RB: Eine kleine Auszeit unter andalusischer Wintersonne vom 09.01.-20.02.2026

  • Greenhorn.ch Ich hatte auch befürchtet, dass ich meist selbst kochen muss, weil alle Restaurants geschlossen sind oder viel zu teuer, um (fast) jeden Tag kochen zu lassen. Aber an der Promenade zwischen dem Leuchtturm und dem Anfang von El Morche (2 km) reiht sich eine Bar/Restaurant an das nächste - zumindest, wenn man die Bars/Restaurants in den Seitenstraßen mit zählt. Und davon haben nur 5 (?) Chiringuitos (Bars mit Fischgrill) direkt auf dem Strand und ein paar wenige (4?) Bars geschlossen. Ich glaube, ich hätte in den 6 Wochen jeden Tag in einem anderen Restaurant/Bar essen können.

    Das Essen heute war gegrillte Rosada mit Ofenkartoffel in einer Bar für 12 €. Und das war eines der teuersten Gerichte.

    Ich frühstücke ja nur wenig (Milchkaffee und Orange) und esse dann am Mittag ein normales Gericht. Abends möchte ich nicht mehr so viel; meist bleibt es bei 1 Scheibe Brot mit Serrano-Schinken und/oder Ziegen- oder Schafskäse und Gurke, Tomate und Paprika.

    Die meisten Restaurants bieten ein "Tagesmenü" oder "Touristenmenü" mit 3 Gängen an, die ich gerade so schaffe. Der Preis dafür liegt zwischen 10 und 15 €. Ich komme im Schnitt wohl auf 14-15 € mit alkoholfreiem Getränk. Die Gerichte aus den "normalen" Speisekarten liegen meist leicht unter dem Niveau, das ich aus Deutschland gewohnt bin. Aber die Gerichte schaffe ich mengenmäßig nicht. Es gibt aber auch ein paar Restaurants, die auch für deutsche Verhältnisse im hochpreisigen Sektor liegen. Die lasse ich einfach links liegen und gehe in ein anderes Restaurant oder eine Bar ein paar Schritte weiter, die ein Tagesmenü oder Seniorenteller anbieten.

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Irre: Guten Morgen Sonne. Du verlierst gerade den Kampf gegen die Wolken, die dich vor mir verstecken wollen. Aber laut Wetterapp sollst du dich rechtzeitig zum Mittagessen noch einmal zeigen heute. Guten Morgen blauer Himmel. Auch du verlierst gerade gegen die Wolken. Guten Morgen graues Wolken. Solange ihr einfach über mich hinweg zieht und nicht auch noch weint, kann ich noch einmal damit leben, dass ihr die Sonne und den blauen Himmel versteckt. Guten Morgen Wind. Geht dir nicht langsam mal die Puste aus? Guten Morgen Meer. Du machst auch heute wieder viele Schaumkronen.

    Finanzministerin: Hast du schon eine Idee, was du heute unternehmen möchtest?

    Irre: Wenn du so nett fragst, planst du irgend etwas, das mir nicht unbedingt gefällt. Heraus mit der Sprache. Was ist es?

    Finanzministerin: Wir könnten morgen mal wieder einen Ausflug machen.

    Irre: Und dafür willst du bestimmt mit dem Bus um 10:30 fahren. Und ich soll dafür dann beim Aufstehen und Frühstück nicht trödeln.

    Finanzministerin: :saint:

    Irre: Wohin willst du denn?

    Finanzministerin: Frigiliana

    Irre: Und ich muss dann wieder stundenlang bergauf und bergab durch schmale Gassen klettern!?

    Finanzministerin: Du darfst als Belohnung auch den Laden mit den Olivenöl-Seifen am Anfang der Altstadt plündern. Dann bekommen wir Fotos von schönen weißen Häusern und haben auch unsere Mitbringsel.

    Irre: Willst du mich mit den Seifen bestechen?

    Irre: Ok. Ich komme mit, wenn ich heute chinesisches Mittagessen bekomme und mir auch mindestens zwei Seifen aussuchen darf, die ich nicht verschenken muss sondern selbst benutzen darf. Und ich will mich heute ausruhen und keinen langen Spaziergang machen solange mich der kalte Wind fortblasen möchte.

