RB: Auf Rhone und Saone mit der MS Bijou du Rhone (12.08. - 19.08.2020)

  • Hallo zusammen,

    seit gestern Abend sind wir zurück von unserer traumhaften Reise auf Rhone und Saone. In den nächsten Tagen werde ich meine Notizen und die Fotos sichten und dann geht es los mit dem Reisebericht.

    Vorweg schon einmal einige Anmerkungen zum Hygienekonzept von Nicko Cruises. Nach den Erfahrungen von Dagl67 und @Isuledda99 auf der Donau hatten wir da ja so unsere Befürchtungen, die glücklicherweise schnell zerstreut wurden. Bei der Ankunft in Lyon wurde tatsächlich ein Schnelltest auf Antikörper durchgeführt (unser Arzt war also nicht krank). Ferner wurde jeden Morgen beim Betreten des Restaurants die Temperatur gemessen. Die Anordnung der Tische im Restaurant und die Verteilung der Passagiere war genauso wie wir uns das vorgestellt hatten. Es saßen maximal 4 Personen an einem Tisch, aber auch nur, wenn die zusammen reisten. Wir saßen an einem Zweiertisch mit genügend Abstand nach allen Seiten. An einigen Sechsertischen saßen nur 2 Gäste.

    Beim Frühstück wurden wir von einem Kellner begleitet, der unsere Teller nach unseren Wünschen befüllte. Mittag- und Abendessen wurden am Platz serviert.

    In der Lounge war Abstand überhaupt kein Problem. An den meisten Abenden befanden sich nie mehr als 10 Passagiere dort. Einige waren auch an Deck; fragt mich bitte nicht, wo der große Rest war??

    Alle Besatzungsmitglieder trugen Mund-, Nasenschutz und Handschuhe.

    Es kann also auch bei Nicko mit dem Hygienekonzept funktionieren. Aber, und jetzt kommt der "Pferdefuß", es waren bei dieser Reise auch nur 75 Gäste und damit exakt die Hälfte der Maximalbelegung an Bord. Eine Woche zuvor sollen es 142 Gäste gewesen sein; dort wurde dann lt. Kreuzfahrtleitung in 2 Schichten von jeweils einer Stunde gegessen. Das stelle ich mir ganz schön stressig vor.

    Die einzigen, die die Hygienevorschriften nicht immer beachteten, waren einige Passagiere. Dazu mehr im Reisebericht. Bis dann.

    LG

    Peter

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Hallo zusammen!

    Es geht mit dem Bericht los.


    Nachdem wir den Rhein mit Nebenflüssen und die Donau schon ausgiebig erkundet haben, standen in Europa noch zwei Flüsse auf unserer Agenda: Rhone in Frankreich und Douro in Portugal. Da kam Mitte Februar ein attraktives Angebot von Nicko Cruises für eine Kreuzfahrt auf Rhone und Saone gerade richtig. Nach kurzer Beratung buchten wir eine Kabine auf dem Mitteldeck und dazu den Bustransfer für Hin-und Rückreise mit Haustürabholung. Flüge nach Lyon wurden ebenfalls angeboten; weil uns aber schon zwei Langstreckenflüge nach San Francisco und von Miami zurück bevor standen und die bessere Hälfte nicht so gerne fliegt, entschieden wir uns für den Bustransfer. Da konnten wir noch nicht ahnen, dass der Rückflug ab Miami wegen Corona ausfallen würde. Aber das ist eine andere Geschichte, über die ich schon berichtet habe.

    Nach unserer Rückkehr von der Amadea war es lange nicht klar, ob die Rhone-Tour überhaupt stattfinden würde. Als dann die Flusskreuzfahrten wieder starteten und uns Nicko auf Nachfrage erklärte, dass auch unserer Reise nichts im Wege stünde, buchten wir noch das Ausflugspaket und einen zusätzlichen Ausflug in die Ardeche-Schlucht nach.


    Anreise und Einschiffung (12.08.), sonnig, 30 Grad

    Am 10.08. erfuhren wir auf telefonische Nachfrage die Abholzeit am Mittwoch: 04.10 Uhr! Die Nacht war entsprechend kurz. Überpünktlich stand ein Minibus vor unserer Haustür, der uns in etwa zwanzig Minuten in den Nachbarort auf einen abgelegenen Parkplatz brachte, wo bereits ein Reisebus auf uns wartete. Zeitgleich mit uns traf ein weiterer Zubringer mit vier Gästen aus dem Münsterland ein. Mit uns sechs Figuren ging es nun los; zunächst auf die Sauerlandlinie Richtung Frankfurt. Vor dem Einsteigen desinfizierten wir uns die Hände; die vorgesehenen Sitzplätze waren mit Namenszetteln markiert, während der Fahrt sollte die Mund-Nasenbedeckung aufbehalten werden.

    In der Nähe von Gießen machten wir den ersten Stopp; dort stiegen weitere 17 Gäste zu, die mit einem Bus aus Richtung Berlin kamen und teilweise schon seit Mitternacht unterwegs waren. Zwei weitere Passagiere nahmen wir in Hirschberg auf; dann fuhren wir weiter bis nach Bad Krotzingen in der Nähe von Freiburg, wo wir gegen 12.15 Uhr ankamen. Dort war Mittagspause angesagt; in einem Restaurant nahmen wir ein inkludiertes Essen ein. Ein Getränk war ebenfalls frei.

