Reisebericht Süd-Amerika und Antarktis Januar 2025 - Kreuzfahrt / HAL / Oosterdam 06.01. bis 28.01.2025

  • Liebe Anke Mara88 !

    Jetzt bin ich euch noch schnell hinterhergereist und bin ganz beeindruckt von deinen faszinierenden Fotos :love: und deinem tollen Bericht :thumbup:. Wir durften letztes Jahr auf unserer Kreuzfahrt mit der Amadea auch schon einige eurer Reiseziele live erleben und waren ganz begeistert :love:. Deshalb bin ich gespannt auf eure Erlebnisse und natürlich auf die uns unbekannte Antarktis.

    LG Silke

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • 04.01.2025 Santiago de Chile - Teil 1

    Santiago de Chile

    Für die kommenden zwei Tage war Philipp unser Guide. Er ist Deutscher, der seit über 10 Jahren in Chile lebt. Er kennt sich hier ausgesprochen gut aus und ist sehr sympathisch. Seine angenehme Art „sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen“ hat mich sehr beeindruckt. Da kann ich wirklich noch einiges lernen …. ;) Für den Großraum Zentralchile mit den Städten Santiago de Chile, Valparaiso und San Antonio kann ich ihn absolut empfehlen. Wenn Ihr über die Begriffe „Philipp San Antonio Tours“ googelt, solltet Ihr seine Web-Seite finden, ansonsten gerne eine PN an mich schreiben.

    Für den heutigen Tag hatten wir bei ihm eine Stadtführung gebucht. Um 10:00 Uhr holte er uns an unserem Hotel ab und wir sind erst mal mit der „Metro Santiago“ in die Innenstadt gefahren.

    Unser erster Anlaufpunkt war der kleine Hausberg (70 Meter) von Santiago de Chile

    Cerro Santa Lucia

    Dies ist eine kleine, sehr hübsche Parkanlage. Im Nebengebäude befindet sich auch ein kleiner Kunsthandwerkermarkt. Hier kann man richtig schöne Produkte direkt von der indigenen Bevölkerung kaufen.

    Seitlich auf dem Hügel befindet sich das berühmte Gemälde von Fernando Daza Osario mit dem er die chilenische Nobelpreisträgerin in Literatur, Gabriela Mistral würdigt.

    Bevor wir nun diesen kleinen Park verlassen, ein paar Hintergrundinformationen.

    Auf diesem kleinen Hügel wurde im Jahre 1541 sozusagen der Grundstein für Santiago de Chile gelegt. In einer ziemlich blutigen Schlacht besiegten die Spanier hier die Ureinwohner in dieser Region. Am Anfang war die Stadt relativ unbedeutend, denn sie liegt im Tal zwischen der großen massiven Bergkette der Anden und zum Meer hin wird sie von einer kleineren Bergkette eingegrenzt. Sie war also relativ schwer zu erreichen – ohne die modernen Verkehrsmittel der heutigen Zeit. .

    Lange war Valparaiso, das direkt am Meer liegt, mit seinem wichtigen Hafen, die „Metropole“ in der Region. Erst durch den Bau einer Eisenbahnstrecke zwischen den beiden Städten veränderte sich die Situation. Jetzt konnten Waren, Lebensmittel und Anderes problemlos von Valparaiso ins Landesinnere gebracht werden. Die wohlhabenden Geschäftsleute errichteten in Santiago ihre neuen herrschaftlichen Häuser, bauten eine komplette Infrastruktur mit Rathaus, Kirchen, Banken, Börse usw. auf. Es war nun chic hier zu wohnen.

    Durch den Bau des Panama-Kanals erlebte Valparaiso einen weiteren herben wirtschaftlichen Einbruch, da ein Großteil des lukrativen Schiffstransfers wegbrach. Und wie scheinbar so oft in Chile, ziehen die Wohlhabenden dann lieber „einen Ort weiter“ und bauen neu.

    Wir setzten unseren Spaziergang fort und erreichten die Kirche San Francisco. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist eines der ältesten Gebäude hier. Ein Besuch im Inneren ist absolut lohnenswert. Die Decken haben eine beeindruckende Holzverkleidung, die wunderbar verziert ist. Die Wände sind aus weißen, groben Gestein und man spürt, dass hier „Schiffsbauer“ am Werk waren. Die Atmosphäre dieser Kirche kann man nicht mit unseren klassischen Kirchen vergleichen, sie hat etwas ganz Besonderes.

    Da Bilder von Innen hier im Forum nicht erlaubt sind, können wir nur einen kurzen Blick von außen auf das angeschlossene Kloster werfen.

    Weiter ging unser Spaziergang. Der Altstadt-Bereich ist von vielen Gebäuden aus dem 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt.

    Ein bisschen später erreichten wir den Präsidentenpalast, Palacio de La Moneda. Dies ist der Sitz des chilenischen Präsidenten. Er liegt direkt an der großen Prachtstraße Avenia Almeda. Hier gab es erst einmal eine kleine Geschichtsstunde, u.a. zu Salvador Allende und Augusto Pinochet.


    Wir sehen uns gleich am Platz „Plaza de Armas“ ...

  • 04.01.2025 Santiago de Chile - Teil 2

    Nicht weit weg vom Präsidentenpalast ist der bekannte Platz Plaza de Armas.

    Ein „Plaza de Armas“ ist eigentlich in jeder südamerikanischen Stadt zu finden. Es ist der Hauptplatz einer Stadt, meistens steht hier auch das Rathaus. Er wird auch als Waffenplatz oder Appellplatz bezeichnet.

    Hier steht die Kathedrale von Santiago de Chile, das Rathaus, die Hauptpost und das National-Museum. Dieser Platz lebt! Hier tummeln sich die Menschen, an diversen Ständen werden Souvenirs angeboten und fliegende Händler preisen ihre Waren an. Bilder ohne Menschen sind schier unmöglich. Und vorsichtig – Es ist auch ein Eldorado für Taschendiebe.

    Unten links in der Collage seht ihr das Denkmal der Ureinwohner, das „Monumento Al Pueblo Indigena“.