  • Ach, mich erinnert das alles so an unseren Aufenthalt letztes Frühjahr in Marbella (22.2-22.3.25), da hab ich auch täglich auf das Regenradar geschaut und die Sonnenlücken genützt zum Rausgehen ... und nass geworden bin ich auch einige Male ... schade für euch, aber besser als hier ist es allemal

    ie Stauseen sind jedenfalls gefüllt.


  • Merisi218 Ich habe die App von Aemet, der "Agencia Estatal de Meteorología" geladen. Dort gibt es für eine Woche tägliche Kurz-Vorhersagen und für die nächsten 44 Stunden ziemlich genaue Vorhersagen, auch über Regenmengen. Und das kommt ziemlich gut hin. Natürlich treffen die Vorhersagen über Gewitter nicht immer, aber so eine Vorhersage schafft noch kein Wettermodell. Und auch für Beginn und Ende von Regenperioden muss man einen kleinen Puffer einrechnen. Warnungen vor starken Böen, Starkregen und hohen Wellen habe ich ja auch schon einige bekommen vor und während des Unwetters letzte Woche. Und Andalusien kann den Regen auch gut gebrauchen für die Stauseen. Die waren die letzten Jahre doch ziemlich leer.

    Ich konnte ja auch fast jeden Tag rausgehen - und ich habe ja auch noch meine Fenster, hinter denen ich fast wie in einem Café auf der Promenade sitze und auch immer wieder Gischt abbekomme. Da laufen immer wieder mal außen Tropfen runter, wenn der Wind sehr heftig vom Meer her kommt. So lässt es sich schon gut aushalten - vor allem, wenn meine DWD-App mal wieder vor Glatteis am Bodensee warnt.

  • Irre: Guten Morgen liebe Sonne. Heute gewinnst du bestimmt den Kampf gegen die Wolken. Guten Morgen blauer Himmel. Ich kann dich schon ganz gut sehen. Guten Morgen dünne weiße Wolken. So stört ihr mich gar nicht. Guten Morgen Wind. Du bist gerade nicht mehr so stark wie die letzten Tage. Gibst du auf oder machst du nur eine kleine Pause? Guten Morgen Meer. Du hast immer noch Wellen mit Schaumkronen. Ich mag ja Schaumkronen, aber ein Tag Ententeich als Abwechslung wäre schon schön.

    Finanzministerin: Irre, trödel nicht so sondern iss deine Orange und trinke deinen Kaffee. Wir müssen bald los.

    Irre: Fahren wir wirklich nach Frigiliana?

    Finanzministerin: Du willst doch vergleichen, ob dir das weiße Dorf Torrox Pueblo ohne Tourismus besser gefällt oder das für die Touristen herausgeputzte weiße Dorf Frigiliana.

  • Irre: Wir sind wieder zurück von unserem Abenteuertrip. Und ich bin fix und fertig. Die beiden haben mich 3 Stunden lang über steile Rampen und abschüssige Rampen mit hohen, schiefen Stufen darin in die am höchsten gelegene Gasse von Frigiliana gejagt. Dabei musste ich die ganze Zeit gemustertes Kopfsteinpflaster mit meinen armen Füßen treten und fand fast keine Bänke zum Ausruhen. Und die ganze Zeit hatte ich den schweren Rucksack mit den Geschenken auf dem Rücken.

    Finanzministerin: Du bist selbst schuld. Wenn du uns geglaubt hättest, dass wir auf dem Rückweg noch einmal an dem Souvenirgeschäft vorbei kommen und du es auch dann erst plündern kannst, hättest du den Einkauf nicht die ganze Zeit mit schleppen müssen.

    Irre: Vertrauen ist gut. Gleich kaufen ist besser. Dann habe ich meine Geschenke auf jeden Fall. Wenigstens durfte ich meine Wasserflasche leer trinken und musste nichts für schlechte Zeiten aufheben. Und einen Burger und noch mehr Wasser habe ich auch bekommen.

    Finanzministerin: Und jetzt solltest du endlich deinen Hintern aus dem Sessel heben und den Rucksack ausräumen. Und unsere Wäsche ist inzwischen auch trocken und kann weggeräumt werden.

    Irre: Und wann bekomme ich mein Abendessen?

    Gipsy: Das machen wir, wenn alles aufgeräumt ist - und natürlich bevor du dich wieder in deinen Sessel plumpsen lässt. Die Bilder von der Kamera sortieren wir wahrscheinlich erst morgen. Und den ausführlichen Bericht schreiben wir dann auch.