    Inzwischen war ein Bus mit den Reisenden aus Lyon eingetroffen, deren Reise heute zu Ende gegangen war. Die Koffer wurden umgeladen und wir stiegen nach dem Mittagessen in diesen Bus um. Unterwegs legten wir zwei halbstündige Pausen ein. Gegen 19.00 Uhr hatten wir Lyon und die Bijou du Rhone erreicht. Auch im zweiten Bus galt Maskenpflicht; bereits hier hielten sich einige Passagiere nicht daran. In beiden Bussen konnte die Bordtoilette wegen der Corona-Auflagen nicht benutzt werden.

    Vor Betreten des Schiffes mussten wir den Gesundheitsfragebogen, den wir mit den Reiseunterlagen erhalten hatten, abgeben; außerdem erfolgte eine kontaktlose Temperaturmessung. Danach ging es auf das Sonnendeck zum Schnelltest auf Antikörper. Ein kleiner Pieks in den Finger, etwas Blut abgezapft und nach wenigen Minuten war das Ergebnis da. Alle Testungen waren negativ.

    Jetzt noch zur Rezeption zum Einchecken und dann auf die Kabine, wo unser Koffer bereits eingetroffen war. Zeit zum Auspacken hatten wir nicht; der Kreuzfahrtleiter hatte die Gäste aus dem Bus gebeten, wegen der fortgeschrittenen Zeit gleich nach dem Test zum Abendessen in das Restaurant zu gehen. Dieser Bitte kamen wir selbstverständlich nach.

    Nach dem Abendessen konnten wir uns endlich richtig frisch machen und den Koffer auspacken. Danach stießen wir in der Lounge mit kühlen Getränken auf eine hoffentlich schöne Kreuzfahrt an. Um 22.15 Uhr verließ die Bijou Lyon. Die Fahrt vorbei an der beleuchteten Altstadt verfolgten wir vom Außendeck aus. Bald darauf rief die Koje nach uns; die vorherige Nacht war kurz gewesen und die lange Busfahrt hatte uns auch geschlaucht.

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  • Chalon-sur-Saone (13.08., 11.00-20.15Uhr), 34 Grad, sonnig, später wolkiger

    Die erste Nacht an Bord haben wir erstaunlich gut geschlafen, so dass wir ausgeruht den Tag beginnen konnten. Mittlerweile waren wir auf der Saone unterwegs.

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    Zunächst war Frühstück angesagt. Vor dem Eingang zum Restaurant wurde wieder die Temperatur gemessen (das war jetzt jeden Morgen so). Am Buffet wartete ein Kellner, der uns mit zwei Tellern bewaffnet begleitete, die er nach unseren Wünschen befüllte. Sowohl er als auch wir trugen Masken, der Kellner zusätzlich noch Handschuhe.

    Um 09.00 Uhr erfolgten im Salon Informationen zum Bordleben und eine Sicherheitseinweisung durch die Kreuzfahrtleitung. Anschließen wurden die Ausflüge vorgestellt. Buchungen hierfür waren noch bis zum Mittag möglich. Auch wir buchten noch zwei weitere Ausflüge.

    Um 11.00 Uhr machte die Bijou in Chalon-sur-Saone fest. Chalon ist nach Dijon die zweitgrößte Stadt im Burgund, von der wir heute aber nicht viel sehen würden, weil uns unser Ausflug nach Beaune bringen würde. Los ging es mit zwei Bussen um 13.45 Uhr nach dem Mittagessen. Einer der Busse war übrigens derjenige, der uns nach Lyon gebracht hatte; er begleitete uns die ganze Reise.

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    Erster Stopp war an der Route des Grands Crus, auf deutsch etwa Route der edlen Weine. Diese Weinstraße durchquert den prestigeträchtigsten Teil des burgundischen Weinlandes.

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    Weiter ging die Fahrt nach Beaune, einer Stadt mit etwa 20.000 Einwohnern und ihrem Highlight, dem Hotel-Dieu. Dieses 1443 gegründete und bis 1971 tätige Spital kurierte mit weltlicher und geistlicher Medizin. Im Mittelalter mussten reiche Patienten zahlen, die Armen wurden kostenlos behandelt. Nach seiner Schließung wurde das Hospital in ein Museum umgewandelt, das faszinierende Einblicke in die damalige Krankenpflege gibt. So lagen in dem großen Krankensaal der Armen die Patienten meist mit wildfremden Menschen zu zweit oder dritt in einem Bett. Die bunten Dachziegel im Innenhof zählen zu den begehrtesten Fotomotiven Burgunds.

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    Nach der Besichtigung dieses eindrucksvollen Bauwerks hatten wir noch etwas Freizeit, die wir zu einem Bummel durch die Altstadt nutzten.

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    Nach der Rückkehr auf die Bijou sollte diese eigentlich ablegen. Wegen eines Defektes bei der Warmwasserversorgung verzögerte sich dies jedoch. Erst hieß es, der angeforderte Techniker könne den Schaden erst morgen beheben, so dass heute und morgen früh kein warmes Wasser zur Verfügung stünde; später war er dann doch erfolgreich.

    Vor dem Abendessen stand der Willkommensempfang im Salon an. Bei einem Glas Sekt begrüßten der Hotelmanager und der Kreuzfahrtleiter die Gäste. Eigentlich ist es ja üblich, dass sich auch der Kapitän zu diesem Empfang blicken lässt und einige Worte an die Passagiere richtet. Er war jedoch nicht zu sehen. Der Kreuzfahrtleiter meinte, er hätte wegen des Warmwasserproblems jetzt andere Sorgen. Später konnte ich einem Gespräch zwischen zwei Besatzungsmitgliedern entnehmen, dass französische Kapitäne nichts von solchen Empfängen halten. Ob das so ist, weis ich natürlich nicht; jedenfalls war unser Kapitän Franzose.

