So ein paar «Highlights» von heute habt Ihr ja bereits live mitbekommen, hier nun die Rückschau, was sonst so alles passiert ist:
Tag 2, Seetag:
Die Nachtruhe wurde um 6:30 Uhr jäh beendet, als der Handywecker unseres jüngeren Sohnes Laut gab. Und ich hatte meiner Familie noch eindeutig gesagt: «Stellt Eure Weckfunktionen von zuhause ab. Ich habe keine Lust auf einen Weckdurchgang, bevor die X-Lounge zum Frühstück geöffnet hat.»
Haben sie auf mich gehört? Natürlich nicht. ![]()
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Immerhin konnte meine Frau anschliessend auch nicht wirklich wieder einschlafen, so haben wir die Jungs einfach in der Kabine zurückgelassen und sind um kurz nach 8 Uhr in die X-Lounge getapert.
Meine Sorge, dass es aufgrund des begrenzten Platzangebotes schwierig werden könnte, einen freien Tisch zu ergattern, erwies sich zu diesem Zeitpunkt zum Glück als unbegründet. Aber wären wir nur 15 Minuten später gewesen… ![]()
Okay, ein kleines aber feines Frühstück, bei dem für mich selbstverständlich die benediktinischen Eier nicht fehlen durften (wie immer mit Gruß an Helmut ebenezer ). Sie waren… naja… okay. Hatte schon bessere, auch bei TC. Da ist für die kommenden zwei Wochen noch Luft nach oben.
Nach dem Frühstück konnte ich auch mit der Concierge für die kommenden Tage ein paar Dinge klären, betreffend den Geburtstag unseres Kleinen am Mittwoch und unsere Ringtauschaktion am Sonntag. Hierfür hat die Concierge sogar eigens die Regel, dass in der X-Lounge für das Abendessen Tische maximal einen Tag im Voraus reserviert werden können, ausser Kraft gesetzt, nachdem ich ihr die Geschichte erzählt hatte.
Finde ich super! Auf die Concierges bei TC kann man sich wirklich verlassen! ![]()
Um 10:30 Uhr stand dann das Forumstreffen an. Aufgrund früherer Erfahrungen hatte ich als Ort die Schaubar ausgewählt, da sie unter normalen Umständen zu diesem Zeitpunkt praktisch leer sein sollte. Laut Tagesprogramm sollte sie heute auch erst um 13 Uhr öffnen. Hätte, sollte, müsste – als meine Frau und ich gegen 10:20 Uhr mit Cocktails, die wir uns extra noch in der TUI-Bar geholt hatten, ankamen, war die Bar geöffnet und schon eine ganze Reihe von Tischen besetzt. Keine Chance, in diesem in den folgenden 20 Minuten immer weiter zunehmenden Durcheinander herauszufinden, ob und wenn ja wer von den Anwesenden auch Pooldeck24-Foristi waren.
Ein von mir noch verzweifelt abgeschickter Kommentar im Roll Call brachte auch keine Besserung. Ich versuchte zwar, alle Neuankömmlinge hoffnungsvoll anzulächeln, aber irgendwie reagierte niemand darauf.
Immerhin kamen kurze Zeit später Jette24 und ihr Mann vorbei, so dass meine Frau und ich nicht ganz alleine waren. Aber das war es dann auch schon. So haben wir uns am Ende eine gute Stunde angeregt zu viert unterhalten. ![]()
Zum Mittag gingen meine Frau und ich ins Gosch. War auch soweit in Ordnung, obwohl ich finde, dass die einst legendäre Bouillabaise im Laufe der Jahre doch deutlich nachgelassen hat.
Die Ereignisse des frühen Nachmittags konntet Ihr dann ja live verfolgen. Für 16:30 Uhr war im Tagesprogramm ein Regenbogentreffen in der Diamantbar verzeichnet gewesen, zu dem ich selbstverständlich hinging. Leider habe ich dort so niemanden angetroffen, der auch deswegen da zu sein schien. Zwar sassen in einer Ecke zwei junge Männer beisammen, aber als ich diese ansprach, ob sie zum Regenbogentreffen da seien, zuckten sie nur mit den Schultern.
Irgendwann kamen noch zwei Frauen um die 40 vorbei und schauten sich suchend um, aber irgendwie hatte ich keine Lust, die auch noch anzusprechen. Die beiden setzten sich kurz hin, standen nach gut 3 Minuten wieder auf und verschwanden. (Hm, mein Passing als Frau ist nun wirklich nicht das allerbeste, ich hätte also eigentlich als trans auffallen müssen.)
Liebe TUI Cruises, das war ein sehr anschauliches Beispiel, wie man es nicht macht. Ich erkläre Euch das mal kurz:
Viele LGBTQ, die auf Kreuzfahrten gehen und an Regenbogentreffen Interesse haben könnten, sind oftmals noch nicht wirklich weit herausgekommen. Und wir mögen es allgemein nicht, irgendwo auf dem Präsentierteller zu sitzen. Darüber hinaus haben wir auch keine geheime Superkraft, mit der wir uns gegenseitig instinktiv erkennen.
