Nachdem wir bei unserem letzten Besuch den Süden der Insel erkundet hatten, wollten wir dieses Mal den Norden näher kennenlernen. Wir können diese Rundtour mit dem Auto sehr empfehlen. Sie ist ausgesprochen reizvoll, abwechslungsreich und belohnt mit vielen spektakulären Ausblicken. Das Highlight war für mich der Besuch der Sternwarte oben auf dem Roque de los Muchachos. Da nicht so oft über Touren in den Norden berichtet wird, stelle ich unsere Tour vor.
Santa Cruz * Observatorium (Sternwarte) * Aussichtpunkt am Roque de los Muchachos * Piscinas de La Fajana (Naturschwimmbecken) * Santa Cruz
Morgens gegen 9:00 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Autovermietung. Direkt im Cruiseterminal haben alle gängigen Anbieter ihre Counter, dahinter auf dem Hafengelände stehen dann die Autos zur Abholung bereit. Alles ganz einfach zu finden. An diesem Tag hatten wir richtig Glück mit dem Wetter und wurden so für unsere Entscheidung ein Auto mit offenem Verdeck zu reservieren mehr als belohnt.
Gegen 9:30 Uhr haben wir Santa Cruz Richtung Norden verlassen. Zunächst fährt man entlang der schönen Uferpromenade, wo man noch einige Häuser mit ihren tollen Balkonen entdecken kann. Ein paar Kilometer später geht es dann links ab (LP 4), hoch in die Bergwelt von La Palma. Diese Serpentinenstraße ist sehr gut ausgebaut, aber auch recht kurvig. Für alle Landschaftsfahrer eine wahre Freude. Sie gehört für uns jetzt zu unseren Top-Ten Roadster Strecken. Sie führt einen durch alle Vegetationszonen von La Palma. Von der Küstenlandschaft mit ihren Felsformationen über den Lorbeerwald, der in den Kiefernwald übergeht und am Ende sieht man nur noch schroffes, karges Bergmassiv in 2400m Höhe. Zwischendrin gibt es immer wieder spektakuläre Ausblicke, u.a. auf den Teide!
Gegen 11:00 Uhr trafen am Observatorio del Roque de los Muchachos ein. Wir hatten im Vorfeld bei der Organisation Ad Astra La Palma Tickets zur Führung in der Sternwarte reserviert.
Beginn 11:30 Uhr. Preis 9,- Euro pro Person. Dauer 90 Minuten.
Diese Führungen sind wohl sehr beliebt, so dass eine vorherige Buchung im Internet Sinn macht. Die genauen Termine und Uhrzeiten sind ganz unten auf der Web-Seite aufgeführt. Die Führung ist auf Englisch, aber Antonio, unser spanischer Guide, sprach ein sehr gutes, leicht zu verstehendes Englisch und hat alles ausgesprochen anschaulich erklärt. Mit dem Auto fuhren wir zu zwei verschiedenen Teleskopen und besichtigten danach das z.Zt. größte Spiegel-Teleskop der Welt auch von Innen. Der Anblick dieser Ansammlung von Teleskopen auf dem Bergmassiv war schon ein echter Knaller, aber mit der Führung zusammen ein unvergessliches Erlebnis.
Am Ende sagte Antonio nur, wir sollten an der Ausfahrt erst noch mal rechts abbiegen, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Gerne würde ich es bei diesem Tipp ohne Kommentar belassen, damit Ihr später selber diesen absoluten „Wow-Effekt“ erlebt. Aber das, was man dann sieht, wenn man auf dem Parkplatz vom Roque de los Muchachos kommt und noch ein paar Schritte weiter geht, verschlägt einem einfach nur die Sprache. Ein Bergmassiv mit Ausblicken auf die Küste, tiefe Felsschluchten, den Tiede im Hintergrund, das Meer zu beiden Seiten und oberhalb die Teleskope der Sternwarte! Das war Gänsehaut-Feeling vom Feinsten. Einfach nur auf einen Felsen setzen, gucken und genießen.
Danach setzten wir unser Rundfahrt fort. Die nun folgende Strecke bis nach Piscinas de la Fajana ist im ersten Abschnitt noch sehr beindruckend, zumal langsam die Mittagswolken des Passat-Windes aufzogen und man die Wolkenschwaden in der Ferne sehen konnte. Doch wenn man das Hochgebirge verlassen hat, zieht sich die Fahrtstrecke ein wenig in die Länge.
Gegen 15:00 Uhr erreichten wir dann den winzigen Ort La Fajana mit seinen beeindruckenden Felsformationen und dem Naturschwimmbecken. Während der Fahrt hatte ich Zweifel, ob sich diese weite Fahrt bis in den Norden wohl lohnen würde? Sie hat sich gelohnt! Einfach atemberaubend wie die Brandung mit der weissen Gischt auf die schwarzen Felsen trifft und im Hintergrund das saftige grün von La Palma zu sehen ist. Der Ort ist winzig (vielleicht 20 Häuser und ganz wenige Besucher). Aber eines der zwei Lokale hatte im Dezember geöffnet und so konnten wir noch einen Espresso in der Sonne genießen. Das Essen an den anderen Nebentischen sah sehr gut aus, gerne hätten wir hier noch eine Weile gesessen und die tolle Stimmung genossen. Aber die MS1 würde sicherlich nicht auf uns warten und so machten wir uns auf den Weg zurück (über die LP1). Gegen 17:00 trafen wir wieder am Hafen ein.
Falls jemand von Euch auch diese Tour zum Roque de los Muchachos machen möchte:
Unbedingt ausreichend Wasser und etwas zu Essen mitnehmen! Dort oben gibt es weit und breit keinen Kiosk / Restaurant. Auch in der Sternwarte selber ist ausser einer Toilette nichts verfügbar. Und ganz wichtig sind ein dicker Pulli / Jacken denn auf 2400m und auch in der Sternwarte ist es ziemlich kalt.
Auf jeden Fall: Viel Spass!