    Beim Auslaufen kamen wir an einem bemerkenswerten Blumenarrangement vorbei.

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    Morgen gehts weiter.

  • Ob das wohl auch ab Hamburg buchbar gewesen wäre? Wieviel Platz gab es denn im Reisebus auf der Langstrecke ?

    Hallo Siegrid,

    lt. Nicko Prospekt gilt das Angebot der Haustürabholung bundesweit. Der erste Bus (bis Bad Krotzingen) war nicht voll. Hier gab es ausreichend Abstand, weil fast jede zweite Reihe frei blieb.

    Der Bus von Bad Krotzingen nach Lyon war aber fast voll besetzt. In beiden Bussen galt Maskenpflicht.

    LG

    Peter

  • Macon (14.08., 02.00-11.45 Uhr); Trevoux (16.30-18.45 Uhr), nach morgendlichem Regen trocken, 25 – 28 Grad

    Die 34.000 Einwohner zählende Stadt Macon an der Saone hätten wir lt. Tagesprogramm bereits um 23.30 Uhr des Vortages erreichen sollen. Wegen der Probleme bei der Warmwasserversorgung verzögerte sich die Ankunft. Wann wir nun genau dort anlegten kann ich nicht sagen, weil wir zu der Zeit wieder selig schlummerten.

    Heute standen gleich zwei Ausflüge auf dem Programm. Hat eigentlich jemand behauptet, eine Kreuzfahrt, sei es auf hoher See oder auf dem Fluss, diene der Erholung? Es ist der pure Stress, wenn man viel sehen will, sage ich euch.

    Nach dem Frühstück begannen gleich zwei Ausflüge, deren Teilnehmer aber in einem Bus fuhren, weil die Ziele nicht weit voneinander entfernt lagen. Das Wetter überraschte uns heute mit dicken Wolken und einigen Regenschauern. Ein solcher begleitete uns auch auf dem Weg zum Bus, so dass wir doch tatsächlich unseren Schirm auspacken mussten. Wir waren übrigens nicht alleine in Macon, ein weiteres Flussschiff, die Amadeus Provence, leistete uns Gesellschaft.

    Einen ersten Fotostopp legten wir am Fuß der Burg Berze ein. Ein Transparent wies auf ein mittelalterliches Fest hin. Ob das in diesen Zeiten auch stattgefunden hat?

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    Die Mehrzahl der Gäste stieg beim Kloster Cluny aus; die übrigen, so auch wir, fuhren weiter zum Chateau Cormatin. Es stammt aus dem 17. Jahrhundert und gehörte früher u.a. dem Direktor der Oper von Monte Carlo. In dieser Zeit wohnte z.B. der berühmte Tenor Enrico Caruso hier.

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    Das Chateau ist heute noch bewohnt; kann aber in einigen Bereichen auch besichtigt werden. Unser Reiseleiter Jean, von dem der Kreuzfahrtleiter behauptet hatte, er sähe aus, wie ein Mitglied der Band ZZ Top (wohl wegen seines Bartes), führte uns durch die der Öffentlichkeit zugänglichen Räume, wobei er uns mit vielen Informationen versorgte. Im Anschluss hatten wir noch Zeit, die schönen Außenanlagen zu erkunden. Dabei sahen wir, dass das Chateau auch ein Storchenpaar beherbergt.

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    Auf dem Rückweg zum Schiff hielten wir wieder in Cluny um die andere Gruppe aufzunehmen. Kaum an Bord legte die Bijou wieder ab.

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    Um 14.30 Uhr erreichten wir Belleville. Ein individueller Landgang war hier nicht möglich; der Stopp diente nur der Abwicklung des nächsten Ausfluges „Beaujolais mit Weinprobe“. Als alle Ausflugsteilnehmer von Bord waren, fuhr das Schiff weiter.

    Mit dem Bus fuhren wir zunächst in eine Nachbarstadt. Dort stieg unser Reiseleiter, der uns schon vom Vormittag bekannte Jean, zu. Dann ging es in das bekannte Weinbaugebiet Beaujolais. Eine reizvolle Landschaft, von der einige Gäste meinten, sie erinnere sie an die Toskana.

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    Erster Halt war im bezaubernden Örtchen Oingt. Auf der Internetseite von france-voyage wird Oingt als charmantes Mittelalterdorf beschrieben. Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen.

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    Anschließend fuhren wir weiter zu einem Weingut. Dort wurden wir vom Besitzer begrüßt, der uns einen kurzen Einblick in die Herstellung seiner Weine gab. Drei davon konnten wir dann verkosten. Dazu wurde Käse und Wurst gereicht. Bevor wir das Weingut verließen, wechselten zahlreiche Flaschen den Besitzer. Auch wir erwarben eine Flasche des dritten verkosteten Weines, der uns sehr gut geschmeckt hatte.

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    Die Bijou wartete in Trevoux auf uns. Dort war sie um 16.30 Uhr angekommen. Nachdem die Ausflugsteilnehmer wieder an Bord waren, legten wir ab und fuhren Richtung Lyon.

    Gegen 21.00 Uhr näherten wir uns Lyon. Wieder fuhren wir an der Altstadt vorbei, verabschiedeten uns von der Saone und setzten die Fahrt auf der Rhone fort.


    Fortsetzung folgt.

