kathedrale, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und mit knapp 102m Höhe das Stadtzentrum überragt.

    Sie zählt zu den schönsten Kuppelbauten der Welt, die riesige Goldkuppel hat beachtliche 26m Durchmesser. An die 12.000 Menschen haben im Kirchenschiff (unbestuhlt) Platz.

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    Die außen mit ihren Monolithsäulen aus karelischem Granit massiv wirkende Kirche, vollendet nach 40 jähriger Bauzeit in 1858, bezaubert auch im Innern. Zahlreiche Skulpturen und Gemäldemosaike machen die Kathedrale zu einem gigantischen Museum, in dem aktuell nur an hohen Feiertagen Gottesdienste abgehalten werden.

    Um auf die Kolonnade der Isaaks Kathedrale mit der Aussichtsplattform (kostenpflichtig) zu gelangen, muss man an die 256 Wendeltreppenstufen hinaufklettern, einen Aufzug gibt es nicht. Wir beraten uns kurz, verzichten dann aber darauf, Sankt Petersburg aus 43 m Höhe zu bewundern.

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    Bald darauf treffen wir Sergej, den Chef von Petersburg-hautnah. Er steigt zu uns ins Auto, um mit uns die zweitägige Tour abzurechnen. Alles korrekt aufgeführt und nochmals kurz besprochen. Wir zahlen pro Person und Tag 98 €, dazu addieren sich noch die Eintrittsgelder. Für Barzahler rundet Sergej auf den nächsten Zehner ab, per Kreditkarte sind bei unseren Mitfahrern dann Rubel fällig.

    Ein kurzer Shoppingstopp schließt sich an, denn unsere Mitfahrer möchten gerne russischen Vodka und Ansichtskarten kaufen.

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    Wir schauen uns auch um, erwerben aber nur einen schönen Magneten, den wir sogar in Euro bezahlen können. Wieder im Auto rechnen wir dann auch mit Olga ab. 35 € für zwei Tage.

    So langsam geht es wieder Richtung Artania. Aber einen letzten Stopp hat Olga dann doch noch für uns vorgesehen. Wir halten an der beeindruckenden orthodoxen Nikolaus-Marine-Kathedrale.

    Ihre reich verzierte Fassade ist in blau-weiß gehalten in Anlehnung an die Augenfarbe Elisabeths. Die goldenen Kuppeln des russischen Barockgebäudes sind weltweit bekannt, ist die Kirche doch in Hafennähe um 1762 errichtet und nach dem Heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Seeleute, benannt worden.

    Ungewöhnlich ist im Gesamtensemble noch ein schöner freistehender Glockenturm.

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    Wir würden ja noch allzu gerne ein paar Fotos machen, aber einige doch sehr rücksichtslose asiatische Touristen laufen immer wieder vor die Kamera bzw. versuchen ständig, von sich und der Kathedrale Selfies zu machen, wobei sie auf den Smartphone-Displays ebenso gut wie nichts erkennen und deshalb gefühlt 1.000 Versuche starten.

    Zurück am Schiff verabschieden wir uns ganz herzlich von Olga und Andrej. Da darf ein ordentliches Trinkgeld auch nicht fehlen. Unser Fazit zu den beiden Tagen: es hat sich mehr als gelohnt individuell unterwegs zu sein, teurer als die angebotenen Schiffsausflüge war es auch nicht.

    So sieht es am Terminal aus

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    und vom Schiff blickt man dann auch noch auf Wohnsilos

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    LG
    Siegrid

  • Pünktlich um 18.30h verlässt die Artania nach zwei vollen ereignisreichen Tagen wieder Sankt Petersburg.

    Für Gäste, die tagsüber an Bord geblieben sind, hat es heute übrigens u.a. mehrmals die (kostenlose) Möglichkeit gegeben, die Kommandobrücke zu besichtigen.

    Nach einem „russischen Zaren-Abendessen“, das Chefkoch Lars Schmidt und sein Küchenteam zubereitet hat, sind wir bald wieder auf der Kabine. Fotos habe ich keine gemacht, prima geschmeckt hat aber alles.

    Die Tagesnotizen wollen zu Papier gebracht werden, sonst vergisst man einfach zu viel. Schon morgen früh erwartet uns mit Helsinki ein weiteres Mal Finnland.

    Wenig später, ich liege fast schon im Bett, raffe ich mich doch noch einmal auf, denn der Lautsprecherdurchsage entnehme ich, dass wir in wenigen Minuten die Festung Kronstadt passieren werden.

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    Roland geht sogar noch einmal an Deck für schöne Aufnahmen und wird später – gegen 22.30h – auch noch mit einem furiosen Sonnenuntergang belohnt.