    Irre: Ich muss morgen aber unbedingt wieder meinen Orangenvorrat auffüllen. Ich habe nur noch 2 Stück.

  • Irre: Guten Morgen liebe Sonne. Heute strahlst du ganz toll. Guten Morgen blauer Himmel. Endlich kann ich dich wieder richtig gut mit ganz wenig kleinen weißen Wolken sehen. Guten Morgen Wind. Du bist immer noch ziemlich stark, aber du bringst herrlich warme Luft in mein Wohnzimmer. Guten Morgen blaues Meer. Du hast immer noch kräftige Wellen mit Schaumkronen. Aber das ist okay so und interessanter als Ententeich.

    Finanzministerin: Heute hast du einen Rekord im Trödeln aufgestellt. Wie kann man nur so lange im Bad und zum Anziehen brauchen, dass es erst so spät Frühstück gibt?

    Irre: Ich bin aber nicht schuld daran, dass die Kaffeemaschine mal wieder eine Kapsel nicht wollte und deshalb mit braunem Wasser mit schwarzen Krümeln gekleckert hat und du sie noch vor dem Frühstück putzen müsstest.

    Finanzministerin: Ich habe gestern Abend festgestellt, dass wir morgen wieder neues Gemüse kaufen müssten. Und neue Kaffeekapseln brauchen wir auch noch. Und natürlich Wasser zum Trinken.

    Irre: Du hast meine Orangen in deiner Liste vergessen.

    Finanzministerin: Habe ich nicht. Aber jetzt musst du ganz tapfer sein.

    Irre: Warum?

    Finanzministerin: Die Wettervorhersage für morgen ist nicht wirklich gut. Da soll es immer wieder regnen und auch ein paar Gewitter soll es geben. Da können wir doch einfach zu Hause bleiben und uns das Reisgericht aus unserem Vorrat braten.

    Irre: Das gefällt mir. Aber was hast du vor, dass ich tapfer sein soll?

    Finanzministerin: Ich möchte jetzt gleich alles einkaufen, das wir noch brauchen. Nach dem Einkauf möchte ich gleich heim und alles verstauen. Und später gehen wir dann noch mal los und suchen dir ein Mittagessen.

    Irre: Ich brauche dringend wieder mal ein Fischgericht. Gehen wir dafür in die Bar oder das Restaurant an der Promenade, das Teller für Senioren hat?

    Finanzministerin: Das können wir uns noch überlegen. Aber wenn du draußen sitzen willst, müssen wir in das Restaurant an der Promenade. Die Bar hat nur einen Pavillon mit Plastikwänden.

    Irre: Wir können doch auf dem Weg zur Promenade schauen, ob die Bar die Wände geöffnet hat.

    Finanzministerin: Du willst freiwillig einen Umweg machen?

    Irre: Für leckeren Fisch überrede ich euch auch, im Pavillon zu sitzen. Und ich möchte doch so gerne noch den Fischteller probieren, den es am Montag nicht gab, weil die Fischer sonntags nicht arbeiten.

  • Irre: Ich habe gewonnen und darf in meiner Lieblingsbar eine Fischplatte essen. Da brauche ich keine Beilagen.

    :love::love:

  • Son bisschen Aioli hätte ich mir noch dazu gewünscht fürs spanische Feeling ;)

    Irre: Das war so viel, dass ich gar nicht alles aufessen konnte. Aber ich durfte mir den Rest einpacken lassen und kann ihn heute Abend mit Aioli und Gurken- und Paprikasticks essen :love:.

    Finanzministerin: Ich musste übrigens nur 12 € für die Fischplatte berappen. Zum Glück hat die Irre sie erst jetzt entdeckt und kann nur noch eine Woche nach noch einer Fischplatte quengeln. :whistling:

  • Inzwischen habe ich, am offenen Fenster sitzend und mit dem Geräusch der Wellen im Ohr, die Bilder vom gestrigen Ausflug sortiert und den Bericht geschrieben.


    Mittwoch, 11.02.2026

    Endlich war das Wetter wieder besser und wir wollten wieder mal einen Ausflug machen. Dafür wollten wir um 10:30 an der Bushaltestelle sein. Deshalb durfte die Irre nicht trödeln sondern musste sich zügig fertig machen und frühstücken. Das klappte tatsächlich und unser Abenteuer konnte beginnen.

