Reisebericht Süd-Amerika und Antarktis Januar 2025 - Kreuzfahrt / HAL / Oosterdam 06.01. bis 28.01.2025

  • 10.01.2025 Entlang der Pazifik-Küste - Teil 2

    Weiter ging unsere Fahrt entlang Patagoniens. Am späten Nachmittag bogen wir dann in einen geschützten Seitenarm eines Fjordes.

    Jetzt begann für den Kapitän und seine Navigations Crew „Mission Impossible“ – Würde ihr Zeitplan und die Routenberechnung aufgehen?

    Wir dagegen konnten die wunderschöne Landschaft genießen. Wir waren mitten in Patagonien. Der Anblick der mächtigen Anden erinnerte mich wieder an unseren tollen Flug von Buenos Aires nach Santiago de Chile über dieses große Bergmassiv. Unglaublich was wir seitdem alles erlebt hatten und wie unendlich lang diese Bergkette ist. Sie, die Anden, waren immer noch da.

    Die aktuelle Routenänderung war nicht schön. Natürlich hätten wir die chilenischen Fjorde mit ihren bekannten Gletscher Formationen gerne gesehen. Aber auf früheren Reisen hatten wir bereits das Glück Gletscher z.B. in Alaska oder Grönland zu erleben. Daher war dieser Wegfall für uns nicht so tragisch. Andere Gäste waren schon sehr enttäuscht. Sie hatten sich auf ihre „ersten“ Gletscher so richtig gefreut. Ich war dagegen über die verlängerte Liegezeit in Ushuaia happy. Auf diesen Hafen habe ich mich besonders gefreut und fand die ursprüngliche Liegezeit von 14:00 bis 20:00 Uhr sehr knapp bemessen.

    Uns beschäftigte an diesem Tag viel mehr die Frage, ob es wirklich mit der Antarktis klappen wird. Denn in 3 Tagen sollten wir in Ushuaia sein und dann würde am Abend unsere große Fahrt in die Antarktis starten. Dieser Teil der Reise war der Hauptgrund für uns, warum wir nach Südamerika geflogen sind. Kap Horn und die Antarktis waren für meinen Mann die absoluten Reise Highlights. Wir wussten aber auch, dass nicht jede geplante Reise in die Antarktis auch stattfindet. Das Wetter hier unten in Südamerika kann einem manchmal einen bösen Streich spielen.

    Wir konnten also nur die Daumen drücken, hoffen, dass der Wetter-Gott uns gnädig ist und immer wieder einen verstohlenen Blick auf die Windy App werfen. Aber die war halt aktuell einfach nur sehr pink.


    Dies und Das – Buchtipp „Der Pinguin meines Lebens“:

    Buch: Der Pinguin meines Lebens

    Auto: Tom Michell

    In diesem Buch wird die Rettung eines kleinen, völlig ölverschmierten Magellan Pinguins beschrieben. Der Lehrer Tom findet ihn in Punta del Este und nimmt ihn – notgedrungen- mit nach Buenos Aires. Er tauft ihn auf den Namen Juan Salvador und damit beginnt eine unglaubliche Freundschaft.

    Das Buch ist sehr charmant und nett geschrieben. Eine leichte Lektüre zum Schmunzeln, an einigen Stellen auch zum Nachdenken.

    Für alle, die Pinguine mögen, eine absolute Empfehlung. Für alle die Pinguine mögen und schon mal in Punta del Este, Montevideo und / oder Buenos Aires waren, aus meiner Sicht, eine Pflichtlektüre. Viel Spaß beim Lesen! ;)

    Ob wir es tatsächlich bis Punta Arenas geschafft haben, verrate ich Euch morgen.;)

    Viele Grüße und bis morgen

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Wow, spannend!! Was für ein grandioser Reisebericht!

