Tag 5: Trondheim
Gegen 9 Uhr erreichten wir Trondheim an der Cruise Pier #68, das uns zwar bewölkt (sah es nach Regen aus!???), aber immerhin mit ca. 17 °C begrüßte. Die Temperaturen sollten an diesem Tag noch auf 19 °C ansteigen.
Für heute hatten wir uns für einen Bike-Ausflug ("Trondheim per Bike" TRD14V - eine Bike-Städte-Tour) entschieden und so machten wir uns nach einem Frühstück im Anckelmann in Radmontur auf den Weg zu unserem Treffpunkt (Bikeschalter - Deck 5) um 10 Uhr. Und hier herrschte Chaos. Der Ausgang befand sich heute hier auf Deck 5 und die Leute strömten nur geradezu von Bord; es war mächtig überfüllt und alles ging unglaublich langsam vonstatten. Wie uns später erklärt wurde, war die Tide heute so niedrig, dass der eigentlich geplante Ausgang auf Deck 3 nicht realisiert werden konnte und daher auf Deck 5 ausgewichen werden musste. Hier war dann allerdings die Treppe ziemlich steil und es ging wirklich langsam voran, da sich einige doch sehr schwer taten das Schiff über diese Treppe zu verlassen. Für unseren Bikeausflug bedeutete das, dass die Bikes noch nicht nach draußen gebracht werden konnten und ebenfalls über diese Treppe mussten. Sprich die Guides mussten sich jeweils mit 2 Bikes ewig anstellen, um diese dann nach draußen zu transportieren. Um wieder zurück zu kommen, mussten sie dann wieder lange auf eine Lücke warten. Naja es zog sich in jedem Fall wirklich lange hin und der Treffpunkt wurden auf 10:30 Uhr verschoben und bis dann noch alle ausgestattet und versorgt waren, hat es schon noch gedauert. Aber egal, wir hatten noch genug Zeit, da die Tour auf 5-6 h angesetzt ist.
Die Gruppe teilte sich erstmal in Pedelecs und " Normalos"
, wobei diese nochmal in 3 Gruppen zu a 10 Personen unterteilt wurden. Wir haben natürlich ein normales Rad gewählt und hatten Tino als Guide. Nach einer kurzen Einweisung mit Sattel und Bremsen einstellen, ging es dann auch gemütlich los.
Wir verließen das Hafengelände und fuhren vorbei an einer Brauerei und über ein paar Brücken, wo uns Tino erstmal etwas über Trondheim erzählte. Er war wirklich sehr gut vorbereitet und hat uns immer über den nächsten Streckenabschnitt informiert und uns mit tollen Infos über Trondheim & Co. versorgt - echt klasse. Wir radelten dann gemütlich erstmal aus der Stadt heraus und durch ein kurzes Waldstück an der Technischen Universität vorbei mit 2 kleineren Stopps zwischendurch.
Es war wirklich eine sehr nette Strecke mit gemütlichem Tempo bevor wir das alte Trondheim erreichten. Hier machten wir 20 min Pause und ich suchte erstmal eine Toilette im nahe gelegenen Einkaufszentrum (wer weiß, wann man wieder Gelegenheit dazu hat...), bevor wir ein bisschen umher geschlendert sind.
Weiter ging es dann in einen Teil, die uns irgendwie an die Speicherstadt in Hamburg erinnerte. Hier machten wir nochmal einen kurzen Halt an einer Brücke (ich habe den Namen vergessen).
Nun kam das steilste Stück: der Anstieg zur Burg --> er war nicht übermäßig lang aber mit 18% Steigung doch nicht ganz ohne. Theoretisch hätte es auch einen Fahrradlift gegeben, aber Tino meinte, das ist anstrengender als zu strampeln. Ein Teil der Gruppe strampelte also fleißig bergauf und ein Teil schob einfach. Oben an der Burg Kristiansten angekommen, hatten wir erstmal 30 min Pause und wir verdrückten den obligatorischen Bike-Müsliriegel und sahen uns die Burg an sowie den tollen Ausblick über Trondheim. Wir konnten auch unser Schiff im Hafen sehen sowie die Costa Preciosa, die im Übrigen tenderte.
Für unsere vorherigen Anstrengungen wurden wir nun belohnt, denn wir durften nun den Berg wieder runter fahren (ja, machten sich die Fußgänger beim hochfahren noch über unsere Plaggerei lustig, durften nun wir uns amüsieren...). Nächster Halt war die Kathedrale, wo wir wieder 20 min Pause machten. Wir haben uns die 10 € Eintritt in den Dom jedoch gespart und ihn nur von außen betrachtet sowie den Erzbischhöfíschen Palast. Einen Magneten für unseren Kühlschrank haben wir leider hier nicht bekommen, das war uns alles doch ein bisschen zu "christlich" in diesem Kirchensouvenir-Shop. Das ist leider ein kleiner Nachteil in Norwegen, hier wird eigentlich meistens relativ viel Eintritt verlangt, um die Kirchen oder Kathedralen von innen zu sehen. Da ich meines Erachtens schon genug Kirchensteuer bezahle, war ich diesmal zu geizig --> aber das ist ein anderes Thema.
Weiter ging unser Weg nun in den neuen Teil der Stadt, wo wir wieder 45 min Freizeit hatten, die wir zum Schlendern, einem kleinen HotDog etc. verbrachten.
(Hier muss wohl irgendetwas archäologisch Wertvolles ausgebuddelt werden - ich weiß leider nicht was)
Anschließend ging es dann wieder zurück zurück zum Hafen, den wir ca. gegen 16 Uhr erreichten. Gefahren sind wir letztlich ca. 25 km und 300 hm - also absolut schaffbar und alle wichtigen Punkte der Stadt haben wir m.E. auch gesehen. Somit ein sehr gelungener Ausflug.
Wir haben uns dann noch in die Sauna begeben, die diesmal jedoch etwas voller war als sonst. Gegessen haben wir dann noch im Atlantik bevor wir den Abend dann noch gemütlich ausklingen haben lassen.
Fazit: toller Tag in Trondheim. Von der Stadt selbst war ich positiv überrascht, ich hatte da irgendwie gar keine Erwartungen zu. Trondheim habe ich auch als unglaublich fahrradfreundlich erlebt und sehr gut für Fahrradfahrer ausgebaut - auch die Autofahrer waren hier sehr entspannt und haben so einer Radlergruppe fast immer den Vortritt gelassen --> kein Vergleich zu unserem hektischen Verkehr in Deutschland. Auch unser Grüppchen war richtig lustig und unser Guide einfach top --> ein sehr gut organisierter Ausflug!