    Wir reihten uns an der Bushaltestelle in die Schlange der Wartenden ein, die alle mit dem Bus um 10:30 nach Nerja wollten. Die Fahrkarte konnten wir für 1.43 € beim Busfahrer kaufen. Irgend wann stand der Busfahrer auf und ging durch den Bus, um die noch freien Plätze zu zählen. Stehen während der Fahrt war wohl nicht erlaubt. Endlich, mt ein paar Minuten Verspätung, fuhr der Bus ab. Er nahm die Küstenstraße nach Nerja und hielt am Ende von Torrox Costa noch einmal. Ich weiß nicht genau, wie viele Personen warteten; es durften aber nur 2 Personen einsteigen und mitfahren.

    In Nerja am „Busbahnhof“ stiegen fast alle aus; der Bus fuhr weiter zu den Höhlen von Nerja. Aber wir wollten ja nach Frigiliana und mussten deshalb auch aussteigen und zur Haltestelle auf der anderen Straßenseite. Das hatte ich schon über das Internet herausgefunden. Der Bus nach Frigiliana teilt sich die Haltestelle mit den Bussen von Alsa; ich habe an der Haltestelle aber keinen Hinweis auf die Busse nach Frigiliana gesehen – außer einer Notiz am Fahrkartenschalter von Alsa, dass sie nicht für diese Linie zuständig wären und es weiter unten am Gehweg Infos geben würde, die ich aber nicht gefunden habe. Aber irgend wann kam ein Bus, der laut Beschriftung nach Frigiliana fahren würde und an der Tür einen Hinweis über den Fahrpreis von 1,30 € hatte und der Bitte, das Geld so genau wie möglich bereit zu halten.

    Die Fahrt ging erst ein kurzes Stück zurück in Richtung Torrox Costa. Dann bog der Bus nach Norden in Richtung der Berge ab und kämpfte sich bald in Serpentinen den Berg hinauf nach Frigiliana. Dort bog er von der Hauptstraße ab und quälte sich durch enge Einbahnstraßen bis zu seiner Endhaltestelle. Ich dachte manchmal wirklich, ich hätte von einem offenen Oberdeck aus mir eine Blume aus einem Balkonkasten pflücken können – so eng war das. Aber der Bus kam durch ohne etwas zu streifen und hielt endlich an seiner Haltestelle, die netterweise direkt am Zugang zur Altstadt ist.

    Die Irre freute sich natürlich, dass sie ein paar Höhenmeter „geschenkt“ bekam im Vergleich zur Höhe des Busparkplatzes, der weiter unten liegt. Auf der anderen Straßenseite stand ein kleiner Touristenzug für Rundfahrten durch Frigiliana. Wir konnten die Irre, die natürlich sofort den Zug besteigen wollte, doch mit etwas Überredungskunst davon überzeugen, dass sie den Zug am Ende unserer Tour durch Frigiliana noch mehr genießen würde als direkt nach unserer Ankunft und zogen zu Fuß los durch die Altstadt.

    Die meisten Straßen in der Altstadt sind breit genug für ein Auto; es gibt aber auch viele schmale Verbindungstreppen zwischen Parallelstraßen. In der Hauptstraße durch die Altstadt gibt es sehr viele Bars und Souvenirläden; es ist alles sehr für Touristen hergerichtet.

  • Ein paar entspannte Einwohner haben wir auch getroffen

    Dann waren wir am Ende der gut zu gehenden, breiten Straße angekommen und bogen auf eine steile, mit vielen Stufen durchzogene Gasse ab, um an Höhe zu gewinnen.

    Da ist die Irre „hochgeklettert“:

  • Dann glaubte die Irre, endlich oben zu sein, aber es ging noch weiter hinauf:

    Und dann gab es die erste Lücke im Häuserwall:

    Schließlich erreichten wir unser Ziel, einen Aussichtspunkt. Etwas oberhalb der Bildmitte kann man den Bus aus Nerja und den Touristenzug erkennen:

    Danach ging es nur noch bergab, natürlich ebenfalls über eine schräge Gasse mit einzelne Stufen. Ein Blick zurück:

    Und dann sind wir am Ende des Rundgangs angekommen. Den linken Weg hatten wir am Beginn des Rundgangs genommen; den rechten Weg kamen wir am Ende herunter.

    Jetzt waren wir doch ziemlich müde und hungrig und wollten endlich ein Restaurant suchen, in dem wir etwas essen konnten. Unterwegs kamen wir an ein paar Restaurants und Bars vorbei, aber zu der Zeit wollten wir noch nichts essen. Und das Restaurant oben auf dem Berg in der Nähe des Aussichtspunkts war uns einfach viel zu teuer.