  • Mara88 oh wie schön, es geht weiter in Deinem grandiosen Reisebericht. Die pinke Wetterlage ist in der Tat nicht schön, aber auch wir hatten damals Pech mit der Fahrt durch die chilenischen Fjorde. Bei uns war ebenfalls das Wetter schuld, allerdings konnten wir aufgrund heftiger Winde nicht wie geplant zeitig ab Ushuaia starten und so erfolgte die Passage erst am frühen Abend. Den ersten Gletscher konnte man noch erahnen, dann war es bereits dunkel.

    Mit anderen Worten, gerade im Süden Südamerikas muss man in der Tat auf Wetterkapriolen gefasst sein.

    Ach ja, und danke für den Buchtipp.

    LG
    Siegrid

    Einmal editiert, zuletzt von uschisiggi (25. Februar 2025 um 09:34)

  • 11.01.2025 Punta Arenas, Chile - Teil 1

    Liegezeit von 13:00 bis 18:00

    Können und Mut bringen einen ans Ziel

    Die nächtliche Schiffspassage ist erfolgreich verlaufen und unser Kapitän hat uns sicher nach Punta Arenas gebracht. :):thumbup:

    Dies und Das – Die Tender Plattform bei HAL

    Da bereits unsere beiden letzten Häfen, Puerto Montt und Chacabuco sowie auch heute Punta Arenas Tenderhäfen sind, möchte ich Euch die Tender Plattform von HAL zeigen, da ich dies so von anderen Reedereien nicht kenne.

    Vom Inneren des Schiffes gelangt man bequem zu einem eigenen Ausstiegsbereich. Dieser ist hinter der normalen Ausstiegsluke, außen vor dem Schiff. Von hier kann man bequem eine Treppe hinuntergehen. Hier befindet sich auch wieder ein eigener Plattformbereich, von dem man bequem in das Tenderboot steigen kann.

    Bei anderen Reedereien ist es oft so, dass man direkt aus der Luke in das Tenderboot steigen muss. Das wird schon bei leicht unruhigem Seegang zum Balance Akt. Passen Luke des Schiffs und Einstiegshöhe des Tenderbootes auch wirklich zusammen?

    Neben dieser bau-technischen Konstruktion ist die Crew von HAL ausgesprochen gut ausgebildet für das Tendern. Sie helfen einem sehr sorgsam, aber auch zielführend ins Tenderboot. Sie sind sehr hilfsbereit und geduldig beim Umgang von Menschen, die nur mühsam ins Boot kommen. Das Tender Team behält immer die Ruhe und kein Passagier wird unnötig gedrängt oder gehetzt. Das dauert zwar manchmal gefühlt länger, aber ist es vermutlich gar nicht. Denn im Gegensatz zu anderen Reedereien werden die Boote sehr selten bis auf den wirklich allerletzten Platz aufgefüllt. Man hat also auch während der Tenderfahrt noch das Gefühl „Ich bekomme Luft“.

    Gleichzeitig gibt es beim Tendern und auch an der Gangway, wenn das Schiff direkt im Hafen liegt, Crew Mitglieder, die für den speziellen Einsatz für oder mit Rollstuhlfahrern ausgebildet sind. Soweit ich weiß, gibt es hier für Gäste, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, auch einen eigenen Aufzug, der sie bis zur untersten Ebene auf die Tenderplattform bringt.

    Insgesamt ist uns das sehr hilfsbereite Verhalten der Crew gegenüber Menschen mit Behinderung sehr positiv auf unseren Reisen mit HAL aufgefallen.

    Anmerkung: Das Foto von der Tenderplattform stammt von der Koningsdam vor Maui. Sie gehört zu der größeren Schiffsklasse von HAL, der Pinnacle Class. Die Plattform auf der Oosterdam ist aber sehr ähnlich, halt nur etwas kleiner.

    Willkommen in Punta Arenas. Willkommen an der Magellanstraße.

