Donau statt Grönland - ein Reisebericht

  • 28.8. Novi Sad

    Heute hatten wir den Ausflug "Novi Sad und Sremski Karlovci mit Weinprobe" gebucht.

    Um 8.45 Uhr holten uns die Busse am Schiff ab und fuhren mit uns durch Novi Sad und durch den unteren Teil der Festung Peterwardein, dessen Häuser heute ganz normalen Wohnzwecken dienen. Der obere Teil der Festung kann bereits seit 2010 nicht mehr mit Bussen erreicht werden, da die Gewölbe unterhalb des Busparkplatzes bei der Belastung einzubrechen drohten. Seitdem kann man die Festung nur noch zu Fuß erklimmen. Viele Reiseveranstalter, u.a. auch Phoenix haben die Besichtigung der Festung deshalb aus ihrem Programm gestrichen.

    In Sremski Karlovci angekommen, gab es einen sehr kurzen Stadtrundgang mit Blick in die Kathedrale.

    Einmal editiert, zuletzt von meer(er)leben (12. September 2021 um 21:51)

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Wesentlich länger war der Aufenthalt im Museum für Bienenzucht, denn dort fand auch die Weinprobe statt.

    Es wurden aus eigener Produktion Proben von 7 Weinen, einem Honigschnaps sowie 3 Honigsorten verkostet. Oha, wer das vorhat, bitte gut frühstücken ! Es gab zwar Weißbrot, Käsestückchen und ein paar Oliven und zur Neutralisation Wasser, aber in die Knie geht es trotzdem.

    Man konnte alle Produkte auch kaufen und in Euro bezahlen.

    Wir sahen uns das kleine Museum noch an und erfuhren einige interessante Fakten zur Bienenzucht und Honigproduktion.

    Der Reiseführer sprach akzentfrei deutsch, weil er bis zum 16. Lebensjahr in Deutschland lebte, hatte ungemein viele Kenntnisse, die er uns sehr gerne vermittelte und es war sehr angenehm, ihm zuzuhören.

    Wir können diesen Ausflug empfehlen.

  • Nach der Rückkehr zum Schiff erwartete uns das Mittagessen. Währenddessen erfolgte die serbische Ausreisekontrolle, von der wir aber nichts mitbekamen.

    Um 14.30 Uhr legte der A-Silver ab und nahm Kurs auf Ungarn.

    Den Nachmittag haben wir irgendwie vertrödelt.

    Die geplante Eisparty fand wegen der kühlen Temperatur von 16° nicht statt.

  • 29.8. Kalocsa und Solt

    In der Nacht ab 2.30Uhr müssten wir uns in Mohacs wieder der Einreisekontrolle unterziehen. Fausto, der Kreuzfahrtleiter, warnte vor, dass es u.U. passieren kann, dass von den Behörden eine Pass- und Gesichtskontrolle gefordert wird. Glücklicherweise blieben wir davon verschont und hatten eine ruhige Nacht.

    Um 8.30 Uhr legte A-Silver in der Nähe von Kalocsa an. Wir hatten den Ausflug "Puszta Fahrt" gebucht. Die nichtteilnehmenden Gäste hatten eine gute Stunde Zeit, sich an Land umzusehen, dann fuhr das Schiff weiter nach Solt.

    Wir fuhren mit dem Bus durch Kalocsa und erhielten dabei von der Reiseleiterin Informationen. Zunächst hielten wir an einem kleinen Museum, das wir uns anschauen konnten. Natürlich gab es darin auch einen kleinen Stand, an dem Handarbeiten und Paprikaprodukte verkauft wurden.

    Danach fuhren wir zum Paprikahaus, was im Prinzip auch nur ein Museum über den Paprikaanbau und seine Geschichte ist.

    Es gab wieder unzählige Paprikaprodukte von Pulver über Cremes bis Pralinen zu kaufen.

    Falls ihr das vorhabt, so achtet unbedingt auf das Haltbarkeitsdatum ! Vieles lief bereits nach 3-4 Monaten ab, einiges war bereits abgelaufen. Und es ist eindeutig besser in Forint zu bezahlen. Der angewendete Umrechnungskurs auf den Euro war dort sehr schlecht.

    Anschließend fuhren wir zu einer Czárda. Wir wurden mit Schmalzbroten, die mit Paprika gewürzt waren, und mit Wein begrüßt. Das war sehr schmackhaft.

    Danach erfolgte die typische Reitervorführung, was wirklich schön anzusehen war. Auch die Stallungen konnten besucht werden.

    Wer wollte, konnte an einer kleinen Kutschfahrt teilnehmen, bei der auch der landestypische Schnaps Palinka ausgeschenkt wurde.

    Danach brachten uns die Busse wieder zum Schiff, das unterdessen in Solt lag. Ein privater Landgang war übrigens in Solt nicht möglich.

    Es ging dann auch sofort weiter Richtung Bratislava.

    Dieser Ausflug hat uns sehr gut gefallen.

    Abends stand ein Piratenabendessen an, was wir von vorherigen Fahrten mit Phoenix bereits kannten.