    NS. Gerade höre ich in den Nachrichten, dass die Provence wegen steigender Corona-Infektionen zum Risikogebiet erklärt wurde. Oh je, ob die weiteren Touren der Bijou jetzt noch stattfinden werden?

  • Viviers (15.08., 11.00-18.15 Uhr), sonnig, 35 Grad

    Die Gemeinde Viviers sollten wir lt. Tagesprogramm um 12.00 Uhr erreichen. Weil dann schon das Mittagessen serviert wurde, hatten wir uns am Morgen davon abgemeldet, weil wir noch etwas von dem Ort sehen wollten, bevor es zum Ausflug in die Ardeche-Schlucht ging.

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    Der Kapitän hatte offenbar Gas gegeben, denn wir machten bereits um 11.00 Uhr in Viviers fest. Wir gingen dann alsbald an Land. Unser Entschluss, auf das Mittagessen zu verzichten, erwies sich als goldrichtig. Viviers ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Nirgendwo in Frankreich sollen die mittelalterlichen Strukturen und Gebäude so gut erhalten sein wie hier. Die Stadt entging den mutwilligen Zerstörungen der Französischen Revolution und erscheint wie in einem Dornröschenschlaf.

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    Rechtzeitig zum Beginn des Ausflugs zur Ardeche um 13.30 Uhr waren wir wieder an Bord. Dieses Mal waren wieder zwei Busse unterwegs.

    Erster Halt war am Lavendelmuseum in Saint Remeze. Wir erfuhren bei einer kurzen Führung etwas über die verschiedenen Sorten und die Produktion des Lavendels. Wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit waren die Felder leider schon abgeerntet, so dass uns der Anblick der blühenden Lavendelfelder verwehrt blieb. Lavendelprodukte gab es im angrenzenden Shop natürlich auch zu kaufen.

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    Nun folgte der spektakuläre Teil des Ausflugs, die Ardeche-Schlucht. Bereits der erste Fotostopp weit oberhalb der Schlucht bot viele tolle Fotomotive.

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    Unten angekommen führte uns die heutige Reiseleiterin, eine Deutsche aus dem Saarland, in einem 10-minütigem Fußmarsch zur Pont d'Arc, einem 66 m hohen Natursteinbogen. Beliebt ist die Ardeche bei Kanufahrern, von denen heute auch viele unterwegs waren. Allerdings führte der Rhonezufluss zur Zeit wenig Wasser, so dass unsere Reiseleiterin schon orakelte, dass die Kanus bald getragen werden müssten.

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    Das letzte Foto führte bei den Lieben daheim schon zu Befürchtungen, wir wären mit lauter Trunkenbolden unterwegs.

    Zum Abschluss fuhren wir zu einem weiteren Aussichtspunkt bei einer der die Ardeche säumenden Grotten. Eine Besichtigung der Grotte wäre möglich gewesen; war aber im Ausflugspreis nicht enthalten.

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    Viviers und die Bijou du Rhone erreichten wir gegen 18.00 Uhr. Kurz danach legten wir ab und machten uns auf den Weg nach Avignon.


    Fortsetzung folgt

  • Avignon (16.08. 00.00-17.45 Uhr), sonnig mit Wolken, gewittrig, 32 Grad

    In Avignon, wo im 14. Jahrhundert Päpste und Gegenpäpste regierten, waren wir nicht allein; vier weitere Schiffe lagen hier ebenfalls; davon die Thurgau du Rhone neben uns. Die Passagiere dieses Schiffes gelangten also über die Bijou an Land.

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    Heute standen wieder zwei Ausflüge an. Der erste „Stadtrundgang Avignon“ begann nach dem Frühstück um 08.30 Uhr. Unsere Reiseleiterin, die aus Chemnitz stammte, holte uns am Schiff ab und führte uns zur rd. 4 km langen Stadtmauer.

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    Wegen steigender Corona-Zahlen galt in einigen Städten Frankreichs die Maskenpflicht ab heute auch innerhalb der Städte, so auch in Avignon. Unsere Gruppe hielt sich brav daran; die Einheimischen trugen aber nur vereinzelt Masken.

    Erstes Ziel war die Kirche Saint Agricol, in der die Reliquien des Schutzpatrons der Stadt aufbewahrt werden. Vorbei am Rathaus ging es zur Kirche St. Pierre, die ihr heutiges Aussehen nach den Umbauten 1485 und 1512 erhielt. Wir besichtigten sie auch von innen.

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    Auf dem Weg zum Papstpalast stießen wir noch auf Relikte der Römerzeit.

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    Den Papstpalast haben die beiden Päpste Benedikt XII. und Klemens VI. bauen lassen. Außer einigen Fresken, Kaminen, Decken und Mosaiken ist von der Inneneinrichtung seit der Französischen Revolution nichts mehr übrig. Eine Führung durch die Räume war allerdings bei unserem Ausflug auch nicht vorgesehen. So beschränkten wir uns auf die Außenbesichtigung.

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    Oberhalb des Palastes befindet sich die Kathedrale Notre Dame des Doms, Sitz des Erzbischofs von Avignon. Auf dem Westturm steht eine vergoldete Statue der Jungfrau Maria.

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    Noch einige Gehminuten bergauf liegt ein Park, von dem man einen tollen Blick auf die Pont St. Benezet, die berühmte Brücke von Avignon, hat. Seit dem 17. Jahrhundert ist sie nur noch ein Torso in der Rhone. Das französische Volkslied „Sur le pont d'Avignon“ kennt bestimmt jeder, möglicherweise in der Version von Mireille Mathieu.