    Die Stadt hat inzwischen ca. 140.000 Einwohner und sie wächst weiter. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis ca. 1940 erlebte sie eine ihrer absoluten Blütezeiten. Bevor der Panama Kanal gebaut wurde, war sie die wichtigste Hafenstadt im Süden Südamerikas. Damals wie heute spielen der Fischfang und die Schafszucht eine besondere Rolle für die Stadt.

    Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts ist hier der ein oder andere Auswanderer sehr reich geworden, darunter auch einige Deutsche. Mit Wal- und Robbenfang und der Aufzucht von riesigen Schafherden, konnte man damals viel Geld verdienen. Daher wird Punta Arenas auch gerne als die Stadt der Schaf-Barone bezeichnet.

    Bei einer Stadtbesichtigung sieht man an manchen Stellen noch die imposanten Bauten der prachtvollen Villen aus dieser Zeit.

    Beim Besuch von Punta Arenas hat man als Kreuzfahrt-Besucher eine wesentliche Frage zu klären. Pinguine Ja oder Nein. Wenn die Antwort „JA“ lautet, zieht es die meisten zur Magdalenen Insel. Hier lebt eine sehr große Pinguin Kolonie, die man mittels eines Bootausfluges besuchen kann. Diese Touren sind sehr begehrt und daher wohl auch schnell ausgebucht.

    Beantwortet man die Frag mit „Nein“, zieht es die meisten in die Stadt, zum Sight Seeing oder in die Umgebung. Eine Stadtbesichtigung kann man auch gut alleine absolvieren, wenn man sich vorher seine Spaziergangsroute überlegt hat. Oder man macht eine geführte Tour.

    Sowohl für die „Pinguin“ als auch die „Stadt“ - Variante gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten und ebenso viele Anbieter (Reederei und andere Touranbieter).

    Dies und Das – Wo liegt die südlichste Stadt der Welt?

    Eine Grundsatzfrage bleibt aber für jeden Besucher gleich. Ist Punta Arenas nun die südlichste Stadt der Welt oder ist es doch das kleinere Ushuaia? Die Antwort, die man hier in Punta Arenas erhält, ist ziemlich klar. Wir sind die Stadt, Ushuaia ist ein Dorf. Das sehen die Bewohner von Ushuaia natürlich anders. Ihre Stadt liegt sachlich gesehen südlicher. Und wenn man bedenkt, dass es dann noch den viel kleineren Ort Port Williams gibt, der noch südlicher liegt als Ushuaia, bleibt die Frage offen. Oder anders gesagt, dass kann jeder Besucher für sich entscheiden. Weit weg und tief im Süden sind sie alle. ;)

    Für Punta Arenas hatten wir ursprünglich einen privaten Ganztagesausflug gebucht. Neben der Stadtbesichtigung hätten wir auch den Parque del Estrecho und das Forte Bulnes ganz im Süden der Region besichtigt. Doch durch unsere Routenänderung und die verkürzte Liegezeit mussten wir diesen stornieren.

    Daher hatten wir kurzfristig (also einen Tag vorher) über HAL einen deutschsprachigen Ausflug „Highlights von Punta Arenas“ gebucht.

    Unser Treffpunkt heute war im „World Stage“ Theater. Hier bekamen wir die obligatorischen Farbsticker mit Ausflugsnummer und tenderten gemeinsam mit unserer Gruppe an Land. Das klappt in der Regel immer recht gut bei HAL.


    Geht gleich weiter, wir sehen uns an Land in Punta Arenas …

  • 11.01.2025 Punta Arenas, Chile - Teil 2

    Mit einem Bus und einer Gruppe von ca. 25 bis 30 Personen ging es mit unserer deutsch-chilenischen Reiseleiterin auf Tour. Sie stammt aus einer deutschen Einwanderer Familie in der 4. oder 5 Generation. Ihre Anekdoten über ihre Familie und von damals waren eine nette Unterhaltung.

    Unser erster Halt war der bekannte Aussichtspunkt der Stadt.