    LG
    Siegrid

  • Liebe Siegrid, uschisiggi

    sehr schöne Fotos hast du von St. Petersburg gemacht. Wenn wir noch einmal die Ostseetour machen sollten, werde ich auch die Tagesausflüge in Petersburg über diese Agentur buchen. Super, was Olga euch alles gezeigt hat.

    LG Wiltraud

  • Liebe Siegrid, uschisiggi

    sehr schöne Fotos hast du von St. Petersburg gemacht. Wenn wir noch einmal die Ostseetour machen sollten, werde ich auch die Tagesausflüge in Petersburg über diese Agentur buchen. Super, was Olga euch alles gezeigt hat.

    LG Wiltraud

    Es war einfach nur genial, super entspannt, nie Zeitdruck und trotzdem umfassend. Wir hätten das Programm jederzeit noch voller packen können!

    Petersburg-hautnah aber sicherlich auch andere Agenturen sind ihren Preis wert. Da machst Du mit der Buchung ( wir haben etwa 6 Monate vorher Kontakt aufgenommen) nichts verkehrt liebe Wiltraud willimaus

    LG
    Siegrid

  • uschisiggi liebe Siegrid, das waren ja super schöne Fotos von St. Petersburg. Vielen Dank.

    Gabi46 hatte mir auch schon den Tipp mit dem Guide für nächstes Jahr gegeben. Ich glaube, da machen wir nichts verkehrt mit. Wir sind ja nur einen Tag in St. Petersburg.

    LG

    Bina

  • Hattest Du eigentlich schon erwähnt, mit welchem Schiff ihr unterwegs seid?

    Wir fahren mit der MSC Meraviglia im Juni 2020 und liegen von 7-21 Uhr in St. Petersburg Siegrid

  • Das sind ja gute Liege Zeiten bina.63 . Freunde von uns sind mit dem gleichen Schiff auf der Ostseekreuzfahrt im September 2019 unterwegs. Auch sie haben Petersburg hautnah gebucht. Gerne kann ich zu gegebener Zeit kurz berichten.

    LG
    Siegrid

  • uschisiggi

    Traumhafte Bilder zeigst Du uns und ein fantastisches Programm hattet Ihr in St.Petersburg. :love:

    Wir waren auch vor genau 10 Jahren dort und unternahmen zwar schöne Ausflüge damals mit dem Schiff, aber wir sahen längst nicht so viel wie Ihr mit den großen Gruppen. Aber meine Tochter war dann ein paar Jahre später (nach meiner Recherche) schon mit Sergej unterwegs und war genauso begeistert wie Ihr.

    Peter und ich möchten auch noch einmal mehrere Tage gerne nach St.Petersburg (und noch so einiges mehr).

    Auch bei uns waren die großen asiatischen Gruppen - oder eher Menschenmassen- bei unserer Reise sehr schwierig, teilweise war es unmöglich Fotos ohne Menschen zu ergattern.

  • Asiaten, die gab es in Sankt Petersburg zu Hauf und auch für uns waren Aufnahmen ohne Menschen schwierig. Ich weiß jetzt nicht, ob ich es weiter oben schon erwähnt habe, aber vor der Erimitage und auch vor dem Katharinenpalast, gab es vorwiegend asiatische Menschenschlangen - soweit das Auge reichte. Ich entdeckte zwischendurch ein englischsprachiges Hinweisschild, das "ab hier mind. 4 Stunden bis zum Eingang" im Inhalt hatte, aber das hat niemanden davon abgehalten sich aus der Warteschlange zu entfernen.

    LG
    Siegrid

  • OT.

    Es scheint, dass wir uns als Kreuzfahrer auf eine Zukunft mit vielen fotografierenden "Asiaten" einrichten müssen.

    Aber das ist einfach logisch und zwangsläufig, denn auch die "Milliarden" wollen die Schönheiten unserer Welt erkunden.

    Servus und liebe Grüße aus dem Süden


    Helmut

    So a Urlaub auf See is fei scho schee !

    *MeinSchiff*

  • Fr 05.07.19 Helsinki / Finnland 08:00 14:00

    Früh am Morgen in Helsinki regnet es. Da frühstücken wir doch erst einmal im Vierjahreszeiten Restaurant und beschließen dann spontan, uns auf einen Spaziergang Richtung Innenstadt aufzumachen. Viel Zeit steht ja eh nicht zur Verfügung, und in Helsinki selbst sind wir bereits gewesen. Inzwischen ist es auch trocken und die Sonne kommt sogar zum Vorschein.

    Vor dem Schiff empfängt man ganz ordentliches freies Wlan, auf dem Schiff selbst leider nicht (mehr). Also erst einmal kurz online gehen. Mit 12 – 15 Grad ist es leider nicht gerade sommerlich warm, aber egal, wir laufen einfach los immer am Wasser entlang und genießen den Moment.

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    Schönes Wohnen hier!

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    Ich darf mal Probe fahren

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    Bereits um 14h verlassen wir schon wieder Finnlands Hauptstadt mit Ziel Klaipeda. Die Wetteraussichten sind gut. 18 Grad und Sonne.

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    Am Nachmittag lockt das Küchenteam mit feinen Kuchenspezialitäten aus Österreich, dem uns bereits bekannten „Wiener Kaffeehaus“.

    Eigentlich wollen wir nur ein paar Fotos schießen, aber dabei bleibt es dann doch nicht. Zu lecker und verlockend sehen die Angebote aus. Wiener Kaffeespezialitäten können kostenpflichtig zusätzlich zum normalen Kaffee geordert werden.

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    Und als wenn das nicht schon genug der Sünde wäre, ist für den Abend der zweite und letzte Galaabend angesetzt. Nach einer Verabschiedung mit einem „Auf Wiedersehen“ Cocktail durch Kapitän und Kreuzfahrtdirektor wird ein mehrgängiges Gala-Abendessen in allen Restaurants serviert.

    Hier ein Auszug aus der heutigen Speisekarte

    GEDECK

    Butter / grüne Oliven Tapenade / ofenfrische Brötchen

    UNSER KÜCHENCHEF EMPFIEHLT

    ·       Mild mariniertes Lachs Carpaccio Teriyaki Gewürzreduktion, Wasabi-Creme fraiche

    ·       Schaumige Krustentiersuppe mit Serrano-Keks

    ·       Passionsfrucht mit Champagner

    ·       Am Stück gebratenes Rinderfilet,Rosmarinsauce, Spargel mit Hollandaise, Kartoffel- Musseline

    ·       MS Artania Eisbombe mit Aquavit-Beerengrütze

    Es hat alles vorzüglich geschmeckt.

    Den Abend lassen wir dann in Harry’s Bar ausklingen. Leider ist es viel zu frisch, um draußen in der Phoenix Bar am Heck noch zu sitzen. Dorthin zieht es trotzdem noch den einen oder anderen Raucher, nachdem das Rauchen im Innenbereich auf den Phoenix Schiffen weiter eingeschränkt worden ist.

    LG
    Siegrid

  • Sa 06.07.19 Klaipeda / Litauen 13:00 20:00

    Nach einem entspannten Tag gestern, wird es heute wieder auf einen Schiffsausflug gehen, aber erst am frühen Nachmittag, denn die Ankunft im Hafen von Klaipeda ist erst für 13h geplant.

    So ganz langsam nähert sich die Kreuzfahrt auch schon wieder ihrem Ende, erste Anzeichen dafür sind Ausschiffungsinfos für Dienstag. Aber heute ist erst Samstag und da steht im Tagesprogramm, das um 11h der beliebte Artania Stadl Frühschoppen in der großen Kopernikus-Openair-Bar stattfindet. Mit dem besten Bier aller Zeiten, dem Freibier. Eigentlich sind wir da immer gerne dabei, aber heute – den längeren Ausflug im Kopf – verzichte ich schon einmal komplett. Roland schaut auf einen Leberkäse vorbei und berichtet von einem „vollen Haus“ und sehr viel Zuspruch.

    Fotos gibt es keine – einfach zu viele Menschen.

    Wir haben uns für folgende Tour entschieden:

    Nach einer etwa 10-minütigen Busfahrt erreichen Sie den Fährhafen. Es folgt die Fährüberfahrt auf dem Haff zur Kurischen Nehrung. Mit dem Bus geht es weiter und nach knapp einer Stunde erreichen Sie Nidden, die ehemalige deutsche Künstlerkolonie. Sie fahren zum Thomas-Mann-Kulturzentrum auf dem "Schwiegermutterberg" mit Gelegenheit zur Innenbesichtigung. Anschließend spazieren Sie vom Berg über Holztreppen zum Haff hinunter und unternehmen dann eine gemütliche Wanderung am Haff entlang zum ehemaligen Hermann-Blode-Hotel (heute Museum), Treffpunkt der damaligen deutschen Künstlerkolonie. Besichtigung des alten Kurischen Friedhofs mit hölzernen Grabtafeln, der auf einem Gemälde von Lovis Corinth verewigt wurde. Spaziergang durch das Dorf zum Bernsteinmuseum des litauischen Künstlers Mizgiris. Hier haben Sie Gelegenheit zu einer kleinen Kostprobe des Bernsteinschnaps. Nach einer weiteren Erkundung des Ortes zu Fuß geht es dann per Bus auf die Hohe Düne. Von hier genießen Sie das wunderschöne Panorama und den Blick über die Wanderdünen. Anschließend Rückfahrt zur Fähre und weiter nach Klaipeda. Nach einem kurzen Fotostopp am Simon-Dach-Brunnen mit dem Ännchen von Tharau kehren Sie zum Schiff zurück.

    Mit Phoenix Reiseleiter Moritz und örtlicher Reiseleiterin Regina geht's pünktlich um 13.20h los. Während der etwas längeren und leider auch etwas eintönigen Fahrt auf der Kurischen Nehrung – das Wetter zeigt sich bedeckt; das Wasser sieht man nur vereinzelt, weil die Straße nach Nida mittig auf der Nehrung verläuft mit Bewaldung auf beiden Seiten – erfahren wir von der netten Regina so einiges über Land und Leute.

    Ich höre konzentriert zu, denn nicht alle Details zur wechselhaften Lage des ehemaligen Memellandes sind mir bekannt, obwohl meine eigenen Wurzeln väterlicherseits daher stammen, und ich Klaipeda und die nähere Umgebung auch bereits mehrfach besucht habe.

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    In Nida angekommen, geht es dann allerdings fast im Galopp von einem Punkt zum anderen. Von „gemütlicher Wanderung“ am Haff kann irgendwie keine Rede sein. Wir versuchen, die Tour ein ganz klein wenig zu entschleunigen, aber das klappt nur wenige Augenblicke.

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    Wie schon vor 10 Jahren haben es mir die Kurenwimpel angetan. So einen hätte ich nur allzu gerne. Einige werden im kleinen Bernsteinmuseum angeboten, aber die Zeit ist zu knapp, die Auswahl nicht gerade groß, der Preis nicht ohne. 110 € möchte man haben für einen mittelgroßen Kurenwimpel. So schnell kann ich mich nicht entscheiden, auch Roland zögert, also lassen wir das Ganze.

    Auf der hohen Düne gibt es dann als kleinen Ersatz einen Kurenwimpel-Magneten. Immerhin!

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    Von allen angelaufenen Punkten beeindruckt mich der alte Friedhof mit seinen hölzernen Grabtafeln und deutschen Inschriften am meisten.

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    Der 6. Juli ist übrigens ein Nationalfeiertag in Litauen. Entsprechende Festivitäten entdeckt man im ganzen Land, aber besonders in Klaipeda (ehemals Memel) Stadt am Ännchen von Tharau Brunnen

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    und direkt am Hafen. Dort ist ein riesiges open air Spektakel am Abend geplant.

    Wir können leider nicht mehr dabei sein, denn die Artania verlässt pünktlich um 20h Klaipeda mit Ziel Gydnia / Polen.

    Und bevor wir heute Nacht schlafen gehen, dürfen wir ein letztes Mal an der Uhr drehen – eine Stunde zurück und damit wieder deutsche Zeit.

    LG
    Siegrid

  • So 07.07.19 Gdynia (Danzig) / Polen 07:00 18:30

    Ausgeschlafen haben wir nicht, aber immerhin wurde die Uhr ja wieder um eine Stunde zurückgestellt, so dass wir dann doch noch pünktlich zu unserem Transfer nach Danzig kommen. Uns reicht heute ein Kurztripp, denn erst kürzlich haben wir Danzig im Rahmen einer Landreise ausführlich besichtigt, nachdem wir erstmals 2009 hier waren.

    50 Minuten dauert die Fahrt nach Danzig „über die Dörfer“, später zurück klappt es auch in 30 Minuten.

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    Wir nutzen die Zeit von etwa 2 1/2 Stunden für einen Stadtbummel, immer auf der Suche nach einem etwas schönerem Bernsteingeschäft und werden schließlich in der Frauengasse, auf polnisch natürlich Mariacka, in einer kleinen, aber feinen Galerie fündig. Eine sehr nette junge Verkäuferin versteht ihr Geschäft. Wir hoffen, unsere Tochter freut sich.

    Diese Mariacka kennen wir schon von vorherigen Besuchen Danzigs. Die Straße beginnt an der Marienkirche und führt ostwärts zur Mottlau zum mittelalterlichen Frauentor. Sie ist in ihrer Gestaltung typisch für die einstige Straßenbebauung der Stadt. Schmale, aber reich verzierte Bürgerhäuser haben vor der eigentlichen Haustür immer erhöhte Terrassen gehabt, sogenannte Beischläge, die man oftmals über kunstgeschmückte Treppenerreichen konnte. 1945 komplett zerstört wurde die Frauengasse in den 1960er Jahren wiederaufgebaut. Heute findet man im Souterrain unter diesen Beischlägen aber auch im Hochparterre viele kleine Kunstgewerbeläden und Galerien. Verkauft wird hier Bernstein in jeglicher Ausprägung.

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    Zurück auf dem Schiff gibt es leckeren Pfannfisch und anschließend eine ausgiebige Mittagspause. Den Nachmittag und Abend verbringen wir lesend an Bord. Roland kontrolliert bereits seine Fotos.

    Einfach mal nichts Besonderes tun, das hat auch was.

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    LG
    Siegrid