    Oben rechts in der Collage seht ihr das National Museum (Gebäude mit den roten Plakaten). Hier gibt es ein sehr schönes Cafe. Ein Besuch dort ist auch ohne Eintritt möglich. Hier haben wir eine kleine, sehr erholsame Pause eingelegt.

    Die in Zentral Chile ursprünglich beheimateten Palmen sind übrigens Honigpalmen. Sie unterscheiden sich durch ihren grauen Stamm von anderen Sorten und sind hier noch zu finden.

    Frisch gestärkt ging unsere Tour weiter. Natürlich durfte ein Besuch auf dem bekannten „Mercado Central“ den Markthallen von Santiago de Chile nicht fehlen.

    Ganz ehrlich? Uns hat der Markt nicht so wirklich angesprochen. Auch wenn seine gusseiserne Konstruktion schon beeindruckend ist.

    Cerro San Christobal

    Jetzt ging es mit „Uber“ quer durch die Stadt zum großen Hausberg von Santiago de Chile, dem Cerro San Christobal. Man kann ihn sowohl mit einer Seilbahn, einer Standseilbahn oder zu Fuß erklimmen. Ein Besuch hier oben ist absolut empfehlenswert.

    Auf der einen Seite ist es eines der Naherholungsgebiete der Stadt mit Wander- und Radwegen und diversen kleinen Lokalen. Zum anderen ist es ein religiöser Wallfahrtsort. Hier gibt es eine kleine Kapelle und ganz oben thront eine Marienstatue.

    Aber das wichtigste: Man hat einen absolut spektakulären Ausblick auf Santiago de Chile.:thumbup:

    Das hohe Gebäude auf dem Bild ist der Sky Costanera. Er ist 300 Meter hoch und ist wohl das höchste Gebäude Südamerikas.

    Nachdem wir hier oben alles erkundet hatten, haben wir uns ein schattiges Plätzchen gesucht und die obligatorischen Empanadas verzehrt.

    Durch unsere wirklich guten Gespräche mit Philipp haben wir nicht nur viel über die Stadt, sondern auch über Chile, Südamerika und das Leben im Allgemeinen gelernt. An einigen Stellen wurden wir sehr nachdenklich. Von hier oben hatten wir auf jeden Fall tiefe Einblicke gepaart mit weiten Ausblicken. ;)

    Nun ging es wieder mit der Standseilbahn nach unten und mit „Uber“ zurück zu unserem Hotel.


    Dies und Das – Sonnenschutz & Kopfbedeckung

    Ganz wichtig ist in Südamerika an Sonnencreme mit hohem UV Schutz zudenken. Die Sonnenstrahlen sind hier vergleichbar intensiv wie in Australien. Man merkt schon nach kurzer Zeit, wenn man keinen Schutz aufgetragen hat, wie schnell man rot wird. Wir wurden von allen Guides (auch ganz im Süden) immer wieder darauf hingewiesen: „Denkt an die Kopfbedeckung und Sonnencreme!“

    Für den Abend hatten wir in einem französischen Restaurant, dem „Le Flaubert“, einen Tisch reserviert. Es liegt in der gleichen Straße wie unser Hotel.

    Das Essen war ausgezeichnet und die Atmosphäre ausgesprochen angenehm.

    Und natürlich durfte ein Pisco Sour nicht fehlen. Pisco ist das National-Getränk der Chilenen und Ihr solltet es auf einer Reise hierher auf jeden Fall mal probieren.:)

    Jetzt hieß es aber erst mal wieder „Koffer packen“. Morgen geht unsere Reise mit Philipp weiter. Wir fahren in die Weinberge und an das Meer an der Pazifik-Küste.

    Bis morgen!

  • 05.01.2025 Transfer Tag – Weinberge & Küste - Teil 1

    Heute ging es von Santiago de Chile in die bekannten Weinberge vom Casablanca Tal und an die Pazifikküste. Unser Guide war weiterhin Philipp.

    Für den Transfer von Santiago de Chile zum Kreuzfahrthafen San Antonio bietet sich ein sogenannter „Transfer Ausflug“ an. Was man sich auf solch einer Tour ansieht, kann man individuell für sich entscheiden. Zum Beispiel: eines der bekannten Weingüter, Valparaiso, die mondänen Küstenorte, die oberhalb von Valparaiso liegen oder die sogenannte Küste der Poeten. Entscheidend ist hier sicherlich auch, was man alles sehen will und wie es zeitlich zu schaffen ist. Es gibt eine Vielzahl an Anbietern im Internet. Alternativ kann man auch direkt nach San Antonio fahren. (einfache Strecke 130 km, Fahrzeit ca. 1,5 Stunden)

    Letzteres wollten wir nicht. Vielmehr wollten wir diesen Tag nutzen, um das Umland von Santiago de Chile zu erkunden. Da Tagestouren mit einem privaten Guide und entsprechend großem Minivan etwas teurerer sind, habe ich über das bekannte amerikanische Kreuzfahrt Forum nach Mitreisenden gesucht. Daher hat unsere Tour heute auch auf Englisch stattgefunden.

    Um 10:00 wurden wir von Philipp und seinem Fahrer mit einem großen Minibus abgeholt und haben unsere 2 weiteren Mitfahrer – beides Single-Mitfahrer – an ihren Hotels in Santiago eingesammelt.

    Wieder versorgte uns Philipp mit vielen Informationen zu „Land und Leuten“. Nach gut einer Stunde Fahrt waren wir im Casablanca Tal angekommen.

    Und konnten diesen tollen Ausblick genießen.

    Weiter ging unsere Fahrt zu der bekannten Wallfahrtskirche Santurio de la Virgen de Lo Vasquez

    Jedes Jahr am 8. Dezember (Maria Empfängnis) wird hier ein großes Fest gefeiert zu dem Tausende von Menschen aus der Region Santiago und Valparaiso kommen. Selbst die Autobahn wird an diesem Tag für Autos gesperrt, damit die Pilger sie benutzen können.