    Dies und Das – Feuerland - Patagonien

    Bis zum Tag in Punta Arenas war ich sehr großzügig mit der Verwendung Feuerland und Patagonien umgegangen. Ich dachte es wären mehr oder weniger Synonyme. Aber Achtung, das ist falsch. ;) Feuerland ist nur die Region „Tierra del Fuego. Auf dem Bild sieht man es - oben links, der Küstenstreifen. Von Punta Arenas aus guckt man also auf Feuerland, ist aber in Patagonien.

    Magellan benannte diese Region als Tierra del Fuego – Feuerland. Nachts hatte er vom Schiff aus immer wieder Rauchschwaden und Feuerstellen gesehen, die von den einheimischen Einwohnern stammten.

    Hier an dem Aussichtspunkt steht auch dieser tolle „Weg-Weiser“ bzw. „Welt-Weiser“. Ein Blick auf die vielen Orte lohnt sich.

    Weiter ging unsere Fahrt zum

    Friedhof Punta Arenas

    Dieser Friedhof ist vor allem durch seine Vielzahl an Zypressenbäumen bekannt. Sie werden regelmäßig pünktlich zum 1. November geschnitten.

    Auf den Gräbern sieht man oft Plastik-Blumen. Das wirkt im ersten Moment etwas befremdlich. Hat aber einen ganz einfachen Grund. Hier, im äußersten Süden der Welt, wachsen einfach keine Blumen ganzjährig und Sommerpflanzen, wie wir sie kennen, sind extrem teuer.

    Uns hat der Besuch auf dem Friedhof sehr gut gefallen. Ich wollte ihn unbedingt sehen. Wenn jemand sich aber zwischen dem Friedhof Punta Arenas oder Buenos Aires entscheiden muss, ist unser Favorit ganz klar: Der Recoleta Friedhof in Buenos Aires. :thumbup:

    Danach folgte ein Besuch in einem Museum. Hier gab es viele ausgestopfte Tiere, mehr oder weniger informative Schautafeln. Ausstellungsstücke, die an die Vergangenheit erinnerten und aktuelle Exposes zur Entwicklung der Region.

    Unser letzter Halt war der Plaza de Armas. Hier spielte mitten auf dem Platz eine lautstarke Trommel-Gruppe. Das war Rhythmus und Begeisterung pur.

    Rund um den Platz stehen wieder einige der wichtigsten Gebäude der Stadt. Hier findet man auch das

    Palacio Sarah Braun / Villa Sarah

    Am Ende unserer Tour besichtigten wir diese Villa bei einem Rundgang. :) Die Eigentümer waren eine der wohlhabendsten und bedeutendsten Familien hier in Punta Arenas. Die Inneneinrichtung ist prunkvoll, edel und luxuriös. Die Gemälde, Möbel und Vorhänge wurden extra aus Europa importiert. Hier erwachte das Leben der damaligen High Society so richtig vor dem geistigen Auge zum Leben. Man fühlte sich wie ein „Schaf-Baron“ und konnte sich ein bisschen das feine Leben hier am Ende der Welt von damals gut vorstellen.

    Für mich war die Besichtigung ein echtes Highlight und ein schöner Abschluss unseres Ausfluges.

    Bisher hatte unser Kapitän alles richtig gemacht. :thumbup: Wir hatten wohl heute in Punta Arenas einen der sonnigsten Tage in diesem Sommer bisher erwischt. Aber wir merkten schon am Abend, dass der Wind wieder deutlich zunahm. Und auch die Windy App zeigte schon wieder die nächsten Tief-Ausläufer an …. Es bleibt pink.

    Morgen geht es weiter …. Lasst Euch überraschen. Wir waren es auch.;)

    Bis morgen!

  • Vielen Dank für deinen aktuellen Tagesbericht Mara88. Schiffsausflüge amerikanischer Kreuzfahrtlinien sind ja häufig sehr teuer / überteuert. Magst Du als Anhaltspunkt vielleicht verraten, wie hoch dieser preislich ausgefallen ist?