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    Unser Rundgang durch Avignon war damit beendet. Während die Mehrzahl der Gäste mit der Reiseleiterin zurück zum Schiff ging, blieben wir in der Altstadt und bummelten noch etwas durch die Gassen. Ansichtskarten für die Lieben daheim kauften wir ebenfalls.

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    Nach dem Mittagessen folgte der zweite Ausflug zum Pont du Gard. Das dreistöckige, 49 m hohe und im oberen Teil 275 m lange Aquädukt über den Fluss Gardon rd. 20 km westlich von Avignon ist ein echter Hingucker. Die Römer haben die Brücke im 1. Jahrhundert als Teil einer knapp 50 km langen Wasserleitung konstruiert. Der Pont du Gard ist von der UNESCO als Welterbe eingestuft.

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    Nach einer ausgiebigen Besichtigung fuhren wir weiter nach Uzes. Die Kleinstadt liegt auf einem ca. 145 m hohen Kalksteinplateau. Unsere Reiseleiterin führte uns zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes, wie den Herzogspalast, die ehemalige Kathedrale und die Kirche Saint Etienne.

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    In der folgenden Freizeit machten wir einen kleinen Rundgang durchs Städtchen.

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    Nach unserer Rückkehr legte die Bijou auch bald ab. Der Kapitän steuerte zunächst die Brücke von Avignon an, damit wir noch Fotos von der Flussseite schießen konnten. Aus den Bordlautsprechern ertönte dabei das schon erwähnte Volkslied.

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    Dann wendete er und wir machten uns auf den Weg nach Arles. Etwas außerhalb von Avignon lagen drei Schiffe von Viking Cruises. Laut Kreuzfahrtleiter fahren sie normalerweise mit amerikanischen Gästen. Aus bekannten Gründen kommen die in diesem Jahr aber nicht, daher bleiben die Schiffe dort liegen, bis es, vielleicht im nächsten Jahr, wieder los geht.

    Gegen 20.50 Uhr hatten wir Arles schon fast erreicht, als die Bijou die Fahrt drosselte und neben der Excellenz du Rhone längsseits ging. Wir befürchteten schon, dass hier in einem Gewerbegebiet unser Liegeplatz wäre. Der Kreuzfahrtleiter beruhigte aber sofort die Gemüter; es wechselten nur zwei Fass Bier von uns auf das andere Schiff. Man hilft sich in Flussschiff-Kreisen offensichtlich bei Engpässen aus. Wenig später machten die Bijou in Arles nahe der Altstadt fest.

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    Fortsetzung folgt

  • uschisiggi ,

    das habe ich auch gerade gedacht, wir sind hier vor 30=O Jahr en gewesen.

    Es sieht immer noch so schön aus wie damals. DANKE Blu51 für die schönen Fotos.:love:

    LG Andrea

  • Arles (17.08., bis 12.15 Uhr), sonnig, 31 Grad

    Als wir am Morgen aus unserem Fenster schauten, hatten wir noch unbeschränkte Sicht auf Arles, die Rhone und eine sie überspannende Brücke. Kurze Zeit später schob sich ein weiteres Schiff, die Thurgau du Rhone an unsere Seite und wir befürchteten schon, dass sie uns die Sicht versperren würde, doch sie legte dann vor uns an.

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    Der heutige Stadtrundgang in Arles begann um 08.30 Uhr. Unsere Reiseleiterin führte uns zunächst zu den römischen Thermen, die unter Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert gebaut wurden. Nur ein kleiner Teil von ihnen ist freigelegt, aber dennoch ist dies die größte Anlage ihrer Art, die in der Provence noch existiert.

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    Nächstes Ziel war das Cafe de Nuit , das Vincent van Gogh auf einem seiner Bilder verewigt hat. Zwischen Februar 1888 und Mai 1889 hat der niederländische Maler mehr als 300 Werke in Arles geschaffen, allerdings ist kein einziges seiner Bilder in der Stadt geblieben. Dafür wurde der Garten des ehemaligen Krankenhauses, in dem der Maler behandelt wurde, nach seinen Zeichnungen wieder angelegt. Selbstverständlich legten wir dort auch einen Stopp ein.

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    Weiter ging es zum Place de la Republique, an dem sich das Rathaus und die Kathedrale Saint Trophime befinden. Die Kathedrale aus dem 11./12 Jahrhundert schauten wir uns auch von innen an.

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    Das antike Theater stand als nächstes auf dem Programm. Es war zu seiner Zeit eines der ersten Theater des Imperium Romanum, das ganz aus Stein bestand. Von der Ausstattung ist im Laufe der Zeit nicht viel übrig geblieben, weil sich die Bewohner des mittelalterlichen Arles an den Steinen bedienten, um daraus die Häuser ihrer Stadt zu bauen. Trotzdem finden im Sommer auch heute noch Aufführungen statt; knapp 20 Reihen der weiten Zuschauerränge sind erhalten geblieben.

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    Nicht weit von diesem Bauwerk befindet sich das Amphitheater Les Arenes. Es war eines der größten Amphitheater der Römerzeit und wurde vornehmlich für Gladiatorenkämpfe genutzt. Heute kann man hier Stierkämpfen beiwohnen und zwar überwiegend der unblutigen französischen Variante. Zweimal im Jahr finden aber auch spanische Stierkämpfe statt.

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    Damit war der Stadtrundgang beendet und wir marschierten zurück zum Schiff.

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    Eine halbe Stunde später, um 11.30 Uhr, startete auch schon der zweite Ausflug „Traditionelle Camargue mit Besuch einer Stierfarm und Mittagessen“. Auf diesen haben wir aber verzichtet. Etwas Erholung musste auch mal sein. Die Camargue ist dann beim nächsten Mal dran.