    Chile ist bekannt für seine Weine. Es ist einer der größten Weinproduzenten der Welt. Zwischen Santiago de Chile und dem Pazifik liegen einige der besten Anbaugebiete. Daher war für uns klar, dass wir auf jeden Fall ein Weingut besichtigen wollen.

    Weingut „Vina Casas Del Bosqu“.

    Die meisten Weingüter sind sonntags geschlossen. Daher hatten wir vorab unsere Tickets für eine Führung inklusive Verkostung im Internet gekauft.

    Uns hat es auf dem Weingut sehr gut gefallen. Die Führung und die Weinverkostung wurden sehr professionell durchgeführt. Unsere Gruppe bestand aus ca. 12 bis 15 Personen.

    Zuerst erhielten wir eine Übersicht über das Weingut und seine angebauten Rebsorten, dann erfolgte eine Besichtigung der Produktionsanlagen und zum Abschluss erfolgte die Weinverkostung. :thumbup:

    Kleiner Tipp zum Ticket: Wir hatten die „Premium Wein Tour“ gebucht. Die normale Tour „Aroma Tour“ ist aber völlig ausreichend. In unserer Gruppe hatten die meisten dieses Paket gebucht und wir haben am Ende nur noch eine weitere Weinsorte probieren können. Den Aufpreis kann man sich sparen.

    Falls Ihr mal die Möglichkeit habt in Chile einen „Carmenere“ Wein zu probieren, dann tut es. Diese Rebsorte wurde im 19. Jahrhundert in Europa durch die Reblaus fast ausgerottet. Durch einen Zufall wurde in den 90iger Jahren entdeckt, dass diese Sorte in Chile überlebt hat. Es ist ein trockener Rotwein, der kalt getrunken wird und eher an einen Weißwein erinnert. Prost! ;)

    Gleich geht unsere Fahrt an die Pazifikküste weiter ….

  • 05.01.2025 Transfer Tag – Weinberge & Küste - Teil 2

    Pazifikküste oberhalb von San Antonio

    Unser erster Stopp an der Pazifikküste war der Ferienort Algarrobo mit seinem kleinen Naturschutzgebiet El Membrillo. Hier leben und brüten verschiedene Vogelarten.

    Weiter ging es entlang der Küste.


    In einem kleinen Ort haben wir sehr lecker zu Mittaggegessen und natürlich „Merluza“ probiert. Das ist ein weitverbreiteter Fisch in Chile. Echt Lecker !

    Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt gewesen die Pazifikküste zu verlassen und in unser sehr schönes Hotel in Casablanca, zurück in die Region der Weinberge, zu fahren. Aber Ihr wisst ja - Hinterher ist man immer schlauer bzw. und heute ging es auch nicht anders. ;)

    Da einer unserer Mitfahrer ein Zimmer im Hotel „Atlantico“ in San Antonio gebucht hatte, sind wir also den Küstenstreifen bis dorthin weitergefahren. Was wir auf dieser Strecke gesehen haben, hat uns einfach nur schockiert. Eine Ansammlung von verfallenen, abgewohnten Ferienorten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts absolut schicke Baderesidenzen waren. Sie werden heute aber immer noch als Ferienorte genutzt. Halt nicht mehr von High-Society.

    Als wir dann in San Antonio ankamen wurde es zwar ein wenig städtischer, aber definitiv nicht besser.

    Das San Antonio nicht schön ist, wusste ich vorher. Die Hotelauswahl ist sehr begrenzt und die Restaurantauswahl laut Tripad… mehr als überschaubar. Daher war für mich von Anfang an klar, hier werden wir nicht übernachten und ich hatte für uns ein Hotel im Umland reserviert.

    In San Antonio wohnen fast 100.000 Einwohner und hier ist einer der größten Containerhäfen Chiles. Das die Stadt aber so uneinladend und runtergekommen ist, hätte ich nicht gedacht.

    Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie erleichtert wir an diesem Nachmittag waren, dass wir hier nicht auch aussteigen mussten, um hier eine Nacht zu verbringen.

    Denn zum Glück ging unsere Tour weiter.

    Zurück in Casablanca

    Wir sind wieder zurück in die Weinbergregion gefahren. Hier hatten wir in dem Hotel „Casablanca BCW Boutique Hotel“ ein Zimmer reserviert. Und was soll ich sagen? Die Bilder im Internet waren schon toll, die Bewertungen sehr gut. Aber „in echt“ war es noch viel schöner. :love:

    Die Anlage mit ihren Blumenbeeten, kleinen Rasenflächen und dem Pool mit Liegen ist ausgesprochen schön und gepflegt. Das Essen am Abend war ausgezeichnet. Die Zimmer sehr sauber. Kurz um: Hier kann man sich wohlfühlen.

    Wir hatten mit unserer Mitfahrerin Nancy aus dem amerikanischen Forum einen ausgesprochen netten Abend.

    Hier im Hotel wird fast nur spanisch gesprochen und wir mussten uns daher ein bisschen mit Händen und Füßen verständigen. Was aber bei den ausgesprochen freundlichen Mitarbeitern des Hotels auch für beide Seiten ziemlich lustig war. :)

    Da das Hotel sozusagen im „Nichts“ des Casablanca Tals liegt, hatten wir den Taxi-Transfer am nächsten Tag auch über Philipp organisiert. Auch dieser Transfer hat wieder einwandfrei geklappt.

    Philipp stand uns auch am nächsten Tag per Handy und WhatsApp weiter zur Verfügung, falls irgendetwas wäre. Das hat uns viel Sicherheit und Ruhe gegeben.

    Daher kann ich eigentlich zum Abschluss unserer zwei tollen Tage mit ihm nur noch unsere Mitfahrerin Nancy zitieren: „ Oh, he is so nice and polite.“:thumbup:


    Morgen geht es weiter. Wir checken auf der Oosterdam ein. :love:

    Bis dann!

    Einmal editiert, zuletzt von Mara88 (16. Februar 2025 um 17:02)

  • Dies und Das: Persönliche Anmerkungen zu Chile

    Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich diesen Beitrag schreiben soll und wann ich ihn einstelle.