    Den Friedhof haben wir natürlich auch besucht, hauptsächlich um das Grab der Krankenkasse anzuschauen. Ich weiß natürlich nicht, ob es noch existiert.

    LG
    Siegrid

    Einmal editiert, zuletzt von uschisiggi (25. Februar 2025 um 18:44)

  • uschisiggi Erst mal vielen Dank für das coole Foto.:thumbup: Den Grabstein haben wir nicht gesehen, das heißt aber nicht , das er nicht mehr da ist.;)

    Zum Thema Ausflüge will ich noch ein eigenes Dies und Das machen. (Ausflüge Südamerika generell, Ausflüge HAL, Ausflüge selbst organisiert usw. ... ) Könnte mir vorstellen, dass das für einige von Euch interessant sein könnte. Allerdings kommt das erst später, an einem der Seetage auf der Rückreise nach Buenos Aires. Hoffe, dass das für Euch in Ordnung ist.

    Der Ausflug in Punta Arenas hat, wenn ich mich richtig erinnere, 99,- USD pro Person gekostet. Aber Du hast absolut Recht mit Deiner Aussage sehr teuer / überteuert. Ich sag dann oft, da krieg ich "Schnapp-Atmung". ;)

    Vielen Dank und viele Grüße

  • Das Grab der Krankenkasse ….?:/

  • Das haben wir vor 5 Jahren auch besucht. Allerdings hat mir an dem Friedhof nicht gefallen, dass manche Gräber mit roter Farbe beschmiert waren. Egsl aus welchen Gründen das geschehen ist, es gehört sich einfach nicht.

    Lg. Monika


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  • 12.01.2025 Seetag - Der Agostini Fjord - Teil 1

    Die Entdeckung eines Kleinods in Patagonien: Der Agostini Fjord

    Heute stand nun unser nächster – ungeplanter – Seetag auf dem Programm. Der Kapitän hatte gestern Abend angekündigt, dass es heute wohl Gletscher zu sehen gäbe …. :/

    Aber nach unserer Windy App war rund um uns starker Wind und Sturm. Nur in einem ganz kleinen Teil im Inneren der Fjordlandschaft, hinter dem Beagle Kanal, schien es windstiller und wolkenfreier zu sein.

    Die Nacht hatten wir windgeschützt zwischen der Inutil Bucht und der Magelanstraße verbracht. Am Morgen erreichten wir nun ihren südlichsten Punkt und zweigten in den Magdalena Kanal ab.

    Hier im inneren der Fjord Region liegen der Agostini Fjord und der Martinez Fjord. Der bekannteste Gletscher ist der Aguila Gletscher.

    Viele der Gletscher haben hier noch nicht einmal einen Namen. Auch unsere Reiseführer, die wir zur Vorbereitung des heutigen Berichtes noch mal zur Hand nahmen, waren dabei keine große Hilfe.

    Es war einfach super. Eine faszinierende Landschaft mit vielen Gletschern und schneebedeckten Bergen - und einer unglaublichen Ruhe.:love:


    Geht gleich weiter ….

  • 12.01.2025 Seetag - Der Agostini Fjord - Teil 2

    Die Fahrt in diese doch recht unbekannte Region für Kreuzfahrtschiffe war sicherlich navigationstechnisch eine echte Herausforderung. Und ich kann mich noch gut an die Durchsage des Kapitäns erinnern, als er uns – nicht ohne Stolz in der Stimme - mitteilte, dass noch nie ein anderes Kreuzfahrtschiff unserer Schiffsgröße hier rein gefahren ist. Gleichzeitig bedankte er sich auch bei den beiden chilenischen Lotsen, die uns auf diesem Küstenabschnitt begleitet haben. Für uns Gäste stand am Abend fest, dass war eine Meisterleistung. Und egal mit wem man gesprochen hatte, alle waren voll des Lobes für „unseren“ Kapitän.:thumbup:

    Wir alle haben an diesem Tag ein echtes Kleinod kennengelernt. Die normalen chilenischen Fjorde, die ja ausgefallen waren, kann ja jeder... . ;) Wir haben an diesem Tag wirklich ein besonderes Reiseerlebnis geschenkt bekommen.