    Die Tische waren "unordentlich" eingedeckt, die Kellner trugen zerrissene Kleidung, Perücken und Stirnbänder. Man merkte, dass es ihnen mächtig Spaß machte, so unkonventionell zu bedienen.

    Um ca 20.30Uhr passierten wir noch einmal das Lichtermeer von Budapest.

  • 30.8. Bratislava

    Am Abend zuvor erhielten wir die Information, dass in Bratislava nur noch geimpfte und genesene Gäste das Schiff verlassen dürfen.

    Die Slowakei akzeptiert weder Schnell- noch PCR- Tests.

    Uns betraf das zwar nicht, aber diese ständigen, kurzfristigen Änderungen sind eine Katastrophe ! Vielleicht hätten einige der ungeimpften Gäste die Fahrt unter diesen Bedingungen erst gar nicht angetreten.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass Phoenix aus diesen Gründen auch auf dem Fluss mit Ausnahme reiner Deutschland-Reisen nur noch Geimpfte mitnimmt.

    Um 9.30Uhr waren wir an der Schleuse Gabcikovo ( Länge: 275m, Breite: 34m, Höhe: 20m).

    Wir mussten nicht warten und die Schleusung ging zügig vonstatten.

    Außerdem gab es auf dem Sonnendeck von 10.30 - 11 Uhr einen weiteren ( diesmal bayrischen Frühschoppen).

    Anschließend wurden die Abreiseinformationen in der Lounge gegeben.

    Wir sollten am Mittwoch um 8.30 Uhr in Passau/Altstadt Nr. 13 ankommen.

    Auch die neuen farblich sortierten Kofferschilder wurden ausgegeben.

    2 Mal editiert, zuletzt von meer(er)leben (7. September 2021 um 23:16)

  • Nach dem Mittagessen legten wir um 14 Uhr in Bratislava an Wir lagen am Anleger Huma 3, mit einem sehr kurzen Weg ins Zentrum.

    Da wir die Burg bereits einmal besucht hatten, machten wir uns zu Fuß auf in die Stadt.

    Mit seinen liebevoll restaurierten Gebäuden und Sehenswürdigkeiten gefällt mir Bratislava unheimlich gut. Auch weil es wesentlich kleiner ist als Budapest und Wien lässt sich die Altstadt gut erlaufen und hinterließ bei mir

    so ein anheimelndes Gefühl.

    Natürlich gehörte auch eine gemütliche Pause in einem der unzähligen Cafés und Restaurants dazu. Das Eis war überaus schmackhaft. Das Wetter meinte es mit uns heute ebenfalls gut - bis kurz vor Ende unseres Aufenthalts war es warm und sonnig.

    Beim Ablegen dann verabschiedete uns Bratislava mit dem herrlichsten Doppel-Regenbogen !

  • 31.8. Melk

    Der heutige Vormittag gehörte wieder ganz dem Fluss.

    Nach dem Frühstück genossen wir einfach die Schönheiten der Wachau.

    Um 13 Uhr erreichten wir Melk.

    Den einzigen Ausflug zum Stift Melk hatten wir bereits einmal gemacht. Also war der Plan die 2km nach Melk zu laufen und uns dort umzusehen. Da aber der Himmel meinte, Krokodilstränen wegen dem Ende unserer Reise zu vergießen, überlegten wir es uns anders und blieben an Bord.

    Da es nur 3 Stunden Aufenthalt war, lohnte es sich auch nicht, noch loszulaufen als es dann aufklarte.

    Zum Kaffee hatte der Konditor noch einmal alles gegeben und wunderschön anzusehende und natürlich auch schmeckende Früchtetorten gebacken. Ein Foto davon gibt's nicht, weil gefühlt alle davorstanden und fotografierten.

    Beim Abschiedscocktail wurden noch einmal alle Crewmitglieder vorgestellt.

    Der Hotelmanager erklärte uns, dass es in Pandemiezeiten unheimlich schwer war, eine vollständige Crew zusammenzustellen, damit A-Silver überhaupt fahren konnte.

    Das folgende Abendessen war sowohl optisch als auch geschmacklich hervorragend.

    Und am Schluss durfte die bei Phoenix obligatorische Eisparade natürlich nicht fehlen.

  • 1.9. Passau - Ende der Reise

    Da die Donau in den letzten Tagen durch die Regenfälle über ihre Zuflüsse sehr viel Wasser aufnehmen musste, war der Wasserstand bereits erhöht. Das konnte man bereits sehen.

    Wir wurden informiert, dass der Kapitän deshalb die Geschwindigkeit drosseln muss und wir verspätet in Passau ankommen werden.

    Auch der Liegeplatz wurde auf Lindau geändert, da die lichte Brückenhöhe nicht mehr ausreichen würde.

    Letztendlich erreichten wir Passau-Lindau erst um 10.30 Uhr. Sogar die eigentlich geschlossenen öffentlichen Toiletten wurden geöffnet, da der Weg in die Kabine seit 9Uhr nicht mehr möglich war.

    Bis das Schiff vertäut war und die Koffer von Bord geschafft waren, verging nochmals eine Dreiviertel Stunde.