    Natürlich ist es schöner einen Reisebericht über Chile nur mit tollen Bildern und positiven Kommentaren zu gestalten.

    Aber ich finde, dass auch die nicht so angenehmen Dinge und Erfahrungen zu einem Bericht dazugehören.

    Das was wir in Zentral-Chile, aber auch später in den anderen chilenischen Häfen teilweise gesehen und erlebt haben, hat uns „einfach kalt“ erwischt. Wenn man die Reiseführer liest, wird immer wieder betont, wie sicher und unbekümmert man durch Chile reisen kann. Oft wird Chile als die sicherste Reiseregion Südamerikas gepriesen. Auch wirtschaftlich wird der Eindruck erweckt, es sei ein aufstrebendes Land – zwar noch als Schwellenland definiert – aber kurz davor als Industrieland eingestuft zu werden.

    Wir sind hier in Chile angekommen und haben - vermutlich – eine zu heile Welt erwartet. Nach unserem ersten Tag in Santiago de Chile waren wir bereits verunsichert und nachdenklich geworden. Während unserer Stadt-Tour sind wir mehrfach von Einheimischen auf der Straße angesprochen worden, unbedingt auf unsere Wertsachen aufzupassen. Das ist uns so und in dieser Häufigkeit noch nie auf einer Reise passiert. Auch unser Hotel in Casablanca war mit Videokameras, teils vergitterten Fenstern und in der Nacht mit scharfgeschalteter Alarmanlage inklusive einer Handy - Notfallnummer ausgestattet.

    Bei den Fahrten durch die Städte haben wir ziemlich abgewohnte, verkommene Ecken passiert. Die Häuser, die wir auf dem Weg vom Flughafen gesehen haben, waren keine Slums, sondern die Wohngebiete der unteren Mittelschicht. Wir haben nicht nur in Santiago viele Obdachlose gesehen. All das hätten wir eher Buenos Aires erwartet, aber nicht in Chile.

    Was uns aber geschockt hat, war die scheinbare Gleichgültigkeit mit der die Menschen hier ihre Häuser, ihre direkte Umgebung und ihre wunderschöne Natur behandeln. Wir haben es an vielen Stellen als dreckig, ungepflegt und vermüllt empfunden.

    Das Gefälle zwischen Arm und Reich ist uns hier besonders aufgefallen. Bei unseren Besuchen z.B. in Süd-Afrika oder den Kapverden wussten wir im Vorfeld, dass es soziale Brennpunkte gibt. Wenn man Asien bereist, weiß man, das ein Besuch einer Markthalle ein besonderes Erlebnis der etwas anderen Art sein kann. (Hygiene , Geruch, Sauberkeit). Aber in Chile?

    Erschüttert hat uns unsere Auto-Fahrt entlang der Küste. Vielleicht auch weil wir uns auf eine unberührte, natürliche Küstenlandschaft gefreut hatten. Ehemals noble Orte, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die „In-Badeorte“ der High Society waren, sind verfallen und runtergekommen. Hier wird scheinbar nicht der einzelne Ort erhalten, renoviert oder wieder neu aufgebaut. Sondern man zieht einfach weiter. Baut irgendwo etwas Neues auf. Die Hinterlassenschaften können dann von der nächsten Gesellschaftsschicht genutzt werden.

    Insgesamt hatten wir den Eindruck durch verschiedenste Gespräche mit unseren Tour Guides und Anderen, dass sich die Stimmung in Santiago und dem dazugehörige Großraum in den letzten Jahren zum Negativen verändert hat. Einige Guides sind sicherlich nicht ohne guten Grund von Santiago weggezogen und arbeiten jetzt in anderen Regionen. Daher kann ich aktuelle Berichte über Mittelchile gut nachvollziehen, wenn es jemanden dort nicht so gut gefallen hat. Ich glaube, dass es leider nicht nur am Wetter liegt, sondern das manches hier seinen früheren Charme verloren hat.

    Diese Fülle an negativen Beobachtungen und Erfahrungen war für uns heftig und unerwartet. Vor allem das beklommene Gefühl, das man beim Betrachten und Erleben in diesen Situationen hat, konnten wir nicht so einfach abstreifen. Es ist eben auch ein Teil unserer Reiseerinnerungen.

    Rate ich jetzt zu einem Besuch von Chile ab? Ein ganz klares Nein. Die Landschaft dieses Landes ist einzigartig. Wenn man mit dem Wissen, das es hier große soziale Probleme gibt, nicht alles perfekt läuft und man an seine Sicherheit denken muss, kann man hier ganz tolle, unvergessliche Dinge erleben. Aber aktuell kann ich auch ganz klar sagen, für uns ist im Moment – einmal - auch genug.

    Viele Grüße und wie bereits angekündigt: Bis morgen auf der Oosterdam!

    Anke

  • Mara88 Danke für Deine ehrlichen Worte! Ich finde es vollkommen in Ordnung, auch die nicht so schönen Seiten zu zeigen bzw. zu beschreiben. Es ist nunmal nicht alles Gold, was glänzt. In keinem Land dieser Erde. Überall gibt es nicht nur schöne, sondern auch schlimme "Ecken". Letztere sollten nicht unter den Tisch gekehrt werden, denn sie gehören dazu und auch diese werden zu Erinnerungen.

    Die Fotos von Euren sonstigen Ausflügen gefallen mir sehr gut und ich freue mich schon auf die Fortsetzung von der Oosterdam:)

    *MeinSchiff*Glück auf!

    Lebe! Jetzt! Das Leben ist zu kurz für irgendwann!