    Um 12.15 Uhr wurden die Leinen gelöst und die Bijou machte sich auf den Rückweg nach Lyon. Den Nachmittag verbrachten wir bei bestem Wetter auf dem Sonnendeck.

    Um 17.30 Uhr erreichten wir Chateauneuf du Pape. Ein individueller Landgang war hier nicht möglich; es sollten lediglich die Ausflugsteilnehmer wieder an Bord kommen. Die ließen aber auf sich warten; die Busse steckten im Stau fest. Weil sie erst gegen 19.00 Uhr eintrafen, wurden die weiteren Programmpunkte nach hinten verschoben. Ab 19.15 Uhr ließen wir uns das Glas Abschiedssekt im Salon schmecken. Bei dieser Gelegenheit stellte der Hotelmanager fast die komplette Crew vor, die mit viel Beifall bedacht wurde. Der Kapitän ließ sich auch heute nicht blicken.

    Das anschließende Gala-Abendessen endete natürlich mit der traditionellen Eisparade.


    Fortsetzung folgt

  • Lyon (18.08., ab 14.30 Uhr), teils bewölkt, 32 Grad

    Auf dieser Reise waren etwa ein Dutzend MitarbeiterInnen von Reisebüros an Bord, die von einem Nicko Cruises Repräsentanten betreut wurden. Dieser lud ab 09.45 Uhr zu einer Präsentation in den Salon ein. Die Veranstaltung stand nicht im Tagesprogramm; der Kreuzfahrtleiter wies aber in seiner morgendlichen Durchsage darauf hin. Was da präsentiert wurde, kann ich nicht sagen, weil wir es vorzogen, die Fahrt über die Rhone vom Außendeck aus zu verfolgen.

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    Im Laufe des Vormittags holten wir die für die Rückfahrt notwendigen Kofferbanderolen ab und übergaben die Ansichtskarten der Rezeption zum Versand.

    Nach dem Mittagessen erreichten wir wieder den Ausgangspunkt unserer Reise. Lyon ist mit rd. 450.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes. Die Anlegestelle war die gleiche wie vor einer Woche.

    Um 15.00 Uhr begann der letzte Ausflug. Dieses Mal handelte es sich um eine Stadtrundfahrt kombiniert mit einem kleinen Rundgang durch die Altstadt. Lyon ist für einen fußläufigen Rundgang einfach zu groß. Erstes Ziel war die Basilika Notre-Dame de Fourviere, in den Jahren zwischen 1872 bis 1884 auf dem gleichnamigen Hügel errichtet. Wir besichtigten sie selbstverständlich auch von innen. Bilder vom prachtvollen Inneren kann ich hier ja leider nicht zeigen. Neben der Basilika befindet sich der Turm einer alten Kapelle mit einer goldenen Marienstatue.

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    In der Nähe ragt ein dem Eiffelturm nachempfundener Stahlfachwerkturm in die Höhe.

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    Vom Plateau der Basilika aus hat man einen tollen Blick über Lyon.

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    Im Anschluss fuhren wir den Hügel wieder hinab und hielten für einen Fotostopp an einem Haus mit besonders schönen Wandmalereien. Überall in der Stadt findet man bemalte Hauswände. Auf den Bildern dieses Gebäudes sind berühmte Lyoner verewigt.

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    Letzter Halt war im Altstadtviertel St. Jean. Während unseres Rundganges zeigte unsere Reiseleiterin uns die Traboules, versteckte Gänge und Passagen, die es erlauben, lange Strecken abseits der Straßen zurück zu legen. Man spaziert dabei durch Hausflure, Innenhöfe und Treppenhäuser, die alle miteinander verbunden sind.

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    Während der folgenden Freizeit suchten wir u.a. die Kathedrale St. Jean auf; sie ist Sitz des Erzbischofs von Lyon und neben der Basilika die wichtigste Kirche in Lyon.

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    Auf der Rückfahrt zum Schiff kamen wir noch am Place Bellecour vorbei, dem zentralen Punkt Lyons und einer der größten Plätze Frankreichs, reserviert für Fußgänger.

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    Nach dem Abendessen war dann Kofferpacken angesagt.


    Ausschiffung und Rückreise (19.08.), sonnig, 32 Grad

    Auch die Rückreise startete früh; aber nicht zu so nachtschlafender Zeit wie die Hinfahrt. Die Abfahrt unseres Busses war für 06.30 Uhr angesetzt; Frühstück gab es ab 05.30 Uhr, so dass wir uns noch in aller Ruhe stärken konnten.

    Das Gepäck musste bis 05.45 Uhr vor die Kabinentür gestellt werden; von dort brachte es die Crew direkt zum Bus.

    Auf der Hälfte der Strecke nach Bad Krotzingen legten wir eine halbstündige Pause ein. Gegen 12.00 Uhr hatten wir das erste Etappenziel erreicht. Dort wartete wieder ein inkludiertes Mittagessen auf uns.

    Inzwischen war auch der zweite Bus mit den Gästen der heute beginnenden Kreuzfahrt eingetroffen. Das Gepäck wurde umgeladen und um 13.00 Uhr ging es weiter. Dieser Bus hatte Leipzig als Ziel. In Reiskichen stiegen also nur die vier Gäste aus dem Münsterland und wir aus. Ein Großraumtaxi chauffierte uns dann gen Heimat. Gegen 21.00 Uhr hatten wir es geschafft. Die vier Münsterländer dürften noch eine Stunde länger unterwegs gewesen sein.