    Die bekannte Glacier Allee haben wir in der Nacht und in den sehr frühen Morgenstunden auf dem Weg nach Ushuaia passiert. Die Gletscher, die wir heute tagsüber gesehen haben liegen auch in dem Parque National Alberto de Agostini. Sie gehören dem gleichen Eisfeld, dem Cordillern Darwin, an. Sie liegen aber auf der Rückseite des bekannten Beagle Kanals.

    Der Beagle Kanal wurde bei einer Expeditionsreise im Jahr 1931 von Robert Fitz Roy entdeckt. Er benannte ihn nach seinem Schiff „Beagle“. Auf dieser Reise wurde er u.a. auch von Charles Darwin begleitet. Der Beagle Kanal und die Magellan Straße sind die beiden einzigen Wasserwege im äußersten Süden Amerikas, die eine Verbindung zwischen dem Atlantik und dem Pazifik herstellen, ohne die gefährliche Umrundung von Kap Horn.

    Ihr kennt es ja bereits, ... ;) Unsere tägliche Runde über das Promenadendeck:

    Und heute noch zusätzlich ergänzt mit Impressionen vom Pooldeck der Oosterdam am Abend. ;)

    Morgen geht es weiter – wir sehen uns in Ushuaia.

    Vielen Dank an Euch alle und viele Grüße!

  • Wow... wie toll!!

    Vielen lieben Dank für deinen tollen Bericht und die Fotos:love:

    Die Gletschertour... sensationell.

    LG Regina

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    Ostsee Highlights: Natur & Kultur pur vom 14.09. bis 26.09.2026 mit der Vasco da Gama

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    Zeitlose Kanaren ab/bis Hamburg 03.01.-22.01.2027

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    Rund um die britischen Inseln vom 15.05. bis 01.06.2027 mit der Vasco da Gama

  • 13.01.2025 Ushuaia, Argentinien - Teil 1

    Liegezeit: 09:00 bis 20:00

    Verzaubert in Feuerland

    An manchen Tagen frage ich mich beim Schreiben dieses Reiseberichtes, ob wir das wirklich alles an einem Tag erlebt haben? Der heutige Tag gehört definitiv dazu.;)

    Morgens um 06:20 war ich bereits auf dem Pooldeck und konnte die schneebedeckten Fels- und Gletscher Formationen des Beagle-Kanals erleben. Es hatte über Nacht nochmal geschneit und es war einfach nur wunderschön.:love:

    Der Blick auf Ushuaia an diesem Morgen, mit den vom Schnee frisch bestäubten Bergen im Hintergrund, war unglaublich.

    Ushuaia

    Ushuaia hat inzwischen über 80.000 Einwohner und ihre Zahl steigt stetig an. Es ist der touristische Hot Spot im Süden Argentiniens. Ob man bei der Größe wirklich noch von einem „Dorf“ sprechen kann …? Oder ist vielleicht Ushuaia doch die südlichste Stadt der Welt. :/

    Von hier starten eine Vielzahl an Expeditionsreisen in die Antarktis. Von Buneos Aires gibt es regelmäßig Flüge, die die Gäste hierher bringen. Für Kreuzfahrer, die auf den klassischen „rund um Südamerika Routen“ den Kontinent bereisen, ist Ushuaia ein interessanter Durchgangshafen. Zugleich ist die Region Feuerland auch ein beliebtes Wander- und Trekking Gebiet für Camper und Outdoor Fans. Für viele Südamerikaner ist es einer der Orte, an den sie reisen, wenn sie einmal in ihrem Leben „echten“ Schnee sehen und erleben wollen. Seit 1999 gibt es hier auch ein eigenes Ski Gebiet.

