Tag 6, Narvik:
Für den zweiten Tag in Narvik hatten wir eine Fahrt in den «Polar Park», den nach Eigewerbung «nördlichsten Tierpark der Welt» gebucht mit dem besonderen Schmankerl, dort Polarfüchse streicheln und füttern zu können.
Nach etwa einer Stunde Busfahrt erreichten wir den Park und wurden informiert, dass es sinnvoll sei, Spikes anzulegen. Wir hatten unsere selbstverständlich mitgebracht, es standen aber auch Leih-Spikes im Bus zur Verfügung, die wir auch gleich im Gepäckabteil des Busses anlegen konnten. Nur um sie eine Minute später wieder abziehen zu müssen, weil wir erstmal durch das Eingangsgebäude mussten. Im Park dann durften wir sie wieder anlegen, mussten aber feststellen, dass es keine Bänke zum Hinsetzen gab. Übrigens auch im gesamten Rest des Parks nicht! Zwischendurch mal Hinsetzen und Verschnaufen war nicht möglich was angesichts des Umstandes, dass der Park in ziemlichem Hügelgelände mit zum Teil steilen Wegen zwischen den Gehegen erbaut worden war, schon eine echte Durchhalteübung war.
Das erste Tier, welches wir erblickten, war ein 17 Jahre alter Luchs-Senior namens «Frosty»:
Luchse haben in etwa die gleiche Lebenserwartung wie Hauskatzen, also war es durchaus verständlich, als unsere Führerin vom Park erklärte, man wisse nicht, wieviele Winter er noch erleben würde. Frosty stellt für die Besucher das Begrüssungskommitte dar, aber nicht, weil er Menschen so gern hat, sondern weil er den grünen Futtereimer der Führerin gesehen hatte, es also für ihn etwas zu futtern gab. Wie wir erfuhren, war das Elchfleisch, welches im Park überwiegend an die Fleischfressen verfüttert wird. Es handelt sich zumeist um «Roadkill», also Elche, die Unfällen mit Autos zum Opfer gefallen sind.
Was gut, dass ich Knut und Elkvira nicht mit auf die Reise genommen habe!
Im Nebengehege trafen wir auf Frostys 10jährigen Sohn «Little Brown». Da Luchse Einzelgänger sind, müssen sie in getrennten Gehegen gehalten werden.
Sobald Frosty verstirbt, soll der Park ein Luchsweibchen aus einem Zuchtprogramm bekommen, um mit Little Brown Nachwuchs zu zeugen. Vorher geht das nicht, da für den Fall, dass sich die beiden nicht verstehen, ein freies Gehege zur Verfügung stehen muss.
Weiter ging es zu den Moschusochsen:
Hier zeigte sich der Nachteil der doch recht grosszügigen Gehege: selbst mit Zoom waren die Tiere oft nur schlecht mit der Kamera einzufangen. Und die wuchtigen Zäune taten ihr Übriges.
Den nächsten Stop hatten wir an der Futterstelle der Rentiere. Diese bewegen sich frei im Park, hatten aber wohl gerade keine Lust auf eine Begegnung mit uns. Immerhin blieben sie die einzige Tierart, die wir bei unserem Besuch nicht zu Gesicht bekamen. Und da wir vier kommende Woche noch ein Rentiererlebnis gebucht haben, konnten wir dies auch gut verschmerzen.
Weiter ging es bei den Wölfen, welche in zwei verschiedenen Rudeln in zwei getrennten Gehegen leben. Für ein Rudel war gerade Hauptfütterungszeit, da waren die Portionen dann auch um einiges grösser als nur die kleinen Snacks unseres Tourguides:
Elchpatties in XXL-Burgergrösse, lecker. Aber dennoch blieben die Wölfe misstrauisch und zurückhaltend, solange wir in der Nähe waren.
Sehr viel gechillter waren ihre Kolleg*innen im anderen Gehege:
Die hatten übrigens als Welpen im Haus der Parkbetreiber gelebt, waren also bis zu einem gewissen Grad handzahm. Bis letztes Jahr hat TC sogar einen Ausflug in den Polar Park mit Besuch im Wolfsgehege angeboten. Dieses Jahr stand er nicht mehr in der Ausflugsauswahl. War wahrscheinlich zu teuer und die Resonanz dementsprechend eher gering gewesen: er kostete seinerzeit 595 Euro pro Person!
Dann lernten wir einen sehr scheuen Vielfrass kennen:
Am Braunbären sollten wir aus Zeitgründen eigentlich gar nicht vorbeikommen, aber ich habe mich kurz von der Gruppe abgesetzt und so noch ein schnelles Foto erhascht:
