29.08.22: Croker Bay (Devon Island) – Eine tierische Anfahrt (Teil 2)
Kurze Zeit später wurden aber schon die nächsten Tiere gesichtet! Eine Gruppe Narwale schwamm in der Nähe des Schiffes (nah ist hier natürlich auch relativ).
Diese Zahnwale sind ca. 4-5m groß. Bei den Männchen ist meistens einer der Eckzähne als langer Stoßzahn ausgeprägt. Diese sind schraubenförmig gedreht. Narwale besitzen keine Rückenfinne. Den Weibchen fehlt in der Regel der Stoßzahn, es gibt aber auch vereinzelt weibliche Tiere mit Stoßzahn. Oder gar Exemplare mit 2 Stoßzähnen, das stellt aber die Ausnahme dar. Wofür der Stoßzahn genutzt wird, ist nicht klar, die Narwale wurden bisher noch nicht umfassend genug erforscht. Die Narwale sind sehr geräuschempfindlich, man kann sie im Allgemeinen also nur aus größerer Entfernung betrachten.
Schließlich erreichten wir unsere Zielposition vor dem Gletscher, wo eine Zodiac-Ausfahrt geplant war.
Heute waren wir in der späteren, zweiten Hauptgruppe (dort aber direkt am Anfang), die für ca. 15:00 Uhr vorgesehen war. Wir hatten also noch etwas Zeit und gingen deshalb erstmal zum Mittagessen ins Lido.
Danach schnell wieder rauf aufs Sonnendeck. Inzwischen hatte es sich ein wenig aufgeklart, teilweise kam sogar die Sonne ein bisschen heraus. Zum einen konnten wir die erste Hauptgruppe bei ihrer Ausfahrt bzw. die Vorbereitungen darauf beobachten.
Zum zweiten konnten wir die wunderschöne Szenerie hier am Gletscher betrachten.
Und zum dritten wollten wir eventuell weitere Tiere sichten. Und tatsächlich hatte ein Gast einen weiteren Eisbären gesichtet bzw. meinte es getan zu haben. Leider in noch größerer Entfernung als beim ersten Exemplar. Da alle Experten und Eisbärenwächter und ein Teil der Crew mit der ersten Gruppe unterwegs waren, mussten wir die Sache selbst in die Hand nehmen. Also ausgiebig ins Fernglas schauen und auch das 500er Tele mit maximaler Vergrößerung zu Hilfe nehmen. Und tatsächlich, es war ein Eisbär. Und es war auch mehr als einer, nämlich eine Eisbärenmutter mit ihren 2 Kindern.
Leider halt sehr, sehr weit weg und mehr zu erahnen, aber immerhin!
Den Rest der Zeit verbrachten wir mit der Suche nach weiteren Tieren – außer Seevögeln vergeblich – und mit der Beobachtung der ersten Gruppe am Gletscher.
Hier zeigt sich die Weite der Arktis. Aufgrund fehlender Bezugspunkte kann man Entfernungen und Höhen sehr schwer abschätzen.
Wir fragten uns z.B., wie hoch die Gletscherzunge über dem Meer ist und in welcher Entfernung die Zodiacs zum Gletscher fahren. Die Zodiacs wirken ja eher wie kleine Ameisen vor der Kante.
Die Auflösung gibt es im nächsten Kapitel meines Reiseberichts.
Dann war es so weit, unsere Zodiacgruppe wurde ausgerufen und wir konnten auf unsere Ausfahrt gehen ...
VG Sven