    Morgen folgt noch das Fazit.

    Schönes Wochenende!

  • Fazit

    Route

    Die Rhone (einschl. Saone) muss sich hinter Rhein, Mosel und Donau nicht verstecken. Sie war Neuland für uns und wir waren begeistert. Die herrlichen Landschaften Südfrankreichs haben uns sofort in ihren Bann gezogen, auch wenn die Lavendelblüte schon vorbei war. In den Städten entlang der Flüsse wandelte man teilweise auf den Spuren der alten Römer. Atomkraftwerke, liebe @UT haben wir nur eins gesehen. Entweder sind wir an den anderen nachts vorbei gefahren oder wir haben sie vor lauter Enthusiasmus schlicht übersehen.

    Obwohl auf der Saone drei, auf der Rhone sogar zwölf Schleusen zu passieren waren, haben wir nachts kaum etwas davon gemerkt. Überhaupt gingen die Schleusungen deutlich schneller vonstatten, als wir sie von Rhein oder Donau kennen. Wir konnten immer sofort in die Schleuse einfahren (nur einmal war aus der Gegenrichtung schon ein Schiff in der Schleuse = 10 Minuten Wartezeit); der Schleusungsvorgang dauerte nur wenige Minuten. Es waren natürlich deutlich weniger Schiffe unterwegs, als wir es von den anderen Flüssen zu dieser Jahreszeit kennen. Frachtschiffe haben wir so gut wie keine gesehen und Kreuzfahrtschiffe auch nur sehr wenige.

    Schiff

    Die Bijou du Rhone ist Baujahr 2001 und damit eine schon etwas ältere Dame. Die letzte Renovierung war im Frühjahr 2019. Das Alter merkt man der Bijou aber nicht an. Einzig die Sitzmöbel im Salon sollten mal ausgetauscht werden; die Sitzfläche ist etwas hart und auf Dauer unbequem.

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    Die vier Decks gliedern sich in Hauptdeck (nur Kabinen), Mitteldeck (ebenfalls nur Kabinen), Oberdeck (Restaurant im Heck, Kabinen, Kreuzfahrtleitung und Rezeption, Bibliotheksecke, Salon im Bug) und Sonnendeck. Wegen Corona befanden sich keine Bücher in der Bibliotheksecke. Auf dem Sonnendeck stehen Liegen, Tische und Stühle zur Verfügung. Sonnensegel sind ebenfalls vorhanden. Einen Pool oder Whirlpool gibt es nicht. Fitnessgeräte oder eine Sauna sucht man auf dem Schiff ebenfalls vergebens.

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    Im Bugbereich des Oberdecks befinden sich weitere Sitzgelegenheiten im Außenbereich; besonders begehrt, wenn das Sonnendeck wegen niedriger Brücken gesperrt wurde.

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    Das Schiff kann 150 Passagiere aufnehmen, um die sich 40 Crewmitglieder kümmern.

    Kabinen

    Die Kabinen auf dem Hauptdeck sind ca. 11 qm groß und haben nicht zu öffnende Aussichstfenster. Auf den beiden übrigen Decks beträgt die Kabinengröße ca. 14 qm; dabei verfügen die Oberdeckkabinen über absenkbare Panoramafenster. Wir hatten eine DeLuxe Mitteldeckkabine mit zu öffnendem Panoramafenster; Die übrigen Kabinen auf dem Mitteldeck, ein halbes Deck tiefer gelegen, besitzen nicht zu öffnende Panoramafenster.

    Unsere Kabine verfügte über ein Doppelbett, einen Schrank mit ausreichenden Ablagemöglichkeiten, einen Stuhl und einen Hocker sowie eine Art Kommode mit weiteren Schubladen. Ein TV-Geräte sowie ein Safe waren ebenfalls vorhanden. Die Klimaanlage war nicht zu laut; sie ließ sich individuell regulieren und auch gänzlich ausschalten.

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    Das Bad war zwar klein; aber zweckmäßig eingerichtet. Die Dusche verfügte über einen Duschvorhang; Ablagemöglichkeiten waren vorhanden. Das Waschbecken muss ein Meister seiner Zunft designt haben. An dem Wasserhahn konnte man sich nicht vernünftig die Hände waschen. Ich hoffe, das Foto macht diese Fehlkonstruktion deutlich.

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    Verpflegung

    Das Frühstücksbuffet wartete mit allem auf, was man so auch in guten Hotels bekommt. Verschiedene Brotsorten (sehr lecker), Brötchen, Croissants, Marmeladen, Müsli, Obst, Wurst- und Käseauswahl, Eierspeisen, Säfte usw. Man bediente sich nicht selbst, sondern äußerte seine Wünsche einem Kellner gegenüber, der entsprechend einen Teller befüllte, den man dann am Ende der Prozedur in Empfang nahm. Kaffee wurde am Tisch eingeschenkt; Tee auf Wunsch serviert.

    Zum Mittagessen gab es eine Vorspeise oder eine Suppe, das Hauptgericht (Fisch oder Fleisch, Nudeln, vegetarisches Gericht) und Nachtisch. Beim Abendessen erwartete die Gäste eine Vorspeise, eine Suppe, das Hauptgericht (Fleisch, Fisch, vegetarisches Gericht, weitere Alternative wie Vesperteller). Die Speisen waren durchweg ansprechend angerichtet und auch schmackhaft, aber nicht überragend. Auf anderen Schiffen haben wir etwas besser gegessen.