    Finanzministerin: Irre, du suchst dir hier ganz sicher keinen schönen Platz mit Aussicht. Ich zahle wegen der Aussicht doch keine 28 € für ein Fischgericht. Jetzt gehen wir erst einmal wieder runter und suchen uns dort eine nette Bar mit etwas zu essen.

    Aber die Bar am Anfang der Altstadt gefiel uns nicht und so gingen wir noch weiter hinunter, vorbei an der Bushaltestelle und dem Touristenzug, zu einem großen Platz mit mehreren Bars und Restaurants. In einer der Bars entschied die Irre sich dann für einen Burger und futterte ihn mit Genuss.

    Dann gingen wir wieder zurück zur Bushaltestelle, an der schon eine so große Menschenmasse wartete, dass ich eine schlimme Vorahnung bekam. Wir schlugen der Irren vor, doch erst eine Runde mit dem Touristenzug zu drehen. Aber sie wollte erst einmal auf den Bus warten und sehen, ob wir auch mitkommen würden. Und es kam wie befürchtet: Als nur noch vier Leute vor uns auf das Einsteigen warteten, entschied der Busfahrer, dass der Bus voll wäre und niemand mehr einsteigen dürfe.

    Irre: Wieso soll der Bus voll sein? Da stehen doch nur ein paar Leute im Gang des Busses. Da hätten wir und die paar Leute vor und hinter uns sicher auch noch Platz.

    Aber ihr half alles Maulen nichts; der Busfahrer schloss die Türen und fuhr ab, nachdem er die noch wartenden potentiellen Fahrgäste auf den nächsten Bus vertröstete, der in 1 Stunde fahren würde. Also wollte die Irre die Wartezeit mit einer Fahrt mit dem Touristenzug verkürzen. Aber der Zug war schon abgefahren, Wir wollten jedoch auf die Rückkehr warten und dann eine Runde drehen – auch wenn wir dann erst den übernächsten Bus nach Nerja schaffen können. Aber manchmal soll es einfach nicht sein. Als der Zug zurückkam, stiegen alle Fahrgäste aus und der Zug fuhr weg.

    Irre: Macht der jetzt schon Feierabend? Es ist doch erst 16 Uhr und die Menge an Touristen ist noch nicht kleiner geworden.

    Also setzten wir uns wieder auf eine Bank und genossen die Sonne und die Aussicht. Und durften dann tatsächlich mit dem nächsten Bus wieder zurück nach Nerja fahren. Auch diese Mal durften nicht alle wartenden Fahrgäste einsteigen; ein paar blieben wieder zurück, obwohl noch Stehplätze im Gang frei waren. Unterwegs gab es aber noch ein paar Haltestellen, an denen auch noch Leute einsteigen wollten. Da hatte der Busfahrer wohl vorsorglich noch ein paar Stehplätze frei gehalten für weitere Fahrgäste, die sonst wohl kaum eine Chance auf eine Fahrt mit dem Bus gehabt hätten.

    In Nerja mussten wir wieder die Straße überqueren, um zu der Haltestelle der Busse in Richtung Malaga zu kommen. Da noch etwas Zeit bis zum nächsten Bus nach Torrox Costa war, stellte sich die Finanzministerin in die Schlange vor dem Ticketschalter und kaufte uns eine Fahrkarte. Für den nächsten Bus gab es aber keine mehr sondern nur für den übernächsten Bus, der in 45 Minuten fahren würde. Egal, wir würden bald zurückfahren können und hatten sicher einen Platz in diesem Bus. Als der „nächste“ Bus mit etwas Verspätung dann kam, ließ der Busfahrer erst einmal alle Leute mit einer Fahrkarte für diesen Bus einsteigen. Leute ohne Fahrkarte schickte er zum Ticketschalter; er verkauft Fahrkarten im Bus nur an Haltestellen ohne Ticketschalter. Und dann ließ er alle Leute mit Fahrkarten für einen anderen Bus auch einsteigen, wenn sie nur maximal 2 Orte weit fahren wollten. Das betraf uns natürlich auch und so kamen wir doch am Ende 30 Minuten früher zurück als wir nach dem Kauf unserer Fahrkarte erwartet hatten.