    Hier, in Ushuaia, werden eine Vielzahl an Ausflügen angeboten. (Reederei und externe Touranbieter) Neben Ausflügen in den bekannten Nationalpark „Tierra del Fuego“ gibt es die Möglichkeit z.B. Bootsausflüge über den Beagle Kanal zu machen, Wanderungen zu einem Gletscher zu unternehmen oder eine spezielle Outdoor Aktivität, wie Kanu fahren zu praktizieren. In der Stadt selber gibt es mehrere Museen, die sich mit der Geschichte der Stadt befassen. Obwohl uns die Stadt sehr gut gefallen hat, kann ich nur jedem empfehlen, hier unbedingt eine Tour in die Natur zu unternehmen.

    Geht gleich weiter …

  • 13.01.2025 Ushuaia, Argentinien - Teil 2

    Wir hatten heute eine private Kleingruppen-Tour im Minivan in den Nationalpark „Tierra del Fuego“ gebucht. Federico und sein noch relativ junges Unternehmen hatte ich im Internet über einen anderen Reisebericht gefunden. Ich kann ihn und sein Team einfach nur empfehlen. Der Mailkontakt war schnell und unkompliziert. Die Tour war einfach super. :thumbup: Finden kann man ihn über Ushuaia / shoreexcursion / Federico.

    Dies und Das – Eintritt Nationalpark „Tierra del Fuego“

    Bevor wir gleich mit unserem Ausflug starten, noch eine Anmerkung zu den Preisen der Touranbieter. Der Eintritt in den Nationalpark ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. In diesem Jahr lag der Preis bei 30.000 ARS, ungefähr 30,- Euro pro Person.

    Daher sollte man beim Buchen von Ausflugstouren darauf achten, ob das Ticket im Preis bereits enthalten ist oder nicht. Manchmal wird es nur im Nebensatz erwähnt, dass man zusätzlich noch das Ticket vor Ort kaufen muss. Bei der Summe aber keine Kleinigkeit, wie ich finde.

    Nun geht es aber los. Direkt an der Gangway, keine 20 Meter entfernt, standen die beiden Kleinbusse von Federico – noch vor den Bussen von HAL.

    Der Tierra del Fuego Nationalpark

    Dieses Areal ist der südlichste Nationalpark Argentiniens. Er ist über 600 Quadratkilometer groß und grenzt direkt an Chile. Er wurde 1960 eröffnet und dient dem Schutz der subantarktischen Wälder, Moore und Landschaften. Er ist ca. 15 km von Ushuaia entfernt. Man kann ihn also relativ schnell per Bus oder Auto erreichen. Für längere Outdoor Touren kann man auch eine Art „Camping Lizens“ erwerben und dann mitten im Park übernachten.

    Unser erster Halt war die Ensenada Bucht. Sie liegt am Nordufer des Beagle Kanals. Diese Bucht ist traumhaft schön. Hier hatten wir Zeit, die Landschaft zu genießen und konnten auch noch einen kleinen Klippenspaziergang machen.

    Aber eigentlich wollen alle, die in diese Bucht kommen, nur das eine:

    Das südlichste Postamt der Welt fotografieren.

    Seit dem Sommer 2024 ist es aktuell geschlossen, da der Holzsteg zu marode ist. Normalerweise herrscht hier an dem Postamt ein großer Andrang. Jeder möchte natürlich eine Postkarte vom Ende der Welt verschicken oder sich wenigstens seinen Stempel abholen.Da das zurzeit nicht möglich ist, haben wir von unserem Tour Guide eine Karte mit Stempel erhalten. Optional zur Erinnerung oder zum Abschicken aus Ushuaia-Stadt.

    Als die ersten großen Busse der Reederei sich dem Parkplatz näherten, machte sich unsere Kleingruppe bereits wieder auf den Weg. Unsere Fahrt ging auf Schotterstraßen und breiten Feldwegen durch die Wälder Feuerlands.


    Geht gleich weiter …