    Der Globus-Bus brachte uns zur Garage.

    Wir verabschiedeten uns von den zu Freunden gewordenen Tischnachbarn und ab ging es nach Hause.

  • Vielen Dank für Euren schönen, anschlichen Bericht, der tatsächlich Lust macht, auch einmal eine Flusskreuzfahrt zu wagen!

    LG

    Jutta

  • Fazit

    Es war für uns eine sehr schöne Flusskreuzfahrt. Die Organisation durch Phoenix bei Ein- und Ausschiffung und während der Fahrt an Bord war beispiellos.

    Die angelaufenen Ziele waren fast alle sehenswert. Die Liegezeiten waren für uns ausreichend.

    Der A(madeus)-Silver ist ein komfortables Schiff vom Baujahr 2013. Die Geräuschkulisse, auch nachts in den Schleusen, war minimal.

    Es war überall sehr sauber. Das Housekeeping hat exzellente Arbeit geleistet.

    Unsere Kabine war geräumig. Außer dem "begehbaren" Kleiderschrank gibt es noch 4 große Schubladen. Die Koffer passen unter das Bett.

    Etwas gestört hat uns die bereits erwähnte Glasschiebetür zum Bad und dass die Klimaanlage Richtung Bett pustet.

    Die Maskenpflicht beim Laufen im Innern des Schiffes war nicht störend

    Das Unterhaltungsangebot am Abend beschränkte sich auch hier auf einen einzelnen Bordmusiker. Kann sein - muss aber nicht !

    Verbesserungswürdig ist auf jeden Fall der Service in der Bar. Es dauerte einfach viel zu lange, bis bestellte Getränke an den Tisch kamen. Selbst bei geringer Auslastung der Lounge.

    Die Preise für Getränke, mit Ausnahme des Mineralwassers, fanden wir moderat

    Weil das Wetter teilweise recht kühl war, fiel ein weiterer Kritikpunkt auf. Es waren keine kabineneigene Decken vorhanden. Während der Coronapandemie Decken auf dem Sonnendeck zu lagern, die allen Gästen zugänglich sind und nicht nach einmaligen Gebrauch gewaschen werden, ist wider aller Hygieneregeln. Ich finde das fast schon fahrlässig.

    Keiner der vier von uns gebuchten Ausflüge hat uns enttäuscht. Die beiden letztgenannten fanden wir sogar sehr gut

    Die Preise dafür empfanden wir angemessen.

  • Ich habe lange überlegt, ob ich über unsere Reise schreiben soll. Schließlich gibt es in letzter Zeit ganz viele Reiseberichte über Flusskreuzfahrten, die sich bei den relativ wenigen Flusszielen doch alle ziemlich ähneln.

    Außerdem können das andere viel besser als ich.

    Letztendlich habe ich mich doch dazu entschlossen, weil es für mich ein willkommenes Revuepassieren der Reise darstellte.

    VG Brigitte

  • meer(er)leben

    Danke für Deinen tollen Reisebericht, den ich mit großem Interesse verfolgt habe. jeder Bericht ist wertvoll, für den Berichterstatter aber auch für die Mitlesenden.

    Das doppelt Erleben kenne und schätze ich auch.

    Flussfahrt ist etwas ganz anderes als Hochsee und im direkten Vergleich hat bei uns die Hochsee immer noch die Nase. vorn.

    Ein Austesten lohnt sich aber allemal. Beim direkten Vergleich Donau mit Grönland gewinnt bei mir allerdings Grönland. Aber das Ziel habt Ihr ja nicht aus den Augen verloren oder?

    LG
    Siegrid

  • Beim direkten Vergleich Donau mit Grönland gewinnt bei mir allerdings Grönland. Aber das Ziel habt Ihr ja nicht aus den Augen verloren oder?

    Nein, das haben wir nicht uschisiggi !

    Schließlich hatten wir uns seit Dezember 2019 auf diese Reise gefreut. Und Phoenix hat ja dankenswerterweise die fast gleiche Tour in 2023 aufgelegt und zunächst für die Bucher der diesjährigen Reise reserviert. Jetzt aber nochmals fast 2 Jahre warten, ist eine Herausforderung. Man weiß ja nicht, was bis dahin alles geschieht, zumal wir beide gerade versuchen, einige gesundheitliche Krisen meistern.

  • Warum die Bilder jetzt doppelt erscheinen, kann ich mir nicht erklären. :/

    Hallo @meerleben

    das passiert, wenn die Bilder nicht über die Funktion "Original einfügen" eingefügt werden.

    Dein Bericht hat mir sehr gut gefallen. Schön, dass du dich dazu entschlossen hast :thumbup:. Wenn du im Titel noch das Kürzel RB dazu schreibst, weiß auch gleich jeder, dass sich dahinter ein Reisebericht verbirgt.

    LG Susanne

  • meer(er)leben 8. September 2021 um 11:54

    Hat den Titel des Themas von „Donau statt Grönland“ zu „Donau statt Grönland - ein Reisebericht“ geändert.
  • Mohacs?! Was für einen Ausflug hätte man da machen können? :/