    Irre: Das war ein tolles Abenteuer heute. Aber jetzt bin ich müde und möchte nur noch meine armen Füße hochlegen und natürlich etwas zu Abend essen.

    Finanzministerin: Und wie fällt dein Vergleich zwischen Torrox Pueblo und Frigiliana aus? Welcher Ort gefällt dir besser?

    Irre: Der Vergleich ist gar nicht so einfach. Es sind zwar beides weiße Dörfer, aber sie haben total unterschiedliche Konzepte. Insgesamt hat mir Torrox Pueblo besser gefallen. In Frigiliana sind die Gassen und Treppen so ähnlich, dass ich gar nicht gestaunt habe, wenn ich um eine Ecke kam.

    Frigiliana ist sehr touristisch. Es gibt viele Sourvenirshops mit allen möglichen Souvenirs. Da kann man viele Mitbringsel finden. Wir haben schöne Seifen, auch in Form von Figuren, und Trockenfrüchte gefunden. Die Häuser sind alle weiß getüncht und fast überall stehen Blumenkübel an den Seiten der Gassen. Das Muster des Straßenbelags (Mosaik) zieht sich fast durch die ganze Stadt. Die Häuser sind sich sehr ähnlich; die Straßenzüge ähneln sich sehr. Frigiliana ist sehr schön und reizvoll, aber es bietet nicht viele Überraschungen, wenn man um eine Ecke biegt. Dafür sind wohl die Regeln für das Aussehen der Häuser zu eng. Ich habe auch kaum eine Ecke gesehen, die ausgebessert werden müsste – und auch keine Tür/Ecke, in der einfach jemand etwas abgestellt hatte. Auch die Sitzecken auf Vorplätzen, die ich als „privat“ empfand, sahen unbenutzt aus. Und nirgends saßen Bewohner zu einem Plausch vor den Häusern. Dadurch wirkte Frigiliana fast steril auf mich.

    Torrox Pueblo dagegen ist touristisch so gut wie nicht erschlossen; es gibt nur an ein paar Sehenswürdigkeiten Tafeln mit Beschreibungen. Vor allem die Gassen im maurischen Teil der Altstadt sind total verschieden und teilweise auch extrem schmal. Wir waren nach einer Biegung oft überrascht, welche neuen Ansichten zum Vorschein kamen. Und wir haben fast keine anderen Touristen bei unseren Streifzügen getroffen. Ich glaube auch nicht, dass es Regeln für das Aussehen der Häuser gibt. Auch der Straßenbelag ändert sich immer wieder. Und es gab immer wieder Ecken und private Vorplätze mit Sitzecken, die gerade durch Bewohner genutzt wurden oder so wirkten, als wäre jemand nur kurz weggegangen.

  • Irre: Guten Morgen Sonne. Du hast es inzwischen geschafft, dich unter grauen Wolken hervorzukämpfen. Guten Morgen blauer Himmel. An ein paar Stellen hast du noch weiße und graue Wolken wie Flicken über dir. Guten Morgen Wolken. Heute Nacht oder heute Morgen habt ihr schon wieder geweint. An der Straße sind noch Pfützen und auf ein paar Autos liegen noch Tropfen. Guten Morgen Wind. Du bist auch wieder stärker als gestern. Heute Nacht hast du wieder alles klappern lassen, das sich etwas bewegen konnte. Und mich hast du damit ein paar mal aufgeweckt. Guten Morgen blaues Meer. Du bringst heute wieder starke Wellen mit ganz viel Schaum an den Strand.

    Finanzministerin: Die Wetterapp warnt heute vor Windböen mit bis zu 80 km/h, Gewitter und bis zu 3 m hohen Wellen. Die nächsten Tage sollen die Böen etwas weniger stark sein, aber hohe Wellen soll es immer noch geben.

    Irre: Ich bin immer noch müde. Vielleicht schlafe ich vor dem Mittagessen noch etwas. Oder ich mache einen kleinen Spaziergang. Zum Mittagessen möchte ich mir das Reisgericht braten, das noch in unserem Gefrierschrank wartet. Und morgen möchte ich in meiner Lieblingsbar einen Teller mit den kleinen, sardinenähnlichen Fischen essen. Die waren gestern so lecker. :love:

    Finanzministerin: Ich plane heute noch nicht das Mittagessen für morgen, wenn ich nicht selbst koche. Und jetzt mach endlich das Fenster wieder zu. Der Wind versucht, mich aus dem Sessel zu blasen.