Im Juli 2024 habe ich an Bord der MS5 mal ein Regenbogentreffen mitgemacht, das war ganz anders. Es fand tagsüber in der Abtanzbar statt, dass heisst, wir waren nicht nur unter uns, sondern jede Person, die hereinkam, wusste auch ganz genau, warum die anderen da waren. Sowas nennen wir einen «safe space». Noch dazu waren auch zwei Personen von der Crew anwesend und konnten auf die Leute zugehen.
So geht das. Das, was ich heute erlebt habe war nicht nur halbherzig, sondern auch nicht nur schlecht, sondern überhaupt nicht durchdacht.
Nur meine 0,02 Euro.
Da sass ich dann also in der Diamantbar, nippte an meinem Singapore Sling und überlegte, was ich so bis zum Abendessen unternehmen wollte. Spontan suchte ich das Tag&Nacht-Bistro auf, weil ich wissen wollte, was sich seit gestern beim Speisenangebot getan hatte. Mir war nämlich am Vortag aufgefallen, dass es gar keinen regionalen Mottotag gegeben hatte, obwohl dies in der App für diese Lokalität angekündigt gewesen war. Also zumindest grundsätzlich, nicht mit Angabe eines konkreten Landes.
Da war aber auch diesmal nichts. Es gab wieder drei Pizzen: eine Margharita, eine mit Salami und lediglich die Tagespizza war von gestern mit Meeresfrüchten auf heute Hawaii geändert worden. Dazu wie gestern Bratwurst, Currywurst, Pommes, Cihili con Carne, Jacksonkartoffeln (was auch immer das sein soll), fertige, gratinierte (!) Hot Dogs (Iiih!), Okraschoten und ein Meeresfrüchteeintopf. Bis auf die eine Pizza keinerlei Updates. Puh! ![]()
Da fing dann plötzlich der Sling in meinem Magen zu pieksen an, und oh meine Freunde und Droogs, ich war bereit für ein kleines bisschen Horroshow. In Form des Chili von Carne.
Ich habe 2020 schon einmal das «Chili con carne 2.0» im «Ganz schön gesund» auf der MS2 mit Genuss verrissen. Das hatte dieses Gericht auch 100%ig verdient. Ich bin seit mehr als 30 Jahren dabei, mein eigenes Chilirezept zu perfektionieren, und masse mir deshalb ein besonders strenges Urteil an. Also nahm ich mir einen Teller, lud einen Löffel Chili drauf und setzte mich.
Bereits auf den wenigen Metern vom Buffet zum Tisch trat eine respektable Menge Fett aus:
Aber egal, ich war in diesem Moment da, mich so richtig zu gruseln, ohne vorher meine Eingeweide um Erlaubnis zu fragen. Und so probierte ich das Wechselbalg eines T&N-Koches. Wie angesichts des ausgetretenen Fettes zu erwarten, war das Hack knochentrocken. Da half es auch nicht, einen zweiten Löffel Fleisch mit ein wenig vom ausgetretenen Öl zu mischen, das Hack war totgekocht. Es war nicht mehr, war zu seinen Ahnen heimgegangen, ärgerte bereits Monsieur Bocuse im Gourmethimmel, seine Struktur war nicht einmal mehr für Viktorianer interessant, die grossen Rinderherden Mexikos hatten es in die ewigen Jagdgründe aufgenommen. Dies war Ex-Fleisch! ![]()
Und nun schaut einmal die Fettlache an, die am Ende des Verzehrs (ja, ich war so tapfer gewesen) übrig blieb: ![]()
Ich wollte eigentlich keinen Foodporn mehr posten, es sei denn, es ging um etwas Besonderes. Besonders grauenhaft trifft es hier allerdings durchaus. Dieses Chili con carne schaffte es heute locker in meine persönlichen Top 10 der schlimmsten Gerichte auf KF-Schiffen. ![]()
And now for something completely different:
Ich möchte Euch noch mit dem heutigen «fahrgebietbezogenem Gericht» bekanntmachen. Diese täglich wechselnden Gerichte im Atlantik sind schon länger eines meiner persönlichen Highlights, denn sie bringen eine angenehme Abwechslung in die nach nunmehr 9 Touren mit TC eingefahrene Atlantik-Routine.
Für alle, die aktuell mit auf dem Schiff sind oder ab 1.3. dieselbe Tour nochmal fahren, habe ich hier den Plan der zwei Wochen, wann es welches Gericht gibt, abfotografiert (im der App und auf dem Kabinen-TV stehen die ja nie):
Heute gab es «Janssons Versuchung» (im Original «Janssons frestelse»), einen Kartoffel-Zwiebel-Anchovis-Auflauf:
Klingt vielleicht unspektakulär, war aber ein Umami-Faustschlag mitten ins Gesicht. Einfach grossartige Aromatik, simpel, aber von sehr grosser Tiefe. Und mal wieder ein Häkchen, welches ich in meiner kulinarischen Bucketlist setzen konnte (und da wird es im Laufe der Reise noch so einige geben, wenn alles gut läuft). ![]()
Okay, das wars für heute. Dem Karnevalstreiben sind wir erfolgreich entflohen, morgen früh wird gerodelt. Bis dahin!