    RB Norwegens Fjorde mit Aida Perla 05.05. - 15.05.2023
    RB MSC Euribia vom 16.05. bis 23.05.2026 Nordland ab Kiel

  • 06.01.2025 San Antonio - Teil 1

    San Antonio – Einschiffung Oosterdam

    Heute war also der große Tag. Einschiffung auf der Oosterdam und damit der Beginn unserer große Südamerika Kreuzfahrt.:)

    Unser Tag startete mit einem entspannten Frühstück in unserem Hotel in Casablanca. Beim Check Out im Hotel trafen wir zwei Franzosen, die hier gerade angekommen waren. Sie strahlten übers ganze Gesicht. Sie waren gerade von der Oosterdam abgestiegen. Sie hatten die gleiche Reise gemacht wie wir. Nur andersherum. Von Buenos Aires nach San Antonio. Sie waren vollends begeistert von ihrer Kreuzfahrt und ihren Erlebnissen. Was soll ich sagen? Unsere Vorfreude stieg natürlich noch einmal … .

    Pünktlich um 11:30 wurden wir in unserem Hotel von unserem Fahrer abgeholt und er brachte uns zum „Cruise Port“ San Antonio, sprich zum Container Hafen. San Antonio war natürlich auch heute nicht schöner geworden. Daher „Einfach Augen zu und durch … fahren.“

    Unser Fahrer brachte uns bis aufs Hafengelände, direkt zur Check In Halle und parkte genau vor der Kofferannahme-Stelle. Perfekt. :thumbup:Hier waren viele hilfsbereite Mitarbeiter, die uns sofort die Koffer abnahmen. Weiter ging es zum Check In ins Terminal.

    Dies und Das HAL – Reisepass Südamerika

    Für diese Kreuzfahrt, und ich vermute, dass das für alle Kreuzfahrten rund um Südamerika gilt, muss beim Check In der Reisepass abgegeben werden. Die Reederei braucht diese, um die Einreiseverfahren in Chile und Argentinien schneller abwickeln zu können. Man bekommt seitens HAL einen Beleg dafür. Am Ende der Reise erhält man ihn dann zurück. Über das Tagesprogramm wird der Tag, Ort und Uhrzeit, wo man ihn dann abholen kann, mitgeteilt.

    Das man seinen Reisepass abgeben muss, wurde auch bereits vor der Reise in den Unterlagen von HAL angekündigt. Daher ist es sinnvoll, wenn man sich vor der Reise Zuhause schon eine Kopie von seinem Reisepass macht. Für die Landgänge wurde immer empfohlen, entweder diese Kopie bei sich zuführen oder ein anderes Ausweisdokument wie z.B. Personalweis, Führerschein bei sich zu haben.

    Das Ehepaar vor uns beim Check In schien diese Information nicht gelesen zu haben. Sie waren im ersten Moment partout nicht bereit ihre Pässe aus der Hand zu geben. Nach einer längeren Diskussion – ich hatte schon das Gefühl, sie drehen gleich um, und sagen, dann treten wir die Reise nicht an – hatten sie ein Einsehen und gaben ihre Pässe doch noch ab. Und dann konnten auch wir einchecken. Es war der übliche Ablauf mit Kreditkarte hinterlegen, Foto machen usw..

    Dies und Das HAL – Check In Zeitfenster

    Ähnlich wie man das von der Mein Schiff kennt, versucht auch HAL den ersten Massenansturm der neuen Kreuzfahrtgäste zu organisieren. Es gibt eine offizielle Start-Zeit für den ersten Check In. Für uns war das heute 12:00 Uhr und dann werden nach Decks im Stundentakt die Zeiten zugeordnet. Dies wird per Brief / Mail im Vorfeld mitgeteilt. Gäste mit besonderer Priorität – „Priority Boarding“, wie zum Beispiel Suiten Gäste, HAL Stammgäste mit hohem „HAL Mariner Grad“ (dazu mehr irgendwann in den nächsten Tagen) können zu jeder Zeit einchecken.

    Nach unserer Erfahrung funktioniert dieses Prozedere für die „normalen“ Gäste aber nicht wirklich. Zum einen weil HAL in der Praxis nicht wirklich streng diese Zeitfenster überprüft und zum anderen wollen halt alle doch immer gleich am Anfang aufs Schiff. Und wenn der Pulk erst mal da ist, kann er sich ja schwerlich wieder in Luft auflösen. Allerdings ist – so wie bei der Mein Schiff auch – in Häfen, wo sich die Anreise der Gäste zeitlich verteilt, z.B. durch Fluganreisen, lange Transferzeiten etc., ist es entspannter. Kennt Ihr ja von Euren eigenen Check In Erfahrungen z.B. Kanaren (entspannter) und im Gegensatz dazu Bremerhaven oder Kiel (Alptraum). Vancouver ist nach unserer Erfahrung die amerikanische Variante von Bremerhaven. Hier hat unser Check In fast 4 Stunden gedauert. =O

    Heute in San Antonio ging es nach dem Check erstmal mit einem Bus über das große Hafengelände zur Oosterdam.


    Da war sie endlich.

    Unser Zuhause für die nächsten 22 Tage.:love:

    Auf dem Schiff wurden wir sofort von mehreren Offizieren und Crew Mitgliedern herzlich begrüßt. Natürlich mit der obligatorische Frage, ob sie einem weiterhelfen können. Das ist vielleicht nicht nötig, vielleicht nervt es den ein oder anderen. Wir finden es immer nett. Es gibt uns schon am Anfang der Reise das Gefühl bei HAL „Willkommen zu sein.“

    Auf dem Pooldeck wurden wir mit diesem Bild begrüßt. :thumbup: Das war doch schon eine tolle Einstimmung, oder? Allerdings muss ich Euch auch verraten, dass sie am nächsten Tag mit weißer Farbe wieder überrollert wurde. Es war wohl der Gruß für die Weihnachts- und Sylvester Reise vor uns. Trotzdem cool. Und wir haben als Foto für unsere Erinnerungen.;)

    Gleich geht es weiter …

  • 06.01.2025 San Antonio - Teil 2

    Dies und Das – HAL Oosterdam - ein paar erste allgemeine Infos

    Im Laufe des Reiseberichtes wird es noch viele weitere Informationen zum Schiff und der Reederei geben. Meine Notizzettel sind voll, daher ist diese Information jetzt nicht vollständig, sondern ist als kleine „Vorstellungsrunde“ gedacht. ;)

    Die Oosterdam wurde im Jahr 2003 gebaut. Eine komplette Renovierung hat im Jahr 2018 stattgefunden. Es passen etwas über 1900 Gäste auf das Schiff (offizielle Web Seite: 1964). Auf unserer Reise waren 761 Crew Mitglieder an Bord. Es gibt ca. 1000 Kabinen, Großteils mit Balkon. Es gibt insgesamt 11 Decks. Sie ist 285 Meter lang, 32 Meter breit. Alle Schiffe von HAL fahren übrigens unter niederländischer Flagge und diesen besonderen holländischen Charme findet man immer wieder auf den Schiffen.