    Die Wünsche für das Mittag- und Abendessen wurden während des Frühstücks von der Restaurantleiterin notiert. Dabei konnte man auch eine kleine oder größere Portion angeben. Mittag- und Abendessen wurden am Platz serviert.

    Zu Kaffee und Kuchen am Nachmittag kann ich nichts sagen; da waren wir nie.

    In einem Bewertungsportal habe ich gelesen, dass man sich auf dieser Route gerne landestypische Küche gewünscht hätte; dem sei aber nicht so gewesen. Das können wir bestätigen; es war eher deutsche bzw. internationale Küche, was uns geboten wurde. Immerhin enthielten die Mittag- und Abendkarte die Speisenfolge zunächst in französisch und darunter in deutsch.

    Corona

    In diesen Zeiten muss man natürlich auch ein Wort zu den Hygienemaßnahmen sagen. Diese begannen schon vor dem erstmaligen Betreten des Schiffes: Abgabe des ausgefüllten Gesundheitsfragebogens (einige Gäste hatten diesen nicht komplett ausgefüllt und mussten nachbessern), kontaktlose Temperaturmessung, an Bord dann der Test auf Antikörper.

    Die Temperaturmessung wiederholte sich jeden Morgen beim Betreten des Restaurants.

    Desinfektionsspender standen vor der Rezeption, dem Restaurant und dem Salon.

    Bewegte man sich auf dem Schiff, bestand Maskenpflicht (also auch beim Frühstück, wenn man dem Kellner am Buffet folgte). Letzteres vergaßen einige Gäste manchmal; wurden dann aber nicht immer darauf hingewiesen. Auch in den Ausflugsbussen waren Masken zu tragen; auch dass missachteten manche Passagiere, ohne dass das moniert wurde.

    Die Abstandsregeln konnten sowohl im Restaurant als auch im Salon problemlos eingehalten werden, weil das Schiff nur zur Hälfte gefüllt war. Eine Woche zuvor war es fast ausgebucht; da wurde lt. Kreuzfahrtleiter in zwei Schichten gegessen. Jede Schicht hatte dafür eine Stunde zur Verfügung. Das stelle ich mit sowohl für die Crew als auch für die Passagiere als sehr stressig vor; das Abendessen zog sich bei uns z.B. manchmal bis zu 1 ½ Stunden hin.

    Die öffentlichen Toiletten an Bord waren geschlossen; man musste also die Kabine aufsuchen. Bei einem Flusskreuzfahrtschiff ist dies aber kein Problem. So lang sind die Wege da nicht. Die Maschine für Eiswürfel war ebenfalls nicht in Betrieb. Beim Betrachten des Fotos musste ich ganz kurz an die Deutsche Bahn denken.

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    Sonstiges

    Die Ausflüge wurden immer von kompetenten Reiseleitern begleitet, die sehr gut deutsch sprachen, wenn sie nicht sogar Deutsche waren. Die Preise für die Ausflüge lagen allerdings im oberen Bereich.

    Das trifft auch auf die Getränke zu. Ein 0,4 l Bier kostete z.B. 4,20 €. Meines Wissen liegen die Preise bei anderen Anbietern zum Teil deutlich darunter. Wir hatten kurz überlegt, das angebotene Getränkepaket zu erwerben; uns dann aber nach grober Schätzung unseres Konsums dagegen entschieden. Das Paket kostete 180 € pro Person; wir haben für Getränke insgesamt 276 € bezahlt; darin sind auch einige Verdauungsschnäpse enthalten, die wir mit Getränkepaket noch extra hätten zahlen müssen. Also alles richtig gemacht.

    Zum Schluss noch ein Wort zum leidigen Thema Alleinunterhalter. Den gab es natürlich auch und er spielte jeden Abend mit nur wenigen kurzen Pausen vor fast leerem Salon. Sein Stil war irgendwie jazzlastig, so würde ich es jedenfalls nennen. Gesang kam von ihm allerdings nicht. Trotzdem war das alles absolut nicht unser Geschmack. Am letzten Abend aber, es waren nur sechs Gäste im Salon, führte ein jüngeres Paar ein Gespräch mit ihm und äußerte offensichtlich seine Wünsche. Plötzlich spielte er vernünftige (Rock)Musik und sang sogar dazu und das nicht mal schlecht. Warum nicht gleich so?

    Aufgrund unserer Erfahrungen können wir Nicko Cruises durchaus weiter empfehlen (es war unsere zweite Reise mit Nicko). Allerdings werden wir in diesem Jahr noch zwei weitere Anbieter testen; gebucht sind eine Weihnachtsmarkttour mit der Lady Diletta von Plantours (hoffentlich gibt es überhaupt Weihnachtsmärkte; die Meldungen der letzten Tage lassen uns ernsthaft daran zweifeln) und eine Reise über den Jahreswechsel mit der Viva Inspire (Silvester in Amsterdam). Bei Interesse werde ich darüber berichten.

  • Vielen Dank für deinen Bericht Blu51. Uch bin sehr gerne mitgefahren.

    Ein neuer Bericht wird dann natürlich auch abonniert ;)

    LG Susanne

  • Hallo Peter, Blu51 Danke Dir für den wieder einmal so schönen Bericht. Ob Interesse besteht an einem weiteren? Was für eine Frage - aber sicher. Wir haben heute die Silvester-Tour mit der AMA Stella gebucht. Über Silvester in Amsterdam. Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit sich mal kurz persönlich kennenzulernen. Würde mich freuen.


    Einen schönen Abend Dir und Deinen Lieben.