    Die Oosterdam ist also ein etwas älteres – aber sehr liebenswertes - Schiff. Sie ist ein „klassisches“ Kreuzfahrtschiff. Ich finde die Schiffe von HAL generell von außen immer sehr edel mit ihrem dunkelblau – weiß Anstrich. Halt so ein bisschen wie man sich eine Kreuzfahrt in früheren Jahren vorgestellt hat. ;)

    Mit ihrer Größe ist sie in der heutigen Zeit ein eher kleines Schiff. Wir mögen das. Nicht nur die Laufwege von A nach B sind viel kürzer. Es ist halt alles ein bisschen kleiner und übersichtlicher. Man wird nicht so erschlagen von einer Unmenge an verschiedenen Bars, Veranstaltungsorten und Restaurants.

    Besonders gut gefällt uns das Promenadendeck mit dem Holzboden.:love:

    Innen ist die Oosterdam eher „konservativ“ eingerichtet. Mit ein bisschen Glanz und Gold, mit ein bisschen „Plüsch“, an vielen Stellen mit frischen Blumen (:/ Braucht man das?). Aber an manchen Stellen findet man auch schon ein paar modernere Elemente. Allerdings muss man auch sagen, dass sie (aktuell) schon etwas in die Jahre gekommen ist. An einigen Stellen sieht man gewisse Verschleißerscheinungen, z.B. an manchen Möbelstücken, Wänden usw. Aber sie ist definitiv super sauber. Hier wird jeden Tag – gefühlt fast mehr als normal – geputzt, poliert und gewienert.

    Die Gäste verteilen sich sowohl drinnen als auch draußen sehr gut. Natürlich kann es zu Stoßzeiten wie Mittags am Buffet schon mal sehr voll werden. Das löst sich aber innerhalb der nächsten 30 Minuten bis 45 Minuten wieder auf.

    Auch hier auf der Oosterdam merkt man sofort, man ist bei der Holland America Line. Das finde ich sehr schön. Was ich damit meine, werdet Ihr hoffentlich im Laufe des Berichtes noch genauer kennenlernen oder kennt es bereits, weil Ihr schon mal mit HAL gefahren seit. ;)

    Hier ein kleiner Anfang: Jedes der Schiffe von HAL hat seine eigenen Holzbänke.

    Wir haben uns auf dem Schiff gleich sehr wohl gefühlt. Wir kannten bisher nur die etwas größeren Schwesterschiffe wie die Koningsdam, Nieuw Statendam und Eurodam. Ich kann mir sehr gut vorstellen auch noch mal mit dieser kleineren Schiffsklasse von HAL eine Reise zu machen.

    Noch eine dieser Besonderheiten, vielleicht auch Eigenarten, ist der Teppich in den Aufzügen. Teppiche mit Wochentag! Sie werden jeden Tag in allen Aufzügen (!) auf allen Schiffen von HAL getauscht.

    Genau, unser Einschiffungstag war ein Montag.;)


    Doch jetzt heißt es erstmal „Leinen los – Wir legen ab.“

    Bei HAL gibt es übrigens keinen Auslaufsong wie man es von der Mein Schiff oder AIDA kennt. Dafür wird hier immer viel und laut das Schiffshorn betätigt.

    Morgen, an unserem 1. Seetag, zeige ich Euch unsere Kabine und erzähle Euch was ein Dressy Day ist. ;)

    Bis dann!

  • Noch eine dieser Besonderheiten, vielleicht auch Eigenarten, ist der Teppich in den Aufzügen. Teppiche mit Wochentag! Sie werden jeden Tag in allen Aufzügen (!) auf allen Schiffen von HAL getauscht.

    Das ist uns damals auf der Zaandam auf der Insidepassage such aufgefallen. Die Teppiche waren damals rot.

    Lg. Monika


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  • Mara88 Der erste Eindruck des Schiffchens ist für mich erstmal positiv! Ich mag die Größe und alleine schon das Holzdeck gefällt mir :love:. Ich freue mich auf weitere Fotos!

    *MeinSchiff*Glück auf!

    Lebe! Jetzt! Das Leben ist zu kurz für irgendwann!

    RB Norwegens Fjorde mit Aida Perla 05.05. - 15.05.2023
    RB MSC Euribia vom 16.05. bis 23.05.2026 Nordland ab Kiel

  • 07.01.2025 Seetag 1 -Teil 1

    Seetag Nummer 1 – Einleben auf der Oosterdam

    Der heutige Tag begrüßte uns mit blauem Himmel und Sonnenschein.

    Was macht man am ersten Seetag? Man schlendert natürlich erst einmal über das Schiff. Versucht sich einen Überblick zu verschaffen. Wo ist Was? Wir haben viel Vertrautes vorgefunden, was wir bereits von HAL kennen. Manches vermisst, was wir von den großen Schwesterschiffen gewohnt waren. Und ganz ungewohnt, wir hatten für einen ersten Seetag richtig ein bisschen Stress.;) Vormittags ging es zum amerikanischen Forums-Treffen. Nachmittags standen schon erste Vortrags- und Informationsveranstaltungen an.

    Und dann war da ja auch noch unsere Kabine, wo wir das ein oder andere noch besser verstauen, sortieren und organisieren wollten. Ausgepackt und grob eingeräumt hatten wir natürlich gestern schon. Jetzt folgte das „Fine Tuning“. Bei einer 22 tägigen Kreuzfahrt hat man halt doch mehr Klamotten und vor allem mehr von den anderen Sachen wie Medikamente, Körperartikel, Bücher, etc. dabei.

    Dies und Das – Unsere Balkonkabine auf der Oosterdam

    Wir haben auf dieser Reise die Kabine 6129 bewohnt. Sie ist auf dem „Upper-Verandah Deck“ im hinteren Teil des Schiffes auf der Steuerbord Seite.

    Sie liegt sehr zentral: sehr nahe am Treppenhaus und zu den Aufzügen. Damit ist man relativ schnell oben auf Deck 9. Hier ist u.a. das Pooldeck und das Buffet Restaurant, das „Lido“. Und man ist auch relativ schnell unten auf dem Promenadendeck auf Deck 3. Hier befinden sich u.a. einige Bars, Restaurants und Shops. Allerdings hört man in der Kabine auch ab und zu die Geräusche aus dem Aufzug. Mit einem Ping-Ton wird im Aufzug das Erreichen einer bestimmten Etage mitgeteilt (plus Textansage). Also, für geräuschempfindliche Menschen vielleicht nicht die erste Wahl. Wir haben es fast gar nicht gehört und würden aufgrund der für uns so praktischen Lage diese Kabine immer wieder buchen.

    Obwohl die Kabine nun nicht wirklich modern wirkt, man könnte auch sagen etwas „hausbacken“ ist, haben wir uns hier ausgesprochen wohl gefühlt. Ich bin selber ein bisschen erstaunt darüber, da von unserer „Geschmacksrichtung“ wir ganz klar die „Mein Schiff“ Kabinen favorisieren.

    Die Kabine ist zweckmäßig ausgestattet mit allem was nötig ist. Es gibt – übrigens auf allen HAL Schiffen, die wir kennen – immer einen Kühlschrank auf der Kabine. :thumbup: Und um es vorweg zu nehmen: Es gibt keine Kaffeemaschinen in den Balkonkabinen. Ob es sie in den Suiten gibt, weiß ich nicht.

    Auf der Kabine waren europäische als auch amerikanische Steckdosen vorhanden sowie USB-A Anschlüsse. Am Bett nur Stecker für USB – Typ A. Die Steckdosenleiste ist am Schreibtisch / Spiegel. Wer viele Steckdosen parallel braucht, sollte also auch amerikanische Adapter dabei haben.

    Sehr gut fanden wir, dass auch hier die Koffer wieder unter das Bett zum Verstauen gepasst haben. Die Schrankflächen mit Ablagefächern und Bereiche zum Hängen waren für uns ausreichend da und sogar die Menge an Bügeln war o.k., aber die bekommt man ja auch immer noch nach.

    Die Balkontür ist eine Klapptür (normale Tür) und keine Schiebetür. Das ist auch auf den neueren Schiffen so. Da wir gerne nachts, wenn möglich, mit offener Tür schlafen, (Ihr wisst schon das Meeresrauschen …) ist das halt immer ein bisschen „doof“. Daher gehört ein kleines Holzklötzchen, das man zwischen Tür und Türrahmen stecken kann, zu unserer privaten HAL-Grundausstattung. ;)

    Das Badezimmer – habe leider kein Foto – hat einen 90-iger Jahre Charme in beige. Das Waschbecken ist erstaunlich groß und man kann es als solches auch wirklich benutzen. Der Ablageschrank mit Tür ist sehr geräumig. Das Ablagefach unter dem Waschbecken (offen) ist auch recht groß. Hier findet man auch den Fön und einen Kosmetikspiegel. Ebenfalls wird hier von der Kabinen-Crew schon eine Rolle Toilettenpapier und eine Box mit Kosmetikpapiertüchern auf Vorrat hinterlegt.

    Nun zum leidigen Thema Dusche / Badewanne. Also, statt Dusche ist hier noch die „gute, alte“ Badewanne vorzufinden und zwar auch mit Duschvorhang und auch noch – wer es will oder es braucht - mit noppen Gummimatte zum reinlegen in die Wanne. Letzteres wurde von mir sofort in die hinterste Ecke verband. Der Rest ist halt wie es ist.

    Kosmetikprodukte wie Duschgel, Shampoo, Conditioner sind als Spender im Bereich der Badewanne und auch am Waschbecken zu finden. Die zur Verfügung gestellt Marke kenne ich nicht.

    Die Bettdecke (Ihr erinnert Euch, es war Thema vor ein paar Tagen …) ist auch hier – wie eigentlich auf allen amerikanischen Schiffen – auch wieder eine große Decke. Aber dies kann man direkt am Anreisetag mit seiner Kabinen-Crew klären. Sie wird dann innerhalb kürzester Zeit in zwei Bettdecken getauscht.

    Wie bereits gesagt, die Oosterdam ist kein neues Schiff und man sieht halt auch in der Kabine und im Bad gewisse Gebrauchsspuren. Wir wussten das vorher und daher war das okay. Aber ich denke es wäre schon gut, wenn sie bald mal wieder eine Werft besuchen würde. ;)

    Geht gleich weiter ….

  • 07.01.2025 Seetag 1 -Teil 2

    Dies und Das – Kabinencrew

    Wir empfinden die Crew auf den HAL Schiffen als besonders nett und zuvorkommend. Besonders fällt uns das immer bei der Kabinencrew auf. Sie versuchen echt alles, um es einem so angenehm wie möglich zu machen. :thumbup:

    Es sind immer zwei Mitarbeiter, die für einen Kabinenabschnitt zuständig sind. Sie stellen sich immer am ersten – dem Einschiffungstag – vor. Man wird nach speziellen Vorlieben / Wünschen gefragt, wie z.B. ob man jeden Tag frische Eiswürfel auf der Kabine haben möchte und ganz wichtig, man wird dann auch nach seinem Vornamen gefragt. Ab dem nächsten Tag wird man dann immer mit Namen begrüßt. Natürlich auch manchmal über den Gang hinweg. Ich finde das immer toll und freue mich über das „Hello Anke, How are you.“ – und ich bin jedes Mal fasziniert, dass sie die ganzen Namen der neuen Gäste – sozusagen – in einer Nacht auswendig lernen. ;)

    Nur am Rande: Nach einer Reise mit HAL bekommt man einen Fragebogen zugeschickt. Hier wird auch die Beurteilung der Crew abgefragt. Wenn man will, kann man hier einzelne Mitarbeiter speziell erwähnen. Für die Kabinencrew ist dies scheinbar besonders wichtig. Wenn Ihr also mit Eurer Kabinencrew zufrieden wart, gebt ruhig die 10 Punkte. 9 Punkte gelten wohl schon als schlechte Bewertung. Ich habe manchmal das Gefühl, das ist fast wichtiger als Trinkgeld. Daher mache ich mir immer direkt ein Foto von der Visitenkarte des Kabinen-Teams mit ihren Namen.

    Ich glaube wir brauchen an dieser Stelle nicht wirklich über Sinn und Unsinn von solchen Bewertungstools diskutieren.

    Kapitänsempfang

    So nun geht es aber erst mal weiter mit unserem 1. Seetag. Heute war natürlich erst mal der obligatorische Kapitänsempfang. Er findet im Theater, dem „World Stage“, statt. Am Eingang erhält jeder Gast, wenn er mag, ein Glas Sekt.

    Neben der Begrüßung der Gäste stellt der Kapitän hier seine Offiziers-Mannschaft vor. Unser Kapitän Kevin Beirnaert hat das dieses Mal mit einer sehr trockenen, humorvollen Art kurz und knapp getan. Mir hat seine Art sehr gut gefallen. Aber noch viel mehr hat mich sein Können als Navigator und Lenker eines Kreuzfahrtschiffes beindruckt. Aber dazu mehr in den nächsten Tagen.

    Nach diesem kurzweiligen Event ging es für uns zum Abendessen in den Dining Room. Natürlich gab es heute Abend zur Begrüßung der Gäste ein Gala Dinner. Aber bevor wir Platz nehmen können, stellt sich ja noch die Kleiderfrage. ;)

    Zur Info am Rande: An den Dressy Abenden gibt es auch immer ein sogenanntes Gala Dinner.

    Dies und Das – Dressy Day / Kleiderordnung

    Da das Thema „wie kleidet man sich bei HAL“ hier im Forum schon ein paarmal Thema war, greife ich es hier noch mal auf und hoffe, dass ich damit ein wenig weiter helfen kann.

    Bezüglich einer „vermeintlichen Kleiderordnung“ braucht Ihr Euch wirklich keine Gedanken machen – und vor allem nicht von einer Buchung einer Reise mit HAL abschrecken lassen.

    Aus meiner Sicht gibt es keine feste, einengende Kleiderordnung bei HAL. Es gelten die gleichen „Regeln“ wie z.B. auf der Mein Schiff, dass man am Abend nicht mit kurzer Hose ins „Atlantik“ geht. Hier ist es der „Main Dining Room“. Man soll das Buffet- Restaurant „Lido“, vergleichbar zum Ankelsmann auf der Mein Schiff, nicht nur in Badehose oder Bikini betreten und so weiter….

    Insgesamt ist die Atmosphäre auf dem Schiff entspannt und vollkommen leger. Gerade an Seetagen ist es mir bei dem ein oder anderen Anblick von Mitreisenden fast zu leger. Muss man mit Schlabber Joggings Hose und ausgelatschten Birkenstock wirklich in der Öffentlichkeit rumlaufen? Aber egal. ;) Ich will damit nur sagen, hier ist es locker und zwanglos.

    Früher gab es bei HAL sogenannte „Formal Nights“. Wir haben sie 2016 auf unserer Reise mit der Eurodam noch kennengelernt. Da wurde seitens HAL tatsächlich noch für den Abend um gehobene Abendgarderobe gebeten. Ich hatte mir extra dafür zwei schicke neue Cocktail-Kleider zugelegt und mein Mann hat einen dunklen Anzug mit Krawatte getragen. Diese Formal Nights wurden aber kurze Zeit später seitens HAL abgeschafft, da sich immer weniger an die Vorgaben gehalten haben und es von vielen Gästen auch nicht mehr gewünscht wurde.

    Seitdem gibt es die „Dressy Days“. Das sind die Tage wo Frau / Mann sich in Schale werfen kann, wenn sie / er will. Man muss es aber nicht. Ich trage an diesen Abenden häufig einen kurzen Rock mit Rollkragenpullover mit einem schicken Tuch / Stola und /oder Kette. Alternativ mal ein etwas schickeres Sommerkleid. Mein Mann Lederschuhe mit einer dunklen Jeans und weißem oder schwarzem Hemd, dazu einen schicken Pullover / Jacke. Also, wenn man sich an diesen Abenden so kleidet, wie man sich für einen Besuch auf der Mein Schiff in den Bezahlrestaurants kleidet, ist man aus meiner Sicht durchaus richtig angezogen.

    Aber natürlich kann man sich am Dressy Day auch mächtig in Schale werfen. So viele Gelegenheiten gibt es ja dazu im normalen Alltag nicht mehr.

    Auf unserer aktuellen Reise waren diesmal erstaunlich viele Gäste – vielleicht 30 Prozent - , die sich zum Dressy Day tatsächlich richtig aufgehübscht hatten. Männer im Anzug mit Krawatte, Frauen im schicken Kleid mit ein bisschen Silber- oder Gold-Glanz.

    Während unserer 22 tägigen Reise hatten wir 4 sogenannte Dressy Days. Wie viele es pro Reise gibt, hängt von der Länge ab. Die anderen, also normalen Tage, werden im HAL „Slang“ als Casual Days bezeichnet.

    Zu weiteren Thema wie Essen, Restaurants, Getränke und Getränke Pakete, Bordsprache, Gästestruktur und ähnliches folgen in den nächsten Tagen noch weitere Informationen / Beiträge.

    Mit einem letzten Blick auf das Meer verabschiede ich mich für heute.

    Morgen ist unser erster Landgang. Wir sehen uns in Puerto Montt. Und dann gibt es ganz viel Landschaft und endlich mal wieder ganz viele Bilder. ;)

    Bis morgen!